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Tag:
Einfach köstliche Einleitung
Den Schwarm habe ich nun vorhin endlich beendet, hat mir sehr gut gefallen, und ich kann nachvollziehen, was die Leser sosehr daran begeistert. Jetzt höre ich gerade "Puppenmord". Dass es einen Film gibt, wusste ich, aber der interessierte mich nicht sehr, hab mich nie drum gekümmert. Weiß nicht einmal, ob das die Verfilmung dieses Buches ist. Aber nachdem ich über ein Buch gleichen Titels stieß und mir den Inhalt ansah, ... doch, das klingt witzig.Und jetzt komme ich vor Lachen kaum zur Arbeit, einfach köstlich, genial, amüsant! Die Frustration des Ehepaares ist einfach zu herrlich! Schon jetzt fällt es mir schwer, es beiseitezulegen, dabei kam es noch nicht einmal zum "Mord" ... der Autor ist wirklich spitze, was die Beschreibung des frustrierenden Alltags der Eheleute Wilt betrifft. Realistisch, überspitzt, einfach klasse! Die Schulstunden als Vertretungslehrer, das kam mir so bekannt aus meinem eigenen Job vor! Und die verrückten Eskapaden der Ehefrau! Gerade musste ich sosehr lachen, dass mein Schatz aus dem Nebenzimmer kam und mich fragte, was los sei!
Mal sehen, wie es dieser Tage mit Rezis aussieht. Denn da ich privat gerade alle Hände voll zu tun habe, fehlt mir ein wenig die Zeit (und DIESMAL liegt es nicht an den Prioritäten, nope, sondern tatsächlich an der Zeit). Aber ich werde mir Mühe geben. Der Schwarm, die Wächter der Nacht, Puppenmord ... wäre schade, wenn ich das unter den Tisch fallen ließe ;-)
SaschaSalamander 05.09.2006, 14.13 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL
Eddie Dickens Trilogie

01 - Schlimmes Ende
02 - Furcht erregende Darbietungen
03 - Schlechte Nachrichten
04 - Unliebsame Überraschungen
05 - Abscheuliche Angewohnheiten
Dies sind die Titel der Eddie-Dickens Trilogie von Philip Ardagh. Und wer will schon behaupten, eine Trilogie müsse zwangsläufig drei Teile haben? Auch sonst hält sich Philip Ardagh nicht unbedingt an das, was man als Leser gewohnt ist. Aber vorerst ein paar Worte zu den Inhalten der einzelnen Bände:
Eddies Eltern sind krank: sie riechen nach alten Wärmflaschen und sind an den Rändern gelb und wellig. Und da die Krankheit höchst epidermisch (also ansteckend, wie sie sagen) ist, soll ihr Sohn Eddie (den seine Mutter Simon nennt, wenn sie seinen Namen vergessen hat, und den der Vater Jonathan nennt, wenn er den Namen sowie den Namen, welchen seine Mutter ihm gibt, vergessen hat) zu dem Wahnsinnigen Onkel Jack und dessen Frau, der Noch Wahnsinnigeren Tante Maude. Und da stehen sie auch schon vor der Tür, ihn abzuholen. Eddie steigt in die Kutsche und erlebt ein unglaubliches Abenteuer auf der Fahrt nach "Schlimmes Ende", wie sich das Haus des Onkel und der Tante nennt und wo er bis zum Schluß des Buches auch niemals ankommen wird. Denn die beiden Verwandten tragen ihren Namen nicht zu Unrecht. Aber worin sich der Wahnsinn der beiden kauzigen Alten äußerst, ob Eddies Eltern geheilt werden, was es mit Malcolm oder Sally dem ausgestopften Wiesel auf sich hat und wer die Laberliese ist und wieso Eddie plötzlich in einem Waisenhaus endet - das erfährt nur, wer das Buch liest ;-)Im zweiten Band findet Eddie im Garten seines wahnsinnigen Onkels Jack, wo er nun mit seinen Eltern lebt (wie es dazu kam, ist eine laaaange Geschichte und wird in Teil 1 erzählt), einen Sarg. Und daraus erhebt sich - nein, nicht etwa ein Zombie, sondern der "Groo-hoooße Zuchini", Eskamoteur, Eskapologe und Entfesselungskünstler. Und kurz darauf landet ein Heißluftballon im Garten. Außerdem wären da noch die ausgebrochene Gefangenen im Hochmoor, aber das wäre jetzt alles etwas zu kompliziert zu erklären ...
Weil der W.O. Jack schon lange keine "schlechten Nachrichten" (so der Titel seiner ihm eigenen Zeitung aus den Vereinigten Staaten) erhielt, soll Eddie nach Amerika, um abzuklären, was dort vor sich geht. Wie üblich versinkt Eddie im Chaos zwischen all den wahnsinnigen Erwachsenen, behält als Einziger einen kühlen Kopf, aber am Ende führt es doch alles zu nichts ...
Im Vierten Teil stößt der britische Eddie auf dem schottischen Landhaus seiner N.W.T. Maude auf gehörigen Widerstand, als er das Anwesen verkaufen soll. Aber kein Thema - auch hier geht wieder alles drunter und drüber!
Der fünfte Teil ist erst im August diesen Jahres erscheinen, sodass ich ihn noch nicht gelesen habe. Aber er ist bestimmt genauso großartig wie seine Vorgänger!
Was mir als erstes einfällt, wenn ich an Eddie Dickens denke? Genial! Großartig! Einzigartig! Britisch! Zum Lachen! Viel zu unbekannt! Ein kleines Meisterwerk! Nicht nur für Kinder! Voller versteckter und offener Anspielungen! Wortwitz auf höchstem Niveau (hier ein spezieller Dank an den Übersetzer Harry Rowohlt).Ich wundere mich, warum die Eddie-Dickens Trilogie hierzulande noch immer so unbekannt ist. Oder, zumindest: warum ich bisher noch nichts von ihr gehört habe? Denn mit dem einzig vernünftigen Charakter Eddie, seinen wahnsinnigen Verwandten, den liebenswerten Eltern, aber auch dem ausgestopften (und dennoch gemeingeefährlichen!) Wiesel Malcolm (oder heißt es jetzt Sally?) und der ausgestopften Kuh Margerie (die der Tante als Wohnmobil dient) schuf Philip Ardagh Helden, wie sie die Literatur leider viel zu selten sieht. Aber ihre Einzigartigkeit ist es wohl, die sie zu etwas Besonderem macht. Keiner, der auch nur eine rational logische Handlung ausführt, wenn man von dem hilflosen Eddie einmal absieht. Einer verrückter als der andere.
Der staubtrockene und gleichzeitig völlig absurde Humor erinnert stark an Monty Python, der Wortwitz und die schrägen Ideen lassen das Herz eines Lemony-Snicket Fans (wie mir *g*) um ein Vielfaches höher schlagen, und Eddie Dickens trägt seinen Nachnamen wohl zu Recht. Denn bei sovielen Waisenkindern und allerlei Elend muss man ja zwangsläufig auch ein paar Parallelen zu dem alten Charles ziehen. Was sich der Autor in einem Nebensatz auch nicht verkneifen kann, als der W.O. Eddie von seinen Vorfahren und Brüdern erzählt. Auch sonst gibt es massig Anspielungen auf andere Bücher, manchmal mit einem Hinweis des Autors "voila, seht mal, dieses Buch hier meine ich" versehen, manchmal für findige Leser zwischen den Zeilen versteckt und nicht unbedingt leicht zu finden. Mein persönliches Highlight natürlich die Erwähnung eines Gefangenen, der für den Diebstahl eines Laib Brotes eine weit, weit höhere Strafe erhalten hat ...
Die Bücher sind versehen mit Zeichnungen, die wunderbar zu den schrägen Geschichten und Hauptfiguren passen, da macht das Lesen für Kinder (die sowieso nicht alle Anspielungen dieses Buches verstünden) und auch Erwachsene (die sich ebenso wie Kinder an den witzigen Momenten des Buches erfreuen können) gleich doppelt Spaß! Und die Hörbücher werden vorgetragen vom Übersetzer Harry Rowohl persönlich. Mit seiner tiefen Bass-Stimme verleiht er allen Figuren Leben und bringt die Zuhörer durch gekonnte Betonung zum Lachen. Da fällt es schwer, sich zwischen Buch und Vortrag zu entscheiden!Wer es gerne skurril mag, wer das Lachen nicht verlernt hat und wer mal wieder ein richtig geniales Kinderbuch lesen mag, der sollte die Eddie Dickens Trilogie auf jeden Fall zur Hand nehmen! Es gibt Bücher, die sind einfach etwas Besonderes!
SaschaSalamander 04.09.2006, 09.47 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL
Düsternis mal anders
Momentan aktuell bei mir ist die Wächter-Trilogie. Der Film "Wächter der Nacht" letztes Jahr im Kino war ja eher so ein Mittelding, mancher war begeistert, aber der Grundtenor war eher Langeweile bei den meisten. Ich selbst fand den Film jedoch großartig und wollte unbedingt mehr davon, denn es gab zuviele offene Fragen, zu vieles war noch unklar, das Potential für sehr viel mehr deutlich vorhanden. Jetzt habe ich also endlich angefangen, das erste Buch zu lesen: "Wächter der Nacht". Danach "ächter des Tages", zuletzt "Wächter des Zwielichts" (Okt. 2006). Habe bisher zwar nur das erste Drittel des ersten Buches gelesen, bin jedoch bereits hin und weg. Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, was angeblich jedoch an einer schlechten Übersetzung liegen soll. Der Inhalt jedoch - WOW, haut mich um. Vampire, düstere Gestalten, Gut und Böse und alles dazwischen einmal ganz anders als gewohnt. Herrliche Szenerie, sympathische Antihelden, eine faszinierende Schattenwelt inmitten unseres menschlichen Alltags. Vieles aus dem Film ist mir nun klarer, und ich lese das Buch, wo immer ich eine freie Minute habe. Ich kann es kaum erwarten, mehr darüber zu schreiben und Euch dieses ungewöhnliche Werk vorzustellen!SaschaSalamander 02.09.2006, 10.20 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL
Etwas zuviel erwartet
Derzeit lese ich ein Buch, das wohl jedem hier ein Begriff ist: "Der Schwarm" von Frank Schätzing. Bin auch bei inzwischen knapp acht Zehnteln angelangt. Mein Eindruck? Naja, vorab sollte ich wohl sagen, dass ich zuviel erwartet habe. Die Stimmen im Web, einige Freunde, diverse Blogs, überall wurde im wahrsten Sinne des Wortes geschwärmt. Also erwartete ich ein rundum passendes Buch. Und krittelig, wie ich bin, gibt es auch hier wieder ab und an Dinge, die mich stören. Da ich nicht damit gerechnet hatte, im ersten Moment eine kleine Enttäuschung für mich ...Aber was mich begeistert und richtig mitreißt, sodass ich es gar nicht mehr beiseite legen kann (als Hörbuch), das ist die Story. Die Idee ist so neu nun nicht wirklich, aber keiner hat sie so klasse umgesetzt wie Schätzing. Großartig recherchiert, hervorragend zusammengebraacht, prima in Szene gesetzt. Stellenweise kann einem da wirklich kalt den Rücken hinunterlaufen, wenn mich sich vor Augen hält, wie real das alles sein könnte!
Ich kann mir momentan nicht vorstellen, WIE die Menschen es schaffen wollen, einen Gegner zu besiegen, der so alt ist, wie der Planet Erde selbst, ja, der genaugenommen eigentlich der Planet Erde selbst IST ... *zappel* ... also werde ich heute wohl den Rest zu mir nehmen ...
SaschaSalamander 28.08.2006, 16.47 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL
Wundervolles modernes Märchen
Seit einigen Tagen schon lese ich "Sophie im Schloss des Zauberers", ein Märchen von Diana Wynne Jones. Auf diesem Buch basiert der Film "Das wandelnde Schloss" (Howl´s moving Castle) von Ghibli (leider hier nicht rezensiert *sniff*, obwohl Ghibli einer meiner Favoriten in Sachen Zeichentrick bzw Anime ist). Wunderbar, ein ganz, ganz reizvolles Märchen, richtig zauberhaft, wie Märchen eben sein müssen. Der Stil ist wirklich klasse, der Inhalt kind- und erwachsenengerecht (wobei ich denke, dass Kinder und Erwachsene unterschiedliche Aussagen darin finden ), es ist einfach ... ach, ich lese solche Märchen viel zu selten. Und es gibt heute auch zu wenige davon. Tarnkappen, Siebenmeilenstiefel, eine böse Hexe, seltsame Zauberer, verwunschene Dinge, böse Flüche und Heilung aufgrund der Kraft der Liebe.
Ich brauche so lange dafür, weil ich es nicht überfliegen kann, weil ich alles auskosten möchte und mir viel Zeit dafür lasse. Dieses Buch ist es wert. Und ich freue mich schon darauf, es Euch bald vorzustellen!
SaschaSalamander 05.08.2006, 10.07 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL
Mord eines Lehrers
Ein Lehrer wird brutalst ermordet. Bei den Ermittlungen hört Komissar Peter Brandt nur das Beste über diesen Mann: ein wundervoller Lehrer, ein großartiger Vater, ein vorbildlicher Ehemann, ein großartiger Kumpel, ein spitzen Kerl. Ehrlich, der kann kein Wässerchen trüben, er war einfach perfekt! Aber Brandt glaubt nicht so wirklich an den angeblichen Raubmord und bohrt immer weiter nach. Bald geschieht der zweite Mord. Und Brandt erhält einen anonymen Hinweis auf das, was sich hinter der Fassade des gutbürgerlichen Mannes tatsächlich verbarg. Nun gilt es Beweise zu finden und die Täter ausfindig zu machen ...Doch, hat mir sehr gefallen. Mal etwas ganz anderes als die sonst üblichen Kriminalfälle von Fielding, Higgins Clark, Hayder, Gerritsen, Slaughter, Sayers und Konsorten. Weniger ausführlich in der Brutalität (was mir sehr gefällt. Wenn ich etwas Brutales möchte, sehe ich mir einen entsprechenden Film an *muahaha*), weniger weiblich (in der Beschreibung der Farben von Teppich, Kleidung etc *g*), weniger außergewöhnlich und mehr alltäglich.
Und vor allem: der Autor Andreas Franz ist Deutscher. Die Handlung spielt nicht in einem amerikanischen Vorort oder irgendwo in England, sondern hier in Deutschland. Genauer gesagt im Großraum Darmstadt und Offenbach (sowie dessen Vorort Frankfurt *g*) etc. Die Namen der Hauptcharaktere konnte ich mir leichter merken, ich hatte einfach ein klareres Bild von Tatort und Hauptfiguren, einfach aufgrund dieser äußeren Umstände.
Der Fall an sich ist recht brutal, über 80 Messerstiche und eine ziemlich unfachmännische Kastration. Aber es wird nicht so grausig geschildert wie in manch anderen Romanen. Ich bin weder prüde noch empfindsam, aber ich mag allzu detaillierte Schilderungen von Vergewaltigungen, Ausweidungen, Seziervorgängen und ähnlichen Dingen nicht allzu sehr. Franz dagegen erwähnt, wie es eben ist, ohne es genau auszuführen. Das genügt, mehr muss nicht sein, der Hass des Täters und das Leid des Opfers sind trotzdem deutlich für den Leser zu erkennen.
Auch gefällt mir, dass der Roman recht "alltäglich" ist. Viele Rezensenten im Internet stören sich daran, dass alles viel zu "glatt" und oberflächlich seim dass Selbstjustiz verherrlicht würde. Diesen Eindruck hatte ich nicht. Die Charaktere selbst finde ich gut ausgearbeitet. "Der Tod eines Lehrers" ist der erste Roman um Kommissar Brandt, und ich kann mir gut vorstellen, wie er die einzelnen Figuren ausbauen wird, sie geben viel her. Sie haben ihre Eigenheiten, ihr Privatleben, ihre Macken, ihre Schwächen und Stärken, ihren eigenen Sprachstil. Sie sind menschlich. Und wenn ein Mensch eine grausame Tat nachvollziehen kann (es gibt Dinge, da denkt wohl jeder gesunde Mensch an schlimme Strafen für den Täter. Und auch, wenn es Polizisten oder Anwälte sein mögen, so sind sie eben doch nur Menschen, real wie im Roman. Selbstjustiz wird nicht gutgeheißen, aber eben verstanden, man denke an den Film "die Jury"). Während in vielen Krimis und Thrillern eben ein Serienkiller tätig ist oder ein Kranker irgendwelche grausigen Taten begeht und ein unschuldiger Mensch daran glauben muss, sind es hier eben normale Menschen. Es ist ein Fall, wie er direkt in der Nachbarschaft passieren könnte. Täter wie Opfer ganz normale Menschen.
Der Autor legt in seinen Werken laut eigener Aussage Wert darauf, auch zum Nachdenken anzuregen. Ja, das schafft er hier. Ich hätte große, große Lust, jetzt sofort eine Diskussion um das von ihm gestellte Thema anzufachen, zumal meine Meinung sowieso eine recht kontroverse ist (ja, doch, die Zeit in der JVA hat mein Denken geprägt und auch eine sonst eher weniger sichtbare Seite sehen lassen *g*). Es wird ein Vorortidyll zerstört, der Leser wird aufgerüttelt und bekommt gezeigt, dass auch auf seiner Schule, in seiner Kirche, auf seinem Polizeiamt, ja vielleicht sogar beim Nachbarn nicht alles so schön ist, wie es scheinen mag. Das gefällt mir, denn sonst ist die Moral von der Geschicht meist ein "der Täter wurde letztendlich gefasst, das Morden hat ein Ende, alles ist gut". Hier gibt es zwar ein Happy End, aber einen bitteren Nachgeschmack. Denn es war nicht nur ein Roman ...
Die Sprache ist recht einfach gehalten. Kein Meisterwerk, aber wenn ich ein Meisterwerk lesen will, dann lese ich auch keinen Krimi, sondern greife zu Rilke, Poe oder Kafka. Es lässt sich flüssig lesen und hören, die Sprache ist Alltag. Musste nicht erst übersetzt werden, vielleicht gefiel es mir deswegen so gut. Die Charaktere sprechen weder allzu gestelzt noch überzogen Slang. Ich finde es schön, wie sie ohne um den heißen Brei zu reden sagen, was Sache ist, ohne dabei wie Schimanski zu fluchen. Die Dialoge sind, finde ich, so alltäglich, als würde ich tatsächlich einem Gespräch zwischen zwei Menschen lauschen.
Humor und Spannung sind ebenfalls klasse. Ein Alltagshumor, soll heißen ein paar ironische Sprüche von der abgehärteten Pathologin, ein paar freche Sprüche, wenn der Polizist nachts geweckt wird, lässiger Jugend-O-Ton von Brandts Tochter. Es gibt keine Momente "in letzter Sekunde", oder den sonst häufigen Effekt, dass der Leser die Gedanken des Täters mitverfolgen kann, sondern einfach die normale Ermittlungsarbeit der Polizei sowie persönliche Differenzen mit der Staatsanwaltschaft oder den Kollegen. Spannend ... naja, Spannung nenne ich etwas anderes, etwa wenn ich herzklopfend lausche und gedankenverloren an den Fingernägeln knabbere *g*. Aber es ist mitreißend, und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht, was die Befragungen ergeben, wie das Date mit der Pathologin verläuft, ob der Kollege irgendwann merkt, dass er hintergangen wird, ob das Motiv etwa wie erwartet tatsächlich [...] sein kann?
Einziges Manko: Nach viereinhalb von 5 CDs weiß man, wer der Täter ist. Nachdem nun das Motiv bekannt und somit der Täter schnell gefunden ist, folgen nur noch Befragungen über den Tathergang und die Interaktion der einzelnen Charaktere. Einerseits nicht schlecht, weil dadurch die Figuren menschlicher werden und der nachdenkliche Teil einsetzt (was ihm sehr, sehr gut gelungen ist), andererseits ist aber leider auch ein Großteil des "Pageturner-Effektes" vorbei. Er hätte sich vielleicht einen "Clou" fürs Ende aufheben sollen oder noch ein paar Dinge offenlassen sollen, so leider zieht es sich trotz der interessanten Handlung ein wenig, man hätte es deutlich verkürzen können, indem man die Befragung ausgelassen und stat dessen nur die Ergebnisse rückwirkend präsentiert hätte ...
Noch ein Wort zum Hörbuch: Tommi Piper gefiel mir super! Schade, dass diese großartige, markante Stimme immer nur mit "Alf" assoziiert wird, hat er doch weit mehr auf dem Kasten! Er trägt den Text lässig vor, als würde er frei sprechen (das können nicht alle Sprecher, auch die Guten wirken oft etwas gestellt!). Auch, wenn er die Stimme nicht verstellt, kann man den Dialogen sehr gut folgen, er schafft es wunderbar, Emotion in die Melodie zu legen, wirklich super! Er sollte wirklich mehr Bücher vortragen!
Also, mein erstes Buch von Andreas Franz hat mir sehr gefallen. Der Mann hat das Talent, eine gute Geschichte lebensnah und packend zu erzählen. Ich werde demnächst definitiv mehr von ihm lesen / hören! Wer auf grausige Details verzichten kann und einfach mal einen "normalen" Krimi ohne Psychopathen, malvefarbene Teppiche, dafür aber mit sympathischen Hauptfiguren lesen möchte, der sollte "Tod eines Lehrers" lesen :-)
SaschaSalamander 04.08.2006, 16.17 | (0/0) Kommentare | PL
Neuer Krimiautor für mich
Gestern und heute höre ich gerade "Tod eines Lehrers". Von Andreas Franz, einem aktuellen deutschen Autor. Ein recht spannender Krimi. Was mich reizte: die Meinungen zu diesem Buch sind recht gespalten, viele loben den ungewöhnlichen Stil und die spannende Story, andere ärgern sich über zuwenig Acten, die Rechtfertigung von Lynchjustiz und die glatte Oberfläche von Handlung und Charakteren. Inzwischen bin ich bei der fünften von 6 CDs angelangt (eigentlich ist jetzt schon alles klar - was mag dann noch kommen?!?) und bin recht angetan, mir sagt der Autor zu ... aber erst mal abwarten, das Ende eines Buches kann die Meinung des Lesers stark beeinflussen ... also, weiter gehts!SaschaSalamander 02.08.2006, 12.41 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL
Grottiger gehts kaum
Derzeit höre ich "Der Greif" von Wohlgang Hohlbein als Hörbuch. Während ich früher ja hochbegeistert war von Hohlbein, hat sich diese Begeisterung angesichts so vieler unzähliger Massenware vom Band gelegt. Der Greif aber ... gut, Handlung ähnlich geradlinig und altbekannt wie die anderen Bände, aber genau wie alles, was er mit seiner Frau geschrieben hat von besonderem Reiz. Mein persönlicher Favorit aus dieser Reihe. Ich habe das Buch mehrfach gelesen, und es ist sogar das einzige Buch von ihm, das ich im Regal stehen habe. Das Hörbuch dagegen - puuuuh, das einzig Gute sind die bekannten Sprecher (Kerzel u.a.), aber die Dialoge, die Umsetzung, die Musik, die Geräusche, die Szenenwechsel, das ist alles derartig grottig. Wäre es nicht "der Greif", hätte ich nach den ersten vier oder fünf Tracks beendet, aber so höre ich mir die drei CDs komplett an. Die Rezension werde ich nicht aktuell bloggen, sondern irgendwo bei denen für Notzeiten zwischenlagern ...
SaschaSalamander 31.07.2006, 19.27 | (0/0) Kommentare | PL
Ab durch die Hecke
In letzter Zeit kommen soviele Animationsfilme raus, dass man kaum noch weiß, wer nun wer ist. Pixar, Disney, Dreamworks, unbekannter Newcomer und und und. während manche Filme das Publikum scheinbar begeistern (Madagascar, Findet Nemo, Kleine Haie große Fische, etc), finde ich nur einige wenige wirklich top (Incredibles, Shrek, Ice Age). Ich habe sehr, sehr lange überlegt, ob ich wegen "Ab durch die Hecke" ins Kino soll. Wirkte wieder sehr kiddie-mäßig, aber die Charaktere sprachen mich sehr an. Also getestet und ... wooow, bin froh, dass ich jetzt nicht erst auf die DVD warten muss, der Film war suuuuuper, genau mein Geschmack!RJ (sprich: Ritschie) ist Einzelgänger. Waschbär. Nach einem missglückten Raubzug muss er dem Bären Vincent versprechen, bis zum nächsten Vollmond die gestohlene Ware wieder aufzufüllen. Keine leichte Sache, aber immerhin besser als tot ... RJ macht sich auf den Weg in die Reihenhaus-Siedlung der Menschen. Währenddessen erwachen gerade Schildkröte Verne und seine Freunde (die sich alle "Familie" nennen und aus einem Stinktier, einer Igelfamilie, zwei Opossums und einem Eichhörnchen bestehen) aus dem Winterschlaf und beginnen mit dem Vorrätesammeln für den Winter. Der Waschbär beschließt sie für seine Zwecke zu mißbrauchen und zeigt ihnen, was es alles Leckeres bei den Menschen gibt und wie einfach es doch ist, sich das Futter zu beschaffen. Aber leider läuft nicht alles wie geplant, und der ganzen Horde hungriger Tiere droht bald Gefahr durch den mächtigen "Entpelzer" ...
Wahahaha, ich war so begeistert und habe schon lange nicht mehr sosehr gelacht. Animation, Komik, Dialoge, Charaktere, Handlung, war alles spitze aufgebaut und hat mich richtig angesprochen. Ich denke, es ist teilweise wohl abhängig davon, was einem selbst gefällt, grade bei Animationsfilmen schwanken die Meinungen ja doch (siehe Madagaskar oder findet Nemo). Aber zumindest für mich war er genau richtig, die DVD wird bald in meinem Regal stehen ...
Erst einmal die Charaktere. Während andere Filme sich in letzter Zeit vor allem stark an Kindern orientieren von den Charas her, waren hier auch wieder Identifikationsfiguren auch für Erwachsene dabei, finde ich: Besorgter Opossumvater, computerspielende Kids, verantwortungsvolle Igeleltern, der Verantwortung für die ganze Familie tragende Verne, männerlose Powerfrau Stella, durchgeknallter Hyper, kühl berechnender Einzelgänger. Man kann sich herrlich in alle sie hineinversetzen. Es hat mir richtig das Herz zusammengeschnürt, als sich alle von Verne abwendeten, dabei hatte er doch nur das Beste für seine Familie gewollt! Und die toughe Stella, das hässliche Mauerblümchen, das nur mal so richtig herausgeputzt werden muss, wird bestimmt auch ihre Fans unter den weiblichen Zuschauern finden. Klar, der coole RJ natürlich trotz bzw gerade wegen seiner harten Schale mit dem weichen Kern die Hauptfigur. Mein Favorit war ja der hyperaktive Hammy (siehe Plakat unten). Und auch er, der sonst am Rand stand und als Dummerchen galt, bekommt am Ende seine große Stunde! (Und da ich zu Hause auch so einen Wirbelwind habe, der ohne eine Minute Schlaf nur am Wuseln ist, ständig auf und ab springt und einfach nur ohne Ende völlig verpeilt ist, fand ich ihn besonders witzig *hihi*).
Die Story ist ziemlich straight aufgebaut. Einzelgänger will andere für seine Zwecke ausnutzen, die anderen mögen ihn und vertrauen ihm, er entdeckt so langsam sein Herz, die anderen entdecken den Verrat, aber am Ende sind alle glücklich und zufrieden. Schööööön. 0815, aber solange es gut aufbereitet ist, passt es ja, es muss nicht immer das Neuste vom Neuen sein. Und die Aufbereitung (Charas, Humor, Animation) passt einfach.
Allzu viel Wortwitz und Anspielungen für Erwachsene gab es leider nicht, das ist leider in Manko, da hätte man mehr einbauen können, damit es noch einen kleinen Tick besser ist. Sehr viel Slapstick zwischendurch wie in den amerikanischen Cartoons (Schirm dient als Fallschirm, brennt, Tiere pusten, Schirm brennt noch mehr). Aber besonders witzig fand ich dafür die Animation. Hier mal ein paddelnder Fuß, dort ein zuckendes Ohr, ein blinzelndes Auge in genau den richtigen passenden Situationen. Durch winzige Kleinigkeiten in der Mimik und Körpersprache konnten herrliche Effekte erzielt werden, stellenweise musste ich dabei an Dagget aus den Biber-Brüdern denken (falls die jemand kennt? Eine meiner Lieblings-Zeichentrickserien *lol*). Ich werde ihn mir später deswegen auf jeden Fall öfters einmal ansehen ...
Darauf wurde sehr viel Wert gelegt, das sah man sofort! Die Menschen dagegen waren leider etwas weniger aufwändig gestaltet, aber das fällt nicht allzu sehr ins Gewicht, da sie eher eine Nebenrolle spielen. Fell und Bewegung haben mir sehr gefallen, vor allem der Schwanz des Eichhörnchens und des Stinktieres waren top, man glaubte jedes einzelne Haar sehen zu können!
Für Kinder absolut zu empfehlen, für Erwachsene - hm, wer Wert auf Kleinigkeiten legt, ist bei diesem Film richtig. Anspielungen, ungewöhnliche Wendungen in der Handlung oder besondere Effekte gibt es nicht. Wer einfach mal eine durchgeknallte Gruppe enger Freunde beobachten will, über die gerade das Chaos hereinbricht - voila, Hammy wird Euch aufmischen!

SaschaSalamander 31.07.2006, 14.06 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL
Sieben Tage für die Ewigkeit
Nun habe ich mich zu Nicholas Sparks bekehren lassen. Und wer weiß, vielleicht gibt es noch andere gute Liebesromane, also warum nicht auch mal einen von Marc Levy lesen?Gott und Satan schlossen eine Wette ab. Jeder soll einen Vertreter auf Erden schicken. Wer es schafft, die Menschen besser zum Guten oder Bösen zu bekehren, dem soll die Herrschaft auf ewig gehören. Schauplatz des Geschehens ist San Franzisco. Für das Gute zieht Zophia ins Feld, der Böse sendet Lukas. Während Lukas sich sofort ans Werk macht, wartet Zophia einfach einmal ab und überlegt ihren Heimvorteil (sie arbeitete bis dahin als Sicherheitsaufsicht im Hafen von San Franzisko) zu nutzen. Wie nicht anders zu erwarten, begegnen sich die beiden. Während Zophia den arroganten Mann eher unangenehm findet, funkt es bei Lukas dagegen sofort, immer wieder bittet er sie um eine letzte Chance auf einen "guten ersten Eindruck". Und bald erkennt Zophia, dass sie beide zusammengehören. Aber wie sollen sie ihren Auftrag erfüllen? Und - hätte ihre Liebe in der Zukunft jemals eine Chance?
Die Story gibt unheimlich viel her, deswegen hatte ich mir zuerst diesen Roman ausgesucht. Klar, Gut gegen Böse, Gott und Satan bzw deren Stellvertreter auf der Erde, das gab es zwar schon unzählige Male (ist halt auch einfach ein spannendes Thema), aber das macht ja nichts. Da Marc Levy ein sehr guter Autor sein soll, erwartete ich eine top Umsetzung. Aber leider war dann alles recht flach.
Die Charaktere sagten mir nicht wirklich zu. Ich mochte keinen von beiden besonders. Zophia ist kein Engel, wie man sich als Leser einen Engel vorstellt. Sie ist einfach ein naives, junges Ding, das voller Ideale jedem Menschen ein Lächeln schenkt und älteren Leuten die Tür aufhält. Lukas ist kein Dämon oder Teufel, sondern nicht bissiger als ein typischer Klischee-Anwalt oder -Finanzhai. Ich spürte während des ganzen Romanes nicht ein bisschen, dass es gefunkt hätte oder irgendetwas die beiden verbindet. Er wollte einfach stolz darauf sein, einen Engel zu erobern, und sie würde vermutlich jeden nett finden, der sich für sie interessiert.
Ich hatte dann eigentlich erwartet, dass sie jetzt so richtig mit großen Werken loslegen, die Menschen zum Guten oder Bösen bekehren und Lukas einen richtig fiesen Coup am Laufen hat. Aber außer ein paar Geschäftsverhandlungen war da nicht wirklich viel Boshaftigkeit im Spiel. Und Zophia erhielt den Rat von Freunden, zu tun, was sie schon immer getan hat: den Menschen ein Lächeln schenken, damit der Beschenkte dieses Lächeln weitergeben kann und auf die Weise alle Menschen ein wunderbares Lächeln für den Tag haben *gähn*.
Als sie sich ineinander verlieben, hatte ich auf gewaltige Funken gehofft, aber auch das war nicht zu spüren. Sie überlegen, wie sie in Zukunft zusammenleben können. Lukas soll sich zum Guten bekehren und einen Mann über die Straße führen. Als das nicht klappt, soll Zophia eine Straße im Rotlichtviertel entlanglaufen, ohne den armen Frauen zu helfen, doch sie bricht zusammen. Das halte ich für zu banal, um es als Bekehren zur "anderen Seite" zu akzeptieren!
Ansonsten - ganz nett. Keine sonderliche Spannung. Ich hätte den Roman genausogut beiseitelegen können, war aber doch daran interessiert, wie es weitergeht und ob sie nun zusammenleben werden. Aber das Ende war dann recht spontan und vor allem auch mau, als hätte der Autor keine rechte Idee gehabt, wie er das nun abschließen soll.
Und hier ausnahmsweise ein paar Worte zum Hörbuch: die Sprecherin Nana Spier hat eine angenehme, weiche Stimme. Allerdings besteht das Buch nicht nur aus Zophia (vielleicht lag es auch an Nana, dass die weibliche Hauptperson so naiv wirkte?), sondern auch aus Lukas. Und an manchen Dialogstellen war anhand von Stimmlage oder Tonfall überhaupt nicht zu erkennen, wer nun gerade sprach, nur der Inhalt gab darüber Auskunft. Das halte ich für eine große Schwäche bei einem Sprecher! Die Stellen mit Lukas, da hätte ordentlich Biss und Schmackes reingehört. Da will ich das fiese Grinsen auf dem Gesicht sehen, während der Sprecher vorträgt. Da muss sich jedes Nackenhärchen beim Leser aufstellen. Tat es aber nicht ...
Nun ja, ich habe schon von mehreren Seiten gehört und gelesen, dass die anderen Werke von Marc Levy besser sein sollen. Ich habe es nicht bereut, die Geschichte war ganz nett, aber so werde ich wohl die anderen Bücher umso besser zu würdigen wissen. Empfehlen? Hm, das werde ich erst, wenn ich die anderen gelesen habe. Dieses hier gehört schonmal nicht in die Kategorie derer, die man unbedingt gelesen haben muss.
SaschaSalamander 27.07.2006, 10.47 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

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