SaschaSalamander
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Die Legende der Wächter

Schleiereule Soren und seine kleine Schwester Eglantine lieben die Geschichten um die Legende der Wächter: Eulen, die über den Frieden wachen und ihr Volk im Kampf gegen die "Reinen" verteidigen. Zu gerne wäre Soren einer von Ihnen.

Beim "Nesteln" stürzen er und sein Bruder Kludd vom Baum und werden von fremden Eulen aufgefangen, entführt und zu einer Gruppe von anderen Eulen gebracht, wo sie in die Lager der Sammler und Soldaten gespalten werden. Soren wird zu einem Sammler, sein Bruder wird Soldat. Soren freundet sich mit einer kleinen Eule an, und beide finden heraus, dass sie bei den Reinen gelandet sind und diese einen bösen Plan gegen die Wächter führen. Doch wie soll es den beiden kleinen Eulenkindern, die ja noch nicht einmal richtig fliegen können, gelingen, bis zu den Wächtern zu fliegen und sie zu warnen? Sie machen sich auf eine unmögliche und gefahrvolle Reise, hin zu einem Ziel, von welchem sie nicht einmal wissen, ob es denn überhaupt existiert ...

DIE LEGENDE DER WÄCHTER ist die Verfilmung einer Buchvorlage. Und ich muss leider gestehen, dass ich vor dem Film noch nichts von dem Buch gehört, es somit auch noch nicht gelesen hatte. Trotzdem entschied ich mich dieses Mal, zuerst den Film zu sehen. Er hat mich begeistert. Ob er dies auch getan hätte, wenn ich das Buch zuerst gelesen hätte, weiß ich nicht. Auf jeden Fall muss ich sagen, dass der Film neugierig gemacht hat und ich die Bücher auf jeden Fall lesen werde!

Ich war während des Filmabends einfach nur begeistert! Die Animationen sind wunderschön, und alle paar Minuten dachte ich mir "was für ein geniales Poster" oder "toller Desktophintergrund". Die Bilder sind sehr detailliert, jede einzelne Feder, jedes Blatt im Wind, jeder Regentropfen, nichts wurde übergangen. Und zwischendurch immer wieder die monumentalen Bilder von Landschaften oder der Weite des Himmels, jedes ein Kunstwerk für sich. Selbst ohne Ton wäre es berauschend gewesen, einfach nur zu sitzen und die Bilder zu betrachten (Und diese Aussage von mir, die ich wirklich kein visueller Mensch bin und Filme meistens nebenbei laufen lasse und nur auf die Worte höre. Das will mal wirklich etwas bedeuten, wenn Bilder mich sosehr berühren wie hier!)

Auch der Sondtrack ist hervorragend. Die Musik stört niemals, fällt nicht als zu laut oder aufdringlich ins Gewicht, ist jedoch immer präsent, untermalt sehr gut die aktuelle Stimmung und hat an den wichtigen Stellen eine wundervolle Melodie, sie ist sehr eindringlich, und der Titelsong am Ende ist ein Genuss. Man möchte den Abspann allein des Liedes wegen bis zum Ende sehen / hören. Hier ist es sogar eine Überlegung wert, ob ich mir vielleicht bald den Soundtrack kaufen werde.

Die Handlung bietet sehr viele Identifikationsmöglichkeiten für unterschiedliche Charaktere, und die einzelnen Figuren sind sehr schön herausgearbeitet. Obwohl die Geschichte sehr stark gerafft ist (gleich mehr dazu), entwickeln sich die Protagonisten deutlich weiter, ihre Aktionen sind nachvollziehbar und bieten eine sehr gute Projektionsfläche für eigene Ängste, Hoffnungen und Wünsche gerade der jüngeren Zuschauer. Für Erwachsene ist da natürlich weniger gegeben, denn die Handlung und die Charaktere sind äußerst "klassisch", und es ist von Anfang an klar, wie es weitergehend wird. Wirkliche Spannung kommt eigentlich nicht auf, denn die Geschichte hat man in unterschiedlicher Form schon viele Male gesehen, wenn auch nicht mit Eulen. Aber es sind eben die klassischen Inhalte, die immer wieder gefallen, und dieser hier ist einfach bezaubernd umgesetzt.

Familienkino im ganz großen Stil. Allerdings halte ich es nicht für ratsam, den Film 6jährige ohne Aufsicht sehen zu lassen. Denn der Film ist ab 12 Jahren konzipiert, und das merkt man ihm inhaltlich auch sehr stark an. Damit er auch für jüngeres Publikum geeignet ist, schnitt man ihn in Deutschland um ganze drei Minuten (leider eine elementare Szene, welche für das spätere Verständnis wichtig ist. Es wird später ein Verrat angeklagt, der jedoch zuvor herausgeschnitten wurde!), doch die gesamte Aussage des Filmes ist und bleibt trotzdem ungeeignet für 6jährige, da sie stellenweise recht grausam und vor allem komplex ist, sodass dem Kind die brutalen Bilder bleiben ohne das Verständnis des Geschehens. Dies ist eine Filmpolitik, die bei mir auf große Ablehnung stößt, aber da stehe ich zum Glück nicht alleine. Filme der Zensur zum Opfer fallen lassen, Handlung zerstückeln und dafür aber eine Freigabe erwirken, die zwar unpassend ist, dafür aber die Kassen klingeln lässt. Nein danke! Zum Glück war die DVD nur geliehen. Kaufen werde ich sie ungeschnitten, und falls das in Deutschland nicht erhältlich ist, dann gerne als Import!

Ein weiterer Nachteil des Familienfilms in diesem Fall ist, dass die tragischen Elemente manchmal nicht zu den albernen Momenten passen. Im Grunde ist DIE LEGENDE DER WÄCHTER ein nachdenklicher, düsterer Film, doch für das jüngere Publikum wurden natürlich Sidehooks eingebaut und witzige Momente gezeigt, die jedoch hier und da die Stimmung stören. Nichts, was den Filmgenuss enorm schmälert, aber eben doch sehr auffällig.

Die Geschichte ist sehr stark gerafft. Nach dem Film wünschte ich mir, dass man die Handlung auf drei Teile gezogen hätte. Denn die Entführung und Erziehung durch die Reinen wurde in wenigen Minuten abgehandelt, und doch hätte man da so viel daraus machen können. Der Film ist verständlich, und es stört nicht, dass dieses Thema nur angerissen wurde, aber es war offensichtlich, dass man sehr viel mehr hätte herausholen können. Auch die beschwerliche Reise fühlte sich stark gekürzt an und hätte sehr viel Potential geboten für einen ganzen, eigenen Film. Ankunft, Krieg, Sieg, und das wars, wobei auch hier mehr Zeit ein Gewinn gewesen wäre. Als ich später im Web recherchierte, erfuhr ich, dass genau diese drei Elemente jeweils ein eigenes Buch erhalten hatten. Und so bin ich mir sicher, dass der Film nur die Grundhandlung wiedergibt und die eigentliche Geschichte vermutlich um einiges intensiver ist.

Ich werde also ganz sicher bei Gelegenheit das Buch in der Bib reservieren, um in den vollen Genuss der spannenden Geschichte um die mutige Eule Soren zu kommen. Aber den Film werde ich mir dennoch kaufen, die Bilder sind einfach zu schön ...

Fazit? Empfehlung? Aber sicher! Den Jüngsten rate ich nicht gerade zu diesem Film, aber ab 10 bis 12 Jahre ist die Handlung verständlich, und auch für Erwachsene ist DIE LEGENDE DER WÄCHTER wunderschön anzusehen, ein Film zum Träumen und Abschalten.

SaschaSalamander 28.02.2011, 09.11| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Tip, Jugend, Animation, Märchen, Tiere,

Statistik KW 08

Gelesen / Gehört
Meine Worte sind wie Sterne (W Arrowsmith)
Der indianische Weg (Herder)
Flavia De Luce 02 - (A Bradley)
Seelenschacher (M Mucha)
Dein und mein Geheimnis 2 (A Morinaga)
I care for you (A Saijo)
Hardcore Zen (B Warner)
Kühlfach zu vermieten (J Profijt)
Kalte Stille (W Dorn)
Sklavenjagd (T de Torres)


Gesehen
/


Geschenkt
/


Getauscht
Des Widerspenstigen Zähmung (R Happ, Didi, u.a.)
FamilienWerte (SaMantha Gräfin Stepford)
Don Juans letzter Flirt (R Happ, Cagliostro, A Hoffmann u.a.)
Ins Röckchen gezwungen (G Dunnit, R Happ)
Vom Macho zum Mädchen (M Morgen)
Unterm Pantoffel 1-3 (J Robinson)
Die Schrift (R Böttcher, R Happ)
DAS DA wird Dir Manieren beibringen (Neosteel, R Happ)
Der Prinzgemahl (Neosteel, I Böttcher, R Happ)
Durch Gottes Gnade - S Fietz zum 60ten Geburtstag (CD)
Temptations (I L Minden)

 Gekauft
/

SaschaSalamander 27.02.2011, 20.47| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Urlaub

Heute beginnt mein Urlaub. Zwei Wochen. Irgendwie bin ich in den letzten Monaten so richtig ins Arbeitsfieber gefallen. Ist mir noch nie passiert, aber dieses Mal habe ich richtig das Gefühl "ich kann nicht gehen, es ist noch so viel zu tun, es macht so Spaß, ich bin mittendrin". Vielleicht ist genau DAS der Moment, in dem man wirklich mal durchatmen sollte, bevor man zum Workaholic wird.

Da ist es doch super, dass heute gerade ein riesiges Bücherpaket kam mit Reziexemplaren. Ich kann es kaum erwarten, aber dazwischen habe ich natürlich auch noch ein paar private Titel, die ich unbedingt lesen will. Ein Buch, für das ich ein wenig Muse möchte. Ein paar Mangareihen, die ich ungern in den Alltag quetschen sondern an einem Stück lesen will. Dann sind da noch ein paar Klassiker, ich will mich endlich mal an die Russen wagen, liebe die Musik, Sprache sosehr, will mich endlich in deren Literatur einarbeiten.

Oh mann, vom Workaholic zum Bookaholic. Aber dazu sind Ferien da: um das zu tun, worauf man sich so richtig freut. In meinem Fall: Lesen ohne ständig unterbrechen zu müssen. Lesen stundenlang am Stück. Ein ganzes Buch am Tag. Haushalt? Den macht die Katze, ich hab Urlaub ;-)

SaschaSalamander 25.02.2011, 18.50| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Pulp

Verbrechen und Schuld

schirach_schuld.jpgHeute möchte ich Euch die beiden Romane von Ferdinand von Schirach vorstellen: VERBRECHEN und SCHULD. Beide haben mich begeistert, ich kann nicht sagen, welches davon mehr. Außerdem sind sie sich sehr ähnlich in Intention und Aussage, daher kann ich die Rezension gut vermischen.

Schirach ist Anwalt, und als solcher erlebt er so manche kuriosen Dinge. Manche davon einfach nur schräg. Einige schockierend, andere traurig, haarsträubend. Es ist einer der Berufe, in denen man wohl oft hört "mensch, mit Deinen Erfahrungen müsstest Du glatt mal ein Buch schreiben". Und er hat es getan. Mit Erfolg, wie die Verkaufszahlen und Bestsellerlisten beweisen.

Die Bücher beinhalten Geschichten von Kriminalfällen, die ihm während seines Berufslebens über den Weg gelaufen sind. So erzählt er beispielsweise von einem Mann, welcher Jahrzehnte von einer Ehefrau gedemütigt wurde, sie dennoch liebte, hatte er ihr doch ein Versprechen bei der Hochzeit gegeben. Doch eines Tages war es dann zuviel, und er tat, was sein Umfeld und nun auch der Leser nachvollziehen können. Er beschreibt die Geschichte eines jungen Pärchens, welches auf der Straße lebt und am Heiligen Abend von einem älteren Herren in seine Wohnung eingeladen wird, damit er nicht so alleine ist. Doch der Herr hat andere Interessen, und der Junge verteidigt seine Freundin. Schirach schildert, wie eine junge Bedienung auf dem Volksfest von einer gesamten Musikgruppe hinter der Bühne vergewaltigt wird, an der Tat gibt es keine Zweifel, doch eine Verurteilung der Täter ist nicht möglich.

Die Geschichten sind ergreifend, und man sollte sie einzeln lesen statt am Stück zu verschlingen, so groß die Versuchung auch sein mag. Aber sie müssen nachwirken, man muss sie verdauen. Es dürfte für die meisten Leser nicht leicht sein, die Geschichte eines brutalen Mordes zu lesen und dann feststellen zu müssen, dass sie mit dem Täter sympathisieren. Oder dass zwar ein schlimmes Verbrechen geschehen ist, dass es jedoch nicht möglich ist, dieses zu sühnen. Das ist eine Erfahrung, die verdaut werden muss, die gängige Moralvorstellungen über den Haufen wirft und unbedingt ihre Zeit braucht, um zu wirken.

In seinem Schreibstil ist Schirach sehr schlicht. Manche Geschichten sind gerade einmal zwei, drei Seiten "lang" (diese übrigens eine, die mich am allermeisten bewegte: ein Autounfall mit tödlichem Ausgang). Er schreibt nicht nur schlicht über die Tat an sich, er schreibt auch eine Vorgeschichte. Und dabei ist er sehr geschickt. Er nennt viele kleine Details, spielt mit Farben und Gerüchen, nennt Alltagsgegenstände, die klarmachen "der Täter könnte einer von uns sein, auch er ist nur ein Mensch". Man fühlt sich in die Figuren ein, man meint neben ihnen zu stehen, wenn sie die Tat begehen.

Sehr oft bin ich im Internet dem Vorwurf begegnet, Schirach hätte sich die Geschichten nur ausgedacht, so ein Unsinn oder so eine verquere Sache gäbe es nicht. Nein, dem widerspreche ich. Denn ich habe in meinem Job schon die kuriosesten Sachen gesehen. Wer Krimis nur aus dem Fernsehen kennt, kann sich vielleicht nicht vorstellen, wie schräg es in der Realität tatsächlich sein kann. Aber so ist es: die verrücktesten Geschichten schreibt noch immer das Leben. Wie oft haben meine Kollegen und ich schon gesagt "mensch, wir müssten mal ein Buch schreiben". Ob uns allerdings jemand glauben würde, was wir da erzählen? (Dass er die Namen abändert und manche Details weglässt oder ergänzt, steht außer Frage, allein schon aus Gründen der Schweigepflicht)

Ich denke, das Buch ist ein Angriff auf die Ethik und Moral derjenigen Menschen, die nicht wahrhaben wollen, dass Gut und Böse nicht immer klar definiert sind. Es ist ein Affront gegen unser "Wissen" um Gerechtigkeit und Sühne. Dieses Buch bewegt etwas in den Lesern, und das tut verdammt weh. Aber es lohnt sich, denn nach der Lektüre ist man ein Stück gereift, wenn man dazu bereit ist.

Gerne empfehle ich es Leuten, die mich über meine Arbeit ausfragen und wissen wollen, wie das so ist. Und allen, die bereit sind, sich aufgeschlossen mit den Themen VERBRECHEN und SCHULD zu befassen.

SaschaSalamander 25.02.2011, 10.04| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Tip

Spice and Wolf

hasekura_spicewolf_1.jpgFür eine Rezension ist es definitiv zu früh. Aber schon jetzt bin ich begeistert. Und da es nicht aussieht, als wäre die Serie endlos (sowas nervt mich irgendwann. Ich liebe es knapp und abgeschlossen), kann sie das Niveau bestimmt halten.

Bei meinem Streifzug durch den Mangaladen stieß ich auf SPICE AND WOLF. Cover, Klappentext, Zeichnungen auf den ersten Blick absolut ansprechend. Egal, wieviele Bände, wenigstens anlesen und reingucken. Und zu Hause nun die absolute Begeisterung. Ursprünglich ist SPICE AND WOLF eine >Light Novel<. Gibt es hier in dieser Form nicht, kennt man nur in Japan. Dazu kam nun der Manga auf den Markt und auch eine Animeserie. Und ich will am liebsten alles, jetzt und zwar sofort! Wirklich eine Schande, wie sie uns hier in Deutschland anfixen und dann das Zeugs nicht komplett hier veröffentlichen *jaul* ...

Lawrence ist Händler und reist durch Städte und Dörfer. Holo ist eine junge Frau mit Wolfsohren und einem langen, buschigen Wolfsschwanz. Sie behauptet die Erntegottheit des Dorfes Pasloe zu sein und möchte nun mit Lawrence reisen.

Das ist es, was ich bisher weiß, und ich weiß auch nicht, wohin sich die Story entwickelt. Kann mir aber denken, dass so eine Wolfsfrau einige Probleme mit sich bringt, sei es durch ihr Verhalten oder auch die Angst der Menschen ihr gegenüber. Und ein wenig Romance wird besitmmt auch noch folgen, denn die beiden passen einfach hervorragend zusammen! Die Bilder sind wunderschön, ob nun im Manga oder im Anime. SPICE AND WOLF ist kein Hauruck, keine Action, sondern eine ruhige Erzählung, wie ich sie liebe. Langsam, sanft, emotional, inhaltsreich auch ohne große Worte. (Für die, die sich ein wenig auskennen auf diesem Gebiet: ich mag Serien wie z.B. WOLFS RAIN, HAIBANE RENMEI oder ähnliche).

Besonders die Charaktere sind toll. Sie sind mir schon nach wenigen Seiten direkt ans Herz gewachsen. Lawrence, selbstbewusst als Händler und in persönlichen Dingen doch recht schüchtern. Und Holo, keck, gewitzt und frech, aber auch treu und eben doch eine Göttin in ihrer Anmut und Macht. Ein wundervolles Gespann, das ich gerne auf der Reise begleiten werde :-)

Es ist eine von den Geschichten, die ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Und ich kann es nicht erwarten, bis es endlich bei uns erscheint! Wenigstens den Manga kann ich jetzt schon lesen (auch, wenn ich frustriert bin, dass ich bis April auf die Fortsetzung warten muss).

spice_and_wolf.jpg


SaschaSalamander 24.02.2011, 10.37| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Manga | Tags: Tip, Märchen, Historisch,

Nana und Kaoru

ayazume_nanakaoru_1.jpegHier möchte ich mal einen etwas ungewöhnlicheren Manga vorstellen: NANA UND KAORU. Nicht wie meine sonst bevorzugten Genres Shonen Ai, Sennen, Josei oder Dark Fantasy. Sondern diesmal ein Genre, von dem es in Sachen Mangas leider viel zu wenig gibt. Fantasievolle Erotik (jaja, ich kann ein paar erotische Mangatitel nennen. Aber, sorry, die sind nicht fantasievoll). Inzwischen sind drei Bände erschienen, sodass ich einen kleinen Überblick habe. Denn der Manga hat sich ganz schön weiterentwickelt, und ich hoffe auf viele weiteren Bände!

Nana und Kaoru sind Klassenkameraden. Sie eine fleißige Studentin, immer vornedran. Die Lehrerin meint, sie solle zwischendurch mal ein wenig entspannen, zuviel Stress schade der Leistung. Kaoru dagegen eher ein Tagedieb, zwar bemüht aber nicht wirklich erfolgreich. Seine Freizeit verbringt er lieber mit erotischen Katalogen und seinem Kopfkino rund um Nana. Bis seine Mutter ihm all das angesammelte Spielzeug wegnimmt, damit er endlich einmal für die Prüfung lernt. Nur dumm, dass Nana das Spielzeug in die Finger bekommt. Und was tut eine Frau? Logisch, sie ist neugierig. Und so kommt es, dass sie das neue Harness mit Keuschheitsgürtel anprobiert und den Schlüssel nicht findet. Sie muss zu Kaoru, damit er ihr hilft. Und so schließen beide ein Abkommen: Nana soll ihre Ablenkung kriegen, sie soll entspannen und ihren Kopf leeren dürfen. Kaoru hilft ihr dabei. Kein Küssen, kein Anfassen, kein Sex. Nur Spiel, Ablenkung und Entspannung.

Und so lässt sich Kaoru also jede Menge einfallen, um seiner geliebten Nana ein wenig Abwechslung zu verschaffen. Sie trägt ein Oberkörperbondage unter dem Mantel, während sie mit ihm spazierengeht. Er lässt sie ohne Höschen durch die Stadt laufen. Sie wird in anregenden Posen gefesselt und fotografiert.

Der erste Band war nett, mehr nicht, aber da es wenig Mangas dieser Art (bei uns) gibt, kaufte ich mir die Fortsetzung, die war schon besser. Und der dritte Band hat mich dann richtig begeistert. Denn NANA UND KAORU hebt sich deutlich vom Schmuddelkram ab, den man sonst in die Finger bekommt. Es gibt wirklich keinen Sex, man sieht keine Geschlechtsteile, stets sind die beiden bekleidet. Es geht wirklich rein um Mindgames und Bondage. Es wird nicht einfach nur plump mit Handschellen ans Bett gefesselt, sondern Kaoru ist Fan der großen Bondagemeister. Man sieht, wie er ein Hanfseil bearbeitet (abbrennen, ölen, strecken etc), Fachbücher liest, sich in die Materie einarbeitet. Er übt, er plant, er strukturiert. Er sichert alles ab, damit Nana in keiner Sekunde Gefahr droht.

Besonders toll sind seine Psychospielchen, wenn er ihr Angst einflößt und doch die Situation voll im Griff hat. Sie etwa angeblich alleine lässt und doch direkt um die Ecke nur wenige Meter entfernt steht und sofort eingreifen kann, bevor aus der geplanten Entspannung ein Desaster würde.

Für Nana ist alles nur eine spannende Abwechslung, sie ahnt nicht, was Kaoru alles für Mühe investiert, um sie glücklich zu machen. Anfangs fand ich ihn langweilig, einen dummen Trottel, doch im Laufe der Geschichte wird immer deutlicher, was für eine treue Seele, was für ein fürsorglicher und doch selbstbewusster Mann er ist, der seine Liebe auf Händen trägt. Doch im dritten Band, als sie ihr Spiel erweitern, beginnt sie zu spüren, dass auch sie mehr empfindet. Ist das etwa Eifersucht, was da in ihr rumort?

Der Manga ist ab 16 Jahren. Einerseits verständlich, da wie gesagt keine Pornographie enthalten ist. Andererseits sind das Themen, die ganz, ganz sicher in die Ü18 Rubrik gehören. Ich möchte hier nicht näher darauf eingehen, aber wer mehr über diesen Manga wissen möchte, kann mich gerne anschreiben.

Auf jeden Fall ein Geheimtipp für alle, die auf Fesselspielchen, Mindgames und kreative Erotik stehen :-)

SaschaSalamander 23.02.2011, 16.07| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Manga | Tags: Tip, Erotik, BDSM,

Handbuch für Detektive

berry_detektive_1.jpgVor ein paar Tagen habe ich reingelesen in das HANDBUCH FÜR DETEKTIVE. Erstes Kapitel. Sehr gut geschrieben, interessante Story. Aber ich komme nicht voran. Ich glaube, ich werde mir mal in meinem nächsten Urlaub die Zeit dazu nehmen. Denn dieses Buch ist in seinem Stil nichts, was man zwischendurch überfliegen kann. Man muss es Wort für Wort genießen und vor allem die Handlung sehr aufmerksam verfolgen, weil man sonst recht schnell den Überblick verliert. Zumindest mir ging es so, und gedanklich schon halb im Traumland, konnte ich mich vor dem Schlafen nicht wirklich auf das Buch konzentrieren.

Ich freue mich, bald ist Urlaub :-)

SaschaSalamander 21.02.2011, 15.04| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Im Kühlfach nebenan

profijt_nebenan_1.jpgKÜHLFACH 4 hatte ich ja als Hörbuch zu mir genommen. War sehr schön, aber es dauerte, bis ich mich an die Stimme des Sprechers gewöhnt hatte. Den zweiten Band, IM KÜHLFACH NEBENAN, habe ich mir dann als Buch besorgt. Ich bin froh darüber, und es waren sehr kurzweilige Momente, in denen ich mich mit Pascha, Martin und Marlene vergnügte.

Marlene? Genau! Pascha hat nämlich Gesellschaft bekommen. Bei einem Brand im benachbarten Kloster wurde eine Nonne sehr schwer verletzt, eine andere kam zu Tode. Marlene. Und die kann mit Pascha Kontakt aufnehmen. Leider jedoch nicht mit Martin oder anderen Menschen. Außerdem ist so ein Pinguin nun das Allerletzte, was Pascha sich als Gesellschaft gewünscht hatte! Wenigstens bringt Marlene einen neuen Fall mit, denn der Brand scheint kein Unfall gewesen zu sein, es hat jemand nachgeholfen.

Wie schon der erste Band ist auch der zweite einfach genial. Die Idee ist noch frisch, die Sprüche sind zwar inzwischen bekannt (voll peino, total depriletto, etwas riffeln, usw), aber noch immer witzig. Und Marlene bietet ein hervorragendes Gegenstück sowohl zu dem sprüden Martin als auch zu dem rotzigen Pascha. Gut, sie betet und scheint anfangs recht heilig, aber recht bald erkennt man, dass Marlene schon damals mehr unter ihrer Kutte zu verbergen hatte, als man ihr ansah. Sie hat es faustdick hinter den Ohren und wird eine hervorragende Verbündete im Kampf gegen das Böse.

Die Szene gegen Ende, in der beide gemeinsam den Übeltäter mürbe machen und ihn mit Telefonterror und anderen techschnischen Spielereien quälen, ist einfach köstlich! Denn Pascha hat inzwischen gelernt, manche technischen Geräte zu beherrschen, und Martin hat unterschiedliche Abwehrmechanismen gegen Geister gebastelt, und zusammen treiben sie sich immer weiter voran in ihrem elektromagnetischen Know-How. Und Marlene zeigt, dass Nonne zu sein nicht zwangsläufig bedeutet, fernab von Technik und Realität zu leben.

Wohin es sich entwickelt, kann man sich zwar anfangs denken, aber es gibt dann auf einmsal sehr viele "roten Heringe", falsche Hinweise, und es ist der Autorin super gelungen, verschiedene Themen anzuschneiden und zu vermischen.  In dieser Hinsicht hat sie sich eindeutig gesteigert zum ersten Band, der Krimi ist hier nicht mehr nur Nebensache, sondern absoluter Pageturner. Wirtschaftsverbrechen und Baugrundstücke. Ein ordentlicher Versicherungsbetrug. Rassismus und rechte Politik. Prostitution, Obdachlosigkeit und Randgruppen. Viele Motive, die angeschnitten werden, sehr viele mögliche Täter. Ein herrliches Verwirrspiel, das den Leser von der ersten bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt.

Wer Pascha nicht kennt, der hat etwas verpasst!

SaschaSalamander 21.02.2011, 09.57| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Tip, Krimi, Deutsch, Schräg, Humor,

Statistik KW 07

Gelesen / Gehört
Shaolin (B Moestl)
Schuld (F v Schirach)
Im Kühlfach nebenan (J Profijt)
Meine Worte sind wie Sterne (W Arrowsmith)
Der indianische Weg (Herder)
Nana und Kaoru 3 (R Azume)
Flavia De Luce 02 (A Bradley)
Einfach nur S und M (R Toma)
Seelenschacher (M Mucha)
Dein und mein Geheimnis (A Morinaga)
Spice and Wolf (K Koume)


Gesehen
Wer früher stirbt, ist länger tot
Die Insel


Geschenkt
/


Getauscht
Im Kühlfach nebenan (J Profijt)
Spirituals (B Hendricks)


 Gekauft
Spice and Wolf 1 (K Koume)
Nana und Kaoru 3 (R Azume)
I care for you (A Saijo)
Seelenschacher (M Mucha)
Hardcore Zen (B Warner)

SaschaSalamander 20.02.2011, 19.08| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Seelenschacher

mucha_seelenschacher_1.jpgSEELENSCHACHER wurde mir von einer Freundin empfohlen. Noch zu frisch für Tauschticket, die Bib hat es auch nicht. Na, dann hoffe ich, dass es den Gang in den Buchladen wert war!

Acht Seiten habe ich zum Wachwerden heute Morgen im Bett gelesen, die klangen schon mal recht nett. Und das Thema klingt auch interessant: da nimmt jemand Seelen, als Kreditpfand entgegen und ein Uniprofessor soll versuchen herauszufinden, was es damit auf sich hat. Natürlich gibt es eine Menge Scherereien, bis alles aufgeklärt ist. Klingt doch ganz nach einem Roman für Meinereiner.

Na, mal sehen, wie es weitergeht ...

Bisher einziges Manko: für ersten und letzten Satz hier taugt er wirklich nicht *gähn*. Sagt nix über die Qualität eines Buches aus, trotzdem bedeuten diese beiden Sätze mir doch recht viel. Schade in diesem Fall ...

SaschaSalamander 19.02.2011, 11.53| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Krimi

Der Trakt

strobel_trakt.jpgInzwischen habe ich den TRAKT also beendet. Ich war während des Lesens absolut begeistert. Einen langen Nachgeschmack habe ich nicht behalten, das Buch ist schnell wieder verblasst (für mich immer ein wichtiges Kriterium, und bei manchen Büchern warte ich gerne noch ein paar Tage, bis ich darüber schreibe).

Sibylle Aurich ist nachts im Park unterwegs, als man ihren Sohn Lukas kidnappt. Sie selbst verfällt daraufhin ins Koma und erwacht nach zwei Monaten. Der Arzt erklärt ihr, dass sie kein Kind hat, es muss wohl eine Einbildung sein. Sie flieht aus dem Krankenhaus und macht sich auf den Weg zu ihrem Ehemann. Der weist sie ab und ruft die Polizei, denn Sibylle weiß alles, was nur seine Frau wissen kann. Aber sie sieht anders aus. Und außerdem hatten sie niemals einen Sohn!

Eine wilde Jagd beginnt, bei der Sibylle Unterstützung von der resoluten älteren Dame Rosie bekommt. Auch ein Mann stellt sich ihr zur Seite, der ihr erzählt, dass sie Rosie auf keinen Fall vertrauen dürfe. Wem kann Sibylle überhaupt noch trauen? Jagd die Polizei sie, oder lässt die Polizei sie aus unerfindlichen Gründen absichtlich entkommen? Will Rosie ihr helfen, oder ist Rosie eine Komplizin von "denen", die Sibylle dies angetan haben, was immer "das" sein mag? Wer ist dieser fremde Mann, der ihr angeblich helfen will? Warum erkennen nicht einmal ihr Mann und ihre beste Freundin sie? Was ist mit Lukas?

Meine Erwartung an das Hörbuch war absolut simpel: Unterhaltung. Und die habe ich bekommen. Auf der ganzen Linie und absolut. Ganz grandiose Unterhaltung.

Mehr habe ich vorerst nicht erwartet, denn bei einem solchen Thema ist immer klar, dass es die perfekte Lösung eigentlich nicht gibt. Sie ist mir noch nicht begegnet, und ich selbst wüsste auch keine Antwort. Entweder, es entpuppt sich als Traum (einfallslos), oder es waren Aliens im Spiel (schlimmste Variante ever). Manchmal wird ein absolut hanebüchenes Ende an den Haaren herbeigezogen (unglaubwürdig). Ein andermal war es eine Verschwörung, meist medizinischer Art (sehr abgehoben, da diese Form von Medizin in der Regel noch nicht realistisch ist, es jedoch ein realistischer Roman sein soll). Oder es entpuppt sich als ein Problem verschiedener Persönlichkeiten in einer Person (einfachste Lösung, am nachvollziehbarsten, inzwischen aber schon zu häufig von Autoren angewendet).

Hier wurde eine Lösung gefunden, mit der ich mich anfreunden konnte, auch wenn es doch recht überzogen war. Aber gut, wie gesagt, eine perfekte Lösung für diese Art Roman und Problem gibt es eben nicht, und Strobel hat sich wacker geschlagen. Einziges Manko: warum müssen die Bösen ihren Plan immer so endlos lange erklären? *seufz*, das weiß doch jedes Kindergartenkind, dass das immer zur Ergreifung des Täters führt! Und als literarisches Stilmittel halte ich es für ungeeignet, da es zu offensichtlich ist, dass der Autor dem Leser hiermit also erklären will, was auf den hunderten seiten davor nun geschehen ist.

Die Charaktere im Buch waren nett. Mehr nicht. Eben nett. Ich habe weniger mit den Figuren mitgefiebert, sondern eher mit der Handlung, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausging. Deswegen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Absolut spannend geschrieben. Wo andere Schreiberlinge stückchenweise irgendwelche Situationen aneinanderreihen, erkennt man hier sehr klar, dass der Autor den Leser nach und nach immer näher an die Lösung heranführt, bis dieser selbst die Antwort kennt und sich dann bestätigt zurücklehnen kann. Strobel hatte ein Konzept und hat danach das Buch aufgebaut, was mir gerade bei diesem Genre sehr gefällt, da es wohl viel zu selten praktiziert wird bisher. Die Charaktere bleiben dabei leider ein wenig auf der Strecke, aber das macht nichts. Ich war absolut zufrieden, habe das Hörbuch begeistert verschlungen!

Das perfekte Mindfuck-Buch habe ich leider noch nicht gefunden für mich, ich suche noch. Aber Strobel hat bereits super Ansätze geliefert, er kommt dicht ran. DER TRAKT ist ein klasse Buch, und wer dieses Genre liebt, kommt nicht daran vorbei :-)

SaschaSalamander 18.02.2011, 11.03| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Tip, Thriller, Deutsch, Mindf*ck,

Statistik 2010

Eigentlich habe ich früher jedes Jahr eine Statistik gemacht. Die letzten ein, zwei Jahre mangelte es mir an Zeit. Dieses Jahr habe ich etwas mehr Zeit. Allerdings bin ich umgestiegen auf Open office. Und entweder bin ich zu doof, das richtig zu bedienen, oder es fehlt einfach eine geniale Funktion, die Word hatte. Ich liebe dieses Programm, aber auf ein klein wenig Komfort muss ich halt verzichten. Da ich keine Lust habe, die Bücher alle von Hand zu zählen und alles zu sortieren, mache ich dieses Jahr keine Statistik in Zahlen.

In der neuen Liste ab diesem Jahr sortiere ich das gleich alles etwas übersichtlicher ;-)

Als Zusammenfassung kann ich sagen, dass ich 258 Bücher, Filme, Mangas, Hörbücher und Hörspiele zu mir genommen habe. Darunter waren fette Wälzer von tausend Seiten, aber auch kurze Mangas von 20 Minuten Lesezeit. Filme eher wenige, ich hab es nicht so mit den visuellen Medien.

Ein paar Highlights:
Spieler wie wir (C Jönsson)
Flavia De Luce 1 (A Bradley)
Clara (C Somoza)
Verbrechen (F v Schirach)
Oscar (C Frieser)
Weltengänger (S Lukjanenko)
A Lollypop or a Bullett (K Sakuraba)
Die Einsamkeit der Primzahlen (P Giordano)
Tribute von Panem 1 + 2 (S Collins)
Repo - the Genetic Opera (Film)
Das Tal (C Kuhn)
Lilienblut (E Herrmann)
Die Prüfung (P Wilson)


Flops, die mich enttäuschten
Tribute von Panem 3 (S Collins)
Der Übergang (J Cronin)

Jau, eine sehr, sehr grobe Zusammenfassung. Aber immerhin. Jetzt fühl ich mich besser ;-)

SaschaSalamander 17.02.2011, 12.49| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Schneewittchen muss sterben

neuhaus_schneewittchen_1.jpgTobias Sartorius wird nach über zehn Jahren aus der Haft entlassen. Man warf ihm vor, zwei Mädchen getötet zu haben. Der Prozess beruhte auf reinen Indizien, der Fall schien klar, doch Tobias leugnete. Aber er kann sich nicht erinnern, was damals passiert ist. Nun also wird er entlassen, und er kehrt zurück zu seiner Familie. Und muss feststellen, dass er alles verloren hat: seine Eltern sind geschieden, der Hof und das Restaurant des Vaters mussten verkauft werden, und alle im Dorf sind gegen ihn, denn auch wenn er seine Schuld bereits verbüßt hat, wird er weiterhin als Mörder behandelt. Als nun auch eine junge Frau verschwindet, welche dem vermissten Opfer von damals aufs Haar gleicht, beginnt eine grausame Hexenjagd. Und wieder hat Tobias kein Alibi und kann sich auch nicht erinnern, was er zum Tatzeitpunkt getan hat ...

SCHNEEWITTCHEN MUSS STERBEN war nun also mein erster Roman von Nele Neuhaus. Man kam ja quasi gar nicht an dem Buch vorbei, überall prangte das Cover, ob im Internet oder in den Buchläden, ob durch Empfehlungen von Freunden. Also gut, ich habe es gelesen. Und ich war recht angetan, habe es sehr schnell beendet und die anderen parallelen Titel in der Zwischenzeit liegenlassen.

Zugegeben ist es anfangs schon recht verwirrend mit all den Personen, die vorgestellt werden. Der Leser lernt nicht nur Tobias Familie und Freunde kennen, sondern er wird auch gleich in die komplette Dorfgemeinschaft eingeführt, und die ist nicht gerade klein. Da muss man anfangs schon recht aufmerksam lesen, wenn man den Überblick behalten möchte. Wäre es einfach nur ein stilistisches Mittel, wäre dies für mich sogar fast schon ein Kritikpunkt, weil es recht bald unübersichtlich wird. Da jedoch alle in die Handlung des Romans verknüpft sind und jeder auf seine Weise einen bedeutenden Beitrag zum Fortgang der Geschichte liefert, finde ich es dagegen gekonnt umgesetzt. Durch die vielen Personen erhält der Roman sehr viel Dichte, es gibt sehr viele verstrickte Zusammenhänge, und es ist während des Lesens immer wieder ein tolles Aha-Erlebnis, wenn man langsam zu verstehen glaubt, was damals passiert sein könnte. Und dann wieder eine Wende, ein neuer Hinweis, und alles wandelt sich, drängt in eine neue Richtung, nur noch dieses eine Kapitel, dann habe ich Klarheit, kann das Buch weglegen und erst morgen weiterlesen, oh nein doch nicht, ein neuer Cliffhanger, dieses eine Kapitel noch, ...

und so geht es nonstop, das Buch ist weder actionreich noch hektisch, und doch wird dem Leser kaum Zeit gelassen zum Durchatmen, schon geht es wieder weiter, noch spannender als im Kapitel zuvor. Ich denke, allzu lange darf man den Roman nicht liegenlassen, nicht auf zu viele Tage verteilen (falls man mehrere Bücher zugleich liest), denn sonst wird es unübersichtlich. Es ist ein Buch, das man möglichst zügig lesen sollte, um nicht den Faden zu verlieren.

Das Hörbuch ist stark gekürzt, zum Glück habe ich das Buch gelesen. Ich kann nicht beurteilen, wie stark das Hörbuch gekürzt ist, aber in diesem Fall haben alle Figuren und Aktionen ihren Sinn und führen die Handlung hin zum Showdown. Etwas auszulassen würde bedeuten, das Gesamtbild um wichtige Details zu kürzen und möglicherweise das Verständnis zu erschweren. Hier rate ich also dazu, unbedingt das Buch zur Hand zu nehmen und die Finger von den CDs zu lassen.

Die Charaktere sind sehr realistisch beschrieben, deren Leben wirkt nicht künstlich konstruiert, sondern lebensnah und echt. Manche Autoren lassen ihre Protagonisten zu tragischen Helden werden, die alle nur erdenklichen Makel haben und Schicksale erleiden. Das Polizistenteam, der junge Strafentlassene, seine Familie, seine Freundin, sie alle wirken dagegen nicht überladen, sondern ganz natürlich. Als wären sie der Nachbarschaft entsprungen und realen Personen nachempfunden. Dadurch gelingt es sehr leicht, tief in den Roman einzutauchen und sich zu fühlen, als wäre man mittendrin, als würde man die Leute persönlich kennen.

Ach ja: es ist ein Regionalkrimi (scheinen aktuell ganz groß im Kommen, inzwischen wird man damit ja regelrecht überhäuft) aus dem Taunus. Da ich diese Region nicht kenne, kann ich diesen Aspekt natürlich nicht beurteilen. Auf jeden Fall finde ich es gut, dass der Roman auch ohne diesen Aspekt sehr gut lesbar ist und man nicht mit Lokalkolorit überrannt wird aber dennoch nette Einblicke erhält.

Fans deutscher Krimis, die Nele Neuhaus noch nicht kennen, sollten auf jeden Fall zugreifen und sich von ihr mitreißen lassen. Ich selbst jedenfalls bin mir sicher, dass dies nicht mein letzter Roman von ihr war und halte bereits Ausschau, welchen davon ich als nächstes zu mir nehmen sollte.

SaschaSalamander 17.02.2011, 09.21| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch

Das Hamster-Massaker

davies_hamster_1.jpgAnna und ihr kleiner Bruder Tom wünschen sich einen Hamster. Zu dumm, dass Mama immer wieder nein sagt. Doch bald ist es soweit, und sie erhalten endlich die Erlaubnis, zwei russische Zwerghamster beziehen das Kinderzimmer. Die Geschwister hegen und pflegen die Tierchen, und plötzlich gibt es sogar Junge! Und am nächsten Morgen sind alle Jungtiere tot, ein erwachsener Hamster ist verschwunden, und der andere liegt mit abgenagtem Bein blutend im Käfig. Welch grausames Massaker! Die Tierärztin behauptet, dass das normal sei, wenn Hamsterweibchen in Stress geraten und das Männchen sie bedrängt. Aber Anna und Tom wissen, dass ihr geliebter Hamster so etwas niemals tun würde, und deswegen ermitteln sie auf eigene Faust. Wer hat die Hamsterbabys getötet und den anderen verstümmelt? War es die Nachbarin, die letztens eine Katze überfahren hat? Oder der Stiefvater von Joe, der sowieso verdächtig ist, weil ihn niemand mag? Oder doch eher die neue Katze, die die Hamster so seltsam beobachtet und schon mehrere Mäuse, Eichhörnchen und ein altes Kaninchen getötet hat? Oder doch eher der Nachbar und Kriegsveteran, der keine Russen mag? Oder gar Anna und Toms Mutter, die schon damals zwei Hamster getötet hat und nun vorgibt, dass es ein Unfall war?

Ach, das war ein toller Vormittag! Ich habe das Buch angelesen, und weil ich es so witzig fand, habe ich meinem Freund kurz eine Stelle daraus erzählt. Und als er kurz darauf fragte, warum ich lachte, erzählte ich ihm die nächste Szene. Noch eine Szene. Noch eine. Und dann wollte er, dass ich ihm das Buch vorlese. Nagut, also habe ich das Buch vorgelesen, dazu eignet es sich hervorragend, nicht nur für Kinder ;-) So saßen wir also zusammen am Tisch, ich habe aus dem großen Hamster-Massaker vorgelesen, und wir haben zusammen gelacht und einmal sogar fast geweint bei der traurigen Beerdigungsszene.

Was mir auffiel, ist der witzige Schreibstil, auf jeder Seite gab es mehrere Szenen, die ich meinem Freund erst erzählte und später vorlesen sollte, die Gedankengänge sind kindlich schlüssig, die Charaktere absolut liebenswert. Das Hamster-Massaker ist eigentlich eher nebensächlich, denn bevor es überhaupt dazu kommt, dass die Kinder Hamster besitzen dürfen, ist das Buch schon fast zu Ende. Vielmehr geht es um die Freundschaft mit dem gleichaltrigen Nachbarmädchen Susanne (und natürlich auch den Streit ab und zu), um Susannes wütenden Vater, um die kranke Oma, die neue Katze, um ein missglücktes Gebet in der Sonntagsschule, schrullige Nachbarn, einen Schulaufsatz, den komischen Joey von der Straße weiter unten und sein neues Kaninchen. Und um ganz viele Kekse. Eine wirkliche "Aufklärung" es "Mordfalles" gibt es nicht, denn wie Kinder eben sind, irgendwann ist das Thema beendet, und dann nimmt man die Dinge eben so hin, wie sie sind. Vermutlich hatte die Tierärztin doch recht, ...

Besonders gelungen finde ich die grafische Darstellung einiger Textpassagen, und natürlich auch dazu die passenden Zeichnungen, die den Inhalt treffend verbildlichen. Aber besonders gefiel es mir, wie Dinge dargestellt wurden. So ist Anna in einer Szene in einem Schrank eingesperrt, es ist dunkel, und die gesamte Seite des Buches ist in Schwarz gehalten, umrahmt von einem großen Schrank. Wenn Susannes Vater schreit, dann sind die Buchstaben laut und brüllen dem Leser regelrecht selbst ins Gesicht. Die Wörterbuchpassagen sind als eingeklebte Notizzettel dargestellt, und die Skizzen der Kinder über ihren Plan zur Aufdeckung des schlimmen Massakers dürfen natürlich nicht fehlen. Als ich das Buch meinem Freund vorlas, musste ich immer wieder unterbrechen, um ihm die niedlichen Bilder bzw die witzige Darstellung der aktuellen Szene zu zeigen.

Und so lustig das Buch ist, so hat es auch seine traurigen Momente. Zugegeben, die  Beerdigungsszene ging zu Herzen, und ich musste richtig schlucken. Gerade durch die kindliche Schlichheit und Ehrlichkeit war es bewegend und wurde verständlich, warum wir für solch wichtigen Themen Rituale brauchen, um uns von einem geliebten Mensch oder Tier zu verabschieden. Ich bin sicher, wer leicht zu Tränchen neigt bei Filmen und Büchern wird zwischen all den vielen Lachern und der Freude in dem Buch auch das Wasser in den Augen stehen haben. Oder einen dicken Kloß im Hals, als Anna und Susanne sich streiten, ob sie nun mit den Hamstern spielen oder lieber das neue Fahrrad bewundern wollen.

Ein wirklich gelungenes Kinderbuch, das ich allen kindgebliebenen Erwachsenen empfehlen kann, die gerne lachen und die Welt nicht nur aus den verbohrten Augen eines Erwachsenen sehen. Allen, die gerne lachen, Spaß haben und sich an einfachen Dingen freuen können, ohne ständig in allem einen tieferen Sinn entdecken zu müssen. Manchmal ist der Weg das Ziel, und das vermittelt dieses Buch auf kindliche, humorvolle Weise.

SaschaSalamander 16.02.2011, 14.52| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Kinder, Tip, Humor,

Lesestöckchen

Hier mal wieder ein Literaturstöckchen. Hab schon viel zu lange keines mehr gemacht, hab mal wieder Lust drauf. Und gleich in zwei Blogs bin ich drübergestoßen: >Leseträume< und >Lenabo< lese ich beide sehr gerne, und beide haben das Stöckchen gepostet, also schnappe ich mir die erste Hälfte der Fragen hier und die zweite Hälfte dort ;-)

Gebunden oder Taschenbuch?
Mit Buchstaben drin. Ich mag Softcover. Und Ebooks. Am liebsten ist mir, wenn das Buch nicht zu schwer in der Hand liegt, mir schlafen beim Lesen sehr schnell die Hände ein. Extrafette Hardcover (z.B. der ÜBERGANG) kann ich nicht in die Handtasche packen oder in der Badewanne lesen.

Amazon oder Buchhandel?
Buchhandel, überzeugt und immerwieder! Mangas und Fantasy beim ComicDealer, Romane im Laden um die Ecke. Ausnahme nur bei englischen Büchern, die nicht preisgebunden sind und bei Amazon manchmal nur die Hälfte kosten wie im Buchladen :(

Lesezeichen oder Eselsohr
?!? Die Frage empört mich, allein die Vorstellung!!! *grusel*

Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?
Thematisch. Käme blöd, wenn Ephraim Kishon neben dem SM-Roman steht neben dem Kinderbuch neben der Bibel.

Behalten, wegwerfen oder verkaufen?
Ich lese rund 150 oder mehr Bücher im Jahr. Daher erübrigt sich die Frage. Ich tausche in der Regel gegen andere Titel, die ich dann erneut eintausche. Behalten werden nur die Besten der Besten der Besten :-)

Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?
Ohne

Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?
Wegwerfen? Diese Frage kommt direkt nach den Eselsohren *grusel*

Kurzgeschichte oder Roman?
mag ich beides

Aufhören wenn man müde ist oder das Kapitel zu Ende ist?
Da ich immer und überall lese, musste ich lernen, ein Buch jederzeit sofort ohne Miepen aus der Hand zu legen. Frustriernd, aber machbar. Ist mindestens so schlimm wie ein Interruptus, aber man gewöhnt sich dran ;-)


"Die Nacht war dunkel und stürmisch" oder "es war einmal"?
Je nach Laune

Kaufen oder Leihen?
Bücher ertauschen und weitertauschen.
Mangas fast immer kaufen und weitertauschen.
Kaufen nur wenn brandaktuell oder nicht über Tausch erhältlich.
Oder wenn es so extrem gut ist, dass ich es haben muss und zwar neu.

Neu oder gebraucht?
Meistens egal. Neu nur in Ausnahmefällen, wenn mir besonders viel dran liegt

Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung, Stöbern?
Unterschiedlich, alles möglich

Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?
Ich bevorzuge in sich geschlossene Titel.
Der aktuelle Serienwahn geht mir gewaltig gegen den Strich.

Morgens, mittags oder nachts?
ODER?!? Immer!

Einzelband oder Serie?
Einzelband
(was mich jedoch nicht abhält, die Serien zu lesen. Meist lese ich nur den ersten Teil und verliere dann die Lust. Da muss eine Serie schon verdammt gut sein, dass ich weiterlese)

Lieblingsserie?
Lemony Snicket

Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand etwas gehört hat?
"nie gehört" ist übertrieben. Aber was nur sehr wenige kennen, sind
>SCHATTEN< von Andras und >HANNA, GOTTES KLEINSTER ENGEL< von Sommer-Bodenburg

Lieblingsbuch, das Du letztes Jahr gelesen hast?
ach je, das waren so viele ... das eine war lustig, das andere spannend, das kann ich schlecht vergleichen *grübel*. Besonders gefallen hatten mir unter anderem:
Spieler wie wir (C Jönsson)
Flavia De Luce 1 (A Bradley)
Clara (C Somoza)
Verbrechen (F v Schirach)
Oscar (C Frieser)
Weltengänger (S Lukjanenko)
A Lollypop or a Bullett (K Sakuraba)
Die Einsamkeit der Primzahlen (P Giordano)

Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?
DIE ELENDEN von Hugo

Lieblingsautoren?
große Autoren gibt es viele, aber die Klassiker bewegen mich doch am meisten: Hugo, Kafka, Poe, Lovecraft, Doyle, Carroll, Tezuka, Wilde. Von den moderneren Leuten Kishon, Bemmann, Ende, Handler, Moers, Lukianenko, Pratchett, Satir, Watzlawick, Aoyama, Yuki. Hach, es ist schwer von "Lieblings-" zu reden, die haben doch alle unterschiedliche Genres! Wie soll ich sagen, ob dieser Manga, jenes Sachbuch oder jener Fantasy besser ist?

Wer möchte, darf sich das Stöckchen natürlich mitnehmen.
Und besonders würde ich mich freuen, wenn ich ihn bei >Zwillingsleiden< und >weniger ist mehr< finden würde ;-)

SaschaSalamander 15.02.2011, 09.37| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: MachMit

Kleines großes Projekt

Ich arbeite derzeit daran, die Rezensionen gesondert zu stellen. Ich hab es nicht so mit Privatzeug, Bildern, Links. Für mich selbst fände ich es schön, wenn ich eine Liste nur alleine der Rezensionen hätte. Habe jetzt angefangen, mir woanders einen solchen Blog zu basteln. Ohne Schnickschnack, nur die Rezis. Alle. Nicht nur hier, sondern auch die von anderen Communities und Magazinen. Ist ganz schön viel Arbeit, ich bin schon länger damit beschäftigt und verglichen mit dem, was vor mir liegt, noch nicht so recht vorangekommen.

Trotzdem arbeite ich mich langsam voran. Da liegt mir viel dran. Schade finde ich hier bei BlueLion, dass das Taggen etwas umständlicher ist und man manches im Nachhinein schwerer bearbeiten kann. Andere kostenlose Blogs sind in einigen Bereichen schlechter, aber grade in den Sortierfunktionen besser. Ich werde dort also nach Verlag, Autor, Genre, Art etc alles sortieren können und leichter alte Beiträge finden.

Wird wohl noch eine kleine halbe Ewigkeit dauern. Aber wenn es soweit ist, werde ich es hier verlinken, versprochen ;-)

SaschaSalamander 14.02.2011, 15.56| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Blog

Boy 7

mous_Boy7_1.jpgEr erwacht auf einer Grasfläche, fernab der Stadt und er erinnert sich an nichts: wer ist er? Wo kommt er her? Warum liegt er hier? Wo sind seine Freunde, seine Familie? Was ist geschehen? Auf seiner Mailbox seine eigene Stimme: "egal, was passiert, ruf auf keinen Fall die Polizei!". Er läuft auf die Straße, wird von einer jungen Frau in den nächsten Ort mitgenommen und kann in ihrer kleinen Pension vorübergehend wohnen. Nach und nach versucht er zu entschlüsseln, wer er ist und woher er kommt. Er ahnt nicht, was er damit heraufbeschwört ...

Eine Autorin, die ich noch nicht kannte. Ein Titel, von dem ich noch nichts gehört hatte. Umso mehr war ich gespannt, was mich bei BOY 7 erwarten würde. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ein packender Jugendthriller, solide und klassisch aufgebaut. In der Handlung wenig überraschend, dafür aber sehr gut umgesetzt und mitreißend geschrieben.

Bevor der Junge, der sich selbst Boy 7 nennt, einen ersten brauchbaren Hinweis erhält und nun mehr über seine Vergangenheit erfährt, zieht sich die Handlung ein wenig in die Länge, hier hätte man gut etwas kürzen können. Trotzdem ist der Leser stets dabei und bangt mit Boy mit, was er wohl finden mag, wenn er den einzelnen kleinen Hinweisen in seinem Rucksack nachgeht. Auch ist es spannend zu verfolgen, ob der andere Gast der Pension oder das freundliche Mädchen ihm wohlgesonnen sind oder möglicherweise in einer breit angelegten Verschwörung stecken. Hat Boy 7 langsam Wahnvorstellungen, fühlt er sich zu Unrecht verfolgt? Oder gibt es tatsächlich jemanden, der ihm auflauert?

Als es dann endlich soweit ist, als Boy und der Leser dann endlich erfahren, woher er kommt, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen und ist regelrecht gezwungen, das Buch in einem Rutsch zu beenden. Immer neue kleine Schnipsel erfährt er, die seine gegenwärtige Situation erklären, und es wird klar, dass es auf ein ganz großes Finale hinauslaufen wird.

Stellenweise musste ich ein wenig an einen Roman von Morton Rhue denken (aus Spoilergründen nenne ich besser nicht den Titel). Morton schreibt etwas bissiger, sein Roman wirkt etwas realistischer und bedrohlicher, doch die Brisanz und Tragweite des Themas wird von Mirjam Mous ebenso gut eingefangen, und das Buch ist ebenso spannend. Wer die Bücher von Rhue mag, wird von BOY 7 ebenso begeistert sein.

Ein prima Buch für zwischendurch, ideal sogar für Lesemuffel, die sonst eher selten zu Büchern greifen: einfach und flüssig geschrieben, eine mitreißende Story, ein spannendes Geheimnis, eine großangelegte Verschwörung, ein sympathischer Held als Identifikationsfigur. Und zuletzt ein Finale, nach dem man sich endlich zufrieden zurücklehnen kann ...

SaschaSalamander 14.02.2011, 10.15| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Jugend, Thriller, Tip,

Statistik KW 06

Gelesen / Gehört
Sex on the Beach (Anthologie)
Shaolin (B Moestl)
Blutlust (R Blake)
Schuld (F v Schirach)
Der Trakt (A Strobel)
Im Kühlfach nebenan (J Profijt)


Gesehen
Technotise
Die Chroniken von Erdsee
Mothman Prophecies
Planet 51
Wer früher stirbt, ist länger tot
Whale Rider


Geschenkt
/


Getauscht
Im Kühlfach nebenan (J Profijt)


 Gekauft
/

SaschaSalamander 13.02.2011, 20.05| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Im Kühlfach nebenan

Erster Absatz:
Ich beginne diesen Bericht mit einem Vorfall, der sich ereignete, bevor die HAndlung des Buches wirklich beginnt. Meine Lektorin meint, dies sei ein typischer Fall für einen Prolog und operte was von Aufbau, Dynamik, Spannungsbogen und lauter so Literatenkram. Die Frau ist ein Freak auf ihrem Gebiet, mir tut ein Prolog nicht weh, also hat sie recht und ich meine Ruhe. So muss man mit Weibern umgehen.

Letzter Absatz:
Nein, ich rief mich zur Ordnung. Noch zwei Kapitel schreiben und dann auf die Rolle. Kino, Puff, Notaufnahme. Ich wurde hier schließlich noch gebraucht.

aus: Jutta Profijt: Im Kühlfach nebenan; dtv 2009

SaschaSalamander 12.02.2011, 15.01| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Im Kühlfach nebenan

Und schon habe ich den zweiten Band begonnen: IM KÜHLFACH NEBENAN. Das Buch liest sich ja extremst flott, vermutlich habe ich es dieses Wochenende bereits beendet, falls ich nicht in den Musestunden das HANDBUCH DER DETEKTIVE dazwischenschiebe oder es mir mit einem erotischen Titel gemütlich mache.

Die Sprache kommt mir im Buch heftiger vor als im Hörbuch. Entweder, der Sprecher hat sie durch seinen sowieso schon schnoddrig-liebenswerten Klang in der Stimme entschärft, oder das zweite Buch ist deutlicher. Aber ich wusste ja, worauf ich mich einlasse, und ich finde es diesmal sogar recht witzig. Die Idee ist nicht neu, aber sie ist großartig umgesetzt, und es macht mir einfach Spaß, mal wieder etwas richtig Erfrischendes zu lesen ...

SaschaSalamander 12.02.2011, 08.59| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Tip, Schräg, Krimi, Deutsch, Humor, ,

Kühlfach 4

profijt_kuehlfach_1.jpgNun habe ich "Kühlfach 4" also abgeschlossen. Geniales Buch, wenn auch mit einigen Startschwierigkeiten in der Audioversion ...

Sascha, genannt Pascha, ein kleiner Autodieb. Ein großer Coup, doch in dem gestohlenen Mercedes SL befindet sich leider eine Leiche im Kofferraum. Und ehe Pascha es sich versieht, wird er von der Brücke gestoßen und sieht auf einmal alles aus einer ganz neuen Perspektive. Beobachtet sich selbst, wie er in das Rechtsmedizinische Institut gebracht wird. Just, als Martin Gänsewein das Skalpell an seine edelsten Teile anlegen will, begehrt Pascha auf, und Martin kann ihn hören! Als einziger.

Was nun zu einigen vertrackten Situationen führt. Denn Martin scheint Selbstgespräche zu führen, er benimmt sich seltsam, weiß auf einmal Dinge, die er nicht wissen könnte, von dem misslungenen Schäferstündchen ganz zu schweigen. Seine Kollegen beginnen sich zu sorgen. Und auch Pascha sorgt sich, denn er würde gerne wissen, wer ihn umgebracht hat und warum. Den Nervenkrieg gegen Pascha kann er nicht gewinnen, also hat Martin gar keine andere Chance als in diesem Fall zu ermitteln.

Ein Buch, das mindestens so ungewöhnlich ist, wie es auch klingt. Hauptspielort das Rechtsmedizinische Institut mit seinen Stahlliegen und Kühlfächern, der Protagonist ein Kleinkrimineller mit frecher Klappe und ohne Manieren, die zweite Hauptfigur ein schüchternes, unsicheres Männchen. Doch beide entwickeln sich weiter, gehen aufeinander zu, und eigentlich sind sie ein tolles Team, das nur voneinander profitieren kann.

Ich liebe die Wortgefechte zwischen den beiden, der eine verklemmt spießig, der andere überzogen lässig. Zimperlich darf man nicht sein, denn da fallen auch mal Sätze wie "Er war so wenig zu fassen wie ein Phantom. Ja, Phantom. Das sage ich Martin zuliebe. Denn früher hätte ich gesagt, er ist so wenig zu fassen wie Wi*hse am Duschvorhang". Ja, Pascha hat eine verdammt große Klappe, daran muss man sich erstmal gewöhnen, und man schwankt doch sehr zwischen "hör endlich auf zu nerven" und "eigentlich ist er ja doch ganz nett". Grade das macht für mich einen großen Reiz des Buches aus, diese beiden gegensätzlichen Charaktere und ihre Kleinkriege untereinander. Erstaunlich, wie zickig Männer sein können *ggg*.

Die Handlung ist klar ein Krimi, wobei das aber eigentlich eher die Nebensache ist. Dem Leser ist recht bald klar, worauf es hinausläuft, eine große Überraschung bietet die Autorin nicht. Braucht es auch nicht, denn die Kriminalgeschichte ist eher Mittel zum Zweck, irgendein Ziel muss der Roman ja haben ;-)

Mir lag die Hörbuchvariante aus der Bibliothek vor. Dachte anfangs, das Gekürzte würde mich nicht stören (als Hörbuch lausche ich meist Büchern, die ich eher konsumieren denn genießen will), aber bald ärgerte ich mich, denn es wäre schade, auch nur einen Dialog zu verpassen. Und die Stimme des Sprechers, nun ja, die ist mindestens so gewöhnungsbedürftig wie Paschas Sprachstil. Die ersten eineinhalb CDs habe ich oft mit mir gerungen, ob ich weiterhöre, komplett abbreche oder zum Buch wechsle. Ich bin dann beim Hörbuch geblieben, inzwischen komme ich mit der Stimme klar und werde beim Lesen der folgenden Bände auch immer Ingo Naujoks im Ohr haben.

Den zweiten Band habe ich bei Tauschticket bereits angefordert, und den dritten werde ich auf jeden Fall kaufen, denn nun zähle auch ich zu den Pascha-Fans.

Ich kann die Bücher all denen empfehlen, die einen sehr schrägen, schwarzen Humor haben und auch ein paar sprachlich deftigere Momente vertragen. Profijt hat mit Pascha einen außergewöhnlichen Romanhelden geschaffen, wie man ihm nicht allzu oft begegnet :-)

SaschaSalamander 11.02.2011, 10.33| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Tip, Schräg, Krimi, Deutsch, Humor,

Handbuch für Detektive

Erster Satz:
Man möge diese Einzelheit nicht irrtümlicherweise für einen Hinweis halten, doch es sei erwähnt, dass Mr. Charles Unwin, der sein Lebtag in dieser Stadt gewohnt hatte, jeden Tag, selbst wenn es regnete, mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhr.

Letzter Satz:
Dieser [Bericht] endet hier, auf einer Brücke über dem Fluss, während die Elefanten uns die Wege entlangführen, an die sie sich erinnern können, und Hoffmann mit seinen tausenduneinen Stimmen immer noch irgendwo da draußen ist und uns die Spürhunde der Agentur bereits auf den Fersen sind, während die Stadt erwacht und der Fluss erwacht und die Straße unter unseren Füßen erwacht und die Wecker am Grunde des Meeres zu klingeln beginnen.

aus: Jedediah Berry: Handbuch für Detektive; Beck, 2010

SaschaSalamander 10.02.2011, 10.13| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Der Trakt

Mensch, dieses Buch ist aktuell ganz fies für mich! Bin es ja gewohnt, dass ich einen Titel nicht aus dem Ohr nehmen kann, dass ich das Buch nicht aus der Hand lege. Aber in diesem Fall ist es besonders extrem. Habe heute schon extra aufgeräumt, etwas Aufwändiges gekocht und nur wenig am PC gewuselt, um nebenbei ständig hören zu können, aber noch immer bin ich nicht fertig und will jetzt sofort gefälligst und überhaupt wissen, wie es weitergeht!

Die Angst der Protagonistin kommt super bei mir an, ständig frage ich mich, was ich wohl an ihrer Stelle tun würde, wie es mir ginge, und was dahinterstecken mag. Ich rätsele mit, gehe eine Theorie nach der anderen durch, verwerfe sie wieder. Normalerweise habe ich immer ungefähr eine Ahnung, in welche Richtung etwas gehen könnte, meistens kenne ich das Ende schon kurz nachdem ich angefangen habe. Aber diesmal bin ich völlig blank. Es ist zum Aus-Der-Haut-Fahren.

Wie machen "normale" Leser, die für ein Buch mehrere Tage brauchen, das? Wie schaffen sie es, nicht irre zu werden vor Neugier? Sich nicht die Fingernägel abzukauen, die Haare auszuraufen und die Nächte durchzumachen?

Nachdem ich hier alles erledigt habe, werde ich von jetzt bis zum Schlafengehen noch Gameboy spielen und die herabfallenden Blöcke einsortieren, auch wenn ich damit leider nicht bis zum Ende des Romanes kommen werde *winsel*. Doch egal, was ich tue, ich denke nur daran, wie das Buch weitergeht!

Ich hoffe inständig, dass das Ende mich nicht enttäuschen wird! Der Ansatz ist super, und alle möglichen Theorien kann ich verwerfen, aber meine größte Befürchtung (Alien oder schlechter Traum) scheint sich nicht zu bewahrheiten. Diese beiden Varianten sind die größten Killer eines Buches ...

AAAAARGH, ich dreh hier fast durch ... ich glaub, ich meld mach morgen krank und bleib daheim zum Lesen *mit wirrem Blick aufs Telefon schielt*

SaschaSalamander 09.02.2011, 19.15| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Schuld

schirach_schuld.jpgSeit ein paar Tagen lese ich SCHULD von Friedrich von Schirach. Schon das erste Werk, VERBRECHEN, hatte mir sehr gefallen. Ist ja genau mein Thema: die Grauzonen der Rechtsprechung. Das ethische Dilemma aus Schuld und "Schuld?".  Im ersten Band ging es vor allem um Täter, deren Verbrechen grausam und unmenschlich scheinen, deren Handlungen mit dem Wissen um das Drumherum jedoch nachvollziehbar scheinen. Im neuen Buch SCHULD geht es nun darum, dass das Verbrechen manchmal seltsame Wege geht. Nicht immer kann ein Täter gefasst werden, auch wenn er klar ist. Und manchmal geschieht ein Verbrechen, und trotzdem kann nicht so klar gesagt werden, wer nun Schuld hatte und wieso, obwohl doch alles bekannt war. Auch kommt es vor, dass Verbrechen eigentlich eher Unfälle oder Notwehr sind, doch tot ist nun einmal tot. Kann man immer von Schuld reden? Oft bleibt ein sehr schaler Nachgeschmack bei den Geschichten, denn die Antwort bleibt der Autor natürlich schuldig, die müssen wir für uns selbst finden.

Aber genau das macht es eben aus: Justiz ist nicht schwarz-weiß, und so einfach, wie die meisten Menschen es gerne hätten, ist es leider nicht.

Kurze Geschichten von wenigen Seiten. Jeden Tag lese ich zwischendurch, z.B. vor dem Zubettgehen, mal eine einzelne Story. Am Stück würde man sie schlecht verdauen, man braucht ein wenig Zeit zum Nachdenken.

Irgendwie ist mir das Buch viel zu kurz, gerne dürfte es doppelt und dreifach so lang sein. Ich hoffe auf viele weitere Werke des Autors ...

SaschaSalamander 09.02.2011, 15.43| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Tip, Kurzgeschichten, Deutsch,

Splitterherz

belitz_splitterherz_1.jpgNun also habe ich Splitterherz beendet. Es ging recht flott, denn ich konnte es nicht erwarten, wie es weitergehen würde. Endlich mal ein netter, softer Jugendroman mit ein wenig Erotik, nicht zuviel, aber OHNE Vampire, Werwölfe oder ähnliche Gestaltwandler. Klar, Fantasy und eine Prise Gefahr gehört trotzdem dazu. Also widmet man sich dem Thema Nachtmahr.

Ellie ist 17, kurz vor dem Abitur, und sie ist gezwungen, mit ihren Eltern aus der Großstadt in dieses kleine, lästige Kaff zu ziehen. Irgendwie will gar nichts so recht passen, und in die Klassengemeinschaft fügt sie sich trotz ihrer Versuche auch nicht wirklich ein. Am liebsten möchte sie ihre Koffer packen und wieder zurück. Bis sie eines Tages Colin trifft, den sie anfangs nicht einzordnen weiß. Doch nach und nach zieht der junge Mann sie immer mehr in seinen Bann. Bald erfährt sie sein dunkles Geheimnis und muss erkennen, dass sie wohl keine Zukunft zusammen haben werden, ...

Ich möchte im Gegensatz zu den anderen Rezensionen nicht mehr als dies verraten. Gut, Nachtmahr, damit nehme ich bereits einiges vorweg, doch mit ein wenig Kombination kann man das auch recht bald selbst herausfinden, da sich dieses Thema vom ersten Moment an durchs Buch zieht. Doch wie sich dies äußert, was das für Colin und Ellie bedeutet, das erfährt man erst recht spät. Etwa ein Drittel des Hörbuchs muss man hinter sich bringen, bevor es klar wird, worauf die Geschichte abzielt.

Es scheint mir nachvollziehbar, wenn dies für viele Leser ein Kritikpunkt ist: "es passiert ja kaum was". Doch das stört mich nicht, im Gegenteil. Ich mag die Ruhe, welche dieser Roman ausstrahlt. Bis auf den Showdown keine Hektik, sondern beschauliche Stille, viel Wald, Naturbeobachtung, Spaziergänge, ich habe es sehr genossen, mit Ellie durch die Wälder zu laufen auf der Suche nach Colin.

Prima finde ich auch, wie ein altbekanntes Thema (junges Mädchen, geheimnisvoller junger Mann, dunkles Geheimnis) mal ein wenig anders aufgezogen wird. Schließlich gibt es so viele faszinierenden Mythen, Legenden, so unzählige fremde Wesen, dass es mir doch erstaunlich scheint, warum es immer nur Gestaltwandler und Blutsauger sein müssen heutzutage. Ich muss zugeben, dass ich mich noch nicht allzu intensiv mit den Legenden der Mahre befasst habe, sodass ich nicht beurteilen kann, ob und inwieweit sich die Autorin auf alte Legenden beruft, oder ob sie da ihrer Phantasie völlig freien Lauf ließ. Eine nette Anregung, selbst mal ein wenig Nachforschung zu betreiben.

Die Geschichte endet wunderschön, mir gefällt die ungewöhnliche Art des Abschlusses, der mal so gar nicht typisch für dieses Genre ist. Ein wenig zwiespältig stehe ich dem gegenüber, dass ich nun erfahren habe, dass es zwei Folgebände geben wird. Wie schön, noch mehr von Colin und Ellie! Und ach nein, war wohl nix mit dem untypischen Ende, doch nur ein Mehrteiler, in dem sie am Ende vermutlich zusammenkommen werden, ...

was mir besonders gefällt ist die Sprecherin, welche wundervoll zu dem Buch passt. Da sie bisher nur Petterson und Findus, Pippi Langstrumpf, Kindergedichte von Maar oder ähnliche Dinge vertonte (finde ich toll, habe ich aber schon vor Jahren gelesen und höre sie in der Regel nicht mehr), kannte ich sie noch nicht. Zumindest bei Amazon konnte ich als einzigen vollständigen Roman von ihr lediglich Splitterherz finden. Doch ich hoffe, dass noch mehr folgen (sie hätte mir für Nosferas, Twilight, die Beschenkte und andere Bücher weit besser gefallen). Sie hat eine beeindruckende Art, ihrer Stimme Gewicht und Bedeutung zu verleihen, Emotionen hineinzulegen. Man hört richtig, wie sie mit den Figuren mitleidet, sich mitfreut, alles an eigenen Gefühlen hineinlegt, um so die Charaktere lebendig werden zu lassen. Ein großes Talent, wie es bei Frauen meiner Ansicht nach eher selten zu finden ist, und ich hoffe in Zukunft Weiteres von ihr hören zu dürfen ...

Ich denke, wer den Stil von Stephenie Meyer und Konsorten mag, sollte sich Splitterherz auf jeden Fall auch gönnen. Entweder als Buch, mit mehr Details und etwas genauer. Oder aber als gekürztes Hörbuch, dafür aber mit der einmaligen Stimme von Laura Maire, die nicht besser hätte gewählt werden können. In beiden Fällen sehr zu empfehlen :-)

(kleines PS: trotzdem schiebe ich es bei den Tags in die Kategorie "Vampire". Denn ich denke, wem das eine gefällt, wird auch das andere gefallen. Ich kann schlecht eine Kategorie basteln für böser Vampir, guter Vampir, Werwolf, Gestaltwandler, Nachtmahr, Seelenbewohner und alle anderen Varianten, also packen wir mal alles in die größte der Schnittmengen zur einfacheren Orientierung)

(zweite PS: diese Rezension zeigt mir, dass ich wirklich versuchen sollte, die Beiträge zeitlos zu schreiben. Es ist blöd, wenn ich hier schreibe, dass ich die Sprecherin des Buches nicht kenne, und ein paar Beiträge vorher habe ich im Blog geschrieben, dass ich sie bereits in Splitterherz so toll fand. Wäre wohl besser, auf so etwas zu achten *g*)

SaschaSalamander 09.02.2011, 10.14| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Tip, Jugend, Fantasy, Vampire,

Der Trakt

strobel_trakt.jpgVorgestern habe ich begonnen, DER TRAKT zu hören. Hatte ich ja schon länger vor, und die Handlung wie schon angedeutet immer wieder ein geniales Thema: eine Frau erwacht nach zwei Monaten Koma im Krankenhaus, und die Dinge passen nicht mehr so recht zueinander. Sie fragt nach ihrem Sohn, doch angeblich hat sie keinen. Sie flieht aus dem Krankenhaus zu ihrem Mann, aber der erkennt sie nicht. Und warum zeigt sie nach zwei Monaten im Koma keinen Muskelverfall etc?

Ich stehe noch recht am Anfang, knapp ein Zehntel habe ich bisher geschafft. Aber es ist schon mal sehr spannend. Am meisten interessiert es mich immer, wie ein Autor eine solche Situation dann auflösen will. Aliens? Gespaltene Persönlichkeit? Ein fantastisches Element, etwa Parallelwelt oder dergleichen? Eine Psychose? Ein Traum? Ein medizinisches Experiment?

Durch den kleinen Sohn erinnert mich das Buch sehr an den Film DIE VERGESSENEN. Habt Ihr den gesehen? Für mich ein absoluter Flop, denn das Ende empfand ich als wirklich lächerlich. Wenn es ein Werk in diesem Genre gibt, welches das Ende komplett vergeigt hatte, dann die VERGESSENEN. Da kann der Trakt ja nur besser werden ;-)

SaschaSalamander 08.02.2011, 15.37| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Krimi, Deutsch,

Die schärfsten Gerichte der tartarischen Küche

Erster Satz:
Als meine Tochtger Sulfia mir sagte, sie sei schwanger, wisse aber nicht, vom wem, habe ich verstärkt auf meine Haltung geachtet.

Letzter Satz:
Lieber befreite ich metallische Oberflächen von verkrusteten Essensresten und schickte einen stummen Dank an Gott, ganz automatisch, aus Höflichkeit, damit er sich nicht ganz unnütz vorkam.

aus: Alina Bronsky: die schärfsten Gerichte der tartarischen Küche; KiWi 2010


SaschaSalamander 08.02.2011, 10.20| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Die schärfsten Gerichte der tartarischen Küche

bronsky_tartarisch_1.jpgIch habe angefangen, und das Buch ist nicht schlecht. Trotzdem schaffe ich es nicht, diesen Roman zu Ende zu lesen. Es ist schwer in Worte zu fassen, aber irgendwie tut er mir weh. Klar, es ist wohl satirisch gemeint. Dennoch komme ich auf Dauer nicht mit dem Ton der Ich-Erzählerin klar. Ja, so ist es gedacht, sie soll auch nicht sympathisch sein. Aber es tut mir einfach in der Seele weh, wie bösartig sie über ihre eigene Tochter redet, wie herzlos (nein, das ist nicht herzlos, auf ihre verquere Weise ist es ja überaus herzvoll und mehr als nur Recht, was sie tut) sie sich ihren Mitmenschen gegenüber verhält, wie kalt sie ihre Umwelt manipuliert.

Was das Kulturelle betrifft, kann ich nicht mitreden, die tartarische Kultur sagt mir nun überhaupt nichts. Vielleicht würde ich den Roman anders lesen, wenn ich manche Dinge einordnen könnte und wüsste, was möglicherweise dahintersteckt. Dies ist aber nun leider nicht der Fall, und so sehe ich in dem Roman lediglich eine Aneinanderreihung von Bösartigkeiten, bei denen ich von Satz zu Satz mehr zusammenzucke. Vielleicht, in ein paar Wochen oder Monaten, werde ich es noch einmal anfangen zu lesen und mit anderen Augen sehen ...

eigentlich schade, denn an sich finde ich den Inhalt des Buches sehr interessant, und wenn ich nicht so stark mit der Tochter mitleiden würde, wäre es mir ein Vergnügen, das Buch zu Ende zu lesen. Falls es jemand komplett gelesen hat: über eine knappe  Zusammenfassung würde ich mich sehr freuen! :-)

SaschaSalamander 07.02.2011, 17.27| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Trigger

dorn_trigger_1.jpgTRIGGER war nun also mein erster Roman von Wulf Dorn, und ich habe ihn als Hörbuch genossen. Vorgetragen vom Autor selbst. Doch bevor ich auf Inhalt und Vortrag eingehe, erstmal ein paar Details zum Inhalt:

Psychiaterin Elli Roth bekommt von ihrem Lebensgefährten und zugleich Kollegen einen BIF in die Hand gedrückt, einen Besonders Interssanten Fall. Vor ihr kauert eine verängstigte Frau, die etwas von einem Schwarzen Mann erzählt. Sie weißt Spuren von Misshandlung auf. Elli möchte ihr gerne helfen, bittet einen weiteren Kollegen um Hilfe. Doch als dieser nach der Patientin sehen will, ist sie nicht da. Niemand hat die junge Frau gesehen, keiner kann sich an sie erinnern. Doch plötzlich erhält Elli Nachrichten vom Schwarzen Mann, der nun auch hinter ihr her ist. Wenn sie die Patientin retten will, muss Elli sich auf sein grausames Spiel einlassen und seiner Fährte folgen. Der Fall wird immer mysteriöser, und Elli droht langsam den Verstand zu verlieren. Kann sie rechtzeitig das Geheimnis um den Schwarzen Mann lösen, bevor er ihr und der geheimnisvollen Patientin ein Leid zufügen wird?

Das Thema klingt unheimlich spannend. Wer viel liest, wird natürlich sofort an Fitzeks Romane denken (THERAPIE, SPLITTER), und auch Strobels DER TRAKT kommt in den Sinn (steht noch auf meiner Liste für die kommenden Wochen) oder Filme wie DIE VERGESSENEN oder THE GAME. Ein Verwirrspiel erster Güte, wie es einfach Spaß macht, vor allem wenn das Ende dann auch noch stimmig ist. Dies ist bei TRIGGER der Fall.

Trotzdem finde ich den Aufbau des Romanes etwas ungewöhnlich. Die Einleitung geht recht flink, das finde ich gut, man stürzt sehr schnell in die Geschichte und wird mitgerissen vom Sog der Handlung. Dann beginnt die Schnitzeljagd, so spannend, dass man kaum aufhören kann. Ich hatte ein paar Vermutungen und konnte es nicht erwarten, wie - falls dies tatsächlich der Fall sein sollte - dann tatsächlich geschehen sein kann und was dahinter stecken mag. Viel zu schnell ist aufgeklärt, was es mit dem seltsamen Fall auf sich hat, und dann beginnt das Nachspiel. Dies fand ich außergewöhnlich lang für einen Roman dieser Art, und ich hatte damit gerechnet, dass noch einmal eine weitere Wende kommen würde, aber sie kam nicht. Gegen Ende begann ich mich dann doch irgendwann zu langweilen und fragte mich, ob der Autor mich für ein Kleinkind hält, dem man jede Kleinigkeit akribisch erklären muss und das nicht selbst ein wenig mitdenken kann?

Der Vortrag war wirklich klasse, ich habe dem Sprecher gerne gelauscht. In diesem Fall der Autor Wulf Dorn himself. Er hat eine äußerst angenehme Stimme, und ich hoffe auf weitere Hörbücher von ihm. Ein wenig hapert es bei den Dialogen. Auffälligen Figuren (kleine Kinder, alte Leute) kann er sehr gut Persönlichkeit verleihen, die Erwachsenen dagegen klingen leider ein wenig monoton. Macht jedoch nichts, ich habe schon weit schlechtere professionelle Sprecher gehört. Aber es ist auf jeden Fall ausbaufähig, und ich hoffe, dass er weitermachen wird!

Insgesamt ein super spannendes Buch, das ich nur empfehlen kann. So spannend, dass ich stellenweise das Gefühl hatte, jemand stünde hinter mir. Es gab ein paar Szenen, bei denen ich aufs Heftigste erschrak. Nicht wegen Blut, gewalt oder großartigen Szenen, sondern einfach weil ich so gefesselt war von der Handlung und mich richtig mitreißen ließ. Dorn ist ein deutscher Autor, von dem ich mir auf jeden Fall weitere Titel holen werde. Und wer Mindfuck im Thrillerformat liebt, wird an ihm nicht vorbeikommen :-)

SaschaSalamander 07.02.2011, 10.14| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Tip, Thriller, Deutsch,

Statistik KW 05

Gelesen / Gehört
Sex on the Beach (Anthologie)
Shaolin (B Moestl)
Blutlust (R Blake)
John Sinclair 62
3096 Tage (N Kampusch)
Lip Flip (N Yamato)
Kühlfach 4 (J Profijt)
D schärfsten Gerichte d tartarischen Küche (A Bronsky)
Arisa 01-02 (N Ando)
Herrscher aller Welten (C Plaka)
A Kiss from the Dark (N Büttner / M Waaler)
S.P.Y 1 (A Ukyo)


Gesehen
Arahan
Kung Fu Hustle
Der Mann im Pyjama
Inception


Geschenkt
/


Getauscht
/


 Gekauft
Killing Iago 1-2 (Z Garden)
S.P.Y 1 (A Ukyo)
Lip Flip (N Yamato)
Zelda - A Link to the Past (A Himekawa)
Einfach nur S und absolut M (R Toma)
Doubt 2 (Y Tonogai)
Arisa 1-2 (N Ando)
Night Head Genesis 1 (Y Higuri)
Herrscher aller Welten (C Plaka)
A Kiss from the Dark (N Büttner / M Waaler)

SaschaSalamander 06.02.2011, 20.16| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Inception

Keine Rezi. Höchstens ein Text für die, die ihn schon kennen und Lust haben zu diskutieren. Möchte auch nicht, dass jemand meine Meinung als Abschreckung vom Kauf sieht. Denn was andere daran reizt, kann ich schon nachvollziehen, doch.

Hochgelobt in unserem Freundeskreis, und wir hatten schon überlegt ins Kino zu gehen. Ich zögerte. Und ich bin im Nachhinein froh, dass wir das Geld gespart hatten. Mein Freund und ich konnten nicht viel damit anfangen. Wir haben ihn verstanden und konnten ihm folgen. Aber die Umsetzung war einfach nicht unser Ding.

In Träume eindringen, und in den Träumen dann sogar eine Idee pflanzen, welche sich in der Realität fortsetzen soll. Gepaart mit Industrie, Wirtschaft und Politik und einem großen, fetten Auftrag. Dazu ein Held, der eine tragische Vergangenheit in sich trägt. Und dann voilá der große Coup. Tolle Idee, schon in verschiedenen Filmen angedacht und umgesetzt, ob nun als Leben nach dem Tod im selbstgewählten Selbstmörder-Gefängnis, als eingepflanzter Traum, unter vanillefarbenem Himmel, als Erinnerungs- Reise auf den Mars, als futuristische Alienversion einer künstlichen Intelligenz, als die Realität vorgaukelnde Matrix, als immerwährender Nexus, als surrealistischer Trip in die Psyche eines Serienkillers oder oder oder (von diversen Animes und Computerspielen ganz zu schweigen).

Nein, die Machart sagt mir nicht so zu, das Thema selbst könnte ich in unzähligen Varianten immer und immer wieder sehen. Es gab ein, zwei nette Szenen, etwa im Straßencafé und folgende. Dann jedoch erschöpfte es sich. Klar war es nett anzusehen, wie die Herren Traumwandler sich durch die drei, ja sogar vier unterschiedlichen Ebenen eines Traumes bewegen, wie die einzelnen Ebenen miteinander in Verbindung stehen, und die Realität immer ungewisser wird. Trotzdem wirkt der Film auf mich "aufgeblasen", weniger wäre mehr gewesen in vielerlei Hinsicht. Zu aufgeblasen, zu vorhersehbar. Mir scheint, er versucht mehr zu sein als er ist. Und die Actionszenen irgendwie reingepfropft, es hätte sie nicht einmal wirklich gebraucht, Gefahr und Bedrohung wäre meiner Ansicht nach auch anders möglich gewesen. Krachbumm, Verfolgungsjagd im Auto und jede Menge Geballer. In einem Film, der eigentlich von einem komplexen psychologischen Thema handelt, aber er muss halt irgendwie verkauft werden. Und die Charaktere überzeugen nicht wirklich, sie wirken auf mich leblos, ob sie leben oder sterben ist mir recht egal gewesen, ich habe nicht mitgefiebert.

Irgendwie musste ich ständig an die Bourne Identität und die anderen Bourne-Filme denken, die lösten während des Filmes ähnliche Gefühle bei mir aus. Und auch das vielgepriesene Filme. Auch Bond-Filme mag ich nicht, und auch hier gibt es einige Parallelen ...

Und dann musste ich manchmal an des Kaisers neue Kleider denken ...

ein Glück sind die Geschmäcker verschieden ;-)

SaschaSalamander 05.02.2011, 18.27| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Dystopie, Fantasy,

Evil

Puuuuuh, was soll ich zu DIESEM Buch schreiben? Ein Roman, bei dem ich wieder einmal zugegriffen habe, ohne Autor oder Titel zu kennen. Ich bin rasend schnell in dem anfangs gemütlichen Plauderton versunken, bis ich dann knallhart in dem brutalen "Spiel" landete und ständig schwankte zwischen "das tu ich mir nicht an" und "es ist doch nur ein Roman, ich will wenigstens wissen, wie es ausgeht".

Nun, "nur ein Roman" stimmt zumindest so nicht. Denn 1965 spielte es sich in ähnlicher Form in Amerika ab und ist weltweit bekannt als der >"Mordfall Syvia Likens"<. Erst bei Recherchen zu diesem Buch stieß ich auf diese grausige Begebenheit, und nach der Lektüre des Buches ist klar, dass der Autor sich auch an diesem Fall orientierte.

Vor dem Lesen findet sich ein Vorwort von Stephen King. Äußerst interessant, allerdings ein riesiger Spoiler, der am Ende vermutlich besser aufgehoben wäre. Andererseits, mir selbst fiel das Lesen leichter mit dem Wissen um das, was King erwähnt hatte, denn völlig ahnungslos in das Buch hineinzurutschen wäre heftig gewesen. Anfangs dachte ich ja wirklich, King übertreibt, wenn er vom unvorstellbaren Grauen etc spricht, andere ähnlich gepriesene Bücher sind dann doch nur "normaler" Horror und wurden höher gelobt als eigentlich notwendig. Dieses hier wurde nicht gelobt, eher beschrieben. Um den Leser vorzubereiten auf das, was ihn bei EVIL erwarten wird.

Ein Junge, der Protagonist, spielt am Bach. Es wird erzählt von seinen Freunden, dem Leben im Ort, den Nachbarn, den harmlosen Jungenstreichen. Flusskrebse am Bach, Sommerferien. Typisches Setting, wie man es von amerikanischem Horror kennt, möglichst harmlos und allgegenwärtig, bevor es sich dann wendet. Die Kinder spielen ein Spiel, in welchem eine Person sich verteidigen muss, in der Regel eingefangen wird und dann als "Kriegsgefangener" allen möglichen "Quälereien" und Neckereien ausgesetzt ist, vom Kitzeln über Schläge und auch Schmerzen, jedoch weitgehend im Rahmen kindlicher Neugier, die auch einmal sexuelle Grenzen übergreift, wenn Jungs und Mädchen neugierig aufeinander werden.

Und eines Tages am Bach begegnet der Junge einem Mädchen, das neu im Ort ist. sie und ihre kleine Schwester wohnen seit dem Tod der Eltern nun bei der Tante. Anfangs nur ungeliebte Gäste, artet dieser Unmut immer weiter aus. Die Tante ärgert sich über die zusätzliche Arbeit, das teure Essen, lässt ihren Ärger immer weiter an den Kindern aus. Bis die Situation eines Tages eskaliert und sie sich das Spiel der Kinder zum Vorbild nimmt, um die Mädchen immer weiter zu quälen.

Ich möchte hier nicht ins Detail gehen. Weniger um die Spannung aufrecht zu erhalten, denn die wird auf jeden Fall vorhanden sein. Sondern vielmehr, weil ich es kaum in Worte zu fassen vermag. Das Buch ist abstoßend, widerlich, eklig, grauenhaft, unerträglich, und ich kann jeden verstehen, der es abgebrochen hat. Auch ich habe viele Szenen übersprungen oder lediglich quergelesen, weil ich es kaum aushalten konnte. Es schüttelte mich, und ich wollte mir das Ganze gar nicht bildlich vorstellen.

Das Faszinierende jedoch: wer jetzt denkt, dass der Autor blutrünstig schreiben würde oder den Horror en detail zelebrieren würde, der irrt. Und das war auch der Grund, dass ich das Buch dennoch beenden konnte. Ketchum deutet oft nur an, etwa indem er Spuren beschreibt statt die Vorgänge zu deren Entstehung. Er lässt den Protagonisten und somit auch Leser erst dann dazustoßen, wenn die anderen ihr widerwärtiges Tun bereits abgeschlossen haben. Und ähnliche Kniffe mehr, sodass die wirklich grausigen Anteile nicht ausgeführt werden. Dennoch ist das, was man liest, schlimm genug.

Doch, ich bin viel gewohnt. Aus den unterschiedlichsten Genres. Und ich kann sagen, dass ich eine Menge wegstecken kann. Aber bei diesem Buch stieß ich tatsächlich an meine Grenzen.

Ich möchte bei diesem Buch nicht von "gut" oder "schlecht" reden, kann es schwer in diesen sonst üblichen Kategorien bewerten. Auch kann man nicht reden von "gefiel" oder "gefiel nicht". Sondern es ist ein schockierendes Buch, das eigentlich nicht in die Rubrik Horror gehört (was ja in der Regel übersinnlich ist oder stark unrealistisch und überdramatisiert). Vielmehr wäre es wohl "Schicksal" oder "Drama", doch dazu ist es eben "nur" die fiktionale Beschreibung, wie es gewesen sein könnte statt einer realen Berichterstattung über das, was damals war.

Am Ende folgt nun eigentlich die Zusammenfassung oder eine Empfehlung, aber das kann ich diesmal nicht. Was sollte ich schreiben? Nein, ich weiß es nicht. Ich empfehle es nicht, denn es ist schrecklich, und auch ohne Lektüre des Buches erahnt man die Qualen eines misshandelten Kindes. Und ich rate auch nicht davon ab, denn es ist für sich betrachtet ein kleines Meisterwerk, da es im Gegensatz zu den meisten "normalen" Horrorromanen wirklich tief berührt und bewegt. Ich schreibe nicht über EVIL, um es zu empfehlen, sondern nur, um es Euch vorzustellen.

Und besonders freue ich mich über Kommentare von denen, welche das Buch bereits gelesen haben. Wie fandet Ihr es? Wie ging es Euch währenddessen und danach?

SaschaSalamander 04.02.2011, 10.12| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Horror, Drama, Thriller,

Kühlfach 4

profijt_kuehlfach_1.jpgGestern fing ich an, KÜHLFACH 4 zu hören. Die Story klingt witzig: der Kleinkrimineller Sascha / Pascha stirbt, aber er ist nicht ganz weg, sein Geist ist noch da. Und nun gibt er dem Rechtsmediziner Tipps zur Lösung seines Mordfalles. Allerdings ist Pascha ein ziemlich lästiger Kerl, ...

offen gesagt, die Stimme des Sprechers ist auch irgendwie lästig. Er kann nichts dafür, aber es fällt mir schwer, ihm länger zuzuhören. Abgesehen davon finde ich es  inhaltlich und von der Idee her recht originell. Ich schwanke noch ein wenig, ob ich den Erzählstil (bemüht um den schnoddrigen Slang eines kleinen Ganoven, der abhängt, sich volllaufen lässt, auf Titten guckt, die Biege macht und ähnliche Sprache) nun lustig finden soll oder störend. Mal abwarten, wie es im Laufe des Buches wird. Es ist mir persönlich aktuell ein bisschen zuviel des Guten, aber einige Sprüche sind schon recht witzig, sodass ich ordentlich grinsen muss beim Hören.

Vier CDs, dreieinhalb liegen noch vor mir. Er ist ja grad erst mal gestorben worden ...

SaschaSalamander 02.02.2011, 13.49| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Krimi, Humor, Schräg,

Numbers

ward_numbers_1.jpg Jem hat eine recht unglückliche Kindheit hinter sich. Unterschicht, ihre Mutter starb an Überdosis, aufgewachsein in einer Pflegefamilie. Eines der Kinder, die im Grunde kaum eine Chance haben. Und so sieht auch ihr Schulalltag aus: Schüler mobben sie, der Lehrer stellt sie vor der Klasse bloß, Freunde hat sie auch nicht. Zu allem Überfluß hat Jem auch noch eine Gabe, oder für sie vielmehr ein Fluch. Denn sie sieht das Todesdatum eines Menschen, sobald sie einer Person in die Augen blickt. Also sieht sie niemandem mehr in die Augen und wird zu einem freakigen Außenseiter.

Bis ihr eines Tages Spinne über den Weg läuft, ein punkiger Junge, anfangs nervt er, doch recht bald werden sie enge Freunde. Jem lässt sich nicht näher darauf ein, denn sie sieht, dass Spinne nur noch ein paar Wochen zu leben hat. Bis dahin kann sie die Zeit mit ihm ja nett verbringen. Als sie beide vom Schulunterricht suspendiert werden, gehen sie auf den Rummel, wo Jem plötzlich überall das gleiche Todesdatum erblickt und panisch davonrennt. Kurz darauf explodiert eine Bombe. Die beiden flüchtenden Jugendlichen werden als dringende Zeugen oder gar Täter gesucht. Und hier beginnt ein abenteuerliches Roadmovie (nennt man das beim Buch dann Roadbook?) ...

Whoa, das Buch hat mich absolut mitgerissen! An erster Stelle möchte ich mal die Sprecherin nennen, Laura Maire. Schon in SPLITTERHERZ fiel mir auf, mit wieviel Talent sie den Text vorlas. Oder, nein, sie liest nicht vor, sie lebt den Text. Sie spricht die Dialoge so intensiv, als hätte sie einen Film synchronisiert. Man hat nicht das Gefühl, einem Hörbuch zu lauschen, sondern es scheint, als stünde sie vor mir und spräche direkt mit mir, würde gestikulieren, als würde sie von sich aus ihre eigenen Worte erzählen, spontan und lebendig, quirlig, ich wüsste gerne, welche reale Persönlichkeit hinter diesem Mädchen / dieser Frau stecken mag, sie ist mir unglaublich sympathisch in ihrer Lebendigkeit und Energie. Sie schreit, sie tobt, sie jammert, sie weint, sie bettelt, sie ist frustriert, gibt sich geschlagen, sie durchlebt alle Facetten der Romanfigur, als wären es ihre eigenen.

Aber auch sonst habe ich Numbers fast in einem Rutsch beendet. Die Story ist spannend von der ersten zur letzten Seite. Die Gefühle von Jem werden sehr einfühlsam vermittelt, und die rotzige Sprache an manchen Stellen passt hervorragend zu ihrem Leben, ihrer Einstellung. Mal kein geschliffenes literarisches Werk, sondern ein Jugendroman in Jugendsprache, ohne dabei aber zusehr in die Fäkalsprache abzudriften, trotzdem immer mit einem gelangweilten, frechen Unterton.

Auch die Handlung ist mitreißend. Ein Mädchen, das den Todestag der Leute sehen kann, nette Idee für ein Buch, kann man viel draus machen und hat die Autorin auch gemacht. Immer wieder fragt sich der Leser, wie es wohl weitergehen wird. Jem und Spinne treffen unterschiedliche Leute - können sie ihnen vertrauen, oder werden die sie verraten? Sie müssen unterschiedliche Hindernisse überwinden, und immer wieder kommen Jem Zweifel, ob ihre Zahlen nicht doch eine Wahnvorstellung sind, oder ob sie das Datum vielleicht beeinflussen kann, ja nicht vielleicht sogar sie selbst Schuld an den Todesfällen trägt.

Die Handlung mag zwar nach Fantasy klingen (klar, Todesdatum zu sehen ist nichts Normales), aber es ist im realen Stil gehalten, und abgesehen von dieser Fähigkeit gibt es auch absolut nichts in dem Buch, das Fantasy wäre, sodass ich es nur ungern diesem Genre zuordne.

Für das Ende solltet Ihr Euch auf jeden Fall eine Packung Taschentücher bereithalten. Es ist zwar nicht rührselig oder kitschig, aber auf jeden Fall sehr bewegend. Ich glaube, dass kaum jemand es zu Ende bringen kann ohne nicht wenigstens ein paar einzelne Tränen vergossen zu haben (wer sehr empfindsam auf solche Momente reagiert, sogar an mehreren Stellen des Buches).

Ein Jugendbuch, fernab vom aktuellen Fantasyboom, ohne erhobenen Zeigefinger, absolut flüssig zu lesen, noch besser zu hören. Auch für Erwachsene sehr zu empfehlen, wenn sie sich nicht an der jugendlichen Sprache stören :-)

SaschaSalamander 02.02.2011, 09.11| (2/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Jugend, Drama, Fantasy,



 






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