SaschaSalamander
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Lebenszeichen

Ein kleines Lebenszeichen vom fremden Rechner aus. Nach einigen Problemen mit unserem alten Anbieter ... nein, bevor ich ausweite, die Kurzfassung:

unser Internet- und Telefonanschluss wurde von M-Net gekappt, bevor der neue Anbieter überhaupt von der genehmigten Portierung erfuhr und die Chance hatte, uns einen Router zu senden und den neuen Anschluss zu regeln. M-Net hat uns ein ziemlich fieses Ei gelegt, indem man zwar die Regeln einhielt, sie aber so weit dehnte, dass es tatsächlich möglich ist, dass wir jetzt vorübergehend ohne Anschluss sind.

Da ich das Handy als Notfallkommunikation erachte, ist Surfen oder längeres Telefonieren mit dem kleinen Ding nicht wirklich möglich, geschweige denn einen Blog zu führen. Wenn ich mich also längere Zeit nicht melde, wisst Ihr jetzt, woran es liegt. Dies gilt natürlich auch für Mails und Telefonate. Und selbst, wenn ich dann wieder blogge oder einen Beitrag bei Facebook tippe - es werden sich wohl viele Mails und Arbeiten ansammeln. Heutzutage ist es gar nicht mehr so leicht ohne Internet ...

Und wenn ich zurück bin, gibt es einiges nachzuholen hier ... also, haltet mir die Treue, auch wenn ich nicht vorbloggen konnte und es hier nun eine Zwangspause gibt ;-)

Und mit etwas Glück ... bin ich morgen schon wieder online! (Und falls es schlecht läuft, dann habe ich zwei Wochen Urlaub ab nächster Woche, aber kein Internet)

SaschaSalamander 22.04.2013, 06.52| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Pulp

Statistik KW 16

GELESEN / GEHÖRT
1 - Mindnapping 13 - Beyond the Chinese Theatre
1 - Lady Bedfort 01 neu - Das Grab im Moor (Hörplanet)
1 - Gefangen im Sex-Verlies (T d Torres)
1 - Bevor alles verschwindet (A Scheffel)
2 - Der schwarze Prinz (I Pala)
2 - Tiere in der Stadt (B Kegel)


GESEHEN
Paranormal Activity Tokyo Nights
In Time


NEUZUGÄNGE



ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - teilweise
3 - abgebrochen

SaschaSalamander 21.04.2013, 20.11| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Keine halben Sachen

CoverDiese Woche viel zu tun und keine Rezis vorbereitet. Also gibt es eine alte Rezi von anno nochvielfrüher. Bald sind meine Rezis aufgebraucht und ich habe keinen alten Vorrat mehr, dann muss ich mir was anderes überlegen, wenn ich kleine Lücken füllen möchte :-)

************************

Inzwischen ist es Mode, manchen Zeitschriften gegen einen kleinen Aufpreis alte, aber gute Filme beizulegen. Keine schlechte Idee, wechselte ich von meiner früheren Zeitschrift dadurch bald zur TV Movie. Vor einigen Wochen war darin die schwarze Komödie "Keine halben Sachen" mit Bruce Willis und Matthew Perry (Chandler aus "Friends").

Oz Oseransky ist Zahnarzt, verheiratet mit einer richtigen Schrapnelle. Während Oz ein gutherziges, gutgläubiges Kind ist, sind seine Frau und deren Mutter Furien, nur auf Geld bedacht. Als der Auftragskiller Jimmi "die Tulpe" neben ihnen einzieht, beginnt das Chaos: Oz´ Frau überredet ihren Mann, Jimmi bei dessen früheren "Kollegen" (die ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt haben) zu verraten und das Geld einzusacken. Als Oz nach Chicago fliegt, macht sie sich auf zu Jimmi und ...

Tja, und eigentlich geht es erst hier so richtig los. Der Film beginnt ganz nett, ein bisschen witzig, ein bisschen unterhaltsam, aber nicht wirklich interessant. Lediglich Perrys typische Tollpatschigkeit und Bruces lässige Art sorgen bis dahin für Humor. Doch sobald Oz in Chicago ist, geht es richtig los. Denn jeder spielt sein eigenes Spiel, und am Ende will jeder jemanden umbringen, und jeder soll von jemandem umgebracht werden. Es ist herrlich verwirrend, wer wen aus welchem Grund wie umlegen will, und wie am Ende dann doch alle glücklich und zufrieden aus dieser Situation herauskommen. Die Bösen kriegen ihr Fett weg, die Guten erleben ein Happy End. Aber wer ist gut, und wer ist böse?

Jimmi ist eindeutig gut. Okay, er ist ein Auftragskiller und hat 17 Leute umgelegt. Außerdem will er Oz nur deshalb nicht umlegen, weil er nur 10 Riesen dafür geboten bekommt. Aber er hat seine Prinzipien. Zum Beispiel nicht mit der Frau eines Freundes schlafen (zumal sie sowieso hässlich ist). Und keine Mayonaise auf Hamburger, denn das macht ihn wütend. Außerdem ist er nur deswegen in sein neues Haus gezogen, weil die Erde im Garten so wunderbar ist, die Tomaten sind in den wenigen Tagen seit seiner Ankunft bereits ein großes Stück gewachsen!

Köstlich, einfach köstlich. Was mir an diesem Film so gut gefiel, das waren die absurden Dialoge, die verdrehten Moralvorstellungen und die schauspielerische Leistung von Bruce Willis und Matthew Perry. Mimik und Gestik der beiden sind gewohnt genial.

Man sollte halt nicht zuviel erwarten von einer schwarzen Komödie mit flachen Dialogen und einem Humor, der eigentlich schon eher Slapstik als tatsächlich witzig ist. Anspruch kann dieser Film wirklich in keinster Weise bieten. Aber alberne Unterhaltung, abgedrehte Situationskomik und das eine oder andere fiese Lachen, davon gibt es genug. Und genau das habe ich an diesem Abend gebraucht, als ich die DVD einlegte. Ein voller Erfolg, vielleicht werde ich diesen Film irgendwann wieder einmal sehen, er könnte bestimmt auch beim zweiten Mal witzig sein :-)

SaschaSalamander 18.04.2013, 08.03| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Komödie

Eagle

Cover Band 01Es ist schon lange her, dass ich den Mange EAGLE gelesen habe. Aber die Rezension wurde noch nicht veröffentlicht, und heute möchte ich sie Euch vorstellen.

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Takashi Jo ist Reporter einer kleinen japanischen Lokalzeitung. Ausgerechnet er wird vom Präsidentschaftskandidaten Kenneth Yamaoka, einem japanischstämmigen Amerikaner, zur Berichterstattung und Recherche nach Amerika beordert. Doch Yamaoka hatte einen guten Grund: Jo ist sein unehelicher Sohn und soll seinen Vater kennenlernen. Dieses Geheimnis darf keinesfalls an die Öffentlichkeit!

Kenneth Yamaoka ist ein Mensch mit unglaublich starkem Willen und einem strahlenden Charisma. Erst ein unbekannter Niemand, gelingt ihm Stück für Stück der Weg an die Spitze. Viele Hindernisse warten auf ihn und seine Mitarbeiter, und auch menschliche Schicksale werden in den Wahlkampf verwoben. Bei den Recherchen über Yamaoka und dessen Karriere erfährt Jo immer mehr über seinen Vater, vieles Faszinierend, manches abstoßend, anderes nahezu unglaublich. Ein Mensch mit großen Zielen und der Energie, diese auch zu verwirklichen. Er ist bereit, für sein großes Ziel "Präsidentschaft" ungewöhnliche Mittel zu ergreifen, er löscht Feuer mit Feuer, und nicht immer scheinen seine Vorgehensweisen im ersten Moment logisch. Doch er weiß was er will, und er ist bereit, alles dafür zu geben.

Eigentlich interessiere ich mich wenig für Politik (zumindest in literarischer Form, die Realität ist da etwas anderes), aber dieser Manga hat mich begeistert. Anfänglich war ich eher skeptisch, schon nach wenigen Seiten war ich gefesselt. Mit spannenden Worten und Bildern vermittelt Kawaguchi ein gutes Bild von den Methoden und Möglichkeiten innerhalb des Wahlkampfes. Yamaoka schafft es, den Leser sofort zu begeistern und faszinieren, man schwankt zwischen Sympathie und Abscheu, will unbedingt den nächsten taktischen Schritt verfolgen, den er gehen wird. Sehr oft scheint sein Handeln eiskalt und abgebrüht, erweist sich später jedoch als überaus geschickt und menschlich.

Auch Jo ist ein interessanter Charakter. Er hat mit der Offenbarung seines Vaters zu kämpfen. Bisher wusste er nicht, wer sein Vater ist, und nun erfährt er diese Nachricht. Niemand, mit dem er darüber reden kann, eingebunden in einen hochdramatischen Wahlkampf, in dem niemand auch nur eine Sekunde Atem schöpfen kann. Er arbeitet bis zur Selbstaufgabe, verliebt sich, findet Freunde. Als ein Skandal die Familie seines Vaters bedroht, ist auch seine Liebe in Gefahr, und im Alleingang will er das Rätsel um die Herkunft seiner Freundin lüften. Ein Reporter kommt ihm und seinem Vater auf die Spur, der gegnerische Kandidat sucht nach "Leichen im Keller" seines Rivalen.

"Eagle" ist hochspannend. Ich finde, er kann mit amerikanischen Polit-Thrillern um Wahlen, Kandidaten und Intrigen im Weißen Haus mithalten. Wer aufmerksam liest, kann sogar einige Anspielungen, Zitate und Bilder finden, die auf verschiedene Filme verweisen (das berühmte Zitat aus "Wag the Dog" dürfte jedem auffallen, aber auch sonst gibt es viel zu entdecken!). In seinen Zeichnungen und im Aufbau ist der Manga außerdem weitaus westlicher als üblich. Das auszuführen, würde allerdings recht weit führen und wäre passsender für eine mehrseitige Rezension und Interpretation. Deswegen von meiner Seite lediglich der Hinweis, dass im zehnten Band ein interessanter Hintergrundbericht über Entstehung und Inhalt dieses Mangas ist.

Es gibt Mangas, die eindeutig für Erwachsene gezeichnet wurden und Geschichten erzählen, die auch in Europa mit Bestsellern konkurrieren könnten, wenn das Medium Manga hier bekannter und angesehener wäre: Monster, 20th Century Boy, Barfuss durch Hiroshima, Dragon Head, Island, She - The Ultimate Weapeon, Shamo sowie viele weitere. Und Eagle ist definitiv einer von ihnen. Ich denke, er kann dazu beitragen, Mangas den gebührenden Respekt in Europa zu verschaffen, und ich hoffe, mit dieser kurzen Rezension ein wenig dazu beizutragen ;-)

SaschaSalamander 15.04.2013, 08.49| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Manga | Tags: Tip, Thriller, Drama,

Statistik KW 15

GELESEN / GEHÖRT
1 - Point Whitmark 37 - Das Moor der Vergangenen
1 - Die drei Fragezeichen 160 - Geheime Botschaften
1 - Jack Slaughter 18 - Das Scheusal aus dem Meer
1 - Lady Bedfort 38 - Der Fund im Loch Ness (Hörplanet)
1 - Mord in Serie 07 - Das Netzwerk
1 - Mord in Serie 08 - Doragon
2 - Der Mieter (R Topor)
2 - Der schwarze Prinz (I Pala)


GESEHEN
Madagascar


NEUZUGÄNGE
Daniel Taylor 01-03 (M Davies) (Hörbuch)
Daniel Taylor 01-03 (M Davies) (Ebook)
Mindnapping 13 - Beyond the Chinese Theatre
Gefangen im Sex-Verlies (T de Torres)


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1 - komplett
2 - teilweise
3 - abgebrochen

SaschaSalamander 14.04.2013, 20.11| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Der Lorax

lorax02_1.jpgDER LORAX ist ein Kinderbuch von Dr. Seuss, aus dessen Feder unter anderem DER GRINCH oder HORTON HÖRT EIN HU stammen. DER LORAX wurde nun als Kinderfilm in 3D animiert und handelt von Ted, der in einer Welt ganz ohne Natur aufwächst, alles ist aus Plastik. Das Mädchen, in der er verliebt ist, würde alles tun für denjenigen, der ihr einen echten Baum besorgt. Also macht Ted sich auf den Weg, er verlässt die Stadt und trifft auf den Once-ler. Dieser erzählt ihm, weshalb es in Thneedville keine Bäume mehr gibt und was dagegen getan werden kann ...

Die Rahmenhandlung um Ted gefiel mir weniger. Sie ist simpel aufgebaut, extrem actionreich und eher von einem albernen Humor getragen. Auch die wundervollen Animationen können das für mich nicht wieder wettmachen. Wenn ich es richtig recherchiert habe, dann ist dieser Teil auch von den Machern hinzugefügt worden, während das Original nur vom Once-ler handelt und der Geschichte, die er Ted erzählt.

Der Lorax ist ein Naturgeist, beschworen in dem Moment, als der Once-ler damals den ersten Baum im Tal fällte. Die eigentliche Geschichte des Filmes handelt also davon, wie die Natur immer mehr ausgebeutet wird, die Tiere darunter leiden und die Raffgier der Menschen die Umwelt zerstört, bis nichts mehr übrig bleibt. Dieser Aspekt wurde sehr liebevoll umgesetzt. Es gelingt den Filmemachern, in diesen Szenen jede Menge Humor, Spannung und Abenteuer zu packen, auch ohne es wie in der Rahmenhandlung an Action und billigem Humor zu überfrachten.

Was mir an der Geschichte um den Lorax gefällt: es ist ein wenig altmodisch angehaucht, hat den Charme alter Kinderbücher und -filme, den ich in neuen Medien häufig vermisse. Dem entgegen steht die Handlung um Ted und die Plastikstadt, was ich wieder zu modern finde und was auch für mein Empfinden nicht wirklich zu der anderen Handlung passen will.

Ich denke, dieser Widerspruch wird gerade das sein, was viele Zuschauer mögen und wodurch sich verschiedene Zielgruppen für diesen Film begeistern können. Für meinen Geschmack allerdings hätte man sich rein auf den Once-ler und den Lorax konzentrieren sollen, denn man hätte diese Geschichte noch deutlich ausbauen können. Zugegeben, die Botschaft kommt nicht gerade auf leisen Pfoten sondern knallt dem Zuschauer plakativ ins Gesicht. Aber die Umsetzung ist einfach süß und witzig, unterhaltsam und wirklich liebevoll animiert, für Kinder eben und für die, die im Herzen Kind geblieben sind.

Markant ist im Deutschen die Stimme des Lorax. Mit Erstaunen stellte ich fest, dass Danny DeVito, den ich für sein Schauspiel sehr bewundere, auch im Deutschen die Synchronstimme stellte. War ich anfangs über den seltsamen Akzent des Geistes verwundert, so war ich im Nachhinein wirklich begeistert, ich fand das eine sehr gelungene Umsetzung. Auch für die italienische, russische und spanische Übersetzung stellt er seine Stimme zur Verfügung.

Alles in allem ein Film, der mir durchwachsen gefiel. Ein Teil davon konnte mich durchweg begeistern, ich hätte ihn mir sofort ins Regal gestellt. Der andere Teil war eben ein modern animierter, überladener Kinderfilm, wie es heute schon zuviele gibt, nicht schlecht aber nichts Besonderes. Aber gut, ich bin auch nicht die Zielgruppe, und diese dürfte sich im Gegensatz zu mir sehr über Teds Abenteuer amüsieren. Von daher halte ich die Idee, die etwas altbackene Geschichte mit einem peppigen Rahmen zu versehen für durchaus gelungen ;-)

5,5 von 10 Truffala-Samen

SaschaSalamander 12.04.2013, 08.47| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Kinder, Humor, Märchen,

Lust auf Literatur

>LUST AUF LITERATUR< - Na, das ist ein Titel, an dem kann jemand wie ich nicht vorbei! Also habe ich die Kopfhörer aufgesetzt und sofort mit dem Buch von Peter Braun begonnen. Es erzählt in verschiedenen Abschnitten über das Leben und Wirken vereinzelter Autoren, so etwa Goethe, Schiller, Hesse, Lessing, Karl May, die Brüder Mann und einige weitere.

Ziel des Buches ist es, sich von dem langweiligen Stoff der Schule abzuheben. Während der Schulstoff den Jugendlichen oft das Lesen vergällt und die Freude daran nimmt durch trockene Fakten und unnötige Informationen, durch viel zu analytische Gedanken statt einfach mal menschlich an das Werk heranzugehen, möchte der Autor hier die Personen und Werke so vorstellen, dass es Freude bereitet. Er will junge Menschen zum Lesen bewegen und sie dazu bringen, sich auch für anspruchsvolle Literatur zu begeistern, die keinesfalls öde und kompliziert ist.

Dies geht er an, indem er über die Hintergründe der einzelnen Personen erzählt. So berichtet er von den politischen Wirren, sozialen Hintergründen und gesellschaftlichen Gegebenheiten, unter denen einzelne Werke entstanden sind, erzählt private Anekdoten der Autoren. Oft kann man nur verstehen, was ein Schriftsteller aussagen möchte, wenn man weiß, unter welchen Umständen das Buch geschrieben wurde, und dies wird hier vermittelt.

Ich finde, es ist Peter Braun zum Teil durchaus gelungen, allerdings bezweifle ich, dass er damit wirklich alle jungen Leser begeistert. Mir hätte das Buch (bzw in diesem Fall das Hörbuch) sehr gut gefallen. Allerdings konnte ich mich damals bereits für Literatur begeistern und fand all diese Dinge sehr spannend.

Um Jugendliche allgemein zu begeistern, ist LUST AUF LITERATUR dann aber doch zu speziell. Der Autor begeht einige Fehler, die leider auch in der Schule gemacht wurden: zuviel Input, zu wenig Drumherum. Die Fakten selbst sind interessant, die Anekdoten witzig bzw spannend, und erfreulicherweise vieles, das man in der Schule so niemals hören würde. Aber alles ist so extrem dicht gepackt, dass der Hörer nicht eine Sekunde verschnaufen darf. Beinahe Infodumping. Gut, es IST ein Sachbuch, aber selbst hier erwarte ich gerade für Jugendliche eine gewisse Lesbarkeit statt nur Aneinanderreihung von Informationen.

Dazu kommen sehr viele Exkurse. Es geht Schlag auf Schlag, wobei es einfach nicht mehr möglich ist zu folgen. Zwar gibt es wechselnde Sprecher, doch da es eben kein emotionaler Roman sondern ein sachlicher Text ist, gibt es wenig Schwankung im Vortrag. Es "monoton" zu nennen, wäre böse, doch da eben wenig Hebungen und Senkungen notwendig sind, läuft es stellenweise von der Sprachmelodie darauf hinaus, was das Zuhören auf Dauer doch erschwert.

Das Kapitel um Hauff etwa beginnt mit dem Autoren Tieck (wieder ein Exkurs zum "gestiefelten Kater"), der beim Hören des Gedichtes "Die Glocke" von Schiller vor Lachen vom Stuhl fällt. Es geht weiter mit den Gebrüdern Grimm, dem Zeitalter der Romantik, mit Brentano und Arnim, bevor man dann irgendwann auf Hauff zu sprechen kommt. Zugegeben, da braucht es wirklich viel Sitzfleisch, um hier aufmerksam am Ball zu bleiben! Es mag im Buch anders sein, doch gerade im Hörbuch kam es vor, dass ich bei einem Kapitelwechsel sehr lange keine Ahnung hatte, um wen es nun eigentlich geht und wer der Autor ist, über den gerade gesprochen wird - einfach, weil zu viele Autoren, Werke, Epochen und Hintergründe binnen weniger Minuten benannt werden. Irgendwann erlahmt dann die Lust, schweift man gedanklich ab und findet sich erst einige Minuten später wieder, wenn man den Anschluss bereits verloren hat.

Obwohl ich die Autoren und zum Teil ihr Wirken bereits kannte, und obwohl ich mich für einen sehr aufmerksamen Hörer und interessierten Literaturfreund halte, bin ich einige Male während des Hörens abgeschweift. Es ist einfach unmöglich, jeden einzelnen Satz zu verfolgen. Doch ein Satz baut auf dem anderen auf, für das Verständnis ist absolute Konzentration erforderlich, heftiger als in manch einer Schulstunde (sagt jemand, der tatsächlich sogar gerne zur Schule gegangen ist).

Insgesamt fand ich LUST AUF LITERATUR sehr spannend. Unterhaltsam weniger, dazu muss man sich beim Hörbuch zusehr konzentrieren. Die Informationen sind interessant und machten tatsächlich Lust darauf, sich mit dem entsprechenden Autor und seinem Werk auseinanderzusetzen. Allerdings lockt man damit keine Lesemuffel hinter dem Ofen hervor. Vielleicht ist es als Buch einfacher zu verinnerlichen, als Hörbuch allerdings empfehle ich einen häppchenweisen Genuss, weil es schnell zuviel wird.

**************

Ergänzung, unabhängig von der Rezension: ich habe einige Rezensionen im Web dazu gelesen. Und ich muss sagen, dass ich erstaunt bin. Getraut sich (des Kaisers neue Kleider) niemand zu sagen, dass die Infos zu schlagartig folgen und dass manches einfach unstrukturiert ist (siehe das Beispiel mit dem Kapitel Hauff), weil die Leute dann glauben zuzugeben, dass sie womöglich dumm seien, sodass lieber jeder die tollen Informationen lobt statt offen zu sagen "too much"? Oder ist es als Hörbuch tatsächlich soviel schwieriger denn als Buch? Oder hatte ich beim Hören einfach ein paar schlechte Tage und war nur nicht aufnahmebereit? All den Lobeshymnen kann ich mich nicht anschließen, auch wenn ich die Grundidee an sich nicht schlecht finde und mich bereits auch auf den zweiten Teil >MEHR LUST AUF LITERATUR< freue ...


SaschaSalamander 11.04.2013, 09.03| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Fachbuch, Deutsch, Jugend,

Alice - Neues aus dem Wunderland

Alice im Wunderland hatte schon so viele Adaptionen, dass es irgendwann ermüdet, alle davon zu hören, lesen, sehen. Egal, wiesehr ich auch ein Bewunderer von Lewis Carroll und seinem Werk sein mag. Aber wenn eine meiner Lieblingsautorinnen und eines meiner Lieblingslabel gemeinsam etwas auf die Beine stellen, dann kann ich nicht anders, dann muss ich einfach reinhören ;-)

Ulrike Rylance schrieb die Story zu ALICE - NEUES AUS DEM WUNDERLAND. Ich lernte sie kennen durch das wunderbare Hörbuch >EMMA IM KNOPFLAND<, las kurz darauf begeistert >TODESBLÜTEN< und >FRIEDA AUS DER FLASCHE<. Als Ulrike Herwig schreibt sie Romane für ältere Leser, >MEIN GOTT, WANDA< ihr derzeit aktuellster Titel. Weitere Bücher von ihr stehen bereits in meinem Regal.

Außerdem schrieb sie drei spannende Folgen für LADY BEDFORT, die mir alle im Gedächtnis geblieben sind, obwohl ich sie hörte, als ich noch nichts mit dem Namen Rylance anfangen konnte. Dass eine Folge noch lange im Gedächtnis bleibt ist für mich bei solch einer langen Reihe ein Zeichen dafür, dass sich diese Episode und auffällt, in diesem Fall positiv.

Was den Hörplanet betrifft, muss ich wohl nichts mehr sagen, da schreibe ich ja immer wieder regelmässig darüber, ob nun AMADEUS, LADY BEDFORT, NACH DEM FROST oder andere Titel.

Also, zurück zu Alice: da haben also Ulrike Rylance und der Hörplanet gemeinsam etwas umgesetzt. Ich ging eher skeptisch an die Sache heran, einfach weil mir Alice inzwischen nicht mehr gefällt, beim 100sten Mal einfach langweilig wird. Daher habe ich den Titel >nach dem Kauf< damals ziemlich lange vor mir hergeschoben, bis ich es jetzt endlich gehört habe. Und ich war ziemlich begeistert, wow.

Was die Sprecher betrifft, mache ich statt einer Nennung diesmal ausnahmsweise eine Auflistung:

Erzähler: Ernst Meincke
Alice: Rike Götting
Baum : Dennis Rohling
Emma: Enie v. d. Meiklokjes
Herzkönig: Otto Mellies
Herzkönigin : Christel Merian
Kaninchen: Bodo Wolf
Kürbis: Tom Deininger
Schnecke: Joseline Gassen
Stein: Michael Eickhorst
Tanzhuhn: Marianne Groß
Twedeldei: Helmut Krauss

Alles durchweg bekannte Namen und altbekannte und -bewährte Sprecher, über deren Qualifikation man nichts mehr sagen muss und die das Hörspiel zu einem Genuss machen. Dazu sind Dennis Rohling und Michael Eickhorst (Betreiber der Hörplanet) als Sprecher in kleinen Nebenrollen ebenfalls zu finden. Über Rike Götting kann ich außer kleinen Rollen im Hörplanet nichts finden, mir ist der Name auch noch nie wirklich aufgefallen. Und ich muss zugeben, ich finde sie als Sprecherin für die Hauptrolle auch etwas ungünstig. Gerade Alice, die wichtigste Rolle, sollte professionell besetzt sein. Es ist klar, dass ein ungeübter Sprecher zwischen Größen wie Mellies, Groß, Krauss, Wolf und Co einfach untergehen muss, da kann man ihr auch keinen Vorwurf daraus machen. Es fällt eben doch mit jedem Satz auf, sosehr sie sich auch bemüht. Zwischen anderen Laiensprechern wäre sie vermutlich positiv aufgefallen mit ihrer sympathischen Stimme, so jedoch ...

Die Musik ist wieder gelungen, Dennis Rohling als Komponist beherrscht sein Handwerk. Ohne störende Momente untermalen die Melodien das Hörspiel und fügen sich gut ein, sorgen für eine packende Atmosphäre. Besonders das Titellied erinnert mich vom Stil her ein wenig an CORALINE und gefiel mir sehr: treibend, geheimnisvoll, geflüsterte Kinderstimmen zur Melodie, Unruhe und Spannung erzeugend.

Die Geschichte selbst finde ich überaus gelungen. Ich mag Carrolls Werk deshalb, weil er nicht nur eine witzige Nonsensgeschichte schreibt (das machen viele), sondern weil sein Humor intelligent ist und er sehr viele Wortspiele, Reime, Zahlenrätsel, Gedichte einbaut. In seinen Werken verbergen sich weit mehr Inhalt und Komplexität, als die meisten Leser es erahnen. Es ist nicht schwer, einen albernen Charakter zu erfinden und ihn in eine absurde Situation zu packen. Die Kunst dabei ist es, das so zu machen, dass es albern und absurd wirkt, hinter der Fassade jedoch clever und intelligent ist. Das ist Ulrike Rylance in jeder Hinsicht gelungen. Wortspiele, dazu ein paar Reime und Gedichte geschickt in die Handlung eingewoben. Die Charaktere scheinbar absurd. Nonsens, wie er sich gehört, jede Menge Sinn hinter dem Un. Das tanzende Huhn, die streitenden Bäume, die sprechenden Steine, das ist einfach köstlich. Dazu wieder die Herzkönigin, die allen den Kopf abschlagen will und von Alice meisterlich "besiegt" wird, ganz im Stil des Originals.

Mein erster Kontakt zu Rylance geschah ja über EMMA IM KNOPFLAND. Umso schöner fand ich es, Emma hier wieder zu begegnen. Interessant ist, dass ALICE vor EMMA entstand. Beim Schreiben der Story zu Alice kramte die Autorin ihre bereits lange gehegte Idee hervor, ein Buch über Knöpfe zu schreiben. Während sie in ALICE am Rande vorkommen und erst gegen Ende eine wichtige Rolle einnehmen, ist ihnen bei EMMA ein ganzes Buh gewidmet. Und wer denkt, dass man aus Knöpfen weder ein Hörspiel noch ein Buch machen kann, der hat eindeutig etwas verpasst! ;-)

Auch, wenn ihr von Alice inzwischen genugt habt - dieses Hörspiel müsst Ihr Euch unbedingt anhören! Witzige Charaktere, eine herrlich abgedrehte Story und intelligenter Humor, dazu perfekt passende Musik und sympathische Sprecher. Bis auf ein paar Ausnahmen ist ALICE - NEUES AUS DEM WUNDERLAND rundum gelungen.


SaschaSalamander 10.04.2013, 09.11| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel | Tags: Jugend, Fantasy, Tip, Deutsch,

Tampopo

tampopo_1.jpgTAMPOPO bedeutet Pusteblume. Und Tampopo ist der Name einer jungen Frau, die nach dem Tod ihres Mannes alleine das Nudelsuppen-Restaurant weiterführt. Leider wenig erfolgreich, die Kunden bleiben aus. Eines Tages kehrt der Lastwagenfahrer Goro bei ihr ein, und er beschließt ihr zu helfen bei der Suche nach dem besten aller Rezepte. Dafür müssen Tampopo und ihre Freunde in fremden Küchen spionieren, sie linst durch fremde Schlüssellöcher, wühlt in Mülltonnen, und sie muss hart trainieren, um körperlich der Arbeit gewachsen zu sein.

Eine ausführliche Rezension würde sehr lange dauern, zuviel habe ich zu diesem Film zu sagen, zusehr hat er mich begeistert, zu wenig Zeit habe ich dafür, jede einzelne der Episoden hätte eine ausführliche Besprechung verdient. Daher meine Gedanken wieder als Notizen:

- der Film stammt von 1985, ist schon sehr alt. Und beweist, dass auch ohne große Special-Effects ganz wunderbares Kino möglich ist

- es ist ein Episodenfilm. Häufig kommt eine Person ins Bild, die Kamera folgt statt den Protagonisten nun einer anderen Person über die Straße, in die Wohnung, dort erlebt der Zuschauer verschiedene Episoden. Allen gemeinsam ist, dass sie vom Leben, Sterben und vor allem Essen handeln. Eine Mutter kocht ihre letzte Mahlzeit für die Familie, ein Geschäftsmann stellt seine Kollegen im Restaurant bloß, ein Paar baut Nahrung in sein Liebesspiel ein, eine junge Austernfischerin verliebt sich in einen Geschäftsmann, junge Asiatinnen versuchen westliche Essmanieren zu erlernen. Manche der Szenen hängen zusammen, andere stehen für sich und sind scheinbar völlig off topic, nur verbunden durch das Thema "Nahrung"

- Essen ist Erotik pur. Lust, Leidenschaft, Genuss und Sex, sie gehen Hand in Hand. Selten habe ich einen so hocherotischen Film gesehen, in dem keine im klassischen Sinne erotische Szene gezeigt wurde. Dennoch ist es nicht als Erotikfilm einzuordnen, wer ihn allein aus diesem Grund ansieht wird enttäuscht werden

- Genremix. Viele Elemente aus Western (Halstuch, Cowboyhut, Kleidung, Raufereien, das Ambiente, die staubigen Straßen uvm), aber auch Krimi bzw Gangsterfilm (Noir-Stil), Komödie. Und natürlich Asia

- sehr schön, wie das Essen hier gewürdigt wird: nicht einfach hinunterschlingen, sondern dem Tier danken, welches für das Fleisch sterben musste. Die Suppe nicht einfach schlürfen, sondern zärtlich mit dem Besteck über die Oberfläche fahren, die Zutaten berühren, die Fettaugen betrachten, die Komposition bewundern. Essens-Meditation als Vorbild, voller Achtsamkeit und Bewusstheit

- obwohl es kleine Episoden sind, obwohl es nur um das Kochen von Nudelsuppe geht - es ist spannend, ich konnte den Film nicht einfach ausschalten und etwas anderes tun, hing gebannt mit den Augen auf der Leinwand, habe viel gelacht und gestaunt und mitgefiebert

- Der Soundtrack ist klasse, macht Laune und passt sehr gut zum Film, unterstreicht die jeweilige Handlung, macht den Film abwechslungsreich und lebendig

- eine Szene war sehr heftig, das gäbe es heute nicht mehr: ein Tier wird vor laufender Kamera getötet und verspeist. Doch auf der anderen Seite - Nahrung ist ein Kreislauf von Leben und Sterben, und ich halte es nicht für verkehrt, dass es so direkt gezeigt wurde, es passt perfekt in den Film und symbolisiert, weshalb es wichtig ist, sein Essen achtsam und voller Respekt zu verzehren

- eine sehr schöne ausführliche Rezension findet sich beim >Tofu Nerdpunk<, wo ich auch auf den Film aufmerksam wurde

SaschaSalamander 09.04.2013, 09.06| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Notizen | Tags: Humor, BewusstSein,

Wie man die Welt rettet

johnson_weltretten_1.jpgWIE MAN DIE WELT RETTET (OBWOHL MAN HAUSARREST HAT) von >Pete Johnson< ist die Fortsetzung von >WIE MAN DIE RATSCHLÄGE SEINER ELTERN IGNORIERT<. Trotzdem kann das Buch sehr gut gelesen werden ohne Vorkenntnis des vorherigen Bandes. So liebe ich Fortsetzungen :-)

Markus ist also ein Halbvampir, und er hat seinen Eltern versprochen, nicht mehr zusammen mit Tallulah auf Vampirjagd zu gehen. Leicht gesagt, wenn plötzlich unglaublich tödliche Vampire in der Stadt auftauchen und nur diese beiden sie stoppen können! Außerdem hat Markus ja eine besondere Fähigkeit, die eigentlich schon längst entwickelt sein müsste, die aber noch immer auf sich warten lässt. Während der Junge also versucht, es allen gleichzeitig recht zu machen und ein braver Sohn, guter Schüler, heimlicher Vampirjäger und zuverlässiger Freund zu sein, läuft natürlich wieder alles aus dem Ruder, ... aber er wäre nicht "einer von tausend", wenn er solche Kleinigkeiten wie tödliche Vampirangriffe, die Begegnung mit einem Geist oder gar Hausarrest geschickt meistert ;-)

Und wieder hat mir dieses Hörbuch gefallen, Pete Johnson hat einfach eine unglaublich angenehme Art zu schreiben. Sein Stil ist einfach gehalten, sodass man ihn ohne Anstrengung aufnimmt und sich dabei sehr gut unterhält. Erzählt ist aus Sicht von Markus, der in seinem Blog als Ich-Erzähler Beiträge schreibt.

Markus als Erzähler ist somit natürlich die Person, in die man sich am besten hineinversetzen kann und die am deutlichsten charakterisiert ist. Trotzdem finden auch Mädchen sich sehr gut in die Geschichte ein. Tallulah, seine menschliche Freundin, und Gracie, das Halbvampirmädchen, werden anschaulich geschildert. Seine Gedanken über das Verhalten der beiden sowie deren Auftreten ihm gegenüber schaffen für die Leser ein klares Bild. Ich kann mir vorstellen, wie einige junge Leser sich wünschen, er möge sich doch für die eine bzw andere entscheiden. Was mich betrifft - doch, ich verstehe seine Zwickmühle, beide Mädchen sind toll, und sie sind so verschieden, keine von beiden ist besser oder schlechter, und er hat es wirklich nicht leicht, sich zu entscheiden.

Wie schon im anderen Band gefällt es mir, dass nicht von Beginn an klar wird, wer Freund oder Feind ist. Dadurch, dass man Cyrill, den "Schneemann", den Bauchredner und andere nur aus Sicht Markus´ kennenlernt, bleiben sie wunderbar undurchsichtig. Denn die Gründe für ihr Verhalten sind unklar, sodass manch einer sich ohne böse Absicht verdächtig macht oder sich durch intrigante Spiele als unschuldig darstellt. Ganz toll, denn dadurch wird man nicht nur als Jugendlicher, sondern auch als Erwachsener ganz schön an der Nase herumgeführt, und die Spannung über die wahren Hintergründe hält sich bis zum letzten Moment.

Es werden mehrere Handlungsfäden erzählt, die teilweise ineinander übergehen und manchmal auch gleichzeitig aufgegriffen werden. Dabei bleibt der Autor aber immer geradlinig ohne große Sprünge, sodass auch jüngere Leser der Handlung problemlos folgen können. Da ist einmal die besondere Fähigkeit, die seine Eltern fördern wollen und für die er beständig üben muss. Dann natürlich das Thema Mädchen, Gracie oder Tallulah. Außerdem macht er Jagd auf die tödlichen Vampire. Dazu kommt, dass er selbst einem Geist begegnet und ohne Hilfe herausfinden muss, was es damit auf sich hat (denn Tallulah darf ja nicht wissen, dass er ein Halbvampir ist, und die Eltern dürfen nicht wissen, dass er sich auf Vampirjagd macht statt sich um seine Fähigkeit zu kümmern). Trotzdem verliert man niemals den Überblick und findet sich immer bestens im Buch zurecht.

Durch die geschickte Erzählweise gelingt es Pete Johnson, immer wieder kleine Höhepunkte einzubauen, sodass es niemals langwilig wird und die Handlung stetig vorantreibt bis hin zum großen Finale, bei dem alles zusammenkommt. Das Besondere dabei finde ich: Johnson ist einer der Autoren, die das Schreiben von Büchern aussehen lassen, als wäre es völlig simpel: ein paar tolle Ideen, eine geradlinige Handlung, die typischen Charaktere für die Zielgruppe und ein oder zwei Konflikte, die es zu klären gibt. Erst, wenn man genau hinsieht, erkennt man, was eben den Hobby-Autor "ich hab da mal was geschrieben" vom Profi unterscheidet: eine komplexe Geschichte so wirken zu lassen, als sei sie völlig simpel und als könne jeder es schreiben, das ist wirklich eine Kunst für sich!

Anton Sprick macht seine Sache wieder hervorragend. Obwohl er Jahrgang 1994 ist, klingt er bereits wie einer von den Profis. Angenehme Stimme, er weiß sie je nach Situation zurückzunehmen oder zu variieren, verleiht den Charakteren eigene Persönlichkeit und kann gut die Eigenheiten von Mädchen, Jungen, alten oder jungen Menschen herauspicken und darstellen. Sein Tempo ist ideal, und er passt auch sonst sehr gut zur Figur des Markus.


FAZIT

Pete Johnson hat es einfach drauf. Er weiß, wie man Jugendliche begeistert und zum Lesen bewegt. Mit Witz und Spannung erzählt er von allem, was die Teens bewegt und im Alltag umtreibt. "Pädagogisch wertvoll" kann auch Spaß machen ;-)

Wertung: 9,8 von 10 Gespräche mit der eigenen Hand

SaschaSalamander 08.04.2013, 08.47| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Jugend, Humor, Dark, Fantasy, Tip, Reihe,



 






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