SaschaSalamander
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Art der Sprache und des Schreibstils im Kinderbuch - Eure Meinung bitte

davies_katze_1.jpgIch habe heute "das Katzenkomplott" von Katie Davies abgeschlossen, war hochbegeistert. Und auch schon das Hamster-Massaker davor fand ich grandios.

Aber: ich habe das Buch als Erwachsener gelesen. Jaaaa, ich bin Sozpäd, deswegen dürfte ich als Tagesmutter Notfallkinder (krank, behindert oder schwer erziehbar) auch ohne Schulung pflegen. Im Gegensatz zur unausgebildeten Mutter, die selbst schon mehrere Kinder erzogen hat und trotzdem erst einen einwöchtigen Lehrgang machen müsste. Schwachsinn. Egal. Ich habe keine Erfahrung mit Kindern, außer ein wenig Praktikum im Kindergarten. Oder meine eigenen Erinnerungen. Und was ich theoretisch manchmal aus Neugier an Fachbüchern lese.

Deswegen eine Frage hier an die Mütter, Väter, Omas, KinderbuchautorInnen, Lektorinnen: Wie ist das bei Kinderbüchern mit der Sprache, der Perspektive und dem Inhalt? Bezogen auf das Beispiel des KATZEN-KOMPLOTTs von Katie Davies.

Die Perspektive passt nicht so wirklich. Es ist in der Ich-Perspektive geschrieben aus Annas Sicht. Aber häufig erzählt sie von ihrem kleinen Bruder, der (ohne sie) gerade beim Herrn Tucker ist und was er und Herr Tucker gemeinsam erleben. Obwohl sie nicht dabei ist und Tom ihr das nie so ausführlich erzählt haben kann. Also klar eine falsche Perspektive. In einem Erwachsenenbuch ein No-Go, aber für Kinder dürfte das weniger ein Problem sein, oder? Oder müsste es gerade dort erst recht korrekt sein? Denn in der Realität würde Anna, wenn sie die Geschichte erzählt, natürlich ein wenig ausschmücken, ein wenig dazuerfinden und dann ihre Variante weitergeben, wie es gewesen sein könnte.

Oder was die Sprache betrifft: es ist so geschrieben, wie Kinder oft sprechen. Die Autorin schreibt "Ich und Susanne und Tom", obwohl Kinder natürlich lernen "der Esel nennt sich immer zuerst". Oder "Und auf dem Dach fehlten viele Ziegel. Und oben auf dem Abflussrohr steckte ein Vogelnest. Und der Schornstein sah aus, wie als würde er gleich umkippen". Oder "Ich habe sie gefragt, weil, wir waren ja schon fertig". Oder "Und Mama hat gesagt, sie hat das gar nicht toll gefunden".

Als Erwachsene wissen wir, dass das falsch ist und amüsieren uns köstlich, denn so höre ich Kinder oft sprechen, und ich finde diesen Schreibstil süß, weil ich das bildlich vor mir sehe und einfach toll finde, das Buch explodiert regelrecht von witzigen inhaltlichen Einfällen, selten lache ich SO viel bei einem Buch wie bei Katie Davies. Ich sehe während des Lesens regelrecht das Mädel vor mir, das da spricht, ständig aufgeregt Luft holt, sie sagt "und dann haben Ich und Tom ... und ich habe ... und dann ... und weil ...", wie es Kinder eben tun. Konjunktiv, Genitiv, indirekte Rede, das kommt in dem Buch gar nicht vor, von einem 8jährigen Kind kann man das noch nicht wirklich erwarten (ehrlich gesagt sind das Feinheiten, die teilweise nicht einmal Erwachsene beherrschen *hüstel*).

ABER: wie gehen Kinder damit um? Wie können Kinder eine korrekte Sprache lernen, wenn sie lauter Fehler hören? Oder können Kinder das gut unterscheiden und sagen "das ist ein Kinderbuch, das ist anders geschrieben, das finde ich toll, aber das darf ich nicht nachmachen"? Darf ein Kinderbuch so etwas? Ist das pädagogisch wertvoll, oder ist das problematisch?

Die Frage einerseits als Anregung zur Diskussion, vielleicht sogar Provokation (denn ich bin sicher, die Meinungen werden sehr auseinandergehen). Und zum anderen aus reiner Neugier, da mir hier wirklich die Erfahrung als Mutter und Pädagogin fehlt ;-)

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Anmerkung: normalerweise schreibe ich Gegenkommentare. Hier mal nicht. Nicht aus Ignoranz oder Unhöflichkeit, sondern weil ich die Meinungen als solche stehenlassen und die Diskussion nicht durch meinen eigenen Senf abgraben will ;-)

SaschaSalamander 31.03.2012, 09.45| (5/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Zerlegt

Golden Tales

nao_goldentales_1.jpgDrei Kurzgeschichten völlig unterschiedlicher Art: ein strafversetzter Polizist findet seine Erfüllung in einem kleinen Dorf abseits der Großstadt. Die Glöckenwächterin eines kleinen aber reichen Dorfes kämpft mit ihren Vorurteilen. Und zur dritten Geschichte möchte ich nichts verraten, da sie sehr kurz ist und ich nichts spoilern möchte.

Tsukiji Nao hat die Fans in Deutschland bereits mit >ADEKAN< verzaubert. Mir persönlich war ADEKAN jedoch etwas zu überladen, zumal das Genre nicht wirklich Fisch noch Fleisch war und ich mich schwer einfinden konnte. Was ich in ADEKAN allerdings bemängelte, stört in GOLDEN TALES keineswegs. Die Geschichten sind inhaltlich unterschiedlich, in sich aber sehr gut geschlossen. Dadurch ist es Nao möglich, sich auf den verschiedenen Gebieten auszutoben, ob nun mit einer zarten Romanze, abenteuerlicher Historie, moderner Komödie. Hier finden sich niedliche Mädchen, hübsche altmodische Kleider, aber auch ein Mann in oberschenkellangen Latexstiefeln sowie ein junger Mann in schicker Uniform, eben für jeden Geschmack etwas dabei.

Man sollte auf jeden Fall einen ausgefallenen Humor lieben, wenn man diesen Manga liest, denn sowohl Zeichnungen als auch Inhalt lassen sich nicht in ein vorgegebenes Schema pressen. Es gibt sehr viele überspitzte Zeichnungen und Textpassagen, die von dem skurillen Witz des Mangas zeugen. Dazu kommt, dass die Zeichnungen extremst detailverliebt sind. Es ist nicht möglich, den Manga nebenbei flink zu überfliegen, sondern man muss sich Zeit dafür nehmen und sich bereitwillig darauf einlassen. Ob nun die reich verzierten Gewänder der Protagonisten, die weiträumige Landschaft, die wallenden Locken der weiblichen Charaktere, das reiche Angebot auf dem Obstmarkt oder die liebevoll gestalteten Gebäude, der Leser kann sich kaum an den Bildern sattsehen.

Die erste Geschichte ist actionlastig in den Zeichnungen sowie im Inhalt, die zweite legt mehr Wert auf eine romantische Note und legt mehr Wert auf die Charakterdarstellung. Die dritte Geschichte ist der kurze Manga, den Tsukiji Nao bei einem Wettbewerb vorlegte und der den Weg als Mangaka ebnete, man erkennt klar die Entwicklung, die von damals bis heute erforderlich war.

Abschließend kann ich für diesen Manga eindeutig eine Empfehlung aussprechen. Er hebt sich durch seinen ungewöhnlichen Humor und die filigranen Zeichnungen deutlich aus der Masse ab und bietet dem Leser etwas ganz Eigenes. Unterhaltsames Lesevergnügen ist garantiert :-)

SaschaSalamander 29.03.2012, 09.01| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Manga

Mitternachtsraben

Heute habe ich die MITTERNACHTSRABEN von Christian von Aster gehört, eine dunkelromantische Sammlung von Gedichten / Balladen. Es hat mich bewegt, berührt und mitgerissen auf eine Weise wie schon seit SEHR langer Zeit kein Titel mehr (was das  bei der Unmenge an Titel auf meinem Schreibtisch bedeutet, könnt Ihr Euch denken) ... am liebsten würde ich sofort eine zehnseitige Rezi schreiben und jedes einzelne Gedicht von vorne bis hinten durchleuchten, aber dazu fehlt mir leider die Zeit. Falls ich überhaupt Worte dafür fände. Es ist eines der wenigen Werke, die mich sprachlos zurücklassen, weil sie eine solche Flut an Emotion, Gedanken und eine solche Bilderflut in meinem Kopf auslösen, dass ich jegliche Worte, die ich dafür finde, als banal und unzureichend empfinde. Ich könnte niemals vermitteln, was in mir vorgeht und welche Saiten dieser Titel in mir zum Schwingen bringt. Es ist sehr persönlich, fast schon intim. Und doch bin ich sicher, dass viele diese Empfindungen teilen ...

Statt großer Worte werde ich mir also einen gemütlichen Abend machen, die CD in ansprechender Atmosphäre ein zweites Mal genießen: entsprechende Verköstung natürlich, Kerzenlicht, Räucherstäbchen und die Konzentration einzig bei den Texten.

Besonders die MITTERNACHTSRABEN, der SCHATTENBASTARD und DER FREMDE IN DER TOTENSTADT haben es mir angetan, darauf freue ich mich heute Abend besonders. Ach, ich warte quasi minütlich auf den Sonnenuntergang, bis ich hier eine herrliche Atmosphäre im Zimmer habe, bis ich eine Kerze anzünden und ein kleines Trinkritual bereiten kann ...


SaschaSalamander 28.03.2012, 18.45| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Dark, Tip, Deutsch,

Closed Beta - Tera - Teil III - Craftsystem Fernkampf, Fazit

>Hier< gibt es den ersten Teil vom 18.02.-19.02.2012
>Hier< gibt es den zweiten Teil vom 02.03.-04.03.2012
>Hier< gibt es den dritten Teil vom 16.03.-18.03.2012 (1 von 3)
>Hier< gibt es den dritten Teil vom 16.03.-18.03.2012 (2 von 3)


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Das Craftsystem der Fernkampf-Schmiedekunst


Bereits in den vorherigen Berichten hatte ich geschrieben, dass ich mir das Crafting in TERA noch einmal genauer ansehen möchte. Dieses CB Wochenende hatte ich mir die Muse genommen.


Besonders hat mich die Alchemie und die Ferkampfwaffenkunst interessiert.

In der Alchemie lassen sich unter anderem Heiltränke, Schriftrollen oder Runen zur Waffenverstärkung herstellen. In der Fernkampfwaffen-Schmiede lassen sich vom Bogen für die Schützen auch alle Stäbe und Scheiben für die Caster-Klassen fertigen.


Das Crafting in TERA bietet genügend Möglichkeiten sich zu spezialisieren, denn für jede Disziplin und Unterkategorie gibt es einzelne Rezepte und Skills. Die Rezepte/Anleitungen für den Bau eines Items müssen gekauft werden. Diese sind zu Beginn noch erschwinglich, werden aber mit steigendem Level immer teurer. Für jedes Item gibt es ein Basisrezept und eine Erweiterung, welche das fertige Basisitem noch einmal aufwertet.


Das Rezept benötigt für die Herstellung verschiedene Komponenten von unterschiedlicher Menge und Art. Einige können aus bereits hergestellten Items oder durch gesammelte Ressourcen herangezogen werden, andere müssen jedoch vom Händler direkt bezogen werden. Dies bietet Vor- und Nachteile: Eine komplett selbst geschmiedete Waffe ist leider nicht möglich, dafür verhindern die gekauften “Zwangs“-Komponenten ein Preisdumping, da jedes Item so zumindest einen Herstellungspreis hat.


Das Crafting in TERA ist sicherlich nicht das innovativste, jedoch immer noch eine abwechslungsreiche und spannende Beschäftigung außerhalb der Kämpfen und Schlachten.



Fazit zum Wochenende III


Die anfängliche Enttäuschung durch den Neustart auf einem anderen Server wurde mit Stabilität und Zuverlässigkeit entschädigt. Die neue Hardware lief einwandfrei mit einem ungeplantem Pausen-Shutdown am Sonntag Mittag. Kein Problem, nach einer halben Stunde funktionierte alles wieder perfekt.


Der Klassentest hat mir persönlich die Augen geöffnet, und ich werde zum Release mit Sicherheit einen Priester spielen. Warum? Mir gefällt der abwechslungsreiche Skilltree, der außergewöhnlich gutes und dynamisches Kämpfen ermöglicht. Solo eine Herausforderung und eine willkommene Bereicherung für jede Gruppe... einfach spannend. Als zweites hat mich der Lanzer sehr fasziniert. Optisch macht diese Art des Charakters einen schönen Eindruck im Kampf, und die Bedienung geht angenehm von der Hand. Sicher werde ich mir überlegen, einen Twink als Lanzer zu erstellen.


Zwei Dinge noch zum Abschluss:


  1. Ja ich habe auch die anderen Klassen angetestet, jedoch nicht lang genug um einen objektiven und vernünftigen Bericht für euch zu fertigen, da mich der Spielspaß nicht gänzlich überzeugt hat.

  2. Ich habe absichtlich immer wieder die Klassen auf ihre Solo-Tauglichkeit geprüft, da TERA zwar ein MMO ist jedoch nicht immer auf die Schnelle eine passende Gruppe gewunden werden kann und gerade in den kürzeren Zeitfenstern nicht immer die Muse bei allen Spielern für eine Gruppenaktivität vorhanden ist.


Ich hoffe, es hat Euch auch dieses mal wieder gefallen und wer weiß.. vielleicht sehen wir uns ja beim nächsten CB Weekend in TERA? (30.03 – 01.04.12)


Bis dahin viel Spaß beim Lesen!


Euer Kahdor

SaschaSalamander 28.03.2012, 15.28| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Eure Beiträge | Tags: Games

Die Flamingofrau

lay_flamingofrau_1.jpegVORAB

Einige Zeit habe ich überlegt, ob ich die FLAMINGOFRAU lesen soll oder nicht. Es sprach einiges dagegen. Aber die Neugier siegte. Denn ich mag >Verwandlungsmärchen< und darin besonders Vogelfrauen. Anhand der Inhaltsangabe war mir klar, dass es sich um kein Verwandlungsmärchen handeln würde, trotzdem wäre ich wohl vor Neugier gestorben, wenn ich nicht einen Blick in das Buch geworfen hätte ;-)


DIE AUTORIN

Laura Lay ist eine erfahrene Autorin, die in Publikumsverlagen unter ihrem realen Namen in verschiedenen Genres schreibt. Unter ihrem neuen Pseudonym möchte sie sich von diesen Büchern abgrenzen und einer neuen Zielgruppe ihre vergriffenen Geschichten sowie ihre neuen erotischen Phantasien zugänglich machen. DIE FLAMINGOFRAU stellt hierbei den Anfang.


INHALT

Leon ist ein erfolgloser Schriftsteller. Als er vor dem endgültigen Aus steht, spricht ihn eine Mäzenin an. Sie wünscht sich eine erotische Geschichte, deren Verlauf sie selbst bestimmen kann. Einige Seiten soll er ihr schicken, und sie sagt ihm, ob er etwas ändern soll und in welche Richtung es sich entwickeln muss, der Rest obliegt ihm. Seine Aufgabe besteht darin, zu den Flamingos im Zoo zu gehen, dort eine junge Frau zu beobachten, sie in die Geschichte einzubinden und zu schreiben. Wer ist diese seltsame Frau, und was hat es mit dem Fenster hinter dem Gehege auf sich?

Die Geschichte um Leon ist die Rahmenhandlung. Der erotische Anteil findet sich in der Binnengeschichte: Tania von Rosenfels ist neu in dem kleinen Ort, wo Christian als Lehrer unterrichtet und gelegentlich für die Lokalzeitung seine Artikel schreibt. Sie gibt sich unnahbar und kühl. Und dann ist da noch dieses zerbrechlich wirkende Mädchen an ihrer Seite, gleich einem Schmuckstück, einem Spielzeug, einem Objekt. Christian findet dies unmoralisch, doch sehr schnell zieht ihn Tania in ihr Spiel ein, er kann sich nicht entziehen. Mit sanfter aber bestimmtender Hand führt Tania die Fäden.


SPRACHE, EROTIK

An einigen kleinen Stellen merkt man, wie zumeist üblich in Eigenpublikationen, kleine Fehler wie Wortwiederholungen oder ähnliche. Diese fallen jedoch nicht ins Gewicht, die Geschichte selbst ist sehr kunstvoll geschrieben und lässt sehr schnell alles andere vergessen. Was mir besonders gut gefällt: die Autorin versteht es, in wenigen Worten klare Bilder zu erschaffen und die Figuren mit Leben zu erfüllen. Besonders in den erotischen Momenten war ich hingerissen: keine Gewalt, keine wilde Lust, kein heißes Begehren. Dafür Sinnlichkeit und eindrückliches Erleben. Obwohl es um Dominanz geht, ist die Geschichte sehr sanft. Tania wirkt zwar unnahbar, ist im Umgang mit ihrer Sklavin (dieses Wort fällt kein einziges Mal, überhaupt werden alle wertenden oder klischeebesetzten Wörter ausgespart) sehr sanft und still. Sie beherrscht nicht, sie führt und leitet verantwortungsvoll und ruhig.

Viele verbinden Dominanz und BDSM mit strengen Befehlen und lauten Worten. Wen dies stört, der sollte DIE FLAMINGOFRAU lesen, denn hier wird gezeigt, dass Führung von innen kommt. Sie liegt in der Ausstrahlung, in den Blicken, in einer selbstbewussten Haltung und einer starken Persönlichkeit. Wer dies verkörpert, benötigt keine laute Stimme.

Mancher mag anschließend fragen - ja, und wo war jetzt der Sex? Nein, es muss nicht immer Sex sein. Eine innige Verbindung zwischen zwei oder drei Menschen, das ist es, was zählt. Eine gemeinsame Erfahrung, eine intime Berührung, das kann weit lustvoller sein als das körperliche Verbinden zweier Leiber. Und dies beweist Laura Lay in ihrer sensiblen Kurzgeschichte.


ERZÄHLPERSPEKTIVE, AUFBAU

Zu Beginn lernt man Tania nur indirekt kennen, denn alle reden über sie, jeder weiß etwas Neues, die Bewohner überschlagen sich regelrecht mit Gerüchten. Auf diese Weise wird die Figur Tanias mit Leben gefüllt: "[...] hatte ich ein Gefäß vor Augen. Ein Gefäß, das nach und nach mit den Vorstellungen und der Neugier anderer gefüllt worden war." Auf diese Weise erfährt der Leser sehr viel über den Ich-Erzähler sowie die Dorfbewohner. Und je mehr dieser angeblichen Informationen man erhält, desto mehr drängt es, endlich die echte Tania kennenzulernen und auch zu erfahren, was es mit der jungen Frau an ihrer Seite auf sich hat.

Die Rahmengeschichte ist in der dritten Person aus Sicht des Schriftstellers geschrieben. Es gefällt, wie sein Alltag in die Geschichte um Tania einfließt und beide Ebenen sich auf diese Weise verbinden.

Nur als Ebook erschienen, beinhaltet die Geschichte umgesetzt 50 Seiten. Ein viel zu kurzes Lesevergnügen, an dessen Ende es den Leser nach mehr verlangt.


FAZIT

DIE FLAMINGOFRAU ist ein kleiner Leckerbissen für Liebhaber sinnlicher Erotik und sanfter Dominanz. Ideal für einen gemütlichen Abend allein zu Hause bei Kerzenlicht und romantischer Musik.

SaschaSalamander 28.03.2012, 09.18| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Erotik, BDSM, Romantik, Tip, Queer,

Closed Beta - Tera - Teil III - Priester und Lanzer

>Hier< gibt es den ersten Teil vom 18.02.-19.02.2012
>Hier< gibt es den zweiten Teil vom 02.03.-04.03.2012
>Hier< gibt es den dritten Teil vom 16.03.-18.03.2012 (1 von 3)


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Der Priester


Die Klasse des Priesters ist ein perfekter Heiler im klassischen Sinne, welcher erstaunlich viel Kampfpower im Zauberbüchlein hat... zumindest für eine Heiler-Klasse. Als Heiler mit einer Vielzahl unterstützender Zaubersprüche von Regeneration bis Wiederbelebung und diverser Buffs, ganz auf sich allein gestellt ohne Pet, ging ich davon aus, ein fast unmögliches Solospiel vor mir zu haben. Dem war gewiss nicht so!


Sicher sind die Kampfzauber des Priesters bei weitem nicht vergleichbar mit anderen Caster-Klassen, jedoch steckt dennoch ein mächtiger Wumms hinter den Angriffen des Priesters. Denn der Zorn der Götter wirkt durch diese Klasse hart aber gerecht. Meine Eindrücke (bis Level 16) im Solospiel waren überraschend positiv, denn mit etwas Übung und geschicktem Einsatz der Kettenfähigkeiten lässt sich diese Klasse problemlos solo spielen. Sogar in der Gruppe mit einem zweiten Priester ließ sich gemeinsam sehr gut leveln.


Sicher muss gesagt sein: Den Priester gänzlich solo oder als Kampfbeteiligten in einer Gruppe zu spielen ist ein hartes Stück Arbeit, das viel Geschick und Taktik erfordert aber sicher nicht unmöglich ist. Für das Endgame und im High-Level Bereich bin ich mir sicher, dass diese Klasse auch weiterhin durch ihre Buffs und Heilzauber geschickt allein gespielt werden kann.


Zu den Heilzaubern sei gesagt, dass diese in verschiedenen Varianten daherkommen. Direktanwendung, Heilung auf Zeit, Wirkungkreise und als ganze Gruppenanwendung ist alles vorhanden. Die Buffs und Unterstützungen richten sich größtenteils alle auf die eigene Gruppe oder den Anwender, nur wenige Debuffs stehen dem Priester zur Verfügung. Anders als beim Mystiker...


Abschließend muss ich sagen, dass die Zauber und möglichen Combos beim Priester flüssiger ineinander übergreifen und trotz des vergleichbar geringen Schadens das Spielen spannend und abwechslungsreich ist.


Diese Klasse des Heilers bietet Abwechslung vom Klischee: Sicher in erster Linie nur etwas für Liebhaber, aber in zweiter auch für geduldige Caster-Spieler, die etwas Neues ausprobieren wollen.



Der Lanzer


Kurzum ein Tank, wie er in den alten Geschichtsbüchern beschrieben wurde. Stark, starr und stählern tritt er seinen Feinden entgegen und weicht selbst bei größter Gefahr nicht von der Seite seiner Team-Kameraden. Ausgestattet mit schwerer Rüstung, großem Schild und mächtiger Lanze ähnelt er eher den Ritterfiguren aus alten Kinderbüchern. Ein märchenhafter Anblick, zumindest im oberen Levelbereich. Zu Beginn startet ihr mit einem alten Holzschild und einer mit Metall verstärkten Holzlanze. Aber, ist nicht aller Anfang schwer?


Der Lanzer bietet Euch einen mächtigen Skillbaum, mit dem Ihr Euren Feinen mit Schild und Lanze entgegen treten könnt. Hierfür dienen meist Schildangriffe dazu, den Feind zu verwirren oder zu betäuben. Die Lanze, geschickt eingesetzt, macht es sogar möglich, mehrere Gegner hintereinander zu schädigen. Ob dies gewollt oder ein Bug der Beta war, ist mir nicht bekannt.


Bis Level 15 etwa ist es noch etwas schwer, bei quirligen Gruppenmitgliedern die Aggro dauerhaft zu halten bei allen Mobs. Bei einzelnen Gegnern stellt das sicher kein Problem dar, jedoch wollt Ihr ja als Tank alle Gefahren von Euren Gefährten fernhalten. Im späteren Spielverlauf erhält der Lanzer jedoch noch starke Fähigkeiten, die das Aggroziehen unterstützen sowie auch die Möglichkeit, Euch Gegner direkt mit einer Kette zu fangen um sie dann zu Euch zu ziehen.


Zum ausgeteilten Schaden sei gesagt, dass dieser zwar niedrig ist, jedoch der Charakter wie ein Bollwerk seinen Feinden trotzt. Bis hier der erste Heilzauber benötigt wird, ist die feindliche Armee schon zitternd in die Knie gegangen. Im Ernst, Ihr seid als Lanzer sicher nicht unsterblich, aber ein Solospiel ohne Heiler ist problemlos möglich.


Die Fähigkeiten der Klasse sind stimmig und fügen sich gut zu Combos zusammen. Im Solospiel oder auch kleineren Gruppen wird sicherlich keine taktische Meisterleistung abverlangt, jedoch sollte auch der Lanzer in Dungeons oder Gruppenspielen strategisches Geschick beweisen, um gekonnt alle Aggro bei sich zu halten ohne an Manaerschöpfung zu leiden.


Diese Klasse ist ein Tank, wie man ihn aus alten Klassikern kennt. Wer imposante Charaktere mit ritterlichem Charme mag und zudem auch noch in der Schlacht an vorderster Front kämpfen mag, ist mit dem Lanzer bestens beraten.



SaschaSalamander 27.03.2012, 15.02| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Eure Beiträge | Tags: Games

Verboten gut

INHALT

Josh ist neu an der Uni und lernt dort Marc kennen. Zwischen den beiden funkt es auf Anhieb, der umtriebige Marc kann sich sogar vorstellen, dass es mit Josh etwas Festes werden könnte. Und Josh fühlt, dass Marc nicht nur der Erste sein wird sondern für ihn etwas ganz Besonderes ist. Doch plötzlich verhält sich Marc abweisend, er geht Josh aus dem Weg. Bald wird Josh erfahren, warum Marc ihn gemieden hat - und diese Erkenntnis könnte sein Leben kosten!


STORY, AUFBAU

Der Prolog handelt von George und Jason, zu Beginn bleibt dem Leser unklar, was die beiden mit dem Geschehen zu tun haben. Die Haupthandlung zu Beginn (mehr als den Anfang verrate ich vorab noch nicht) wird wechselweise aus dem Erleben der beiden Protagonisten erzählt. Doch auch aus Sicht von Marc erfährt der Leser bis zum entscheidenden Ereignis nicht, was vorgefallen ist und weshalb er sich von Josh distanziert, die Frage steht lange im Raum, und der Leser versucht die Zusammenhänge zwischen George, Jason, Marc und Josh zu erkennen.

Ich erwartete eine reine Romanze. Diese wandelte sich jedoch nach einem knappen Drittel des Buches in einen spannenden Thriller. Aber gut - wer die Autorin Inka Loreen Minden kennt, der weiß, dass alles mit einem astreinen Happy End abschließen muss. Der Thrill hielt sich für mich also in Grenzen, denn mit Auflösung des bisherigen Geheimnisses und somit dem Einsetzen der Gefahr konnte man natürlich sofort das Ende erahnen. Und es war herrlich zu lesen! Die Spannung einerseits, und doch auf der anderen Seite das Wissen "alles wird gut". Ich habe das Buch an einem Wellness-Nachmittag gelesen, denn zum Abschalten und Entspannen möchte ich keine keine Leichen und kein Drama, keine tiefschürfenden Charakterstudien, aber ich möchte mich trotzdem mit Spannung gut unterhalten und glaubhafte Protagonisten geboten bekommen. Und dafür war es einfach die perfekte Wahl. Zugegeben, früher mochte ich das klassische Happy End - Genre nicht. Aber die Autorin hat mich inzwischen so richtig auf den Geschmack gebracht ;-)


CHARAKTERE

In Josh und Marc kann man sich vom ersten Moment sehr gut hineinversetzen. Zugegeben, stellenweise sind sie, vor allem Josh, noch etwas unreif. Aber warum sollen junge Menschen nicht auch dazulernen dürfen. Was George und Jason betrifft - manchmal könnte ich schreien! Wenn Menschen miteinander reden würden statt immer nur Dinge anzunehmen und dann überstürzt zu handeln, dann wäre das Zusammenleben so viel einfacher, dann könnten wir sehr viel friedlicher miteinander leben! Aber andererseits - ohne Missverständnisse und Geheimnisse gäbe es auch keine spannenden Romane ...

Mir persönlich hat es vor allem Josh angetan. Er ist so herrlich unschuldig, ein wenig naiv noch, und manche Leserin, mancher Leser wird sich denken "den würde ich ja zu gerne verderben". Oder umgekehrt, von Marc würde man sich gerne verderben lassen. Sie sind trotz ihrer manchmal unvernünftigen Handlungen sofort sympathisch. Der Leser fragt sich, was hinter Marcs Verhalten steckt, und er bangt gemeinsam mit Josh auf eine baldige Lösung. Die Beziehung zwischen den beiden wird nicht lange aufgebaut, sondern sie spüren sofort eine Verbindung, das muss man hinnehmen, und das passt sehr gut zum Rest des Buches: nicht fragen, nicht analysieren, einfach zurücklehnen und genießen, wie die Autorin uns mit Worten verzaubert und drumherum eine mitreißende Geschichte webt  ;-)


EROTIK

Bei jedem Buch, das ich neu von Inka Loreen Minden lese, frage ich mich "was hat sie sich dieses Mal einfallen lassen?". Denn inzwischen weiß ich, dass sie neben der üblichen Erotik mindestens eine oder gerne auch mehrere Besonderheiten eingebaut hat, etwa eine spezielle Technik oder ein ausgefallenes Spiel. Und auch dieses Mal hat mir sehr gut gefallen, was Josh und Marc im Club bei ultraviolettem Licht erleben durften. Eine heiße Idee, die richtig Lust macht!

FAZIT

Erotische Unterhaltung auf allerbestem Niveau, das ist Inkas Spezialität. Heiße Jungs, viel Gefühl, eine spannende Handlung, und im Hinterkopf das Wissen "alles wird gut". Was will man mehr ;-)

SaschaSalamander 27.03.2012, 08.21| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Queer, Erotik, Romantik, Tip, Deutsch,

Closed Beta - Tera - Teil III - Der Mystiker

Ein weiterer Beitrag von Kahdor über die Closed Beta vom 16.03 – 18.03.2012. Der Beitrag ist in drei Teile gegliedert, die ab heute täglich erscheinen werden.

>Hier< gibt es den ersten Teil vom 18.02.-19.02.2012
>Hier< gibt es den zweiten Teil vom 02.03.-04.03.2012


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Es war wieder soweit: TERA öffnete seine Pforten zur dritten CB-Phase. Diesmal wurde gleich zu Beginn die fehlerhafte Hardware ausgeschlossen. Was soviel hieß wie: „Bye, bye Lorcadia Server“.

Viele Tester waren somit gezwungen, auf den bereits getesteten und einwandfreien zweiten deutschen Server auszuweichen. Mich eingeschlossen. Was leider dazu führte, dass ich in dieser Testphase nicht über den erforschten Rahmen des letzte CB-Weekends hinaus kam. So legte ich mein Schwerpunkt nicht auf die Erkundung des Unbekannten sondern konzentrierte mich auf die Untersuchung der favorisierten Klassen und des Craftsystems.


In diesem Bericht erzähle ich euch also etwas über:

  • Klasse Mystiker

  • Klasse Priester

  • Klasse Lanzer

  • Craftsystem - Fernkampfwaffen




Der Mystiker

Diese Klasse wurde als Supporter und somit für die Unterstützung der Gruppe konzipiert. Die vier beschwörbaren Pets machen aus der Klasse auch einen guten Sologamer. So, nun aber genug... denn diese Infos könnt ihr auf jeder Fanpage nachlesen!

Das wohl Innovativste am Mystiker ist das Heilsystem. Anders als bei herkömmlichen Heil/Support-Klassen werden die Heilzauber nicht direkt ausgeführt. Der Mystiker ist in der Lage, sogenannte Orbs zu erzeugen, welche darauf warten, vom Gruppenmitglied aufgenommen zu werden. Dies bietet eine völlig neue Art des taktischen Kampfes.

Zu Beginn des Spiels ist der Mystiker mit einem leichten Kampfzauber und der Fähigkeit zur Beschwörung der Heilorbs ausgestattet. Der Schaden ist nicht besonders hoch aber genug um jede Aufgabe alleine zu meistern (getestet bis Level 15). Die wohl nützlichste Fähigkeit ist die Beschwörung des Tank-Pets. Es lässt sich befehligen und zieht bei richtiger Kontrolle gut die Aggro der Gegner auf sich. Weswegen ich den Punkt so kritisch betone ist folgender: Die Geschwindigkeit des Pets, sowohl beim Laufen als auch im Kampf, ist derzeit eher langsam. So muss man aufpassen sich dieser auch anzupassen, sonst nützt einem der “Tank“ nicht viel. Hat man erst einmal den Dreh raus und ist mit seinen “Haustierchen“ eingespielt, so kann man es mühelos auch mit mehreren Gegnern gleichzeitig aufnehmen. Jedoch Vorsicht: Übermut tut selten gut!

Die Fähigkeiten des Mystikers bestehen im Wesentlichen daraus, den Gegner nicht nur zu schädigen, sondern ihn auch in jeglicher Form zu behindern, die Gruppe zu heilen und zu stärken. Die Palette des Mystikers ist sehr vielseitig, fokussiert sich jedoch klar in der Schwächung der Gegnertruppen.

Ob der Mystiker auch im Endgame jemals auf die Hilfe seiner Pets verzichten kann bleibt abzuwarten. Denn für mich schienen die Skills für einen reibungslosen Kampf ohne Schwierigkeiten zu breit gefächert. Selbst mit den Kettenfähigkeiten und dem Tank-Pet im Einsatz schien mir der Kampf nicht ganz flüssig zu laufen.

Der Mystiker ist etwas für anspruchsvolle Spieler, welche die Herausforderung suchen, vorsichtig sollten hingegen MMO-Neulinge sein. Wer das Spiel mit Pets bevorzugt, gerne taktisch vorbereitet an das Spielgeschehen herangeht und einen Zauber für jede Schwierigkeit des Lebens parat haben möchte, ist sicherlich mit der Klasse des Mystikers gut beraten.

Jedoch sehe ich genau in der Flexibilität und der Vielzahl an Fähigkeiten die Gefahr bei dieser Klasse. Bis zum getesteten Punkt ließ sich die Klasse solo problemlos spielen, ob sich dies im Endgame-Bereich hält bleibt jedoch abzuwarten. Für Gruppen jedoch ist der Mystiker eine hervorragende Hilfe und bietet durch die außergewöhnliche Heilmethode neue taktische Erfahrungen.



SaschaSalamander 26.03.2012, 14.59| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Eure Beiträge | Tags: Games

Statistik KW 12

GELESEN / GEHÖRT
1 - Im Park / Think Positive (J C Skylark)
1 - Praktikum der Lüste (I L Minden)
1 - Verboten gut (I L Minden)
1 - Die Flamingofrau (L Lay)
1 - Die Vergewaltigerin (Stade Ferdinand v)
2 - Painting Marlene (S Ludwig)
2 - Golden Tales (T Nao)
4 - Ostfriesenangst (K-P Wolf)


GESEHEN
Das Francisville - Experiment
Apocalypto
Immer Ärger mit Bernie


NEUZUGÄNGE
Der Umweg (G Bakker)
Do you think you´re clever (J Farndon)
Dracula (B Stoker)
Die besten 1-2-3 Minutengeschichten (M Mai)
Ostfriesenangst (K-P Wolf)
Toriko (M Shimabukuro)
Die Flamingofrau (L Lay)
Midnight Secretary (T Ohmi)
Frieda in der Flasche (U Rylance)
Das Mondgeheimnis (S M Fischer)
Verloren (M Harich)
Doppelgänger (R Henss)
Fehlschaltung (M Schmeer)
Hard Men (P Califia)
Unland (A Wagner)



ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - beendet
3 - weitergeführt
4 - begonnen
5 - abgebrochen

SaschaSalamander 25.03.2012, 20.12| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Statistik

Painting Marlene

ludwig_marlene_1.jpgINHALT

Nach dem Tod ihres Vaters zieht Marlene in dessen Atelier. Die Bilder sind nicht mehr auffindbar, nur ein Gemälde ist geblieben: Marlenes Portrait. Die junge Frau muss nun ihr Leben alleine regeln, aber es will ihr nicht so recht gelingen. Sie jobbt, ist unentschlossen bezüglich ihres Studienganges, und so lässt sie die Tage an sich vorüberziehen, stets umsorgt von ihrer klammernden Mutter, begleitet von ihren zwei besten Freunden. Doch nicht alles läuft glatt. So fühlt sie sich von ihrem Hausmeister belästigt, und mit ihrem Freund Jasper ist auch nicht alles perfekt. Aber wirklich schlimm wird es, als das Gemälde in ihrer Wohnung plötzlich beginnt, sich stetig zu verändern. Wer ist es, der sich unerlaubt Zutritt zu ihrer Wohnung verschafft und auf diese makabere Weise immer neue Botschaften sendet?


CHARAKTERE, REALISMUS

Die Charaktere in >PAINTING MARLENE< sind recht gut ausgestaltet. Allerdings war mir keiner davon so wirklich sympathisch, und nahezu jedem Beteiligten würde ich zu einer regelmässigen Therapie raten. Aber gut, es gibt keine Regel, dass Protagonisten sympathisch sein müssen, und realistisch waren alle Hauptpersonen, das muss ich der Autorin lassen.

Allen voran die Mutter, welche eine extreme Glucke ist und der ohne ihr Kind scheinbar jeglicher Lebensinhalt zu fehlen scheint. Aber auch Marlene empfand ich nicht gerade als Sympathieträger. Immer wieder dachte ich "Selbstmitleid" und "Drama Queen". Ich konnte nicht wirklich mit ihr mitfühlen, immer wieder dachte ich nur "geschieht ihr recht, hätte sie mal anders reagiert". Jedes kleine Ereignis ihres Lebens wirft sie fast komplett aus der Bahn, ob sie sich nun an der Hand verletzt oder ihren verlorengeglaubten Teddybär wiederfindet. Und immer, wenn ein tragisches Ereignis geschieht, muss sie sofort ihre Mutter anrufen, weil sie nicht alleine bleiben kann und Beistand braucht.

Der lüsterne Hausmeister, der alles kontrollieren muss, ist ebenfalls ein sehr unangenehmer Zeitgenosse. Und dann wären da noch Rike, Georgie und Jasper, über die man gelegentlich auch etwas erfährt, die aber eher am Rand gehalten werden und erst später an Bedeutung gewinnen, das möchte ich jedoch nicht spoilern ;-)

Und dann am Ende, als der Täter bekannt ist, erzählt ein anderer Charakter, wie er ihn im letzten Moment entlarven konnte. Der Grund dafür wirkte auf mich sehr ... ähem ... an den Haaren herbeigezogen, denn dann würden sehr viele Menschen sich verdächtig machen, und wenn allein dies für eine Verdächtigung genügt, dann hätte die Polizei wirklich wenig Arbeit und könnte einfach so jeden mal schnell wegsperren.


ERZÄHLWEISE, AUFBAU

Die erste von vier CDs empfand ich als eher träge, es fiel mir schwer, mich in die Handlung einzufinden. Es dümpelt vor sich hin, es geschieht nicht wirklich etwas, man fragt sich, wann es endlich losgeht. Als es dann losgeht, wird es allerdings recht spannend. Doch, ich habe PAINTING MARLENE nach einiger Zeit sehr gerne gehört und habe jede Möglichkeit genutzt, die Kopfhörer aufzusetzen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht.

Erzählt wird aus drei Sichtweisen: Marlene, ihre Mutter und der Hausmeister. Immer wieder wechselt die Perspektive zwischen den dreien. Der Täter bringt als Ich-Erzähler vereinzelt Passagen ein, in denen er eine weitere Tat ankündigt oder in denen er von seinem Erleben, seiner Vergangenheit erzählt.

Was ich äußerst gelungen finde und was einen großen Reiz des Buches ausmacht: ich ahnte bereits recht früh, wer der Täter ist. Es kamen zwei Personen infrage, erzähltechnisch hätte ich auf jemand anderen getippt, aber die Darstellung der Charaktere in ihren Rollen ließ nur einen Schluss zu. Trotzdem gelingt es Sabine Ludwig hervorragend, den Hörer immer wieder auf eine falsche Fährte zu locken. Die Passagen des Ich-Erzählers fügen sich geschmeidig in den Text ein, sodass der Verdacht quasi auf jeden fällt. In einer Szene kauft die Mutter Blaubeerkuchen, gleich darauf füttert der Ich-Erzähler einen Vogel mit Krümeln dieses Kuchens. Einmal betritt der Hausmeister ihre Wohnung, und im nächsten Absatz erzählt der Täter, wie er in Marlenes Zimmer ist. Man erfährt etwas Wichtiges über George, und schon hört man in der Ich-Form von einem gleichartigen Ereignis. Marlene und Jasper tanzen, im nächsten Moment hört man vom Ich-Erzähler seine Eindrücke über Marlenes Tanz. Auch, wenn man den Täter erahnt, sorgt dieser Stil für Verwirrung, der Hörer ist hin und hergerissen und sucht immer wieder verzweifelt nach Anhaltspunkten für den wahren Schuldigen, hat ihn endlich erfasst und schon entgleitet er.


HÖRBUCH

Tanja Geke ist eine bekannte und großartige Sprecherin, die ich sehr gerne höre. Ich muss zugeben, dass ich sie häufig mit Sandra Schwittau (dt. Stimme von Bart Simpson) verwechsle. Doch Tanja ist ebenso bekannt wie Sandra, sie hat bereits in bekannten Rollen wie Uhura aus Star Trek wie auch unzählige Filme und Serien. Zuviele, diese alle zu benennen, deswegen >an dieser Stelle< ein Link mit einigen ihrer Werke. Sie passt sehr gut als Sprecherin, trägt das Hörbuch mit dem nötigen Ernst und einer gewissen Spannung vor, die den Hörer sofort fesselt.

>Jona Mues< spricht den Ich-Erzähler, und auch er passt sehr gut in den Kontext, wirkt glaubwürdig. Er setzt die Mischung aus Verliebtheit, Wahnsinn und Bedrohung sehr gut um. Für den Leser bleibt der Ich-Erzähler geschlechtslos, der Hörer hat natürlich durch die männliche Stimme einen weiteren Anhaltspunkt über den Täter. Dies ist jedoch nicht störend und leider nicht anders umsetzbar.


FAZIT

PAINTING MARLENE hat seine Schwächen im Aufbau, und die Charaktere sind nicht gerade sympathisch. Aber im Ganzen betrachtet fügt sich alles wunderbar und passt hervorragend zusammen. Nach den ersten etwas mühsamen Tracks wird der Hörer bestens unterhalten und in den Sog der Geschichte gezogen. Ein sehr schönes Jugendbuch, das zu gefallen weiß :-)

SaschaSalamander 24.03.2012, 08.41| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Jugend, Thriller, Deutsch,

G.E.N. Bloods 02 - Verhängnisvoll

felsing_gen02.jpgINHALT

Reese arbeitet als Ärztin. Sie verdächtigt einen ihrer Patienten, der aktuell gesuchte Serienmörder zu sein, doch "John Smith", wie er sich nennt, flieht aus dem Krankenhaus. Sie trifft während ihrer Arbeit auch auf Simba, Teammitglied der G.E.N. Bloods, beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Doch Simbas Vergangenheit, die Suche nach dem Mörder und ein feindlicher Angriff auf das Team stellen die junge Liebe auf eine harte Probe. Und plötzlich gerät auch Reeses Nichte in das Visier des Killers!


G.E.N. BLOODS

Ungern vergleiche ich Bücher miteinander. Da dies jedoch der zweite Teil einer Reihe ist, möchte ich natürlich ausnahmsweise auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten eingehen, damit der Leser eine Vorstellung hat, was ihn erwartet oder auch nicht. Im ersten Band EISFEUER ging es neben der Beziehung zwischen Dix und Jamie sowie den Kriminalfall vor allem um die Vorstellung des Teams der G.E.N. Bloods. Der Leser erfuhr sehr viel über die anderen Teammitglieder, deren Fähigkeiten und einzelne Hintergründe. Hier geht es vor allem um Reese und Simba sowie den Thriller-Anteil.  Allerdings bekommt das Team einen neuen gemeinsamen Gegner, der auch für die zukünftigen Bände viel Spannung verspricht, sodass auch Freunde der anderen Team-Mitglieder auf ihre Kosten kommen.

Natürlich gibt es auch insgesamt wieder sehr viele Hinweise und Bezüge auf das erste Buch. So ist zum Beispiel die Maskenbildnerin des ersten Teils auch Reese Patientin im zweiten Band. Der zweite Band ist für sich alleine lesbar, aber für Kenner der Reihe ist dies natürlich ein nettes Schmankerl. Und für Fans ihrer Bücher hat Kathy Felsing ein weiteres Goodie eingebaut: na, wer findet im Buch die Anspielung auf ihren Titel BLUTSVERMÄCHTNIS? ;-)


CHARAKTERE

Die Autorin legt dieses Mal wieder viel Wert auf den Beziehungsaufbau zwischen Reese und Simba. Es ist Liebe auf den ersten Blick, und die beiden lassen auch keine Zeit vergehen, bis sie sich vertrauen und gegenseitig öffnen. Wer es also aufregend liebt, ist hier genau richtig. Die Liebe zwischen ihnen ist gewaltig, die Worte dafür sind intensiv.  Ich bin sicher, dass Kathy mit VERHÄNGNISVOLL auf jeden Fall den Geschmack der Genreliebhaber mitten ins Herz trifft ;-)


AUFBAU

Wie bereits beschrieben, empfand ich in diesem Buch der Romance-Anteil sehr  eindringlich, sowohl sprachlich als auch im Inhalt. Schon zu Beginn spürt man sofort das Prickeln zwischen Reese und Simba. Doch auch die Gefahr durch den Serienkiller wird sofort deutlich: Reese beschleicht ein ungutes Gefühl, als sie den neuen Patienten kennenlernt, und dies soll sich bewahrheiten. Von da an gibt es drei Handlungsstränge: Die Beziehung der beiden. Die Jagd nach "John Smith". Und der Kampfeinsatz des G.E.N. Teams in Indien. Die Handlung ist perfekt ausbalanciert, der Wechsel zwischen den einzelnen Momenten gelungen, es gibt unzählige Cliffhänger, die es unmöglich machen, das Buch beiseite zu legen. Besonders das letzte Fünftel lässt den Leser nicht einmal mehr durchatmen. Der Showdown zieht sich über eine gewaltige Länge, was jedoch aufgrund der Spannung gar nicht auffällt, da man es in einem Rutsch verschlingt. Die Zeit vergeht bei diesem Buch wirklich viel zu schnell ;-)


SPRACHE

Die Bücher der Autorin haben einen auffälligen Schreibstil, der von außergewöhnlicher Wortwahl und recht komplexer Grammatik geprägt ist. VERHÄNGNISVOLL dagegen ist  etwas zurückhaltender geschrieben. Einerseits vermisse ich ein wenig ihre spezielle Schreibweise. Andererseits liest sich das Buch nun wesentlich flüssiger, man fliegt nur so über die Seiten und findet sich sofort mitten im Geschehen wieder. Und wie gewohnt ist ihre Sprache sehr bildlich. Sie lässt den Leser alles selbst erleben und findet immer die passenden Worte, ob nun für die verkommene Psyche des Killers oder die stürmische Leidenschaft zwischen Reese und Simba.


AUSBLICK AUF BAND 3

Ich kann den nächsten Band - Titel HÖHENFIEBER - kaum erwarten, denn Virgin ist mein bisheriger Favorit des Teams. Die Autorin schickt ihn mitten in die Geiselnahme eines Flugzeugs, das klingt sehr vielversprechend. Doch bis November müssen wir uns leider noch gedulden ;-)


FAZIT

Mit VERHÄNGNISVOLL hat Kathy Felsing eine spannungsgeladene Fortsetzung der G.E.N. BLOOD - Reihe geschrieben, die Romance - Herzen höher schlagen lässt. Wer die Reihe bisher noch nicht kannte, sollte spätestens jetzt einen Blick riskieren und sich dieses Leseabenteuer gönnen ;-)

SaschaSalamander 23.03.2012, 15.54| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Tip, Deutsch, Romantik, Thriller,

Im Park - Think Positive

Justin C Skylark kenne ich aus >2 MEN KISSING<, einer gemeinsam mit Simon Rhys Beck veröffentlichten Anthologie. Übrigens mein erster Gay-Titel, ich hatte damals noch keine Ahnung vom Genre und war einfach neugierig. Eine Neugier, die sich ausgezahlt hat, denn inzwischen lese ich von unterschiedlichsten Autoren Kurzgeschichten und Romane. Trotzdem nehmen die beiden für mich einen ganz besonderen Platz bei mir ein.

Mit IM PARK - THINK POSITIVE präsentiert Justin C Skylark zwei Kurzgeschichten. Wirklich extrem kurz. Aber dafür pfiffig. Nur eine minimale Inhaltsbeschreibung, da alles andere wirklich zuviel wäre: IM PARK will René eigentlich nur kurz mit seiner Hündin Gassi gehen, aber es kommt zu einem netten Stelldichein. THINK POSITIVE erzählt davon, wie der Protagonist beim Arzt einer Sexbekanntschaft begegnet und aus dessen Reaktion eine positive HIV - Diagnose ableitet, eine Zeit bangen Wartens bis zum eigenen Test beginnt.

Beide Geschichten sind außerordentlich kurz, dafür aber ungewöhnlich witzig. Nicht wie sonst gewohnt eine reine Erotikgeschichte, sondern der Schwerpunkt liegt auf dem humorvollen Anteil. Das fand ich zur Abwechslung sehr angenehm, und ich habe mich hervorragend unterhalten. Der Schreibstil liest sich flüssig, und die Idee zu beiden Stories gefiel mir sehr gut. Bei IM PARK gefällt mir besonders, wie der Leser ebenso wie der Protagonist etwas Entscheidendes völlig vergisst und dann am Ende auflacht: "stimmt, da war noch was". Und bei THINK POSITIVE musste ich an Watzlawicks >Mann mit dem Hammer
Zur Beschreibung von Handlungsaufbau oder Charakteren waren die Geschichten doch etwas sehr kurz, deswegen möchte ich es ausnahmsweise bei diesen wenigen Sätzen belassen. Aber eine klare Empfehlung möchte ich trotzdem aussprechen. Freunde knallharter Gay-Erotik bekommen ausnahmsweise nichts geboten, aber Fans von Justin und Freunde ansprechender Kurzgeschichten kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten ;-)

SaschaSalamander 23.03.2012, 09.22| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Queer, Erotik, Humor, Kurzgeschichten,

Namen über Namen

Ich wüsste gerne mal Eure Meinung, wie das bei Euch mit den Namen in Büchern ist! Aber erstmal der Reihe nach:

Aktuell höre ich gerade OSTFRIESENANGST, den aktuellen Krimi von Klaus-Peter Wolf. Ich mag seine Stimme sehr. Aber wenn man nebenbei arbeitet oder unterwegs von anderen Dingen abgelenkt wird, passiert es leicht, dass sie angenehm im Ohr plätschert und man vieles versäumt. Ich habe die erste CD gehört und musste feststellen, dass ich sehr viel verpasst habe. Also höre ich die komplette CD noch einmal. Und weil ich beim ersten Hören Probleme mit den Namen hatte, habe ich jetzt angefangen, mir die Namen und ihre Funktion zu notieren. Halleluja! Der erste Track dauert gerade einmal 5,50 min, und schon tauchen neun (N-E-U-N!!!) verschiedene Namen auf!

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich habe ein Problem mit sowas! Ist kein Manko, denn wenn viele Charaktere in die Handlung gehören, ist das so, dann ist das mein Problem und kein Fehler des Autors. Aber ich gebe zu, dass ich wirklich zu kämpfen habe. Denn im Laufe der Handlung kommen noch viele weitere Charaktere hinzu. Ohne eine Auflistung der Personen bin ich wirklich aufgeschmissen und kapiere gar nichts!

Wie geht es Euch, wenn so viele Leute auftauchen?

Und wie geht es Euch, wenn manchmal Personen ähnliche Namen tragen? Z.B. Markus und Marko, John und Jason und Jonas, Mike und Michael, Sabine und Sandra, Hanna und Anne

SaschaSalamander 22.03.2012, 15.11| (3/3) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: MachMit

Linus Lindbergh und der Riss in der Zeit

els__sser_lindbergh01_1.jpgINHALT

Linus Lindbergh ist Sohn einer Erfinderfamilie und lebt in einem eiförmigen Haus auf dem Flugplatz. Sein Vater arbeitet mit Zeitmaschinen, seine Mutter beeinflusst die Naturgewalten und kann sogar Tornados im Haus entstehen lassen. Sein Opa bastelt Flugmaschinen. Und Linus will einen Helm gegen Albträume erfinden, aber es will einfach nicht klappen. Zur Seite steht ihnen allein der Roboter Majus 12. In der Schule ist Linus ein Außenseiter, denn er darf nichts von den genialen Erfindungen erzählen, sodass er einfach grundlos wie ein Freak wirkt und gehänselt wird. Und so kommen drei Handlungsstränke zusammen: die neue Mitschülerin Riana von Waldenfels könnte eine gute Freundin werden, wenn die Mutter nicht allen Gästen sofort das Gedächtnis löschen würde. Der böse Hausmeister des Flugplatzes will ihnen die Wohnung kündigen und sie vom Flughafen vertreiben. Und dann ist vor einiger Zeit sein Vater verschwunden - wurde er entführt, oder gab es Komplikationen bei einer seiner Zeitreisen?

TRILOGIE

Das Buch ist der erste Teil einer Trilogie, der zweite Band ist im Herbst diesen Jahres zu erwarten. Die Handlung des ersten Bandes ist nicht abgeschlossen, lässt sich aber dennoch gut als Einzelband lesen, da bis auf einen wichtigen Hauptstrang andere Themen abgeschlossen werden.


CHARAKTERE

Die Charaktere sind sympathisch ausgebaut und in der Tiefe genau richtig für ein Kinderbuch: nicht zu komplex, aber doch mit Hintergrund und Eigenheiten. Linus ist sympathisch aber doch eher ein junger Antiheld. Riana dagegen ist ein richtiges Powergirl, sie hat sehr viel Energie, ist kreativ und ziemlich gewitzt. Sie hat eine hervorragende Auffassungsgabe und einen recht eigenwilligen Humor, ich habe sie sofort ins Herz geschlossen, für mich war sie die eigentliche Heldin des Buches. Und Majus ist auch etwas ganz Besonderes. Roboter mit menschlichen Gefühlen und seltsamen Schrullen sind ja nun wirklich keine Besonderheit mehr in der Literatur, aber Majus ist schon SEHR schrullig und SEHR menschlich. Und sogar er erhält eine komplexe Vergangenheit, die sich erst im Laufe der folgenden Bände offenbaren wird.


ERFINDUNGEN, ABENTEUER

Das Buch ist für Jungen wie Mädchen gleichermaßen geeignet, wobei Action, Erfindungen und Abenteuer im ersten Moment eher nach einem Buch für Jungs klingt. Trotzdem, die Erfindungen werden Mädchen sicher ebenso begeistern, und Riana wird bestimmt eine Menge weiblicher Fans unter den Lesern finden.

Die Erfindungen sind oft nebenbei in der Handlung eingebunden. So wünscht sich Linus an einer Stelle, er könnte die Erwachsenen besser verstehen. Dafür gibt es sogar ein Gerät, den Zwi-Zei-Les, den Zwischen-den-Zeilen-Leser. Aber der funktioniert nur an Erwachsenen. Kinder scheinen klar und direkt zu reden, bei ihnen schlägt das Gerät nicht an. Oder ein Geruchsneutralisator, den man auf einer öffentlichen Toilette oder anderen ekligen Orten tragen kann. Ein Computerspiel, das hypnotisiert und das Gedächtnis löscht. Ein Grammophon, das versetzt mit ein wenig Duftöl schöne Erinnerungen hervorruft. Fluggeräte, Zeitmaschinen, Tornadowirbler, eine Erfindung aufregender als die andere.

Und auch mit Abenteuern unterschiedlichster Art wartet der Autor seinen jungen Lesern auf. Das Buch beginnt bereits mit einem Beinaheabsturz mit einer der vielen Flugmaschinen. Immer wieder gerät Linus in spannende Momente. Welcher Jugendliche kann schon von sich sagen, dass seine Hausaufgaben von einem Tornado gefressen wurden? Dass sein Haushaltsroboter ihn mit hässlicher Kleidung in die Schule schickt? Dass der Vater bei einer Zeitreise verschwunden ist?


HANDLUNGSAUFBAU, SPANNUNGSBOGEN

Das einzige, was ich schade fand, war der Spannungsaufbau. Man merkt klar, dass es der erste Band einer Trilogie ist. Es wird sehr viel Zeit für die Charaktere, die Beschreibung von Schule und Flughafen verwendet. Das ist nicht schlimm, denn auch ohne eine konkrete Handlung zu Beginn liest sich das Buch humorvoll und spannend. Im Grunde las ich es auch weniger wegen der Handlung als vielmehr wegen der vielen ungewöhnlichen Ideen. Trotzdem störte es mich ein wenig, dass etwas so Wichtiges wie das Verschwinden des Vaters lediglich in einigen kurzen Momenten angeschnitten wird. Es erstaunte mich, warum Linus und der Rest der Familie so wenig unternahmen, ihn wiederzufinden, so als hätten sie sich damit abgefunden.

Die ersten zwei Drittel dienen lediglich dazu, Linus und Riana bekannt zu machen. Auch der Plot um den möglichen Verlust ihres Hauses auf dem Flughafen ist eher am Rande erwähnt und wird in einem kurzen Kapitel abgehandelt. Dadurch fiel es mir recht leicht, das Buch immer wieder beiseitezulegen. Für mich als Erwachsenen finde ich das schade, denn ich liebe Cliffhanger und mag eine komplexe Handlung, und es gibt auch Kinderbücher, die dem erwachsenen Leser dies bieten können. Andererseits ist LINUS LINDBERGH dadurch perfekt geeignet, dass Eltern vor dem Schlafengehen kurz ein Kapitel vorlesen oder die Kinder selbst 10 Seiten lesen und es dann aber auch konsequent beiseitelegen bis zum nächsten Tag. Von daher sehe ich das nicht als Manko, eher als "schade".

Im letzten Drittel dann allerdings zieht der Autor so richtig an der Spannungsschraube, Riana und Linus geraten in Gefahr und müssen sich einem seltsamen Test unterziehen, Majus wird bedroht und kann ihnen nicht zur Hilfe eilen, alles steuert zu auf einen gewaltigen Showdown. Die beiden Kinder sind auf sich alleine gestellt und können nun endlich zeigen, was wirklich in ihnen steckt. Riana voller Esprit und Flexibilität, Linus logisch und rational. Ab hier kann man das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen.

ZEICHNUNGEN

Das Buch selbst hat leider keine Zeichnungen im Verlauf der Handlung, obwohl es sich angeboten hätte. Dafür aber ziert eine witzige Landkarte des Flughafens die Innenseiten des Buches. Die Protagonisten werden auf einer Doppelseite vorgestellt. Ich mag den liebevollen Stil der Bilder, die Charaktere werden sehr gut in ihren Eigenschaften eingefangen. Wie gesagt: diese zwei Seiten mit Bildern gefallen mir so gut, dass ich zu gerne noch mehr davon innerhalb des Textes gesehen hätte, z.B. am Kapitelanfang oder im Text.


FAZIT

Spannend erzählt, ideal zum Vorlesen und Selberlesen ist LINUS LINDBERGH ein wundervolles Kinderbuch, das Jungen und Mädchen gleichermaßen lieben werden. Humorvoll, aufregend und kreativ, genau richtig für aufgeweckte Kids.

SaschaSalamander 22.03.2012, 09.18| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Kinder, Tip, Deutsch, Abenteuer, Reihe,

Schrödinger, Dr. Linda und eine Leiche im Kühlhaus

Jonas findet seine Mutter tot im Zimmer, sie hat sich umgebracht. Seine kleine Schwester hat demnächst Geburtstag, er möchte ihr die Vorfreude nicht verderben. Außerdem ist der Vater (selbständiger Fleischer, der plötzlich in einem Anfall zum Vegetarier wurde und seitdem unter Wahnvorstellungen leidet) gerade in einer Klinik, also ist Jonas sicher, dass er und seine Schwester im Heim landen, und das möchte er auf jeden Fall verhindern. Also packt er die Mutter ins Kühlhaus des Vaters und setzt alles daran, ihren Tod zu verheimlichen. Aber eine Nachbarin, der Liebhaber der Mutter, ihre Arbeitgeberin, eine Kundin, die Lehrer und auch andere Beteiligte werden langsam hellhörig: irgend etwas scheint seltsam, ist die Mutter wirklich so lange verreist?

Dieses Buch ist sehr eigenwillig und etwas ganz Besonderes. Es ist gelungen und von einem recht tiefgehenden Humor, der sich beim schnellen Hören allerdings nicht so ganz erschließt. Es ist ein Buch, das volle Aufmerksamkeit erfordert und den Leser / Hörer in seinen Bann zieht. Allerdings muss man sich darauf einlassen, gelegentlich auch zwischen den Zeilen lesen und die Situationen auf sich wirken lassen.

>SCHRÖDINGER, DR LINDA UND EINE LEICHE IM KÜHLHAUS< ist im Schreibstil sehr knapp, vieles wirkt skizziert wie der Rohentwurf für ein Buch, scheint es mir. Der Autor verschwendet keine unnötigen Worte für unnötige Ausschmückungen. Dafür stehen die ungewöhnlichen Momente umso besser im Rampenlicht, können umso besser auf den Hörer einwirken. Worte, die mir für diesen Titel in den Sinn kommen: skurill, absurd, grotesk, unkonventionell, makaber. Das Cover wurde hervorragend gewählt, man muss genau hinsehen, um die Einzelheiten zu erkennen, und dann sieht man ein recht seltsames Motiv, schüttelt mit dem Kopf, und dann sieht man noch einmal genau hin. Und so ergeht es beim Lesen / Hören.

Zu Beginn wirkt manches noch etwas zusammenhanglos, und erst nach und nach erschließen sich die Verbindungsstücke zwischen den einzelnen Aktionen. Es ist eine Tragikomödie, gepaart mit einem Coming-of-Age, ja auch einer angedeuteten Romanze. All das passt wunderbar ineinander, wenn man erst einmal die Puzzlestücke sortiert hat.

Der Humor ist recht trocken. Es gibt kaum spezielle Szenen als vielmehr das Geschehen an sich. Ein Junge, der für seine tote Mutter die Briefe im Kummerkasten einer Frauenzeitschrift beantwortet. Ein Mädchen, das Kriegsflugzeuge und Kriegsschiffe aus Modellsätzen basteln will und auf das Flugzeug ein Segel klebt. Der Brief einer besorgten Frau, in dem sich die Urheberin über ihre Nachbarin beschwert, nichtsahnend dass die Kummerkastentante selbst die Frau ist, über die sie lästert. Ein psychisch kranker Vater, der nachts Kühe an seinem Bett stehen sieht. Nein, das sind keine Lachsalven, das ist ein irritiertes Kopfschütteln und ein kleines Schmunzeln, aber dieses dafür recht tiefgründig und langanhaltend.

Ihr merkt, ich rede sehr viel drumherum. Und ich gebe zu, dass es mir auch recht schwer fällt, eine abschließende Rezension zu schreiben. Die Idee ist hervorragend. Der Humor hat mir sehr gefallen. Trotzdem wurde ich zu keiner Stelle so wirklich warm mit Jonas, ich hörte es alles recht unbeteiligt. Ich empfehle den Titel gerne, denn er ist wirklich prima gemacht und hat ein breites Publikum verdient. Aber für mich war es nicht so ganz das Richtige, ich hätte es mir etwas ausführlicher gewünscht, weniger skizzenhaft, dafür etwas mehr persönliche Beteiligung für den Leser, damit dieser sich im Geschehen fühlt statt nur als Beobachter. Es ist eben, wie gesagt, ein sehr spezielles Buch. Einfach reinschnuppern und selbst entscheiden ;-)


SaschaSalamander 21.03.2012, 14.45| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Jugend

Nightlife

nightlife_1.jpgZwei junge Männer gehen in das Jagdhaus der Eltern, abgelegen und keiner weiß, dass sie dort sind. Sie wollen sich abgeschieden vom Alltagslärm vorbereiten auf die anstehende Prüfung. Aber scheinbar gibt es doch jemanden, der weiß, dass sie dort oben sind. Und dieser jemand scheint ihnen böse gesonnen ...

Für eine Rezension nach dem Hören fehlte mir im Dezember die Zeit. Und ich sehe sogar, dass ich sogar vergessen habe, das Buch überhaupt in die wöchentliche Statistik einzutragen. Wirklich ärgerlich, denn es ist ein prima Titel, der jede Aufmerksamkeit redlich verdient hat. Nachdem in der Rezension zum >LUFER-HAUS< nach weiterem gutem "Gruselkram" gefragt wurde, muss ich jetzt einfach kurz ein paar Worte zu NIGHTLIFE verlieren, das haben die Macher sich verdient. Nur, wie gesagt - keine ausführliche Analyse wie sonst, weil es schon rund zwei Monate her ist ;-)

Das Hörspiel hat mich ziemlich begeistert. Ohrenkneifer ist ein kleines privates Label, man darf also NIGHTLIFE jetzt nicht gleichsetzen mit der Lauscherlounge, Zaubermond, Hörplanet oder gar den ganz großen wie Europa, Lübbe Audio und Co. Aber ich finde, das stört überhaupt nicht. Es steckt sehr viel Liebe zum Detail in dem Hörspiel, die Sprecher leisten prima Arbeit, die Geräusche waren ziemlich gut umgesetzt.

Dazu kommt, dass zwei Männer auf einer einsamen Hütte quasi ein Kammerspiel sind. Das erleichtert zwar einiges, birgt aber viele Stolperfallen, die Dirk Hardegen geschickt umgangen hat. Dialoge, Erzählfluss, das sind besondere Schwierigkeiten bei einem solchen Setting, und das ist hier prima umgesetzt worden.

Und die Möglichkeiten des Szenarios wurden sehr gut genutzt. Es gibt viele gruslige Momente, und oft fragte sich der Hörer, ob es nun Einbildung oder Zufall war, oder ob wirklich mehr dahinter steckt. Und falls mehr dahinter steckt - war das nun ein Geist, ein böser Serienkiller oder ein dummer Streich? Die Bedrohung wird immer greifbarer, wem kann man noch trauen? Spielt einer von beiden ein grausames Spiel? Oder sind beide Opfer einer dritten Person? Ist die Hütte verflucht? Diese Unsicherheit wird unterstützt durch immer wiederkehrende Elemente wie die CD, die immer wieder den gleichen schaurigen Refrain abspielt oder die seltsamen Anrufe.

Zum Abschluss plaudert Dirk Hardegen ein wenig aus dem Nähkästchen, erzählt von der Produktion und seinen Beweggründen. Dies fand ich sehr interessant, es ist ein netter Einblick in die Hörspielwelt.

NIGHTLIFE ist das hervorragende Hörspiel eines Newcomers, der sich vor großen Labeln nicht verstecken muss. Interessante Charaktere und eine beängstigend realistische Atmosphäre sorgen für wohlige Schauer beim Hörer. Ich freue mich bereits auf weitere Werke des Ohrenkneifers :-)

SaschaSalamander 21.03.2012, 08.42| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel

Das Francisville Experiment

francisville_1.jpgNachdem ich durch das >LUFER-HAUS< mal wieder auf den Geschmack kam, Grusel in Form von Found Footage (gefundene Filmaufnahmen) mit meinem Freund anzusehen und anzuhören, sahen wir uns DAS FRANCISVILLE EXPERIMENT an. Den Film hat er in seiner Sammlung, und bisher sagte ich immer "irgendwann mal". Na, dieses "irgendwann" war also gestern.

BLAIR WITCH war nett aber nicht so ganz mein Ding (ich habe Probleme mit wackelnden Bildern, da wird mir schnell übel, aber das hat nix mit der Quali des Films zu tun, ist mein persönliches Problem). >PARANORMAL ACTIVITY< war klasse, die Kamera war fest und der Grusel schön realistisch. Und der heutige Film war leider ein völliger Reinfall für meinen Geschmack.

Ich möchte auch gar nicht groß eine Rezension dazu schreiben, nur meine Gedanken loswerden. Und die lauten: man kann den Film zusammenfassen als "hier ist es kalt - ich spüre etwas - IIIIII AAAAAAA KRRRRAAAAAISCH - das weiße Licht schützt uns - ich liebe Geister - hier ist doch etwas, ich spüre es - es ist wieder kälter geworden - keine Angst, das weiße Licht schützt uns - IÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄRGH - ich spüre, dass hier etwas ist". Die ständigen gleichen Sätzen in zig Variationen, jeder hat einen Standardspruch, den er immer wieder runterrasselt, wirklich gute Dialoge blieben komplett aus, ich konnte es nicht mehr hören. Und wenn es Gespräche gab, lauteten sie wie mein Favorit (der könnte glatt zum Kultspruch werden) "Hier ist ein toter Vogel" - "ist er wirklich tot?" - "wie tot ist er?". Da stehen mir alle Haare zu Berge, aber nicht vor Grusel. Dazu die ständig kreischende Geschichtsstudentin, die im wörtlichen Sinne schon bei einem Pups Angst bekam und meinte, hier röche es seltsam, sie habe Angst. Sorry, sowas hat in einem Gruselfilm nichts zu suchen und ist unfreiwillig komisch, zerstört die Stimmung. Überhaupt waren die Charaktere insgesamt so stereotyp, dass es mich schmerzte.

Dazu die wirklich dümmliche Logik bzw das absolut naive Verhalten der Protagonisten. Ich habe noch nie eine Seance abgehalten, und ich bin auch kein Geisterfachmann. Wenn jedoch die Seance mit dem Hexenbrett / Ouija-Board so abläuft, dass das Medium eine Frage nach der anderen stellt, teilweise sogar Doppelfragen, und dann nicht einmal die Antwort abwartet und schon die nächste Mutmaßung in eine Frage verpackt und hinterherschiebt, da würde ich als Geist schon allein aufgrund der Respektlosigkeit mir gegenüber aggressiv werden!

Die Schockeffekte waren sogut wie null. Es gab zwei, drei potentielle Momente, aber die wurden nicht wirklich ausgekostet. Einmal flog ein Stuhl über den Dachboden, ein andermal fiel eine schwere Eisenkette aus dem Kaminschacht hinunter in die Esse. Ach ja, und eine Katze wurde beim Öffnen des Schranken des Protagonisten entgegenkatapultiert (armes Tierchen). Ständig dachte man "jetztjetztjetzt, da kommt was", aber es gab wirklich nichts, das gruslig gewesen wäre (und ich bin eigentlich jemand, der sich recht schnell gruselt). Einziger Gruselfaktor waren die wackligen Bilder und die angespannte Stimmung, die eine dichte Atmosphäre darstellen sollten.

Ein Spannungsbogen ist nicht vorhanden, man hätte wirklich sehr viel daraus machen können, aber so ziemlich jede Chance und jede Möglichkeit wurde verschenkt, inhaltlich wie stilistisch als auch in der Interaktion der Charaktere sowie den Geistererscheinungen.

Dazu kommt, dass ich mich frage, wer manche der Filmaufnahmen gemacht haben soll? Denn das Medium ist alleine, also muss sie die Kamera wohl auf ein Stativ gestellt haben. Aber warum wackelt dann das Bild, und warum schwenkt die Kamera? Oder halt, war das der Grusel, der Spuk, den ich einfach nicht zu erkennen imstande war, hat das ein Geist gefilmt?

Von einer Menge weiterer Logikfehler abgesehen, auf die ich hier aber gar nicht weiter eingehen möchte. Ich bin wirklich ein schlechter Zuschauer. Meine Welt ist das Wort, nicht das Bild. Und wenn sogar ich Logikfehler oder Drehfehler am laufenden Band erkenne, dann ist das wirklich ein Armutszeugnis für den Film.

Gut, zugegeben, nachts um 2 alleine hätte ich mich gegruselt. Aber nachts alleine um 2 Uhr grusele ich mich auch bei Winnieh Pooh, ich bin ein kleiner Angsthase. Bei einem guten Gruselfilm habe ich auch mittags um 13 Uhr eine Gänsehaut und kann nachts nicht mehr schlafen ;-)

Sorry, ein Verriss ist nicht mein Ding. Soll auch eine große Ausnahme sein. Aber hier bleibt mir kaum etwas anderes übrig. Ehrlich, ich bin kein Gruselexperte, aber dieser Film hat mich wirklich maßlos enttäuscht. Mag sein, dass er anderen Zuschauern gefällt, aber ich selbst konnte für mich wirklich nichts, absolut nichts daran finden. Ich habe sehr viel gelacht währenddessen (wenn ich nicht gerade vom Licht, der Kälte oder dem Gekreische genervt war), aber das war sicher nicht Sinn und Zweck des Films ...

Für alle, die Englisch können, hat >Braineater< eine recht witzige Beschreibung, wie dieser Film wohl entstanden sein könnte sowie eine sehr detaillierte Beschreibung fast aller Szenen, die mir gegen den Strich gingen. Auch über die Rezension von >Badmovies< habe ich mich köstlich amüsiert, traf sie so ziemlich genau mein Empfinden. Dieser Film würde mich zu einer Neuauflage von MYSTERY SCIENCE THEATRE inspirieren, es gibt einfach viel zuviele Steilvorlagen. Überlegung: ich könnte den Film noch einmal sehen, in einer Gruppe von 5 Freunden, jeder mindestens ein paar Bierchen intus, und dann darf jeder nach Herzenslust lästern. Das wäre lustig :)

SaschaSalamander 20.03.2012, 15.05| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Horror, FoundFootage,

Zuschauer - exzessive Freunde

meerling_zuschauer_1_1.JPGKathy liebt Ian, aber der ist leider schwul, und so sind sie nur beste Freunde. Eines Tages erfährt Kathy, dass auch Piero schwul ist und Ian ihn begehrt. Sie nutzt die Gelegenheit, die beiden miteinander bekannt zu machen. Eigentlich möchte sie die Männer ja nur verkuppeln und dem schüchternen Piero, der noch nicht geoutet ist, ein wenig unter die Arme greifen. Doch Ian weiß, dass Kathy gerne dabei zusieht ...

Eine leider viel zu kurze Geschichte, die mir sehr gefallen hat. Für eine Kurzgeschichte dieser Länge sind die beiden Hauptcharaktere Kathy und Ian recht gut ausgebaut, der Leser erfährt zwischen den Zeilen ein bisschen mehr über die Hintergründe der beiden, sodass man mitfühlen und sich gut in die Story hineinversetzen kann.

Was Kathy macht und Ian noch weiter ausbaut, hat mich im ersten Moment sehr geärgert. In der Realität würde ich wütend werden: einfach das intime Geheimnis eines anderen weitersagen und das dann auch noch schamlos ausnutzen. Aber man hat Kathy als Charakter gut genug kennengelernt um zu begreifen, dass sie es nicht böse meinte, sondern nur helfen wollte. Und außerdem - es ist nur eine Fiktion, und wenn alles immer moralisch und politisch korrekt wäre, dann müsste ich keine Geschichten lesen sondern könnte die Zeitung abonnieren. Also habe ich mich einfach in der Handlung fallenlassen und das Setting genossen.

Piero, noch so unschuldig und scheu aber doch so verlangend, die personifizierte Versuchung. Der draufgängerische Ian, der ihm zwar sanft aber doch sehr bestimmt zeigt, wonach es ihm verlangt. Und die freche Kathy, die - ebenso wie wir Leserinnen, die wir uns an solchen Geschichten ergötzen - gerne zusieht und mindestens soviel Spaß hat wie die beiden Männer. Eine kurze aber heiße Szene, die prima umgesetzt wurde.

Sprachlich ist ZUSCHAUER weitgehend gelungen, ein paar kleine Schwächen sind zu finden, die jedoch Geschmackssache sind: ob man bei wörtlicher Rede nur Verben des Sagens verwenden darf oder auch andere Begriffe, da wurde schon viel diskutiert. Mich stört es, und auch hier bin ich einige Male gerade zu Beginn darüber gestolpert. Im Gesamtbild aber ließ es sich trotzdem angenehm flüssig lesen.

ZUSCHAUER - EXZESSIVE FREUNDE ist eine gelungene Kurzgeschichte, genau richtig für zwischendurch. Nur zu gerne möchte ich mehr von Kathy, Ian und Piero lesen, schon nach wenigen Seiten habe ich sie ins Herz geschlossen. Romantik, Lust und Sex in perfektem Mischungsverhältnis neben Charakterbeschreibung und Handlung. Ein perfekter Happen, der Appetit auf mehr macht.

SaschaSalamander 20.03.2012, 09.38| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Deutsch, Tip, Erotik, Queer,

Verboten gut

Erster Satz Prolog:
Jason war überglücklich, dass sich George und er eine Studentenbude teilten.

Erster Satz:
Frischfleisch!, dachte Marc Bowen, als er den jungen Mann taxierte, der an der Wand lehnte und an seiner Limonadenflasche nippte.

Letzter Satz:
"Und ich liebe Dich", flüsterte er an seine Lippen.

Aus: Inka Loreen Minden: Verboten gut; DeadSoft 2011

SaschaSalamander 20.03.2012, 07.28| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Warum ich nicht mit Punkten bewerte

Ach ja, die Punktewertungen. Ob nun bei Amazon mit 5 Sternen oder in diversen Blogs mit anderen Symbolen oder auf anderen Plattformen mit 10 Sternen oder wie im Schulsystem 6 Sternen oder oder. Ich gebe zu, dass ich damit meine liebe Not habe. Wie soll man überhaupt bewerten? (ich rede jetzt ganz allgemein, weil ich dieses Problem häufiger habe. Der Form halber sage ich immer "Autor", ob nun Männlein oder Weiblein. Ich beziehe mich auch auf keine konkreten Fälle, sondern allgemein. Da mir, wie gesagt, dieses Problem schon häufiger begegnet ist).

Da habe ich einen Thomas Mann oder einen Rainer Maria Rilke, die haben Kunst geschaffen, Literatur geprägt und sind in meinen Augen ganz, ganz groß. Sie unterhalten mich nicht unbedingt, aber sie bereichern mich, sie erfüllen mich, sie haben Großes erschaffen und sind eine Bereicherung der Weltliteratur. 5 Sterne, absolut!

Dann ist da der Schreiber von Weltliteratur, der hat sogar einen Nobelpreis gewonnen. Ich habe sein Buch jetzt aber schon 3 oder 4 Mal begonnen, und ich will endlich lesen, wie es dem ollen Matzerath ergeht. Aber weder als Film noch als Buch kam ich jeweils über die ersten 10 Minuten oder 15 Seiten hinaus. 5 Sterne, weil literarisch so hochwertvoll, oder 0 Sterne, weil ich es einfach nicht schaffe und für mich persönlich ganz, ganz öde finde?

Dann ist da ein moderner Autor, der schreibt Unterhaltung. Ich habe mich hervorragend unterhalten, er hat prima recherchiert, er hat einen tollen Schreibstil. Es gibt zwar ein, zwei Charas, die mir nicht so zusagen, aber das macht nichts, denn es passt ins Buch und ist in sich einfach "rund". Weil es Fantasyelemente enthält, achte ich auch nicht so genau darauf, ob und wie logisch das ist. Sondern am Ende sage ich "ey, das hat mich ganz toll unterhalten, super" und gebe 5 Sterne. Obwohl es natürlich noch lange kein Mann oder Rilke ist und mich das Buch auch nicht bereichert hat und wirklich nur reine Unterhaltung war.

Und dann ist da ein anderer Autor, der schreibt privat und hat einfach mal den Traum, etwas zu veröffentlichen. Eigentlich ist er kein Autor. Aber er stellt für 99 Cent bei Amazon eine Geschichte ein. Ich lese es und weiß, dass das kein Thomas Mann ist und auch kein Grass oder Saramago, sondern Lieschen Müller von nebenan. Und die Geschichte hat Potential, ist inhaltlich prima erdacht. Okay, das Lektorat lässt zu wünschen übrig, ein paar stilistische Fehlerchen haben sich eingeschlichen. Aber soll ich jemanden mit Potential mit 2 Sternen niederbügeln und jegliches Talent im Keim ersticken? Kann ich nicht eine positive Rezension schreiben, die Fehler anmerken und dann trotzdem 3 oder sogar 4 Sterne geben? Immerhin sieht man, dass sich jemand bemüht hat.

Und dann gibt es die privaten Geschichten, die einfach nur Rotz sind. Da bildet sich jemand ein, dass er schreiben könne und bügelt mal schnell irgendwas aufs Papier. Katastrophal in Rechtschreibung und Grammatik, und die Story ist einfach mal schnell aus den Fingern gesogen. Man hätte was draus machen können, aber es wurde nicht einmal versucht. Die Geschichte wirkt für einen weniger kritischen Leser ähnlich wie die Geschichte in meiner Beschreibung eins drüber, aber sie würde von mir 1 Stern kriegen statt 4, weil sie einfach die Aufmerksamkeit vermissen lässt, die ein Autor seinem Werk zollen sollte. Man merkt, ob jemand Fehler übersehen hat, oder ob jemand sich überhaupt nicht um Fehler kümmert. Und nun ist natürlich der Autor der vernachlässigten Geschichte sauer, denn die andere Privatperson mit fast genauso vielen Fehlern bekommt auf einmal 4 Sterne, und er nur einen!

Aber dann ist da ein prima Autor, der schreibt tolle Bücher. Gut, einmal hat er eines geschrieben, das war nicht so toll, da gab es ein paar kleine Schwächen. Weil man weiß, dass sonst alles top ist, zieht man einen Stern ab. Weil er es besser kann. Und weil ein abgezogener Stern kein Weltuntergang ist.

Und dann steht jemand da, kennt die Hintergründe nicht und denkt nun, dass das Buch des Superautors den gleichen Wert hat wie das von Lieschen Müller mit der gleichen Sternenanzahl. Und auf einmal bildet Lieschen sich ein, das eigene Buch sei mindestens so gut wie ein Stephen King oder Heinrich Böll. Und der Bestsellerautor ist enttäuscht, dass sein anspruchsvolles Werk von mir genauso bewertet wird wie ein anderes Unterhaltungsbuch aus irgendeinem Fantasy oder Erotik oder Kiddie Genre.

Ich mag das nicht. Mich stören die Sterne!  Und deswegen werde ich bei mir im Blog auch niemalsnie ein Punktesystem einführen! Denn wenn man die Rezi nicht liest, weiß man auch nicht, wofür es den Punktabzug gab. Ob vielleicht wegen der Sprache oder Lektorats oder aufgrund gravierender Logikmängel oder beim Hörbuch lediglich aufgrund eines schlechten Sprechers oder oder oder. Punktwertungen verfälschen die Intention.

Mir ist es lieber, wenn ich einfach nur schreiben kann, was ich toll fand und was mich störte. Das ist weniger unfair. Punktevergabe bei der Bücherbewertung bedeutet für mich, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Manchmal muss ich leider doch Punkte vergeben, z.B. für BloggDeinBuch oder bei Amazon. In diesem Fall bewerte ich jedes Buch individuell, niemals im Kontext. Mein Bewertungskriterium: Wie hat der Autor das vorhandene Potential genutzt? Hätte man mehr aus der Geschichte machen können? Oder wurden alle Möglichkeiten ausgeschöpft, wirkte die Geschichte in sich rund und von allen Seiten passend? Und das kann dazu führen, dass Lieschens Müller private Geschichte voller Fehler genausoviel oder sogar mehr Sterne erhält als ein talentierter Autor, der lange auf der Bestsellerliste steht und erneut ein kleines Meisterwerk geschaffen hat ;-)

SaschaSalamander 19.03.2012, 15.42| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Zerlegt

Lesung Andreas Altmann, Nürnberg, Museum Deutsche Bahn

Am Donnerstag kam >Andreas Altmann< ins Museum der Deutschen Bahn in Nürnberg und las aus seinen Reisetagebüchern. Knapp zwei Wochen gab es bereits eine >Lesung in der Komödie in Fürth<. Ich entschied mich allerdings für die Reisetagebücher. Denn >DAS SCHEISSLEBEN MEINES VATERS usw< fand ich zwar ein sehr gutes Buch, aber als Lesung wollte ich es mir ungern antun. Schon als geschriebener Text ohne gesprochene Emotion war es ein sehr belastender Titel. Zudem kannte ich es schon, und da höre ich mir doch lieber etwas Neues an, das mich neugierig macht auf mehr ;-)

Der Saal war gut gefüllt. Pünktlich kam dann auch eine Mitarbeiterin des Museums, die Altmann ankündigte. Ich musste schmunzeln, dass sie sein aktuelles Buch nicht namentlich nannte, was wäre denn dabei? Aber dafür nannte Altmann es dann selbst, und er genoss es, jedes "Scheiß" richtig hervorzuwürgen und alle Verachtung hineinzulegen. Ich muss zugeben, dass ich ihn, hätte er im Publikum gesessen, erst einmal nicht erkannt hätte. Die Bilder fangen seinen umtriebigen Geist, sein schelmisches Grinsen und den klaren, durchdringenden Blick sehr gut ein, was ihn recht jugendlich wirken lässt, auch sein Schreibstil ist junggeblieben und erfrischend. Doch in natura sieht man ihm den Jahrgang 1949 dann doch schon an, sowohl körperlich wie auch die Lebenserfahrung in seinem Blick. Da stand er dann vor uns, hochgewachsen, schlaksig, die Haare unfrisiert ins Gesicht hängend, einen gestrickten Kapuzenpulli und seine Uhr über den Pullover gebunden. Zugegeben, im ersten Moment ungewöhnlich. Aber es passt. Er war sehr authentisch, sehr emotional, und wäre er im Anzug oder im schicken Outfit vor uns gestanden, hätte ich mich spätestens nach fünf Minuten gefragt, wem er denn etwas vorspielen will. So aber passte alles perfekt zueinander. Altmann ist ein Mensch, bei dem man weiß, woran man ist, und das gefällt mir an seinen Büchern.

Auch sonst war sein Auftreten eher ausgefallen. Man ist es gewöhnt, dass der Autor kommt, sich hinsetzt, still sitzenbleibt und dann liest. Altmann tat dies auch, aber er saß kaum eine Minute still. Spielte hier mit dem Mikrofon, knibbelte dort irgendwo mit den Fingern, stellte die Füße mal schräg und setzte sich dann wieder völlig schief an den Tisch. In Gedanken hatte ich immer wieder das Bild vor Augen, wie er beim Vipasanna in >TRIFFST DU BUDDHA, TÖTE IHN< tagelang nichts tat als nur stillzusitzen, und erst jetzt kann ich erahnen, was das für ihn bedeutet.

Aus fünf Büchern las er einzelne Episoden. Einige davon humorvoll, überraschend. Mit glasklarer Beobachtungsgabe fängt er die schönen Momente ein und verpackt sie in Worte. Wir haben viel gelacht bei dieser Lesung. Manche Beiträge waren dagegen gesellschaftskritisch und hintersinnig, da hat man dann geschmunzelt oder innerlich auch mal mitgewettert, zustimmend genickt. Und besonders genoss er es zu betonen, dass er jetzt wieder seine sadistische Seite im nächsten Text zeigt. Dann las er unverblümt seine Meinung zu einer Person oder einer Situation, beschimpfte und schmähte. Und dabei stellte ich fest: was im Buch auf mich stellenweise respektlos und arrogant wirkt (wenngleich ich ihm inhaltlich zustimmen mag, nur die Art der Darstellung nicht gutheiße), das ist im Vortrag von ihm selbst in Ordnung, wirkt nicht mehr herablassend sondern einfach nur geradlinig. Er hat feste Prinzipien, zu denen er steht, da macht er keine Kompromisse. Doch aus der empfundenen Arroganz wird dann die erlebte Konsequenz, nicht gedankenlos sondern wohldurchdacht und geradeheraus.

Die jeweiligen Szenen machten große Lust, die Bücher selbst zu lesen. Er ist ein hervorragender Vorleser. Jeder hat ja andere Vorstellungen davon, wie ein Satz zu betonen ist, wann man die Stimme hebt, ob man hier oder dort nun schneller sprechen soll oder die Lautstärke heben. Was Altmann betrifft - er liest genau so, wie es für mein Empfinden gehört. Er hat zwar nicht in Dialogen die Stimme variiert, dafür aber sehr viel Emotion in den Vortrag gelegt, man konnte sich nicht entziehen, hing gebannt an seinen Lippen. Eine sehr angenehme Sprachmelodie, dazu variierte er im Tempo, der Lautstärke, Intensität, er belegte jedes einzelne Wort mit Leben und Bedeutung. Ja, man spürt, dass Sprache für Altmann etwas Besonderes, etwas Wichtiges ist, das betont er in Interviews und seinen Büchern immer wieder, und das hat er auf der Lesung deutlich demonstriert. Er versteht es, Worte geschickt zu setzen, ihnen das richtige Gewicht zu verleihen und Bilder in die Köpfe seiner Hörer / Leser zu pflanzen.

Nach eineinhalb Stunden dann war er fertig mit seinem Vortrag. Danach nahm er sich die Zeit, Fragen aus dem Kreis der Gäste zu beantworten. Es waren sehr interessante Fragen dabei, die er offen beantwortete und die einen sehr schönen Einblick in sein Werk und seine Gedankenwelt gaben. Aber was mich enttäuschte: Trolle gibt es wohl nicht nur im Internet, sogar auf Vorträgen wie diesem sind sie anzutreffen. Es gab Fragen, bei denen ich am liebsten aufgestanden wäre und die Leute gepackt hätte. Zwei davon regelrecht übergriffig. Diese Beiträge kommentierte er, zwar mit zusammengebissenen Zähnen aber beherrscht und sehr souverän, ich fand seine Reaktion klasse. Und ein anderer Gast schien bei seiner Frage vergessen zu haben, welches Genre Altmann schreibt. Als hätte er einen Rockstar gefragt, warum es immer nur Gitarre sein muss und ob er nicht die sanften Klänge der klassischen Musik zu schätzen wisse. Diese Frage hat er clever beantwortet, die Gäste mit einem Scherz auf seine Seite gezogen, das gefiel mir. Nein, Altmann ist keiner, der sich die Butter vom Brot nehmen lässt, er weiß sich mit Wortwitz und klarer Argumentation gut zu wehren, das hat mich beeindruckt.

Für mich selbst muss ich sagen, dass es ein sehr gelungener Abend war. Ich weiß nun, wer hinter den spannenden Berichten steckt, kann einige seiner Aussagen besser nachvollziehen. Und durch die Vorstellung mehrerer Titel konnte ich für mich auch schon herauspicken, was ich als nächstes lesen werde ;-)

SaschaSalamander 19.03.2012, 09.24| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Events

Statistik KW 11

GELESEN / GEHÖRT
1 - The World God only knows (T Wakaki)
1 - Lady Bedfort 04 - Der letzte Gast (Hörplanet)
1 - Kommissar Dobranski 07 - Außer Kontrolle
1 - Linus Lindbergh und der Riss in der Zeit (T Elsäßer)
1 - Schrödinger, Dr. Linda und das Kühlhaus (J de Leeuw)
1 - Die Vergewaltigerin (F v Stade)
1 - Nachtexpress (E Schneider)
1 - Zuschauer - exzessive Freunde (I Meerling)
4 - Painting Marlene (S Ludwig)
4 - Golden Tales (T Nao)


EVENTS
Lesung Andreas Altmann, Reisetagebücher


GESEHEN
Die Haut, in der ich wohne
Persepolis


NEUZUGÄNGE
Starters (L Price)
Mutschels Abgesang (U Bliefert)
Im Park - Think Positive (J C Skylark)
Im Nachtexpress (E Schneider)
Zuschauer - exzessive Freunde (I Meerling)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - beendet
3 - weitergeführt
4 - begonnen
5 - abgebrochen

SaschaSalamander 18.03.2012, 20.41| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Linus Lindbergh und der Riss in der Zeit

Erstes Kapitel: Hunde im Weltall
Zweites Kapitel: Tornados im Haus
Zwölftes Kapitel: Der Rat der verantwortungsvollen Erfinder
Dreizehntes Kapitel: Der vergessene Traum
Vierzehntes Kapitel: Die Prüfung
Sechzehntes Kapitel: Der unsichtbare Dritte
Achtzehntes Kapitel: Auf der Flucht
Vierundzwanzigstes Kapitel: Die Sache mit dem Tintenfisch

SaschaSalamander 17.03.2012, 19.20| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kapitel

Kapitelüberschriften

Ein neues Thema möchte ich im Blog einbringen: KAPITEL

Abgesehen vom ersten und letzten Satz eines Buches, die ich unbedingt lesen muss, bevor ich anfange mit der Lektüre, blättere ich gerne nach den Kapitelüberschriften. Ob ich ein Buch als gut oder schlecht empfinde, ist unabhängig davon, ob es in Kapitel unterteilt ist oder nicht. Auch ist es mir egal, ob die Kapitel nun 1, 2, 3 usw benannt sind oder eine Überschrift haben. Aber ich muss zugeben, dass ich eine clevere Kapitelüberschrift durchaus zu schätzen weiß.

Was kennzeichnet für mich eine gute Kapitelüberschrift? Der Text macht neugierig und zwingt den Leser quasi zum Weiterlesen. Er will erfahren, was das bedeutet. Oder aber es gibt einen Ausblick auf ein kommendes Ereignis, steigert die Spannung. Aber es darf keinesfalls zuviel vom Inhalt verraten. Je nach Genre des Buches ist es prima, wenn die Kapitelüberschriften sich auch gut zum Rest fügen, bei einem witzigen Jugendroman also lustig klingen, bei einem Thriller gruslig sind, und so weiter.

Besonders toll ist es natürlich, wenn zusätzlich zur Überschrift oder Nummer dann auch noch passende Zitate eingefügt sind. Ein prima Beispiel war da natürlich die TINTEN-TRILOGIE von Cornelia Funke, aber auch anderen Büchern gelingt es, mit gut gewählten Zitaten eine Atmosphäre zu zaubern.

Besonders liebe ich es, wenn ich nicht erst das gesamte Buch durchwühlen muss, sondern wenn die Kapitelüberschriften in einem Inhaltsverzeichnis präsentiert werden. Leider selten bei Romanen, dabei macht gerade diese Kleinigkeit oft sehr viel Lust aufs Lesen, weil man die Überschriften sieht und es nicht erwarten kann zu erkunden, was sich dahinter verbergen mag.

Genauso, wie der erste und letzte Satz eine ganz besondere Kunst des Autors sind (die viele leider vernachläsigen), sind die Kapiteleinteilungen etwas sehr Prägendes für ein Buch. Ein Buch ohne Kapitel legt man schneller aus der Hand, weil es bis zum Ende noch so lang ist, und irgendwann muss man ja mal pausieren. Ein kurzes Kapitel verleitet zu "nur noch zwei Seiten, dann höre ich auf", und dann kommt ein fieser Cliffhanger, nagut, die nächsten vier Seiten kann man ja noch kurz lesen, und dann ist es bereits spät in der Nacht, und man hat das Buch zu Ende gelesen ;-)

Ich möchte die Überschriften weitgehend unkommentiert stehenlassen. Ich werde einfach ein paar Zitate oder Überschriften benennen, die für mich hervorstechen und das Buch kennzeichnen. Damit jeder Leser für sich entscheiden kann, was ihm zusagt oder ob er es gelungen findet ...

SaschaSalamander 17.03.2012, 17.15| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Blog

Tote Mädchen lügen nicht

asher_totemaedchen_1.jpgTOTE MÄDCHEN LÜGEN NICHT. Hannah sagt die Wahrheit, sie hat nichts mehr zu verlieren. Sie will sich selbst töten. Und bevor sie dies tut, nimmt sie 13 Kassetten auf. Auf jeder davon schildert sie eine Etappe, benennt eine einzelne Person. Niemand trägt die Last für ihren Suizid auf seinen Schultern, doch eine Abfolge von Ereignissen und das Zusammenwirken vieler einzelner Faktoren und Personen führte dazu, dass sie sich nun aus dem Leben verabschiedet. Die erste Person erhält diese Kassetten und soll sie nach dem Anhören an den als nächstes genannten versenden. Clay Jensen ist einer von ihnen. Er liebte Hannah, und er versteht nicht, inwiefern sein Verhalten mit ihrem Tod zusammenhängen könnte.

Die Erzählweise des Buches ist ungewöhnlich und erwähnenswert: es gibt zwei Erzählstränge. Das eine ist die wörtliche Rede Hannahs auf den Kassetten, der Leser (bzw der Hörer der Kassetten) wird mit "Du" angesprochen. Das andere ist in normaler Schriftweise der Ich-Erzähler Clay, der zwischendurchden Text Hannahs während des Hörens gedanklich kommentiert und der, wenn er nicht die Kassetten hört, sein aktuelles Handeln beschreibt. Beide Erzählstränge fügen sich perfekt ineinander, sodass man einem ungestörten Lesefluss folgen kann.

Ich fand diese Methode sehr gelungen, denn der Leser fühlt sich durch das "Du" direkt angesprochen, als wäre er selbst ein Teil der Umstände, die Hannah zu ihrer Tat brachten, was ein sehr beklemmendes Gefühl auslöst. Zugleich durch den Ich-Erzähler erhält er einen tiefen Einblick in das Erleben eines der Betroffenen. Clay und den Leser treibt die gleiche Frage voran: was hat er damit zu tun? Warum erhält auch er die Kassetten? Und wie können kleine Neckereien und unbedachte Handlungen dazu führen, dass Hannah sich das Leben nehmen wollte? Immer wieder macht das Mädchen Andeutungen auf das Kommende, und man will endlich wissen, was dahintersteckt.

Dazu die bange Frage: WANN erscheint Clay auf den Kassetten? Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr Schuld haben die erwähnten Personen auf sich geladen. Doch käme Clay bereits am Anfang, welche Motivation hätte er noch, die anderen Kassetten zu hören, welche Motivation hätte der Leser, das Buch zu beenden? Aber kann dieser sympathische Junge, der so liebenswürdig scheint, wirklich etwas so Schwerwiegendes getan haben?

Während Clay das Tonband hört, wird er zudem von Hannah aufgefordert, die Punkte aufzusuchen, die sie auf einer Landkarte markiert hatte, welche alle Betroffenen vor dem Suizid erhalten haben. Und so wandert Clay durch die Stadt und trifft andere, die bereits vor ihm auf der Kassette erwähnt wurden. Jeder geht anders mit seiner Schuld um, manche tragen schwer daran, andere nehmen ihren Teil daran nicht wahr, laden neue Schuld auf sich und erkennen nicht, was ihr Verhalten bei anderen auslöst.

Der Roman geht unter die Haut, ist sehr realistisch gehalten. Ein Satz, der mir sehr gut gefiel: "Wenn Du jemanden lächerlich machst, bist Du dafür verantwortlich, wie andere sich ihm gegenüber verhalten". Eine wichtige Aussage. Denn Mobbing ist an Schulen keine Seltenheit. Und es beginnt bereits im Kleinen, wo man es noch nicht einmal als Mobbing wahrnehmen würde. Es sind Kleinigkeiten, unbedachte Aussagen, harmlose Späße, die große Wunden reißen können. Auf gewisse Weise muss sich jeder fragen, was er hätte tun können, um Hannahs Selbstmord zu verhindern.

Für die achte und neunte Klasse halte ich das Buch auch sehr gut als Schullektüre geeignet (wobei ich allerdings deutsche Autoren hierfür bevorzuge). Denn es bietet sehr viel Stoff zum Diskutieren. Es fällt mir schwer, hier keine ausufernde Analyse einzelner Szenen, Charaktere und Verhaltensweisen zu erstellen, denn es bietet sich dafür geradezu an. Die Jugendlichen können sich hervorragend in die Handlung einfinden, die Sprache ist flüssig und angenehm. Sogar Lesemuffel werden dieses Buch nur ungern aus der Hand legen. Ideale Voraussetzung zu einem Schulbuch, um sich im Klassenverband über ein wichtiges Thema auseinanderzusetzen.

SaschaSalamander 17.03.2012, 15.28| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Jugend, Drama, Tip,

Linus Lindbergh und der Riss in der Zeit

Erster Satz Prolog:
Professor Dagendorf schüttelte missmutig den Kopf.

Erster Satz:
Linus rieb sich die Müdigkeit aus den Augen

Letzter Satz:
(könnte ein Spoiler sein)

aus: Tobias Elsäßer: Linus Lindbergh und der Riss ind er Zeit; Sauerländer 2012

SaschaSalamander 17.03.2012, 11.05| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Nähkästchen

In letzter Zeit sind hier ja nur noch erste Sätze, Rezensionen und aktuelle Meinungen zu lesen. Deswegen möchte ich mal wieder ein paar private Zeilen posten :-)

Es ist ziemlich viel los, seit Dezember bin ich recht auf Arbeit eingespannt, und abends bleibt wenig Zeit. Diese nutze ich am liebsten mit einem entspannenden Film oder einem gemütlichen Spaziergang, gerne auch etwas Yoga oder ein langes Telefonat mit einer Freundin. Hauptsache das Hirn ein wenig ausschalten. Dass es direkt nach der Arbeit immer schon dunkel war, wirkte natürlich wenig motivierend.

Endlich aber wird es Frühling, und ich spüre, wie das Licht auch wieder Energie gibt. Da kann man abends dann auch gerne noch mal rausgehen, eine Runde mit dem Rad fahren. Bald werde ich mich auch wieder auf die Inliner wagen. Ich bin nicht mehr so träge, im Hellen arbeitet es sich einfach besser ;-)

In letzter Zeit habe ich sehr viel gelesen, gerade durch die eineinhalb Stunden Pendeln jeden Tag. Seit letzter Woche fahre ich mit dem Rad zur Arbeit. Das heißt, ich werde wieder weniger Bücher lesen, dafür aber ein paar mehr Audios hören. Ich bin selbst schon gespannt, wie sich dieses Jahr für mich entwickeln wird, es ist mein erster Frühling, mein erster Sommer hier am Fluss. Vielleicht werde ich viel mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sein. Oder vielleicht setze ich mich einfach auf eine Holzbank hier in der Nähe, lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen und lese. Es geht mir momentan einfach so richtig gut, und das genieße ich gerade, der Rest wird sich ergeben, ich lasse es auf mich zukommen. Ich bin rundum zufrieden. Es dürfte alles gerne ein paar Monate lang so bleiben, wie es gerade ist :-)

Was sonst noch so los ist? Ich habe viele liebe Menschen dank Internet wiedergefunden. Klar kann man nicht alles aufleben lassen, vorbei ist vorbei. Aber es gibt doch Menschen, die man aufgrund der Veränderungen im Leben aus den Augen verliert, und wo man auch nicht weiß, wie man sie wiederfinden soll. Dafür liebe ich das Internet!

Und dann die Wohnung, die wirklich toll ist, von der ich immer wieder schwärmen könnte, weil sie so perfekt auf meine Wohnbedürfnisse zugeschnitten ist, als wäre sie nur für mich gemacht.

Und ganz einfach die Tatsache, dass das Leben einfach mal läuft, ohne ständig einen Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Jaja, aus Steinen kann man Brücken bauen, und Hinernisse machen stärker. Aber zuviele Hindernisse auf Dauer sind entkräftend, zermürbend, und nach all den Jahren tut es gut, einfach mal gemütlich zu spazieren statt immer nur zu klettern und springen.

Der Körper spürt das natürlich auch. Seit Jahren mein erster Winter, den ich ganz ohne Erkältung überstanden habe. Trotz ein paar Pfunden zuviel *hüstel* bin ich so fit wie schon lange nicht mehr, und es geht mir blendend. Ohne Medikamente lebt es sich einfach angenehmer :-)

Ein bezogen auf Bücher, hier paar Ausblicke, was mich in den nächsten Wochen erwartet:

Vorgestern habe ich eine Lesung von >Andreas Altmann< besucht. Davon will ich Euch natürlich unbedingt erzählen, es war sehr spannend und bereichernd für mich.

Die nächsten Titel, die ich für Euch rezensiere, sind LINUS LINDBERGH (Kinderabenteuer) von Tobias Elsäßer, SCHRÖDINGER, DR LINDA UND DAS KÜHLHAUS (ein ungewöhnlicher Jugendroman) von Jan de Leeuw, THE WORLD GOD ONLY KNOWS (ein witziger Manga). Nachdem das Lufer-Haus so gut ankam, möchte ich kurz noch NIGHTLIFE vorstellen, ebenfalls ein Gruselhörspiel.

Wenn das Lesen klappt wie geplant (man weiß ja nie, welcher langersehnte Titel mir plötzlich in die Hände fällt oder welches angeforderte Buch ich dann doch nicht erhalte), dann lese ich demnächst: DAS KATZENKOMPLOTT von Katie Davies (witziges Kinderbuch), TOYBOY von >Irina Meerling<, STARTERS von Lissa Price, >PAINTING MARLENE< (Jugendroman) von Sabine Ludwig sowie einige humorvolle und erotische Mangas. Danach liegt noch so einiges auf der Halde, aber die Reihenfolge weiß ich noch nicht ganz. Geplant sind unter anderem noch

DAS SKRIPT (Thriller von A Strobel), DELIRIUM (romantische Jugenddystopie von L Oliver), DORIAN HUNTER (>Zaubermond< Hörspiel), ältere Hörspiele vom >HÖRPLANET<, SIGMUND FREUD (Hörspiel), VERBOTEN GUT (Erotik von >Inka Loreen Minden<), etwas vom >Marterpfahl-Verlag<, NACHTS IM ZOO von >Justin C Skylark<, ASH von Malindo Lo, etwas von >Ulrike Rylance<. Mal sehen, wie ich meine Vorsätze einhalten kann und was dazwischen kommt, aber diese Titel liegen mir als nächstes sehr am Herzen. Dazu natürlich noch ein paar Regionalkrimis und Mangas, aber die stehen schon so lange im Regal ... es gibt Phasen, da wird der SuB kleiner, und es gibt Phasen, da wächst er beständig an. Momentan wird er täglich scheinbar größer und größer ;-)

Aber bevor ich mir Stress mache - neeeee, die Sonne scheint. Und ich habe eine Woche Urlaub. Jetzt heißt es erstmal Frühjahrsputz (mit Hörspiel), Fahrradfahren, Sonne genießen, Inliner Fahren, Kochen und Backen, in die Sauna gehen, Kontakte pflegen und viel Zeit im Freien verbringen :-)

SaschaSalamander 17.03.2012, 09.01| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Pulp

Fünf

poznanski_fuenf_1.jpgEine Leiche wird gefunden, der Koordinaten auf die Fußsohle tätowiert wurden. Diese Koordinaten führen die Ermittler Beatrice und Florin zu einem makaberen Versteck: bei den angegebenen Koordinaten finden sie eine Plastikbox mit einer abgetrennten Hand. Und einen Hinweis auf weitere Koordinaten, wo sich neue Körperteile finden. Ein befreundeter Kollege erzählt ihnen von "Geocaching", und dies scheint einer der Schlüssel für den Fall, denn der Täter spielt eine grausame Schnitzeljagd mit der Polizei. Und dabei kommt er Beatrice gefährlich nahe ...

Poznanski hat mich bereits mit >EREBOS< und >SAECULUM< begeistert. Diese beiden Titel waren Jugendthriller, mit FÜNF begibt sie sich nun in den Bereich der Erwachsenenliteratur. Und zwar sehr gekonnt. Der Roman hat mich von der ersten Sekunde gefesselt, nachdem ich begonnen hatte, wollte ich nichts anderes mehr als beständig nur weiterzulesen. EREBOS handelt von einem Onlinerollenspiel, SAECULUM beleuchtet die Welt des Liverollenspiels, und FÜNF bedient sich des Themas Geocaching. Ich finde es prima, wie Poznanski immer wieder aktuelle Trends aufgreift und daraus eine spannende Geschichte webt. Ein Buch wie FÜNF war tatsächlich schon lange fällig (mag sein, dass ich eines verpasst habe, das ist natürlich nicht ausgeschlossen. Kennt jemand einen Krimi zu diesem Thema? Ich freue mich über Tipps).

Die Charaktere gefallen mir sehr gut. Normalerweise stört es mich eher, wenn zuviel private Ereignisse der Ermittler in den Roman einfließen. Ich will einen packenden Thriller, kein Sozialdrama. Bei FÜNF allerdings wird das Privatleben Beas zu einem Teil der Schnitzeljagd, denn der Täter scheint ihre Vergangenheit zu kennen, scheint ihr aktuelles Leben zu kennen. Es gibt zu Beginn nur Andeutungen, und ich konnte es nicht erwarten, bis ich endlich erfuhr, was hinter den gelegentlichen Anspielungen auf ein früheres Ereignis steckt und inwiefern dies mit dem Fall zusammenhängen könnte.

Auch gefällt es mir, dass die Charaktere zwar Probleme haben und nicht wirklich Helden darstellen, trotzdem aber keine so heruntergewirtschafteten Antihelden sind, wie sie gerade in der Literatur beliebt sind. Mit Bea und Florin hat Poznanski zwei Ermittler geschaffen, die mir ausnahmsweise wirklich sympathisch waren und von denen ich sehr gerne weitere Fälle lesen möchte.

Der Fall selbst ist clever inszeniert. Ziemlich lange tappt der Leser im Dunkeln, die Motive des Täters sind unklar. Normalerweise habe ich ein recht gutes Gefühl dafür, was hinter den Taten stecken könnte und wer der Täter ist. Hier jedoch ging es mir wie den Ermittlern: es lag alles klar auf der Hand, es schien offensichtlich und war doch nicht erkennbar, es fehlten kleine Elemente zum Rest des Puzzles. Die Auflösung ist nachvollziehbar und logisch, sehr gut durchdacht.

Eine Szene gab es, in der ich nicht ganz mitkam und mich fragte "wie kamen sie bitteschön auf diese Lösung?", aber ansonsten war es eine astreine Ermittlungsarbeit, wie ich sie liebe. Recherche, Nachforschungen, tagelange Information. Zeugenbefragungen, das Ausgraben von vergangenen Ereignissen. Die Verbindung zwischen den einzelnen Elementen erkennen und dann am Ende das Rätsel lösen. Sehr schön, so liebe ich Thriller und Krimis!

Das Thema Geocachen hat sie auch sehr schön umgesetzt. Ich kann mir gut vorstellen, dass nach diesem Buch viele Leser Lust auf dieses Hobby bekommen haben.

Wie erwartet hat FÜNF mich ziemlich begeistert, der Inhalt einige Zeit beschäftigt. Und jetzt sitze ich hier und hoffe so bald als möglich auf den nächsten Roman der Autorin. Ich bin gespannt, welchen Themas sie sich als nächstes annimmt :-)

SaschaSalamander 16.03.2012, 08.57| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Tip, Thriller, Deutsch,

Das Lufer-Haus

luferhaus_1.jpgINHALT

DAS LUFERHAUS ist kein klassisches Hörspiel sondern eine Zusammenstellung von Tondokumenten: >Die Geschichte des Luferhauses< ist überregional bekannt, da es dort spuken sollte. Der damals mit seiner Familie dort lebende Arzt Bergmann, ein Mann der Wissenschaft und von hohem Ansehen, schilderte in einem Tagebuch die Erlebnisse, bis das Tagebuch endet und die Betroffenen verschwinden. Nun, in der Gegenwart, soll das Haus abgerissen werden. Doch zuvor wollen Dr. Albrecht Lindner, Dr. Marianne Weimar, ein Assistent, zwei Tontechniker und ein Kapuzinermönch mittels Vor-Ort-Ermittlungen weitere Erkenntnisse sammeln. Das Team verschwindet spurlos, und später wird von der Polizei das zusammengestellte Tonmaterial ausgewertet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.


GENRE

Found Footage  (gefundene Aufnahmen aus angeblich realistischen Begebenheiten) / Mockumentary / Pseudo-Doku ist  besonders im Gruselsektor sehr beliebt. Die bekanntesten Beispiele dürften BLAIR WITCH und PARANORMAL ACTIVITIES sein. Im Hörspielsektor fällt mir spontan kein Titel ein, zumal es wirklich eines guten Teams bedarf, das umzusetzen (von der Reihe "Mitschnitt" des Labels Floff habe ich zwar schon gehört, konnte mir selbst aber noch kein Bild davon machen). Es gilt Spannung nicht mit Hilfe von verschwommenen Bildern, Nachtsichtkamera und angstverzerrten Gesichtern zu erzeugen sondern alles mit Geräuschen und Stimmen zu produzieren, atmosphärische Musik fällt als weiteres Stilmittel weg. Eine ziemliche Herausforderung, der die Lauscherlounge sich stellte und die sie nun meisterlich umgesetzt hat!


REALER BEZUG

Das Hörspiel ist nicht komplett erfunden sondern basiert auf einer realen Begebenheit. Prima finde ich >die Homepage des Hörspiels<, die einen gewissen Realismus vermittelt. Über Wikipedia kommt man auch auf ein angeblich im Eigenverlag produziertes >Buch<  zu den Hintergründen des Lufer-Hauses, was ich wirklich eine nette Idee finde, um die Fans ein wenig zu verwirren. Bei meiner Recherche heute stieß ich auf einige zusätzlichen Forenbeiträge. Auch eine nähere Suche nach dem Inhaber der Seite des angeblichen Herrn mit dem Eigenverlag bringt nette Ergebnisse. Ich finde es wirklich prima, welche Arbeit die Macher investiert haben, um auf diese Weise auf sich aufmerksam zu machen. Dass aber immer noch recht viele Leute zu glauben scheinen, dass es real ist, irritiert mich doch. Zeigt aber, wie gekonnt die Louscherlounge ihr Marketing betrieben hat, eine tolle Leistung!

Tatsächlich wurde bezogen auf den Realfall zwar einiges geändert, ist aber immer noch klar als der Fall des >Joller-Hauses< erkennbar. Aus Joller wurde Bergmann, dem Haus wurden für das Hörspiel ein paar Stockwerke hinzugefügt, die Namen der Familienmitglieder wurden natürlich auch geändert, und aus dem Schweizer Örtchen Stans wurde das Geschehen in die Nähe von Küsnacht verlegt. Die Ereignisse jedoch sind weitgehend gleich, natürlich ein wenig "dramaturgisch überarbeitet". Joller führte Tagebuch, und einige der dort auftretenden Phänomene wurden fast 1:1 übernommen.

Auch das >Parapsychologische Institut< in Freiburg existiert. Natürlich handelt es sich nicht um Lindner und Weimar, sondern um den bekannten Psychologen und Physiker >Walter von Lucadou< sowie seine Mitarbeiterin Dr. Frauke Zahradnik.


UMSETZUNG

Eine gruselige "Doku" ist ein Projekt auf schmalem Grat: Die Tonaufnahmen müssen so klar sein, dass der Hörer sie gut versteht und der gescripteten Handlung folgen kann. Dennoch muss es authentisch klingen, muss also hier und da verrauscht sein, es müssen auch unwichtige Elemente zu hören sein (denn bei einer realen Aufzeichnung weiß man ja vorab noch nicht, was wichtig sein wird). Die Sprecher müssen deutlich sprechen für den Hörer, trotzdem müssen sie so "normal" als möglich klingen inklusive kleiner Sprachfehler, Dialekte, Eigenheiten. Spannungserzeugene Musik zur Untermalung kann nicht verwendet werden. Der Hörer muss über das Geschehen informiert sein, aber im Gegensatz zu einem regulären Hörspiel dürfen die Charktere sich nicht wie sonst üblich extra für den Hörer über das Geschehen austauschen und dem Hörer dabei die Handlung erklären.

Meiner Ansicht nach ist es den Machern hervorragend gelungen! Nur ein paar kleine Mängel: Stellenweise empfand ich die Sprecher als etwas zu "sauber". Man hätte gerne etwas mehr Dialekt und sprachliche Eigenheiten einbauen können. Selten, dass sich so viele Menschen treffen, die so gut Hochdeutsch (oder verständliches Schweizerdeutsch) reden ohne einzelne Silben zu verschlucken oder leichte regionale Färbung aufzuweisen, dadurch geht ein wenig Realismus verloren. Auch die vielen Erklärungen des Mönches empfand ich als etwas gestellt. Die Aufnahmen hätten gerne etwas verrauschter oder unklarer sein dürfen, aber gut, schieben wir die gute Qualität auf die guten Mikrofone der Tontechniker, die bereits beim BND im Einsatz waren.

Die Sprecher selbst sind unverbraucht. Dadurch wird vermieden, dass der Hörer bekannte Stimmen im Ohr hat und diese mit anderen Hörspielen assoziiert. DAS LUFER HAUS wird dadurch umso realistischer. Jeder einzelne von ihnen macht seine Sache wirklich prima, wirkt absolut natürlich und vermittelt den Eindruck einer tatsächlich live entstandenen Aufzeichnung. Einzig Detlef Bierstedt ist bekannt, doch er ist der Sprecher, welcher die Dokumente ankündigt und von dem Hintergrund der Forschungen erzählt.

Die Art der Tonaufnahmen gefiel mir sehr. Die Aufnahmen wurden in einem leerstehenden Landhaus produziert. Dadurch konnten die Sprecher sich in ihre Rolle einfinden, und dadurch bekommt der Hörer statt Studiosound eine realistische Klangkulisse geboten, bei der die Leute im Raum verteilt sind und je nach Entfernung zum Mikrofon besser oder schlechter verständlich sind. Sie springen angeblich ab einem gewissen Geräuschpegel an und zeichnen automatisch auf. Die Aufnahmen für das Hörspiel wurden vom angeblichen Original zwar übernommen aber nicht bearbeitet. Das ergibt einige Logikfehler, aber die sind verzeihlich, wirklich 100% real lässt sich ein solches Projekt kaum umsetzen ;)

Es werden gelegentlich kleine Tondokumente eingefügt, die nichts zur Handlung beitragen aber quasi aufzeigen, dass die Mikrofone bei Geräuschentwicklung reagieren, z.B. das Schnarchen. Oder besonders nett fand ich die Idee, dass einer der Beteiligten sich vor dem Schlafengehen noch eine alte Folge der drei Fragezeichen anhört. Die Spannungen einzelner Charaktere untereinander werden sehr gut dargestellt. Insgesamt betrachtet wird alles sehr glaubhaft und hat im Internet schon einige Diskussionen über die Realität des Hörspieles entfacht, die nicht von den Machern initiiert waren.

Es bleiben viele Fragen zum Ende hin offen. Was ich nicht als Schwäche ansehe, sondern als Teil der Umsetzung. Man kann nicht eine perfekt abgeschlossene Geschichte im gefundenen Tonmaterial erwarten, wenn Leute wie auf diese Weise verschwinden. Ohne ungelöste Geheimnisse wäre dieses Hörspiel wohl nur halb so interessant ;-)


ATMOSPHÄRE

Die Atmosphäre entsteht vor allem durch das, was der Hörer sich vorstellt. Man denke an die Szene aus BLAIR WITCH, als jemand etwas Unerkennbares (ein abgetrennter Finger?) in die Kamera hält. Alle gruseln sich, und dabei weiß man eigentlich nicht einmal, was es ist. Und ähnlich ist es im LUFER-HAUS. Wer nichts übrig hat für Gänsehaut, wer alles als Humbug abwinkt und sich auch sonst nicht für das Thema interessiert, der wird das Hörspiel vermutlich auch nicht spannend finden. Ein paar Leute, die in einem Haus sind und sich gruseln, nur weil irgendein Nachbar ein paar Gegenstände verschoben hat, nur weil irgendwelche Nager auf dem Dachboden huschen? Nein, stocksteife Realisten kann das nicht überzeugen. Aber für solche Leute ist das Hörspiel ja auch nicht gedacht ;-)

Wer solche Geschichten mag, die sogar noch auf einer realen Begebenheit beruhen, der wird im Kopf entsprechende Bilder produzieren. Dafür bieten die Aufnahmen allerbestes Futter. Jede Menge Raum für freie Interpretationen und darum herum einige zusätzlichen Informationen, um das Kopfkino so richtig anzukurbeln. Auch die unheimlichen Ereignisse tragen dazu bei, dass Fans das Hörspiel auf jeden Fall nachts alleine im Dunkeln mit Kopfhörern genießen sollten und sich bestimmt recht nett gruseln werden ;-)


FAZIT

Das LUFERHAUS ist wirklich ein Glanzstück des Labels. Mit einfachen Mitteln entstand ein gelungenes Projekt, das durch den realen Bezug zum Joller-Haus und die glaubhafte  Umsetzung der Tondokumente einen ganz besonderen Grusel verspricht. Für Geisterfreunde und Hörspielfans ein Titel, den man auf keinen Fall verpassen darf!

SaschaSalamander 15.03.2012, 09.22| (3/3) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel | Tags: Tip, Deutsch, Horror, FoundFootage,

Fünf

Erster Satz Prolog:
Die Stelle, an der sich sein linkes Ohr befunden hatte, pochte im Rhythmus seines Herzschlags.

Erster Satz:
Morgennebel hüllte sie ein wie ein feuchtes Leichentuch.

Letzter Satz:
Erst viel später löschte sie das Licht.

Aus: Ursula Poznanski: Fünf; Wunderlich 2012

SaschaSalamander 14.03.2012, 15.40| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Der Kackofant

Ich bin verstört. Amüsiert. Schockiert. Ich weiß es nicht. Und ich weiß auch gar nicht, was ich schreiben soll. Es ist selten, dass ein Buch oder Hörbuch mich sprachlos macht. Aber Zehrer mit seinem Kackofanten hat es wirklich geschafft. Ich versuche trotzdem, Euch das Buch kurz vorzustellen:

Der Kackofant ist ein blauer Elefant, der statt einem Rüssel etwas hat, das aussieht wie eine lange Klopapierrolle. Und dieser Kackofant hat keine wirklichen Spezialkräfte. Aber er kann enorm riesige Haufen machen. So groß, dass man mit diesen Haufen einen Hund vor dem Ertrinken rettet oder einen Dieb fangen kann. Zwei Kinder gehen im Urlaub ihren Eltern auf die Nerven, diese schicken sie "bis da hinten an den Wald, und wer zuletzt zurückkommt, hat gewonnen". Und dabei laufen die Kinder immer weiter, bis sie im Wald den Kackofanten treffen. Natürlich glaubt ihnen später niemand. Im Laufe des Hörspiels treffen sie dann immer wieder auf das blaue Tier, und der Hörer hat seinen Spaß dabei.

Warum ich so etwas überhaupt angehört habe? Keine Ahnung, ich weiß es nicht. Denn ich bin ja ein wenig strange und für recht viel offen. Mein Geschmack ist oft hart an der Grenze. Aber bei Fäkalhumor hört mein Spaß auf. Einer der Gründe, warum ich viele amerikanische Filme nicht mag. Es nervt mich, wenn ständig über Stuhlgang gelacht wird, wenn Kloschüsseln explodieren oder wandelnde Kackhaufen im Bild erscheinen. Einer der Gründe, warum ich Scary Movie, Not anoter ... - Movie, Dogma und ähnlich gelagerte Filme nicht mag. Nein, so etwas finde ich nicht lustig.

Dass ich den KACKOFANT trotzdem gehört habe, schiebe ich auf meine Neugier. Es sah aus wie ein Kinderhörbuch. Und das wirkte wirklich seltsam. Hallo?!? Ein Kinderbuch über einen kackenden Elefanten? Geht es NOCH niveauloser? Andererseits: "Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat", das ist ein beliebtes und gern gesehenes Kinderbuch, und dabei geht es darum, wie ein Maulwurf die Ausscheidungen anderer Tiere analysiert, bis er herausfindet, wer ihm nun auf den Kopf gemacht hat. Im Kinderbuch "Du hast angefangen - Nein Du" streiten zwei Monster und werfen sich lustige Schimpfnamen wie Pfurzpflaume an den Kopf. Und diese beiden Bücher werden gerne in Kindergärten von Pädagogen vorgelesen, werden gerne von Eltern gekauft und kommen gut bei Erziehern wie auch Kindern an.

Und als ich das Hörspiel dann hörte, war ich recht erstaunt. Ich hatte Unflätigkeiten am laufenden Meter erwartet. Aber abgesehen vom Wort "kacken" und selbiger angedeuteter Aktion gab es eigentlich nie etwas, das unanständig war (naja, gut, in einer Geschichte ist auch von Pipi und Popo die Rede, aber auch hier erstaunlich unspektakulär). Es wurde niemals ausgereizt und in aller Deutlichkeit zelebriert. Gut, die Handlung war stellenweise schon sehr strange. Etwa wenn der Elefant im Zoo tagelang kein Geschäft verrichtet, nur um dann mit einem extragroßen Haufen über das extragroße Gitter seines Gefägnisses zu fliehen. Aber es war nicht derb fäkal dargestellt, sondern erstaunlich kindgerecht und sogar auf gewisse Weise witzig.

Ja, ich gebe es ganz offen zu: ich habe sehr oft gelacht bei diesem Hörbuch. Nicht angewidert und auch nicht dreckig, sondern amüsiert. Über die witzigen Ideen. Über das kindliche Verhalten der beiden Protagonisten. Über den süßen Kackofanten. Über die gut dargestellten Charaktere (die Eltern, die Lehrerin, der Zoodirektor, der Eisdieleninhaber). Sie haben witzige Namen (so heißt der Zoodirektor z.B. "Herr Vollmeise" und ist entsprechend unsympathisch) und sind liebevoll karikiert.

Und, ich denke sogar, dass es auf gewisse Weise für Kinder geeignet ist. Die Songs auf der CD sind lustig, die kleinen Kurzgeschichten sind liebenswert und humorvoll. Sie vermitteln Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Tierliebe. Es geht um Alltagsprobleme wie Hausaufgaben, ungeliebte Gerichte am Mittagstisch und die Abenteuerlust der Kinder vs das Ruhebedürfnis der Eltern. Die Geschichten sind moralisch ohne Zeigefinger und sorgen für jede Menge harmlosen Spaß bei den Kleinen. Mal ganz ehrlich - das große Geschäft ist ein Teil des Lebens, und Erwachsene neigen dazu, unangenehme Dinge gerne totzuschweigen, was es für die Kleinen erst recht interessant macht. Warum also nicht ganz offen darüber reden, auf kindgerechte und humorvolle Weise, dem Thema dadurch die Mystik und das Verbotene nehmen? Solange es anständig bleibt?

Andererseits - es gibt Dinge, die die Welt nicht braucht. Haben wir wirklich soviel Zeit zu verschenken, dass wir solche Dinge wie den Kackofanten brauchen? Gäbe es nicht Sinnvolleres, was wir mit unserem Leben anstellen könnten? Und daraus sogar einen tanzbaren Sommerhit für Kids machen, die dann alle singen und tanzen "K K K K Kackofant, nimm uns mit zu Dir ins Kackofantenland". Braucht es das wirklich?

Ich weiß es nicht. Eine abschließende Meinung kann ich mir nicht wirklich bilden. Muss ich zum Glück auch nicht. Und deswegen verbleibe ich absolut unentschlossen und bewerte die CD ganz einfach nach nur einem einzigen Kriterium: sie hat mich hervorragend unterhalten, und ich habe mich köstlich amüsiert. Wenn auch über wenig anspruchsvolle Dinge. Aber warum nicht auch mal das. Und was die Kids betrifft - es schadet nicht, sich mit diesem Thema zu befassen, es gehört zum Leben dazu. Und wenn es auch noch Spaß macht, umso besser ;-)

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Anmerkung nach der Rezension: Gestern erzählte ich einer Kollegin von diesem Buch. Sie war sehr interessiert, denn die Kleine wird gerade sauber und will noch nicht so recht aufs Töpfchen. Das Buch könnte eine Möglichkeit sein, dem Kind beizubringen, dass das etwas Tolles ist. Klar, nachdem ich es gehört und auch mal reingelesen habe dank einer Leseprobe muss ich sagen, dass es mir dafür durchaus geeignet scheint :-)


SaschaSalamander 14.03.2012, 08.29| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel | Tags: Kinder, Schräg,

Tote Mädchen lügen nicht

Erster Satz:
"Sir?", wiederholte sie.

Letzter Satz:
"Skye!"

Aus: Jay Asher: Tote Mädchen lügen nicht; Goldmann 2012

SaschaSalamander 13.03.2012, 15.38| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Blutflucht

Loreen Ravenscroft ist Inka Loreen Minden ist Lucy Palmer. Als Lucy kennen wir von ihr heiße Erotik, als Inka schreibt sie vor allem homoerotische Romane. Und als Loreen nun veröffentlicht sie eine spannende Dystopie, natürlich wieder gewürzt mit Romantik und Liebe. Auch, wenn das Buch erst jetzt erscheint, ist es dennoch ihr Erstlingswerk, das mehrere Jahre unbeachtet in der Schublade lag, bis es jetzt sehr veröffentlicht wurde.

Kate lebt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrem Onkel Sam. Sie ist eine Mutantin erster Klasse, kann Gedanken lesen und manipulieren. Doch Mutanten sind nicht gerne gesehen im Volk, und so hat Kate ihre Fähigkeiten viele Jahre unterdrückt, um unerkannt zwischen den normalen Menschen zu leben. Eines Tages begegnet ihr der geheimnisvolle Jack, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt. Auch er hat ein Auge auf Kate geworfen, und er vertraut ihr seine Vergangenheit an: er ist ein unregistrierter Mutant dritter Klasse, das heißt er verfügt über psychische und physische Kräfte. Von Loyal Pharmaceutics wurde er für militärische Zwecke gefoltert, konnte jedoch entkommen und ist seitdem auf der Flucht. Gemeinsam machen sich Jack und Kate auf eine gefährliche Mission: Jack will sich rächen, und Kate möchte als Rebellin für die Rechte der Mutanten kämpfen.

Sonst in der Gegenwart oder meist Vergangenheit, wagte sich die Autorin bei ihrem Erstling in die Zukunft. Geschickt erwähnt sie hier und da Einzelheiten, um die Welt von Jack und Kate lebendig werden zu lassen: Müll wird atomisiert, Tiger leben nicht mehr aber streifen als 3D-Holos durch den Zoo, Autos erledigen Kurierfahrten im Autopilot, ein ID-Chip unter der Haut ersetzt den Ausweis und viele Dinge mehr. Wann genau die Geschichte allerdings spielt, das bleibt dem Leser unklar, es ist jedoch alles realistisch und gar nicht einmal so fern unserer Gegenwart beschrieben, wenn man von den Mutanten absieht.

Handlung, Verhaltensweisen, Konflikte sind alle sehr geradlinig und übersichtlich. Die Handlung verläuft klassisch und vorhersehbar vom Beginn hin zum Ziel, es gibt keine Überraschungen für den Leser. Auch ist klar definiert, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört, das Geschehen ist einfach gestrickt. Die Charaktere sind sympathisch, jedoch wenig detailiert. Dadurch ist das Buch angenehm leicht und flink zu lesen. Denn die Sprache ist flüssig, die Handlung trotz der Vorhersehbarkeit spannend. Und wenn die Autorin eines kann, damals in Blutflucht mindestens so gut wie heute in den aktuellen Büchern, dann ist das die Beschreibung von Erotik. Immer wieder fallen ihr neue Möglichkeiten ein, wie man abseits von normal üblichen Praktiken Abwechslung für den Leser schaffen kann. In diesem Fall nutzen Jack und Kate ihre psychischen Kräfte, um unbemerkt öffentlich ihre (und unsere) Gedanken anzuheizen und sich Lust zu verschaffen.

Ein wenig mehr Tiefe wäre insgesamt wünschenswert gewesen, sowohl in der Komplexität der Handlung und des gesellschaftlichen Hintergrundes wie auch bei den Charakteren. Ansonsten ist das Buch top, noch kein typischer Minden oder Palmer, aber dafür ein würdiger Ravenscroft. Gäbe es noch keine anderen Bücher von ihr, so würde ich sagen: "die Autorin hat wirklich Potential, man sollte sie im Auge behalten". Aber das hat sich ja inzwischen bereits bestätigt.

Für alle, die noch nichts von Inka, Lucy oder Loreen gelesen haben, ist es ein unterhaltsamer Einstieg mit dem Versprechen für weitere, noch bessere Titel. Und für alle Fans ist der bisher unveröffentlichte Erstling natürlich ein Muss, der unbedingt in die Sammlung gehört ;-)

Und weil Jack so lecker ist, gibt es das Cover heute in größerer Variante:


SaschaSalamander 13.03.2012, 08.43| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Deutsch, Dystopie, Erotik, Romantik, Dark,

Blutflucht

Erster Satz:
Es war Freitagabend.

Letzter Satz:
Nur das zählte.

aus: Loreen Ravenscroft: Blutflucht; Elysion 2012

SaschaSalamander 12.03.2012, 15.36| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Closed Beta - Tera - Teil II

Und wieder ist ein Wochenende um, an dem Kahdor sich begeistert in die Welt von TERA gestürzt hat. Über meinen Blog möchte er seine Eindrücke mit Euch teilen, und ich freue mich, hier gelegentlich auch andere Themen als Bücher und Filme vorstellen zu können :-)

>Hier< gibt es den ersten Teil vom 18.02.-19.02.2012

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CB Weekend II 2.03.-4.03


Letztes Wochenende war es soweit die TERA CB ging in ihre zweite Runde! Frogster legte hierbei nicht nur eine kleine Flotte von Servern für Spieler aus USA, England, Frankreich und Deutschland bereit sondern startete auch mit einer recht ordentlichen Lokalisierung in die zweite Testphase.

Die Lokalisierung kam überraschend vollständig daher: Es waren an diesem Wochenende nicht nur die System und Spieletexte übersetzt sondern wartete auch mit einer kompletten deutschen Synchronisation auf. Die Sprecher stammen zwar nicht aus den Hollywood bekannten Reihen jedoch ist es bereits eine respektable Sache, dass in der heutigen Zeit der MMO-Massenware sich hierbei derart Mühe gegeben wurde.


Auffällige Rechtschreibfehler waren mir nicht ersichtlich und auch nur wenige Systemmeldungen waren in einem gewohntem IT-Englisch zu finden, was wahrscheinlich auch nicht mehr beabsichtigt wird zu übersetzen.


Der Start am Freitag verlief einwandfrei und führte nur zu ein zwei Verbindungsabbrüchen, was für eine Betaphase und den damit verbundenen IT-Test völlig normal ist. In beiden Fälle handelte es sich wohl um kleinere Updates in den Texturen.


Da ich am 02.03. auf dem bereitgestellten deutschen Server neu startete, führe ich hier nicht erneut die Eindrücke der ersten Level auf.


Insgesamt ist zu sagen, dass sich das Tutorial bis etwa Level 8 erstreckt und das gesamte Anfängergebiet (Insel) einen Umfang bis etwa Level 11 bietet, abhängig von Aufstiegsgeschwindigkeit und Levelverhalten des Spielers. Wie bereits erwähnt: Für meinen Geschmack etwas zu lang! Ein sehr zarter Einstieg, der somit auch jungen und Gelegenheitsspielern die Möglichkeit für einen Anschluss bietet, alte Zockerhasen hingegen werden stöhnen. Jedoch mit den skurillen und kreativen Kreaturendesigns sowie der kleinen story-technischen Einleitung wird gekonnt über diesen langatmigen Einstieg hinweg geholfen. Die Startinsel beendet ihre Züge mit einem imposant inszenierten Endboss.


Alle erwähnten Ereignisse sind bis hierher alleine sowie auch als Gruppe zu meistern. Ob dieser Fakt für ein MMO positiv ist, sei dahingestellt, jedoch zeigt sich auch hier die Benutzerfreundlichkeit für Gelegenheitsspieler.


Am späten Abend stellten sich dann starke Serverprobleme ein und mehrere Einbrüche trübten die anfängliche Euphorie. Frogster reagiert hier schnell und sehr kundenfreundlich: es wurde sogleich ein Forumsbericht eingestellt und ein zweiter Ausweichserver für die deutsche Community ans Netz gehangen.


Am folgendem Samstag blieb ich dem schwächelndem Server treu. Denn es ging hier um eine TESTphase. Was würde es bringen wenn alle Tester vor einem Problem davon rennen? Meine Treue wurde mit einem erstaunlich stabilen Spielvergnügen belohnt. So genoss ich meine Abreise von der Anfängerinsel mit einer dramatisch in Szene gesetzten Flugstunde auf einem Pegasus.


Der Beginn einer langen Reise war die Hauptstadt der Föderation. Ein Bund aus allen Rassen, die dort friedlich vereint leben. Geschichtliche Hintergründe kann ich auf Grund meiner vergleichbar geringen Einblicke in das Spiel nicht geben. Weitere Informationen können folgen oder sollten von diversen Fanpages bezogen werden.


Die Hauptstadt war für meinen Geschmack etwas zu gigantisch gehalten aber dies kann auch nur mein Groll gegen lange Wanderwege sein. Bei einem gefüllten Release wird es sich vielleicht noch als ein Segen zeigen.


Im Zentrum des Handelns gibt es nicht nur diverse Möglichkeiten seiner Bankfächer, Items, Fertigkeiten und Mounts zu ändern, kaufen oder sogar umzugestalten sondern man hat nun auch endlich einen kompletten Zugriff auf das Craftsystem.


Erstellt werden kann so ziemlich alles vom Spieler – nunja, und auch wieder nicht! Das Gute am System ist, dass viele der verwendbaren Items von Spieler erstellt werden können. Von Schriftrollen bis hin zu den Waffen ist wirklich „fast“ alles vertreten. Sogar Verbesserungen können anschließend noch durchgeführt werden, sofern, und hier ist der Knackpunkt, alle erforderlichen „Zutaten“ vorhanden sind. Viele der erforderlichen Items für das Craftsystem können in der Natur gefunden werden oder sogar aus der Demontage bisheriger Gegenstände gewonnen werden. Leider jedoch nicht alle, was das Crafting-System zu einem bisher nicht gerade rentablen Spielinhalt macht.


Möglich, dass die Spezialzutaten erst später in höheren Leveln selbst zugänglich sind was das Craften dann für die unteren Levelschichten jedoch nicht gerade lukrativ macht. Vielleicht werden noch weiteren Inhalte oder Rezepte für die Erstellung dieser Dinge folgen und waren noch nicht eingebunden. Hoffe auf Zweiteres denn gerade das Craft/Handwerkssystem in einem MMO macht eine willkommende Abwechslung aus.


Dem Anfängerparadies entflohen steht es einem nun frei in die sehr groß und weitläufig gestaltete Welt zu ziehen oder brav von Quest zu Quest zu streifen. Denn dies ist ein weiterer sehr schöner Punkt. Am gesamten Wochenende musste ich nicht ein Monster extra moshen um irgendwelche Pausen zu überbrücken. Nahtlos konnte ich mich von Aufgabe zu Aufgabe hangeln, denn hiervon gab es mehr als genug. Wenn auch bisher leider nicht sehr innovativ, einfache Missionen wie man sie auch aus diversen Hack'n & Slay Titeln kennt. Hier ist definitiv Raum für frischen Wind!


Frisch, skurill, grotesk, lustig, fantastisch und vor allem atemberaubend ist hingegen das Setting und die ausgefallende Monstergestaltung. Nicht nur das, denn durch die Unreal 3 Engine wurde eine solche Detailliebe gepflegt, dass man den Gegner gar nicht ganz bewundert hat, bis er dann schon zu Boden geht. Unsagbares Fernweh bekam ich bei meiner Ankunft am Feenteich... von Bildern her weiß ich jedoch, dass dies nur ein Teil der wunderschönen Schauplätze dieser Welt sind.


Über diesen Geschmack lässt sich streiten, denn dieser asiatische Fantasyflair trifft gerade hier in Europa nicht die breite Masse, somit wird diese Bilderpracht wahrscheinlich nur einen Platz in einer ausgewählten Spielergruppe finden.


Der Sonntag war wieder mit diversen Serverproblemen gespickt. Hier reagierte Frogster wieder geschwind und nahm das Problemkind für eine Weile vom Netz um Hardwarekomponente auszutauschen. Leider half auch dies nicht, so war die Spielzeit für die Tester dieses Servers am Ende des Wochenendes etwas kürzer gekommen. Trotz dieser Hardwareprobleme finde ich den Service und die schnelle Reaktion des Hosters vorbildlich. Ich habe weitaus schlimmeren Service erlebt und freue mich, dass Frogster hierbei mit guten Ansätzen startet.


Am Ende bin ich von Freitag bis Sonntag mit Unterbrechungen dennoch bis Level 15 gekommen. Was für diese Spielzeit durchaus angenehm ist. Für Hardcore User geht es natürlich durchaus schneller, aber Genuss und Spielspaß sollten ja auch noch ihren Platz finden.


Alle erlernbaren Fähigkeiten konnten optional eingekauft werden und mussten nicht über ein einschränkendes Punktesystem eingetauscht werden. Es bietet sich somit die Möglichkeit auch ohne Reue Zauber/Skills/Fertigkeiten einfach auszuprobieren. Bei Nichtgefallen brauchen dann zukünftig weitere Updates der Fertigkeit einfach nicht mehr gekauft werden. Somit braucht sich nicht zwangsläufig auf ein Build versteift werden.


Da nach meinem Empfinden erst etwa mit Level 12-15 die Skills so zahlreich sind, dass das Kampfsystem somit erst am Sonntag, in den letzten Stunden, wirklich voll zur Geltung kam, möchte ich Euch erst in der nächsten Testphase mehr dazu berichten. Denn mit den Ketten und Combofunktionen ergeben sich, gerade für Magier/Priester/Mystiker, erst richtig gute Einsätze.


Mehr dazu und weitere spannende Eindrücke gibt es dann im nächstem Bericht. Das nächste CB Weekend findet am 16.03-18.03 statt. Vielleicht sieht man sich... bis bald,


Kahdor



SaschaSalamander 12.03.2012, 08.29| (2/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Eure Beiträge | Tags: Games

Statistik KW 10

GELESEN / GEHÖRT
1 - Blutflucht (L Ravenscroft)
1 - Die Traumfrau 01 (R Amazume)
1 - Die drei ??? 152 -  Skateboardfieber
1 - Tote Mädchen lügen nicht (J Asher)
1 - Das Lufer-Haus (Lauscherlounge)
1 - Fünf (U Poznanski)
1 - Der Kackofant (K C Zehrer)
2 - Rebellen der Ewigkeit (G Ruebenstrunk)
3 - Meditation für Dummies (S Bodian)


GESEHEN
Black Swan
Sucker Punch


NEUZUGÄNGE
An Ancient Muse (L McKennitt)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - beendet
3 - weitergeführt
4 - begonnen
5 - abgebrochen

SaschaSalamander 11.03.2012, 20.14| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Statistik

Sucker Punch

Heute habe ich SUCKER PUNCH gesehen, und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich den Film beurteilen soll. Und auch die Kritiken der öffentlichen Meinung gehen sehr weit auseinander. Er spaltet die Zuschauer. Und das zu Recht. Ich weiß nur noch nicht, wo ich mich selbst einordnen soll.

Eine Rezension zu diesem Film wäre für meine Ansprüche zu komplex, da ich ihn komplett zerlegen würde, und schon ohne ihn in alle Einzelteile zu zerlegen, fallen mir ohne groß zu interpretieren und ohne ausgiebige Recherche so viele Dinge auf, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen und wie ich das sortieren soll. Deswegen ist der Film der Form halber hier zwar unter "Rezension" zu finden, aber eigentlich ist es eher ein bunter Gedankenmix, der nicht so ganz sortiert ist ;-)

Zu Beginn fällt es ziemlich schwer, sich in den Film einzufinden. Der Zuschauer bekommt viele bildgewaltige Szenen, jede Menge Musik und nur wenig Text. Doch man sieht, wie der Vater seine Tochter nach einem blutigen Vorfall in eine Nervenheilanstalt bringt. Er verhandelt mit dem Pfleger eine Lobotomie. Doch als er geht, verwandelt sich die Szenerie in eine Art Edelbordell, die Patientinnen sind die Prostitutierten, und die Protagonistin soll in fünf Tagen einem besonders angesehenen Kunden als Jungfrau verkauft werden. Doch das hübsche Mädel hat die Fähigkeit, mit ihrem Tanz die Zuschauer in Hypnose zu versetzen. Anstelle der Tanzszenen sieht der Zuschauer dann das, was das Mädchen sich vorstellt, nämlich wie sie als Kriegerin eine Mission erfüllt, für die sie verschiedene Gegenstände sammeln muss, die ihr den Weg in die Freiheit ebnen. Dabei helfen ihr vier der Mädchen. Die Szenen wechseln zwischen dem Edelbordell und den Kampf (Traum) sequenzen, die mal im Ersten Weltkrieg, mal in der Zukunft, mal im alten Asien, mal in einer Fantasywelt spielen. Doch die Mission ist gefährlich, und nicht alle werden fliehen können ...

Mindfuck erster Güte. Und ich bin hin und her gerissen. Ein Meisterwerk, das ich zehnmal und noch öfter sehen könnte und immer wieder etwas Neues entdecke. Und eine billige - Verzeihung - Wichsphantasie, bei der junge Frauen in etwas breiteren Gürteln (sollen Röcke darstellen), Strapsen mal mit Katanas oder Maschinenpistolen kämpfen. Wie gesagt, unsortiert, ich werde jetzt einfach mal ein paar Gedanken los.


WAS MIR ÜBERHAUPT NICHT GEFIEL:

Der Film war insgesamt einfach Overload. An sich waren einige Dinge nicht schlecht, wurden aber zusehr ausgereizt. Die Bilderflut, die Musik, die Actionszenen. Manchmal ist weniger einfach mehr. Dieser Film wollte alles, was er zeigte, noch etwas mehr zeigen. Bigger, better, American. Gib mir XXL und davon gleich zwei.

Ich hatte ein enormes Problem mit der Hauptprotagonistin. Im Film ist sie 20. Aber man hat sie auf niedlich getrimmt. Mit blonden Zöpfchen an den Seiten. Ihre Kulleraugen so groß wie bei einem Stofftier, die Wimpern extralang. Die Lippen so prall wie Pamelas Melonen (und wenn sie diese öffnet, dann immer perfekt genau so weit, dass jeder Mann nur einen einzigen Gedanken hat, was er da hineinstecken kann). Kaum ein Brustansatz, kein Hintern. Aber ein gürtelbreites Röckchen, darunter Strapse. Und dazu eine Körpersprache wie bei einem Kleinkind. Ihr geneigter Blick, die unsicheren Bewegungen, die nach innen gedrehten Beinchen. Da fehlte noch das Kindergartentäschchen an dem langen Arm mit ausgestreckten Händchen. Ich kriege die Krise, wenn ich so etwas sehe, und in mir brüllt alles ganz laut P**philie! Wenn irgendeines der Mädels zu einem der Freier hätte "Daddy" sagen müssen, hätte ich vermutlich den Film ausgeschalten. Mit sowas habe ich ein ganz massives Problem, auch wenn ich da vielleicht überreagiere. Aber das Mädel - sie wurde auch noch Baby Doll genannt - hat mich wirklich aufs Äußerste strapaziert.

An sich habe ich nichts gegen sexy Heldinnen. Oder sexy Helden. Egal, es darf ruhig was fürs Auge geben. Wenn es aber SO sexy ist, dass ich das Gefühl habe, der Film ist nur eine Tarnung für einen Pseudoporno, dann fühle ich mich als Zuschauer betrogen. Ja, ich weiß, 3 Engel für Charlie sind auch sexy. Und Kill Bill ist auch sexy. Und und und. Aber hier war wirklich absolute Overdose. Noch dazu diese Überdosis Zuckergus. Überdosis Schminke. Ja, es war ein Stilmittel, und es hat den Film auf seine Weise genial gemacht, es war überzeichnet, zumal es ja schließlich eine Fantasiewelt war, der Traum innerhalb des Traumes. Trotzdem war mir das einfach zuviel.

Und dann die Dialoge! Auaaaa! Manchmal habe ich nicht nur innerlich aufgestöhnt, sondern auch real ein lautes ARGH von mir gegeben. Nein, viel Liebe steckt nicht in den Dialogen. Aber wer braucht schon Dialoge, wenn er bei den Kampfszenen ausreichend Blick auf die Höschen bekommt. Wozu soll ihr Mund Worte von sich geben, wenn man ihn doch so gut für andere Dinge verwenden könnte. Wer braucht schon intelligente Sätze, wenn der unschuldige Kindergartenblick doch für alles entschuldigt (auch für das fehlende Gehirn. Am Ende fragte ich mich, wozu man jemanden dann auch noch lobotomisieren muss, wo doch eh schon nichts da ist?)


WAS MIR GEFIEL

Ich fand es einen großartigen Mindfuck. Es dauerte ein wenig, bis man begriff, was hier gespielt wird und warum. Erst die Nervenheilanstalt, dann das Bordell, und dann auf einmal Erster Weltkrieg? Aah, und dann wurde es klar. Es war genial gemacht, wie die drei Welten ineinandergriffen und das Geschehen in der einen Welt als Metapher für ein Ereignis der anderen Welt anzusehen war. Ein Film auf drei Ebenen, wirklich prima umgesetzt! Das Ende war entsprechend abzusehen und passte hervorragend zum Film, rundete ihn perfekt ab.

Der wilde Genremix ohne Rücksicht auf irgendeine Schublade war auch genial. Das muss man mal schaffen, Orks, Drachen, Maschinengewehre, den Ersten Weltkrieg, einen asiatischen Tempel, Samuraikrieger, Cyborgs, eine Nervenheilanstalt der Jahrhundertwende und die Roaring 20s unter einen Hut zu kriegen. Dazu auch kein spezifischer Kampfstil. Mal wurde mit Messern gekämpft, mal mit Schusswaffen, Schwertern, Bomben oder purer Wendigkeit. Der Film war Drama, Fantasy, Erotik, Action, Scifi, Historisch. Es schien ein Mix aus Inception, Shutter Island, Einer flog übers Kuckucksnest, PowerPuffGirls, Alice im Wunderland, House of Flying Daggers, Herr der Ringe, Dungeons and Dragons, Kill Bill, Moulin Rouge, Cabaret und einigen Mangas aus Martial Arts, Magical Girl und Mecha.

Auch der Stil lässt sich nicht festlegen. Es ist bonbonbunt und zuckersüß, so niedlich dass man Karies kriegt. Und auf der anderen Seite gibt es Charaktere, die richtig eklig, schmierig und hässlich sind. Eben alles stark überzeichnet. Da sind allerliebste Niedlichkeiten mitten in einer Bastion der Widerwärtigkeit. Als würde man die Powerpuff-Girls in ein dunkles Kellerverlies sperren, wo sie sich den Weg vom untersten Verlies hinaus in die Freiheit ermetzeln müssen, vorbei an Drachen, Vergewaltigern und Soldatenzombies. Und die niedlichen Girls kennen kein Pardon, einfach mal eine Kehle aufzuschlitzen und mit der Hand mitten ins Gekröse zu greifen. Und dann schnell noch mal ein Blick aufs Höschen und die großen Kulleraugen. Heureka, Mission geschafft, auf zur nächsten Qest!

Als Anime- und Mangafan gefällt mir dieser Mix natürlich auch. Kampfroboter / Mechas. Dann die Art des Mindfuck an sich sowie die Darstellung der Mädels. Solche Kampfmädels hat man in Animes oft. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich sie gezeichnet irgendwie besser finde als in real. Als Zeichnung kann ich mit dem "sieht recht jung aus" gut leben, real fällt mir das schwerer. Trotzdem, sehr viele animetypische Elemente. Wäre SUCKER PUNCH ein 20bändiger Manga, hätte ich vermutlich alle Bände im Regal stehen. Als Film sehe ich das etwas skeptischer. Aber es wirkt tatsächlich, als hätte man eine entsprechende Vorlage verfilmt.

Die Bilder waren mir stellenweise zuviel, manche Kamerafahrten zu hektisch. ABER es gab einzigartige Momente, die alles wettmachen. Allein eine Szene, in der die Mädchen vor einem Spiegel sitzen. Die Kamera dreht und fährt in den Spiegel hinein, man sieht hinter dem Spiegel durch den Spiegel hindurch auf die Mädchen davor, die Kamera fährt zurück, und man sieht, dass die Mädchen hinter dem Spiegel zu sitzen scheinen und das, was man für die Mädchen vor dem Spiegel hielt nur das Spiegelbild ist. Ein WTF - Gefühl allererster Güte, eine Darstellung zweier gleichzeitiger Parallelwelten, und allein diese eine Szene hat den Film absolut grandios gemacht. Oder eine Kamerafahrt auf einen Zeppelin hin, dann auf den Zeppelin hinauf, um ihn herum und daran herunter, als wäre man der Wind selbst, der die Plane des Luftschiffes streichelt.


FAZIT:

Der Film ist unglaublich unkonventionell. Und mir fällt kaum ein Vergleich ein. Meiner Ansicht nach setzt SUCKER PUNCH neue Maßstäbe in vielerlei Hinsicht, und man muss ihn einfach gesehen haben. Der Film verdient eine ganz besondere Würdigung. Aber bei den Dialogen sollte man einfach weghören, sie sind eh nicht handlungsrelevant, die Handlung erschließt sich allein aus den Bildern. Bei der Musik muss man, wenn man wie ich empfindlich ist, einfach gelegentlich mal den Ton ausschalten oder sehr viel leiser drehen, auch der schönste Song kann irgendwann zu laut und lästig werden. Und was die Kindergartenoptik der Protagonistin betrifft, da muss jeder für sich selbst entscheiden, immerhin ist BabyDoll ja bereits 20.

Es ist ein Film, bei dem man enorm viel mitdenken muss, um ihn zu begreifen. Und bei dem man in anderer Hinsicht das Hirn komplett ausschalten muss, weil man sonst ständig schmerzerfüllt aufstöhnt. Absolut ungewöhnlich. Ich denke, ich finde ihn zu 70 Prozent ein Meisterwerk. Und die restlichen 30 Prozent werfe ich in die Schrottpresse.




SaschaSalamander 10.03.2012, 20.04| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Mindfuck, Drama, Fantasy, Action,

Rebellen der Ewigkeit

ruebenstrunk_rebellen_1.jpgVORAB

Ich werde keine handlungsrelevanten Spoiler benennen, die Rezension wird also den Lesespass nicht vorwegnehmen. Um allerdings meinen Eindruck der Geschichte zu verdeutlichen, benenne ich einzelne Elemente der Handlung. Ohne den entsprechenden Zusammenhang sind diese irrelevant und verraten nichts Wichtiges. Wer dies aber trotzdem nicht wünscht, für den füge ich ausnahmsweise VORSICHT SPOILER und SPOILER ENDE vor den jeweiligen Absatz.


INHALT

Die Firma Tempus Fugit kauft Lebensjahre, um sie an Dritte zu verkaufen. Arme Menschen können sich auf diese Weise medizinische Versorgung, Ausbildung und andere notwendige Dinge leisten, reiche Menschen verlängern dadurch ihr Leben. Valerie hat gerade 10 Jahre verkauft, als sie bei einem Verkehrsunfall mit der Privatdetektivin Karelia und dem Fahrradkurier Willis im wörtlichen Sinne aufeinanderprallt. Karelia arbeitet für Tempus Fugit und soll ermitteln, wer die Zeitvorräte gestohlen hat. Da sie noch zwei kompetente Mitarbeiter braucht, engagiert sie Valerie und Willis. Die drei recherchieren und stoßen dabei auf die Gruppe REBELLEN DER EWIGKEIT. Angeblich sei die Technik, mit der Tempus Fugit arbeitet, gefährlich und bedrohe die Welt. Doch wem können die drei glauben? Und können sie eine mögliche Zerstörung der Welt aufhalten?


THEMA, GENRE

Romane und Filme rund um das Thema Zeitreisen, Lebenszeit, Paralleluniversum sind keine Seltenheit, und ich mag dieses Thema sehr. Von "Realismus" zu reden, spare ich mir hier, denn selbst Zeitparadoxien und logische Brüche sind in diesem Kontext reine Spekulation und künstlerische Freiheit. Dennoch muss ein solchese Thema natürlich eine gewisse Glaubwürdigkeit transportieren. Ruebenstrunk verwendet für seinen Roman die Quanthenphysik, und er beschreibt den Vorgang sehr einfach und nachvollziehbar. Dadurch ist das Buch inhaltlich auch für sehr junge Leser geeignet, während ältere Leser hier und da einige Male ungläubig das Gesicht verziehen werden und sagen "aber das geht so doch gar nicht".

Ein klares Genre ist nicht abzugrenzen. Ein Jugendroman, das ganz klar. Thematisch bietet es Stoff für einen Wissenschaftsthriller, dafür ist das Thema der Paralleluniversen und der Quantenphysik allerdings nicht ausreichend aufgebaut. Es böte sehr gute Ansätze, doch der Autor legt Wert auf andere Dinge. Thrillerelemente sind enthalten, eingebettet in eine dystopische Zukunft. Durch die Technik liegt auch die Science-Fiction nah. Es ist ein bisschen von allem aber nichts davon komplett. Einerseits ist das eine spannende Mischung: ich mag es sehr, wenn Autoren sich nicht in ein Raster pressen lassen. Auf der anderen Seite wirkt der Roman dadurch stellenweise etwas halbherzig: Für einen Thriller stellenweise zu soft. Für Wissenschaft zu wenig Erklärung derselben. Für eine Dystopie zuwenig Ausarbeitung der zukünftigen Gesellschaft. Für Science-Fiction zuwenig futuristische Technik (von dem Extrapolator natürlich abgesehen).

Auch die genaue Zeit und der Ort, wo die Handlung spielt, lässt der Autor offen. Das stört mich wenig, denn das lässt der Phantasie freien Lauf. Zudem gibt es hier und da kleine Hinweise, die Vermutungen bekräftigen. Aber es ist nicht notwendig für den Verlauf der Geschichte. Dadurch allerdings nimmt sich Ruebenstrunk selbst die Möglichkeit, dem Roman eine gewisse Tiefe zu verleihen, die vor allem ältere Leser sich erhoffen.


CHARAKTERE, ZIELGRUPPE

Wie das Genre ist auch die Zielgruppe nur schwer zu definieren. Ich halte den Roman stellenweise aufgrund der Charaktere und der geradlinigen Handlung sowie der einfachen Erklärung der Technik bereits für Jugendliche ab etwa 13 Jahren geeignet. Dagegen allerdings spricht eine recht grausame Szene gegen Ende (wobei, es ist schlimm, aber ich habe mit gleicher Altersfreigabe schon heftigere Sachen erlebt, man sollte die Jugend nicht unterschätzen) sowie das Alter der Protagonisten, die mit 17 Jahren doch darüberliegen. Das Verhalten der Charaktere allerdings  - in meinen Augen verhalten sich Karelia, Valerie und Willis wenig erwachsen. Der Leser muss das Verhalten eines Charakters nicht gut finden, aber er sollte es anhand der Romanhandlung nachvollziehen können. Hier allerdings gibt es viele Momente, in denen wohl gerade ältere Jugendliche und besonders Erwachsene mit dem Kopf schütteln:

VORSICHT SPOILER ~~~~~ Keine Zitate, da ich nicht das Buch in der Hand hatte sondern das Hörbuch. Daher sinngemäße Erwähungen: "dieser Verräter! Ich werde ihn umbringen" - "das musst Du nicht, er hat bereits die Stadt verlassen und wird nicht mehr zurückkommen, hat er gesagt" - "na gut, das genügt mir". Auch das Verhalten der Detektivin, zwei wildfremde Jugendliche einfach mal so in ihre Arbeit einzuweihen und sie sofort anzuheuern, finde ich seltsam und unreatlistisch. Überhaupt sind alle sehr vertrauensselig. So vertraut ein Rebell sich aufgrund einer kurzen Aussage von Willis sofort diesem an und verrät ein geheimes Treffen. Und Willis vertraut kurz darauf dem Rebell absolut naiv einfach seinen Auftraggeber und den Auftrag an. Überhaupt sind alle Protagonisten in meinen Augen sehr naiv, sie vertrauen sofort fast jedem, der sagt "vertrau mir". Sie erfahren hier etwas und glauben es, dann kommt eine andere Person und sagt ihnen das Gegenteil und schwupps drehen sie das Fähnchen und überlegen nur kurz was nun eigentlich stimmt. Charakterstärke und Willenskraft ist nicht gerade die herausragende Eigenschaft irgendeines Beteiligten. Auch begrüße ich, wenn ein Mensch tierlieb ist, aber wenn man in Lebensgefahr schwebt, ist der Gedanke "ich muss meinen Hamster aus der Wohnung retten" dennoch sehr ungewöhnlich. Dann wäre da noch eine Rebellin, die sich zwar maskiert und anonym im Video auftritt, die aber offensichtliche Merkmale wie ein verkürztes Fingerglied einfach so in die Kamera hält statt einen Handschuh anzuziehen. Und solcherlei Momente gibt es in REBELLEN DER EWIGKEIT leider sehr viele. ~~~~~ SPOILER ENDE

Von daher: viele Entscheidungen mögen jüngere Jugendliche zwischen 12 und 15 nachvollziehen können und gut finden, Menschen mit etwas mehr Lebenserfahrung dagegen weniger. Bei reinen Kinder- oder Jugendbüchern ist das in Ordnung, ich lese sehr gerne Kinderbücher. Aufgrund der Thematik allerdings hat sich der Autor in einen Bereich begeben, wo diese simple Kinderlogik einfach unangemessen scheint. Logikschwächen zum wissenschaftlichen Teil des Buches wie gesagt will ich als künstlerische Freiheit stehenlassen, trotzdem werden diese Dinge älteren Lesern aufstoßen.

Dass der Roman sich deutlich an jüngere Leser richtet, zeigt sich auch an der klaren Trennung von Gut und Böse. Diese sind vom ersten Moment an klar definiert, es gibt auch keine wirklichen Überraschungen. Auch bleiben innere Konflikte und ethische Fragen dabei völlig außen vor, die eventuelle Grauzonen beinhalten könnten. Dadurch fehlt es den Charakteren an einer Tiefe, die ältere Leser einfordern. Auch die Vorhersehbarkeit der Handlung und der Aufbau der Geschichte sind sehr geradlinig und sind unterhaltsam für jüngere Leser, unterfordern aber erfahrene Bücherwürmer:


AUFBAU, UMSETZUNG

REBELLEN DER EWIGKEIT beginnt im Prolog mit einem Verrat, der angedeuteten Vernichtung einer Person, der Aussicht auf die zerstörung der Welt. Wow, was für eine Einleitung, was für ein Versprechen an den Leser! Doch was vielversprechend beginnt, das geht absolut geradlinig, vorhersehbar und erst einmal recht langsam weiter. Karelia, Willis und Valerie werden kurz vorgestellt, treffen aufeinander, sind sich sofort sympathisch, jeder nimmt die Schuld für den Unfall auf sich und bietet sich an natürlich die Folgen dafür zu tragen, und schon arbeiten sie zusammen und werden auch haben auch nach kurzer Zeit schon erste Ermittlungserfolge. Die Ermittlungserfolge sind so offensichtlich, dass der Leser sich fragt, warum Tempus Fugit hierfür eine Privatdetektivin einstellte.

Nach den Ermittlungserfolgen macht man eine der Rebellenführerinnen ausfindig, was zu ersten Komplikationen führt. Trotzdem geht die Handlung geradlinig weiter, auch wenn jetzt immerhin zwei Parteien involviert sind. Bald werden die Protagonisten in die jeweiligen Interessenkonflikte einbezogen, doch noch immer ist es offensichtlich, wer auf welcher Seite steht und was zu tun ist. Im showdown wird es unerwartet brutal, doch danach ist wieder alles so glatt wie zuvor, auf zum Happy End.


HÖRBUCH

Jacob Weigert war mir als Sprecher bisher unbekannt. Er hat hier und da vereinzelt schon Hörbücher eingesprochen, doch keines das ich gehört hatte. Seine Stimme finde ich sehr angenehm. Er variiert nicht in den Tonlagen und Stimmen, doch er verändert ein wenig die Sprachmelodie. Auffällig sind die Unterschiede zwischen den einzelnen gesprochenen Charakteren nicht, aber man kann meistens doch erkennen, wer gerade spricht. Dafür muss man jedoch sehr genau hinhören. Das Buch ist zwar geradlinig aufgebaut, hat aber dennoch einen Spannungsbogen, wo ich es sinnvoll fände, gelegentlich die Stimme zu erheben, das Tempo zu erhöhen, Emotion in die Stimme zu legen. Dies tut der Sprecher nicht, wodurch an sich spannende Momente gelegentlich untergehen und sich nicht vom Rest des Buches abheben.

Wie gesagt, er hat eine angenehme Stimme, ich hörte ihn sehr gerne. Doch für dieses Hörbuch war er in meinen Augen eine eher ungeeignete Wahl. Weigert kann ich mir sehr gut vorstellen für die ruhige Geschichte eines männlichen Ich-Erzählers. An aktuellen Titeln wären dies zum Beispiel Dashners DIE AUSERWÄHLTEN, Poznanskis SAECULUM oder Francescs RETRUM. Für eine auktoriale Erzählweise mit wechselnden Sprechern und vielen actionreichen Momenten allerdings finde ich ihn unpassend, da sowohl Teile der Handlung als auch die Persönlichkeiten der Sprecher eher untergehen. Gerade bei dem sowieso schon eher "glatten" REBELLEN DER EWIGKEIT hätte man durch einen variableren Sprecher sehr viel herausholen können.


GESAMTEINDRUCK

REBELLEN DER EWIGKEIT hinterlässt mich sehr gespalten. Die Handlung ist mustergültig aufgebaut, die Charaktere sind sympathisch. Aber mir fehlt es doch ein wenig an Substanz und Griffigkeit, es ist mir stellenweise alles etwas zu glatt, zu vorhersehbar, die Guten zu gut, die Bösen zu böse, die Handlungsweisen der Protagonisten zu unausgereift. Doch die Geschichte selbst ist sehr gut erdacht, die Idee dahinter auf spannende Weise umgesetzt. Trotz kleiner Schwächen finde ich die Darstellung der Paralleluniversen, der Quantenphysik und des Extrapolators sehr originell und kreativ umgesetzt. Der Schreibstil selbst ist angenehm und flüssig, Ruebenstrunk versteht sein Handwerk. Die ARTHUR-Bücher reizen mich schon lange und werden demnächst sicher von mir verschlungen, ich wurde neugierig auf weitere Titel des Autors.


FAZIT

Erwachsenen und Twens würde ich das Buch nicht empfehlen, da die Vorhersehbarkeit der Geschichte und einige Unstimmigkeiten in Verhalten und Handlung den Lesegenuss deutlich schmälern. Junge Leser allerdings bekommen eine packende Geschichte, in der ein bekanntes Thema auf originelle Weise umgesetzt wurde. Es hört / liest sich sehr spannend, die Charaktere sind sympathisch, und man ist vom ersten Moment gefesselt. Genau richtig, um junge Leseratten für komplexe Themen zu begeistern.

SaschaSalamander 09.03.2012, 09.07| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Deutsch, Jugend, Dystopie, Thriller,

Ich kann mir eine Anmerkung nicht verkneifen

Ich höre die Serie gerne. Sie ist bekannt, und ich schreibe keine Rezensionen, weil ich nicht alle paar Wochen eine neue Rezi schreiben möchte über etwas, das sowieso jeder kennt. Und wenn es so viele gute Folgen gibt (die eine sagt mal mehr zu, die andere weniger, dann ist das normal), dann darf es auch mal einen Ausrutscher geben. Das muss aber nicht unbedingt erwähnt werden, wenn ich auch sonst bei guten Folgen schweige.

(Anmerkung: Wobei ich mir dann ein wenig an die eigene Nase fassen muss. Hatte erst letztens eine Diskussion darüber, dass die Leute nie etwas sagen und erst dann aus ihren Löchern kriechen, wenn ihnen was nicht passt. Solange alles passt, kommt kein Feedback, und die Macher stehen da und wissen nicht, was Sache ist. Ich schäme mich und muss gestehen, dass ich in diesem Fall heute dazu gehöre. Einfach, weil ich nicht die Zeit und Möglichkeit habe, über alles, was ich sehe und höre immer Bericht zu erstatten, so gerne ich würde. Deswegen habe ich Serien bis auf wenige Ausnahmen aus meinen Reviews ausgenommen. Und deswegen möchte ich hier auch nicht sagen, worum es geht. Schließlich mag ich die Serie und bin ansonsten absolut zufrieden *bekräftigend nickt*)

Trotzdem juckt es mich in den Fingern. Von daher red ich einfach mal drumrum, muss keiner lesen, will auch keinem schaden, aber ich verschaffe mir ein wenig Luft. AAAAARGH! Was ist den Machern da nur in den Sinn gekommen? Die Story scheint mir wirklich an den Haaren herbeigezogen. Der Titel ist ziemlich unpassend. Die Verbindungen zu einer anderen früheren Folge wirkt künstlich und aufgesetzt. Es gibt Dialogsequenzen, die SO lächerlich wirken (sowohl inhaltlich wie auch von den Sprechern her), dass ich während des Hörens plötzlich laut auflachen musste (zum Glück saß ich nicht im Bus sondern stand bereits vor meiner Haustür). Ein Charakter wird eingeführt, dessen Notwendigkeit im Rahmen der Folge sich mir nicht erschließt und der nach "wir müssen noch Minuten schinden" klingt, und das obwohl der Folge ein paar zusätzliche Minuten wirklcih gutgetan hätten. Einige der Sprecher klingen nach billigster Hörspielproduktion und 0815 - Bösewichten. Und dann die Szene, welche der Folge den Namen gab, auweia, das ist ja ... nee, da fällt mir nichts ein, ich kann es noch immer nicht wirklich fassen, was ich da gehört habe *facepalm* ...

Was ich zugute halten muss: die Musik hat mir dieses Mal sehr gut gefallen. Aber gute Musik macht kein gutes Hörspiel. Naja, egal. Kann mal passieren. Kam schon öfter vor, man kann bei dreistelligen Produktionen nicht erwarten, dass alle Folgen perfekt sind. Es kann nur besser werden, und ich freu mich trotzdem auf die weiteren Teile ;-)

Egal. Wer weiß, wovon ich rede: müssen wir ja nicht breittreten ;-)
Wer es nicht weiß: macht nix. Will auch keinem schaden, denn ich liebe die Serie und würde nichts auf meine Jungs kommen lassen. Aber solche Ausrutscher passieren eben. Und irgendwie ist die Folge so übel, dass sie auf ihre Weise fast schon wieder gut ist, wenn auch unfreiwillig komisch. Irgendwann in ein paar Jahren werden alle drüber lachen ...

So. Das musste ich jetzt einfach loswerden *g*

SaschaSalamander 08.03.2012, 20.44| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles

Tera Online - Closed Beta

Kador hat mir freundlicherweise seinen Eindruck von der ersten Woche der Closed Beta zum Onlinespiel Tera zur Verfügung gestellt. Das Spiel soll offiziell zum 03. Mai diesen Jahres starten, bis dahin ist nur Vorbestellern und ausgewählten Betaspielern ein Blick in diese neue Welt möglich. Er hat es nicht als Rezension verfasst, es ist ein Ausschnitt seiner Meinung in einem Forum, und es werden dieser Tage weitere Details  ;-)

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CB-Weekend 1 – 18.02-19.02 Erster Eindruck

Die Anmeldung verlief flott und der Key wurde rasch versendet, einzig überrascht und genervt hat das Laden des Clients. Es gab, mir nicht anders ersichtlich, keine andere Möglichkeit als nur über den "Haus-Client" das Spiel zu laden. Es hat 6 Stunden gekostet und 40 GB Umlagefläche auf der Festplatte... etwas zerknirscht dann der erste Start! Alles lief reibungslos und das Spiel passte sich gut der Hardware an. Eine wahre Augenweide! Für ein Online-Spiel eine sehr schöne und vor allem detailreiche Optik, sofern man das asiatische Fantasy-Setting mag.

Was mich eigentlich dazu bewegt hatte das Ganze zu testen, war das ausgefallene Setting mit neuen Rassen und frischer neuer Umgebung. Mainstream Fantasy und die klassischen drei Rassen/Klassen Systeme haben wir zur Genüge auf dem Markt. Noch dazu kommt, für meinen Geschmack, das leicht Animalische, was vielen Rassen innewohnt ... bei manchen sieht man es mehr, bei anderen weniger... das Klassensystem ist üppig und abwechslungsreich auch hier gibt es nicht nur 0815 -> siehe z.B Lanzenkämpfer.

Der andere Vorteil ist das groß angekündigte Action-Feeling in den Kämpfen. Als Magier bzw. Mystiker Spieler muss ich sagen, es hat was, seine Zauber selbst zu zielen und achtzugeben wie man ausweicht...interessant und unverbraucht die Kollisionsabfrage.

Was hingegen leider negativ auffiel: die Tutorial-Quests sind seeeehr für Anfänger ausgelegt. Mit Lvl 6 ist man immer noch nicht über die Einführung hinweg und muss bis hier her einfache "Kill XY x Mal"-Aufgaben absolvieren. Viele Spiele haben jedoch ihr "Hoch" erst nach diesem zähen Anfang... was für mich immer unverständlich ist, denn gerade der ERSTE Eindruck ist es doch der zählt.. naja...

In 14 Tagen geht es weiter und ich bin gespannt auf das Crafting-System und die Welt hinter dem Tutorial!

Außerdem erfreulich ist das Angebot eines "Mini-PreOrder": hierbei bekommt man den Luxus, bereits jetzt schon mitzumischen für nur 5 Euro... danach erhält man jedoch keine zusätzliche Spielzeit (Abo)... für ein Test eine nette Alternative um nicht gleich 50 Euro zu investieren.

Ob ich dabei bleibe steht jetzt noch nicht fest.. Es wäre auch zu früh bereits nach 6 lvl und drei Stunden Spielzeit die Axt des Urteils zu schwingen aber der erste Eindruck war jedenfalls: Sehr Interessant !



SaschaSalamander 08.03.2012, 08.50| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Eure Beiträge | Tags: Games

Das neue Knietraining

GU_Knietraining_1.jpgKniebeschwerden sind bei mir keine Seltenheit. Da ein Buch nicht ausreicht, habe ich bereits einen Termin beim Arzt ausgemacht: eine ärztliche Diagnose oder eine fachlich angeleitete Bewegungstherapie kann dieses Buch auch für niemanden ersetzen. Aber da der Arzt sich vermutlich nicht die Zeit nehmen wird, mir in aller Ausführlichkeit die Fachbegriffe rund um das Knie sowie den Aufbau des Gelenks und eine Anzahl Übungen für den Alltag zu nennen, wollte ich mir zusätzliche Informationen holen. Ich bin medizinischer Laie, kann also auch nicht die fachliche Qualität des Buches beurteilen. Sondern meine Rezension bezieht sich allein auf meinen Eindruck als ganz normaler Leser ohne Hintergrund, dafür aber mit Schmerzen und dem Wunsch nach einfachen Erklärungen für ein kompliziertes Thema.

Das Buch kann nur 80 Seiten aufweisen, ich war anfangs etwas irritiert, dass es so dünn war. Doch die Information ist ausreichend, und ich finde, dass das Thema umfassend und gut dargestellt ist. Die ersten Seiten befassen sich mit reiner Theorie: wie funktioniert das Kniegelenk, wie ist es aufgebaut, welche Krankheiten gibt es, wie kann man das Knie fit halten. Dabei wird vor allem auf einen ganzheitlichen Ansatz geachtet, sodass nicht nur medizinische Aspekte beleuchtet werden, sondern auch Ernährung, Genetik, ungenügender oder falsch ausgeführter Sport, Fehlhaltung. Der anatomische Teil ist sehr faszinierend beschrieben. Natürlich trockene Theorie, aber dennoch notwendig und für Laien sehr gut erklärt. Fachbegriffe werden genannt und beschrieben, die Funktion und das Zusammenspiel der einzelnen Sehnen, Muskeln, Knochen etc ist anschaulich dargestellt.

Es folgt ein einfaches Aufwärmtraining, nach dem man einen Test absolvieren muss. Hierzu werden verschiedene Übungen beschrieben, je nach Ausführung erhält man eine gewisse Punktzahl. Diese zeigt einem, wie gut das Knie in Form ist: Bronze, Silber oder Gold. Die Tests sind verständlich beschrieben und lassen sich gut ausführen.

Im Anschluss folgen Dehnungsübungen. Diese soll man allerdings erst nach dem KIP (Knie-Intensiv-Programm) ausführen. Ich wundere mich, dass sie logischerweise nicht nach den Übungen im Buch zu finden sind, aber gut, das sehe ich nicht als Manko. Ein erwachsener Leser sollte fähig sein, im Buch zu blättern. Niemand kann das Buch von vorne bis hinten durcharbeiten und wird sich entsprechende Übungen herauspicken. Für die nächste Auflage empfehle ich dennoch das Dehnprogramm ans Ende des Buches zu stellen.

Und dann das Knie-Intensiv-Programm, kurz KIP. Dieses ist aufgeteilt in die Schwierigkeitsgrade Bronze, Silber und Gold. Es gab jedoch Übungen aus dem Silberprogramm, die ich nicht ausführen konnte, und Übungen im Goldprogramm, die keinerlei Problem darstellen. Ich denke, es ist unter anderem auch abhängig von der Art der Beschwerden, ob man gewisse Übungen leichter oder schwerer ausführen kann. Sehr gut beschrieben ist auch, wie man sich schrittweise steigern kann in Häufigkeit und Intensität der Übungen, sodass man auch von ganz klein beginnen und sich nach und nach steigern kann.

Das Programm beinhaltet einzelne Übungen des Tests vom Anfang, teils nur minimal abgeändert. Das finde ich schade, auf diese Weise wurden künstlich ein paar mehr Seiten erzeugt. Besser hätte ich gefunden, wenn man statt dessen weitere neue Übungen anführt und lediglich kurz auf die Übungen vom Beginn als zusätzliche Trainingseinheit verweist. Aber auch das eher ein "schade" als ein "NoGo", denn noch immer ist das Buch randvoll mit passenden Übungen, sodass ich mich nicht um zusätzliches Training betrogen fühle. Es gibt genügend Übungen, sodass Abwechslung auf jeden Fall geboten ist.

Die Beschreibung der jeweiligen Übungen ist sehr gut in Worte gefasst, sodass man es leicht nachvollziehen und selbst ausführen kann. Die ergänzenden Bilder helfen es zusätzlich zu verdeutlichen. Bei keiner einzigen Übung hatte ich Verständnisprobleme, sondern konnte alles umgehend selbst probieren.

Für einige Übungen ist ein Pezzi-Ball (ein spezieller Gymnastikball) oder ein Theraband erforderlich. Der Anteil ist jedoch nicht zuviel, sodass auch ohne diese Hilfsmittel genügend Übungen übrig bleiben. Was mir sehr gut gefällt: ein spezieller Teil der Übungen ist für den Alltag ausgelegt. Man muss nicht zu Hause im fertig eingerichteten Übungsraum sitzen. Sondern auch in der Warteschlange im Supermarkt ist ein Knietraining möglich. Im Büro auf dem Stuhl. Im Auto. Im Stehen oder Sitzen während einer langweiligen Veranstaltung. Und einige davon dauern gerade einmal ein paar Sekunden. Es gibt also wirklich keinerlei Ausrede, warum man heute keine Zeit hatte ;-)

Insgesamt kann ich sagen, dass mir das Buch sehr gefallen und weitergeholfen hat. Für meine Kniebeschwerden fand ich keine passende Diagnose, aber dazu ist das Buch ja auch nicht gedacht. Aber es hat mir ein paar sehr gute Übungen gezeigt, mit denen ich im Alltag die Gelenke stärken und das Knie bewusster bewegen kann, um möglichen späteren Beschwerden vorzubeugen. Bei ernsthaften Komplikationen empfehle ich einen Arzt, keinen Ratgeber. Aber allen, die sich ein wenig gesünder im Alltag bewegen möchten, empfehle ich dieses Büchlein :-)

SaschaSalamander 06.03.2012, 09.39| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch

Todesblüten

rylance_todesblueten_1_1.jpgINHALT

Clara und ihre Freundin Melanie wollen gemeinsam Urlaub im Spreewald auf dem Hausboot der Tante machen. Dummerweise muss Melanie ihren Freund Alex mit anschleppen, und der hat auch noch den schweigsamen David im Schlepptau! Clara will keine Spielverderberin sein, auch wenn sie lieber mit Melanie alleine gewesen wäre. Der Urlaub wird immer mehr zur Katastrophe, die Jungs benehmen sich schrecklich. Und dann finden die vier plötzlich auch noch eine Leiche! Clara hatte dieses Mädchen schon einige Male am Bahnhof und in der Nähe des Hausbootes gesehen, hat etwa David etwas damit zu tun? Warum verhält sich der Nachbar auf dem anderen Boot so seltsam? Und wer ist dieser verrückte Taucher, der sie alle zu beobachten scheint?


CHARAS

Die Charaktere finde ich für einen Jugendroman sehr realistisch und gut ausgebaut. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive Claras, die jedoch auch die anderen Protagonisten und Nebencharaktere sehr gut darstellt. Da sie etwas frustriert ist von der gegenwärtigen Situation, ist sie eher stille Beobachterin, sodass der Leser durch sie einen guten Blick auf das gesamte Umfeld erhält. Über das Privatleben, den Schulalltag, die Vergangenheit der vier Jugendlichen erfährt man nichts, das ist auch nicht relevant. Dafür ist das geschilderte Verhalten sehr eindrücklich und verdeutlicht sehr schön die jeweilige Gesinnung, macht schnell klar, wer sympathisch ist und wer nicht. Je nach bisherigen Erfahrungen wird da jeder Leser wohl auch schnell seine eigene Schlüsse ziehen, was ich sehr angenehm finde. Das Buch lässt in vielen Dingen einen gewissen Spielraum eine gewisse Interpretation frei, z.B. der Umgang zwischen Alex und Melanie, der sehr konfliktreich ist und Stoff für viele weiterführenden Diskussionen bietet. Der Leser findet sehr schnell den Zugang zu Clara und fühlt mit ihr.


GENRE, AUFBAU

Das Buch ist eindeutig ein Jugendkrimi. Trotzdem liegt die Betonung angenehmerweise stärker auf Jugend als auf Krimi. Der Fall wird nicht aufgebauscht, es wird kein unnötiges Blut vergossen, es wird keine Gewalt zelebriert. Nach dem Fund der Leiche gibt es keine endlosen Berichte über Polizeiarbeit, Verhöre oder Ermittlungen. Sondern die Teenager können zurück auf das Boot, sie wollen ihren Urlaub beenden. Und der Mord hängt stets über ihnen, vergiftet das Zusammensein und lässt Claras Angst stetig wachsen.

Die Spannung steigert sich kontinuierlich: es beginnt mit dem schlichten Frust über die ungewollten Gäste. Dann beginnt sich Clara über das Verhalten des aggressiven Alex und des schweigsamen David zu ärgern. Dann die Leiche. Und immer mehr Beobachtungen lassen den Leser die Gefahr erahnen, in der die Mädchen schweben. Seltsame Personen, ungewöhnliche Beobachtungen, geheimnisvolle Hinweise, gruslige Funde. Selbst harmlose Dinge scheinen plötzlich eine Bedrohung zu werden und lassen den Leser angespannt die Luft anhalten. Stetig kleine Ereignisse treiben die Handlung voran, sodass man das Buch nicht mehr weglegen möchte. Bis hin zum Showdown, an dem sich endlich alles aufklärt.


REGIONALES

Der Roman spielt im Spreewald. Ich war noch nie dort und kenne die Region nicht. Aber TODESBLÜTEN macht definitiv Lust auf Urlaub! Zu gerne wäre ich mit auf dem Hausboot, würde die Landschaft erleben, die kleinen Kanäle entlangpaddeln und einfach einmal abschalten vom Alltag. Aber auch die unschönen Seiten werden angesprochen: die Mückenplage, und zum Baden ist es wirklich nicht geeignet bei all den Grünpflanzen, der Umweltverschmutzung und dem morastigen Wasser ... trotzdem, jetzt hab ich "Fern"weh ;-)


SPRACHE

Die Sprache ist Jugendlichen entsprechend gehalten. Nicht anbiedernd lässig, aber doch vereinzelte Worte und Formulierungen, die man in regulärer Schriftsprache nicht findet, die jedoch klar der Sprache Claras entspringen. Zum Beispiel "die Sonne knallt herunter" oder "wir waren klitschnass", "die beiden waren nicht gut drauf" oder "Melanie hatte unbedingt mitgewollt". Das ist nicht falsch aber eben keine gehobene Sprache. Es liest sich sehr flüssig, so als würde Clara ihre Geschichte persönlich erzählen. Ich kann mir vorstellen, dass das gerade in einem Hörbuch sehr gut ankäme, z.B. vorgetragen von Marie Bierstedt oder Laure Maire.

In der wörtlichen Rede ist diese den entsprechenden Charakteren angepasst. Leon der Schriftsteller hat natürlich eine andere Sprache als der genervte Nachbar. Oder gar als Alex, der stolz darauf ist, keine Bücher zu lesen. Auch tauchen gelegentlich typische Alltagsfehler auf wie etwa "das Handy von dem Typen", was in der entsprechenden Situation der wörtlichen Rede prima ist. Ich mag es, wenn ohne künstlichen Dialekt oder aufgesetztes Pseudo-Cool die Sprache in Dialogen auf eine Weise realistisch gehalten ist, als würde man tatsächlich einem echten Gespräch lauschen.


FAZIT

TODESBLÜTEN ist ein spannender Krimi, der sich vor allem an Jugendliche richtet. Eine Teenie-Clique, ein gefährliches Abenteuer und Urlaubsfeeling. Das ideale Buch, um dem Alltag zu entfliehen: man möchte direkt in das Buch schlüpfen und Clara Gesellschaft leisten. 

SaschaSalamander 05.03.2012, 09.17| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Krimi, Jugend, Tip, Deutsch,

Statistik KW 09

GELESEN / GEHÖRT
1 - Point Whitmark 35 - Verirrt im Spinnenwald
1 - Sag ich noch nicht (ganz geheim)
1 - Das neue Knietraining (GU)
1 - Todesblüten (U Rylance)
4 - Rebellen der Ewigkeit (G Ruebenstrunk)
3 - Meditation für Dummies (S Bodian)


GESEHEN
Arrietty (Studio Ghibly)
Grabgeflüster


NEUZUGÄNGE
Painting Marlene (S Ludwig)
Schrödinger, Dr Linda und eine Leiche im Kühlhaus (J d Leeuw)
Portrait eines Starters (L Price)
Das neue Knietraining (GU)
Yoga - Mehr Energie und Ruhe (A Trökes)
Die Yoga-Box (A Trökes)
Tote Mädchen lügen nicht (J Asher)
Judge 02 (Y Tonogai)
My Soul to take (R Vincent)
Tante Martha im Gepäck (U Herwig)
Nachts im Zoo (J C Skylark)
Nur eine Woche (M Orca)
Osiris (N Hofmann)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - beendet
3 - weitergeführt
4 - begonnen
5 - abgebrochen

SaschaSalamander 04.03.2012, 21.09| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Volltreffer

arnold_volltreffer_1_1.jpgArthur war zeitlebens von Beruf Sohn. Sein Vater ein reicher Bestsellerautor, der ihn stets finanziell unterstützte und der ihm nach seinem Ableben ein Millionenerbe hinterlassen hat. Arthur teilt sich dies monatlich vernünftig ein, und sein Leben ist recht belanglos, ja regelrecht langweilig. Fast wünscht er sich etwas Abwechslung. Bis er eines Tages soviel davon bekommt, dass er sich zurücksehnt. Denn binnen einer Woche geht bei ihm nun alles drunter und drüber. Eine Traumfrau zieht in das Haus gegenüber, deren Mann prügelt sie und verleitet Arthur zu Heldentaten (die natürlich gründlich schiefgehen). Seine Lieblinsprostituierte ist auf einmal in einem Fernsehbericht über das russische Militär zu sehen. Ein Filmteam ist an den Rechten für eines der Bücher seines Vaters interessiert und ganz besonders an etwaigen Schatzkarten, die dem Buch als Recherche dienten. Dann wäre da noch die Tatsache, dass er von Leuten an Orten gesehen wurde und angeblich Dinge getan haben soll, wovon er jedoch gar nichts weiß. Na, auf SO viel Abwechslung hätte Arthur lieber verzichtet!

Mit Akif Pirincci verbinden die meisten Leser vor allem die Katzenkrimis um den Klugscheißer Francis. Ich selbst sehe in ihm eher einen meiner Lieblingsautoren im Bereich deutscher Phantastik (DIE DAMALSTÜR) und Thriller (DER RUMPF). Sein Stil ist stets flüssig, der Leser wird gut unterhalten. Als Cedric Arnold möchte er sich von dem eher düsteren Grundton der anderen Bücher lösen und zeigen, dass er hier etwas anderes schreibt.

Mit VOLLTREFFER hat der Autor ein Buch erschaffen, das mich von der ersten Seite an begeistert hat. Wie immer bei Pirincci. Er gehört für mich zu denen, die ihre Kreativität auf verschiedene Bereiche auszudehnen vermögen. Das Können erschöpft sich nicht in einem Genre, wo manch ein erfolgreicher Bestsellerautor den zigsten Krimi des immer wieder gleichen Strickmusters veröffentlicht. Und das ist es, was er unter anderem hier auch geschickt aufs Korn nimmt:

Johannes Silbermann, Vater der Protagonisten war so ein Autor. Bereits bei der Auflistung der von ihm veröffentlichten Titel musste ich schallend lachen, spätestens an diesem Moment war ich dem Roman verfallen. Pirincci / Arnold lässt kein gutes Haar an einigen seiner Kollegen. Mit pfiffiger Pointe karikiert er alles, was Rang und Namen in der Schriftstellerwelt hat(te), auch vor Nobelpreisträgern macht er nicht halt. Es finden sich zwischen den Zeilen gelegentlich Anspielungen auf bekannte Werke der deutschen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur, die mich still zum Schmunzeln brachten.

Auch die Filmbranche wird gewaltig aufs Korn genommen, Bernd Eichinger darf mit seinem Namen dafür herhalten. Und sogar Di Caprio wird erwähnt und erhält eine  wichtige Rolle in diesem wilden Gerangel um das (vorhandene? Oder nur vermutete?) Nazigold.

Ich denke, auch ohne Hintergrundwissen um die deutsche Geschichte, das Verlagswesen und deutsche Autoren sowie das internationale Filmgeschäft kann man den Roman sehr gut lesen. Allerdings entgehen einem dann einige der hintergründigen Pointen, die das Buch in meinen Augen erst so lesenswert machen. Man merkt deutlich, dass Pirincci eine Ahnung hat, wovon er da schreibt.

Arthurs Städtchen wird ebenfalls prima dargestellt. Immer wieder hatte ich das Gefühl "hey, das ist genau das Kaff, in dem ich aufgewachsen bin". Das italienische Lokal mit türkischem Betreiber, die Jägerzäune, die Nachbarschaft, das Verhalten der beteiligten Personen. Messerscharf beobachtet und mit spitzer Feder pointiert. Man meint den Muff des Althergebrachten auf jeder Seite zu riechen: Gesellschaftskritik verpackt hinter der Fassade des kleingeistigen Bürgertums.

VOLLTREFFER beginnt recht beschaulich mit einer Beschreibung des erfolglosen Lebens des Arthur Silbermann. Dieser ist sich seiner Erfolglosigkeit bewusst. Und dann erscheint die neue Nachbarin, die sein Leben aufwühlt. Und kurz darauf gibt es den nächsten Hinweis, dass das langweilige Leben ein Ende hat. Je weiter das Buch voranschreitet, desto absurder werden die Situationen, mit denen der Leser sich konfrontiert sieht.

Es gibt einen Wendepunkt, an dem das Buch vom langweiligen Trott in die bodenlose Absurdität abdriftet. Kurz vor diesem Punkt wollte ich das Buch fast abbrechen: Denn in einigen wenigen Fällen tut ein Buch oder Film mir so weh, dass ich nicht weiterlesen kann. Das Geschehen des Plots schmerzt meiner Seele, meinen Prinzipien, der Menschlichkeit in mir, und wenn jemand zusehr leidet oder zuviel Schlimmes geschieht, dann ist das für mich in den Medien schwer auszuhalten.

Was Arthur angetan wurde, hatte er beileibe verdient, soviel Dummheit gehört bestraft, aber trotzdem war das Lehrgeld schon sehr heftig (der prügelnde, eifersüchtige, türkische Ehemann war nicht gerade sehr zimperlich, und Arthur steckte wortwörtlich sehr tief in der Sch****). Doch direkt im Anschluss an diese Szene kommt die Wende, und ab da geht alles drunter und drüber. Man kann das Geschehen nicht mehr für bare Münze nehmen, es ist einfach zu absurd, was dann geschieht. Der Showdown glänzt mit unzähligen Leichen und einer Menge doppelter Identitäten, alles entpuppt sich als große Lüge und dicke Show. Pirincci persifliert  erbarmungslos alles, was nicht rechtzeitig fliehen kann. Sogar sein eigenes Buch, indem er am Ende verschiedene Varianten des Epilogs schreibt: ein normales, ein konservatives, ein völlig durchgeknalltes Ende. Und ein Hollywood-Ende. Ende gut, alles gut.

Alles in allem ist VOLLTREFFER eine brillante Krimi-Groteske. Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und schont niemanden.Top Empfehlung für alle Freunde des schwarzen Humors!

SaschaSalamander 02.03.2012, 09.58| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Tip, Deutsch, Krimi, Humor,

Portrait eines Starters

STARTERS von Lissa Price wird weltweit im April 2012 veröffentlicht. Davor wird schon ordentlich die Werbetrommel gerührt. Zum Beispiel mit der kostenlosen Kurzgeschichte PORTRAIT EINES STARTERS bei Amazon. Eigentlich will ich mich an solchen Hypes ja nicht beteiligen, aber neugierig bin ich schon, und eine Kurzgeschichte ist auch flink gelesen. Und gekostet hat es auch nichts. Ich will ja nuuur wissen, wovon da angeblich alle reden ;-)

Das spielt (wie derzeit so gerne üblich in der Jugendliteratur) einer düsteren Zukunft. Erwachsene sind gestorben an einer Virusinfektion, es gibt nur noch Starters (Jugendliche) und Enders (Senioren, die bis zu 200 Jahre alt werden). Und für die Jungen ist kein Platz mehr, die müssen sich irgendwie durchschlagen. Zum Beispiel, indem sie ihre Körper vermieten für das Bewusstsein der älteren Menschen. Die Kurzgeschichte erzählt nun von einem Starter, der seiner älteren Schwester auf die Straße folgt und etwas Seltsames beobachtet. Er will wissen, was sich in dem Gebäude befindet, das sie aufgesucht hat.

Und wie zu erwarten - es handelt sich nicht um eine Kurzgeschichte, sondern im Grunde um eine Leseprobe, die an der spannendsten Stelle endet (denn meines Wissens ist eine Kurzgeschichte in sich geschlossen. Aber wie gesagt: ich hatte damit gerechnet. Selbst schuld, wenn ich darauf hereinfalle *g*). Die Leseprobe ist wirklich flott geschrieben bisher und macht neugierig auf das Hauptwerk. Allerdings werde ich mich jetzt garantiert nicht überschlagen, um es sofort zum Erscheinungstag in meinen Händen zu halten. Ein Suchauftrag bei Tauschticket, und irgendwann früher oder ein paar Tage später werde ich es dann auch lesen. Und mal sehen, ob es den Hype wert ist und ob der Rest so gut ist wie die Leseprobe ;-)

SaschaSalamander 01.03.2012, 18.03| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Tim und das Geheimnis von Knolle Murphy

WTF? Ich habe am Wochenende nicht genügend Rezis für den Rest der Woche geschrieben? Na, kein Problem, ich bin grade im Kinderbuchfieber und habe hier noch eine alte Rezension von anno irgendwann, die noch nicht veröffentlicht wurde. Über ein Kinderbuch, das zu meinen Favoriten gehört. Eoin Colfer hat mit TIM einen ganz wunderbaren Jungen erschaffen. Hier also mein Beitrag von April 2006 :-)

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Eoin Colfer ist bei uns vor allem durch "Artemis Fowl" bekannt geworden. Aber auch seine anderen Bücher verdienen Beachtung, etwa das wunderbare Kinderbuch "Meg Finn und die Liste der vier Wünsche" oder "Tim und das Geheimnis von Knolle Murhpy". Ich möchte es Euch unbedingt vorstellen, weil es mich absolut begeistert hat!

Fünf Brüder bedeuten eine Menge Leben in der Bude, und so werden die beiden Ältesten - Tim und Marty - zur Strafe für einen etwas zu lebhaften Nachmittag im Haus ins Straflager Bibliothek verbannt: zwei Stunden, jeden einzelnen Tag der Sommerferien. Das ist wirklich grausam! Außerdem weiß doch jedes Kind, dass die Aufpasserin Knolle Murphy Kinder hasst und mit der Kartoffelpistole abknollt! Als ihnen dann gleich am ersten Tag ein schreiender Junge aus der Bibliothek entgegenrennt, ist der Urlaub gelaufen. Knolle gibt ihnen einen Ausweis, befiehlt ihnen, den Teppich der Kinderabteilung nicht zu verlassen und sich keinesfalls zu laut zu amüsieren. Na toll! Aber Kinder wären keine Kinder, wenn sie nicht alles versuchen würden, um Knolle und ihre Grenzen zu testen. Ob sie die beiden wirklich ständig bewacht? Was passiert, wenn man den Teppich verlässt? Und bald stellen die Brüder fest, dass es in der Bücherei gar nicht einmal so schrecklich ist, wie sie anfangs dachten.

Ich liebe dieses Buch! Colfer schreibt mit jeder Menge Humor. Die knapp 100 Seiten hatte ich in einem Zug durchgelesen, unterbrochen nur von vielfachem lauten Lachen. Die Jungs sind wirklich zwei freche Bengel, und Knolle ist mit allen fiesen Wassern gewaschen! Und die Zeichnungen (auf fast jeder Seite ein etwa halbseitiges Bild) tragen zum Spaß des Buches bei, sie stellen die einzelnen Szenen recht treffend und komisch dar, Bild und Text ergänzen sich sehr gut.

Eigentlich ist "Tim und das Geheimnis von Knolly Murphy" ja ein reines Kinderbuch, aber Erwachsene werden mindestens genauso ihre Freude daran haben wie Kinder. Man müsste wohl schon sehr, sehr erwachsen geworden sein, um nicht über das witzige Abenteuer der Jungs zu lachen ;-)

SaschaSalamander 01.03.2012, 09.59| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Kinder, Humor, Tip,



 






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