SaschaSalamander
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Tribute von Panem 01

collins_panem_1.jpgAnmerkung vorab: ich schreibe Rezis, die ich manchmal erst später veröffentliche (ist ja blöd, fünf am Tag zu veröffentlichen, wenn ich gerade Zeit und Lust zum Schreiben habe und dann wochenlang garnix zu veröffentlichen). Dies ist eine davon. Gestern schrieb ich schon von Band zwei und drei. Aber damit Ihr überhaupt wisst, von welchem Buch ich rede, hier also endlich die Rezension zum ersten Band der Trilogie "Tribute von Panem" (im Original "die Hungerspiele") von Suzanne Collins.

Die 16jährige Katniss ist seit dem Tod ihres Vaters "der Mann im Haus", sorgt für Nahrung, betreibt den Handel, baut die depressiv gewordene Mutter auf, kümmert sich um die Erziehung und Pflege der jüngeren Schwester und hält die Familie aufrecht. Einmal im Jahr finden die sogenannten "Hungerspiele" statt, in denen die Namen aller Jugendlichen auf Zettel geschrieben und ausgelost werden. Die Ausgewählten einer jeden aus den zwölf Regionen (ein Junge, ein Mädchen) müssen in die Arena und gegen die anderen kämpfen. 24 Jugendliche, und nur einer wird als Sieger überleben. Klar ist es abzusehen, dass unsere Protagonistin und Ich-Erzählerin gewinnen wird, so sie nicht rückblickend als Geist ihre Story erzählt (eine Wendung, die in diesem Genre eher unüblich ist).

Ein wenig Spannung kommt hinzu, als sie natürlich Verbündete innerhalb der Arena gewinnt. Zudem ist der männliche Gegenpart ihrer Region ein Junge, der ihr sehr viel bedeutet und der nun auch noch sagt, er sei in sie verliebt. Immer brutaler wird das Spiel, immer schwerer die Gegner, bis sich nur noch wenige am Ende gegenüberstehen und darum ringen, als Überlebender die Arena zu verlassen.

Nichts Neues, alles schon dagewesen, ich mag die unzähligen Filme und Bücher schon gar nicht mehr aufzählen zu diesem Thema (einige davon sogar sehr gut, meine drei Favoriten darunter "Running Man", "Todesmarsch" und "Battle Royal". Dies allerdings Horrorgeschichten und nicht für Kinder gedacht, "Tribute von Panem" ist freigegeben für alle Altersstufen). Aber NOCH ein Buch zu diesem Thema? Ich war äußerst skeptisch und habe das Lesen lange hinausgezögert. Als ich dann endlich den Anfang wagte, konnte ich es nicht mehr beiseite legen!

Ja, das Thema ist uralt. Aber das Drumherum ist wirklich sehr gut gelungen. Eine Welt, ähnlich der unseren, ein futuristisches Amerika mit einigen Varianten zu unserer Gegenwart. Und es gelingt der Autorin sehr gut, diese Welt lebendig werden zu lassen. Es ist so leicht, sich in die Charaktere hineinzuversetzen, ihre Ängste zu spüren und mit ihnen zu fiebern, dass ich wünschte, das Buch würde nicht enden. Auch die Nebenfiguren, etwa der Bäcker, der Stylist Cinna oder der alte frühere Sieger, Held und Mentor werden beim Lesen lebendig, als wären sie reale Menschen. Die Welt und ihre Eigenheiten, die Landschaft, die Natur, die Gepflogenheiten, es passt alles sehr gut zusammen als ein einziges, wundervolles Bild.

Der Kampf ist gar nicht einmal sosehr das Hauptthema beim Lesen, zumindest empfand ich dies nicht so. Zugegeben war es stellenweise dann doch überraschend brutal dafür, dass es für alle Altersgruppen freigegeben ist (16 wäre als Film mein Minimum gewesen! Ein Junge stürzt sich auf sie, will sie töten, hustet ihr plötzlich Blut ins Gesicht, als er von hinten mit dem Messer erstochen wird, na lecker! Meiner Ansicht nacht nichts für Kinder!). Das war aber für mich auch das einzige Manko, denn ansonsten geht die Autorin mit dem Thema Tod und Sterben zwar recht grausam, aber nicht übertrieben brutal vor. Andere Schreiber weiden sich an dem Leid und ergötzen sich an möglichst schaurigen Schilderungen, während es hier eben eine Notwendigkeit ist, die kurz und knapp geschieht und dann auch schon wieder vorüber. Dadurch emotional sogar umso grausamer, doch weniger detailliert und blutig. Aber, wie gesagt: es gehört zum Buch und wurde so knapp als möglich gehalten, hatte ich den Eindruck. Vor allem, da der Leser Katniss begleitet und diese sich zu Beginn vor den Kämpfen versteckt, sodass die meisten Tode der Arena ohne die Gegenwart des Lesers geschehen ...

Auch die Sprecherin Maria Koschny macht ihre Sache sehr gut. Ich kannte sie davor nicht wirklich, und ich finde ihre Stimme auch wenig einprägsam (das ist bei jungen Frauen leider die Krux, nur wenige sind wirklich so auffällig, dass man sie überall wiedererkennt, da haben es Männer einfach leichter), aber sie spricht hervorragend, passt grandios zur Protagonistin und schafft es sehr gut, Gefühle an den Leser zu übertragen. Gerne habe ich ihr gelauscht und gehofft, sie möge immer weiter erzählen. Werk und Stimme passen sehr gut zusammen, da hat der Verlag eine prima Wahl getroffen!

Der zweite Band liegt bereits auf meinem Schreibtisch, und ich kann es nicht erwarten, bis der dritte endlich bald erscheinen soll! Für den zweiten Band hat sich die Autorin eine Neuauflage des Themas ausgedacht. Der dritte Band ist auf Englisch kürzlich erschienen, und ich frage mich, ob es möglich ist, das Thema noch weiter auszureizen, ohne es dabei zu zerstören. Ich bin gespannt!

SaschaSalamander 28.09.2010, 12.53| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Serie, Fantasy, Jugend, Dystopie, Tip,

Geplauder rund ums Buch

Gestern und heute ist etwas passiert, das nur sehr selten vorkommt: ich habe zwei Hörbücher abgebrochen. Und das, obwohl sie mir gefielen!

Wie es dazu kam?

Gestern lernte ich jemanden kennen, wir unterhielten uns großartig über Bücher, wie es sonst nur sehr selten möglich ist. Unter anderem kam das Gespräch auch  auf "Reckless", welches ich gerade hörte. Ich erzählte, dass die Story zwar recht gut, ich jedoch nicht wirklich überzeugt sei. Woraufhin ich Protest erntete! Das Buch sei toll, aber die Worte könnten nur im Buch wirken, im Hörbuch ginge das angeblich völlig verloren. Und sie würde mir das Buch auch sehr gerne ausleihen, wenn ich verspreche das Hörbuch abzubrechen und statt dessen von Beginn an das Buch zu lesen. Nun gut, ich bin gespannt, dann will ich mal sehen, ob sie Recht hat. Ich war heute zuuuufällig in der Buchhandlung *hust* und habe dann auch mal in das Buch hineingesehen. Und, ich muss zugeben, tatsächlich hat mich die erste Seite bereits sehr gefesselt, was im Hörbuch nun wirklich nicht der Fall war (ich muss aber auch sagen, dass ich den Sprecher nicht mag. Er ist nicht übel, aber für Funke passt er nicht, hatte mich schon bei den anderen Werken gestört. Weiß nicht, warum er immer so gerne für sie genommen wird?). Es ist zwar ein wenig frustrierend, mittendrin abzubrechen, denn sooo schlecht war es nun auch wieder nicht, aber ich freue mich nun schon sehr auf das Buch!

Und das andere Buch ist "Tribute von Panem". Der erste Teil hat mich begeistert, ich war ein wenig enttäuscht, es nur gehört statt gelesen zu haben, denn ich hätte jeden zusätzlichen Satz der Autorin aufgesogen. Heute habe ich den zweiten Teil als Hörbuch begonnen und später in einer Rezension im Web etwas gelesen, das VOR dem Inhalt passiert sein muss, den ich bereits gelesen habe. Also schon wieder etwas verpasst, das machte mich richtig kribbelig, die Tribute sind einfach ZU gut, als dass ich etwas würde verpassen wollen! Also ab ins Web, bei Big A nachgeschlagen, was es als Dreierset kostet (im Deutschen muss man noch ewig warten, aber auf Englisch ist es bereits komplett *sabber*). 28 Euro, super! Nach der Arbeit sofort in die Buchhandlung und bestellen wollen, und ... ups! Dort zahle ich 40 Euro! Ich möchte den lokalen Buchhändler liebend gerne unterstützen, aber 12 Euro ist ein ganzes Buch (oder zwei kleine Taschenbücher) *snief*. Die Dame verstand, dass ich dann doch lieber im Web bestellen wollte. Ich ließ auch gleich mal vergleichen, was meine Lemony-Snicket-Box kosten würde. Bei Big A kostet sie 70 Euro, im Buchhandel wären es 123 Euro. Das frustriert mich. Aber leider sind englische Bücher nicht preisgebunden, und der große Onlinehändler aus Amerika hat eben einfach bessere Verkaufszahlen und bessere Kontakte nach Übersee als mein kleiner Laden um die Ecke, so leid mir das tut.

Äh, eigentlich wollte ich ja nicht über Buchhandel reden, sondern über die beiden abgebrochenen Bücher ... aber, ach, wenn ich schon dabei bin:

auf Arbeit haben wir eine Ausländerin, die einen Sprachkurs Spanisch bestellen will. Bei uns läuft das auf Arbeit nur über Nachnahme, Rechnung etc ist alles nicht möglich, und ich muss das ausführen. Bei Big A kein Kontakt und keine Onlinebestellung möglich. Da wir aber immer über die großen Onlinehändler bestellen sollen, ging ich also zum roten W. Dort bestellte ich telefonisch, nach zwei Wochen fragte ich nach und bekam zu hören, dass es keine Bestellung gäbe. Also neue Bestellung aufgegeben, aber schon wieder ging es nicht, und zum dritten dann also beim roten W über Email mit der deutlichen Bitte um Bestätigung der Bestellung und des Versandes. Großes "Entschuldigung" in der Antwortmail vom Verlag, und heute kam das Päckchen tatsächlich an.

Und zwar: Buch A, welches vor zwei Wochen lieferbar war (als die Bestellung nicht angenommen wurde und unter den Tisch fiel) ist nicht mehr lieferbar. Buch B wurde geliefert (der unwichtigste Teil der Bestellung). Buch C war der falsche Titel, nämlich Weißrussisch statt Spanisch. Ich rief also zum xten Mal dort an und war schon sehr angefressen inzwischen. War sauer, dass kein Retourschein dabei war, keine Bestellbestätigung, nichts, nur das Päckchen, das Buch und die Sprach-CD. Pampfte mich die Dame doch frech an (wobei: ich war angefressen, ABER ich blieb höflich, denn ich weiß, dass die Dame am Telefon nix dafür kann, wenn irgendwo was falsch verpackt wird), dass CDs prinzipiell nicht umgetauscht würden und deswegen kein Retourschein dabei sei. Ich habe ihr mehrfach zu erklären versucht, dass ich eine SPANISCHE CD bestellt hatte, keine RUSSISCHE, und dass ich umtauschen wolle, weil die spanische Dame die russische CD garantiert nicht hören und brennen würde. Auf der CD klebte sogar der Versandaufkleber des Verlages mit dem bestellten spanischen Titel darauf, aber was nützt mir ein spanischer Aufkleber auf einer russischen CD? Die Dame behandelte mich sehr unhöflich, als wäre ich zu blöd eine Bestellung aufzugeben (ich habe mein Mail mehrfach kontrolliert heute, ich hatte korrekt bestellt, es wurden einfach im Lager Waren vertauscht, kann passieren). Das Gespräch ging noch weiter, und sie behandelte mich von Minute zu Minute unhöflicher.

Ich habe gesagt, dass ich das Buch, welches angefordert war (das große teure, welches nicht lieferbar war und eigentlich Hauptteil der Bestellung war) abbestellen würde, wir tauschen die CD um, das Buch wollen wir nicht. In meiner Lieblingsbuchhandlung um die Ecke sprach ich das Problem an und bestellte das Buch nun dort. Ich wurde superfreundlich behandelt, bekam direkt einen Vorab-Lieferschein, das Buch ist lieferbar, wird morgen versendet und kommt morgen dann bei unserer Dame an. SO einfach geht das. Seit rund vier Wochen ärgere ich mich mit dem roten W herum, und beim Laden um die Ecke klappt es sofort. Und wieder fühlte ich mich bestätigt, meine Bücher neverever online zu kaufen (außer wenn ich bei englischen Titeln 10 bis 50 Euro spare *seufz*).

Wie ich das rote W einschätze, wird die CD eine Woche brauchen, der Retourschein ist vergessen, und das große Buch schicken sie trotzdem (aber das wird dann nicht angenommen sondern geht retour an Sender, Annahme verweigert *höhö*). Toll, ich hab ja auch sonst nichts zu tun als mich mit dämlichen Telefondamen herumzuschlagen, dass ich CDs nicht umtauschen darf *grummel* (was arbeite ich noch mal? *skeptisch guckt*)

Ich liebe private Buchhandlungen, wo man keinen Mainstream kauft, sondern wo wirklich GUTE Bücher stehen, wo man freundlich bedient wird, wo man noch ein nettes Gespräch führt und die Leute noch bestrebt sind, einen Kunden als König zu behandeln und die es sich nicht leisten können, für einen Bestellvorgang 20 Mitarbeiter zu beschäftigen, von denen keiner weiß, was nun eigentlich passiert ist, wenn am Ende alles schiefläuft, sondern die wenige aber dafür kompetente und freundliche Leute beschäftigen, die ihren Job gerne machen und mit Menschen umgehen können :-)

SaschaSalamander 27.09.2010, 20.49| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Pulp

Statistik KW 38

Gelesen / Gehört
Scary Lessons 02-03  (E Ishikawa)
A Lollypop or a Bullet 02 (K Sakuraba, I Sugimoto)
Falscher Engel (J Dobyns)
Reckless (C Funke)
Galerie der Lügen (R Isau)


Gesehen
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Getauscht
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Gekauft
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SaschaSalamander 26.09.2010, 21.06| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Steinernes Fleisch

Als ich vor Monaten schon davon hörte, konnte ich es nicht erwarten, "Reckless" endlich in den Händen zu halten. Mich nervte zwar die megamäßige Vermarktung. Ich mag es gar nicht, wenn Bücher auf die Bestsellerliste gedrängt werden, noch lange bevor sie überhaupt erscheinen. Das hat nichts mehr mit "ist gut" zu tun, sondern nur noch mit Kommerz, erst recht wenn die Dame Funke heißt, aus Deutschland kommt, erfolgreich in Amerika verfilmt hat und nun schon die Diskussion über ein Filmprojekt für das neue Buch noch vor dessen Veröffentlichung läuft :(

Ich habe mir die Rezensionen im Netz nicht weiter angesehen, stelle aber fest, dass die Meinung der Leser stark auseinandergeht, und es gibt auch viele negative Stimmen.

Wie es mir gefällt, werde ich später entscheiden, nach eineinhalb von acht CDs ist es mir derzeit noch zu früh. Doch bisher vermag die Geschichte mich nicht zu fesseln. Ich empfinde sie als ähnlich kühl und leblos wie der Stein, in welchen sich der jüngere Bruder nach und nach verwandelt. Ich hoffe, dass ich von der Handlung noch in den Bann gezogen werde, ansonsten war es leider ein Hindurchringen, um es eben gelesen zu haben und mitreden zu können. Wäre schade, denn von Funke bin ich Besseres gewohnt. Mir ist klar, dass es kein zweites Tintenherz geben wird, damit hat sie etwas völlig Neues geschaffen, und damit habe ich Reckless auch noch keine Minute lang vergleichen. Aber noch will die Funke eben nicht überspringen beim Lesen ... (okayokay, ´nen Fünfer in die Kasse für schlechte Wortwitze *klingel*). Mal sehen, wie es weitergeht ...

SaschaSalamander 25.09.2010, 12.06| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Max und Mary

In mir ist Aufruhr, und ich weiß nicht, wie ich diesen Film beschreiben und wo ich in meiner Rezension anfangen soll. Spontan denke ich an "Die Elenden" (Buch von Hugo), "Hinter dem Horizont" (Drama mit Robin Williams" und "Barfuss durch Hiroshima" (Biographie-Manga von Keji Nakazawa), die für mich zu den absoluten Highlights gehören, wie es nur ganz wenige gibt. Aber ich versuche es jetzt einfach mal der Reihe nach. Ich war im Kino, und dort sah ich einen Film: "Max und Mary - schrumpfen Schafe, wenn es regnet?"

Mary-Daisy Dinkle ist 8 Jahre und lebt in Australien. Ihr Leben ist recht traurig, denn ihre Mutter ist alkoholsüchtig und stiehlt, ihr Vater arbeitet den ganzen Tag in der Fabrik (Fäden an Teebeutel heften) und stopft nach der Arbeit tote Tiere aus, in der Schule wird sie ausgelacht, sie findet sich hässlich wegen ihres kackfarbenen (O-Ton) Muttermales. Sie wäre so gerne hübsch, würde so gerne geliebt werden. Eigentlich war sie nur ein Unfall, erzählt ihre Mutter ihr.

Max Jerry Horowitz ist jüdisch-atheistischer Mittvierziger, lebt in New York, besucht regelmässig eine Selbsthilfegruppe wegen seiner Adipositas, und er versteht Menschen einfach nicht. Er ist Asperger-Autist, zeigt zwanghaftes Verhalten und kann sich nicht in der Welt um ihn herum zurechtfinden.

Durch Zufall gelangt Mary in einem Telefonbuch an seine Adresse. Sie wünscht sich sehnlichst einen Freund, und so entschließt sie sich spontan, einfach jemandem zu schreiben. Ganz offen erzählt sie ihm von sich und ihrem Alltag, auf kindlich-naive Weise, liebenswert und zutiefst melancholisch. Max ist überrascht, "confuzzled" (confused und puzzled), dieser unerwartete Brief bringt ihn aus dem Rhythmus, doch nachdem er sich wieder gefangen hat, antwortet er ihr ebenso offen und freundlich. Bald verbindet die beiden eine innige Freundschaft, die auch durch längere Pausen (etwa als Max für acht Monate in eine psychiatrische Klinik muss, nachdem ein Brief von Mary ihn sosehr getriggert hatte) nicht abbricht. Viele Schicksalsschläge müssen sie erleiden, auch viele schöne Momente gibt es, und das Leben geht weiter. Trauer, Tod, Heirat, Studium, Lottoweginn, weitere Tode, Psychotherapie, Operation, eine Unzahl an Ereignissen, welche die kleine Welt der beiden erschüttert, bis Mary sich eines Tages endlich aufmacht, um Max gegenüberzustehen ...

Es ist ein Animationsfilm aus Knetfiguren, wie man es von "Wallace and Gromit" kennt. Auch ist es eine Liebesgeschichte, die aufgrund des Altersunterschieds und der skurillen Charaktere an "Harold and Maude" erinnert. Und doch ist es etwas komplett Neues und Eigenes, was der Regisseur Adam Elliot erschaffen hat. Er hat ein Meisterwerk geboren, wie es viel zu schade ist, um sosehr vor sich hinzudümpeln. Leider vermute ich, dass der Film kaum Anhänger finden wird, auch im Kino geht er derzeit eher unter. Dabei hätte er großen Ruhm verdient!

Zwar mag es ein Animationsfilm sein, wobei man eher an Kinder denkt. Freigegeben ist er ab 12, das mag von der Story her auch machbar sein. Aufgrund seines Inhaltes, seiner Tragweite und Tragik ist er jedoch ein reiner Erwachsenenfilm, mit dem Kinder wohl auch kaum etwas anfangen könnten. Es werden Themen behandelt wie Depression, Selbsthass, Suizidgedanken, Autismus, Alkoholismus, Zwangsstörungen. Und zwar auf eine Weise, die an die Substanz geht. Es wird nichts erklärt, sondern die Figuren agieren, und allein ihre simplen Handlungen und die anfangs noch naiven Gedanken des kleinen Mädchens, das bald zu einer jungen Frau heranreift, berühren den Zuschauer sehr. Man hört den von ihr gelesenen Brieftext, in welchem sie von einer Szene erzählt, als sie im Schulhof gemobbt wurde. Dazu sieht man die entsprechenden animierten Bilder, wie der Junge ihr Brot stiehlt, sie auslacht etc. So hilflos, verlassen und wehrlos sitzt sie auf ihrer Bank, dass spätenstens an dieser Stelle die ersten Tränen fließen, von denen im Laufe des Filmes noch viele weitere folgen werden, für die Charaktere ebenso wie für den Zuschauer.

Es gibt unzählige Momente, die tief im Herzen berühren. Etwa Marys Reaktion, als Max erzählt, dass er nicht weinen kann. Maxens unsichtbarer Freund Ravioli, welcher lesend in der Ecke sitzt, seit der Psychiater Max erklärte, dass er keinen unsichtbaren Freund mehr benötigt. Die Wäscheklammern anstatt der Knöpfe. Die Reaktion des Nachbarjungen, nachdem Mary von ihrer Operation zurückkehrt. Kleine Momente, grandios in Szene gesetzt und unendlich ergreifend. Oft nur Nebensätze, manchmal nur wenige Sekunden, und jedes Bild des Filmes exakt herausgearbeitet, als wäre es die Kernszene, nichts was verblasst oder vor anderen Szenen zurückstecken müsste. Es ist eine Ansammlung von Höhepunkten in einem Film ohne jegliche Action und Hektik.

Auch muss man ganz besonders auf die Details achten. Es ist im Grunde sogar besser, den Film mehrfach zu sehen, weil einfach zuviele Kleinigkeiten verloren gehen, wenn man sich das erste Mal auf Text, Inhalt und Vordergrund konzentriert. So etwa der Bettler vor Maxens Haus, der regelmässig neue Schilder vor sich aufstellt, so etwa "Umarmungen" für ein paar Cent. So traurig, und doch nur eine Randerscheinung, erzählt er zwischendurch seine ganz eigene Geschichte. Oder der kleine Nachbarsjunge, welcher stottert. Der Nachbar, welcher Angst hat aus dem Haus zu gehen. Die freundliche Haushaltshilfe, die zwar schlecht sieht aber trotzdem meistens alles zur Zufriedenheit erledigt. Bilder an der Wand, die ihre eigene Geschichte erzählen, Menschen auf der Straße. So viel, was dieser Film zu sagen hat, ...

Dazwischen einige Situationen, in denen man lachen könnte. Manchmal gelingt es, manchmal bleibt das Lachen im Hals stecken. Die Situationen sind stark überspitzt, und alleine das macht den Film an manchen Stellen erträglich, das Lachen fast schon gezwungen, um sich selbst ein wenig aufzulockern. Elliot hat sehr schöne Möglichkeiten gewählt, die Texte mit Bildern zu untermalen, und gerade, weil die Knetfiguren so unrealistisch und teils sogar hässlich aussehen, wirkt alles umso sympathischer. Ich glaube, als Spielfilm wäre "Max und Mary" kaum umzusetzen, es würde entweder zu albern werden (da die pointierte Komik mit Menschen anders umgesetzt werden müsste und man sie nicht extrem überzeichnen kann) oder aber zu tragisch (wenn man den Humor entschärft). Mit der Technik des Stop-Motion wurde die einzige Möglichkeit der Verfilmung angewendet, die ich mir für diesen Inhalt vorstellen kann. Während Animationen meist zu glatt sind, sind Knetfiguren unperfekt, und das sind auch die Charaktere, und das ist auch ein Fazit des Filmes: "ich verzeihe Dir, denn Du bist unperfekt. Du bist ein Mensch, und Menschen sind nicht perfekt. Auch ich bin nicht perfekt". Eine so simple Wahrheit, und doch so schwer zu ertragen ...

Die Bilder sind sepiafarben gehalten bei Mary (denn ihre Lieblingsfarbe ist braun), schwarzweiß bei Max (so sieht er die Welt). Dazwischen einzelne Farbkleckse, die besondere Erlebnisse hervorheben sollen. Es gibt nur fünf  Sprecher, die sich je nach Situation abwechseln: die junge Mary (sie liest die Briefe vor), die erwachsene Mary (Briefe), Max (Briefe), Damian (ein Brief und, wenn ich mich recht entsinne, sehr wenige Sätze?) sowie der Erzähler, welcher den Hauptteil der Geschichte trägt. Sie nehmen sich in ihrer Persönlichkeit sehr stark zurück und lassen die simplen Worte für sich wirken, was sie an manchen Stellen umso dramatischer wirken lässt. Sie lesen die Worte, und der Zuschauer muss sie verarbeiten. Untermalt von wundervoller Musik, die niemals stört sondern perfekt passt, indem sie dramatische Momente manchmal hervorhebt, manchmal besonders tragische Szenen mit leichter Musik erträglicher macht (oder umso schlimmer wirken lässt, denn gerade die kindliche Unschuld lässt einen schweren Schicksalsschlag umso grausamer erscheinen).

Ich kann für mich persönlich ohne Umschweife sagen, dass es von allen Animationsfilmen, die ich je gesehen habe, der für mich in dieser Art bisher beste war! Klar kann man nicht alles miteinander vergleichen, aber etwas wie "Max und Mary" gibt es nur sehr selten. Müsste ich ihn einem Genre zuordnen, würde ich sagen "Tragikomödie", aber das trifft nur einen geringen Teil. Ich denke, es ist auch egal. Es ist eben doch nicht alles schwarz-weiß, und die Dinge sind unperfekter und komplizierter, als es uns manchmal recht ist.

Ohne Zweifel kann ich "Max und Mary" jedem empfehlen, der fernab vom Mainstream bereit ist, einen Film zu sehen, der zu Herzen geht ohne rührig zu sein, und der ohne Action einfach nur eine Geschichte erzählt, die ... ja, was eigentlich? Nein, es braucht keinen Grund. Es wird einfach eine Geschichte erzählt. Wer bereit ist, sich einfach nur auf die Geschichte dieser beiden Menschen einzulassen, der wird mit einem Filmjuwel belohnt, wie es nur selten zu finden ist.


SaschaSalamander 20.09.2010, 10.14| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Film

Statistik KW 37

Gelesen / Gehört
Splitterherz (B Belitz)
Geister (M Callari)
Wilder Schmetterling (H Kusumoto)
Guin Saga 01 (K Kurimoto, H Sawada)
Scary Lessons 02 (E Ishikawa)
A Lollypop or a Bullet (K Sakuraba, I Sugimoto)
Falscher Engel (J Dobyns)


Gesehen
Max und Mary (Kino)


Getauscht
Der abenteuerliche Simplicissimus (Grimmelshausen)


Gekauft
First Yoyo Tips & Tricks
Poi-Schwingen (M Kahn)
Nana und Kaoru 01 (R Amazume)
Guin Saga 01 (K Kurimoto, H Sawada)
After School Nightmare 10 (S Mizushiro)
Wilder Schmetterling (H Kusumoto)
Royal Dolls Orchestra 02 (K Yuki)

SaschaSalamander 19.09.2010, 20.15| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Flop und Top

Letzte Woche hörte ich "Traveler". Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, denn ich mag Dystopien, und dieses wird häufig genannt und viel gelobt. Viele Leute schon haben mir das Buch empfohlen, und der Inhalt klingt klasse. Allerdings habe ich es sowohl als Hörbuch wie auch als Roman schon mehrfach begonnen und dann wieder abgebrochen. Diesmal habe ich mich aufgerafft und fast zwei CDs gehört. Aber der Funke will einfach nicht überspringen. Ich kann mich nicht in die Charaktere hineinversetzen, in meinem Kopf entstehen keine Bilder, und ich bin nicht wirklich interessiert daran, wie es weitergeht. Eigentlich schade. Aber ich werde es irgendwann wieder einmal versuchen. Wer weiß, vielleicht ist es nur die falsche Zeit dafür momentan. Und vielleicht ist es auch einfach nicht mein Buch. Mal sehen ...

Direkt im Anschluss legte ich mir "Splitterherz" auf die Ohren. Und ich muss sagen, es gefällt mir dafür umso besser. Eine ruhige Handlung, Fantasy für jugendliche Mädchen. Allerdings einmal nicht auf der Vampirschiene (Zitat im Buch sinngemäß "ach, ihr mit Euren Vampiren immer, was findet Ihr nur an denen" *g*), sondern etwas komplett anderes. Ein Nachtmahr. Sehr faszinierend. Nicht notwendigerweise neuartig, in diesem Genre jedoch für mich noch frisch und unverbraucht. Ich bin bald am Ende, und falls nicht ein völliger Absturz am Ende kommt, bin ich wirklich begeistert von diesem Buch! Ich mag es, wenn Autoren sich etwas Neues einfallen lassen. Klar, das Rad kann man nicht neu erfinden, aber es immerhin ein wenig variieren, und das hat Bettina Belitz getan. Mal sehen, wie der Roman abschließt ...

SaschaSalamander 18.09.2010, 14.47| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Statistik KW 36

Gelesen / Gehört
Die Einsamkeit der Primzahlen (P Giordano)
Gelegenheit macht böse (G Seeger Ays)
Geister (M Callari)
Die Soziologie des Essens (P Bordieu)
Traveler (J Twelve Hawks)


Gesehen
Walhalla


Getauscht
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Gekauft
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SaschaSalamander 12.09.2010, 20.05| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Gelegenheit macht böse

Und gleich geht es weiter mit schwarzem Humor. Nach "Makellose Morde to go" las ich direkt im Anschluss "Gelegenheit macht böse" von Gisela Seeger Ays. Diesmal bis auf eine Ausnahme keine Mordgeschichten, dafür aber kleine, herrlich gemeine Geschichtlein um Menschen, die vom rechten Weg abgekommen sind.

Für ein kaputtes Elektrogerät könnte man doch die Haftpflicht eines Freundes, ...? Ist das Rad wirklich gestohlen, oder war es doch nur zu alt? Eine kleine Wette, die man nicht verlieren kann, weil man das Ergebnis schon kennt? Einen Geldbeutel ohne Visitenkarte und Ausweis wirklich zum Fundbüro bringen statt zu behalten? Mal ehrlich -  wer kann von sich ganz ehrlich behaupten, noch niemals der Versuchung erlegen zu sein?

Wirklich köstlich, ich habe es leider nicht geschafft, das Buch aufzuteilen, sondern habe es dann doch fast am Stück gelesen. Allerdings lesen sie sich auch sehr flüssig ohne groß darüber nachzudenken. Einfach in der Handlung, eine spritzige Pointe, genau richtig für meinen Geschmack.

Schadenfreude ist etwas, das mir im realen Alltag fremd ist. Ich freue mich nicht, wenn jemandem ein Missgeschick passiert oder ein Verbrecher vom Schicksal seine gerechte Strafe bekommt. Aber im Film und in der Literatur tut es dann einfach nur gut, mal seine böse Seite ein wenig herauszulassen und sich darüber zu freuen, dass ein Mörder wohl nicht mit dem ungewöhnlichen Leibwächter der hübschen Tänzerin rechnete. Oder zu lesen, wie ein Tresorknacker selbst über den Tisch gezogen wird. Und wenn die verwöhnte, aufdringliche Ehefrau einen Klassewagen will statt des bisherigen Autos, dann freut es, wenn sie in der Garage eine besondere Überraschung erwartet :-)

Manchmal sogar gelingt es der Autorin Mitleid für den Täter zu wecken. Denn es ist vor allem "der kleine Mann", der hier der Versuchung erliegt, und sehr gut kann man sich mit dem Händler identifizieren, der doch nur ein wenig den Gewinn ankurbeln möchte; nur zu gut versteht man den jungen Straßendieb, der sich ein wenig am Reichtum der noblen Urlauber bedienen möchte.

Ach, die Grenzen verschwimmen. Was ist böse, was ist gut? Sind wir wirklich so anständig, wie wir selbst es von uns erwarten? Oder wären wir nicht doch bereit, einen kleinen Schritt weiter zu gehen? Auf jeden Fall sehr zu empfehlen, wenn man zwischendurch einmal für einen genüsslichen Moment die festgetretenen Pfade der Moralvorstellun über Bord werfen möchte ;-)

SaschaSalamander 08.09.2010, 10.36| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Schräg, Humor, Krimi, Kurzgeschichten, Deutsch, Tip,

Makellose Morde to go

henke_makellosemorde_150_1.jpgManche Bücher findet man nur, wenn man mit der Nasenspitze drauf gestoßen wird. Denn nicht alles wird großartig in den Buchläden vermarktet und hat eine große Lobby. Schade, denn nicht immer bedeutet "große Werbung" auch tolles Buch oder umgekehrt. Und so hoffe ich, ein paar Leser auf dieses kleine Büchlein aufmerksam zu machen, das es wirklich verdient hat ;-)

"Makellose Morde to go" von Susanne Henke ist eine Sammlung von "erlesenen Verbrechen und herzerfrischenden Gemeinheiten", so verspricht es das Cover. Auf der Rückseite im Klappentext sogar ein Vergleich zu Roald Dahl. Na, DAS ist ein großes Versprechen, denn ich bin großer Verehrer dieses Meisters der pointierten Kurzgeschichten. Auch E W Heine wird als Vergleich hergezogen, über den ich >hier< bereits begeistert schrieb.

Die Geschichten handeln meistens von recht skurillen Todesfällen, häufig Morden, manchmal auch Situationen von "dumm gelaufen". Fiese Racheakte, ein kleiner falscher Schritt, ein unbedachtes Wort. Häufig bekommen Bösewichte ihre gerechte Strafe, und manchmal trifft es unschuldige, wehrlose Menschen völlig unerwartet und ungerechtfertigt, grausam wie eben das Leben so spielt. Ein paar der Stories erinnern mich an Dystopien, die so weit gar nicht entfernt scheinen. Eine Versicherung, die erfreut ist über ein auszuzahlendes Mitglied weniger, eine käufliche Zeitung ohne Moral, die perfekte Methode der Verbrechensbekämpfung.

Besonders angetan haben es mir die völlig normalen Menschen, die umgeben von schrulligen Nachbarn und Kollegen doch eigentlich nichts wünschen als nur ihre Ruhe. Und dann sorgen sie dafür, dass die Belästigungen endlich aufhören. Mal auf subtile Weise, indem sie die Schwächen des Gegners ausnutzen und auf diese Weise dessen selbstverschuldeten Tod provozieren, oder indem sie einfach mal mit der Faust auf den Tisch und die darauf befindliche Deko hauen.

Es gefällt mir, dass man nicht wissen kann, worauf eine Geschichte hinausläuft. Klar, alles in allem makabere, schwarzhumorige Stories. Aber es ist doch immer wieder spannend zu überlegen, ob die Person nun selbst aktiv wird und ihrer Umwelt schadet? Ob Glück und Zufall ihnen zuhilfe kommen? Ob sie vom Pech verfolgt sind und überraschend selbst abberufen werden? Oder ob ein fieser Trick einfach mit gleicher Münze heimgezahlt wird und der Täter zum Opfer wird?

Die Geschichten haben es trotz oder gerade wegen der Kürze in sich. Gerafft, sehr gut auf den Punkt gebracht. Ich bin es gewohnt, Handlungen zu überfliegen. Bei diesem Buch ist das nicht möglich, sonst muss man die Geschichte ein zweites Mal lesen. Hier sind es gerade die kleinen Details, auf die es ankommt und welche die Würze des Büchleins darstellen.

Auf jeden Fall ist die Versuchung groß, das Buch am Stück zu lesen. Die Geschichten sind kurz, gefallen, und man will sofort die nächste. Allerdings ist das ähnlich, als würde man eine Schachtel edler Pralinen nacheinander hinunterschlingen, das ist kein Genuss mehr, der Geschmack vermischt sich. Lieber hier und da mal einzeln eine zu sich nehmen, nachschmecken und erst später wieder zugreifen. Morgens zum Wachwerden eine kurze Geschichte, oder während des Wartens auf die Straßenbahn, während der Arbeit eine kleine Pause einlegen und danach belebt fortfahren. Alles andere wäre Verschwendung ;-)

SaschaSalamander 06.09.2010, 10.33| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Tip, Krimi, Schräg, Humor, Kurzgeschichten, Deutsch,

Statistik KW 35

Gelesen / Gehört
Princess Spider (P Spider)
Tramps like us 07-14 (Y Ogawa)
Die drei Fragezeichen 140
Lady Bedfort 33
John Sinclair 57-58
Makellose Morde to go (S Henke)
Die Einsamkeit der Primzahlen (P Giordano)


Gesehen
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Getauscht
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Gekauft
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SaschaSalamander 05.09.2010, 20.55| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Zwischendurch

Gerade lese ich "Makellose Morde to go" und amüsiere mich bereits köstlich über die erste Geschichte. Wieder etwas gelernt: es gibt also einen Pilz, der ungiftig ist, solange man nicht kurz darauf Alkohol trinkt. Was es nicht alles gibt! Hach, schön, früher hätte ich dafür in die Bib gemusst zum Lexikonwälzen, heute gebe ich bei Wiki einfach "Faltentintling" ein und bin ein Stückchen klüger als noch vor fünf Minuten ;-)

Ich habe gestern meinen 14bändigen Manga abgeschlossen und werde heute Princess Spider beiseite legen, beides hat mich insgesamt recht viel Zeit gekostet, doch die war es mir wert. Trotzdem, ich freue mich immer, wenn ich ein Buch oder eine Reihe nach mehreren Wochen beiseite legen kann, es ist nicht schön, wenn sich etwas so zieht ...

Auf den Ohren habe ich momentan "die Einsamkeit der Primzahlen", bin noch ganz am Anfang, aber der Stil ist schon mal recht nett und gefällt mir. Ich habe keine Inhaltsangaben oder Rezensionen gelesen und habe keinen Plan, worum es überhaupt gehen wird, ich liebe dieses Gefühl! Ich habe vor, heute Kekse und oder Kuchen zu backen, also werde ich vermutlich viel Zeit haben zum Hören *freu*.

Vor mir liegen eine Menge Rezensionsexemplare, die ich kaum erwarten kann. Außerdem eine Menge Bücher, die ich mir in der letzten Zeit gekauft oder ertauscht habe und endlich lesen will. In den letzten zwei Wochen wurde es ein wenig ruhiger um mich herum, und es wäre schön, wenn sich dies auch in meiner Muse niederschlägt.

SaschaSalamander 04.09.2010, 10.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Schon gelesen und immer wieder

Es gibt ja Bücher, die man liest und wieder vergisst.
Und Bücher, die man liest und lange im Gedächtnis behält.
Und Bücher, die man liest und nochmal liest und nochmal liest.

Ich bin neugierig:
Welche Bücher habt Ihr schon sehr oft gelesen?
Und was würdet Ihr wieder einmal gerne lesen?

Hier mal meine eigene Antwort:

Ich habe schon öfters gelesen:
- Angel Sanctuary (Manga; K Yuki)
- Tramps like us (Manga; Y Ogawa)
- Der Greif (W Hohlbein)
- Div Titel von Kishon
- Briefe in die chinesische Vergangenheit (H Rosendorfer)
- Stein und Flöte (H Bemmann)
- Herr der Ringe (J R R Tolkien)
- Harry Potter (J K Rowling)
- Candide (Voltaire)
und einige weitere


Ich möchte noch einmal lesen:
- Die Silberwölfin (A Borchardt)
- Wolfsruf (S P Somtow)
- Ayla (J M Auel)
- Bartimäus (J Stroud)
- Lemony Snicket (D Handler)
- Klippenland-Chroniken (P Stewart)
- Eddie Dickens (P Ardagh)
- Monsieur Lingh u d Gabe d Hoffnung (P Claudel)
- Polly Flint (H Cresswell)
- Dolly (E Blyton)
- Blitz (W Farley)
und einige weitere

SaschaSalamander 02.09.2010, 19.47| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: MachMit

Statistik KW 34

Gelesen / Gehört
Princess Spider (P Spider)
Tramps like us 05-07 (Y Ogawa)
Liebe - ein unordentliches Gefühl (D Precht)
Scary Lessons 01 (E Ishikawa)
Die Tribute von Panem (S Collins)
Die drei Fragezeichen 139-140


Gesehen
Das Hundehotel
Killing Zelda Sparks


Getauscht
Danse Macabre
Twig 01 englisch (P Stewart)
Geschichte e dressierten Mannes (J Sengelmann)
Geister (M Callari)
BDSM-Geschichten (A Allure)
Im Spigel des Mondes (R Morilla)
Gelegenheit macht böse (G Seeger-Ays)
Makellose Morde to go (S Henke)
Und plötzlich stand er da (H Frank)


Gekauft
Scary Lesson 1-4 (E Ishikawa)
A Lollipop or a Bullet 1-2 (I Sugimoto)

SaschaSalamander 29.08.2010, 20.42| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Tödliche Spiele

Ich lese gerade die Tribute von Panem. Und ich bin wirklich begeistert. Das Thema selbst ist nicht neu, sowas sah ich schon zigmal im TV oder habe es gelesen. Eigentlich las ich es zu Beginn nur, weil es halt mal wieder groß vermarktet wurde. Aber es ist tatsächlich klasse, und die Autorin hat was aus dem Thema gemacht, alle Achtung!

Kinder aus 12 Distrikten, die für die alljährlichen Spiele gewzungen werden, sich gegenseitig zu bekämpfen, bis nur eines übrig bleibt. Nicht wirklich etwas für Kinder, auch wenn das Buch, soweit ich gesehen habe, sogar für alle Altersstufen freigegeben wurde. Wie gesagt: uralter Hut mit so langem Bart, und trotzdem richtig gut was draus gemacht ...

ich glaube mal zu ahnen, wie es ausgeht, wie könnte es anders enden. Aber ich bin gespannt, wie es dazu kommen wird :-)

SaschaSalamander 26.08.2010, 10.09| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Jugend

Der Mädchenfänger

hoffmann_maedchenfaenger_150_1.jpgLainey Emerson ist 13, und sie wäre gerne älter. Sie hätte gerne mehr Erfahrungen, möchte nicht die letzte Nachzüglerin in ihrer Klasse sein, wenn von Küssen und Erotik geredet wird. Außerdem geht ihr kleiner Bruder ihr gewaltig auf die Nerven. Die Mutter kümmert sich nicht um sie, und der Stiefvater wird zudringlich. Lainey möchte einfach nur raus, und im Internet kann sie endlich das Mädchen sein, das sie gerne wäre: älter, reifer, selbstbewusster. Und so trifft sie auf den 17jährigen Zach, sie verliebt sich Hals über Kopf und schickt ihm Fotos, auf denen sie älter aussieht. Bald beschließt sie ihn live zu treffen, doch sie getraut sich nicht, ihrer Mutter und ihrer Freundin davon zu erzählen, und so macht sie sich alleine auf den Weg ...

was dann geschieht, muss ich wohl nicht ergänzen, das kann der geübte Krimileser sich nun selbst ausmalen: Zach ist in Wirklichkeit ein Serientäter, der im Internet Mädchen wie Lainey ausfindig macht und dann sein böses Spiel mit ihnen treibt. Bisher wurde keines von ihnen wirklich gesucht, sie alle schienen Ausreißerinnen zu sein, zu geschickt hatte er sein Netz gewebt. Doch diesmal findet die Polizei eine Spur, und man beginnt Jagd auf den "Mädchenfänger zu machen". Ein Journalist wird als Übermittler der Nachrichten des Täters genutzt, und der Polizist ist durch das Verschwinden seiner Tochter vor einem Jahr persönlich betroffen und hofft sie nun doch noch aus den Fängen des Wahnsinnigen zu retten ...

Ein solider Krimi, wie ich ihn von Jilliane Hoffmann (Cupido, Morpheus) erwartet hatte. Das Thema bekannt und immer wieder gut, da brandaktuell. Die Charaktere sympathisch, kaum eine ruhige Minute zum Durchatmen, wenn neue Hinweise auftauchen oder man aus Sicht des gefangenen Mädchens das Geschehen verfolgt.

Ein Novum ist dieser Roman nicht. Aber er ist geschrieben wie aus dem Lehrbuch, und während des Lesens ist es wirklich spannend. Was allerdings auffällt: es ist schon einige Wochen her, und wenn ich nun den Titel höre, weiß ich zwar, dass ich den Roman gelesen habe, doch für den Inhalt muss ich erst mal wieder kurz im Web stöbern, worum es nochmal ging. Heißt für mich, er war sehr unterhaltsam und spannend, aber doch hob er sich nicht aus der Masse der anderen Krimis hervor.

Wer einfach eine super Unterhaltung will, ist hier bestens bedient: ganz klassisch im Aufbau, eben ein prima Pageturner zum Mitfiebern, ob man mit seiner Vermutung recht hat (und wer viele Romane dieser Art liest, kennt den Täter in der Regel recht bald), sich dann bestätigt zu fühlen, sich zufrieden zurücklehnen, vielleicht sogar eine Nacht durchgelesen. Und dann beiseite legen, vorbei. Prima Schreibstil, nette Story, parallele Handlungsfäden mit sich steigernden Cliffhangern, genau richtig eben zur seichten und doch packenden Unterhaltung ...

SaschaSalamander 23.08.2010, 15.40| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Thriller

Statistik KW 33

Gelesen / Gehört
Der Augensammler (S Fitzek)
Princess Spider (P Spider)
111 Gründe offen zu lieben (C Jönsson)
Tramps like us 03-04 (Y Ogawa)
Liebe - ein unordentliches Gefühl (D Precht)
Lolita lesen in Teheran (A Nafisi)


Gesehen
Die Spiderwick - Geheimnisse
Being John Malkovich
Langoliers


Getauscht
Danse Macabre (S King)


Gekauft
/

SaschaSalamander 22.08.2010, 21.01| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Lolita in Teheran

afisi_lolita_150_1.jpegEigentlich liebe ich Bücher über fremde Kultur. Und Bücher über Bücher sind einfach toll. Insofern wäre "Lolita lesen in Teheran" von der iranischen Literaturprofessorin Azar Nafisi wirklich toll. Aber irgendwie finde ich den Zugang einfach nicht. Die Personen sind sehr lebendig geschildert, die Themen und Bücher und Querverweise und Bezüge von Büchern zu dem Leben der Schülerinnen sind sehr interessant. Trotzdem will mich das Feuer nicht packen, und ich habe abgebrochen. Schade. Vielleicht probiere ich es ein andermal wieder :-)

SaschaSalamander 19.08.2010, 15.52| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Frauen, Fremde Kultur,

Statistik KW 32

Gelesen / Gehört
Der Augensammler (S Fitzek)
Princess Spider (P Spider)
Der Schnüffler (J F Englert)
Tramps like us 01-02 (Y Ogawa)


Gesehen
Die Wüste lebt
Cats and Dogs I
Sherlock Holmes


Gekauft
3x Cornelia Jönsson
Das Monster von Florenz (M Giuttari)

SaschaSalamander 15.08.2010, 21.41| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Glennkill

swann_garou_150_1.jpgDer Roman "Glennkill" hatte mich einfach nur begeistert damals. Miss Maple ein herrlich schrulliges Schaf, dazu ihre Gefährten Mopple the Whale, Sir Richfield und die anderen. Ich mochte die vier. Als dann ihr neues Buch "Garou" erschien, musste ich sofort "hier" schreien, um möglichst vorne auf der Liste der Reservierungen  in der Bib zu landen (schließlich will ich Neuerscheinungen immer so früh als möglich lesen *g*). Und weil das Hörbuch von Andrea Sawatzki gesprochen wird, wollte ich diesmal das Hörbuch. Vielleicht war das ausnahmsweise eine Fehlentscheidung ... aber erst einmal zum Buch selbst:

Rebecca, die Tochter des Schäfers, hat die Schafe nach dessen Tod (siehe Teil 1) geerbt und zieht mit ihnen nun durch Europa. Sie ist in Frankreich gelandet, und wurde sie anfangs richtig umworben auf diese Weide zu kommen, wird es nun recht schnell unheimlich. Denn angeblich soll ein Garou umgehen, ein Werwolf. Damals riss er erst Rehe, dann Schafe, dann Menschen. Und nun wurden Rehe getötet, und es sieht so aus, als würde er bald Schafe und Menschen jagen. Die Schafe müssen den Garou finden, aber wie findet man einen Wolf, der sich in einem Menschen versteckt? Und auch, wenn Rebecca nicht an dieses Wesen glaubt, muss sie am eigenen Leib erfahren, dass er ihr gefährlich wird und sie verfolgt. Nun ist es also an den Schafen, den Werwolf zu finden.

Hm, zugegeben fiel es mir eben schwer, die Inhaltsangabe zu schreiben. Was teilweise daran liegt, dass es sehr verstrickt ist und sehr viele Stränge hat (für mein Empfinden). Ich weiß jedoch nicht, ob dies stimmt, oder ob es an mir lag (kann ja sein, dass ich grad zu abgelenkt war), oder ob es an der CD lag. Allerdings habe ich einige Rezensionen im Internet gefunden, die mich darauf schließen lassen, dass es an der CD lag, denn meine Einschätzung teilen einige anderen Hörer mit mir.

Zum einen, nicht störend aber auffällig die Wiederholungen. Viele Sätze oder Absätze werden doppelt gesprochen. Da scheint beim Abmischen ein Fehler passiert. Anfangs habe ich die CD genau angeguckt, ob sie kaputt ist, ob beim Abtasten was passiert ist, aber sie scheint okay, es wurde einfach falsch aufgenommen oder abgemischt. Und dann hatte nicht nur ich das Problem, dass vor allem zu Beginn des Romanes manche Passagen seltsam wirkten. Als hätte man stark gekürzt an den falschen Stellen. Als hätte man Absätze übersprungen oder irgendwo mittendrin eingesetzt. Ich kam nicht immer mit und verlor sehr schnell den Faden, klickte manchmal ein paar Kapitel zurück, ob ich etwas verpasst hatte, was aber nicht der Fall schien. Wie gesagt, habe ich in mehreren Beiträgen der Hörer von ähnlichen Problemen gelesen. Ich weiß nicht, ob dies am Buch lag, oder ob die CD bzw die Abmischung Schuld war ...

zum restlichen Buch: schon im ersten Band waren mir die Wollwuschel sympathisch, aber im zweiten lernte man sie noch besser kennen, wurde sie zu noch ausgeprägteren Persönlichkeiten, die man einfach nur gernhaben muss. Besonders mochte ich das Winterlamm und die Ziege Maduk. Ja, die Ziege. Denn in diesem Band bekommen die Schafe Nachbarn, nämlich Ziegen. Es gibt da einige Startschwierigkeiten zwischen beiden Parteien, aber dann müssen sie sich im Kampf gegen den Garou zusammenschließen. Herrlich, ich mag die Ziegen eigentlich noch mehr als die Schafe, sie sind ein wenig arrogant, herrlich durchgeknallt und irgendwie auch ein wenig wahnsinnig. Keinen Plan, keine Ahnung, aber immer mit dem Kopf gegen die Wand in die falsche Richtung. Einfach köstlich, mit welcher Selbstsicherheit die stinkenden Hornträger ihre Meinungen verteidigen. Und wenn sie etwas nicht wissen, dann wird eben abgestimmt, wer der Mörder sein muss ...Schafe wollen. Ziegen wissen. So ist das.

Die Menschen dagegen waren mir diesmal sehr fern. Rebecca ist sympathisch, aber darüber kommt es für mich nicht hinaus. Die Mutter ist eigenwillig, schrullig, ganz nett. Aber das war es dann auch. Es war für mich sehr verwirrend, zwischen all den realen Namen, den von den Schafen gegebenen Namen und den handelnden Personen zu unterscheiden, dem Inhalt zu folgen.

Die Sprecherin Andrea Sawatzki ist genial, sie vermag es den Schafen Persönlichkeit und Leben einzuhauchen, jedem mit einger Stimme und eigenem Tonfall. Auch die Ziegen klingen komplett anders, ich mag den Klang der Ziegen sehr. Sawatzki ist sowieso meine liebste weibliche Sprecherin, und ich könnte hier Lobeshymnen auf ihre Spritzigkeit anstimmen, auf ihre Wandelbarkeit, ihren Ausdruck, ihre Lockerheit, aber das würde den Rahmen sprengen.

Doch so großartig Sawatzki auch sein mag, halte ich das Hörbuch für mich für die falsche Entscheidung im Nachhinein. Wenn ich die Namen gelesen hätte, dann wären sie mir besser im Gedächtnis geblieben. Dann wäre es einfacher gewesen zurückzublättern, wenn ich etwas nochmal nachlesen wollte. So aber habe ich mich durch die CDs gekämpft und ständig gehofft, dass ich irgendwann Klarheit bekommen und die Handlung sich für mich auflösen würde, was aber nicht geschah.

Im Grunde ist Garou ein absoluter Genuss, ebenso wie das erste Buch. Allerdings weit verstrickter und komplexer. Daher empfehle ich, in diesem Fall unbedingt das Buch zu lesen. Oder, wenn schon das Hörbuch zu hören, dann nicht während des Autofahrens oder der Hausarbeit, sondern in Ruhe ohne Nebenbeschäftigung, um auch wirklich nicht den Anschluss zu verlieren.

SaschaSalamander 13.08.2010, 09.42| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch

Alles zugleich und keine Zeit

Ich lese gerade zig Sachen durcheinander. Mal was Lockeres zwischendurch, mal in Muse, mal erotisch, dann wieder neutral, auf den Ohren, unterwegs und überhaupt. Hauptsächlich lese ich aber "Der Schnüffler" von J F Englert. Ein Hundekrimi aus der Ich-Sicht eines Labradors. Die Idee ist nicht neu, ich hab schon schlechtere Tierromane gelesen, aber auch bessere. Es ist für meine momentane Laune ideal zum Abschalten, Gedanken schweifen lassen, an nichts denken, nebenbei die Handlung halbherzig mitverfolgen und meine Zeit vertreiben ...

War viel los diese Woche, auch davor die Zeit. Von Urlaub habe ich bisher nicht viel mitbekommen. Ich hoffe, dass ich ab Montag nächster Woche dafür umso mehr Freiraum habe. Zum Lesen, Hören, Rezensieren. Es liegt viel auf meinem Tisch, das unbedingt gelesen werden will!

Diese Woche drei Bücher gekauft, die ich lesen will, dann hätte ich noch die bekannte aber immer wieder nette Mangaserie. Außerdem Teil 2 von Flavia Deluce, dann noch die Wolfschroniken und die Galerie der Lügen sowie Weiberregiment und ein paar Geschichten aus der Region, die ich alle am liebsten zugleich lesen würde ...

SaschaSalamander 12.08.2010, 19.27| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Der neue Fitzek

Den Augensammler will ich unbedingt lesen, habe vor ein paar Tagen angefangen. Ich bin mal gespannt, worauf es hinausläuft. Man weiß bei Fitzek ja nie wirklich, was er nun eigentlich will und worauf er abzielt. Ob es dann etwas völlig Abstruses sein wird, oder ob es eine logische Erklärung hat. Und auch, warum er vorwärts erzählt, jedoch die Kapitel etc rückwärts herunterzählt. Na, man darf gespannt sein!

Bisher jedenfalls ist es sehr spannend, und ich hoffe von Herzen, dass er das Ende nicht wie in den letzten Büchern versabbelt. Er hat super Werke geschaffen, aber leider auch einiges an weniger Lesenswertem geschrieben. Wäre schön, wenn dieses Buch wieder einen kleinen Aufschwung darstellt ...

SaschaSalamander 10.08.2010, 08.44| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Statistik KW 31

Gelesen / Gehört
The unauthorized Biography (L Snicket)
Stu Ungars letztes Spiel (Eurydike)
Garou (L Swann)
Was Deine Katze wirklich denkt (R Gernhart)
Der Augensammler (S Fitzek)
Princess Spider (P Spider)
Der Schnüffler (J F Englert)


Gesehen
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Getauscht
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Gekauft
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SaschaSalamander 08.08.2010, 20.58| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Irgendwie sehr seltsam

Ich war absolut begeistert, als ich hörte, dass Leonie Swann nun einen neuen Roman herausgebracht hat. Am liebsten würde ich sofort die Rezi bringen, aber noch reicht es nur für was Aktuelles, noch bin ich nicht fertig. Morgen oder Samstag dann wohl ist es soweit.

Aber irgendwie bin ich bisher irritiert. Mehr später in der Rezi, aber ich stelle fest, dass meine Verwunderung auch von anderen geäußert wird. Leider kann ich das Buch nicht beurteilen, weil ich mir in der Bib sofort das Hörbuch reserviert habe. Die CD scheint heil und in Ordnung, aber die Aufnahme ist seltsam. Ausnahmsweise wünsche ich mir wirklich, ich hätte mir das Buch bestellt stattdessen.

Trotzdem ist die Geschichte recht nett, vor allem die Ziegen haben es mir angetan. Ich mag Maduk, die kleine Wahnsinnige, und ein Roman mit den Ziegen würde mir wohl noch besser gefallen als mit den Schafen. Ich hoffe, dass in einem möglichen dritten Teil die Ziegen wieder mit von der Partie sein werden :-)

SaschaSalamander 05.08.2010, 20.48| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Böser Engel

carter_badangel_150_1.jpgObwohl ich mich ziemlich über die ganzen Vampir-, Gestaltwander-, Dämonen-, Hexen-, Zauberer- und sonstigen aktuellen Romane ärgere, konnte ich nicht anders, als trotzdem wieder einmal zuzugreifen. Das kommt davon, wenn mein Freund mich in eine Buchhandlung schleppt, wo er "nur gucken" will und mich mal kurz alleine stehenlässt *grummel*.

Stuart lebt in einem kleinen Örtchen, bis dato recht friedlich. Er ist schwul, aber das hat niemanden so wirklich gestört. Doch eines Tages bricht eine Welle des Hasses und der Gewalt über die Stadt, die sich nicht mehr bändigen lässt. Scheinbar ausgelöst nur dadurch, dass Stuart getan hat, was ein Junge in seinem Alter eben tut, wenn er sich ein wenig Entspannung verschaffen will. Ein kleiner Stein, der eine riesige Lawine ins Rollen bringt bis hin zur schrecklichen Eskalation.

Während die Stadt in Aufruhr ist, versucht Stuart zusammen mit dem Geistlichen dem Problem auf den Grund zu gehen. Dazu befragt er den kleinen Dämonen Fon Pyre, den er regelmässig beschwört, um ihn über Gott, das Leben nach dem Tod und anderen religiölsen Themen zu befragen. Und was Stuart über den Grund des plötzlichen Sinneswandels seiner Freunde und Familie erfährt, klingt gar nicht gut ...

Vorab habe ich mich zu Hause etwas geärgert, da ich 9 Euro recht viel für ein Buch von 270 Seiten finde, wenn ein Kapitel nur wenige Seiten lang ist und zwischen zwei Kapiteln jeweils mehrere Leerseiten sind, um das Buch dicker wirken zu lassen.

Dann die Geschichte: einerseits eine großartige Idee, die der Autor Carter umgesetzt hat. Zumal der kleine Dämon ähnlich sympathisch ist wie der große Bartimäus von Stroud. Doch leider hat Carter meiner Ansicht nach eine Menge Potential verschenkt, und so dümpelt die Geschichte halbgar vor sich hin. Die Charaktere haben keine wirkliche Tiefe, und so richtig hineinversetzen kann man sich vermutlich höchstens als 15jähriger Teenager, der gerade über die Sündhaftigkeit oder Richtigkeit der Masturbation nachdenkt. Ansonsten bietet er wenig Projektonsfläche und wird auch nicht näher beschrieben. Die Handlung setzt mitten im Plot ein, unnötige Erklärungen gibt es nicht. Die Dinge sind, wie sie sind, und darüber wird nicht lange geschrieben.

Ich denke, es hätte ein gutes Buch werden können, wenn man es um 200 Seiten verlängert hätte. Die Szenen mit dem Dämonen etwas ausbauen. Erklären, woher dieser Junge überhaupt die Fähigkeit des Beschwörens besitzt. Sein soziales Umfeld ein wenig näher erklären. Die Beziehung zu seinem Kumpel Chester näher beleuchten, die Stadt erst ein wenig beschreiben und das Verhältnis der Bewohner untereinander ein wenig deutlicher machen. Einfach der Geschichte Leben einhauchen. Ein Autor baut einen Charakter in der Regel auf, indem er sehr viel mehr über ihn weiß, als er tatsächlich in das Buch einbaut. Dadurch werden seine Motive, Handlungen, Verhaltensweisen nachvollziehbarer, wird die Figur greifbarer. Bei Stuart hat man das Gefühl, einen rasch mal nebenbei entworfenen Charakter vor sich zu haben, zu dem der Autor keinerlei persönlichen Bezug aufgebaut hat. Fast schon lieblos hingeklatscht scheinen mir die Charaktere. Lediglich Fon Pyre ist wirklich witzig, und für ihn scheint der Autor tatsächlich ein wenig Begeisterung beim Schreiben empfunden zu haben. Ich mag den kleinen Stinker, er ist wirklich böse ...

So jedoch, ohne die zusätzlichen 200 Seiten, ist es im Grunde nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Beschreibungen darüber, ob und warum Onanie Sünde ist oder nicht und darüber, wie Stuart kurz mit dem Dämonen plaudert, das Geheimnis erfährt, die Stadt retten geht und fertig. Klar mit Showdown, aber nicht wirklich mitreißend.

Für einen Jugendlichen mag es eine nette Geschichte zwischendurch sein, ohne großen Anspruch und witzig zum Zeitvertreib. Aber für Erwachsene definitiv ungeeignet (man könnte sagen "ist ja auch ein Jugendbuch", aber: wirklich gute Kinder- oder Jugendbücher sind auch für Erwachsene geeignet). Es wirkt wie ein billiger Abklatsch von Bartimäus, nur ohne den Fantasyanteil um Magier und Zauberergilden. Und, mal ehrlich gesagt: die Jugend ist imstande, weit komplexeren Handlungssträngen als diesem hier zu folgen, und ich kann mir vorstellen, dass auch junge Leser lieber zu anderen Fantasywerken greifen. Jugendliche, die wenig lesen, könnten mit diesem Buch auf jeden Fall begeistert sein. Viellesern rate ich eher davon ab.

Wirklich empfehlen kann ich das Buch nicht. Sollte es doch mal in die Fänge geraten, und sollte gerade nichts anderes zu Lesen im Haus sein - es ist schnell durchgelesen, und die witzigen Sprüche von Fon Pyre entschädigen für den Rest des Buches.

SaschaSalamander 04.08.2010, 15.54| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Fantasy, Jugend,

Statistik KW 30

Gelesen / Gehört
The unauthorized Biography (L Snicket)
Mädchenfänger (J Hoffman)
Stu Ungars letztes Spiel (Eurydike)
Das Tal 1.1 (K Kuhn)
Garou (L Swann)


Gesehen
Girls von St. Trinian
Behind the Mask


Getauscht
/


Gekauft
Logik-Puzzles
Seelenesser (J Nasaw)
Das Versprechen der Wölfe (D Hearst)
Willkommen im Blue Moon Circus (M Raleigh)
Das Haus zur letzten Ruhe (J Winsepear)

SaschaSalamander 01.08.2010, 22.06| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Statistik KW 29

Gelesen / Gehört
The unauthorized Biography (L Snicket)
Julia (A Fortier)
Clara (J C Somoza)
LTs Theorie der Kuscheltiere (S King)
Mädchenfänger (J Hoffman)


Gesehen
Die Päpstin
In China essen sie Hunde
Der dunkle Kristall
#9


Getauscht
6 Rezensionsexemplare
Eddy Dickens Trilogy 1-3 (P Ardagh)
Adverbs


Gekauft
Die Herrin des Schattenreichs (A Rice)
#9


Geschenkt
Gute Laune kann man essen (I Kraaz von Rohr)

SaschaSalamander 25.07.2010, 20.49| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Frust über verlorenen Brief

Und wieder ist es passiert. Naja, so viele Sendungen, wie ich verschicke und erhalte, kann ich wohl nicht erwarten, dass alles perfekt klappt. Trotzdem bin ich frustriert ... war damals ein verdammt teures Spiel für rund 60 Euro, ...

Vor rund 6 Wochen habe ich ein Spiel für die Playstation auf Reise geschickt. Noch immer kam es nicht bei der Empfängerin an. Ich werde ihr das Ticket erstatten, das ist das Mindeste, aber für mich ist das natürlich ein Verlust, und das ärgert mich. Nachforschung geht nur bei Packeten oder Päckchen mit Sendungsnummer, nicht bei einer einfachen Briefsendung.

Mir liegt eine Menge auf der Zunge, z.B. bezüglich der Gebühren für die Dienstleistung, bezüglich der immer geringer werdenden Mitarbeiterzahlen, bezüglich der Technisierhung, bezüglich des Einscannens von Briefen an Behörden, bezüglich des aufgrund Mitarbeitermangels schwindenden Services an den Schaltern und vieles mehr. Aber wem wre ägeholfen, wenn ich das rausließe *seufz* ...

SaschaSalamander 21.07.2010, 19.17| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Pulp

War wohl nix

"Julia" von Anne Fortier habe ich gestern dann endgültig beiseite gelegt. Es ist einfach nicht mein Buch. Schlecht ist es nicht, aber ich komme einfach nicht rein. Und bevor ich mich weiterquäle, hat es eben nicht sollen sein ...

wer das Buch gelesen hat: ich freue mich über einen kurzen Spoiler, wie es weitergeht :-)

SaschaSalamander 21.07.2010, 19.13| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Romeo und Julia mal anders

fortier_julia_150_1.jpgIch habe mir extra "Julia" von Anne Fortier reservieren lassen. Ich mag Shakespeare sehr in jeder Form, und gerne lese ich dann auch Werke moderner Autoren, die sich mit seinen Gedichten, Sonetten, Tragödien, Komödien befassen. "Julia" wurde überall riesig groß beworben als DAS Buchereignis 2010, die Bücher lagen stapelweise in den Buchhandlungen, überall nur allerbeste Rezensionen.

Und wieder einmal zeigt sich, dass die Menschen glücklicherweise alle komplett verschieden sind in ihrem Geschmack. Denn ich kann bisher sowas von überhaupt nichts damit anfangen. Die Protagonistin war nun bei dem Schließfach, hat das Kästchen geöffnet, weiter bin ich noch nicht. Aber bisher war es alles eher enttäuschend, und ich musste mich sehr quälen, weiterzuhören. Ich möchte das Buch nicht schlechtreden, denn der Schreibstil ist warm und angenehm, ich kann den Reiz auf manchen Leser durchaus verstehen. Doch mich spricht er eben nicht an. Allerdings werde ich mich bemühen und weiterhören. Vielleicht kommt ja noch ein bisschen was. Die Rückblenden waren bisher sehr schön, vielleicht werden es mehr. Oder vielleicht taucht nun bald eine weitere Person auf (schließlich braucht die moderne Julia doch noch ihren Romeo!), und was es mit den Palio auf sich hat und wie sie verlaufen, wüsste ich auch gerne. Und ob die Dame der gegnerischen Familie ihr nun gut oder böse gesonnen ist. Ich werde es halt nebenbei hören, auf das Ende hoffen und vielleicht irgendwann noch mitgerissen. Wenn nicht, dann hat es eben nicht sollen sein ...

SaschaSalamander 19.07.2010, 11.24| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Frauen, Romantik,

Statistik KW 28

Gelesen / Gehört
The unauthorized Biography (L Snicket)
Vögelfrei (S Andresky)
Urknaller - Physik ist sexy (V Ebert)
Julia (A Fortier)
Clara (J C Somoza)


Gesehen
/


Getauscht
Patch Adams (DVD)


Gekauft
/

SaschaSalamander 18.07.2010, 21.01| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Plötzlich Shakespeare

safier_shakespeare_150_1.jpgRosa ist unglücklich verliebt. In ihren Ex, der inzwischen schon längst eine andere hat. Doch sie kann ihn nicht vergessen, will ihn zurückerobern. Eines Tages besucht sie eine Vorstellung, in der ein Künstler auf der Bühne eine Rückführung durchführt. Sie sucht ihn in seinem Wagen auf, und er will ihr helfen, sie in ein früheres Leben zu versetzen und dort das Geheimnis der wahren Liebe zu finden. Sie schließt die Augen, und schwupps ist sie auf einmal im Körper des Dichters Shakespeare! Mitten in einem Duell! Wie soll sie da nur rauskommen? Natürlich gelingt ihr dies, und dann heißt es sich mit der neuen Situation zu arrangieren. Eine Frau der Zukunft im Körper eines Mannes der Vergangenheit, dessen Geist im Hintergrund natürlich noch immer aktiv ist und mit Rosas Geist kommuniziert. Es führt zu vielen Verwicklungen und Verwirrungen, bevor Rosa nach und nach dem Geheimnis der wahren Liebe auf die Spur kommt und mit dieser Erkenntnis den Körper ihres früheren Selbst verlassen kann. Doch damit ist die Geschichte noch nicht vorbei, denn das Schicksal geht andere Wege ...

Nun ja, ein sehr netter Roman zwischendurch. David Safier ist ein witziger Autor, auch "Mieses Karma" war schon recht nett geschrieben, auch hier ging es um einen Menschen im fremden Körper. Viel kann ich zu dem Roman gar nicht sagen, denn literarisch zerlegen möchte ich nicht, dafür ist er auch nicht sonderlich geeignet. Er ist einfach ganz klassisch aufgebaut (Einführung der Charaktere, Zusammentreffen, Spannungssteigerung, Missverständnisse, Höhepunkt, Abklingen), und die Handlung ist mehr als vorhersehbar.

Über Tiefe, literarischen Wert oder dergleichen möchte ich gar nicht diskutieren. Es ist einfach nette, seichte Unterhaltung. Aber diese wirklich gut gemacht. Ideal für die Zeit vor dem Schlafengehen, für einen längeren Aufenthalt in der Badewanne. Einfach abschalten, lesen, lächeln und sich ein wenig mit der Hauptperson identifizieren (genauso wie viele weibliche Antiheldinnen a la Bridget Jones oder Titel von Hera Lind etc wird auch Rosa sehr viele Frauen ansprechen). Ein wenig Träumen, und natürlich auch Schmachten, wenn die wahre Liebe endlich ihr Gesicht zeigt.

Empfehlen? Ja, kann ich. Mit der Bitte, keine hohen Erwartungen an das Buch zu stellen, sondern es als einfache, lockere Unterhaltung zu sehen. Wer sich genau das wünscht, wird ab-so-lut zufrieden sein, denn David Safier hat einen sympathischen, warmen, humorvollen Schreibstil, der ihm zu recht viele Fans beschert :-)

SaschaSalamander 16.07.2010, 08.17| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Humor, Frauen, Deutsch,

Erster Eindruck von Clara

Oh wow, ich weiß nur schwerlich, was ich beschreiben soll. Clara hat mich vom ersten Moment an gefesselt, und es wurde immer intensiver. Ein Buch, wie es in dieser Form nur sehr wenige gibt. Die Handlung ließe sich sehr kurz in zwei, drei Sätzen erklären, und doch bin ich bereits auf Seite 115. Es ist nicht sosehr die Handlung, die mitreißt (wenngleich sie durchaus spannend ist), sondern die fiktive Kunstform der Hyperdramatik, die der Autor beschreibt. Den Umgang der Menschen mit den Kunstwerken, die Gefühle und das Leben der lebenden Leinwände, deren Werdegang, die Objektifizierung von Menschen hin zu leblosen Figuren. In einer solch umwerfenden Ästhetik, allein durch so einfache Sätze. Somoza ist wirklich ein Künstler, und ich vermute, dass das Buch bei mir erst einmal wieder eine gewisse Zeit für "Leere" sorgen wird, bevor ich den nächsten Roman zu mir nehmen kann. "Clara" muss erst einmal verdaut werden, bevor man sich weiterer Kost widmet.

Ich überlege, ob ich das Buch unter "Erotik" einstufen soll, das ist ein sehr weites Feld in diesem Fall. Für mich selbst habe ich mit JA entschieden, denn auch Kunst, Ästhetik und Körper für sich betrachtet sind eine besondere Form der Erotik. Doch dies mag jeder Leser für sich selbst entscheiden ...

Mehr über den Inhalt in einer späteren Rezension. Allerdings begreife ich nun, warum es allen so schwer fällt, das Buch zu beschreiben ...

SaschaSalamander 15.07.2010, 09.49| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Tip, Erotik, Krimi, Frauen,

Erster letzter Satz Clara

Erster Satz:
Die junge Frau steht nackt auf einem Podest.

Letzter Satz:
In die leere Dämmerung drang, ganz mühelos, das helle Licht des Mondes.

aus: José Carlos Somoza: Clara; List 2004

SaschaSalamander 14.07.2010, 15.43| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Messias

isau_messias_150_1.jpg
Ein blendender Lichtstrahl, und plötzlich fehlt die Jesusfigur am Kreuz. Dafür liegt ein Mann auf dem Boden der kleinen Kirche in Irland. Und damit beginnt eine Reihe seltsamer Ereignisse, die alle darauf hindeuten, dass der Messias auf die Erde gekommen ist, um das jüngste Gericht einzuleiten und die "Schafe" von den "Böcken" zu trennen. Es geschehen faszinierende Wunder, grausame Morde werden wie von Gotteshand begangen, und der junge Mann, welcher nur hebräisch reden kann, prophezeit quasi das Ende der Welt. Der Vatikan schickt seinen Bluthund und lässt ihn prüfen, ob nun wirklich ein Wunder geschehen ist oder nur irgendein Scharlatan Aufmerksamkeit erregen will. Und was Hester McAteer in Irland erlebt, lässt ihn an seinem Verstand zweifeln. Er lässt nicht locker und ist sicher, dass er das Wunder als menschliche Bühnenkunst entlarven wird. Doch bald kommen ihm Zweifel ...

ein Isau ganz nach meinem Geschmack. Anfangs vor allem in der Kinder- und Jugendliteratur zugange, schreibt er nun auch Thriller und Romane für Erwachsene. Hermaphroditen, Synästhesie, Massenselbstmorde in Sekten, Geheimdienst, das sind seine neuen Themen. Und nun auch ein Kirchenthriller, wie sie momentan recht in Mode sind. Da ist die Frage, ob er nun momentan auf der Erfolgswelle mitreiten will, oder ob ihm das Thema selbst auf dem Herzen lag, schon berechtigt ...

hier und da liest man "besser als Dan Brown" oder "braucht keinen Vergleich scheuen". Solche Vergleiche will ich gar nicht erst bringen. Jedes Buch für sich ein eigenes Werk, und was dem einen gefällt, ist nichts für den anderen. Das mag jeder für sich entscheiden. Für mich jedenfalls war "Messias" hervorragende Unterhaltung mit vielen starken Momenten, aber auch einigen Schwächen.

Der Hauptcharakter ist leider ein Mensch, mit dem ich - ebenso wie auch in "die Dunklen" und "der Mann, der nichts vergessen konnte" nicht wirklich warm wurde. Zu fern wirkt er mir, zu fremd für mich in seinem Erleben und Fühlen, seine Handlungen für mich häufig nicht nachvollziehbar. Dafür die Nebencharaktere umso gelungener. Schon nach wenigen Zeilen mochte ich die schrägen Iren. Den Hahn, der allmorgendlich die Leute weckt. Die alte Dame, deren verstorbenem Gatten "ein Schaf in den Schoß fiel" und welche den Racheengel gesehen hatte. Die sanfte und selbstbewusste Anny, der ergebene, fleißige Kirchendiener Kevin, und vor allem die wunderbare Fiona. Allen voran jedoch natürlich der alte Seamus in all seiner "Wunderlichkeit" ...

sehr schön finde ich, wie die Grenze zwischen Wunder und Realität verwischt. Anfangs ist dem Leser nicht wirklich klar, was er glauben soll und was nun tatsächlich vorgefallen ist. Doch bald wird klar, was gespielt wird, und es bleibt die Frage nach dem "warum" und "wie". Bis diese jedoch beantwortet wird, vergehen einige Seiten, und manche Dialoge und Szenen ziehen sich leider auch recht in die Länge, ohne die Handlung voranzutreiben oder die Charaktere besser zu beleuchten. Ein wenig scheint es mir, als würde es immer mehr Mode, dass Autoren ihr für das Buch angeeignete Wissen auch einstreuen wollen, indem sie fachliche Vorträge einbinden, die für den Leser gar nicht so sehr von Bedeutung sind, die aber zeigen, dass der Autor sich mit dem Thema befasst hat. Bücher werden dicker, jedoch nicht zwangsläufig inhaltsreicher dadurch. Aber dicke Bücher verkaufen sich einfach besser ...

Toll finde ich die Locations. Man merkt, dass Isau schon in Irland war, und dass er vor allem reale Schauplätze vor Augen hatte, wenn er von den Pubs und Straßen des kleinen Dörfchens schreibt. Die Stimmung kommt sehr gut beim Leser an, als wäre er selbst dort gewesen.

Die Familiengeschichte der Whealans und McAteers ist sehr spannend Normalerweise mag ich Familienbande und Verstrickungen nicht, es dürfte bei Isau das erste Mal gewesen sein, dass die Vergangenheit einer Familie so mitreißend geschrieben war, dass sogar ich es mit Genuss gelesen habe.

Was das insgesamt sehr positive Bild dieses Romanes etwas geschmälert hat, war wieder einmal das Ende. Isau hat die D´Albis eingebracht, eine Figur aus seinem Roman "die Dunklen". Diesmal kein kleiner Nebenauftritt wie sonst immer, sondern sogar mehrere Seiten eine wichtige Schlüsselrolle zur Auflösung des Romanes. Für Fans von Isau sehr schön. Für Leute, die den Roman alleinstehend lesen jedoch sehr problematisch, da sie wohl nur sehr schwer nachvollziehen können, was auf diesen Seiten passiert ist und wie dies möglich war. Ich bin zumindest froh, dass ich den Roman zuvor gelesen hatte und wusste, worum es ging!

Und dann die "Auflösung" des Romanes. Es waren mir am Ende ein paar Wunder zuviel. Es gab Dinge, die nicht erklärt wurden (für die, die es gelesen haben: kann mir jemand den blühenden Baum oder die blutende Krone erklären?). Es gibt "reale" Wunder, es gibt inszenierte Wunder, ich möchte nicht vorweggreifen, aber meiner Ansicht nach waren es teilweise sehr seltsame Szenerien, und am Ende wurde es mir dann doch etwas zuviel. Fast so, als hätte der Autor nicht gewusst, wie er diese oder jene Situation retten soll, also flink ein Wunder aus dem Ärmel gezaubert. Natürlich war dies nicht der Fall, es passt alles perfekt ins Bild und steuerte von Anfang an darauf hin, schon der Prolog verkündete quasi das Ende des Romanes. Doch es war dann doch etwas sehr geballt.

Es ist sehr schwer, einen Roman zu schreiben, der sowohl reale Elemente wie auch Fantasy enthält, und Isau hat etwas vollbracht, das nur wenigen Autoren gelingt, nämlich beides zu verknüpfen. Er hat das Genre "Phantagon" erschaffen, und niemand beherrscht es so meisterhaft wie er. Da seien ihm ein paar Schwächen verziehen. Meine beiden Lieblingswerke "Kreis der Dämmerung" und "Tillmann Thaddäus Trutz" wird er wohl nicht mehr übertreffen können, aber wie gesagt, ich will nicht vergleichen. Für sich betrachtet ein prima Werk, das ich viel zu schnell verschlungen hatte ... mit nicht gerade geringen Schwächen, die man diesmal aufgrund der packenden Handlung und des spannenden Themas aber ausnahmsweise freundlich übersehen darf ...

Isau empfehle ich denjenigen Lesern, welche offen sind für Neues. Die bereit sind zu akzeptieren, dass unsere Welt nicht nur aus Schwarz und Weiß besteht, sondern dass die vielen Grautöne dazwischen unser Leben bestimmen. Die Dinge sind nicht immer so, wie sie scheinen. Und nur, wer bereit ist, sich auf die kleinen Wunder einzulassen, etwa zweigeschlechtliche Menschen, Personen mit Inselbegabungen oder besonderen Fähigkeiten der Sinneswahrnehmung, nur der wird Isau begreifen und genießen. All jenen, die das Träumen noch nicht verlernt haben, lege ich seine Bücher ans Herz.

Und Messias empfehle ich ganz besonders jenen, die noch an Wunder glauben. Oder aber, die erst recht nicht an Wunder glauben und sich bestätigt sehen wollen, dass es doch nur Show ist ;-)

SaschaSalamander 14.07.2010, 10.17| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Deutsch, Fantasy, Verschwörung, Thriller, Tip,

Gespannt auf Clara

Ich bin mal wieder an dem Punkt, wo ich nicht so recht weiß, was ich lesen und hören soll. So viel, was ich gerne alles zugleich lesen würde, dass ich mich mal wieder selbst blockiere. Also greife ich am besten zu etwas ganz anderem.

Diesmal ist es "Clara" von José Carlos Somoza, habe schon sehr viel davon gehört, ist ein rechter Wälzer. Ich lese es mal an und bin gespannt, ob es mir gefällt. Manchmal lege ich mir Bücher zu, weil ich sie nach einer Rezension, einer Empfehlung, einer Werbung unbedingt haben muss! Und dann, ein paar Monate später, liegt es im Regal, und ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf diesen Titel kam.

Diese Buch hatte mir, soweit ich mich erinnere, ein Bekannter empfohlen, genauso große Leseratte wie ich. Und im Web wurde es hier und da als Vergleichswert genannt. Mal sehen, ob es wirklich so gut ist, dass es als Maßstab herhalten kann ... woran ich mich erinnere: ich habe KEINEN Plan, worum es geht, denn alle sagten mir, dass man nicht wirklich etwas über den Inhalt verraten könne, ohne bereits zu spoilern. Na, mal sehen ...

SaschaSalamander 13.07.2010, 19.01| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Weltbekannter Beiname

Hier ein kleines Rätsel für Freunde der klassischen Literatur ;-)

Mit welchem Beinamen bezeichnet Severin seine Angebetete?

SaschaSalamander 13.07.2010, 09.38| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rätsel

Erster letzter Satz Vögelfrei

Erster Satz:
Ich bin Romantikerin.

Letzter Satz:
Und dieser grauäugige Taxifahrer da, der mit dem Buch auf dem Lenkrad, der aussieht, als wäre er in Wirklichkeit ein ganz stiller Dichter, der gern mit einer dicken schnurrenden Katze auf dem Schoß Stadtpläne und Landkarten studiert - der sieht doch wirklich lecker aus.

Aus: Sophie Andresky: Vögelfrei; Heyne Hardcore 2009

SaschaSalamander 12.07.2010, 16.57| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Nein ich will keinen Seniorenteller

Häufig stößt man momentan auf dieses Cover, und da kann man ja nur neugierig werden bei diesem trotzigen Buchtitel, der witzigen Skizze. Was das Cover allerdings nun mit dem Buch zu tun hat, war mir nach der Lektüre dann doch noch immer nicht klar. Abgesehen davon, dass es wohl Leser anziehen sollte, was ja auch funktioniert. In nicht wenigen Beiträgen anderer Rezensenten lese ich heraus, dass das Cover neugierig machte und man dann mal reinlesen wollte ...

Marie Sharp ist eine Dame, die kurz nach Beginn des Buches ihren 60ten feiert. Hiermit ist sie nun offiziell Seniorin. Darf kostenlos mit den Öffentlichen fahren, zahlt keine Rezeptgebühr mehr, bekommt Ermäßigungen im Eintritt bei Museen, Schwimmbädern, Fitnessstudio und derlei Freuden mehr. Aber sie sieht das Altwerden dann doch ganz anders als die meisten ihrer Bekannten. Sie will keiner von diesen "modernen" Alten sein, die jetzt auf einmal geschäftigt werden, die Welt bereisen, Volkshochschulkurse besuchen, sich für ein Studium einschreiben, ins Fitnessstudio gehen und derlei Grauen mehr. Nein, Marie will endlich genießen, dass sie alt und kauzig sein darf. Sie will nichts Neues lernen, sie will sich endlich ausruhen! Sie pfeift auf die Ermäßigung des Monatsbeitrags im Fitnesstempel und freut sich vielmehr über die erlassene Rezeptgebühr. Ihr ist klar, dass sie nicht jünger wird, sie will sich nicht unnötig kaschieren. Verdammt, sie ist alt und hat ein Recht darauf, alt zu sein! Und so erlebt sie, wie die Geburt ihres Enkels sie langsam zu verändern beginnt, sie begleitet einen kranken Freund in den Tod, eine alte Jugendliebe entflammt neu, und nebenbei leistet sie Ratgeberin beim Liebeskummer ihrer französischen Au-Pair-Untermieterin.

Tja, meine Meinung ist gemischt. Erstmal war ich begeistert von der Sprecherin, Hannelore Hoger. Sie war wirklich ein großer Wurf, ich kann mir keine bessere Stimme vorstellen für dieses zynische Buch. Auch fand ich es schön, mal eine Gegenstimme zu den "neuen Alten" zu lesen. Denn so, wie Frauen- und Männerbilder heutzutage immer mehr in Klischees abdriften und man sich von Werbeplakaten und Medien überrollt fühlt, wenn man nicht diesen gesellschaftlichen Erwartungen entspricht, so werden auch die Senioren in ein neues Korsett gepresst, sie sind eine neue Zielgruppe geworden für alle möglichen Bereiche wie Wellness, Fitness, Urlaub und sonstiges. Aber es gibt sie noch, die ganz "normalen" Herbstler, die einfach nur gemütlich den Ruhestand genießen wollen ohne Hektik, Erwartungen und Fitness. Die sich ihr Leben lang zusammengerissen haben und jetzt einfach nur sie selbst sein wollen, ohne ständig Rücksicht auf Chef, Kinder, Familie zu nehmen.

Der Humor gefällt mir sehr. Er ist recht bösartig, aber zwischen den Zeilen wird ihm dann doch die Schärfe genommen. Äußerlich ist sie verbittert, zynisch, manchmal wirkt sie sogar hartherzig. Knallhart sagt sie ihren Freunden Dinge ins Gesicht und sprengt damit eine Party. Mag dieses Babygebrabbel und Omagetue gar nicht, Kinder sehen alle gleich aus. Alte Liebe, pah, Senioren brauchen keinen zweiten Frühling, endlich hat sie genug von Männern und kauft sich sogar ein Einzelbett! Aber wenn sie für sich ist, dann schmilzt ihr Herz beim Anblick von Baby Gene, und die Gedanken an ihren Schwarm beschäftigen sie mehr, als sie sich eingestehen möchte. Ja, ihr ist klar, dass ihr Freund sterben wird, sie ist kühl und rational, aber innerlich vermisst sie ihn sehr und sorgt sich um ihn, will ihm den Prozess des Sterbens erleichtern. Und wenn sie offen auf der Party über die lästigen Gesprächsthemen Alterszipperlein, zuletzt gesehener Film, zunehmende Gewalt auf den Straßen, Erinnerungen an früher schimpft und ihre Freunde vor den Kopf stößt, so erzählt sie in ihrem Tagebuch selbst wenige Minuten später, welches Gebrechen sie gerade plagt und erinnert sich, wie es damals war.

Ich mag Marie, sie wäre eine der Damen, die mir gefallen könnten. Trotzdem weiß ich nicht so recht etwas mit dem Buch anzufangen. Es gibt ein paar rote Fäden (ihr Enkel, die Untermieterin, der kranke Freund, der Jugendschwarm), aber im Grunde ist es eine Sammlung von Gedanken und Eindrücken, weniger eine Handlung als vielmehr gesammelte Momentaufnahmen. Eben ein Tagebuch, wie es der Titel sagt. Das heißt, es fehlt ein wenig die Spannung im Plot. Ich hätte das Hörbuch problemlos für ein paar Tage beiseite legen können und irgendwann weiterhören, Pause, Hören etc. Es war nett zu hören. Aber es war nicht gerade fesselnd.

Nun vermag ich aber nicht zu sagen, ob es am Buch selbst liegt, oder ob es daran liegt, das mir Jugendfantasy oder junge Erwachsene einfach näher sind im Erleben und mir zu diesem Buch ein wenig der Zugang fehlt? Meine Oma wird dieses Buch bestimmt lieben, sie ist 80, geistig topfit aber trotzdem mit der Einstellung "immer langsam, ich hab ja jetzt Zeit". Ich vermute, dass sie damit etwas mehr anfangen kann als ich, weil ihr orthopädische Schuhe, Beerdigungen, Enkelkinder, nachlassendes Gedächtnis und ähnliche Dinge einfach näher sind als mir. Ich denke, ich werde es ihr demnächst zum Geburtstag schenken :)


SaschaSalamander 12.07.2010, 09.43| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Frauen, Humor,

Statistik KW 27

Gelesen / Gehört
The unauthorized Biography (L Snicket)
Nein, ich will keinen Seniorenteller (V Ironside)
Barnaby Grimes - der Fluch des Werwolfs (P Stewart & C Riddell)
Messias (R Isau)
Vögelfrei (S Andresky)
Black Butler (Y Toboso)


Gesehen
/


Getauscht
Die Taube (P Süßkind)


Gekauft
Detektiv Conan 67 (G Aoyama)
Black Butler 01 (Y Toboso)
After School Nightmare 09 (S Mizushiro)

SaschaSalamander 11.07.2010, 20.43| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Wieder ein Kirchenthriller

Nun lese ich also "Messias" von Isau und bin bisher sehr begeistert. Ich habe nicht zuviel erwartet, und nur vom Ende ist meine Meinung nun abhängig, aber momentan ist es einfach klasse!

Ein greller Lichtschein, und die Jesusfigur ist vom Kreuz in der kleinen irischen Kirche verschwunden. Dafür liegt ein Mann mit Stigmata und einer Dornenkrone auf dem Boden, der hebräisch spricht und sich Jeschua nennt. Ein Ermittler aus dem Vatikan wird angewiesen, diesen Vorfall zu prüfen. Handelt es sich um ein Wunder, oder sind geschickte Betrüger am Werk? Was hat es mit den Morden auf sich, die wie Gottesurteile aussehen? Wie ist es möglich, dass sich Hostien plötzlich in Fleischklumpen verwandeln?

Und mittendrin eine spannende Familiengeschichte mit schrulligen Charakteren. Wirklich prima, und es fällt mir schwer, das Buch zwischendurch beiseite zu legen. Wie gesagt, ich bin mehr als nur gespannt auf das Ende!

SaschaSalamander 08.07.2010, 20.02| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Deutsch, Fantasy, Thriller,

Magische Märchen

Wie heißt der Sammler berühmter Märchen der Zaubererwelt, dessen Werk von Hermine direkt aus der Runenschrift in unsere Sprache übersetzt wurde?

SaschaSalamander 08.07.2010, 16.08| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rätsel

Flavia DeLuce

"Flavia Deluce - Mord im Gurkenbeet" von Alan Bradley. Dieses Buch sprang mir beim Stöbern in meiner Lieblingsbuchhandlung sofort ins Auge. Einerseits wegen des wirklich hübsch gestalteten Covers, zum anderen aufgrund des schrägen Titels. Schräge Titel mit ungewöhnlich schrägem Cover lassen in der Regel auf schräge Inhalte hoffen, und ich wurde nicht enttäuscht.

Flavia ist ein Mädchen von gerade einmal 11 Jahren. Sehr intelligent, muss sie sich ständig gegen ihre beiden älteren Schwestern durchsetzen. Ihr Hobby ist die Chemie, die sie aus einem alten Buch praktiziert und damit so einigen Unsinn anstellt, etwa den Lippenstift ihrer Schwester ein wenig zu manipulieren. Und eines Tages nun liegt ein Sterbender im Garten und haucht Flavia seinen letzten Lebensatem ins Gesicht. Natürlich geht es gleich darauf rund: die Polizei taucht auf, und bald wird ihr Vater als Hauptverdächtiger festgenommen. Flavia beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, denn sie hat Informationen, welche sie der Polizei geheimhielt. Dabei erfährt sie eine Menge über die alten Schulfreunde ihres Vaters, über zwei wertvolle Fehldrucke der Briefmarke Penny Black und einige chemischen Zusammenhänge. Messerscharf zieht sie ihre Schlüsse und findet den Mörder. Doch sie gerät in Gefahr, als sie dem wahren Mörder gegenübersteht. Es scheint alles zu spät ...

Das Buch hat mir sehr gefallen. Was das Buch kennzeichnet, ist ein großer Vorteil, jedoch zugleich leider auch der Nachteil des Buches: es ist im Voraus kaum zu beschreiben, und auch sonst passt es in keinerlei Schublade. Es ist kein Kinderbuch, obwohl die Protagonistin erst 11 Jahre alt ist. Ein richtiger Erwachsenenkrimi ist es jedoch auch nicht. Es enthält bissigen, schwarzen Humor, ließe sich jedoch nicht direkt in das Genre "schwarzer Humor" einordnen, dazu würde ich hiervon dann etwas mehr erwarten. Es ist sehr spannend, wie das Briefmarkensammeln und die Chemie ein eigenes Thema bekommen, das ist mal sehr innovativ, allerdings könnte vor allem der Bereich der Chemie etwas besser ausgebaut sein. Es ist ein Feuerwerk an hervorragenden Charakteren, etwa dem alten Kriegsveteran Dogger, der schrulligen Haushaltshilfe Mullet, den zickigen Schwestern, der seltsamen Bibliothekarin, dem vor Erinnerung gramen Vater, dem Gedenken an Flavias verstorbene Mutter Harriet und vielen anderen Personen. Zugleich jedoch sind einige dieser Figuren so lebendig und spannend, dass man ihnen ein eigenes Buch wünscht und etwas enttäuscht ist über das Schattendasein neben Flavia.

Klar könnten Kritiker jetzt auch ankommen und sagen, dass ein 11jähriges Mädel nicht so intelligent sein kann, dass sie sich nicht so gut mit Chemie auskennt, dass ein Kind dieses Alters keinen solch komplexen Mord auflösen kann, und so weiter. Aber, mal ehrlich, sind die Krimis für Erwachsene realistischer? Natürlich muss der Held eines Buches etwas Besonderes sein, und Flavia ist einfach genial. Sie ist pfiffig, sympathisch, eigenbrötlerisch. Sie hat manchmal recht seltsame Gedankengänge, wie sie eben ganz typisch sind für Kinder ihres Alters, und dann im nächsten Moment ist sie wieder die spitzfindige Detektivin. Ein Problem, wie es hochintelligente Kinder wohl kennen dürften, der Zwiespalt aus Kind- und Erwachsenensein ist hier sehr schön dargestellt.

Sehr schön finde ich den Kleinkrieg zwischen Flavia und ihren Schwestern. Das Buch beginnt gleich damit, wie die Kleine gefesselt in einem dunklen Zimmer sitzt und sich befreien muss, nachdem ihre Schwestern sie dort "verpackt" hatten. Wo die beiden Älteren jedoch mit verbalen Attacken ("Du bist nicht unsere Schwester, Mutter hat Dich nur adoptiert") und körperlichen Angriffen auf sie losgehen, weiß Flavia sich heimlich mit Chemie in den Kosmetika der Schwestern zu wehren. Was jedoch nicht heißt, dass diese das nicht registrieren und wiederum auf ihre eigene Weise kontern.

Zudem bin ich ja großer Fan des britischen Königreiches, ob nun britische Autoren oder Handlunsorte, und sehr gerne hierbei die Industrialisierung, das Viktorianische Zeitalter oder das frühe 20te Jahrhundert. Ich mag den britischen Humor, das Lebensgefühl, die schrulligen Charaktere. Und all dies kommt in Flavia sehr deutlich beim Leser an, eine ganz große Portion britischer Stiffness, Arroganz und beißendem Witz, natürlich immer im treuen Dienste ihrer Majestät. Ein tolles Setting für dieses Buch.

Für mich hat sich Flavia nun einen Platz zwischen den Baudelair-Waisen, Artemis Fowl, Eddie Dickens, Alice Liddl und Twig ergattert. Ich liebe freche Kids mit Wortwitz und schrägem Humor ...

Ein wenig enttäuscht wird hier und da ein Leser wohl sein aufgrund fehlgeleiteter Erwartungen. Aber für sich betrachtet ist es ein wundervolles, äußerst unterhaltsames Werk mit einer ungewöhnlichen Protagonistin, die ich nicht mehr vergessen werde. Gerne hätte ich damals eine Freundin wie Flavia gehabt. Ich kann es nicht erwarten, bis im September der zweite Teil "Mord ist kein Kinderspiel" erscheinen wird, ich werde sicher einer der ersten Leser hiervon sein!

Vielleicht ist das Problem das gleiche wie bei allen Büchern, die so stark vermarktet werden: man erwartet entweder etwas ganz anderes oder aber sehr viel mehr. Dadurch verblasst das eigentliche Buch dann manchmal ein wenig. Deswegen ist es sinnvoll, völlig ohne Erwartungen an "Mord im Gurkenbeet" heranzugehen, und dann wird das freche Gör gewiss begeistern :-)

Und ein kleiner Tipp zum Abschluss: das Hörbuch wird gelesen von Andrea Sawatzki, bekannte Tatort-Schauspielerin und grandiose Hörbuchsprecherin, die besonders in "Jane Eyre" und "Gut gegen Nordwind" eine hervorragende Leistung zeigte. Sie ist meine liebste weibliche Sprecherin, und ich kann daher auch das Hörbuch jedem nur ans Herz legen.


SaschaSalamander 07.07.2010, 10.04| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Tip, Jugend, Krimi, Schräg,

Schneckenpost

Momentan ärgere ich mich mal wieder über die Post. Vor zwei Wochen habe ich ein Buch aufgegeben, das noch immer nicht angekommen ist. Und ein teures Spiel für die Playstation, das ich vor rund vier Wochen auf die Reise sandte, ist irgendwo im Nirvana verschwunden. Wir hoffen, dass es noch ankommt, dass es einfach nur ewig lange dauert, aber so langsam gebe ich die Hoffnung auf.

Ein Buch, auf das ich rund zwei Wochen gewartet habe, kam heute endlich an. Wenigstens etwas. Seit Tagen wollte ich kein neues Buch anfangen, weil ich bei Erhalt von "Messias" von Isau sofort loslegen wollte, und ich saß und wartete und wartet. Nun, wenigstens kann ich heute starten, und grad heute hab ich irgendwie keine Lust zu lesen. Murphy mal wieder.

Ob es an der Sommerhitze liegt? Aber eine so lange Verzögerung von mehreren Wochen halte ich für unrealistisch allein aufgrund der Hitze, aber normalerweise ist so etwas ein Einzelfall, und ich habe es gleich dreimal hintereinander?!?

Drückt mir bitte die Daumen, dass das Spiel noch ankommt bei meiner Tauschpartnerin :(

SaschaSalamander 06.07.2010, 21.26| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Pulp

Erster und letzter Satz Messias

Erster Satz Prolog:
Gemessen an den streng asketischen Ordensregeln der Zisterzienser war der junge Aidan kein mustergültiger Mönch.

Erster Satz:
Den kräftigen Schlägen war nicht anzuhören, dass der Hammer von einem Einhundertjährigen geschwungen wurde.

Letzter Satz:
"Franz von Assisi sagte: Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst Du das Unmögliche."

Aus:
Ralf Isau: Messias; München 2009

SaschaSalamander 06.07.2010, 19.13| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Statistik KW 26

Gelesen / Gehört
The unauthorized Biography (L Snicket)
Blutlinie (C McFadyen)
Die Q-Briefe (Sir John)
Nein, ich will keinen Seniorenteller (V Ironside)
Wie man eine Herrin findet (L v Dandelion)


Gesehen
/


Getauscht
Vögelfrei (S Andresky)


Gekauft
Der dunkle Kristall / Die Reise ins Labyrinth

SaschaSalamander 04.07.2010, 21.33| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Der Herr der Finsternis

lukianenko_herrfinsternis_150_1.jpgSergej Lukianenko ist einer der Autoren, deren Name für mich ein Garant für Top Unterhaltung ist. Es gibt eben Schreiberlinge, bei denen es mir egal ist, ob ich nun einen Thriller, einen Sci-Fi, ein Kinderbuch oder etwas ganz anderes in die Finger bekomme. Eschbach, Isau, Hohlbein, auch Lukianenko, sie schreiben egal über was, es wird zu Gold. Und auch beim "Herr der Finsternis" war dies der Fall.

Typische Verlagspolitik: irgendein Buch des Autors wird zum internationalen Megaerfolg. Und dann beginnt man, nach und nach einen Titel nach dem anderen zu veröffentlichen, der davor geschrieben wurde. Und wie üblich sind manche  Leser enttäuscht und andere begeistert. Auch der Bestsellerautor Lukiausw darf sich dieses Schicksales erfreuen, worüber ich sehr froh bin :-)

Danka sitzt in seinem Zimmer, als er einen Lichtstrahl zum Bleiben auffordert und dieser sich in einen Sonnenkater verwandelt. Er führt ihn in eine andere Welt, deren Sonne verkauft wurde. Dort kämpfen Freiflieger gegen Flügelträger im ewigen Kampf um Licht und Dunkelheit, und Danka ist dazu ausersehen, diesen Krieg zu führen.

Ich bin begeistert. Und ein wenig ernüchtert. Wieder einmal hat mich ein Buch dieser Art begeistert. Hohlbeins Fantasywerke mit seiner Frau gemeinsam. Isaus Neschan. Endes unendliche Geschichte. Irgendwie sind sie alle gleich, und immer wieder lese ich sie gern. Es war einfach nichts Neues, die Handlung verlief sehr geradlinig und vorhersehbar, der "Endgegner" hat mich in keinster Weise überrascht. Der Schreibstil ist eher einfach, auch ein paar unangenehme Übersetzungsmängel haben sich eingeschlichen. Ich weiß gar nicht, was ich näher zu diesem Buch schreiben soll, denn es ist ein Buch, wie ich schon unzählige gelesen habe. Und auch die Elemente aus dem Weltengänger (ebenfalls Lukianenko) sind sehr deutlich.

Aber ich bin auf der anderen Seite auch begeistert. Denn ich muss fairerweise auch bedenken, dass es ein Jugendbuch ist, und kein Buch für 30jährige Bücherratten, die schon so viel gelesen haben, dass sie kaum noch etwas überraschen kann. Und auch mit der Wächter-Trilogie darf ich es stilistisch nicht vergleichen, da die Wächter einige Jahre später entstanden und der Autor inzwischen mehr Erfahrung und Stil hatte, wie man sehr deutlich spürt. Und der Vergleich mit dem Inhalt der Weltengänger ist ebenfalls ungerecht, da der Herr der Finsternis 11 Jahre später entstand und nicht der Herr der Finsternis an den Weltengänger erinnert, sondern umgekehrt.

Und ich stelle fest, dass ich nicht einmal über diesen Roman selbst schreibe momentan, sondern über andere Werke. Aber, wie gesagt: es fällt mir schwer, über dieses Buch zu schreiben, so gut es mir auch gefallen hat, so begeistert ich auch während des Lesens war. Doch ich kann eigentlich nur wiederholen, was ich zu zig anderen Büchern schon geschrieben habe:

sehr schöne Charaktere, die sich nachvollziehbar weiterentwickeln. Vor allem der Protagonist Danka und sein Schützling Len bieten eine hervorragende Identifikationsfigur für jugendliche Leser, die sich in dem mutigen Anführer oder dem ängstlichen Schüler wiederfinden können. Der Sonnenkater ist wunderbar beschrieben in seiner arroganten und doch liebenswerten Art. Auch die anderen Personen des Werkes gefallen mir sehr, auch wenn sie doch dezent im Hintergrund bleiben.

Die Handlung ist spannend, und ich habe das Buch in zwei Tagen durchgelesen. Ein absoluter Pageturner, obwohl ich doch "wusste" (recht gut vorhersehen konnte), was geschehen würde. Aber nichtsdestotrotz vermag Lukianenko sogar Erwachsene zu fesseln in der geheimnisvollen Welt ohne Licht.

Und wie für dieses Genre üblich, wird sehr viel in Bildern gesprochen und ein wenig moralisiert. Licht und Schatten stehen im immerwährenden Widerstreit, und doch gehören sie zusammen, kann eines nicht ohne das andere existieren, und die Grenzen zwischen Gut und Böse sind nicht klar definiert. Am Ende muss der Held über sich hinauswachsen und erkennen, dass auch er nicht zwangsläufig zu den Guten gehört, und diese Erkenntnis wird ihn je nach der darauffolgenden Entscheidung zum Untergang oder zum Sieg führen. Verrat, Freundschaft, Vertrauen, Angst, Überwindung, Mut und Stärke begleiten die Helden auf dem Weg bis zum erfolgreichen Ende, das natürlich dennoch einige Verluste verzeichnen muss. Manchmal war mir der moralische Zeigefinger fast ein wenig zu deutlich, aber ich denke, als Erwachsener achtet man eher darauf und liest viele Bücher auch mit pädagogischem Hintergedanken.

Also, kurz gesagt, ich habe das Buch fast nonstop verschlungen. Ich habe keine große Erkenntnis daraus gezogen, es hat mir nichts Neues gezeigt. Ein zweites Mal werde ich es wohl nicht lesen. Aber es hat mich grandios unterhalten und wird mir in sehr positiver Erinnerung bleiben, wenn ich herausragende Jugendfantasy empfehle.

SaschaSalamander 30.06.2010, 19.57| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Tip, Jugend, Fantasy,

Erster Satz Spieler wie wir

Erster Satz:
Franzi und Pauline trinken Prosecco zu schwarzem Kaffee, immer im Wechsel einen Schluck Heißes und einen Schluck Kaltes.

Letzter Satz:
Auf dem nicht vorhandenen Bettvorleger ringelt sich der Gürtel und tut so, als sei er bloß ein unschuldiger Gürtel.

Aus: Cornelia Jönsson: Spieler wie wir; Anais 2008

SaschaSalamander 28.06.2010, 18.37| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Statistik KW 25

Gelesen / Gehört
The unauthorized Biography (L Snicket)
Flavia Deluce - Mord im Gurkenbeet (A Bradley)
Der Herr der Finsternis (S Lukianenko)
Blutlinie (C McFadyen)
Spieler wie wir (C Jönsson)

Gesehen
/


Getauscht
Princess Spider (P Spider)
Ratschläge für den passiven Mann (L Dandelion)
The Sweetness at the bottom of the pie (A Bradley)
Messias (R Isau)


Gekauft
Alice in Wonderland (zweisprachig) (L Carroll)
The Weed that strings the hangman´s bag (A Bradley)
Die Q-Briefe (S John)

SaschaSalamander 27.06.2010, 21.12| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

2 men kissing

skylark_2men_150_1.jpgDiesmal keine Romantik und kein SM, sondern ein homoerotischer Roman. Was da nicht alles zufällig in meinem Regal liegt ;-)

"2 men kissing" ist eine Anthologie von Skylark und Beck, die in 24 Kurzgeschichten verschiedene Phantasien schildern. Die Geschichten sind unterschiedlichster Spielart und dürften verschiedene Geschmäcker bedienen. Da gibt es zum Beispiel Sci-Fi mit zwei außerirdischen Brüdern, auch Fantasy mit einem knackigen Fischmann oder zarte Romantik, sogar ein kleines Drama und ein wenig softe Horrorelemente sind zu lesen.

Sehr schön finde ich, dass die Geschichten nicht des Sex wegen geschrieben wurden, sondern vor allem Inhalt haben und Gefühl vermitteln. Kommt nicht oft vor, und hier waren die beiden Autoren meiner Ansicht nach sehr kreativ. Ein paar Beispiele gefällig? ;-)

Eine Archäologin findet bei Ausgrabungen etwas, womit sie niemals gerechnet hätte. Zwei Jugendfreunde treffen sich nach vielen Jahren wieder und bekennen sich ihre Gefühle. Ein junger Mann bekommt täglich Blumen von einem geheimen Verehrer geschenkt, macht sich auf die Suche nach ihm und findet etwas Erstaunliches. In der Disco treffen sich zwei Männer, von denen sich einer als blind entpuppt, und bald wird die aufkeimende Freundschaft von einem schlimmen Ereignis überschattet. Ein Krankenhausbesuch entwickelt sich dank der Latexhanschuhe des Arztes anders als geplant. Und ein ganz besonderer nächtlicher Besucher verändert das Sexleben eines von der Ehe frustrierten Mannes.

Doch, die Ideen finde ich interessant. Auch gefällt es mir, dass es nicht pornographisch zur Sache geht und wild durch die Gegend gerammelt wird, sondern dass es dezent bleibt. Das, was angedeutet wird, ist häufig erotischer als zu intime Details, das gilt nicht nur für Filme und Bilder, sondern auch für Literatur.

Schade allerdings finde ich, dass es dann auf Dauer nach mehreren Geschichten langsam eintönig wird. So schön die Romantik und die Gefühle sind, irgendwann ab der Mitte des Buches fehlt mir dann doch ein wenig die Action. Am Stück ließe sich dieses Buch für mich keinesfalls lesen.

Wer Hardcore bevorzugt und Bücher liebt, in denen es so richtig "zur Sache geht", sollte definitiv die Finger von diesem Buch lassen. Wer Romantik, nette Rahmengeschichten, knackige Jungs und Zärtlichkeiten mag, wird dieses Buch lieben. Wer zwischendurch Abwechslung in seinem literarischen Liebesleben möchte, sollte alle paar Tage in kleinen Dosen eine Geschichte zu sich nehmen und nicht zu viele Stories am Stück lesen :-)

SaschaSalamander 23.06.2010, 21.53| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Erotik, Queer,

Erster und letzter Satz Herr der Finsternis

Erster Satz:
Die ganze Geschichte passierte eigentlich nur, weil ich krank geworden war.

Letzter Satz:
Schulter an Schulter traten Len und ich durch die verborgene Tür.

aus: S Lukianenko, der Herr der Finsternis, 2008

SaschaSalamander 23.06.2010, 20.16| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Dunkel wars

Gerade lese ich "der Herr der Finsternis". Und wie immer bei Lukianenko allerbeste Unterhaltung. Ich habe gar nicht weiter auf Klappentexte oder Rezis oder andere Informationen geachtet, sondern das Buch wieder einmal mit Null begonnen. Und ebenso wie der Protagonist werde ich nun nach und nach in die fremde Welt eingeführt und frage mich, worauf das hinauslaufen wird.

Im Gegensatz zu den Wächtern und dem Weltengänger diesmal ein Jugendroman, der sich im Schreibstil dann doch sehr unterscheidet, aber mindestens genauso gut. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht!

SaschaSalamander 23.06.2010, 16.14| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Statistik KW 24

Gelesen / Gehört
2 Men Kissing (J C Skylark, S R Beck)
Total verhext (T Pratchett)
Die Beschenkte (C Kashore)
Wonderful Wonder World 01-02 (Quinnrose, S Hoshino)
The Tales of Beedle the Bard (J K Rowling)
The unauthorized Biography (L Snicket)
Flavia Deluce - Mord im Gurkenbeet (A Bradley)


Gesehen
House of D


Getauscht
Edge Chronicles 05 (P Stewart)
Der Herr der Finsternis (S Lukianenko)
Making money (T Pratchett)


Gekauft
Der Lügner (S Fry)
Sex ist eigentlich nicht so mein Ding (Div)
Die Masken der Wahrheit (B Unsworth)
Das Nilpferd (S Fry)
Der Deutsche Balladenschatz (Div)
Die Zärtlichkeit der Wölfe (S Penney)
Wonderful Wonder World 1-2 (Q Rose + S Hoshino)

SaschaSalamander 20.06.2010, 21.10| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Pratchettfieber

Und wieder einmal bin ich im Pratchettfieber. Ich kann nicht zuviele Bücher am Stück lesen, das wäre Overkill, zu viele Wortwitze, zuviele Anspielungen auf reale Musik, Literatur, Landeskunde, Filme, Geschichte, Mythologie sowie innerhalb der Scheibenwelt und anderen Welten. Momentan lese ich "Total verhext" und pro Seite mindestens 5 oder mehr lautstarke Lacher. Wobei ich sicher bin, dass viele Witze an mir vorüberziehen, weil ich die Anspielung nicht verstehe (man kann leider nicht alles wissen und kennen, sonst bräuchte ich exakt dieselbe Allgemeinbildung wie der Autor, und die variiert wohl doch).

Meine Favoriten sind zuerst die Hexen (v.a. Oma Wetterwachs), dann fast ebensosehr der Tod, (samt Rattentod) und Blinki) kurz dahinter Lu Tze, dann weiter hinten Tiffany Weh. Die Stadtwache mag ich eher nicht. Die Magier gar nicht. Die Bücher um Ankh Morpork allgemein sind ganz nett.

Was sind Eure Favoriten bei Pratchett, wen mögt Ihr besonders, wen weniger?

SaschaSalamander 14.06.2010, 10.09| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: MachMit

Statistik KW 23

Gelesen / Gehört
Teufelsengel (M Feth)
2 Men Kissing (J C Skylark, S R Beck)
Die Bibliothekarin (P Rochford)
Total verhext (T Pratchett)
Denken Sie selbst! (V Ebert)
Jack Slaughter 10
Die Beschenkte (C Kashore)


Gesehen
Tötet Smoochie
Cold Hour
City of Ember


Getauscht
Farben d Magie / Der Zauberhut (T Pratchett)
Mahler Sinfonie 2 (B Henricks)
Ab die Post (T Pratchett)
The complete stories of Lewis Carroll ( L Carroll)

SaschaSalamander 13.06.2010, 21.33| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Tante Inge haut ab

heldt_inge_150_1.jpgEin erfrischend leichter Roman um eine rüstige ältere Frau, welche so gar nicht nach den Vorstellungen ihrer jungen Verwandten handelt. Ich fand den Titel klasse, deswegen wurde ich auf das Buch aufmerksam, und das hübsche schlichte Cover trug seinen Teil bei.

Es beginnt damit, dass Christine mit ihren 46 Jahren nun im Vorgängerroman ("Urlaub mit Papa", ist jedoch nicht erforderlich zum Verständnis von "Tante Inge") endlich die Liebe ihres Lebens gefunden hat und mit ihm den Urlaub bei den Eltern auf der Insel verbringen will. Am Bahnsteig begegnet ihnen doch glatt eine Frau, die aussieht wie Tante Inge. Aber Tante Inge würde keinen so seltsamen Hut tragen. Und sie würde auch nicht ohne ihren Mann verreisen. Geschweige denn sich einfach so auf den Weg machen! Doch es IST Tante Inge. Und sie wirft so ziemlich alle Vorstellungen über den Haufen, die man sich bisher von ihr gemacht hatte. Sie will ihr Leben selbst in die Hand nehmen, sie ist ohne ihren Mann gefahren. Und was für Christine eigentlich ein ruhiger Familienurlaub werden sollte, wird zu einem Chaos mit teils recht überraschenden Wendungen.

Die Charaktere sind mir allesamt sympathisch. Trotz oder auch wegen ihrer Macken. Die überfürsorgliche Mutter, der pingelige und steife Vater, der alles ertragen müssende Lebensgefährte Johann, die rüstige Tante Inge, Inges aufgetakelte Freundin, Tante Inges geiziger Ehemann, die alleinerziehende Kellnerin mit ihrem kleinen Sohn. Sie sind keine klassischen Protagonisten, sondern einfach Menschen, die direkt aus dem Leben stammen könnten. Fast meint man, sie wohnen nebenan.

Die Handlung ist kein großer Knaller, das Rad wurde nicht neu erfunden. Dennoch ist die Geschichte witzig erzählt, es ist ihr angenehm zu folgen, es kommen keine Längen auf, und nach einiger Zeit wird dem Leser sogar klar, dass eine kleine Überraschung folgen wird, nämlich der wahre Grund für Tante Inges Wandel. Als dieses kleine Geheimnis gelüftet wird, kommt noch einmal richtig Fahrt in den Plot: ein Überfall, ein hinterhältiger Betrug, nun wird auch Inges Mann endlich aktiv, und ständig drückt der Leser die Daumen, dass noch alles gutgehen möge und es so kommt, wie Tante Inge sich das gewünscht hat.

Ein Buch, das ich absolut für leichten Lesegenuss zwischendurch empfehlen kann. Es ist eine Anekdote, wie sie sich so tatsächlich ereignen könnte und man sie bei der nächsten Familienfeier erzählt. Ideal für gemütliche Stunden am Strand, in der Badewanne oder zwischendurch. Erfrischend, witzig, spannend, und trotzdem nicht zu anstrengend. Genau richtig, wenn man abschalten möchte ;-)

SaschaSalamander 07.06.2010, 17.17| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Tip, Deutsch, Frauen,

Anna und die Teufelsengel

Momentan höre ich Teufelsengel und weiß nicht recht. Einerseits eine spannende Story, andererseits empfinde ich es als etwas zäh. Aber ich mag die Sprecherin, Anna Thalbach, sie passt zur Protagonistin. Leider ist das Buch viergeteilt in das Mädchen, das  nächstmögliche weibl Opfer, den Kommissar und den Sektenführer. Für letztere ist sie total ungeeignet, sie klingt nicht hart, böse, wahnsinnig. Und in keinster Weise männlich. Besser wäre eine andere Sprecherin gewesen oder noch besser zwei verschiedene für m und w Rollen. Schade, denn an sich ist Anna top ...

SaschaSalamander 07.06.2010, 09.16| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Statistik KW 22

Gelesen / Gehört
Lilienblut (E Herrmann)
Der Mann, der nichts vergessen konnte (R Isau)
Zelda - Oracle of Seasons
Teufelsengel (M Feth)
2 Men Kissing (J C Skylark, S R Beck)
Die Bibliothekarin (P Rochford)
Ich trage Striemen wie andere Frauen ihren Ehering (Eva B)


Gesehen
Die Ritter der Kokosnuss
Adams Äpfel
Brügge sehn und sterben
Red Shoes
Cello
Puls (jap)
Uzumaki


Getauscht
Spieler wie wir (C Jönsson)
Sarahs Lust (R Hoffmann)

SaschaSalamander 06.06.2010, 21.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Action pur

Ich lese ja gerne erotische Romane, zart und romantisch, ebenso gerne hart und wild. Und prüde muss es nicht sein, ich vertrage was. Und manche sind einfach nur unfreiwillig komisch. Hier etwas, das ich heute las ;-)

"Sie warf den Kopf zurück, ihre Beine gaben nach, und während sie in wilden Zuckungen durchgeschüttelt wurde, rutschte sie schreiend an der Wand entlang auf den Boden."

Hey, yeah, und soviel Action alleine von der Handarbeit, als sie dabei an ihn dachte. Mal sehen, was die Autorin erst bietet, sobald sie es live mit ihm macht ...

SaschaSalamander 05.06.2010, 20.54| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles

Bisschen Frust

Bin ein wenig gefrustet: kann lesen ohne Ende, nach OP an Hand am Dienstag muss ich schonen. Viel Zeit zum Lesen statt Haushalt oder PC, tippe mit nur einer Hand. Lesen ohne Ende, aber bur knapp tippen, ergo weniger Verarbeiten, bäh :-(

Nach OP hab ich im Aufwachraum 400 Seiten gelesen, bevor ich heim durfte. Dank Isau verging die Zeit rasch ...

SaschaSalamander 05.06.2010, 19.57| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Pulp

Trailer

Immer häufiger findet man bei Amazon ja auch Trailer zu den Büchern. Manchmal ein kurzes Kommentar des Autoren, aber am meisten eben Trailer zu Bestsellern oder zumindest entsprechend vermarkteten Büchern.

Seht Ihr Euch die Trailer an?
Animieren sie Euch zum Lesen?
Findet Ihr die Trailer in der Mehrzahl gelungen?
Was haltet Ihr von der Idee an sich?

SaschaSalamander 01.06.2010, 08.53| (3/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: MachMit

Lilienblut

herrmann_lilien_150_1.jpgDer Titel "Lilienblut" macht neugierig, das Cover sieht wunderhübsch. Und es liegt bei den aktuellen Titeln der Jugendliteratur. Klar, dass ich neugierig wurde. Ich habe mich gar nicht weiter um Inhalt oder Genre gekümmert, sondern mich völlig unbefangen auf das Buch eingelassen. Darüber bin ich sehr froh, und ich habe die Zeit genossen, habe nebenbei gemalt, gearbeitet, einfach nur daglegen und gelauscht.  Die Autorin war mir bis dahin unbekannt, aber ich werde mich nun näher mit ihr beschäftigen (bei Amazon gibt es ein Interview mit ihr sowie den Ausschnitt der Lesung), auch ihre anderen Werke lesen. Hoffentlich schreibt sie bald ein neues Jugendbuch! Es ist eines der wenigen Bücher, die in mir nach dem Lesen ein Gefühl der "Leere" weckten. Das Buch ist gelesen, und ein anderes direkt im Anschluss möchte ich nicht, ich muss jetzt eine Pause machen, dieses Buch sacken lassen. Es hat mich berührt, und ich möchte nicht irgendetwas anderes hinterdrinschieben, solange der süße Geschmack des Rheinweins noch in mir ist ...

Sabrina ist 16 Jahre alt, und an ihrem 16ten Geburtstag schenkt ihre Mutter ihr einen eigenen Weinberg. Doch Sabrina ist wenig begeistert, sie sieht darin nur Arbeit, hat doch sogar ihr Vater die Mutter verlassen, "weil er nicht ahnte, was es heißt, mit einer Winzerin verheiratet zu sein". Sabrina verbringt den Rest des Tages mit ihrer Freundin Amelie in der Eisdiele und am Flussufer, wo ihnen ein geheimnisvoller Fremder auf einem Lastkahn begegnet. Amelie folgt ihm, sie wittert das Abenteuer auf dem Wasser, sie will fort. Und sie kommt niemals wieder. Denn Amelie wird ermordert, und für Sabrina beginnt eine schreckliche Zeit. Niemand will Sabrinas Schilderung der Ereignisse glauben, Tatverdächtig ist der Fremde, und Sabrina kann nichts dagegen tun. Die Polizei kommt in den Ermittlungen nicht voran, und Sabrina versucht auf eigene Weise, Licht in das Dunkel zu bringen. Was hat es mit dem Mord vor sich, der vor acht Jahren an der gleichen Stelle geschah? Warum weigern sich alle, den Lastkahn gesehen zu haben?

"Lilienblut" ist ein wundervoller Roman. Die Autorin trägt das Hörbuch selbst vor, und sie hat eine sehr gut dafür geeignete Stimme, ich könnte mir für dieses Buch keine bessere vorstellen. Normalerweise bin ich definitiv kein Freund von Autorenlesungen, die meisten sind eher eine misslunge Selbstdarstellung, doch dieses hier ist ein absoluter Tipp, und ich hoffe, dass die Autorin auch andere, nicht von ihr geschriebene Bücher vortragen wird. Ich mag ihre Stimme und ihren Stil sehr: ein ruhiger Klang, der die Handlung still und flüssig voranträgt. Wie ein gemütlicher Tag am Fluss, das Wasser plätschwert vorüber, hier und da eine Schnelle, die Vögel fliegen vorüber, die Sonne scheint, ein kühler Wind weht. So fühlt sich das Buch für mich an. Während der Schilderungen sah ich vor mir die Biegungen des Rheins, die Burgen am Ufer, ich sah die Schiffe ziehen, war mit Sabrine und ihrer Freundin auf dem Weinberg zwischen den Rebstöcken, und ich vermisste diese Gegend, die ich früher oft besuchte. Ich kenne die Region, und ich fühlte mich ein bisschen wehmütig beim Hören ...

es ist kein actiongeladener Krimi für Jugendliche, wie er heute oft vermarktet wird. auch kein Fantasyschinken. Sondern ein sanfter, stiller Roman ums Erwachsenwerden, um die erste Liebe, um ein tragisches Schicksal und ein mutiges Mädchen. Sie ist hier und da unvernünftig, wenn sie Informationen möchte, doch sie ist keine Superheldin wie die modernen Superteenager Alex Rider oder andere Spionagekids. Sondern sie ist ein ganz normales Mädchen, das sich von der Mutter unverstanden fühlt, ohne Superkräfte auskommen muss, Freundinnen hat und sich mit den Mädchencliquen der Schule herumägern muss. Keine wirkliche Antiheldin, auch keine Heldin. Einfach ein  normales Mädchen. So normal, dass sich jeder mit ihr auf gewisse Weise identifizieren kann. Auch ihre Freundinnen sind sehr sympathisch und menschlich. Amelie, das Glamour-Girl mit ihren Wünschen von Zukunft und Fernweh. Lukas, der schüchterne Junge, der so gerne ihr Freund sein möchte. Beate, die kaum Freundinnen hat und sich immer öfter mit Sabrina treffen möchte. Der geheimnisvolle Kilian, der ein schweres Geheimnis mit sich trägt.

Ich mag es, wie Sabrina "ermittelt", oder genauer gesagt nachfragt, mit Menschen redet. Spannende Momente gibt es, in denen der Leser / Hörer gebannt innehält und kaum zu atmen wagt, aber keinesfalls Verfolgungsjagden oder grausame Gewaltschilderungen. Als Sabrina die Wohnung des ehemaligen Hafenarbeiters aufsucht, erwartete ich das Schlimmste, ebenso als sie das Schiff betrat und den verschlossenen Raum öffnete. Doch ich bin überglücklich, dass die Autorin auch hier den Leser mit dem üblichen Spektakel verschont. Es gelingt ihr hervorragend, Spannung auch ohne Gewalt und Blut zu erzeugen.

Jugendliche werden sich perfekt in Sabrina einfühlen können, ihre Wege nachvollziehen können. Erwachsene würden vielleicht manchmal gerne eingreifen. Doch wie im wahren Leben, Jugendliche sind keine Erwachsenen, und Jugendliche müssen ihren eigenen Weg gehen. Der erwachsene Leser begleitet Sabrina und fühlt sich erinnert, wie es damals war, als man selbst einmal die altersbedingten Entwicklungen erleben musste.

In allem schwingt ein Hauch von Melancholie mit. Auch, wenn die Jahreszeiten im Buch wechseln, habe ich das Gefühl, als spielte alles im Herbst. Ein Hauch Vergänglichkeit, als Sabrina bereits in ihren jungen Jahren mit etwas so Tragischem wie dem Mord an ihrer besten Freundin konfrontiert wird. Wehmut, als sie nicht so recht weiß, wie sie Lukas begegnen soll und ob sie möchte, was er von ihr will. Unsicherheit, als Beate sie anspricht und ihre Nähe sucht. Zweifel, ob die Zukunft im Weinberg das ist, was sie sich wünscht. Probleme mit den hohen Ansprüchen ihrer Mutter. Und doch eine wunderbare Geschichte ums Erwachsenwerden. Mit einem Ausgang, der mich nicht sonderlich überraschte, der aber für manchen Leser eine interessante Wende sein dürfte.

Die Sprache ist sehr einfach, und passend zum Wasser wieder der Vergleich "sie fließt dahin". Keine Schnörkel, aber auch nicht zu knapp. Einfach perfekt, um darin einzutauchen und sich treiben zu lassen. Ich mag den Stil der Autorin, die präzise und ohne Umstände das Wesentliche beschreibt, ohne Eile, aber doch geradlinig und zielstrebig.

Ein Krimi, perfekt für Jugendliche in der Pubertät. Und ein Roman, wie Erwachsene ihn verschlingen, wenn sie genug haben von Gewalt, Brutalität, Verfolgung, Verschwörung, Tragik, Blut und Misshandlung. Ein Roman für Erwachsene, die sich Zeit nehmen für das Wesentliche, statt sofort zum nächsten Thrill zu hetzen.

Ein Buch, wie es mehrere geben müsste ...

SaschaSalamander 31.05.2010, 21.47| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Tip, Deutsch, Krimi, Jugend,

Ich trage Striemen

Erster Satz:
"Ich erwarte Dich um fünfzehn Uhr!"

Letzter Satz:
"Tief in mir spürte ich: so war es."

aus: Eva B.: Ich trage Striemen, wie andere Frauen ihren Ehering;
Rororo 2009

SaschaSalamander 31.05.2010, 13.20| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Statistik KW 21

Gelesen / Gehört
Die Menschenleserin (J Deaver)
Allwissend (J Deaver)
Ich trage Striemen wie andere Frauen ihren Ehering (Eva B)
Lilienblut (E Herrmann)
Opus Anima (F Mertikat u.a.)


Gesehen



Getauscht
Spirituals (B Hendricks)



Gekauft

Kirihito 03 (O Tezuka)
Clover 04 (Clamp)

SaschaSalamander 30.05.2010, 20.59| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Sookie Stackhouse

Ausnahmsweise bitte ich einmal um Spoiler. Hat jemand die Bücher von Charlaine Harris um die Kellnerin Sookie Stackhouse weiter als Band 2 gelesen? Irgendwann einmal werde ich sie vielleicht lesen, aber momentan bin ich von Vampiren einfach übersättigt, ich werde in ein paar neue hineinschnuppern, aber mich in eine Serie vertiefen werde ich derzeit nur ungern.

Aber ich willwillwill unbedingt wissen, was los ist. Klar, die besonderen Fähigkeiten von Sookie sind bekannt, aber es ist bestimmt noch mehr, oder? Was ist mit ihr? Woher kommen diese Kräfte? Ist sie ebenfalls ein übernatürliches Wesen, und wenn ja welches?

Ich freue mich über eine Nachricht via Kontaktformular oder Mail. Ein Spoiler offen lesbar für alle im Kommentar muss ja nicht sein, das wäre unfair ;-)

SaschaSalamander 29.05.2010, 19.50| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rund um Bücher

Die allwissende Menschenleserin

deaver_allwissend_150_1.jpgDas Buch "Allwissend" von Jeffery Deaver sprach mich vom Cover her und auch inhaltlich sofort an. Da es allerdings das zweite Buch des Autors um die Kinesiologin (mal was anderes als Forensiker, Detectives etc, und trotzdem jede Menge Crime) Kathryn Dance ist, habe ich natürlich erst einmal in das erste, "Die Menschenleserin" reingehört. Woran auch immer es lag, ich konnte mich einfach nicht einfinden, das Buch hat mich absolut nicht angesprochen im Schreibstil, Inhalt und den Charakteren. Das zweite klang immer noch interessant, und weil man sie in der Regel ja auch unabhängig voneinander hören kann und nur meine kleine Macke mich alles der Reihe nach lesen lässt, habe ich nun zum zweiten gegriffen. Dieses ist schon eher nach meinem Geschmack. Ein Jugendlicher, Blogs, Killerspiele, die Bloggosphäre, Cybermobbing, MMORPGs und ähnliche Dinger sind Themen, und es ist recht spannend zu lesen. Es ist zwar ein wenig schade, dass die Themen lehrbuchhaft daherkommen, aber wie soll man einem Außenstehenden auch erklären, was Flamewars, Threads, RSS, oder Begriffe wie imho und foad und ähnliche bedeuten, ohne es genau zu erklären? Der Autor geht darauf ein, dass das Beschäftigen mit diesen Dingen nicht zwangsläufig zu Kriminalität und Realitätsverlust führt, auch wenn ich diesen Aspekt gerne etwas deutlicher gehabt hätte, denn leider werden wieder viele mit dem Kopf nicken und sagen "klar, war ja nicht anders zu erwarten" ...

egal, das Buch ist recht nett und flüssig für zwischendurch, die Handlung scheint mir bisher (ich habe etwa die Hälfte) recht vorhersehbar, aber es muss ja nicht jedes Mal das Rad neu erfunden werden. Mal sehen, ob es so spannend bleibt ;-)

SaschaSalamander 26.05.2010, 14.58| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Krimi

Statistik KW 20

Gelesen / Gehört
Voyeur (S Beckett)
Der Falke und die Fledermaus (R Schönfelder)
Offenbarung 23 - 38 bis 41
Opus Anima (F Mertikat u.a.)
Ich trage Striemen wie andere Frauen ihren Ehering (Eva B)
Die ??? 138 - die geheime Treppe


Gesehen
Dänische Delikatessen


Getauscht
Club Paradise (DVD)
Mörike und Goethe - Lieder (B Hendricks CD)
Emotions of Joy (David Plüss CD)
Lieder (B Hendricks CD)


Gekauft

Fortress of Fear (Gameboy)
Summoner (Game)

SaschaSalamander 23.05.2010, 20.40| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

OPUS ANIMA

Ich weiß gar nicht so recht, in welche Kategorie ich diesen Beitrag packen soll. Es ist keine Rezension. Aber auch nichts, das ich aktuell lese, eher nebenbei (ein Regelwerk bzw ein Fach liest man eben nicht, sondern holt sich Infos bei Bedarf). Es könnte auch passen in "rund um Bücher". Aber ich packe es mal in die Spieleecke, denn im Grunde ist es, Regelbuch hin oder her, kein Buch, sondern ein Spiel ;-)

Ich möchte hier gar nicht groß erzählen, was ein Rollenspiel ist, wie es funktioniert, denn für Außenseiter müsste ich hier sehr weit ausholen, und Insider würde ich damit langweilen. Aber vielleicht hat ja jemand schon von "DSA" (das schwarze Auge), "D&D" (Dungeons and Dragons), Vampire the Masquerade, Shadowrun gehört, das sind mit die bekanntesten Rollenspiele, aber es gibt noch unzählige Systeme mehr in allen Welten, Varianten, Spiele jeder Coleur.

Opus Anima ist nun sehr düster: die Menschheit hat in der Zukunft das Weltall erobert, doch bei einem schlimmen Krieg wurde die Welt Kurip-Aleph zerstört, die Schollen treiben nun umher, zusammengehalten von Stahlträgern, jeder Scholle eine eigene kleine Welt für sich. Aus dem Inneren des Planeten quillt Äther, welche ihn wie eine Hülle umgibt und für interessante Effekte und Physik im Spiel sorgt. Es wurde eine Menge Technik zerstört, Elektrizität funktioniert nicht mehr, und so gibt es hier viel Mechanik und Dampfkraft. Klassisches >Steampunk< - Rollenspiel. Das Besondere: hier gibt es keine Zwergen, Elfen, Trolle, Orks etc. Sondern hier gibt es Menschen (und ein paar wenige außerirdische bzw gentechnisch veränderte Rassen), die ihrer Seele beraubt wurden. Sie können nur überleben, weil sie von großen Entitäten / Gottheiten / Wesen Lebensenergie bekommen haben. Aber mit dieser zusammen leider auch den entsprechenden Makel der zuständigen Gottheit. Und hier ginge es nun zusehr ins Detail, das zu erklären. Um es kurz zu fassen:

die Charaktere, welche man spielt, haben den Großteil ihrer Seele verloren und wurden verschiedener Fähigkeiten beraubt, dies hin bis zu sehr drastischen, makabaren Dingen: es gibt etwa den "Gescheiterten", den "Ausgeweideten", den "Blinden", den "Vergessenen", den "Versehrten", den "Toten" und ähnlich bemitleidenswerte Kreaturen, die unter sehr starken Mängeln zu leiden haben, jedoch natürlich auch besondere Stärken haben. Keine übermenschlichen Fähigkeiten, eher besondere Wesenszüge und Stärken wie Zielstrebigkeit, Enthaltsamkeit oder derlei "normale" Dinge. Die Welt um sie herum kann verzerrt werden, was widerum zu faszinierenden Effekten und Spielmöglichkeiten führen kann und Spieler wie Spielwelt beeinflusst.

Es ist sehr düster, sehr makaber, und es ist auch gänzlich anders aufgebaut als viele der üblichen bekannten Rollenspiele, es lässt in seiner Physik, den Spielregeln, den Charakterbögen sehr viel mehr Freiräume. Manche Rollenspieler sehen dies als Manko, weil der Meister zuviele Freiheiten hat. Ich finde dies grandios, denn der Meister hat sehr viele Mglichkeiten, das Spiel zu gestalten, die Mitspieler zu überraschen. Ich mag keine endlosen Diskussionen um Regelwerk. Auch im realen Leben läuft nicht immer alles nach Plan, lässt sich nicht würfeln, und ich liebe diese Willkür, sie macht das straighte Spiel spannend und aufregend, man weiß nicht, was als nächstes kommt, erst recht in dieser schrägen Welt mit ihren ungewöhnlichen Charakteren und ihrer seltsamen Physik und den Verzerrungen der Realität!

Das Buch dazu, wow, einfach genial! Abgesehen davon, dass man nicht ständig neue Regelwerke der Version XY kaufen muss wie bei anderen Spielen (und Rollenspiel kann verdammt ins Geld gehen, das ist nicht mehr feierlich, wie da abgezockt wird), ist das Buch einfach traumhaft gestaltet. Im Internet gibt es kostenlos Charakterbögen zum Herunterladen (bei anderen Spielen sind solche Bögen sehr teuer, wenn man sie neu kauft), auch die komplette Anleitung gibt es gratis zum Download. Das Buch ist dennoch einen Kauf wert, denn es ist ein absoluter Hingucker im Regal. Die Bilder sind grandios, schwarz-weiß-Skizzen, die einen sehr guten Eindruck der Spielwelt vermitteln. Die Schrift verzerrt, um auch die Verzerrungen im Spiel ein wenig deutlicher aufzuzeigen. Wunderschönes Glanzpapier, das ich mich stellenweise kaum zu berühren getraue, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen, mehr ein Bildband denn ein Buch.

Abgesehen davon, dass die meisten Leute (zumindest die ich kenne) lieber ein Buch lesen als Zeilen auf dem Monitor, ist diese Ausgabe des Regelwerkes wunderschön. Ich könnte schwärmen, mit jeder Seite, die ich aufschlage mehr. Und es ist so schön beschreiben alles, dass man es nicht nur als Regelwerk sieht, sondern als Ausflug in eine fremde, unheimliche Welt voller Gefahren. Es ist kein Roman, aber es ist eine Auflistung spannender Besonderheiten in und um Kurip-Aleph, und alleine das Buch macht schon unglaublich Lust darauf, das Spiel selbst auszutesten und sofort loszulegen!

Besonders schön finde ich, wie sich kein gesamtes Bild zeigt, sondern sich die Welt erst nach und nach erschließt. Die meisten Rollenspiele sind "normales" Fantasy oder spannende aber bekannte Welten (Cyberpunk oder basierend auf klassischer Phantastik, typischen Vampirgeschichten). Dieses hier ist eine völlig neuartige Variante. Und aus einzelnen kleinen Bruchstücken, die erzählt werden, entwickelt sich nach und nach ein immer dichteres Bild von der kaputten Welt Kurip-Aleph. Keine Texte zum Drüberlesen, sondern hochwertige Schnipsel, die in Ruhe und Muse genossen werden müssen, um immer tiefer abzutauchen. Sosehr ich mir einen Film oder einen Roman wünsche, vermute ich doch, dass dies die Faszination von OPUS ANIMA zerstören würde.

Für Zartbesaitete ist OPUS ANIMA allerdings nicht geeignet. Man sollte schon einen kräftigen Magen, stramme Nerven und jede Menge Aufgeschlossenheit mit sich bringen, um mit diesem Spielsystem und vor allem in jener Welt zurechtzukommen. Nur für erfahrene Rollenspieler. Oder aber besonders geeignet (aufgrund des nur sehr geringen Regelwerkes) für Einsteiger, diese sollten aber extrem aufgeschlossen und experimentierfreudig sein. Dann kann man sie ohne jegliches Wissen um Welt, Regeln und Situation sofort auf den Planeten schmeißen.

Und auch ohne Rollenspiel ist das Buch auf jeden Fall einen Blick und für Fans des Genres auch einen Kauf wert!

Da ich hier ungern zig Bilder veröffentlichen möchte, die auf meiner Seite gar nicht zur Geltung kämen, hier der Link zu Opus Anima:

>Opus Anima< Regelwerk, Charakterbögen, Abenteuer, Galerie, Forum etc

SaschaSalamander 21.05.2010, 18.52| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezension Spiele | Tags: Tip, Schräg, Fantasy, Horror, Sci-Fi, Deutsch, Mindf*ck,

Voyeur

beckett_voyeur_150_1.jpgDer Ich-Erzählter Donald Ramsey ist Kunsthändler. Eine Menge privater Sammlerstücke, geprägt vom Voyeurismus. Doch was ist schon ein schnödes Kunstwerk im Vergleich zur Realität? Seine Assistentin Anna regt seine Phantasie an, nur ihr unscheinbarer Freund stört Donald, am liebsten möchte er ihn loswerden. Als Anna beschließt, mit ihm nach Amerika auszuwandern, überlegt ihr Chef weitere Schritte: sein Freund Zeppo soll sich an Anna heranmachen und das Paar zertrennen. Doch Anna reagiert nicht wie geplant, und die Mittel werden drastischer. Bis hin zum Äußersten gehen Donald für seine Vorliebe und Zeppo für das ihm gebotene Geld, und sie schmieden einen grausamen Plan.

Die Bücher um David Hunter (Chemie des Todes etc) begeisterten die Leser und brachten Simon Beckett erst in die Bestsellerlisten. Danach wurden Bücher veröffentlicht, welche der Autor schon zuvor geschrieben hatte, sie erhielten ein neues Coverdesign, doch den Lesern war das egal, sie wollten Bücher, in denen DAS drin sein sollte, was sie erwarteten, nämlich Simon Beckett wie sie ihn von seinen neuesten Werken kennen. Und entsprechend waren sie enttäuscht, als statt forensicher und pathologischer Beschreibungen auf einmal eine Frau mit anonymen Kinderwunsch, ein alleinerziehender Vater oder ein alter Kunstsammler nicht einmal spannende Thriller, sondern eher angenehme Romane schrieb.

Trotzdem fand ich dieses Buch wieder einmal prima. Kein Meisterwerk, man merkt deutlich, wie Beckett von Werk zu Werk besser wurde. Aber auf jeden Fall ein packender Schreibstil, der mich das Buch von der ersten zur letzten Seite mitfiebern ließ, obwohl wenig Überraschendes passierte.

Als kleines Manko empfinde ich nämlich die absolute Vorhersehbarkeit des Buches. Ich wartete ständig auf eine besondere Wende oder eine neue Enthüllung, doch wie erwartet ging es voran wie erwartet, und auch das Ende war eher enttäuschend. Auch ist die Charakterentwicklung noch etwas schwach, eben ein deutliches Erstlingswerk. Trotz der im Grunde drastischen Vorgehensweise des Protagonisten leide ich recht wenig mit seinem Opfer, empfinde ich aber auch weder Mitleid auf Donald noch wäre ich zornig oder empört. Es ist ein Roman, der vor sich hinplätschert, interessant erzählt, aber ohne den Leser wirklich zu bewegen.

Für Beckett-Fans im Allgemeinen ist es natürlich ein Muss. Für die Fans der David-Hunter-Reihe wäre es eine Enttäuschung. Es ist eben etwas komplett anderes als die modernen Thriller, welche die Leser heute erwarten. Es wäre dumm, die Werke alle miteinander zu vergleichen. Und für sich gesehen ist es ein recht nettes Buch, das man zwar nicht gelesen haben muss, das aber, wenn man es mal in den Händen hat, einen dann doch recht gut unterhält.

SaschaSalamander 19.05.2010, 17.34| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Krimi

Der Falke und die Fledermaus

Momentan lese ich "Der Falke und die Fledermaus" von Regina Schönfelder. Fiel mir als 2:1 bei Tauschticket vor langer Zeit in die Hände, und es klang recht interessant: eine junge Frau findet sich in einer Zwischenwelt wieder, geführt von einem Geist, welcher ihr erzählt, dass ihr Mann sie ermordet hat. Nun versucht die Dame natürlich auf ihr mögliche Weise der Welt von dem Mord mitzuteilen und diese zu rächen.

Klingt recht modern und könnte einem Buch der modernen Mythenwelle um Geister, Vampire, Hexen etc entsprungen sein. Ist sehr dünn, also auch flink gelesen, ideal für zwischendurch.

Allerdings ziehe ich es nun schon seit drei oder vier Tagen mit mir herum. Der Funke will einfach nicht überspringen. Zu wenig erklärt, zuviel einfach so dahingestellt, die Hauptperson ziemlich ungünstig dargestellt (meiner Ansicht nach zumindest ist sie recht fad und zickig, eine typische gefrustete Frau ohne den sympathischen Hintergrund einer Antiheldin, in die man sich als Durchschnittsleser einfühlen könnte), die Erkläungen des Geistes eher platt, die Versuche des Geisterfrischlings ziemlich dürftig (aber nicht einmal witzig).

Es wurde viel Potential verschenkt, was ich sehr schade finde. Die Autorin hat damals noch einige anderen Bücher geschrieben, meine Motivation dafür ist eher geringer, aber vielleicht sind die anderen ja besser, man kann nie wissen ;-)

SaschaSalamander 18.05.2010, 17.51| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Fantasy

Erster letzter Satz Böser Engel

Erster Satz:
Neuerdings tue ich es unter der Dusche.

Letzter Satz:
Ich winkte Chester ein letztes Mal zu, ehe wir Ice Lake hinter uns ließen.

aus: Timothy Carter: Böser Engel; Knaur 2010

SaschaSalamander 18.05.2010, 09.17| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Der Sternenwanderer

Eher zufällig bin ich auf den Film "der Sternenwanderer" gestoßen. Er lief schon vor zwei oder drei Jahren im Kino, ich hatte immer mal wieder das Plakat gesehen, aber irgendwie habe ich ihn dennoch nicht so richtig wahrgenommen. Dies liegt vielleicht daran, dass ein einfaches Cover nicht vermitteln kann, was dieser Film zu bieten hat, und Trailer sehe ich mir eher nicht an. In diesem Fall sehr bedauerlich, aber ich habe ihn ja nun endlich gesehen ;-)

Ein kleines englisches Dorf, dessen Außenmauer streng bewacht wird. Niemand darf hinaus. Doch ein junger Bursche wagt es, und er entdeckt eine magische, wunderbare Welt. Er findet seine Liebe, doch er muss zurückkehren, und neun Monate später liegt das Ergebnis seines kleinen Ausfluges vor der Tür: sein Sohn Tristan.

Tristan ist nun ein junger Mann, abenteuerlustig und lebensfroh. Seine Liebe, Victoria, liebt einen anderen, doch für sie würde Tristan sogar die Sterne vom Himmel holen. Also macht er sich auf den Weg, um einen eben vom Himmel gefallenen Stern zu holen und ihr zu bringen. Doch dieser Stern kam in Gestalt einer jungen Frau auf die Erde, und sie wird nun von Prinzen gejagt, die mit ihrer Macht den Thron beanspruchen wollen. Und dann wären da noch die Hexen, welche das Herz des Sterns für ein Jugendelixier brauchen. Tristan will doch nur seine Liebe für sich gewinnen, und statt dessen muss er nun den Stern beschützen, sich auf einem Wolkenschiff behaupten, gefährliche Gegner überwinden und erkennen, was seine wahre Bestimmung ist ...

Ach ja, wann habe ich das letzte Mal so einen schönen klassischen Fantasy gesehen? Er ist opulent inszeniert, die Schauspieler sind hervorragend gewählt (Robert de Niro, Michelle Pfeiffer, Claire Danes, Peter ´O Toole, Rupert Everett usw),  die deutschen Synchronsprecher sind ebenso namhaft, die Geschichte stammt von Neil Gaiman, da kann kaum etwas schiefgehen.

Entgegen meiner Art möchte ich ihn gar nicht näher auseinandernehmen, sondern einfach nur sagen: "wooow, war das schön". Man könnte bemängeln, dass der Film sehr straight aufgebaut ist, sehr vorhersehbar, aber das macht nichts. Es sind eben die klassischen Erfolgsrezepte, die immer wieder gut ankommen. Und hier passt einfach alles: Bilder, Schauspieler, Musik, Story, Kamera, Effekte.

Märchenhaftes Kino für die ganze Familie :-)

SaschaSalamander 17.05.2010, 20.08| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Tip, Fantasy, Romantik,

Statistik KW 19

Gelesen / Gehört
Plötzlich Shakespeare (D Safier)
Gefügig (Cosette)
Voyeur (S Beckett)
Die Prüfung (F P Wilson)
Böser Engel (T Carter)
Opus Anima
Der Falke und die Fledermaus (R Schönfelder)


Gesehen
Louise hires a contract killer
Isnogod - der bitterböse Großwesir
Der Sternenwanderer
Der Killer im System

Getauscht
Ich trage Striemen (Eva B)
Canciones Espanolas (B Hendricks, CD)
Die schöne Müllerin (B Hendricks, CD)


Gekauft

Böser Engel (T Carter)
Opus Anima (Regelwerk)

SaschaSalamander 16.05.2010, 20.02| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Vampirhype

Keinen eigenen Beitrag zu den jeweiligen Romanen "Geliebte der Nacht" oder "Nachtjagd". Sondern eher eine allgemeine Stellungnahme zu dem momentanen Vampirhype. Ich liebe Vampire, das dürften meine Leser wissen. Auch Gestaltwandler und allerlei anderes Getier, welches sich in Fantasywelten tummelt. Düster, erotisch, lustig, mal für Kinder, mal für Erwachsene, Jugendliche, Vampirkönigin oder dunkelster Nachtmahrabschaum, traditionell im Sinne Bram Stokers oder auch völlig modern mit Außerirdischen, Kunstblut und sonstigen Theorien, eben in allen Varianten.

Früher bin ich in meinen Fantasybuchladen und habe dort die Neuerscheinungen durchgesehen und mich dann für ein Buch oder mehrere entschieden. Inzwischen stehe ich im Laden und rolle genervt mit den Augen. Jeden Monat unzählige neue Titel, man hat keinerlei Überblick mehr. Wäre schön, wenn es lauter tolle Sachen wären. Aber es ist zu einem großen Teil nur noch Schund, der auf der Welle mitreiten will. Und die Leute kaufen es und sind begeistert, einfach weil Vampir draufsteht, weil es gerade modern ist, und weil man ja als sonst eher Wenigleser sonst kaum Vergleichswerte hat und einfach mal sagt "das Beste, was ich bisher gelesen habe".

Habe ich bis vor einiger Zeit noch jedes Buch gelesen, das mir aus diesem Genre in die Finger kam, greife ich inzwischen nur noch in Ausnahmefällen zu: bei den Büchern, die immer wieder als Vergleichswerte auftauchen ("nicht so gut wie ..." oder ähnliche Kommentare). Stephenie Meyer (romantisch) war so ein Fall, Sookie Stackhouse (mystisch), Mary Janice Davidson (witzig). Aktueller dann nun Lara Adrian und J R Ward.

Lara Adrian habe ich auf Deutsch gehört, und ich war extrem enttäuscht. Bilige Pornographie verpackt in eine Vampirgeschichte. Nicht mal wirklich erotisch. Ich kann verstehen, wem es gefällt, der Reiz der Serie ist nachvollziehbar, denn es ist ungewöhnlich und anders, die Charaktere sind sehr interessant. Aber die Sprache hat mich abgestoßen (ich habe nichts dagegen, wenn es härter wird, aber ich halte "hart" und "vulgär" für zwei verschiedene Paar Schuhe, und es ist einfach nicht mein Ding).

Als ich J R Ward hörte, war ich extrem erstaunt: hatte ich das nicht gerade eben gehört? Ich habe dann ein wenig recherchiert und gesehen, dass Ward zuerst da war. Aha, da hat Adrian wohl gehörig abgekupfert und wollte sich ein wenig am Kuchen der Vampirromane bedienen. Sehr schön, Plagiat kann man ihr kaum vorwerfen, dazu hat sie dann doch genug eigenes eingemischt oder selbst verändert, aber die Parallelen sind einfach ZU auffällig, als dass es Zufall sein könnte.

J R Ward schreibt dann schon angenehmer. Immer noch vulgär, immer noch sehr platt (Frau weiß von nichts, plötzlich taucht ein Vampir auf und eröffnet ihr dass sie eine ganz besondere Auserwählte ist, und natürlich verliebt sie sich in den Anführer, dann gibt es ein paar Konflikte, und am Ende sind alle happy und sexuell befriedigt). Aber dennoch etwas ausgefeilter und ansprechender als Adrian. Die Idee um die Hintergründe der Vampire und ihre Existenz ist sehr gut ausgearbeitet, und von Serienband zu Serienband wird es immer komplexer erklärt.

Offen gesagt reizt mich der Schreibstil und die Handlung an sich wenig, doch die Hintergrundgeschichte um die Bruderschaft der Black Dagger ist wirklich spannend, und ich werde mir auf jeden Fall weitere Bände in der Bibliothek besorgen, um den weiteren Verlauf meines bisherigen Lieblingscharakteres weiterzuverfolgen und zu sehen, wie die Organisation sich entwickelt.

Aber ich werde es beim Buch oder Hörbuch (was ich zuerst ergattern kann) von Bib oder Freunden) belassen, denn kaufen werde ich es auf keinen Fall. Ich finde die Vermarktung von Black Dagger wirklich schlimm! Das originale Buch (ein einzelner Band) wird in Deutschland als zwei Bände verkauft! Wer sich das erste Buch kauft, wird völlig entgeistert feststellen, dass das überteuerte Geld (8 Euro für gerade mal 270 Seiten) nur die Hälfte war und man nun auch noch ein zweites buch kaufen muss, wenn man die ganze Geschichten lesen will! 16 Euro für ein Buch, das eigentlich locker als ein normales Paperback verlegt werden könnte (meinetwegen auch für 10 Euro, da etwas dicker) ist wirklich dreist. Tja, es ist modern, die Leute kaufen es, bei Tauschticket erhält man astronomische Ticketanzahlen dafür, jeder will es haben, warum sollte der Verlag da Potential verschenken? Nee, das ist eine Einstellung, die ich nicht mag.

Ansonsten werde ich weiterhin natürlich regelmässig den Markt verfolgen und sehen, was hier und da veröffentlicht wird. Ich muss ja schließlich auf dem Laufenden bleiben, wenn mal wieder ein kleines Meisterwerk darunter zu finden ist ;-)

Und Fans von Adrian oder Ward mögen mir nun bitte nicht auf die Füße treten: das ist hier meine persönliche Meinung. Und ich kann ja, wie gesagt, auch den Reiz dieser Bücher verstehen. Ich selbst würde zwar, müsste ich meine Favoriten benennen, andere Bücher empfehlen, aber es wäre ja langweilig, wenn es nicht manchmal spannende Diskussionen mit unterschiedlichen Meinungen gäbe *g* ...

SaschaSalamander 14.05.2010, 19.55| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rund um Bücher

Minik - an den Quellen der Nacht

isau_minik_150_1.jpgIch habe "Minik - an den Quellen der Nacht" von Ralf Isau begonnen vor einiger Zeit. Eine Rezension werde ich nicht schreiben, denn leider hat mich dieses Buch nicht sosehr angesprochen. Isau hat sich mal auf ein ganz anderes Gebiet gewagt, das finde ich super. Und ich finde, er hat seine Sache prima gemacht. Es gibt nichts an dem Buch auszusetzen. Es war einfach nur so, dass es mich nicht gepackt hat. Eigentlich eine sehr interessante Story, sie basiert auf dem wahren Leben des Inuitjungen, der im Namen der Wissenschaft aus seiner Heimat nach New York gebracht wurde und dort aufwuchs, später wieder zurück in seine kalte Heimat ging. Geschildert wird sein Zwiespalt zwischen den Kulturen, ein Fremder hier wie dort.

Etwa ein Drittel habe ich gelesen. Abgebrochen habe ich nicht aus Desinteresse, sondern weil ich das Buch zu lange mit mir herumzog. Normalerweise lese ich Bücher entweder in wenigen Tagen oder gar nicht. Wenn es sich über mehrere Wochen hinzieht, ich durch andere Bücher unterbreche, dann lege ich das Buch weg. Vielleicht werde ich es ein andermal versuchen. Aber momentan war mir wohl einfach nicht danach. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Geschichte zwar sehr interessant, aber doch teils real teils fiktiv schon zu oft erzählt wurde: die Geschichte eines Kindes, das in eine fremde Kultur kommt. Irgendwie hatte ich das Gefühl, alles bereits zu kennen. Was ich aber dem Autor keinesfalls vorwerfen möchte, denn es ist einfach ein gutes Thema, und während andere fiktiv sind, basiert seines eben auf Tatsachen (wenn auch natürlich dramaturgisch ergänzt bzw leicht verändert).

Empfehlen? Ja, absolut. Es ist packend geschrieben, und der Hintergrund des Romanes ist spannend. Wer keine Fantasy mag, sollte sich von dem Namen Isau nicht schrecken lassen, denn dieses Buch ist ganz anders als seine anderen. Jedoch mindestens genauso gut!

SaschaSalamander 14.05.2010, 15.43| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Tip, Deutsch, Biographie, Fremde Kultur, Historisch,

Statistik KW 18

Gelesen / Gehört
Typisch Ossi - Typisch Wessi (Jürgs u Ellis)
Plötzlich Shakespeare (D Safier)
Portrait eines Vampires (H Kusumoto)
Minik - An den Quellen der Nacht (R Isau)
Lady Bedfort 32
Gefügig (Cosette)
Punkt der Umkehr (H Takanaga)


Gesehen
Iron Man 2
M - eine Stadt sucht einen Mörder
Watchmen


Getauscht
2 men kissing (J Skylark, S R Beck)
Bachianas Brasileiras 1,5,7 (B Hendricks, CD)
Der Mann, der nichts vergessen konnte (R Isau)


Gekauft

Porträt eines Vampirs 01 (H Kusumoto)
Punkt der Umkehr (H Takanaga)
After School Nightmare 08 (S Mizushiro)
Die unendliche Geschichte (M Ende)
Herr der Ringe II Extended (DVD)
Herr der Ringe III Extended (DVD)
Jumanji / Zathura (DVD)
Serious Sam 1+2 (Game)
Medieval (Game)
9 1/2 Wochen (DVD)

SaschaSalamander 09.05.2010, 18.17| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Statistik KW 16 und 17

Gelesen / Gehört
Geliebte der Nacht (L Adrian)
Mon-Star Attack 1 + 2 (DuO)
Oskar und das Geheimnis der Kinderbande (C Frieser)
Sagen und Legenden (F Bauer)
Sagen und Legenden (E Böck)
Black Dagger - Nachtjagd
Minik - an den Quellen der Nacht (R Isau)
Christoph Schwarz 03


Gesehen
Die Girls von St. Trinian
Ghostbusters I
Midnight Movie
Gwendoline
Gremlins II
Steamboy
DeadGirl
Wo die wilden Kerle wohnen

Getauscht
Gefügig (Cosette)


Gekauft

Ghostbuster I+II
Beetlejuice
Gremlins I+II
Avatar
König d Fischer / Überlebenskünstler / Moskau in New York
Steamboy / Memories / Tokyo Godfathers

SaschaSalamander 02.05.2010, 20.26| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Statistik KW 15

Gelesen / Gehört
Warum unsere Kinder Tyrannen werden (M Winterhoff)
Tante Inge haut ab (D Heldt)
Gerissen (P Abrahams)
Sagen und Legenden (Franz Bauer)
Detektiv Conan 66 (G Aoyama)
Mayu Shinjo Best Selection 2 (M Shinjo)


Gesehen
Willkommen bei den Sch´tis


Getauscht
Betthupferla (F Bauer)
Lachkabinettla (F Bauer)
Minik - an den Quellen der Nacht (R Isau)


Gekauft

1 Kurzführer (Gesch. für Alle e.V.)
Stadtsagen (E Böck)
Die weisse Frau (K Stritzke)
Detektiv Conan 66 (G Aoyama)
Mayu Shinjo Best Selection 2 (M Shinjo)

SaschaSalamander 18.04.2010, 20.22| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Aktuelles zwischendurch

Die letzte Zeit hatte ich wieder etwas mehr Raum zum Lesen, den ich auch gut genutzt habe. Mal sehen, ob ich Zeit finde zum Rezensieren *hoff*.

"Die Haut, in der ich wohne" gefiel mir sehr gut. Leider hatte ich durch eine Rezension in einem Forum davon erfahren, in welcher der Schreiberling deftig gespoilert hat, was leider sehr viel von dem Schrecken und der Spannung der Geschichte nahm, sodass ich etwas enttäuscht war.

"Der Leuchtturm in der Wüste" war sehr nett, ein typischer Kinder-Isau, flott zu lesen und witzig im Stil.

"Verbrechen" von Schirach war klasse. Zusehr denken Menschen in Schubladen, und dieses Buch zeigt, dass auch Verbrecher ein Motiv haben, das nicht selten menschlich nachvollziehbar ist manchmal gar nicht soviel Unterschied zwischen besteht zwischen Verbrecher und unschuldigem Menschen.

"Hummeldumm" war recht witzig. Kein Brüller, kein Schenkelklopfer, aber nett und unterhaltsam, vielleicht höre oder lese ich mal in seine anderen Bücher rein, wenn ich was Leichtes brauche.

"Gerissen" momentan packt mich überhaupt nicht. Die Story an sich wäre klasse, aber der Stil reißt mich nicht mit, und ich überlege, ob ich weiterlese oder abbreche.

"Tante Inge haut ab" ist klasse, ich finde die Idee witzig, hierauf eine Geschichte aufzubauen, und ich bin recht gespannt, wie es weitergeht mit dieser lebenslustigen Tante, ...

Ansonsten lese ich momentan sehr viele Regionalbücher. Möchte die alten Sagen und Legenden kennenlernen. Möchte die Region erwandern und im Spaziergang kennenlernen. Die Altstadt ergründen und auf den Spuren der alten Künstler wandeln. Möchte wissen, warum die Dinge hier so sind, wie sie sind. Und ich bin dabei schon auf ein paar spannende Sachen gestoßen, hatte auch schon ein paar Erfolgserlebnisse, die mich ermutigen zum Weitermachen.

SaschaSalamander 14.04.2010, 09.33| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Statistik KW 14

Gelesen / Gehört
Clickertraining für Katzen (B Laser)
Die Sklavin (D Ashford)
Die Haut, in der ich wohne (T Jonquet)
Verbrechen (F v Schirach)
Eine Frau - ein Buch (H Blümner)
50 Spiele für aufgeweckte Katzen (J Strachan)
Gestatten, Bestatter (P Wilhelm)
Warum unsere Kinder Tyrannen werden (M Winterhoff)


Gesehen
December Boys


Geschenkt


Getauscht


Gekauft

50 Spiele für aufgeweckte Katzen (J Strachan)
Keine Angst (F Schätzing)
Der Rasenmähermann (Film)
Wou die Hasen Hoosn und die Hosen Huusn haaßn (H Maas)
Asuu und ned andersch (H Maas)
1 Radwanderbuch
1 Schnitzeljagdbuch
3 Spazier- und Wanderbücher
1 Reisehandbuch

SaschaSalamander 11.04.2010, 20.08| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Statistik KW 13

Gelesen / Gehört
Verblendung (S Larsson)
Die Dunklen (R Isau)
Hummeldumm (T Jaud)
Clickertraining für Katzen (B Laser)
Verbrechen (Schirach F)
Der Leuchtturm in der Wüste (R Isau)
Die Haut, in der ich wohne (T Jonquet)
The World of S & M Band 01-02 (C Saito)

Gesehen
May - die Schneiderin des Todes
Coraline 3D

Geschenkt
Torchlight (Game)

Getauscht
/

Gekauft

Coraline

SaschaSalamander 04.04.2010, 18.23| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Die Dunklen

isau_dunklen_150_1.jpgNachdem ich so begeistert von "Die Dunklen" geschwärmt habe, noch bevor ich fertig war, und nachdem ich groß tönte, dass das Buch gar kein Reinfall werden könne, einfach weil es von Isau sei, komme ich nun um eine Rezension leider nicht umhin. Wäre es ein normales Buch gewesen, hätte ich es abgehakt als "ganz nett". Da es ein Isau ist, war ich dann am Ende doch etwas enttäuscht ...

Die Pianistin Sarah D´Albis verfügt über die Gabe des Synästhesie, sie empfindet Töne und Klänge als Farben und Bilder. Bei der Uraufführung eines Werkes von Franz Liszt sieht sie eine Botschaft "hinter" der Musik, welche sie erschüttert. Und hier beginnt die Jagd, denn auch andere können Teile der Botschaft wahrnehmen bzw wissen um deren Vorhandensein, und Sarah scheint die einzige, welche den Hinweise in diesem Stück bis hin zu der geheimnisvollen, mächtigen Purpurpartitur folgen kann. Ein Wettlauf beginnt, der die D´Albis quer durch Europa führt.

Und im Grunde ist dieses Buch grandios. Die Idee ist sehr gut, und die Recherche dahinter prima. Ich bin leider kein Liszt - Kenner, sodass ich vieles nicht beurteilen kann, doch zumindest ist es ersichtlich, dass der Autor sehr viel Zeit, Mühe und Aufwand in dieses Buch gesteckt hat. Dem Nachwort zufolge sogar sein aufwändigstes, rechercheintensivstes Buch (was mich erstaunt, denn der Kreis der Dämmerung und der silberne Sinn sind wirklich nicht ohne). Und das muss man ihm hoch anrechnen. Auch, wenn ich wie gesagt kein Liszt-Kenner bin, liebe ich doch die klassische Musik und fand dieses Buch also auch schon aufgrund des Themas an sich schon hervorragend. Eine Schnitzeljagd, basierend auf klassischer Musik, dazu eine weltumfassende Verschwörung, was will ich mehr?

So kam es, dass ich absolut begeistert war, schon von der ersten Seite an. Diese Begeisterung hielt sich auch über sehr viele Kapitel hinweg. Das erste Drittel war grandios. Bis zur Hälfte war es noch spannend, aber das letzte Drittel begann sich zu ziehen wie Kaugummi. Irgendwie war es ab da nur noch eine ständige Wiederholung. Wie auch schon bei anderen Verschwörungsbüchern störte es mich, dass die Ideen nicht wirklich nachvollziehbar waren, sondern immer der Zufall oder ein plötzlicher Geistesblitz oder einfach nur eine spontane Idee weiterhalfen. Wer real ein Puzzle für andere baut, kann sich nicht auf zwanzig Geistesblitze verlassen, finde ich, und auch für den Leser wird es sehr frustrierend, weil es dann irgendwann zusammengeschustert wirkt.

Isau hat sehr viel Liebe und Aufwand in die Recherche gesteckt, und dieser Aspekt hielt mich beim Lesen begeistert. Ich fand es spannend, über Liszt zu lesen, dies später auch selbst zu recherchieren, wollte wissen, wie es weiterging mit den Verstrickungen, und was es nun am Ende mit der Purpurpartitur auf sich hat. Kopenhagen, Paris, Nürnberg, sogar bis in den Vatikan führt sie die Spur der Windrose, welcher sie folgen muss. Die Illuminaten, der Kreis der Dämmerung, die Dunklen, aller möglichen realen und fiktiven Geheimbünde bedient sich Isau, als wolle er Dan Brown gleichtun und ein gigantisches Epos über Verrat und Helden erschaffen, aber leider waren es am Ende zu viele Fakten, zu unrealistische Lösungen (nein, nicht im Sinne von "Fantasy"-unrealistisch, sondern im Sinne von "da kommt doch nie irgendjemand drauf außer durch Zufall" - unrealistisch).

Die Charaktere habe ich zu Beginn weniger beachtet, denn die entwickeln sich in der Regel über eine längere Zeit hinweg, da brauche ich meistens eine gewisse Zeit, bis ich mit ihnen fühle. Doch das stellte sich dieses Mal nicht ein. Bei keinem der Charaktere. Sie waren mir durch die Bank weg fast alle unsympathisch, sogar die Protagonistin. Gut, es gehört alles zu ihrem Charakter, zu ihrem Wesen, so sollte sie wohl sein. Aber meist ist die Hauptfigur doch eine, mit welcher man mitfühlt, welche einem ans Herz wächst und mit der man mitfiebert. Die D´Albis allerdings blieb mir meist so fremd wie irgendeine Nebenfigur. Ihr Verhalten ließ mich oft aufseuzen, und ich konnte mich weder in sie hineinversetzen, noch hätte ich sie mir als Freundin gewünscht, noch hätte sie zur Anti-Figur genügt. Ich kann sie noch immer nicht wirklich einschätzen, sie scheint mir recht oberflächlich, auch wenn ich dem Autor nun hiermit womöglich Unrecht tue.

Wie gesagt: grandioses Thema, hervorragende Recherche, angenehmer Schreibstil, spannende Story. Und vor allem eine gekonnte Verknüpfung von realen (Synästhesie, Liszt Biographie) und fitkiven Faktoren (Farbenhören in dieser extremen Ausprägung, Liszt als Geheimbündler mit der Macht, die Welt zu retten oder vernichten). Nur leider zu langatmig, zusehr nach dem immer gleichen Schema (Hinweis, keine Ahnung, Geistesblitz, neue Spur, Hinfahrt, neue Personen, bisschen rätseln, fast aufgeben, dann wieder Geistesblitz, Hinweis, keine Ahnung, Geistesblitz, neue Spur, Hinfahrt, neue Person, usw. Und irgendwann nach dem vierten oder fünften Hinweis wird es zuviel, wünscht sich der Leser etwas mehr Abwechslung). Und dann das Ende, dessentwegen ich bis zum Schluss gelesen habe, es war ... nun ja, es war ein Showdown, aber doch irgendwie sehr ernüchternd. Ich hatte ja gehofft, dass es nicht auf diese Lösung hinausläuft, aber ich hoffte vergebens. Offen gesagt hatte ich mir doch etwas mehr versprochen ...

Dafür, dass es ein modernes Real-Fantasy-Verschwörungswerk ist, bekommt es von 1 bis 100 wohl eine 80 von mir, eine Wertung, die nur sehr wenige Bücher erreichen. Auf meiner persönlichen Isau-Skala allerdings ... na, lassen wir das. Man sollte die Werke eines Autors nicht miteinander vergleichen, jeder hat Höhen und Tiefen. Und wie auch an Eschbach oder anderen Autoren schätze ich an Isau besonders, dass er verschiedene Genres angeht, von Kinderliteratur über Thriller, Fantasy, Erwachsenenbücher und Jugendromane. Und da kann es eben passieren, dass in all den Werken, die man von ihm verehrt, auch mal eines dabei ist, welches persönlich nicht so gefällt.

Als spannenden Roman kann ich es absolut empfehlen, um den Autor einem Neuling zu präsentieren, würde ich es allerdings nicht raten. Fans sollten es gelesen haben, andere greifen besser erst einmal zu anderen Werken ...

**********

PS: bei der Suche, wo genau man nun dieses Werk einordnen solle, stieß ich auf den Begriff "Phantagon", welchen Isau selbst geprägt zu haben scheint. Ein Werk, welches keinem Genre konkret zugeordnet werden kann, und welches jeder Leser anders für sich betrachtet. Finde ich eine sehr gute Bezeichnung, denn diese Bücher mag ich sehr, dazu zähle ich z.B. auch Eschbach, Lukianenko und ein paar andere meiner liebsten Autoren.

SaschaSalamander 02.04.2010, 13.32| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Deutsch, Thriller, Fantasy,

Verblendung

Eine lange Rezension möchte ich über "Vergebung" nicht schreiben, deswegen nur die Rubrik "Aktuelles". Weniger eine Vorstellung an jene, welche das Buch noch nicht kennen, als vielmehr eine persönliche Meinung über das Buch, gerichtet an jene, welche es selbst schon kennen.

Der dritte Teil knüpft nahtlos an den ersten an und beginnt im Krankenhaus, wo Lisbeth und ihr Vater eingeliefert werden. Es gibt eine Menge Verstrickungen, und dann wird der Fall Salander vor Gericht aufgerollt, und endlich gibt es Vergebung und Gerechtigkeit und alles löst sich in Wohlgefallen auf.

Für viele steigert sich die Trilogie (die ja ursprünglich aus mehr als nur drei Teilen bestanden hätte, so der Autor noch lebte) vom ersten zum letzten Buch. Für mich war das erste okay, das zweite großartig und das dritte jetzt irgendwie ... hm. Weiß nicht. Es hat mich eher gelangweilt, muss ich gestehen. Manche Dinge fand ich völlig sinnlos, etwa der Stalker um Erika Berger, der war für mich völlig unnütz in die Handlung gefügt, ohne im Grunde zum Verlauf des Buches beizutragen (vielleicht hätte er im geplanten vierten Buch eine wichtige Rolle bekommen, was wir niemals erfahren werden?). Und das ganze Drumrum um die Toilettenschüsseln und die Kinderarbeit war zwar gehörig zum Magazin Millennium, aber eigentlich interessierte es mich nur noch, wie es mit Lisbeth weitergehen sollte, und die Schüsseln waren mir recht egal.

Die Verhandlung gegen Ende dann war spitze, die habe ich mit Begeisterung verfolgt, auch nicht ohne eine gewisse Genugtuung, weil mir Salander doch ans Herz gewachsen ist in diesen drei Bänden, und sie nun endlich Gehör findet vor der Justiz. Und als die Verhandlung endet, der laaaaaange Epilog. Der zwar wichtig war, um alles abzuschließen, mir aber persönlich einfach zu aufwändig und langatmig war.

Offen gesagt bin ich jetzt froh, dass ich durch bin mit den drei Büchern. Ich verstehe den Reiz, den sie für andere haben, sie haben mich gut unterhalten, aber ich bin kein Fan. Mein Schwerpunkt liegt eben doch woanders ...

SaschaSalamander 01.04.2010, 13.55| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Was haltet Ihr von dieser Beschreibung

Hier mal ein Auszug einer Rezension über einen Film, über den ich mich gerade informieren wollte. Bevor Ihr in der Kommentarfunktion meine persönliche Meinung darüber lest (so sie Euch interessiert), bitte ich mal den Text zu lesen und mir zu sagen, was IHR davon haltet. Bin gespannt, ob es Euch genauso geht, oder ob ich da als Kritiker einfach zu kritisch anderen Kritikern gegenüber bin?

Erstlingsregisseur XYZ, der auch das Drehbuch schrieb, gelingt mit FILM ein erstaunlich stilsicheres Debüt. Die Geschichte erinnert zwar in ihren Grundzügen an Genreklassiker wie REGISSEUR As FILM A, REGISSEURS B FILM B oder sogar REGISSEURS C FILM C. Was auf der Plot-Ebene vielleicht wenig originell erscheinen mag, macht der Film jedoch durch eine bemerkenswerte künstlerische Reife wett. Der stilisierte Horror erinnert in seiner Präzision an REGISSEUR D, die einfühlsame Psychologisierung der Figuren an REGISSEURS E FILM E.

SaschaSalamander 31.03.2010, 18.14| (3/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: MachMit

Hummeldumm

jaud_hummeldumm_150_1.jpgAktuell höre ich "Hummeldumm" von Tommy Jaud. Ich freu mich schon auf die Rezension danach (ich habe zwei Wochen Uuuurlaub ab nächster Woche *jubel*). Der bisherige Eindruck, etwa zur Mitte des Buches: es gibt bessere, und ich hatte mir nach dem Hype um diesen Typen mehr vorgestellt. Aber ich fühl mich klasse unterhalten und musste ein paarmal lachen. Keine Unterhaltung auf höchstem Niveau, aber mal was herrlich Seichtes zum Grinsen für zwischendurch. Es mag ein plattes Buch sein, das kaum eine Handlung hat außer "wo komm ich nur an einen Adapter", aber dieses Nichts ist witzig verpackt, und ich sehe die Charaktere alle bildlich vor mir. Ich möchte dem Protagonisten den Vogel zeigen und sagen "selber schuld, REDE halt einfach mit ihr", aber dann gäbe es dieses witzige Buch ja nicht, Bücher leben von Verwicklungen.

Zwischen all den Verschwörungen und heavy Krimis und Pseudofachbüchern tut es gut, einfach mal wieder entspannt lachen zu können ohne groß das Hirn einschalten zu müssen ...

SaschaSalamander 31.03.2010, 14.53| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Statistik KW 12

Gelesen / Gehört
Vergebung (S. Larsson)
Die Dunklen (R Isau)
Kiss of Blood (M Tateno)
Cherish (W Yoshizumi)

Gesehen
/


Getauscht
Der Leuchtturm in der Wüste (R Isau)
Der Drache Gertrud (R Isau)



Gekauft

Afterschool Nightmare 07 (S Mitsushiro)
Zelda 05 (A Himekawa)
Clickertraining - mehr als Spaß für Katzen (B Laser)

SaschaSalamander 28.03.2010, 23.28| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Statistik KW 10 bis 11

Gelesen / Gehört
Nürberger Sagen und Legenden
Die Dunklen (R Isau)
Die verblödete Republik (T Wieczorek)
Can you hear me (Otsuichi)
Point Whitmark 28 - der leere Raum
Offenbarung 23 - 32 bis 37
John Sinclair 55 bis 56


Gesehen


Geschenkt


Getauscht


Gekauft

Girls von St. Trinians (Film)
Celtig Tiger (Film)
Kiss of Blood (M Tateno)
Cherish (W Yoshizumi)
Can you hear me (Otsuichi)

SaschaSalamander 21.03.2010, 14.08| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Die Dunklen

isau_dunklen_150_1.jpgAktuell lese ich "die Dunklen" von Ralf Isau. Einfach genial, wie üblich bei diesem Autor. Wobei man bei ihm zwei Kategorien unterscheiden muss: einmal die normale Kinder- und Jugendfantasy, und zum anderen die realistisch angehauchten Bücher um Verschwörungstheorien (was nicht bedeutet, dass diese keine Fantasyelemente enthalten). Über die ersten Bücher wurde ich auf ihn aufmerksam, aber die zweite Kategorie ist es, die mich bei ihm begeistert. Der Kreis der Dämmerung, der silberne Sinn, die Dunklen, wow! Es ist grandios, wie es ihm gelingt, aus kleinen Splittern große Geschichten zu erschaffen und in dieser dann so geschickt Fakt und Fiktion zu mischen, dass es wirklich ein Meisterwerk ist. Es gibt kaum ein Buch, das mich sosehr begeistert hatte wie der Kreis der Dämmerung, aber "die Dunklen" könnte es möglicherweise schaffen.

Eine berühmte Pianistin, welche die Gabe der Synästesie besitzt (Sinnesreize kombinieren, in diesem Fall z.B. akustische Reize in optische zu wandeln, Musik zu "sehen". Das ist tatsächlich Fakt, ich habe schon sehr viel darüber gelesen, weil ich das unglaublich faszinierend finde), gerät in eine Verschwörung um den Musiker Franz Liszt, ihren Vorfahr. Er hat in seine Musik geheime Botschaften eingewoben, die zu einem ganz besonderen Werk führen sollen, welches - mal wieder, das gehört eben dazu - die Welt verändern wird. Und nun beginnt eine Schnitzeljagd (und natürlich auch Verfolgung) quer durch Europa.

Einfach nur großartig, mehr fällt mir fast nicht ein, wenn ich mich kurzfassen will, sonst müsste ich jetzt seitenweise Schreibstil, Recherche, Fantasie und Storyaufbau etc des Autoren beschreiben und loben, wozu ich hoffentlich demnächst Zeit finden werde.

Nur eine kleine Anmerkung, ein kleines Easteregg, das mich immer sehr freut: ich liebe es, wenn ein Autor Anspielungen auf andere Werke bringt. So wird hier z.B. eine Verbindung des Geheimbundes der Dunklen mit dem Geheimbund des Kreises der Dämmerung hergestellt, und auch Karl Konrad Koreander taucht auf (eigentlich eine Figur von Michael Ende, welcher auch ein Mentor für Isau war und dessen Roman der unendlichen Geschichte in vielen Spin-Offs honoriert wurde, unter anderem durch Ralf Isaus Roman "die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz"). Ich liebe diese kleinen Häppchen, fühle ich mich damit als Stammleser von Isau doch ein klein wenig persönlich angesprochen und freue mich sehr darüber.

Grade mal ein Drittel habe ich bisher gelesen, aber schon bin ich mir sicher, dass dieses Buch keinesfalls im Tauschregal landen wird, sondern einen festen Platz in meiner Sammlung erhält. Und bei Isau kann ich mir sicher sein, dass er das Ende nicht vermasselt, sondern bestimmt eine tolle Auflösung parat hält.

Dieses Buch gehört zu jenen, bei denen ich am Ende ein wenig bedauere, dass ich es nicht erneut "zum ersten Mal" lesen kann. Während ich andere Bücher derzeit verschlinge, zelebriere ich dieses hier wieder, genieße es Wort für Wort. Es tut gut, in dem aktuellen Stress abzuschalten, und ich danke Isau für seine Kreativität und die Fähigkeit, diese auf solch angenehme Weise umzusetzen.

Hier ein paar Links, wo ich unter anderem über Isau und seine Werke schwelge (ich habe weit mehr von ihm gelesen, aber nicht alles konnte im Blog landen) ;-)

SaschaSalamander 19.03.2010, 15.13| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Tip, Deutsch, Verschwörung, Fantasy,

Die verblödete Republik

wieczorek_republik_150_1.jpgIch nehme derzeit "die verblödete Republik" zu mir. Das Buch entspricht in etwa dem, was ich erwartet hatte, von daher bin ich wenig enttäuscht. Aber ich weiß nicht so wirklich, was ich davon halten soll.

Der Autor prangert an, wie das Volk von "denen" verblödet wird, er kritisiert dies und jenes, aber meist sehr polemisch auf einem Niveau, welches er anderen Medien gleichermaßen vorwirft. Kleine Bröckchen, aufgepeppt mit ein paar wichtig klingenden Fachwörtern, nicht gerade allzu seriöse Quellen. Dinge, die jemand auf dem Stammtisch von sich gibt, wenn er über "die da oben" wettert.

Schuld sind meist die Neoliberalen, aber auch "gewisse Kreise" oder "die da oben" oder "die Mächtigen", meist irgendwelche verschwommenen Gruppen. Manchmal nennt er auch Namen. Allerdings, wer Talkmoderatoren im Privatfernsehen oder irgendwelche unbekannten aber scheinbar ach so wichtigen Professoren, Fachleute und Wissenschaftler für vertrauenswürdige Quellen hält, der liest dieses Buch vermutlich sowieso nicht und guckt weiterhin in die Röhre und lässt sich von Bild, Bams und Glotze in seiner Meinung leiten.

Von daher frage ich mich, welche Zielgruppe der Autor ansprechen will? Die einen, die er meint, lesen ihn sowieso nicht. Und die, die ihn lesen, erhoffen sich etwas qualifiziertere Aussagen, erwarten Fakten und Infos. Die allerdings nicht wirklich auftauchen. Hier und da ein paar interessante Details, die mir neu waren (zumal ich zugeben muss, politisch sowieso nicht gerade sooo bewandert zu sein. Auch ich gehöre zu den "Verblödeten", weil ich die Namen, die er so lässig in den Raum wirft, teilweise noch nie gehört habe. Weil ich nämlich nicht täglich ein Wirtschaftsmagazin lese und nicht jeden Politiker perfekt der Partei zuordnen kann), auf die ich aber nicht viel gebe. Denn auch der Autor betreibt Meinungsmache auf unterstem Niveau und lässt sich somit hervorragend in die Liste der Verblödung einreihen.

Es ist witzig zu lesen / hören, manchmal nicke ich anerkennend mit dem Kopf, und ich unterhalte mich wirklich sehr gut. Aber das tue ich auch, wenn ich mit meinen Freundinnen beim Kaffee über den neuesten Staatsstreich diskutiere. Schade, denn erwartet hatte ich anhand des Titels und des Covers nichts anderes. Aber gehofft hatte ich dann trotzdem, dass ich vielleicht positiv überrascht würde, wenn das Buch schon so erfolgreich ist (vermutlich fiel ich der Masse und somit der Verblödung anheim. Nicht alles, was Bestseller ist, muss gut sein *g*).  Und so kann ich das Buch als nette Lektüre zwischendurch empfehlen, aber keinesfalls als Werk zur politischen Weiterbildung.

SaschaSalamander 18.03.2010, 15.08| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Fachbuch, Verschwörung, Deutsch,



 






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