SaschaSalamander
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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Fantasy

House of Secrets 01

Nach dem beruflichen Abstieg des Vaters müssen Brendan, Eleanor und Cordelia mit ihren Eltern umziehen. Sie sind wenig begeistert von der Situation, doch das neue viktorianische Haus weckt sofort ihre Neugier. Sie ahnen nicht, was ihnen bevorsteht: nach einem dramatischen Angriff der Windfurie werden die Geschwister zusammen mit dem Haus herumgewirbelt und von einem fantastischen Schauplatz an den nächsten befördert. Aufregende Abenteuer stehen ihnen bevor, als die Wilden Horden aus einem Buch lebendig werden, als ein Militärpilot aus einem anderen Roman sich ihnen anschließt, als Skelette zum Leben erwachen, Riesen das Haus bedrohen und Piraten angreifen. Werden die Kinder wieder nach Hause kommen?

Eine Geschichte, die sofort unzählige Erinnerungen weckt: ZAUBERER VON OZ, JUMANI / ZATHURA, TINTENHERZ; NARNIA, SPIDERWICK, FABELHEIM, GEHEIMNIS DER 1000 PFORTEN. Die Reihe ließe sich sicher noch lange fortsetzen. Aber das macht nichts, denn es ist ein gutes Grundrezept, das sich bisher immer bewährt hat: Kinder geraten in eine fremde Welt, in der sie spannende Abenteuer bestehen müssen. Das bietet sehr viel Raum für Fantasie, Szenenwechsel und jede Menge Spannung, und genau deswegen liebe ich solche Titel. 

Chris Columbus weiß als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor seine Zuschauer in Filmen wie KEVIN ALLEIN ZU HAUS, NACHTS IM MUSEUM, HARRY POTTER, MRS DOUBTFIRE, DER 200 JAHRE MANN, PERCY JACKSON, GREMLINS, GOONIES zu verzaubern, und ich war neugierig, was er nun als Romanautor erschaffen würde. Immerhin haben viele seiner Filme mich schon von Kind an begleitet und stehen heute als Favoriten in meinem Regal. Und wie erwartet, er weiß was die jungen Leser wollen: Action, Spannung, mitreißende Szenen und knallbunte Effekte. 

Gut, im Buch lassen sich knallbunte Effekte nicht so gut umsetzen wie im Film, aber ihm gelingt es ganz wunderbar, die Szenen realistisch und greifbar zu schildern, sodass man sofort die passenden Bilder im Kopf hat (ich musste oft an HOOK von Spielberg denken, ebenso bildgewaltig stellte ich mir die Kulisse in HOUSE OF SECRET vor). Er wirbelt von einem Schauplatz zum nächsten und lässt dem Leser kaum Zeit zum Verschnaufen, hält die Spannung dauerhaft aufrecht, die Kamera (Erzählperspektive) immer perfekt gesetzt, schwenkt von einem Charakter zum nächsten und ermöglicht dadurch gelungene Szenenwechsel und die Identifikation des Lesers mit verschiedenen Figuren. 

Es steckt sehr viel Kreativität und Abenteuerlust in HOUSE OF SECRETS, ich war überrascht und angetan, welche scheinbar nicht zusammengehörigen Elemente sich so stimmig verbinden lassen. Ein Pilot aus dem Weltkrieg, ein Hausmädchen, Piraten, bärbeißige Reiterhorden, ein Riese, Sturmkönig und Windfurie, Abenteuer, Urban Fantasy und High Fantasy kunterbunt gemischt. Die Vielfalt, die ungewöhnlichen Ideen und mitreißenden "Actionszenen" sind die große Stärke des Buches, ich hätte es als Kind / Jugendliche geliebt und wäre absolut begeistert gewesen, hätte es vermutlich immer und immer wieder gelesen bzw gehört. 

Stefan Kaminski als Sprecher ist die perfekte Wahl, denn er ist eine lebende One-Man-Show. Ob alte Frau, knurriger Pirat, Gentleman, Womanizer, Sturmkönig, das kleine Mädchen, er hat sie alle in seinem Repertoire. Ihm gelingt es, die Atemlosigkeit des Buches 1:1 umzusetzen und alles zum Leben zu erwecken. 

Aber wer mich kennt und meine Rezensionen aufmerksam liest merkt, dass ich hier sehr distanziert beschreibe. Das liegt daran, dass das Buch mich rein sachlich absolut begeistert hat in seiner Machart, und dass ich es aus vollem Herzen jungen Lesern empfehlen möchte. Mir selbst ist es allerdings zu schnell, zu dicht. Aber das ist ein subjektiver Eindruck, denn auch Filme wie Madagaskar oder Bücher wie Percy Jackson sind mir zu vollgepackt und zu hektisch, trotzdem weiß ich deren Machart zu schätzen und verstehe die Begeisterung anderer Zuschauer / Leser. 

In HOUSE OF SECRETS erwarten den Leser also weniger die etwas ruhigere Fantasy von OZ oder der TINTENTRILOGIE als vielmehr die Nonstop Action von JUMANJI (das ich als Kind sehr geliebt und in Dauerschleife angesehen habe) und NACHTS IM MUSEUM. Genau richtig für kleine Abenteurer. Und auch, wenn ich viele kritische Stimmen gelesen habe, die der Ansicht sind, dass manche Szenen zu dramatisch für Kinder sind: ich bin der Ansicht, dass Eltern Kinder sowieso nicht einfach irgend etwas zum Konsum in die Hand drücken sondern bis zu einem gewissen Alter das Buch oder den Film vorab prüfen sollten. Und dann können die Eltern entscheiden, ob lebende Skelette oder das Herausoperieren von Pfeilspitzen aus dem Körper zu brutal sind oder das Kind damit umgehen kann. Denn jedes Kind ist anders ;-)

Zum Abschluss also: ein wunderbares, actionreiches Buch, in dem Chris Columbus alle Register der Blockbuster-Unterhaltung zieht und wirklich nichts auslässt. Wer es gerne etwas ruhiger mag, ist hier vermutlich schnell überfordert. Aber wer es bunt, abenteuerlich und wild liebt, der kommt hier voll auf seine Kosten!


SaschaSalamander 14.08.2013, 09.09 | (0/0) Kommentare | PL

Nick aus der Flasche

Julie bekommt während der Wohnungsräumung eines verstorbenen Nachbarn eine Flasche geschenkt. Und diese Flasche ist nicht nur hübsch, sondern sie enthält überraschenderweise sogar einen waschechten Dschinn, Nick. Dieser ist erst irritiert, nicht mehr bei seinem alten, grausamen Meister zu leben, doch er gewöhnt sich schnell an seine neue Herrin. Julie wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich mit Josh, dem Schwarm der Schule, zusammenzukommen, doch Liebeswünsche kann ein Dschinn nicht erfüllen. Aber dafür beginnt Josh sich in Julie zu verlieben, und diese weiß langsam nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Und dann wäre da noch Nicks Vergangenheit, die einige Überraschungen birgt ...


Und wieder ein Buch von Monica Davis, die meist unter dem Pseudonym Inka Loreen Minden schreibt. Diesmal jedoch ein Jugendbuch, und sie beweist ganz klar, auch dieses Genre liegt ihr. Hier verbindet sie viele Elemente auf eine Weise, die dem Genre angemessen ist: es gibt einen schwulen Charakter, und auch zwischen Julie und Nick funkt es natürlich gewaltig. Trotzdem dürfen Mütter, die sonst die historischen Gay-Romane oder die saftigen Erwachsenenstories lesen, dieses Buch unbesorgt an die junge Tochter weitergeben, denn hier bleibt es angemessen brav ;-)


Trotzdem hatte ich an keinem Punkt das Gefühl, irgend etwas zu vermissen. Im Gegenteil, NICK AUS DER FLASCHE hat mich hervorragend unterhalten. Trotz der an sich einfach gestrickten Handlung und dem locker-leichten Sommerfeeling ist das Buch spannend, sodass man es am liebsten in einem Rutsch lesen möchte. Ich habe das Buch während des Urlaubs gelesen, wo ich keine atemlosen Szenenwechsel wollte sondern entspannt abschalten, und dafür ist es perfekt. Die Handlung schreitet voran, lässt sich jedoch Zeit und kümmert sich um ihre Charaktere, man spürt, wie sehr sie ihr am Herzen liegen. Viele kleine Details tragen dazu bei, dass man sich wunderbar in der Welt bei Nick und Julie fallenlassen kann, etwa die genaue Beschreibung der Puppenstube, Nicks Blick auf die Veränderungen seit den 60ern bis heute, das Leben in der Patchworkfamilie, Schulalltag, Nicks Entwicklung seiner magischen Fähigkeiten, Andeutungen auf später kommende Ereignisse und viele Feinheiten mehr. Auch kann man sich durch diese Kleinigkeiten wunderbar in alle hineinversetzen und mitfiebern.


Sprachlich passt der Roman sehr gut: einfache, lockere Sprache, die gekonnt wechselt zwischen den Protagonisten. Nick, der in den 60ern lebte hat teilweise einen anderen Ausdruck als die moderne Julie, der schwule Freund ist in andere Worte gekleidet als der Schulmacho. Insgesamt passt alles wunderbar zusammen, lässt sich flüssig lesen ohne sich groß anzustrengen. Wobei ich betonen möchte "ohne sich anzustrengen" ist keinesfalls gleichzusetzen mit "ohne Anspruch", denn der bleibt gewahrt. Die Autorin legt großen Wert auf korrekte Perspektiven, Zeitformen, eine gewählte Sprache, man merkt auf jeder Seite, dass Schreiben etwas ist, das sie wirklich beherrscht - etwas, das bei vielen Büchern leichter Unterhaltung leider nicht mehr selbstverständlich ist.


Schön finde ich auch, dass das Buch in verschiedenen Zeiten spielt. Da ist die Gegenwart mit Nick und Julie, dazu kommt Nicks Vergangenheit als Flaschengeist bei Solomon sowie Nicks Vergangenheit als Mensch. Weiterhin gibt es Nicks Träume, die ebenfalls mehr über ihn und sein Vorleben offenbaren. Die Verbindung all dieser Ebenen führt nach und nach zur Komplettierung des Gesamtbildes. Ich mag es, wie die Handlung nicht geradlinig erzählt wird sondern auf diese Weise ein Spannungsbogen eingebaut wird, der sich durch das gesamte Buch zieht.


Wie immer bei Inka / Monica kommt der Humor nicht zu kurz, ich musste sehr oft schmunzeln und lachen. Nick ist ein Relikt aus einer anderen Zeit, und das bietet Anlass für sehr viel Situationskomik, die an genau den richtigen Momenten eingebaut wurde, um ein wenig Spannung zu lösen oder eine gemütliche Szene etwas aufzupeppen.


Das Ende lässt theoretisch Spielraum für einen zweiten Teil. Trotzdem finde ich die Geschichte in sich geschlossen. Ich habe mich sehr wohl gefühlt mit Nick und Julie, aber finde, wenn es am schönsten ist, muss Schluss sein. Lieber lese ich neue Abenteuer von anderen Helden, freue mich über ein neues Setting in anderer Kulisse. Ich überlege noch, ob ich mich als nächstes in die fantastische Welt des Daniel Taylor begeben soll, oder ob ich lieber den wilden Krieger Jax lesen werde ...


Alles in Allem hat Nick mich ziemlich begeistert, und ich kann das Buch nur empfehlen. Im Sommer, um so richtig den Urlaub zu genießen. Oder an grauen Tagen, um sich ein wenig Sonne ins Herz zu zaubern. Hauptsache entspannt und gemütlich :-)

SaschaSalamander 12.08.2013, 09.15 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Alisik

Alisik liegt im Grab und wird ausgebuddelt, während die Umstehenden scherzen. Und dann erzählen sie ihr - sie sei tot! Das Mädchen will ihnen nicht glauben, hält alles für einen verrückten Traum und rennt zurück in die Stadt. Doch dort muss sie erkennen, dass niemand sie sieht, dass man durch sie hindurchgreift, und dass die seltsamen Wesen auf dem Friedhof wohl Recht hatten. Sie ist verzweifelt und kann sich nur langsam an ihren Zustand gewöhnen. Bis sie Ruben trifft, denn Ruben ist ein lebendiger Mensch, er nimmt sie wahr. Und er ist blind. Doch ist eine solche Liebe zwischen ihnen überhaupt möglich?

Dieser Comic sprang mir mit seinem düsterromantischen Cover sofort ins Auge, und ich begann im Laden kurz zu blättern. Schon nach wenigen Sekunden war mir klar "muss ich unbedingt lesen". Und die Zeichnungen hielten, was sie auf den ersten Blick versprachen. Das Gesamtwerk allerdings hat einige Schwächen, über die ich gerne hinwegsehen und mir alle vier Bände kaufen werde. Aber jetzt erst einmal der Reihe nach: 

Die Geschichte selbst ist nicht gerade neu, und sie wirkt wie ein Zusammenschnitt aus mehreren bekannten Werken im Stil von Tim Burton, Neil Gaiman und Terry Pratchett. Show- und Tanzeinlagen der Charaktere erinnern stark an einen Moment aus Corpse Bride, auch sonst finden sich viele Ähnlichkeiten zu vergleichbaren Werken. Trotzdem sehe ich das nicht als Manko, schließlich erwarte ich nicht bei jedem Buch die Neuerfindung des Rades. 

Schade ist allerdings, dass dieses an sich faszinierende Setting zwar grafisch ausgereizt wurde, im Storytelling allerdings einiges vernachlässigte. Es ist recht vorhersehbar und bleibt deutlich hinter seinen Möglichkeiten. Die Dialoge und Texte sind beinahe zu vernachlässigen, die Geschichte selbst ist zwar gut erdacht aber mit wenig Details versehen und wirkt eher wie Mittel zum Zweck zur Darstellung der Bilder. Zwar wird das Schicksal der einzelnen Figuren nach und nach enthüllt, und auch ist die Erzählweise mit Rückblenden und Zwischenpassagen gelungen, trotzdem fehlt das "gewisse Etwas", das aus hübschen Bildern auch eine lesenswerte Story zum Mitfiebern macht. Ich hoffe, dass die anderen drei Bände an diesem Punkt etwas anziehen und ihr Potential ausschöpfen. 

Dafür überzeugen die Zeichnungen umso mehr durch ihre Detailverliebtheit, ihre Tiefe, Atmosphäre und Aussagekraft. Ich bin regelrecht verliebt in die verspielten Formen und warmen Farben. 

Sehr schön finde ich auch, dass die Artworks der jeweiligen Situation angepasst wurde. Menschen tagsüber wurden in anderen Farben, anderem Strich zu Papier gebracht als die Geister des Nachts oder als Rückblenden in die Vergangenheit der Protagonisten. Zudem freut es mich, dass der Zeichner sich sehr abwechslungsreich präsentiert und verschiedene Ideen einbaut: nicht nur Coverbilder und Panels, sondern auch einmal Alisik als ganzseitige Anziehpuppe, dazu die Gestaltung der Innenseiten des Covers, poetische Texte auf altmodisch anmutendem Hintergrund, Passagen aus dem Buch der 3 mal 77 Totenregeln. 

Als Leser kann man sich in den wunderschönen Zeichnungen verlieren, ins Träumen geraten. Ich freue mich schon auf die Folgebände und bin gespannt, ob und wie sich die Story noch entwickeln wird.

Auf der liebevoll gestalteteten >Verlagsseite< zu Alisik findet man einen sehr schönen Trailer sowie Einblicke in das Heft und weitere Informationen über Autor und Zeichner. 

SaschaSalamander 02.08.2013, 08.52 | (0/0) Kommentare | PL

Amadeus 06 - Teutobochus

amadeus06_teutobochus_1.jpgKlappentext:
Es war der April des Jahres 1782. Während der zurückliegenden Wochen war meine seelische Verfassung von der Tatenlosigkeit, zu der ich verdammt war, zermürbt worden. Ich befand mich in einem Zustand der Verwahrlosung, als sich endlich eine neue Spur auftat. Wir hatten die Bärbel Glatzeder, das ehemalige Hausmädchen der Marschalls, aufgespürt. Würde sie uns sagen können, wohin die verschwundene Franziska verschleppt worden war? Doch sie lag schwerkrank darnieder, und ich hatte schon alle Hoffnung fahren lassen, als mich eine seltsame Vision ereilte: Ich sah Franziskas Entführung vor meinen eigenen Augen - ganz so, als ob ich leibhaftig dabei gewesen wäre. Ich sah die finsteren Mönche mit ihren scharfen Sicheln, und ich sah ein merkwürdiges Symbol auf ihren Unterarmen... Was wollte es mir sagen? Ich kam nicht dahinter, bis mein Freund Amadeus eine entscheidende Entdeckung machte...

Die aktuelle Folge ist dieses Mal insofern anders, als alle bisherigen Teile in sich geschlossen waren. Zwar gab es vereinzelt Bezüge zu vorherigen CDs, etwa wenn Figuren aus alten Geschichten auftauchten, doch man hätte jede für sich einzeln hören können. Dieses Mal ist es nicht mehr möglich, ohne Vorkenntnis der Folgen 1-5 die Handlung zu erfassen und mitten in der Serie einzusteigen. Das ist etwas, das mir sehr gefällt und bisher als einziges etwas fehlte, nämlich ein roter Faden, der sich durch die Serie zieht. Das ist nun in der Serie inzwischen eindeutig gegeben:

Der Hörer erfährt mehr über Mozarts Gabe, die Melodien und Instrumente der Menschen zu hören, alte Charaktere tauchen wieder auf, die Handlung um die verschwundene Franziska wird fortgeführt, die Ereignisse rund um SCHOFAR werden angeschnitten, die Mönche treten wieder aufs Spielfeld. Es ist spannend zu verfolgen, wie die Fäden hier nun zusammenlaufen, und TEUTOBOCHUS zeigt sich sehr vielversprechend im Hinblick auf kommende Folgen. Besonders das Thema Wissenschaft vs Religion, Welt vs Kirche wird immer drängender, falls es nicht sogar letzendlich das Zentrale Thema werden könnte.

Die Zeit während des Hörens raste nur so dahin. Die Mischung aus Humor, Spannung, Mystery, Verbrechen und Dramatik ist perfekt ausgewogen, es gibt keine Längen, und ich konnte es gar nicht fassen, dass die CD nun schon beendet war. Mein Lieblingssatz dieser Folge: "Galanterie, das klingt wie ein Siechtum in den Eingeweiden" ;-)

Ein wenig enttäuscht, da ich gerne mehr gehört hätte, schließlich wurde der titelgebende Teutobochus ja nicht abgeschlossen, doch umso mehr Vorfreude auf die nächste Folge. Ich kann mir vorstellen, dass je weiter AMADEUS sich entwickelt, desto mehr es zu einer Serie werden könnte, bei der man am besten noch einmal kurz einen Blick auf die vorherigen Episoden werfen sollte, falls man nicht irgendwann den Überblick verlieren möchte. Aber das bleibt abzuwarten, ich lasse mich überraschen.

Die Musik passt wieder wunderbar, AMADEUS ist von allen Hörplanet-Reihen diejenige, deren Musik mir am besten gefällt. Inzwischen ist auch eingetreten, was ich schon in der ersten Folge vermutet habe: kannte man als Laie in der ersten Folge noch die meisten Stücke, wurde es immer schwieriger. Inzwischen muss ich zugeben, dass die Werke ab dieser Folge mir nun nicht mehr vertraut sind (sofern welche davon genutzt wurden, was ich mangels Erkennen ja nicht klar sagen kann). Sie gefallen jedoch sehr gut, und die Umsetzung ist stimmig, je nach Situation von fröhlich hin zu dramatisch und gar düster. Schön fände ich, wenn im Booklet ein Verzeichnis der verwendeten Stücke aufgelistet wäre, sodass man sich selbst noch ein wenig schlau machen, die Stücke im Original hören und vergleichen kann.

Auch in Sachen Sprecher kann ich eigentlich nur wiederholen, was ich bisher schon sagte: sie passen sehr gut zusammen und tragen dazu bei, der Folge wieder die Art von Professionalität zu verleihen, die man bei heutigen Hörspielen erwartet und die beim Hörplanet inzwischen die Regel ist.

Insgesamt muss ich sagen, dass es diesmal schwer ist, auf Handlung, Inhalt oder Besonderheiten einzugehen, da TEUTOBOCHUS weniger eine eigenständige Folge ist und nicht für sich gesondert beurteilt werden kann. Die Bedeutung dieser Folge wird sich wohl erst im Laufe der fortschreitenden Handlung zeigen. Qualität ist mir wichtiger als Quantität, trotzdem würde ich am liebsten rufen "macht schneller, ich will sofort mehr!" ... aber vernünftigerweise übe ich mich in Geduld und überbrücke die Zeit zur nächsten Folge mit ein paar Folgen meiner anderen Lieblingshörspiele ;-)

SaschaSalamander 08.07.2013, 08.24 | (0/0) Kommentare | PL

Wächterschwingen 02 - Dunkle Träume

KLAPPENTEXT

Eine Hexe auf der Suche nach ihrer Vergangenheit. Ihr Beschützer, ein begnadeter Kämpfer und zugleich ihr größter Feind.

Hexe Jenna macht sich mit dem undurchsichtigen Wächter Kyrian auf die Suche nach ihren Wurzeln. Verstörende Träume plagen sie, in denen sie nach und nach erfährt, wer Kyrian wirklich ist. Aber er rettet ihr das Leben, und sie spürt, dass trotz seiner schrecklichen Vergangenheit kein dunkles Herz in ihm schlägt.

Doch Krieger Kyrian muss Jenna seinem König ausliefern. Denn Jenna trägt nicht nur ein Geheimnis in sich, sie ist Kyrians Schlüssel zur Freiheit aus der Sklaverei. Er muss sich entscheiden: ein Leben in Gefangenschaft oder die Frau opfern, in die er unsterblich verliebt ist.


REIHE - WÄCHTERSCHWINGEN

Da ich mich regelmässig beschwere, wenn Verlage nicht kenntlich machen, dass es sich um eine Reihe handelt, möchte ich hier vorweg loben. Denn sowohl auf dem ersten als auch auf dem zweiten Band ist für den Leser klar ersichtlich, dass das vorliegende Buch Teil einer Reihe ist. Und das, obwohl man das zweite Buch auch ohne Kenntnis des ersten lesen und verstehen könnte. Danke, DAS ist leserfreundlich! :-)

Ansonsten: die Autorin führt ihre Leser sehr schön in die Geschichte ein. Selbst, wenn man den ersten Band nicht gelesen hat, wird man schnell begreifen, um was es geht und wie die Welt, in der die Gargoyles, Hexen, Dunkelelfen, Lichtelfen, Dämonen und anderen Wesen leben, aufgebaut ist, welche Regeln gelten. Auch werden die Charaktere sehr gut beschrieben, sodass ihre Vergangenheit für Erstleser an notwendigen Punkten erklärt wird, ohne dass alte Fans der Reihe sich langweilen würden. So wie man es sich von allen Reihen wünscht und nur wenige Autoren es in dieser Komplexität schaffen.

Was ebenfalls erwähnenswert ist die Qualität, mit der sich die Reihe hält. Oft ist der zweite Teil nur Lückenfüller oder flacht nach dem ersten Band ab, was hier nicht der Fall ist. Die Qualität wird absolut gehalten, ja sogar etwas gesteigert, da zu dem ersten Paar (das inzwischen ans Herz gewachsen ist) nun weitere Charaktere dazukommen, mit denen man mitfühlt. Auch die bisherige Handlung wird erweitert und um neue Aspekte ergänzt, sodass es mehr von allem gibt, was im ersten Band bereits gefiel.


CHARAKTERE

Wie bereits gesagt: die Charaktere, die man bereits im ersten Band >HERZEN AUS STEIN< liebgewonnen hat, tauchen größtenteils auch hier wieder auf. Dazu kommen weitere, denn Noir und Vince haben ihre übersinnliche Crew erweitert um zusätzliche Mitglieder.

Die Emotionen der Protagonisten sind jederzeit nachvollziehbar, regelrecht greifbar, als würde man es selbst erleben. Die Achterbahn aus Wut, Verzweiflung, Zorn, Angst, Leidenschaft, Liebe, Lust, Rachedurst und vielen anderen Eindrücken geht auf und ab, wirbelt den Leser durcheinander. Und um beim Vergleich der Achterbahn zu bleiben: natürlich weiß man, dass alles gut geht, dass kein Unheil droht und man am Ende zufrieden aussteigen wird, trotzdem kribbelt es überall, trotzdem ist man aufgeregt und hat auch ein wenig Angst. So auch hier, wo man um seine Lieblinge bangt, obwohl Happy End garantiert ist ;-)

Kyran, Jenna, Nicholas, Jamie, Noir, Vincent und all die anderen sind wie gute Freunde. Eine Clique, der man gerne angehören möchte, um ihnen beizustehen, um von ihnen Trost zu erhalten. Freunde wie dieses Team wünscht man sich als Leser, und je näher das Ende des Buches kommt, desto mehr wünscht man sich, länger mit ihnen verweilen zu dürfen.


EROTIK

Und bei all der Romantik und Urban Fantasy bietet das Buch natürlich immer noch Erotik. Sinnliche, gefühlvolle und äußerst ansprechende Erotik. Nein, prüde ist Inka niemals, dafür genießt sie es vielzusehr, mit ihren Charakteren zu spielen und ihre überbordende Fantasie mit den Lesern zu teilen. Was mir sehr gefällt ist, dass sie nicht in Superlative und Extreme verfällt, sondern immer ein gesundes Maß an Realismus wahrt und auch den Humor nicht zu kurz kommen lässt. Erotik wäre langweilig, wenn man nicht manchmal auch ein wenig schmunzeln könnte. Nichts ist schlimmer als Erotikautoren, die sich selbst viel zu ernst nehmen, Inka gehört zum Glück nicht dazu ;-)


AUFBAU

Das Buch ist in unterschiedlich lange Kapitel gegliedert, die die Handlung aus mehreren Perspektiven vorantreiben. Mal schlüpft der Leser in den Kopf von Jenna oder Kyrian, ein andermal in Nicholas und Jamie oder andere beteiligte Charaktere. Was ich gelungen finde: trotz der Vielzahl an Charakteren und Perspektiven ist das Buch an keiner Stelle überladen, sondern stets übersichtlich. Man hat als Leser den Überblick und kann der Handlung trotz der vielen Fäden gut folgen.

Neben dem Hauptplot um Jenna und Kyrian wird auch die Geschichte um Jamie und Nicholas vorangetrieben. Jamie ist bereits aus dem ersten Buch bekannt, er ist innerhalb der Reihe mein liebster Charakter, bringt eine nette Portion Gay-Anteil in das Buch. Die Bindung zwischen Noir und Vince aus dem ersten Band trägt Früchte, und auch Noirs Baby ist von großer Bedeutung. Dazu kommt die Geschichte um Kyrians Schwester Myra - hierzu möchte ich jedoch nichts verraten, denn die Art und Weise, wie dieser Handlungsfaden erzählt wird, ist ungewöhnlich und macht einen großen Reiz der Geschichte aus.


FAZIT

Wie erwartet hat Inka Loreen Minden sich wieder einmal selbst übertroffen. Ich kann es nicht anders beschreiben als: es ist ein Buch, in dessen Welt man am liebsten hineinschlüpfen würde. Alltag vergessen, raus aus der eigenen Welt - und ab zu den Gargoyles. Mit Jenna und Noir lachen, einen der süßen Jungs anflirten und sich verlieben, gegen das Böse kämpfen. Und immer mit dem Wissen "es wird alles gut" :-)


SaschaSalamander 26.06.2013, 08.49 | (0/0) Kommentare | PL

Ein Wispern unter Baker Street

aaronovitch_grant03_1.jpgKLAPPENTEXT

Ein junger Mann wird im U-Bahn-Tunnel nahe der Station Baker Street erstochen aufgefunden. Peter Grant, Constable und Zauberer in Ausbildung, wird frühmorgens an den Tatort gerufen. Der unbekannte Tote stellt sich als Sohn eines US-Senators heraus und ehe man noch "internationale Verwicklungen" sagen kann, hat Peter bereits die FBI-Agentin Kimberley Reynolds am Hals. Als wäre das noch nicht problematisch genug, tappt Peter auch noch in seinen Ermittlungen im Dunkeln, denn alle Spuren führen in den Untergrund Londons, der nicht so einsam ist, wie er scheint.


REIHE

WISPERN UNTER BAKER STREET ist nach >FLÜSSE VON LONDON< und >SCHWARZER MOND ÜBER SOHO< der dritte Teil der Reihe um den Constable und Zauberlehrling Peter Grant. Ehrlich gesagt ging ich anfangs davon aus, dass die Reihe nur drei Teile haben würde, aber sie wird nun wohl doch fortgesetzt.

Um den aktuellen Titel zu verstehen, muss man auf jeden Fall die anderen beiden Bücher gelesen haben. Aaronovitch verlangt seinen Lesern viel ab, bezieht sich intensiv auf die ersten beiden Teile, ohne irgend etwas zu erklären. Selbst, wenn man die anderen Bände gelesen hat, fällt der Zusammenhang oft schwer, falls dies schon einige Monate her ist.

Der erste Band beschäftigte sich sehr stark mit den Hintergründen von Magie, es wurde viel über das Erlernen beschrieben. Im zweiten Teil war dies bereits weniger, kam jedoch gelegentlich noch vor. Im dritten Teil ist das - zumindest im Hörbuch - nahezu komplett weggefallen, das Gewicht lieht hier einzig auf der Ermittlung. Dies führt dazu, dass das erste Buch eine Besonderheit war und sich in Sachen Urban Fantasy deutlich von anderen Titeln abhob. Dieser Aspekt flaut jedoch immer mehr ab, sodass man nun einfach nur noch einen magischen Ermittler hat, aber das ist nicht ungewöhnlich, das Konzept gibt es häufiger.

Man trifft sehr viele Bekannte wieder, es werden jedoch auch viele weitere Charaktere eingeführt. Die Fragen, die sich in Band 1 und 2 ergaben, bleiben zum Teil weiterhin bestehen.


ERZÄHLWEISE

Aaronovitch erzählt seine Handlung sehr dicht, jeder Satz könnte später wichtig sein. Es erfordert sehr viel Konzentration, die CD zu hören, Abschweifen sollte man in keinem Fall, sonst ergibt der Rest keinen Sinn mehr.

Dies ist etwas erschwert, da der Autor neben der dichten Handlung auch in der Beschreibung des Geschehens sehr ins Detail geht. Liebevoll, mit viel Witz und niemals langweilig, aber auch dies eben sehr straff. Dadurch kommt es, dass einige Längen entstehen, nicht mangels Handlung sondern aufgrund zuviel davon, was gelegentlich ermüdet.

Was erhalten blieb, das ist der trockene britische Humor, stets hintergründig, manchmal bissig aber niemals böse.


SPRECHER

Dietmar Wunder sprach bereits auch die ersten beiden Teile und ist ein gelungener Interpret, der mit seiner ruhigen Art sehr gut den Inhalt des Textes vermittelt und auch den Protagonisten glaubwürdig verkörpert.


PERSÖNLICHE MEINUNG

Ich bin ein wenig enttäuscht. Eigentlich hatte ich gehofft, dass der dritte Band einiges offenlegt und der Autor wieder auf das Niveau des ersten Buches kommt. Statt dessen hat es im Gegenteil sogar zum zweiten etwas abgeflacht. Normale Krimis (auch mit etwas Fantasy) gibt es wie Sand am Meer. Das, was den ersten Band besonders machte, wurde im zweiten weniger und ist im dritten fast nicht mehr vorhanden: die Wissenschaftlichkeit der Magie, die Darstellung der fantastischen Charaktere. Das dritte Buch ist relativ "normal".

Zudem frage ich mich, wo die Serie hin will. Anfangs ging ich von drei Bänden aus, und das hätte sich auch sehr gut umsetzen lassen, wäre eine runde Sache gewesen. Momentan aber habe ich das Gefühl, dass Aaronovitch mit mit seiner aktuellen Erzählweise die Reihe auf beliebig viele Bände strecken kann. In jedem Band ein Kriminalfall, dazu ein paar neuartige fantastische Wesen, immer wieder ein paar weitere offene Fragen aber nie ein wirkliches Ende.


FAZIT

Es ist nicht schlecht. Es unterhält, ist originell und kurzweilig. Aber mit dem ersten Buch hat Aaronovitch einfach die Messlatte so hoch gelegt, dass er selbst momentan nicht herankommt. Sogesehen ist das Buch immer noch besser als manch anderes auf dem aktuellen Markt, bleibt jedoch deutlich unter seinen Möglichkeiten.

Dem Buch an sich, wäre es ein Einzelband, würde ich sofort volle Punktzahl geben. Im Rahmen der Reihe jedoch gibt es gewaltig Punktabzug. Es fällt mir sehr schwer, eine Gesamtwertung abzugeben ... daher: gerade noch 3,5 von 5 Tonscherben

SaschaSalamander 24.06.2013, 08.33 | (0/0) Kommentare | PL

Elbenthal 02 - Der schwarze Prinz

VORAB

DER SCHWARZE PRINZ ist der zweite Teil der Trilogie ELBENTHAL-SAGA. Also genau das Mittelteil im Sandwich, das oft die Achillesferse der Autoren ist, häufig ein Lückenbüßer, der nicht die Versprechungen des ersten Teils und die Erwartungen des zweiten Teiles erfüllen kann. Ein kritischer Moment, der häufig beweist, ob ein Autor sein Handwerk versteht. Und was hier bewiesen wird: Ivo Pala versteht es meisterlich, den Leser gleichbleibend auf dem Niveau des ersten Bandes zu unterhalten!

Manche Punkte, auf die ich bereits im ersten Band eingegangen bin, möchte ich gar nicht mehr näher ausführen, dies kann man in der Rezension zu >DIE HÜTERIN MIDGARDS< nachlesen. Hier soll es vor allem darum gehen, was mir speziell im zweiten Teil aufgefallen ist.


INHALT

Svenya hat nun also ihr Schicksal als Hüterin von Midgard angenommen und ist bemüht, den Anforderungen ihrer verantwortungsvollen Aufgabe gerecht zu werden. Eine davon ist es, eines der fünf Schwerter des Schicksals ausfindig zu machen. Denn jemand hat es darauf abgesehen, sie alle an sich zu bringen und deren Magie zu wirken. Natürlich gerät Svenya dabei in höchste Gefahr, und sie ahnt nicht, mit welch mächtigem Gegner sie es nun zu tun bekommt ...


CHARAKTERE

Die Charaktere müssen nun nicht mehr vorgestellt werden, man kennt sie aus dem ersten Band. Svenya, Hagen, Alberich, Laurin, Yrr, Liff, Reyja, Raik, Oegis, Lau´Ley, Wargo, Brodhir und all die anderen bekommen hier erneut ihren Auftritt. Der zweite Teil hat oft die Aufgabe, die Charaktere zu vertiefen, die Bindungen untereinander deutlicher zu machen und den Leser noch tiefer in das Geschehen einzuführen. Ivo Pala schafft es, all dies umzusetzen, ohne dass dabei jedoch die Handlung leiden würde. Handlung und Charakterdarstellung sind eins bei ihm, der Leser erhält Einblick in die unterschiedlichsten Aktionen. Doch natürlich sind weiterhin die Motive einzelner Protagonisten unklar, um die Spannung auf die endültige Auflösung aufrecht zu erhalten. Genial, wie der Leser einerseits immer mehr über die Geschichte der Elben und anderen Völker erfährt, ohne dass jedoch die Kernfragen geklärt werden. Immer meint man, die Antwort endlich zu kennen, als sich bereits die nächste Frage eröffnet und man voller Erwartung auf die nächste Seite blättert.


AUFBAU

Die Kapitel sind alle shr kurz und enden wie schon im ersten Band mit einem Cliffhanger. Dadurch entsteht ein Lesefluss, den man kaum unterbrechen möchte. "Nur dieses nächste Kapitel noch, geht ganz schnell", naja, das nächste ist auch nur kurz, und man möchte das Buch gar nicht mehr weglegen, wird stets unter Spannung gehalten.

Der Ablauf des Buches selbst ist ebenfalls flüssig, es gibt keine zu langen Ruhephasen, keine Hänger. Obwohl ich normalerweise ruhigere Bücher bevorzuge, empfinde ich die Action hier jedoch nicht als überzogen und "too much". Die Kampfsequenzen sind so geschrieben, dass man ihnen sehr gut folgen kann. Ich verliere bei anderen Büchern und Filmen häufig den Überblick, wenn zuviel gekämpft wird. Schnell wird es unübersichtlich, und ich überfliege nur noch, bis ich dann das Ergebnis habe (also quasi "wer hat überlebt, wer ist tot, wer ist verletzt"). Ist hier nicht erforderlich, da die Kämpfe sich nicht endlos in die Länge ziehen, stets einen verständlichen Sinn ergeben und vor allem zur Handlung beitragen (was ich bei vielen Verfolgungsjagden und Kämpfen anderer Autoren oft bezweifle, wenn die zigste Explosion zelebriert wird).

Es gelingt Ivo Pala zudem, die Dichte ideal zu halten. Kein Wort zuviel, kein Handlungsfaden unnötig. Dennoch ist es nicht so straff gezogen, dass man sich als Leser überfordert fühlt. Man merkt, er hat eine Geschichte zu erzählen, geht dabei konsequent vor und steuert auf ein Ziel zu. Er hetzt nicht, er bummelt nicht, sein Tempo ist perfekt getimed.


MYTHOLOGIE

Wie schon im ersten Band ist die Mythologie wieder sehr gut recherchiert. Die Darstellung der einzelnen Völker, Legenden, Mythen, die Zusammenhänge untereinander, das wird komplex verwoben und in eine neue Geschichte gepackt. Zwar greift der Autor auf bekannte Inhalte zurück, erschafft daraus jedoch etwas ganz Eigenes, das ich in dieser Form noch nicht gelesen habe.

All die Namen der Schwerter, Elben, Orte, das kann man bei Interesse gerne selbst nachlesen, um die Tragweite der ELBENTHAL-SAGA zu erfassen. Dafür muss man jedoch teilweise recht tief graben, und es dürfte recht lange dauern, sich mit all den Themen auseinanderzusetzen. Als Leser kann man nur erahnen, wieviel Aufwand der Autor in die Geschichte gesteckt hat. Und, einziges Manko des Buches: ich finde, es überfordert den Leser an manchen Stellen: die unzähligen Namen, Epochen, Titel, Zusammenhänge, das würde für ein 10bändiges Epos genügen und ist eigentlich etwas zuviel für eine dreibändige Reihe (ich denke spontan an das Silmarillion von Tolkien, bei dem es ebenso ist. Und wie beim Silmarillion fände ich es hier fast praktisch, wenn der Dreiteiler einen Zusatzband bekäme, der sich mit der Geschichte der Elben befasst, statt es in die reguläre Handlung einzubringen).

Es ist Jugendfantasy, und es lässt sich flüssig lesen. Aber für dieses Genre ist es doch schon sehr anspruchsvoll und verlangt dem Leser einiges ab. Das Buch lässt sich aufgrund des einfachen Stils auch gerne überfliegen und nebenbei lesen. Doch wer die Handlung begreifen möchte, der muss schon sehr genau lesen und bekommt eine Menge nicht immer leicht zu verdauender Happen dargereicht. Dadurch wird die Reihe zu einem All-Ager, der Leseanfänger ebenso wie langjährige Leseratten anspricht. Und ich denke, dass gerade die Neueinsteiger und Lesemuffel durch dieses Buch geweckt werden und Lust auf Mehr bekommen. Und wen ein paar allzu ausführliche Erklärungen stören, der kann die Kapitel ja überblättern ;-)


REIHE

Man sollte, bevor man DER SCHWARZE PRINZ liest, auf jeden Fall DIE HÜTERIN MIDGARDS gelesen haben. Ohne Kenntnis des ersten Bandes ist das Lesen des zweiten nicht möglich, zusehr ist die Handlung aufeinander aufbauend. Allerdings ist die Veröffentlichung des ersten Bandes nun schon einige Zeit her. Im Grunde zu lang, um sich an alles zu erinnern, jedoch zu frisch, um das Buch direkt noch einmal zu lesen. Kein Problem, denn es ist sehr leicht, wieder einzusteigen, selbst wenn man einzelne Elemente schon wieder vergessen hat. Der Autor schafft es, Dinge nebenbei zu eräwhnen, sodass es keine umständlichen Erklärungen gibt, man aber trotzdem ohne Schwierigkeiten den Anschluss findet.


FAZIT

Ein action- und inhaltsreiches Buch, das die Erwartungen nicht nur erfüllt sondern übertrifft. Atemlos folgt der Leser Svenyas Abenteuern, stets auf der Suche nach Antworten, die es aber natürlich erst im dritten Band geben wird ...

Wertung: 9 von 10 unsichtbare Gegner


SaschaSalamander 21.05.2013, 08.36 | (0/0) Kommentare | PL

Alice - Neues aus dem Wunderland

Alice im Wunderland hatte schon so viele Adaptionen, dass es irgendwann ermüdet, alle davon zu hören, lesen, sehen. Egal, wiesehr ich auch ein Bewunderer von Lewis Carroll und seinem Werk sein mag. Aber wenn eine meiner Lieblingsautorinnen und eines meiner Lieblingslabel gemeinsam etwas auf die Beine stellen, dann kann ich nicht anders, dann muss ich einfach reinhören ;-)

Ulrike Rylance schrieb die Story zu ALICE - NEUES AUS DEM WUNDERLAND. Ich lernte sie kennen durch das wunderbare Hörbuch >EMMA IM KNOPFLAND<, las kurz darauf begeistert >TODESBLÜTEN< und >FRIEDA AUS DER FLASCHE<. Als Ulrike Herwig schreibt sie Romane für ältere Leser, >MEIN GOTT, WANDA< ihr derzeit aktuellster Titel. Weitere Bücher von ihr stehen bereits in meinem Regal.

Außerdem schrieb sie drei spannende Folgen für LADY BEDFORT, die mir alle im Gedächtnis geblieben sind, obwohl ich sie hörte, als ich noch nichts mit dem Namen Rylance anfangen konnte. Dass eine Folge noch lange im Gedächtnis bleibt ist für mich bei solch einer langen Reihe ein Zeichen dafür, dass sich diese Episode und auffällt, in diesem Fall positiv.

Was den Hörplanet betrifft, muss ich wohl nichts mehr sagen, da schreibe ich ja immer wieder regelmässig darüber, ob nun AMADEUS, LADY BEDFORT, NACH DEM FROST oder andere Titel.

Also, zurück zu Alice: da haben also Ulrike Rylance und der Hörplanet gemeinsam etwas umgesetzt. Ich ging eher skeptisch an die Sache heran, einfach weil mir Alice inzwischen nicht mehr gefällt, beim 100sten Mal einfach langweilig wird. Daher habe ich den Titel >nach dem Kauf< damals ziemlich lange vor mir hergeschoben, bis ich es jetzt endlich gehört habe. Und ich war ziemlich begeistert, wow.

Was die Sprecher betrifft, mache ich statt einer Nennung diesmal ausnahmsweise eine Auflistung:

Erzähler: Ernst Meincke
Alice: Rike Götting
Baum : Dennis Rohling
Emma: Enie v. d. Meiklokjes
Herzkönig: Otto Mellies
Herzkönigin : Christel Merian
Kaninchen: Bodo Wolf
Kürbis: Tom Deininger
Schnecke: Joseline Gassen
Stein: Michael Eickhorst
Tanzhuhn: Marianne Groß
Twedeldei: Helmut Krauss

Alles durchweg bekannte Namen und altbekannte und -bewährte Sprecher, über deren Qualifikation man nichts mehr sagen muss und die das Hörspiel zu einem Genuss machen. Dazu sind Dennis Rohling und Michael Eickhorst (Betreiber der Hörplanet) als Sprecher in kleinen Nebenrollen ebenfalls zu finden. Über Rike Götting kann ich außer kleinen Rollen im Hörplanet nichts finden, mir ist der Name auch noch nie wirklich aufgefallen. Und ich muss zugeben, ich finde sie als Sprecherin für die Hauptrolle auch etwas ungünstig. Gerade Alice, die wichtigste Rolle, sollte professionell besetzt sein. Es ist klar, dass ein ungeübter Sprecher zwischen Größen wie Mellies, Groß, Krauss, Wolf und Co einfach untergehen muss, da kann man ihr auch keinen Vorwurf daraus machen. Es fällt eben doch mit jedem Satz auf, sosehr sie sich auch bemüht. Zwischen anderen Laiensprechern wäre sie vermutlich positiv aufgefallen mit ihrer sympathischen Stimme, so jedoch ...

Die Musik ist wieder gelungen, Dennis Rohling als Komponist beherrscht sein Handwerk. Ohne störende Momente untermalen die Melodien das Hörspiel und fügen sich gut ein, sorgen für eine packende Atmosphäre. Besonders das Titellied erinnert mich vom Stil her ein wenig an CORALINE und gefiel mir sehr: treibend, geheimnisvoll, geflüsterte Kinderstimmen zur Melodie, Unruhe und Spannung erzeugend.

Die Geschichte selbst finde ich überaus gelungen. Ich mag Carrolls Werk deshalb, weil er nicht nur eine witzige Nonsensgeschichte schreibt (das machen viele), sondern weil sein Humor intelligent ist und er sehr viele Wortspiele, Reime, Zahlenrätsel, Gedichte einbaut. In seinen Werken verbergen sich weit mehr Inhalt und Komplexität, als die meisten Leser es erahnen. Es ist nicht schwer, einen albernen Charakter zu erfinden und ihn in eine absurde Situation zu packen. Die Kunst dabei ist es, das so zu machen, dass es albern und absurd wirkt, hinter der Fassade jedoch clever und intelligent ist. Das ist Ulrike Rylance in jeder Hinsicht gelungen. Wortspiele, dazu ein paar Reime und Gedichte geschickt in die Handlung eingewoben. Die Charaktere scheinbar absurd. Nonsens, wie er sich gehört, jede Menge Sinn hinter dem Un. Das tanzende Huhn, die streitenden Bäume, die sprechenden Steine, das ist einfach köstlich. Dazu wieder die Herzkönigin, die allen den Kopf abschlagen will und von Alice meisterlich "besiegt" wird, ganz im Stil des Originals.

Mein erster Kontakt zu Rylance geschah ja über EMMA IM KNOPFLAND. Umso schöner fand ich es, Emma hier wieder zu begegnen. Interessant ist, dass ALICE vor EMMA entstand. Beim Schreiben der Story zu Alice kramte die Autorin ihre bereits lange gehegte Idee hervor, ein Buch über Knöpfe zu schreiben. Während sie in ALICE am Rande vorkommen und erst gegen Ende eine wichtige Rolle einnehmen, ist ihnen bei EMMA ein ganzes Buh gewidmet. Und wer denkt, dass man aus Knöpfen weder ein Hörspiel noch ein Buch machen kann, der hat eindeutig etwas verpasst! ;-)

Auch, wenn ihr von Alice inzwischen genugt habt - dieses Hörspiel müsst Ihr Euch unbedingt anhören! Witzige Charaktere, eine herrlich abgedrehte Story und intelligenter Humor, dazu perfekt passende Musik und sympathische Sprecher. Bis auf ein paar Ausnahmen ist ALICE - NEUES AUS DEM WUNDERLAND rundum gelungen.


SaschaSalamander 10.04.2013, 09.11 | (0/0) Kommentare | PL

Wie man die Welt rettet

johnson_weltretten_1.jpgWIE MAN DIE WELT RETTET (OBWOHL MAN HAUSARREST HAT) von >Pete Johnson< ist die Fortsetzung von >WIE MAN DIE RATSCHLÄGE SEINER ELTERN IGNORIERT<. Trotzdem kann das Buch sehr gut gelesen werden ohne Vorkenntnis des vorherigen Bandes. So liebe ich Fortsetzungen :-)

Markus ist also ein Halbvampir, und er hat seinen Eltern versprochen, nicht mehr zusammen mit Tallulah auf Vampirjagd zu gehen. Leicht gesagt, wenn plötzlich unglaublich tödliche Vampire in der Stadt auftauchen und nur diese beiden sie stoppen können! Außerdem hat Markus ja eine besondere Fähigkeit, die eigentlich schon längst entwickelt sein müsste, die aber noch immer auf sich warten lässt. Während der Junge also versucht, es allen gleichzeitig recht zu machen und ein braver Sohn, guter Schüler, heimlicher Vampirjäger und zuverlässiger Freund zu sein, läuft natürlich wieder alles aus dem Ruder, ... aber er wäre nicht "einer von tausend", wenn er solche Kleinigkeiten wie tödliche Vampirangriffe, die Begegnung mit einem Geist oder gar Hausarrest geschickt meistert ;-)

Und wieder hat mir dieses Hörbuch gefallen, Pete Johnson hat einfach eine unglaublich angenehme Art zu schreiben. Sein Stil ist einfach gehalten, sodass man ihn ohne Anstrengung aufnimmt und sich dabei sehr gut unterhält. Erzählt ist aus Sicht von Markus, der in seinem Blog als Ich-Erzähler Beiträge schreibt.

Markus als Erzähler ist somit natürlich die Person, in die man sich am besten hineinversetzen kann und die am deutlichsten charakterisiert ist. Trotzdem finden auch Mädchen sich sehr gut in die Geschichte ein. Tallulah, seine menschliche Freundin, und Gracie, das Halbvampirmädchen, werden anschaulich geschildert. Seine Gedanken über das Verhalten der beiden sowie deren Auftreten ihm gegenüber schaffen für die Leser ein klares Bild. Ich kann mir vorstellen, wie einige junge Leser sich wünschen, er möge sich doch für die eine bzw andere entscheiden. Was mich betrifft - doch, ich verstehe seine Zwickmühle, beide Mädchen sind toll, und sie sind so verschieden, keine von beiden ist besser oder schlechter, und er hat es wirklich nicht leicht, sich zu entscheiden.

Wie schon im anderen Band gefällt es mir, dass nicht von Beginn an klar wird, wer Freund oder Feind ist. Dadurch, dass man Cyrill, den "Schneemann", den Bauchredner und andere nur aus Sicht Markus´ kennenlernt, bleiben sie wunderbar undurchsichtig. Denn die Gründe für ihr Verhalten sind unklar, sodass manch einer sich ohne böse Absicht verdächtig macht oder sich durch intrigante Spiele als unschuldig darstellt. Ganz toll, denn dadurch wird man nicht nur als Jugendlicher, sondern auch als Erwachsener ganz schön an der Nase herumgeführt, und die Spannung über die wahren Hintergründe hält sich bis zum letzten Moment.

Es werden mehrere Handlungsfäden erzählt, die teilweise ineinander übergehen und manchmal auch gleichzeitig aufgegriffen werden. Dabei bleibt der Autor aber immer geradlinig ohne große Sprünge, sodass auch jüngere Leser der Handlung problemlos folgen können. Da ist einmal die besondere Fähigkeit, die seine Eltern fördern wollen und für die er beständig üben muss. Dann natürlich das Thema Mädchen, Gracie oder Tallulah. Außerdem macht er Jagd auf die tödlichen Vampire. Dazu kommt, dass er selbst einem Geist begegnet und ohne Hilfe herausfinden muss, was es damit auf sich hat (denn Tallulah darf ja nicht wissen, dass er ein Halbvampir ist, und die Eltern dürfen nicht wissen, dass er sich auf Vampirjagd macht statt sich um seine Fähigkeit zu kümmern). Trotzdem verliert man niemals den Überblick und findet sich immer bestens im Buch zurecht.

Durch die geschickte Erzählweise gelingt es Pete Johnson, immer wieder kleine Höhepunkte einzubauen, sodass es niemals langwilig wird und die Handlung stetig vorantreibt bis hin zum großen Finale, bei dem alles zusammenkommt. Das Besondere dabei finde ich: Johnson ist einer der Autoren, die das Schreiben von Büchern aussehen lassen, als wäre es völlig simpel: ein paar tolle Ideen, eine geradlinige Handlung, die typischen Charaktere für die Zielgruppe und ein oder zwei Konflikte, die es zu klären gibt. Erst, wenn man genau hinsieht, erkennt man, was eben den Hobby-Autor "ich hab da mal was geschrieben" vom Profi unterscheidet: eine komplexe Geschichte so wirken zu lassen, als sei sie völlig simpel und als könne jeder es schreiben, das ist wirklich eine Kunst für sich!

Anton Sprick macht seine Sache wieder hervorragend. Obwohl er Jahrgang 1994 ist, klingt er bereits wie einer von den Profis. Angenehme Stimme, er weiß sie je nach Situation zurückzunehmen oder zu variieren, verleiht den Charakteren eigene Persönlichkeit und kann gut die Eigenheiten von Mädchen, Jungen, alten oder jungen Menschen herauspicken und darstellen. Sein Tempo ist ideal, und er passt auch sonst sehr gut zur Figur des Markus.


FAZIT

Pete Johnson hat es einfach drauf. Er weiß, wie man Jugendliche begeistert und zum Lesen bewegt. Mit Witz und Spannung erzählt er von allem, was die Teens bewegt und im Alltag umtreibt. "Pädagogisch wertvoll" kann auch Spaß machen ;-)

Wertung: 9,8 von 10 Gespräche mit der eigenen Hand

SaschaSalamander 08.04.2013, 08.47 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Der letzte Engel

Zoran Drvenkar lese ich sehr gerne. Alles, was ich bisher von ihm gelesen habe, begeisterte mich. Mir gefällt, dass kein Buch dem anderen gleicht und er das Talent hat, immer wieder etwas Neues zu erschaffen. DER LETZTE ENGEL reizte mich inhaltlich sehr. Gelesen, Notizen gemacht, keine Zeit gefunden zum Rezensieren. Weil der Autor es nicht verdient hat, dass ich sein neuestes Werk einfach übergehe, hier also wenigstens meine Notizen:

Beschreibung:
Motte ist sechzehn Jahre alt, als eine anonyme E-Mail seinen Tod ankündigt: Mieser Scherz, denkt er. Doch am nächsten Morgen bemerkt Motte, dass sein Herz nicht mehr pocht und der Spiegel nicht mehr durch seinen Atem beschlägt. Dunkle Jäger und geisterhafte Mädchen folgen ihm und behaupten, dass in Motte etwas Uraltes zu einem Ende kommt. Denn er ist der letzte Engel auf Erden.

- Autor kann nichts dafür, aber Pfui an den Verlag: ich kann es nicht leiden, wenn ich Bücher lese und vorab keinen Hinweis finde, dass es sich um eine Reihe handelt. Wie wäre es auf dem Cover mit "Teil 1" oder einem Hinweis auf dem Klappentext? Ich fühle mich als Kunde nicht ernstgenommen, wenn man mir solch eine wichtige Information verschweigt

- Buch endet also nicht wirklich. Ist eher eine Art Vorgeschichte und ein Kennenlernen der Protagonisten

- Erzählstil ungewöhnlich, typisch Drvenkar. Viele Sprünge in Raum und Zeit. 1815 beim russischen Zaren, das Arktische Eis, die Gegenwart, vor 50 Jahren, unbekannter Ort vor Äonen von Jahren. Nicht chronologisch erzählt

- sehr viele Charaktere, die nach und nach dazukommen, man muss sich bemühen Überblick zu behalten. Hat das Potential zu einer ganz großen Saga

- Erzählstil wechselt regelmässig von Du über Ich über 3. Person hin zu Allwissendem Erzähler, je nachdem, wer gerade Hauptperson des jeweiligen Kapitels ist

- Alter, Geschlecht, Zeit, all das spielt für den Autor keine Rolle. Wie gewohnt setzt sich Drvenkar über Konventionen hinweg und erschafft einen neuartigen Erzählstil, scheinbar harmlos verpackt in einen netten Roman

. sprachlich kenne ich von Drvenkar weit Besseres als diesen aktuellen Titel

- Engel sind momentan Mainstream. Was den Leser hier erwartet, ist jedoch kein Mainstream, sondern etwas abseits der Norm, höchst Unengelhaft

- Um die Regeln zu brechen, muss man sie kennen. Und Drvenkar kennt sie wohl sehr gut, setzt sich regelmässig darüber hinweg, was Aufbau, Charaktere usw beetrifft

- das Buch ist inhaltlich äußerst spannend. Trotzdem gab es einige Momente, die ich als Längen empfand. Ganz besonders, wenn man nicht weiß, dass es der Beginn einer Reihe ist, wird es zu ausufernd und weitschweifig. Ich fand das Buch spannend, hatte aber niemals das Gefühl "ich kann es nicht weglegen, ich MUSS jetzt sofort weiterlesen"

- Gebrüder Grimm, Söldner, Kriegsschlachten auf Berggipfeln, ein seelenraubender Rabe, Erscheinungen von toten Mädchen, eine geheime Bruderschaft, uralte Archive, moderne Mailkommunikation. Und ein Engel in Boxershorts mit Garfield-Aufdruck. DAS sind die Zutaten für einen ungewöhnlichen Jugendroman

Fazit: sehr gute Grundlage und vom Autor gekonnt gemixt. Trotzdem einige Schwächen, die es zu einem insgesamt netten Jugendbuch, nicht aber zu einem Top Titel machen.


SaschaSalamander 02.04.2013, 08.35 | (0/0) Kommentare | PL



 






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