SaschaSalamander
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3




Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Kinder

Der Nussknacker

DER NUSSKNACKER ist ein Ballet von Tschaikowski, einem meiner Lieblingskomponisten. Die Musik dazu habe ich schon unzählige Male gehört. Aber die Handlung, gebe ich zu, war mir bisher fern. Ich habe mir immer wieder vorgenommen, einmal das Ballett anzusehen oder eine CD mit Geschichte dazu anzuhören oder mir die Handlung anzulesen, aber wie es so ist, man hat eine Menge vor, das man dann nicht umsetzt. Umso schöner, dass der Jumbo-Verlag mit Marco Simsa die CD vom Nussknacker wieder aufgelegt hat. 

Simsa führt wie auch schon im >KARNEVAL DER TIERE< und seinen vielen anderen Projekten mit angenehmer, ruhiger Stimme durch das Programm. Man hört ihm an, dass er kein professioneller Sprecher ist, aber seine Freude und Begeisterung am Thema hört man ebenfalls, auch die Erfahrung der bereits vielen veröffentlichten Titel, und sein Feuer ist ansteckend, der Hörer lauscht gebannt seinen Worten. 

Er schildert das Ballett und beschreibt für jüngere Hörer, wie man sich das vorstellen muss: die Menschen reden nicht, sondern sie tanzen, sogar der Kampf der Mäusearmee wird getanzt, und die Tänzer zeigen durch ihre Bewegungen und Gesichter, was gerade geschieht. Ich finde, die Beschreibung ist sehr bildlich, sodass man sich das Bühnengeschehen recht gut vorstellen kann (auch, wenn ich mich in einigen Punkten schon dafür interessiert hätte, wie genau dies oder jenes nun umgesetzt wurde, aber das wäre wohl zusehr in die Tiefe gegangen, dafür sollte ich mir das Werk besser endlich einmal direkt auf der Bühne bzw auf DVD ansehen. Ich glaube, ich bin als Erwachsener zu verkopft, Kinder hätten es da vielleicht einfacher gehabt *smile*). 

Die Musikstücke werden sehr schön von Simsa beschrieben. Er erklärt, was gerade getanzt wird, auch geht er gelegentlich näher auf die einzelnen Instrumente ein oder erklärt, wo man etwas Besonderes heraushören kann. Dadurch werden Kinder animiert, genauer auf die Musik zu achten, und die Geschichte wird zum Leben erweckt. 

Mit dem NUSSKNACKER ist wieder eine CD in meinem Regal gelandet, die ich gerne wieder anhören werde, wenn mir nach einem weihnachtlichen Märchen ist. Simsas Werke sind keine Geschichten, die man hört und dann wieder vergisst - die Kombination aus Erzählung, Musik, Unterhaltung und Wissen verleitet dazu, immer und immer wieder mit ihm zu hören, lachen und staunen. 

SaschaSalamander 30.12.2013, 08.36 | (0/0) Kommentare | PL

Die Schneekönigin

Ich habe nun in der Vorweihnachtszeit DIE SCHNEEKÖNIGIN genossen, vorgetragen von Katharina Thalbach. Ach, ich liebe dieses Märchen, es gehört neben einigen anderen zu meinen Favoriten, und ich könnte es immer wieder gerne hören. 

Zugegeben, es ist nicht leicht, eine Rezension zu schreiben über einen Klassiker, selbst wenn er in neuem Gewand auftritt. Trotzdem möchte ich ein paar Zeilen darüber verlieren, warum ich mich für diese CD entschieden hatten, wenn ich das Märchen auch in anderer Weise hätte hören können? 

Naja, Jumbo bzw Goya Lit ist ein Verlag, dem ich vertraue, das sage ich jetzt mal ganz so direkt, auch wenn ich sonst selten konkret Werbung mache. Aber schon seit längerer Zeit verfolge ich die Neuerscheinungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, und ich wurde bisher nur sehr selten enttäuscht. Die Leute haben einfach ein gutes Gespür für die Umsetzung ihrer Titel. Manchmal ist ein Autor oder Verlag für mich einfach Garant für ein gelungenes Buch oder Hörbuch, so auch hier.

Was dazu kommt, das ist auch Katharina Thalbach als Sprecherin. Ich mag sie, ob nun als Schauspielerin (erst letztens in dem TV-Movie DIE KANZLERIN) oder als Sprecherin im Hörbuch oder Hörspiel. Sie hat eine markante, leicht kratzige und doch sanfte Stimme, mit der sie perfekt für alles passt, was nicht in der Masse untergehen darf. Daher finde ich sie ideal für diese Umsetzung, denn sie ist zwar sehr gut geeignet als "Märchenoma" für die Kleinen (durch ihren warmen, sanften Ton), bringt aber auch schelmische Untertöne und sehr viel persönlichen Charakter ein für ältere Hörer, die der Geschichte gerne neue Aspekte abgewinnen möchten. Durch Thalbachs gelungene Interpretation wurde es für mich keine Minute langweilig, und stellenweise war es, als würde ich die Geschichte zum ersten Mal hören. Gebannt lauschte ich ihrer Stimme und ließ mich verzaubern, als Gerda sich auf die Suche nach ihrem Freund machte. 

Zwischen einzelnen Passagen wird Musik von Ulrich Maske eingespielt, die sehr schön zur winterlichen Atmosphäre des Märchens passt. Kinder kommen zur Ruhe, können das bisher Gehörte sacken lassen. Erwachsene können dadurch tiefer eintauchen in die Atmosphäre, können sich entspannt zurücklehnen und genießen. 

DIE SCHNEEKÖNIGIN ist wie gesagt ein Klassiker, bei dem man viel falsch machen kann, wenn man ihn umdichtet und zusehr verändert. Auch ein stupides Ablesen des Originals ohne Liebe zum Detail (Sprecher, Zwischentöne, Musik) wäre gefährlich, denn man hat das Märchen zu zu oft gehört, als dass man den hundersten langweiligen Aufguss hören möchte. Die Balance wurde hier perfekt gehalten.

In der Vorweihnachtszeit ist dieses Märchen einfach ein Muss, und mit Katharina Thalbach und Ulrich Maske ist es dem Verlag gelungen, die ideale Besetzung für das Hörbuch zu engagieren. Eine absolute Empfehlung für alle, die dieses zauberhafte Märchen neu entdecken möchten :-)


SaschaSalamander 23.12.2013, 09.14 | (0/0) Kommentare | PL

Der Geschichtenkater

Anatol zieht durch das Land und macht Rast in einem alten Haus, wo bereits andere Tiere wohnen. Als Dank für ihre Gastfreundschaft erzählt er ihnen Abend für Abend eine spannende Geschichte.

Zufällig darübergestolpert, normalerweise hätte ich die CD gar nicht weiter beachtet, aber beim Stöbern im Programm stieß ich darauf und war völlig unvoreingenommen einfach neugierig. Und was für eine Perle durfte ich nun hören! DER GESCHICHTENKATER ist eine ganz wunderbare CD, die ich ganz sicher noch öfter hören werde :-)

2 CDs, die Geschichten erzählt von >Ursel Scheffler<, über die ich hier kaum etwas erzählen muss, eine so bekannte Kinderbuchautorin muss ich nicht wirklich mehr vorstellen. Die von ihr ausgewählten Märchen sind bunt aus allen Regionen gewählt. Was mir besonders gefällt ist die Auswahl der Märchen. Es sind zwar bis auf zwei Ausnahmen alles bekannte Titel (des Kaisers neue Kleider, die Bremer Stadtmusikanten, der gestiefelte Kater, der Fischer und seine Frau, Hase und Igel, etc), doch sie gehören nicht zur Kategorie "inzwischen viel zu oft erzählt". 

Der Rahmen um den Geschichten Anatol lässt die Märchen in ganz neuem Licht erscheinen. Hier und da wird die Handlung ein wenig geändert, wird zusätzlich eine Katze oder ein anderes Tier eingebunden, so bekommt der Fischer etwa ein Haustier an seine Seite oder entpuppt sich der gestiefelte Kater als ein Urahn von Anatol. Die Geschichten werden nicht einfach so erzählt, sondern sie haben immer einen Zusammenhang, etwa die einzelnen Verwandten von Anatol oder die Erlebnisse eines Gastes, der später zur Gruppe stößt. Es ist einfach eine ganz süße Idee, alles durch die Rahmenhandlung zu verbinden, und das unterscheidet diese CD von anderen Märchensammlungen. 

Die Charaktere sind allesamt liebenswert. Obwohl die Rahmenhandlung nur einen kurzen Teil einnimmt, gelingt es Scheffler, sehr viel Wärme hineinzulegen, allen Tieren eine eigene Persönlichkeit zu verleihen. Schnell werden sie zu Freunden, die man am liebsten immer wieder einlädt, die man immer wieder hören möchte.

Aber was den GESCHICHTENKATER nun zu etwas ganz Besonderem macht, das ist der Sprecher: >Christian Rudolf<. Ich gebe zu, trotzdem er ein bekannter Schauspieler ist, war er mir völlig unbekannt, dazu sehe ich einfach zu wenige deutsche Filme und Serien. Aber nach dieser CD ist sicher, dass ich mehr von ihm will, nicht im TV sondern für die Ohren! Er ist großartig, einfach perfekt für diese Märchensammlung. Er hat eine an sich eher unauffällige, unaufdringliche Stimme, kann sich ebenso wie Stefan Kaminski und Rufus Beck selbst zurücknehmen und dann mit verstellter Stimme eine One-Man-Show abliefern wie in einem Hörspiel. In den Dialogen dann läuft er zur Höchstform auf. Er spricht mit verteilten Rollen, teilt jeder Figur eine eigene Stimme zu, die träge gemütliche Eule, der aufgeregte Hahn, die verführerische Katze, der selbstbewusste Kater, die ängstliche Maus und all die anderen Figuren werden lebendig, wenn er säuselt, lacht, ruft, kräht, krakeelt, ruft, flüstert, kichert, lockt, schmeichelt, flattert. 

Christian Rudolf ist einfach genial. Und entsprechend hoffe ich, dass er noch viele weitere Titel sprechen wird, in denen er die Möglichkeit bekommt, seine Fähigkeiten voll auszukosten. 

Alles zusammen bildet eine wunderbare Atmosphäre: die herzlichen Charaktere, die witzige Rahmengeschichte, die neu arrangierten Märchen, der herausragende Sprecher. DER GESCHICHTENKATER ist ein Schatz, der unbedingt ins Regal gehört!


SaschaSalamander 04.10.2013, 09.13 | (0/0) Kommentare | PL

Rosalie will ein Haustier

Den ersten Band >WIR LIEBEN DIE FREIHEIT< der Reihe habe ich bereits vorgestellt und dabei etwas mehr über ROCKY UND SEINE FREUNDE sowie den Autor Stephen Valentin und den Illustrator Jean-Claude Gibert erzählt. 

Der zweite Band ROSALIE WILL EIN HAUSTIER erzählt nun von Tieren im Tierheim und den Überlegungen, die man sich vor der Anschaffung eines Haustieres machen sollte: Rosalie und ihre Freunde besuchen für ein Referat das örtliche Tierheim. Das Mädchen entdeckt den Hasen Fred, und für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, Rosalie MUSS diesen niedlichen Fratz haben! Sie überredet ihre Eltern, und schon kommt Fred zu ihnen nach Hause. Doch dann fangen die Probleme an, und bald steht die Familie vor der Frage, ob man Fred behalten kann oder wieder wegeben muss. Rosalie ist verzweifelt, was soll sie nur tun?

Und ich kann wieder alles bestätigen, was ich bereits im ersten Band erzählt habe. Die Themen sind sehr liebevoll aufgearbeitet, die Zeichnungen sind mit ihrem einfachen Strich allerliebst, und die Charaktere werden auf den wenigen Seiten sehr schön dargestellt. 

Es ist wirklich erstaunlich, wie ein kleiner Hase auf so wenigen Seiten so viel Unsinn anstellen kann. Hier wird anschaulich herausgearbitet, dass ein Haustier nicht nur Freude bereitet sondern vor allem auch viel Verantwortung mit sich bringt und welche Fragen man sich vorab stellen muss. Natürlich geschieht dies kindgerecht, und Erwachsene sollten in manchen Punkten etwas weiter denken. Aber hier geht es vor allem darum, Kindern zu zeigen, warum die Eltern nicht sofort in das nächste Tierheim flitzen, um eine Katze oder einen Hund zu holen, sondern warum sie es sich sehr genau überlegen. Das Kind wird in die Verantwortung genommen, gemeinsam mit der Familie darüber nachzudenken: wie teuer sind Futter und Tierarzt? Gibt es jemanden, der vielleicht allergisch ist? Wieviel Zeit braucht man für die Pflege und Betreuung? Was benötigt das Tier alles? Hat man genügend Platz in der Wohnung? Wie alt wird so ein Tier? Wohin damit im Urlaub? 

Für Eltern, deren Kinder nach einem Tier fragen, ein wirklich hilfreiches Büchlein, um angeregt durch die Geschichte sinnvoll und zielführend eine Anschaffung zu planen. Aber auch auch, wenn ich keine Kinder habe, und auch, wenn ich mir der Probleme der Anschaffung eines Tieres bewusst bin - ich fand den kleinen Comic trotzdem klasse. Rocky und seine Freunde sind mir auf den wenigen Seiten, die ich in beiden Büchlein gelesen habe, sofort ans Herz gewachsen. Ich freue mich auf weitere Abenteuer :-)

SaschaSalamander 30.09.2013, 09.09 | (0/0) Kommentare | PL

Auf den Spuren des Marsupilami

Keine Rezension, aber ich muss wenigstens kurz auf den Film aufmerksam machen. Man hat hier einfach zu wenig davon gehört, und das finde ich schade, denn er hat wirklich ein paar Fans verdient und ist es wert, hier erwähnt zu werden. 

Ich schätze, viele von meinen Lesern kennen die Abenteuer des Marsupilami, Spin-Off bzw Teil der frankobelgischen Comics um Spirou und Fantasio. Es gibt eigene Comics zu diesem niedlichen Tierchen, auch eine Zeichentrickserie, und seit 2012 auch einen Realfilm. Dessen Handlung ist ziemlich simpel: 

Klappentext: Reporter Dan Geraldo könnte mal wieder einen Quotenhit vertragen, sonst gibt die neue Direktorin seinen Sendeplatz einem anderen. Im lateinamerikanischen Palumbien soll eine kryptozoologische Rarität der Entdeckung harren. Weil das Marsupilami unendlich alt werden soll und auf Schätzen hockt, interessieren sich neben allerhand anderen Gaunern auch die Kosmetikindustrie und der autoritäre Staatschef dafür. Der Reporter und sein einheimischer Führer, der liebenswerte Trickdieb Pablito, geraten prompt in allerhand Turbulenzen.

Wirklich grandios ist die Umsetzung der Handlung nicht. Was aber hervorragend umgesetzt wurde ist der comicartige Stil und der entsprechende Humor. Stellenweise ziemlich albern, sehr viel Slapstick, aber gleichzeitig mit soviel Wärme dargestellt, dass man über manchen billigen Gag hinwegsieht und einfach nur kindlich offen lachen kann. Unrealistische Soundeinspielungen, verrückte Superkräfte, witzige Kampfszenen, Erwachsene die sich zum Affen machen und Kinder die weit vernünftiger sind als die Großen. Und inmitten von allem das Marsupilami, das SO niedlich aussieht, dass man es einfach nur dauerknuddeln möchte. 

Was für mich einen ganz großen Reiz des Filmes ausmacht, ist die Animation und die optisch gewaltige Darstellung. Sowohl die Requisite als auch die Kostüme wurden mit viel Aufwand inszeniert, die Macher haben viel Liebe in die Details gesteckt, seien es nun die für die Reportage gefakten wie auch die echten Kostüme der Paja, die Kulisse im Regenwald, die Statuetten, die Städte. Von der CGI, der Computergrafik, ganz zu schweigen. Die Haare sind einzeln zu erkennen und so realgetreu animiert, dass man das Tier, wäre es nicht so quietschgelb und overcute, für echt halten könnte. 

AUF DEN SPUREN DES MARSUPILAMI hätte es verdient, in Deutschland etwas bekannter zu sein. Neben vielen anderen Comicverfilmungen kann es bedenkenlos bestehen und hat das Original sehr schön umgesetzt. Albern und verrückt, aber so liebenswert und herzlich, wie ich schon lange keinen Film in diesem Genre mehr gesehen habe ... 


SaschaSalamander 19.09.2013, 09.13 | (0/0) Kommentare | PL

Evies Garten

Klappentext: Seit die zehnjährige Evie ihre Mutter verloren hat, kommt ihr die ganze Welt kalt, grau und leblos vor. Der Umzug in eine neblige Kleinstadt mitten im Nirgendwo macht das alles nicht besser. In diesem seltsamen Ort liegt die neue Apfelplantage von Evies Vater, auf der nur alte, knorrige Bäume stehen, die nicht mehr blühen. Doch dann findet Evie einen Freund - Alex, der behauptet, ein Geist zu sein. Ist das wirklich möglich? Und gibt es einen Grund, warum die Stadt so kalt und grau ist? Evie und Alex entdecken das Geheimnis des Nebels und der leblosen Bäume ... 

EVIES GARTEN ist ein Kinder- und Jugendroman, der jedoch auch älteren und erwachsenen Lesern sehr gut gefallen wird. Er erzählt davon, wie die Protagonisten mit dem Verlust eines geliebten Menschen umgehen. Tod, Verlust und Trauerbewältigung ist ein allgegenwärtiges Thema. Da gibt es zum Beispiel die alte Maggie, deren Bruder Rodney kürzlich gestorben ist und dessen Geheimnis sie nun an Evie übergeben soll. Auch Alex trägt eine schwere Bürde mit sich, die gegen Ende des Buches zu einem spannenden Twist wird. Und als Maggie aus ihrer Kindheit erzählt, handelt auch diese von sehr viel Trauer, Trennung, gebrochenen Versprechen und Menschen, die plötzlich einfach verschwinden. 

Obwohl das Thema sehr ernst ist, verspricht das Buch Hoffnung. Es ist traurig, auch ein wenig schwermütig, aber es nimmt den Leser an die Hand und spendet Trost. Es zeigt, dass es in Ordnung ist zu trauern, und es zeigt, welche Methoden Menschen dabei anwenden. Man klammert sich zum Beispiel an Gegenstände, Fotos, Gerüche, oder man vergräbt sich in Arbeit, verliert vielleicht sogar die Freude am Leben, vergisst die Menschen um einen herum, man verliert den Glauben an Magie und das Schöne im Leben, sehnt sich vielleicht sogar selbst nach dem Tod. 

Aber das Buch zeigt, dass es einen Ausweg gibt, nämlich das Leben selbst. Alle Betroffenen geraten in EVIES GARTEN an den Punkt, wo sie sich entscheiden müssen, was ihnen wichtiger ist - die Arbeit oder die Mitmenschen ... der Tod oder das Leben ... die Depression oder die Hoffnung. Nein, es ist kein leichter Weg, und es wird hier niemals verharmlos oder als einfach dargestellt. Es ist schwierig, und es tut weh, und es kommt nicht über Nacht. Aber es ist möglich. Es gibt Hoffnung, und jeder darf sie in diesem Buch finden, egal wie der Verlust aussah, und egal wie er / sie den Verlust zu kompensieren versuchte ... 

Ich bin im Nachhinein begeistert und berührt, wie sensibel alles umgesetzt wurde. Es sind sehr tiefgreifende Inhalte, und es werden elementare Fragen angesprochen, jedoch auf eine Weise verpackt, dass auch Kinder sie verstehen und diskutieren können. 

Abgesehen von diesen Elememten beinhaltet das Buch auch ein wunderschönes Märchen vom Wünschen, Sehnen, Hoffen. Es erzählt vom Garten Eden, den jeder in sich trägt. Auch gefällt mir, dass das Buch auf verschiedene Weise interpretiert werden kann. Ist es nun Fantasy, oder ist alles realistisch erklärbar? Da wird wohl jeder Leser seine eigene Wahrheit darin sehen, Kinder eine andere als Erwachsene, Träumer eine andere als Realisten. 

Für Erwachsene ist das Buch einfach nur wunderschön, um es an einem gemütlichen Abend zu lesen, dazu ein warmer Tee und ein bisschen SoulFood. Für Jugendliche zum Selberlesen. Die Kapitel sind kurz, die Sprache ist sehr einfach, sodass es auch ideal zum Vorlesen ist. Gerade für jüngere Kinder ist das Buch perfekt, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen, etwa wenn sich kürzlich ein Todesfall ereignet hat oder bald zu erwarten ist. Es wird dem Leser leicht gemacht, sich in Eva und Alex hineinzuversetzen, sodass es ermöglicht wird, eigene Gefühle (auch die negativen, wie womöglich Todessehnsucht, Angst, Hoffnungslosigkeit) auf die Protagonisten zu übertragen und auf diese Weise darüber zu reden, aus sich herauszukommen und es gemeinsam mit dem vorlesenden Elternteil zu verarbeiten. 


SaschaSalamander 18.09.2013, 08.39 | (0/0) Kommentare | PL

Wir lieben die Freiheit

ROCKY UND SEINE BANDE ist eine neue Comicreihe für Kinder, die neben sympathischer Unterhaltung für die Kleinen auch viel Gesprächsanregungen beinhaltet. Mir waren die einfachen, stilisierten Zeichnungen auf dem Cover sofort sympathisch, und die Idee dahinter gefiel mir. Also habe ich mir die ersten beiden Bände einmal angesehen und möchte sie Euch nun nicht nur vorstellen, sondern auch gerne ans Herz legen. 

Autor der Reihe ist Stephan Valentin, der bereits mehrere Ratgeber für Eltern veröffentlichte und für sein Werk "Vielfarben" mit dem >Bettina-von-Arnim-Preis< für Kurzgeschichten ausgezeichnet wurde

Jean-Claud Gibert dürfte vielleicht nicht dem Namen nach, aber auf jeden Fall mit seinen Werken, all meinen Lesern hier bekannt sein: er illustriert Kinderbücher, und unter anderem auch den kleinen Elefant >BABAR<.

Rocky ist ein süßer Hund, der mit seinen menschlichen Freunden Abenteuer erlebt. Im ersten Band WIR LIEBEN DIE FREIHEIT besuchen die Freunde einen Zoo, und Rocky wartet mit der fußkranken Oma draußen im Park. Doch heimlich schleicht sich Rocky auf das Gelände, wo er all die eingesperrten Tiere sieht. Er freundet sich mit der alten Elefantendame an und erfährt, dass sie so gerne zurück nach Afrika möchte. Rocky will ihr helfen, aber wie soll man einen Elefanten heimlich aus dem Zoo schmuggeln? 

Ich bitte um Verzeihung, falls jemand das Folgende als Spoiler empfindet. Ich denke, da es für sehr junge Kinder gedacht und so kurz ist, kann ich direkt auf das gesamte Büchlein eingehen ;-)

Der Comic ist sehr klein und dünn, und ich war skeptisch, wie man eine ausreichende Handlung auf so wenigen Blättern transportieren konnte. Aber es ist möglich und wirklich herzallerliebst! In nur sehr wenigen Bildern gelingt es dem Autorenteam, die einzelnen Freunde mit ihren unterschiedlichen Charakteren darzustellen und nebenbei sehr viel Gesprächsgrundlage einzubinden. Der kluge Zoowärter, der freche Tim, die niedliche Rosalie, die schlaue Mia, der genäschige Enzo, der freundliche Lehrer. Klassische Stereotype, die aber sehr sympathisch umgesetzt wurden und den Kindern flink als Identifikationsfiguren dienen können und in denen jeder seine Klassenkameraden wiedererkennt. 

Auf nur 46 sehr kleinen Seiten (kleiner als Din A 5) mit maximal vier Panels lernt man die Charaktere kennen, macht Rocky einen Streifzug durch den Zoo, erfährt man viel Wissenswertes über verschiedene Tierarten und eine menschenverachtende Weltausstellung 1931, führen die Kinder ein Gespräch mit ihrem Lehrer, wird ein Fluchtplan ausgeheckt, der Elefant befreit und wieder eingefangen, führen die Kinder zu Hause Gespräche über Rockys seltsame Verhalten seit dem letzten Zoobesuch, gibt es letztendlich ein Happy End. Wow, das klingt, als wäre alles komplett gedrückt und gequetscht, aber in keinem Moment hatte ich das Gefühl, dass da etwas zusammengestaucht wurde. 

Der Autor hat die Geschichte auf seine wesentlichen Elemente reduziert und ermöglicht es dadurch, dass die Aussage auch wirklich den Kern trifft. Nämlich die Frage nach Freiheit. Es geht nicht nur um Freiheit und Gefangenschaft sondern auch die Freiheit des Denkens und Handels. Und die Frage, wo diese endet, nämlich dort, wo die Freiheit und das Recht des anderen eingeschränkt wird. So beschrieben, dass auch junge Kinder es begreifen und mit ihren Eltern oder Lehrern darüber diskutieren können. 

Die Zeichnungen sind im Gegensatz zu Comics für Erwachsene sehr simpel gehalten, recht vereinfacht und niedlich, genau richtig, um nicht vom Thema abzulenken und Kinder nicht zu überfordern. 

Natürlich ist da noch die wichtige Frage, ob ein Zoo nun gut oder schlecht ist, ob man Tiere einsperren darf oder nicht. Diese Frage kann so einfach nicht beantwortet werden, und ich finde es gut, dass hier nicht gewettert wurde "alle Zoos sind böse" oder verharmlost "ein Zoo ist wichtig für die Arterhaltung, also ist er gut", sondern ein schönes Gleichgewicht gehalten zwischen beiden Optionen. Das sind dann weiterführende Inhalte, die Eltern gerne vertiefen können und die sich ältere Kinder dann auf jeden Fall stellen werden, während sie diesen Comic lesen. 

Am Ende des Büchleins finden sich drei Seiten mit Informationen, die das Thema nicht im Comicstil bearbeiten sondern alles noch einmal sachlich aufarbeiten und erklären. 

Ich hatte mich zwar auf den Comic gefreut, aber am Ende war ich wirklich erstaunt, wie präzise und warmherzig Autor und Zeichner die Inhalte für die jungen Leser aufzeigen konnten. Eine ganz klare Empfehlung für die Jüngste und deren Eltern :-)

SaschaSalamander 17.09.2013, 08.42 | (0/0) Kommentare | PL

Marko Simsa - Karneval der Tiere

>Marko Simsa<, das ist für mich gleichbedeutend mit "klassische Musik für Kinder". Er bringt Kindern Musik näher, spielerisch und lehrreich vermittelt er Kenntnis über Instrumente, Musikstile und einzelne Werke. In meiner Kindheit kannte ich ihn leider noch nicht, lernte seine CDs erst als Erwachsene kennen. Aber wannimmer ich etwas von ihm höre, möchte ich wieder Kind sein und staunend in die Wunder der Musik eingeführt werden. 

Daher freute ich mich über die Neuauflage des >KARNEVAL DER TIERE< von Camille Saint-Seans, eine meiner liebsten symphonischen Dichtungen. Schon als Jugendliche habe ich den Karneval gehört (leider ohne Beschreibung zu den Inhalten, doch die Musik sprach für sich), es als Erwachsene gelegentlich wieder aufgelegt. Ganz zu schweigen davon, dass manche der Melodien uns im Alltag begleiten, ob nun Werbung, Handydudel oder TV-Untermalung (oder man denke gar an die Jojo-Flamingos aus Disneys Fantasia). 

Die Musik des KARNEVAL DER TIERE spricht eigentlich für sich. Wenn man den Marsch der Löwen hört, dann sieht man sofort die majestätischen Tiere mit ihrer prachtvollen Mähne, hört ihr Gebrüll. Beim Aquarium sieht man die bunten Fische vor dem geistigen Auge, hört die perlenden Bläschen nach oben steigen. Der Schwan mit seinen anmutigen Bewegungen, der lautlos über das Wasser gleitet und all die anderen Szenen, eigentlich bedürften sie gar keiner Erklärung. 

Doch um es für Kinder verständlicher zu machen und sie spielerisch zu animieren, erzählt Simsa dazu eine quirlige Geschichte. Die Affenkinder begleiten den Umzug, freunden sich mit anderen Tierkindern an, beteiligen sich an dem großen Marsch, es ist eine wahre Freude, die kleinen Texte zwischen der Musik zu hören, und ich war oft versucht, mitzumachen, wenn die Kinder angeregt werden, ebenso zu brüllen wie der Löwe, zu hüpfen wie das Känguru. Die Kuckucks wurden als Versteckspiel gehalten, sie haben sich im Wald in den Bäumen verborgen, und das Spiel besteht darin, sie alle zu finden, wenn sie "Kuckuck" rufen. Na, wie viele Kuckucks verstecken sich im Wald? ;-)

Eine kleine Änderung wurde vorgenommen, aber die begrüße ich von Herzen: die Fossilien fand ich schon als Kind seltsam. Was haben tote Gebeine zwischen all den lebendigen Tieren zu suchen? Die Vorstellung, wie irgendwelche Knochenablagerungen tanzen und marschieren, finde ich auch heute noch seltsam. Statt dessen hat man hier die Affen auf ihrem selbstgebastelten Xylophon spielen lassen, das passt hervorragend zur restlichen Geschichte und ist auch nachvollziehbarer, greifbarer.

Die Musik geht ins Ohr, die Erzählung ist witzig. Und wenn man fertig ist mit dem letzten Track, spielt man die CD wieder von vorne. Während das bei anderen Titeln wohl schnell lästig wird, dürften Eltern sich in diesem Fall nicht daran stören, denn Marko Simsa kann man tatsächlich immer wieder anhören, seine Stimme klingt angenehm und unaufdringlich, die Musik wird im Gegensatz zu so mancher Kinderkassette nicht nervig. Mit anderen Worten: diese CD gehört einfach in jedes Kinderzimmer. Und wenn man Spaß an kindlicher Freude an dieser Form von Musik hat, dann gehört sie auch in das Regal von Erwachsenen ;-)


SaschaSalamander 16.09.2013, 08.31 | (0/0) Kommentare | PL

Chi´s sweet home

Auf der Suche nach einem Geschenk für einen Katzen- und Mangafan stieß ich kürzelich auf CHI´s SWEET HOME. LOVELESS mit Catboys war schon bekannt, WHAT´s MICHAEL haben wir schon im Haus, GARFIELD haben wir auch alles durch, SIMON´S CAT haben wir auch haufenweise im Regal, und auch sonst sind wir mit Katzenzeugs haufenweise eingedeckt. Mir persönlich schon etwas zuviel Katze irgendwann, aber ich gebe zu, Chi hat mein Herz im Sturm erobert ;-)

CHI´S SWEET HOME erzählt von einer kleinen Katze, die bei einem Spaziergang den Anschluss an ihre Mama verloren hat und nun hilflos durch die Straßen irrt. Da trifft sie den kleinen Yohei, der sie findet und mit nach Hause nimmt. Eigentlich darf Familie Yamada keine Katzen in der Wohnung halten, doch alle Versuche, einen Abnehmer für das niedliche Tierchen zu finden, sind vergeblich. Also darf Chi, wie die kleine Dame genannt wird, letztendlich bei ihrer neuen Familie bleiben. Dort erlebt sie viele Abenteuer, die ihr kleines Kätzchenleben ganz schön durcheinanderwirbeln. 

Für 13,95 Dollar ist der Manga nicht gerade billig, in Deutschland ist er noch nicht erscheinen. Englischkenntnisse sind also Pflicht (wobei man vieles auch ohne Text verstehen dürfte, die Bilder sind sehr aussagekräftig). Aber immerhin ist Manga komplett koloriert, da lohnt sich die Investition schon wieder. Auch ist die Reihe bereits abgeschlossen, 9 Bände hat die komplette Serie. 

Der Manga wurde seit 2004 in Japan in einzelnen kleinen Kapiteln veröffentlicht. Seit 2008 darf Chi auch über den Bildschirm tollen, in kleinen Episoden von gerade einmal 3 Minuten. Aber, ehrlich gesagt, ich glaube, mehr wäre auch eine Überdosis, es ist einfach ZU niedlich und herzerweichend!

Die Zeichnungen sind allerliebst. Es ist so niedlich, dass man das kaum beschreiben kann, trotzdem gehört es nicht in die "Karies"-Fraktion sondern besticht einfach durch den Charme und das fluffige Aussehen des Kätzchens. Die geschilderten Szenen dürften allen Katzenhaltern durchaus bekannt sein: wenn das Kätzchen erst mit den Schuhen spielt und dann darauf einschläft. Das Spiel mit Flummis. Der schreckliche Gang zum Tierarzt. Das Angewöhnen an das neue Katzenklo und viele weitere Momente. Witzig auch der Vergleich zwischen Chi und Yohei, beides noch Kinder, die vieles im Leben erst lernen müssen und viele ihrer Entwicklungsschritte gemeinsam durchleben. 

Die Sprache ist einfach zu verstehen, auch mit geringen Kenntnissen der englischen Sprache. Allerdings muss man ein wenig "um die Ecke" denken, da sehr viel lautmalerisch gehalten ist, ähnlich den >LolCats<, etwa "oh my gawd" (oh my god) oder "Let´s pway" (lets play), wodurch natürlich kindliche Sprache symbolisiert werden soll, die es nochmal einen Tick niedlicher macht als sowieso schon. 

Eine durchgehende Handlung hat der Manga weniger, man könnte auch gut einzelne Kapitel vertauschen, ohne dass es auffiele. Ich weiß nicht, ob Chi im Laufe der 9 Bände so jung bleibt oder das Leben des Kätzchens vorangeht und das Tier älter wird, kann also nur den ersten Band beschreiben. 

Für Katzenfans ist der Manga ein ab-so-lu-tes MUSS in jedes Regal. Für alle anderen empfehle ich, vorher mal einen kleinen Blick hineinzuwerfen, denn es ist schon seeeeehr katzenlastig. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand nicht von Chi begeistert sein könnte, dieses kleine Tierchen dürfte wirklich JEDES Herz erweichen! 

Googelt mal ein wenig nach Bildern und Videos, da werdet Ihr ganz schnell fündig und süchtig ;-)


SaschaSalamander 16.08.2013, 08.42 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

House of Secrets 01

Nach dem beruflichen Abstieg des Vaters müssen Brendan, Eleanor und Cordelia mit ihren Eltern umziehen. Sie sind wenig begeistert von der Situation, doch das neue viktorianische Haus weckt sofort ihre Neugier. Sie ahnen nicht, was ihnen bevorsteht: nach einem dramatischen Angriff der Windfurie werden die Geschwister zusammen mit dem Haus herumgewirbelt und von einem fantastischen Schauplatz an den nächsten befördert. Aufregende Abenteuer stehen ihnen bevor, als die Wilden Horden aus einem Buch lebendig werden, als ein Militärpilot aus einem anderen Roman sich ihnen anschließt, als Skelette zum Leben erwachen, Riesen das Haus bedrohen und Piraten angreifen. Werden die Kinder wieder nach Hause kommen?

Eine Geschichte, die sofort unzählige Erinnerungen weckt: ZAUBERER VON OZ, JUMANI / ZATHURA, TINTENHERZ; NARNIA, SPIDERWICK, FABELHEIM, GEHEIMNIS DER 1000 PFORTEN. Die Reihe ließe sich sicher noch lange fortsetzen. Aber das macht nichts, denn es ist ein gutes Grundrezept, das sich bisher immer bewährt hat: Kinder geraten in eine fremde Welt, in der sie spannende Abenteuer bestehen müssen. Das bietet sehr viel Raum für Fantasie, Szenenwechsel und jede Menge Spannung, und genau deswegen liebe ich solche Titel. 

Chris Columbus weiß als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor seine Zuschauer in Filmen wie KEVIN ALLEIN ZU HAUS, NACHTS IM MUSEUM, HARRY POTTER, MRS DOUBTFIRE, DER 200 JAHRE MANN, PERCY JACKSON, GREMLINS, GOONIES zu verzaubern, und ich war neugierig, was er nun als Romanautor erschaffen würde. Immerhin haben viele seiner Filme mich schon von Kind an begleitet und stehen heute als Favoriten in meinem Regal. Und wie erwartet, er weiß was die jungen Leser wollen: Action, Spannung, mitreißende Szenen und knallbunte Effekte. 

Gut, im Buch lassen sich knallbunte Effekte nicht so gut umsetzen wie im Film, aber ihm gelingt es ganz wunderbar, die Szenen realistisch und greifbar zu schildern, sodass man sofort die passenden Bilder im Kopf hat (ich musste oft an HOOK von Spielberg denken, ebenso bildgewaltig stellte ich mir die Kulisse in HOUSE OF SECRET vor). Er wirbelt von einem Schauplatz zum nächsten und lässt dem Leser kaum Zeit zum Verschnaufen, hält die Spannung dauerhaft aufrecht, die Kamera (Erzählperspektive) immer perfekt gesetzt, schwenkt von einem Charakter zum nächsten und ermöglicht dadurch gelungene Szenenwechsel und die Identifikation des Lesers mit verschiedenen Figuren. 

Es steckt sehr viel Kreativität und Abenteuerlust in HOUSE OF SECRETS, ich war überrascht und angetan, welche scheinbar nicht zusammengehörigen Elemente sich so stimmig verbinden lassen. Ein Pilot aus dem Weltkrieg, ein Hausmädchen, Piraten, bärbeißige Reiterhorden, ein Riese, Sturmkönig und Windfurie, Abenteuer, Urban Fantasy und High Fantasy kunterbunt gemischt. Die Vielfalt, die ungewöhnlichen Ideen und mitreißenden "Actionszenen" sind die große Stärke des Buches, ich hätte es als Kind / Jugendliche geliebt und wäre absolut begeistert gewesen, hätte es vermutlich immer und immer wieder gelesen bzw gehört. 

Stefan Kaminski als Sprecher ist die perfekte Wahl, denn er ist eine lebende One-Man-Show. Ob alte Frau, knurriger Pirat, Gentleman, Womanizer, Sturmkönig, das kleine Mädchen, er hat sie alle in seinem Repertoire. Ihm gelingt es, die Atemlosigkeit des Buches 1:1 umzusetzen und alles zum Leben zu erwecken. 

Aber wer mich kennt und meine Rezensionen aufmerksam liest merkt, dass ich hier sehr distanziert beschreibe. Das liegt daran, dass das Buch mich rein sachlich absolut begeistert hat in seiner Machart, und dass ich es aus vollem Herzen jungen Lesern empfehlen möchte. Mir selbst ist es allerdings zu schnell, zu dicht. Aber das ist ein subjektiver Eindruck, denn auch Filme wie Madagaskar oder Bücher wie Percy Jackson sind mir zu vollgepackt und zu hektisch, trotzdem weiß ich deren Machart zu schätzen und verstehe die Begeisterung anderer Zuschauer / Leser. 

In HOUSE OF SECRETS erwarten den Leser also weniger die etwas ruhigere Fantasy von OZ oder der TINTENTRILOGIE als vielmehr die Nonstop Action von JUMANJI (das ich als Kind sehr geliebt und in Dauerschleife angesehen habe) und NACHTS IM MUSEUM. Genau richtig für kleine Abenteurer. Und auch, wenn ich viele kritische Stimmen gelesen habe, die der Ansicht sind, dass manche Szenen zu dramatisch für Kinder sind: ich bin der Ansicht, dass Eltern Kinder sowieso nicht einfach irgend etwas zum Konsum in die Hand drücken sondern bis zu einem gewissen Alter das Buch oder den Film vorab prüfen sollten. Und dann können die Eltern entscheiden, ob lebende Skelette oder das Herausoperieren von Pfeilspitzen aus dem Körper zu brutal sind oder das Kind damit umgehen kann. Denn jedes Kind ist anders ;-)

Zum Abschluss also: ein wunderbares, actionreiches Buch, in dem Chris Columbus alle Register der Blockbuster-Unterhaltung zieht und wirklich nichts auslässt. Wer es gerne etwas ruhiger mag, ist hier vermutlich schnell überfordert. Aber wer es bunt, abenteuerlich und wild liebt, der kommt hier voll auf seine Kosten!


SaschaSalamander 14.08.2013, 09.09 | (0/0) Kommentare | PL



 






Einträge ges.: 3391
ø pro Tag: 0,7
Kommentare: 2746
ø pro Eintrag: 0,8
Online seit dem: 21.04.2005
in Tagen: 4810