SaschaSalamander

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Shall we dance

CoverBei Asiafilmen denken die meisten Zuschauer vor allem an Martial-Arts Techniken (Tiger and Dragon, Hero) oder Horror wie (The Ring, The Grudge, Dark Water). Inzwischen gibt es aber immer mehr Filme, die Anklang beim westlichen Publikum finden. Vor einiger Zeit war bei uns der Film "darf ich bitten" mit Richard Gere" in den deutschen Kinos zu sehen. Das Original hierzu stammt aus Japan und heiß eigentlich "Shall we dance".

Shohei Sugiyama ist Büroarbeiter, er hat eine kleine Familie und ein eigenes Haus. Eigentlich müsste er zufrieden sein. Jeden Tag, wenn er mit der Bahn nach Hause fährt, sieht er eine hübsche Frau am Fenster einer Tanzschule stehen, sie beschäftigt ihn. Um sie näher kennenzulernen, meldet er sich für einen Kurs an. Seine Frau weiß nichts davon, doch wenn er nach Hause kommt, scheint er sehr zufrieden, an seinem Hemd ist der Geruch nach fremdem Parfum. Sie engagiert einen Privatdetektiv, der ihn beschatten soll.

Es ist vorab anzumerken, dass der Gesellschaftstanz in Japan anders angesehen wird als bei uns. Dort ist es unschicklich, wenn Mann und Frau sich in der Öffentlichkeit so eng umschlingen, sich miteinander bewegen. Sogar bei Ehepaaren gilt es als ungehörig. Dies ist auch der Grund, weshalb Sugiyama seiner Frau diese Leidenschaft verschweigt.

"Shall we dance" ist eine Komödie, die mir einen gemütlichen Nachmittag zu zweit beschert hat. Nicht zu oberflächlich, ohne Schnulz und Kitsch, aber dennoch amüsant und gut verdaulich. Da es auch viele längere und aussagekräftigen Szenen ohne Dialoge gibt, kann der Zuschauer selbst interpretieren, wodurch der Film an Tiefe und Inhalt gewinnt. Es gibt außerdem einige komischen Nebencharaktere, die vor allem im Bildhintergrund für ein herzhaftes Lachen sorgen. "Beschwingt" trifft die Grundstimmung sehr gut, jedoch erfreulicherweise ohne den typischen amerikanischen Style. Die Schauspieler glänzen nicht wie Richard Gere oder Jennifer Lopez mit ihrem Aussehen, sondern durch menschliche Wärme und Natürlichkeit.

Das Remake habe ich noch nicht gesehen, werde es mir aber die nächsten Tage in den DVD-Player legen. Ich bin gespannt, ob der Film wie viele anderen Remakes 1:1 übernommen wurde oder es einige Abwandlungen gibt. Aber nach diesem schönen Original wird Richard es bei mir als Fan des Asia-Filmes schwer haben ;-)

SaschaSalamander 23.09.2005, 09.17 | (0/0) Kommentare | PL

Gevatter Tod

Pratchett. Meister des Funny Fantasy. Es gibt einige Ausnahmen in seinen Büchern, aber meist kann ich nicht genug von ihm bekommen. Das Buch, das mich damals so richtig von ihm überzeugt hatte, war "Mort". "Mort" ist die Comicvariante des Buches "Gevatter Tod". Gespannt, wie das Buch dazu sei, las ich es und war begeistert. Manche Dialoge kann ich fast auswendig, so genial sind sie. Deswegen war ich auch gespannt auf das Hörspiel. Es interessierte mich vor allem, wie stark gekürzt wurde (ob meine Lieblingspassagen enthalten sein würden?), wie man es als Hörspiel umgesetzt hatte, wie der Tod klingen würde.

Mort findet keine Arbeit, niemand will den ungeschickten Träumer einstellen. Doch dann erscheint TOD und sucht einen Lehrling. Mort lernt viel von seinem Meister. Und bald ist er soweit, auch ohne dessen Begleitung seine Aufgaben zu erfüllen. Während Mort seine Aufgabe vermasselt, genießt TOD seine freie Zeit und vergisst seine Pflichten. Die Scheibenwelt gerät in große Gefahr, und nur ein wirklich mächtiger Magier kann helfen ... aber der hat andere Pläne.

Doch. Das Hörspiel hat mir sehr gefallen. Dass natürlich auch manche meiner Lieblingsdialoge geschnitten wurden (klar, ein ganzes Buch auf zwei CDs geht kaum) hatte ich erwartet, und es war okay. Der Schnitt wurde gut angesetzt. Die Sprecher wechseln sich als Erzähler ab, oft nach nur ein oder zwei Sätzen, was äußerst ungewohnt ist aber super zu dem Buch passt. Es wurden sogar eigene Songs komponiert! Das Eingangslied des Todes gefällt mir recht gut, auch die anderen sind nicht übel in Rhythmus und Melodie. Allerdings stört mich der Text stellenweise etwas dabei, es erinnerte mich vom platten Niveau her irgendwie an den Disney "Hercules".

Anfangs empfand ich Peer Augustinskis (Synchro Robin Williams und Dschinn aus Aladdin) Stimme als unpassend für den Tod, denn sie hat einen hellen Ton, der wenig eindrucksvoll oder gar WIE GROSSBUCHSTABEN (so spricht der Tod in Pratchetts Büchern) klingt. Aber die Dramaturgen haben da tolle Arbeit geleistet und die Stimme mit einer zweiten, nämlich seiner eigenen und tiefer gemixten Stimme, unterlegt. Und das wirkt dann doch sehr gewichtig und geheimnisvoll.

Zwei CDs, während der Hausarbeit gehört. Das dritte Mal, dass ich mir "Gevatter Tod" zu Gemüte geführt habe. Es ist und bleibt mein bisheriges Lieblingsbuch von Terry :-)
Und weil ich die Zeichnungen immer so toll finde, hier das geniale Buchcover dazu, wegen der vielen Einzelheiten etwas größer als meist in diesem Blog üblich.




SaschaSalamander 16.09.2005, 13.23 | (0/0) Kommentare | PL

Die unsichtbare Pyramide

Die unsichtbare Pyramide. Ein Buch, das mir dicker scheint als die anderen Werke von Isau, die ich bisher gelesen habe. Als ich mir dann die Inhaltsangabe durchlas und im Buch blätterte, sah ich auch den Grund dafür: Eigentlich sind es drei Geschichten, die sich erst gegen Ende der Handlung zu einer einzigen zusammenfügen. Und weil das Buch nicht nur dick, sondern auch wirklich beeindruckend ist, wird diese Rezension wieder etwas länger ;-)

Das Universum wurde gespalten in drei Teile. Nun besteht das Triversum aus der (uns bekannte) Erde, Trimundus (welches an alte keltische Dörfer erinnert) und Anx (vergleichbar einem hochmodernen Ägypten). Als die Wellen der drei Welten sich gegenseitig berühren, kommt ein Kind auf die Welt, das über besondere Fähigkeiten verfügt. Und weil die Geburt an einem heiligen Ort stattfand, wird dieses Kind auch in den anderen beiden Welten geboren. Das Triversum droht zu zerbrechen, dunkle Mächte wollen die Macht an sich reißen. Nur diese drei Kinder haben die Möglichkeit, mit ihren gemeinsamen Kräften die Welt(en) zu retten.

Francesco wird von einem Franziskaner-Pater im Klostergarten gefunden und im Orden der Brüder aufgezogen. Er lebt im Glauben an Gott und die heilige Kirche, doch bald kommen erste Zweifel. Als ein Stigma auf seiner Wange auftaucht, beginnt er die seltsamen Kräfte in sich zu spüren. Doch noch kann er sie nicht kontrollieren, er ist zerrissen zwischen der Kirche und seinen neuen Erkenntnissen. Er verliebt sich in ein Mädchen, das sich als seine Nichte herausstellt. Gemeinsam mit seinem leiblichen Bruder macht er sich auf, das Geheimnis der drei Welten zu lüften.

Trevir wird von einem Bauern bei der heiligen Quelle im Feenwald gefunden. Schwarze Reiter dringen in das Dorf und suchen nach dem Feenkind, können es jedoch nicht finden. Die Brüder eines geheimen Ordens finden das gesuchte Kind der Prophezeiung und ziehen ihn bei sich im Orden auf. Trevir glaubt an Feen, Götter und Magie, er lernt seine Kräfte bald zu kontrollieren und einzusetzen. Er verliebt sich in ein Mädchen, das den Mannen seines erbitterten Feindes dienst. Er kann sie befreien, und gemeinsam machen sie sich auf, gegen den dunklen Herrscher zu kämpfen, der Trimundus zerstören will.

Topra ist das uneheliche Kind des Pharaos und seiner Konkubine. Er wird ausgesetzt und von einem Seemann auf dessen Schiff gefunden. Er wächst auf dem Meer auf und entdeckt bald seine wundersamen Kräfte. Unterwegs in vielen Ländern, muss er seine Kräfte unterdrücken, um als Fremder kein Aufsehen zu erregen. Doch bald lernt er die Kräfte zu kontrollieren. Er verliebt sich in die Braut des Prinzen. Er kann sie befreien, und gemeinsam machen sie sich auf, den Pharao zu töten, der das Volk unterdrückt.

Drei Geschichten, die sich ähneln. Ich finde es eine faszinierende Idee, eine Grundidee zu nehmen und auf dieser drei Lebensläufe zu weben, die sich in fast allen Punkten ähneln, aber dennoch verschieden genug sind, eine eigene, für sich spannende Geschichte zu bilden. Der Leser wird nicht durch drei gleichartige Erzählungen gelangweilt, sondern kann geschickt die unterschiedlichen Erkenntnisse der drei Jungen vergleichen und seine eigenen Schlüsse ziehen. Alle drei verfügen über die gleichen Gaben, wenden sie jedoch auf unterschiedlichste Weise an. Auch die Weltbilder und die Theorie über die in Trimundus wirkende Energie, genannt "Wellen" ist spannend: Es klingt wie drei verschiedene Ansätze, bei genauem Betrachten allerdings erkennt man, dass es lediglich drei verschiedene Erklärungsmodelle ein und desselben Sachverhaltes sind. Wirklich geschickt, wie Isau auf diese Weise drei scheinbar unabhängige Geschichten webt, ...

Und was mich besonders freute: Der Hauptcharakter meines Lieblingsbuches von Isau, "Der Kreis der Dämmerung", taucht ebenfalls auf. Eine nur kleine Szene, die jedoch bei Fans einen großen "Aha"-Effekt zurücklassen wird. Ich mag es, wenn Autoren kleine "Bonbons" in ihren Geschichten verstecken ;-)

Anfangs fand ich das Buch wirklich ... gewöhnungsbedürftig. Andreas hat es im Kommentar vor einiger Zeit wirklich treffend formuliert. Gewöhnungsbedürftig. Die anfangs kurzen, später immer seltener werdenden Sprünge zwischen den drei Welten sind etwas ungewöhnlich. Kaum hat man sich anfangs in einen Erzählstrang eingelesen, wird bereits der nächste Faden weitergesponnen. Ich muss zugeben, dass ich anfangs sogar einige Geschehnisse und Welten vermischte, nicht mehr so recht wusste, welchem der drei jungen Männer was geschehen war und wo ich anzuknüpfen hatte beim Beginn des neuen Kapitels. Aber das legt sich nach einigen Kapiteln und wird zu einem Buch, das wirklich einmal einen nicht allzu häufigen Aufbau präsentiert.

Durch den ungewöhnlichen Aufbau und weil das Buch doch recht dick ist, habe ich recht lange gebraucht, bis ich es zu Ende gelesen hatte. Aber es war spannend, und es hätte gerne noch weitergehen können. Denn ich wüsste zu gerne, wie es mit Francesco, Trevir und Topra und ihren Freunden weitergeht. Das offene Ende lässt eigentlich nur auf eine Fortsetzung warten ...

Das Motiv auf dem Cover nimmt eine wichtige Rolle im Buch ein und wird mehrfach erwähnt. Da es mir recht gut gefällt, hier ausnahmsweise wieder einmal ein größeres Bild :-)


SaschaSalamander 12.09.2005, 21.54 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Die geheimnisvolle Minusch

Cover
Bücher, Hörspiele, Filme, sie lösen meist Emotionen aus. Meistens bleibt man trotzdem ernst beim Lesen. Aber manchmal kann man gar nichts dagegen tun: Noch bevor das erste Wort in "Die geheimnisvolle Minusch" gesprochen wurde, zauberte die verschmitzt - fröhliche Musik ein breites Lächeln auf mein Gesicht.



Auf dieses Hörspiel stieß ich zufällig in der Bibliothek. Bisher habe ich noch nichts von der Autorin Annie M. G. Schmidt gehört. Inzwischen habe ich mich ein klein wenig im Web kundig gemacht. Sie war Kinderbuchautorin in Holland, eine niederländische Astrid Lindgren. 1995 nahm sie sich im Alter von 84 Jahren das Leben ...

Herr Tibbe ist Journalist für die Zeitung seiner kleinen Stadt. Er schreibt wunderschöne Artikel, doch leider keine Neuigkeiten, sondern immer nur über Katzen. Und Neuigkeiten sind es, die sein Chef von ihm lesen will, keine Katzen. Plötzlich trifft Herr Tibbe die seltsame Frau Minusch. Eigentlich ist sie eine Katze, doch nachdem sie aus den Mülltonnen einer Fabrik gefressen hat, ist sie nun auch teilweise ein Mensch. Sie sieht aus wie eine junge Frau, aber sie schnurrt, faucht und reagiert wie eine Katze. Außerdem kann sie mit Katzen reden. Herr Tibbe lässt sie bei sich wohnen, und dafür erzählt Minusch ihm die neuesten Neuigkeiten aus der Stadt. Seine Artikel werden ein voller Erfolg, er wird beliebt und macht die Menschen in seinem Umfeld glücklich. Doch bald passiert ein Skandal in der kleinen Stadt! Herr Tibbe hat jedoch keinerlei Beweise ausser den Aussagen der Katzen, und dieser Artikel könnte ihn seine Stelle kosten ...

Das Kinderbuch "die geheimnisvolle Minusch" wurde auch verfilmt. Zu gerne hätte ich den Film gesehen, und das Buch werde ich mir auf jeden Fall reservieren lassen. Das Hörspiel ist wundervoll. Begleitet von pfiffiger Klarinettenmusik, die wunderbar zu der besonderen Katzendame passt. Die Erzählerin klingt wie eine liebevolle Großmutter, die ihren Enkeln in trauter Runde ein Kinderbuch vorliest. Und die Sprecher sind so lebendig und realistisch, dass ich sie bildlich vor mir sehe. Vor allem der schüchterne Herr Tibbe, ein Katzenfreund, wie er im Laufe der Geschichte immer selbstbewusster wird. Und die kecke Minusch. Während sie spricht, sieht man ganz, ganz deutlich, wie sie sich dabei katzenhaft dehnt, wie sie faucht, schnurrt, ihre Hände wie Pfoten tatzt oder kratzt, wie sie vertrauensvoll ihren Kopf an Herrn Tibbe schmiegt ...

Die Geschichte ist herrlich ... der Alltag der Katzen - die streundende Schluderpuss und ihre sechs Jungen, der gepfegte Simon, der verwöhnte Fluff und alle anderen - wird plötzlich bedeutungsvoll für die Bürger der Stadt, als der Vorsitzende des Tierschutzverbundes in einen Skandal verwickelt wird. Und gemeinsam mit dem kleinen Mädchen Bibi verhelfen Herr Tibbe, Minusch und all die Katzen der Gerechtigkeit ein wenig auf die Sprünge.

Es mag vielleicht ein wenig seltsam klingen, wenn ich schreibe, dass ich durchweg nur gelächelt habe während diesem Hörspiel. Ein Gefühl von Unbeschwertheit und Kindheit vermittelt dieses Hörspiel, dass man den Alltag währenddessen komplett vergisst. Ich lag auf dem Bett, hatte die Augen geschlossen und musste lachen, als ich die Schluderpuss mit beiden Beinen im Lachsbuffet stehen sah, wurde wütend, als Herr Maas mit der Flasche auf sie einschlug, und wurde traurig, als Minusch wieder eine Katze werden wollte ... und öffnete die Augen zu einem fröhlichen Happy End. Selbst jetzt beim Schreiben musste ich teilweise wieder Grinsen, wenn ich mir die Stimme der Charaktere in Erinnerung rufe.

"Die geheimnisvolle Minusch" ist ein Kinderhörspiel, wie es leider viel zu wenige gibt. Liebevoll, offenherzig und geradlinig geht es in der Geschichte voran. Und Erwachsene sollten sich nicht schämen, ebenfalls ab und zu ein kleines Stück Kindheit zu genießen ... es muss ja niemand zusehen, wie man mit geschlossenen Augen auf dem Bett liegt und die Finger wie Krallen in das gemütliche Kissen gräbt, um es sich so richtig bequem zu machen ;-)

Einige Informationen über die Autorin gibt es übrigens >hier<
Die >Homepage< auf Niederl.und Engl. ist sehr schön gestaltet.

SaschaSalamander 07.09.2005, 16.21 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Derzeitige Lektüre

CoverDerzeit lese ich Tintenherz. Ich habe den Namen dieses Buches schon oft gehört, konnte aber nichts damit anfangen, wusste auch nicht, wer der Autor des Buches ist. Es fiel mir in der Bücherei auf, als ich bei Cornelia Funke (von der mir "der Herr der Diebe" bereits sehr gefallen hatte) nach weiteren Werken suchte.

Eines der Bücher, bei denen ich keinerlei Ahnung hatte, welches Genre oder welcher Inhalt mich erwarten würden. Daher bin ich positiv überrascht und freue mich schon darauf, Euch dieses Märchen im gemütlichen Erzählton vorzustellen;-)

SaschaSalamander 25.08.2005, 17.08 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Charlie Bone und die magische Zeitkugel

CoverDen ersten Teil von Charlie Bone habe ich bereits gelesen und davon >berichtet<. Auf den zweiten war ich sehr gespannt. Vor ein paar Tagen fiel er mir dann endlich in der Bücherei in die Finger. (Alles zu reservieren, was ich gerne lesen würde, würde dann wohl zu teuer für mich kommen *breitgrinz*)

Charlie erlebt nun das zweite Jahr auf der Bloor-Akademie. Plötzlich steht ein fremder Junge vor ihm, den er bereits von einem Foto kennt: es ist sein Urgroßonkel Henry! Ezekiel Bloor, damals noch ein Kind, schickte ihn mittels einer magischen Zeitkugel in eine andere Zeit, und so war er einfach verschwunden. Nun taucht er wieder auf ...

Charlie und seine Freunde legen alles daran, ihn wieder in seine Zeit zurückzubringen und das Geheimnis um die magische Kugel zu lüften. Aber soll Henry wirklich wieder zurück in die Vergangenheit? Ist das überhaupt möglich?

Seine Fähigkeit, Bilder sprechen zu hören und sogar in sie hineingehen zu können ist ihm auch dieses Mal wieder eine große Hilfe. Ich finde nicht, dass es großartige Überraschungen gab, aber die Geschichte ist nett durchdacht und trotz (oder gerade wegen) ihrer kindlichen Einfachheit spannend zu lesen. Meine Vermutungen aus dem ersten Band über die Identität mancher Beteiligten wurde verstärt (wenngleich nicht gelüftet), und neue Figuren wurden vorgestellt.

Ich finde es schön, die Entwicklung bei Charlie, seinen Freunden und auch innerhalb der Familie zu beobachten. Gerade das Vorankommen der Figuren ist mir wichtig, wenn ich ein Buch lese, und bei Charlie tut sich was: er wird mutiger und entschlossener. Auch die anderen Personen verändern sich, der Leser kann sie auf ihren Abenteuern begleiten und freut sich mit ihnen über Erfolge.

Mal sehen, wann ich den dritten Band bekomme ;-)

SaschaSalamander 22.08.2005, 08.57 | (0/0) Kommentare | PL

Anana

CoverVon all den vielen Völkern und Kulturen die es gibt, faszinieren mich vor allem die Inuit. Deren Legenden, Märchen, Lebensweise. Leider gibt es nicht so viele Bücher, Filme oder Berichte über sie. Anana ist eine wunderbare Ausnahme.

Eine Mutter weigert sich, ihr Mädchen trotz der Hungersnot nach der Geburt zu töten. So wächst das Kind als Tabukind auf. Sie bekommt keinen Namen und wird von der Gesellschaft der Inuit weitgehend ignoriert, die Familie ist entehrt. Doch die Mutter lehrt das Kind, und so wird es schneller und weiser als die anderen Knaben ihres Alters. Sie geht sogar mit ihrem Vater auf die Jagd und stellt sich dabei sehr geschickt an. Bald entwickelt sie seherische Fähigkeiten ...

Ich fand Anana wunderschön! Die bewegende Geschichte einer starken Frau, in knappen, aber eindringlichen Worten erzählt. In keinster Weise feministisch oder emanzipatorisch, sondern die Darstellung des Ursprünglich-Weiblichen in seiner natürlichen Form.

Eine kleine Leseprobe der Autorin Ina Vanderwijer kann man >hier< bei Amazon einsehen. Kein Wort zuviel und knappe Sätze prägen den Erzälstil. Doch alles, was wichtig ist, wird erwähnt. Es entsteht vom ersten Moment an eine angenehme Spannung, die sich bis zum traurigen aber schönen Ende zieht. Es werden einzelne weitere Legenden in die Rahmenhandlung eingebaut, welche die Inuit sich abends in ihren Iglus erzählen. Die klaren Worte weben ein buntes Bild vor dem Auge des Lesers / Hörers, und zurück bleibt ein warmes Gefühl von Stärke, Selbstbewusstsein und Stolz.

SaschaSalamander 19.08.2005, 09.07 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Monster

Cover Band 

1Der junge Chirurg Dr. Tenma arbeitet kurz nach dem Mauerfall in einer angesehenen Klinik in Deutschland. Er ist jung, er ist idealistisch, er ist erfolgreich. Er ist verlobt mit der Tochter des Chefarztes. Aber er weigert sich, die Patienten nach deren Bekanntheitsgrad zu selektieren und entscheidet sich dafür, einem Waisenkind mit einer sofort notwendigen OP das Leben zu retten, anstatt eine RoutineOP am Bürgermeister durchzuführen. Bald darauf werden seine Kollegen ermordet, er scheint der Täter zu sein. Doch was er nicht wusste: das Kind ist eine Kampfmaschine, scheinbar ein gefühlloses Monster.


Zehn Jahre später. Er ist noch immer auf der Jagd / Flucht. Und hier beginnt die eigentliche Geschichte. Noch immer geschehen Morde, für die Tenma verantwortlich gemacht wird. Der Kreis um Johann (so der Name des Waisenkindes) zieht sich immer enger. Der Arzt erfährt mehr über die Kindheit Johanns und was eine rechtsradikale Organisation mit ihm vorhat. Doch "das Monster" hat eigene Pläne ... gemeinsam mit einigen Verbündeten versucht Tenma den Serienmörder ausfindig zu machen, aber immer neue Hindernisse stellen sich ihnen in den Weg.

Wie auch schon "20th Century Boys" ist "Monster" von Naoki Urasawa, einem meiner Lieblingszeichner. Sehr ernst, hochspannend, immer neue Entdeckungen und Enthüllungen. Ich bin gespannt, worauf das Ganze am Ende abzielen wird ... aber bis alle Bände erschienen sind, werde ich wohl noch ziemlich lange warten müssen :-(

SaschaSalamander 17.08.2005, 08.57 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Meteor

CoverSakrileg und Illuminati von Dan Brown habe ich bisher nur als gekürzte Hörspiele zu mir genommen, war aber in beiden Fällen begeistert. Umso gespannter war ich, als mir Meteor in die Hände fiel!

Rachel Sexton ist die Tochter des einflussreichen Senators Sedgewick Sexton, der nun auch für das Präsidentenamt kandidiert. Doch Rachel arbeitet für die Gegenseite, und immer wieder gerät sie in das Feuer zwischen den Fronten. Ihr Vater hat eine Kampagne gegen die NASA gestartet, und die Weltraumbehörde steht nun in einem äußerst ungünstigen Licht der Öffentlichkeit.

Doch plötzlich geschieht etwas Unerwartetes: Die NASA hat mit ihrem neuen Programm einen Meteor im Eis gefunden, der den Beweis für außerirdisches Leben birgt! Rachel bekommt die Aufgabe, diese Erkenntnis dem Mitarbeiterstab des Präsidenten zu verkünden. Doch bald kommen ihr Zweifel an der Echtheit des Fundes. Eine geheimnisvolle Organisation scheut weder Kosten noch Menschenleben, um das Geheimnis des Meteoriten zu bewahren ...

Ich hatte Probleme, dieses Buch wieder aus der Hand zu legen. Zugegeben, es gibt bessere Bücher. Von Dan Brown sowieso. Aber ich vermeide es, wie schon erwähnt, ein Werk abzuwerten, nur weil andere Bücher des gleichen Autoren mir besser gefielen. Für sich betrachtet ist Meteor unglaublich spannend. Es gab einige Überraschungen, vieles war allerdings auch vorhersehbar. Und einmal fasste ich mir an den Kopf und ärgerte mich, dass ich ein klassisches Gesetz des Films (das auch für Bücher gilt) einfach übersehen habe, sodass das Buch eine weitere Überraschung für mich bereithielt, die eigentlich recht vorhersehbar gewesen wäre. Nun, umso besser ;-)

Was mir an Autoren wie Dan Brown gefällt: hochwissenschaftliche Zusammenhänge werden mit fiktiven Daten gemischt und dem Leser so präsentiert, dass es nachvollziehbar und logisch erscheint. Weltraumforschung, Glaceologie, Mikrotechnik, alles so einfach erklärt, dass man sich während des Lesens so richtig gebildet fühlt und nur wie selbstverständlich zustimmend nickt.

Clive Cussler (Sahara, Hebt die Titanic), Michael Crichton (Jurassic-Parc), Ken Follett (Säulen der Erde, das zweite Gedächtnis) und viele andere Autoren halte ich eben deswegen für so erfolgreich, weil dem Leser Einblick in ein ansonsten undurchdringliches Fachgebiet geboten wird, weil Fiktion und Fakten so kunstvoll verwoben werden, dass sie für einen Laien nicht mehr zu trennen sind. Gewürzt mit einem mutigen Helden / einer sexy Heldin (die sich im Laufe des Buches natürlich näherkommen), einer ethischen Grundfrage und zwischendurch versehen mit einigen sarkastischen Kommentaren, im lässigen Plauderton geschrieben, fertig ist ein Bestseller erster Klasse ;-)

SaschaSalamander 15.08.2005, 08.47 | (0/0) Kommentare | PL

Kiss Kiss Bang Bang

Letzte Woche war ich im Eröffnungsfilm des Fantasy-Filmfestes, weil ich Freikarten geschenkt bekam. Leider gab es weder Untertitel noch Synchronisation, aber trotzdem war der Film recht gut verständlich im amerikanischen Original: Kiss Kiss Bang Bang vom Regisseur Shane Black. Zugegeben, dieser Name sagte mir bis dato gar nichts. Aber ich werde ihn mir nun auf jeden Fall gut merken!

Eine Inhaltsangabe zu diesem Film zu machen, fällt mir sehr schwer, auch ihn überhaupt einem Genre unterzuordnen oder ihn kurz zu beschreiben. Eine Rezension flält mir sowieso schwer ... Tja, und jetzt? Hm ... *grübel* ... jedes Wort über den Inhalt wäre eigentlich schon zuviel, denn die Handlung selbst ist so abgedreht, dass sie sich schwer zusammenfassen oder auf einen Punkt bringen lässt. Auch die offizielle Seite des Festivals veröffentlicht keine Inhaltsangabe, nur eine Beschreibung. Deswegen nur ein kurzer Versuch meinerseits:

Harry ist eigentlich nur ein Gelegenheitsdieb, ein kleiner Fisch. Durch Zufall gerät er in ein Casting und soll nun die Hauptrolle übernehmen. Dafür soll er sich einiges von dem Detektiv Gay Perry anlernen. Die beiden geraten von einem Schlamassel in den nächsten, Leichen pflastern (unfreiwillig) ihren Weg, und überhaupt geht alles schief ...

Der Humor des Films erinnerte mich an vielen Stellen sehr stark an Quentin Tarantino. Abgedreht, tiefschwarz, sogar Leichen können witzig sein und Chaos verursachen. Noch mehr vom Pech verfolgt zu sein als Harry ist kaum möglich! Und immer, wenn man denkt, das war es, setzt der Film noch eins drauf. Die Zuschauer lagen stellenweise fast unter den Stühlen vor Lachen! Die berühmte Szene aus Pulp Fiction, in der die Gangster mit dem Auto über eine Erhebung in der Straße fahren und sich versehentlich ein Schuss löst, ist wohl die beste Beschreibung für den Humor in Kiss Kiss Bang Bang. Oder Bills (Kill Bill) markanter Satz "ich habe eben einfach überreagiert, Honey" ...

Aber was ich auch schreibe, ich habe den Eindruck, dass ich einfach nicht vermitteln kann, was dieser Film dem Zuschauer alles geboten hat. Bereits in der ersten Szene saßen wir gebannt vor der Leinwand, hielten den Atem an und wussten nicht, welcher Anblick uns erwarten würde, als der Vater den Deckel der Kiste der zersägten Jungfrau anhebt und ...

Ich verweise deswegen einfach auf die >Beschreibung auf der Festivalseite< und hoffe, dass ihr etwas schlauer daraus werdet als ich. Denn erst, nachdem ich diesen Film gesehen hatte, verstand ich, was der Autor damit meinte. Und weil ich merke, dass ich jetzt schon wieder nur um den heißen Brei rede, ohne wirklich zu erzählen, nur noch kurz zum Abschluss: Wem die Filme von Tarantino gefallen, der darf sich Kiss Kiss Bang Bang im Kino auf keinen Fall entgehen lassen, sobald er in Deutschland erscheint!

SaschaSalamander 13.08.2005, 09.09 | (0/0) Kommentare | PL

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