SaschaSalamander
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Sony NWZ E 464

Es wurde schon viel über diesen Player geschrieben, aber da jeder User andere Ansprüche und Vorstellungen hat, wozu er dienen soll, möchte ich also noch meine Meinung beisteuern als täglicher Konsument von Hörbüchern und Hörspielen. Ich bin rundum zufrieden mit dem Gerät, habe ihn seit einigen Monaten täglich in Benutzung und möchte nun meine Erfahrungen mit Euch teilen:


AKKU, LADEZEIT

Wenn die Musik mittendrin aufhört - ärgerlich aber okay. Doch wenn es heißt "und der Mörder ist" und plötzlich versagt der Akku, dann ist das frustrierend! Kann bei dem SONY NWZ E464 engentlich nicht passieren. Die Zahl der Stunden habe ich nicht gezählt, aber bisher konnte ich teils 20 oder mehr CDs am Stück hören, bevor ich erneut laden musste. Meist kommt es gar nicht so weit, da ich bereits längst neue Titel aufspiele und während dieser Zeit das Gerät natürlich auch lädt. Die Ladezeit ist für die Dauer des Abspielens erstaunlich kurz, nach gerade einmal zwei bis drei Stunden kann man den Player vom PC abstöpseln. Für 5 Euro bekommt man zudem im Laden günstig ein unabhängiges Ladegerät für alle USB-Anschlüsse, das habe ich mir zugelegt, damit lade ich inzwischen auch Kindle, Kamera und Co.


SPEICHERPLATZ

Von den 8 GB kann nicht alles komplett für eigene Daten genutzt werden. Die mitgelieferten Bilder, Videos und Sounds kann man löschen, trotzdem sind nur knapp unter 7 GB nutzbar. Trotzdem - bis man 7 GB an Hörspielen gehört hat, das dauert, von daher stört mich das weniger. Allerdings hätte der Hersteller das ruhig entsprechend angeben können ;-)


ANZEIGE UND ABSPIELEN DER DATEIEN

Man kann die Titel vorab nach Genre, Interpret etc taggen und abspielen lassen. Allerdings verwende ich die Anzeige "Folder", wo alle Ordner angezeigt werden wie auf dem Computer. Wenn also die Dateien auf dem PC in ihrer korrekten Reihenfolge angezeigt werden, kann es auch exakt so auf dem Player abgespielt werden. Bei anderen Playern hatte ich oft das Problem, dass ich erst lange taggen musste und die Titel in falscher Reihenfolge gespielt wurden, gerade bei Hörspielen und Hörbüchern ist das frustrierend. Aber, wie gesagt hier kein Problem, die Anzeige entspricht der Ordnerstruktur des PCs.


LESEZEICHEN

Man kann Lesezeichen setzen, dies geht einfach und unkompliziert, falls man mehrere Titel gleichzeitig hören möchte. Auch sollte man die Funktion nutzen, wenn man nicht täglich hört. Denn das Gerät geht nicht komplett aus, wenn man das Hören beendet, sondern es geht in eine Art Standby-Modus, der 24 Stunden andauert. In dieser Zeit merkt sich der Player, an welcher Stelle man das Hören beendet hat und setzt automatisch dort wieder an, nach den 24 Stunden schaltet sich das Gerät komplett aus, muss neu hochfahren und ist wieder auf Null. Da ich täglich auf dem Weg zur Arbeit höre, ist das kein Problem. Am Wochenende, wenn ich nicht zum Hören komme, kann es mal passieren, dass ich vergessen habe zu speichern, dann muss ich erst wieder suchen. Von daher im Zweifelsfalle lieber ein Lesezeichen setzen ;-)


BENUTZERFREUNDLICHKEIT

Ich möchte keinen technischen Schnickschnack, sondern ich möchte einfach nur meine Audiobooks hören. Und dafür ist der Player ideal: via USB an den PC anschließen, der Player erscheint als zusätzliches Laufwerk und kann als solches einfach bespielt und bedient werden. Beim Abspielen auf dem Gerät selbst ist wenig zu beachten, die Navigation ist weitgehend selbsterklärend und einfach, die Tasten vorwärts, rückwärts, Start, Pause lassen sich intuitiv bedienen, sind auch blind gut zu ertasten (wenn ich das Gerät in der Tasche habe und nicht extra hervorholen möchte oder abends im Bett das Licht bereits aus ist). Am Display werden alle relevanten Daten angezeigt: bereits abgespielte Zeit, noch offene Zeit, Anzahl der Tracks, aktueller Track, Lautstärkepegel. Falls der Titel zu lang ist für den Display, erscheint er in Laufschrift.


AUDIBLE

Einziges Manko (aber das kann man weniger dem Player vorhalten als vielmehr der Vermarktungstaktik von Audible und Co): Audible-Titel können leider nicht abgespielt werden, das Format kann vom Player nicht erkannt werden. Für diese Titel muss ich leider also noch immer auf meinen vorherigen Ipod ausweichen, was ich recht bedauerlich finde, da der Sony ansonsten alles erfüllt, was ich von einem perfekten MP3 Player erwarte. Doch wie gesagt: Schuld liegt nicht bei Sony, sondern bei Audible ...


HANDLICHKEIT

Das Gerät ist sehr leicht, liegt gut in der Hand, die Tasten sind auch mit einer Hand gut zu erreichen und zu bedienen. Meist habe ich den Player in der Hemd- oder Jackentasche, manchmal in der Hosentasche. Dort fällt er kaum auf, stört nicht, verschwindet fast. Da ich das Gerät in verschiedensten Alltagssituationen nutze, ist mir das sehr wichtig: wenn ich abends im Bett liege und nicht mehr fitzeln, nur noch hören möchte, oder wenn ich im Haushalt gerade nur eine einzelne Hand freihabe, und wenn diese Hand womöglich vom Seifenwasser oder den Zutaten glitschig ist, dann ist eine einfache Handhabung eben wichtig (keine Bange, ich nutze das Gerät mit der zugehörigen Schutzhülle und halte es natürlich sauber. Aber wenn ich gerade koche, während es an der Tür klingelt und ich den Player ausschalten muss, dannmuss ich halt schnell reagieren).


SONSTIGE FUNKTIONEN

Die oben genannten Punkte sind mir wichtig für den Gebrauch meines Players. Trotzdem gibt es natürlich auch andere Funktionen, die ich jedoch nicht groß beschreiben kann, da ich sie selten nutze:

- ich habe wenig Ahnung von Klangqualität, daher kann ich die Kopfhörer nicht hiernach beurteilen. Ich finde den Klang jedoch angenehm. Da es sich um In-Ear-Hörer handelt, sind die Außengeräusche recht gedämpft, der Klang des Players kann umso besser aufgenommen werden.

- Lautstärke ist ein Streitthema zwischen Usern und Herstellern. Ich bin zufrieden, nutze den Player auch in der U-Bahn, zu Fuß an wichtigen Verkehrsknotenpunkten und auf der Hauptstraße, bisher konnte ich problemlos mit den gelieferten Kopfhörern alles verstehen, was gesprochen wurde.

- Den Sound kann man sich am Equalizer entsprechend einstellen. Ob man nun Rockmusik, Hip-Hop, Techno, Klassik oder Gesprochenes hört, gibt es entsprechende Voreinstellungen wie auch die Möglichkeit, sich das selbst zurechtzubasteln. Nutze ich jedoch nicht, ich verwende einfach die Voreinstellung.

- Die Videofunktion nutze ich überhaupt nicht. Daher kann ich nicht beurteilen, wie lange der Akku in diesem Gebrauch hält oder ob der Player hier und da Macken zeigt. Die mitgelieferten Videos habe ich jedoch alle angesehen und war recht angetan von der für diesen kleinen Bildschirm dennoch recht guten Bildqualität.

- Gelegentlich höre ich Radio. Gleich zu Beginn habe ich mir ein paar regionale Sender gespeichert, diese lassen sich mit der Speicherfunktion im Radio gut nacheinander abrufen. Die Bedienung des Suchlaufs ist selbsterklärend. Doch wie gesagt, ich nutze diese Möglichkeit sogut wie nie, höre lieber eigene Musik als das, was andere mir vorgeben, und Nachrichten rufe ich zu Hause am PC ab ;-)


FAZIT

Ich bin rundum zufrieden, der Player bietet mir alles, was ich für meinen täglichen Hörgenuss brauche: intuitive Bedienung, handliches Gehäuse, Displayanzeige mit allen relevanten Daten, Erkennung als eigenes Laufwerk, grandiose Akkulaufzeit, schnelles Aufladen. Einzig was ich schade finde ist die Abschaltung nach 24 h, aber so lange liegt mein Player sowieso selten ungenutzt ... ich habe den Kauf dieses Players noch nicht einen einzigen Moment bereut. Und ich fühle mich bestätigt darin, dass ich damals vor PC-Zeiten für meine Walkmans nur auf eine Marke geschworen habe: Sony ...



SaschaSalamander 31.05.2012, 08.48| (6/6) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Pulp

Rec - Der Tag, an dem ich weinte

makino_rec_1.jpgAoi Makino hatte in Deutschland Erfolg mit dem Manga HAL sowie der Kurzgeschichtensammlung >THE FINAL LOOP<. THE FINAL LOOP hatte mir sehr gefallen, und so habe ich mich auch diesmal wieder an einen Shojo-Manga für jüngeres Publikum gewagt.

Makinos neuester Manga besteht aus zwei Kurzgeschichten: DER TAG, AN DEM ICH WEINTE handelt von Minami, die in der Klasse als Außenseiterin gemobbt wird. Ihr Klassenkamerad Akira ist Schauspieler, nach seinem zuletzt gedrehten Film möchte er die Schauspielerei an den Nagel hängen und sich auf die Schule konzentrieren. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zärtliche Freundschaft, die leider bald von Akiras tragischem Geheimnis bedroht wird. In FLUFFIGE KÜSSE und FLUFFIGE WEIHNACHTEN muss Ako wegen ihrer schlechten Schulleistungen einen Nachhilfekurs besuchen, wo sie den coolen Kento kennenlernt. Sie verliebt sich, und er bindet sie in die Gruppe ein, sie findet zum ersten Mal Freunde. Doch will Kento wirklich etwas von ihr, oder spielt er nur mit ihr?

Ein zuckersüßer Shojo. Zeichnerisch und inhaltlich absolut dem Genre entsprechend. Schön finde ich bei Aoi Makino, dass sie nicht übertreibt mit Zuckerguss und Herzschmerz. Der Inhalt ist kindlich und süß, die Zeichnungen sind niedlich, passen jedoch perfekt zu den Geschichten und wirken nicht übertrieben. Es ist eben Shojo, so soll es sein. Niedlich, das heißt in diesem Fall: große Augen, lange Zöpfe, hübsche Kleidung, ausdrucksstarke Mimik und Blicke. Das Lächeln der Protagonisten ist ansteckend, die Tränen wecken Mitleid, man fiebert mit Minami, Akira, Ako und Kento mit. Der Zeichenstil selbst ist sicher, Makino beherrscht die Proportionen, die Hintergründe und den Panelaufbau perfekt. Auch der Storyaufbau ist gelungen, kein Bild zuviel oder zu wenig.

Wer Shojos mag, kommt wieder einmal nicht an diesem Titel vorbei. Und wer keine Shojos mag - der sollte trotzdem mal einen Blick riskieren, denn inmitten von Kitsch und Niedlichkeit gibt es manchmal auch herzwärmende Geschichten, und dieser Manga gehört definitiv dazu.

SaschaSalamander 30.05.2012, 08.37| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Manga

Beim ersten Sonnenstrahl

minden_sonnenstrahl1_1.JPGINHALT

Davids Eltern werden 1862 nach dem Besuch der Weltausstellung in London getötet, die Unterlagen für eine neue Erfindung des Vaters werden gestohlen. David ist dabei, als seine Eltern getötet werden, doch er selbst wird im letzten Moment von einem seltsamen Unbekannten gerettet. Er lebt fortan bei seiner Großmutter, die Jahre vergehen, er arbeitet als Schriftsteller, findet jedoch keinen rechten Anreiz im Leben. Auch fühlt er sich immer wieder beobachtet, bis er diesem Wesen eines Nachts folgt und auf seinen Retter trifft: den Gargoyle Zahar, seinen Beschützer, seinen nächtlicher Schatten. Vom ersten Moment an spüren beide die innige Verbindung, doch hat ihre Liebe überhaupt eine Zukunft?


DREI TEILE

Und wieder ist es Inka Loreen Minden gelungen, mich zu verzaubern, zu begeistern und - nach einem gemeinen Cliffhanger frustriert zurückzulassen. Selbst schuld, ich könnte ja auch warten, bis nach drei Teilen auf dem Kindle die gesamte Geschichte als Buch erscheinen wird. Aber ungeduldig wie ich bin, konnte ich wieder einmal nicht warten ;-)


CHARAKTERE

Die Charaktere sind angenehm ausgearbeitet. Die Autorin hat das ungewöhnliche Talent, in kleinen Nebensätzen sehr viele Inhalte zu packen. Dadurch gelingt es ihr, den Text an sich kurz zu halten, gleichzeitig jedoch viele Informationen unterzubringen ohne den Leser zu erschlagen. Dadurch gewinnen die Charaktere sowie die Handlung eine für das Genre ungewöhnliche Tiefe, die mich jedes Mal aufs Neue erstaunt.

Schön finde ich an BEIM ERSTEN SONNENSTRAHL die Verteilung der Rollen der beiden Protagonisten, keiner von ihnen ist unterlegen oder steht über dem anderen. Sie haben beide ihre Stärken und Schwächen, in denen sie sich hervorragend ausgleichen. David als Mensch kennt unsere Gesellschaft, beherrscht die moderne Technik, er darf frei leben, er kann Zahar mit Speisen versorgen, ihm ein sauberes Bad anbieten, ihn bei sich willkommen heißen. Doch er hat den Tod seiner Eltern nicht verwunden, er lebt als Außenseiter und spürt, dass ihm etwas Wichtiges im Leben fehlt. Zahar ist mächtig, er hat Klauen und Schwingen, kann fliegen und ist weise. Doch er ist unter den Gargoyles ein Ausgestoßener um Davids willen, und ein Fluch, der über all den Gargoyles lastet, macht ihn verwundbar. So also begegnet der Leser zwei starken Männern, die dennoch scheu und vorsichtig aufeinander zugehen, die Möglichkeiten ihrer neuen Bindung langsam austesten.


HANDLUNG

Die Handlung, wie bereits erwähnt, ist erstaunlich komplex und gut in die Romance eingearbeitet. Zu Beginn dachte ich, es ginge lediglich um den Mord an den Eltern und die gestohlene Erfindung. Doch als Zahar die Bühne betritt, gewinnt der Roman an Tempo. Die Großmutter scheint mehr zu wissen, als sie vorgibt, der Mord an den Eltern erscheint vor einem neuen Hintergrund, die Welt der Gargoyles und Dämonen entfaltet sich vor den Augen Davids und birgt ihre ganz eigenen Regeln und Gesetze. David erfährt mehr über das Leben und Wirken seines Vaters, und gerade, als es richtig spannend wurde und der Kindle gar nicht so schnell umblättern konnte, wie ich lesen wollte - hört die Geschichte auf. Fortsetzung folgt ... und jetzt heißt es warten ;-)


FANTASY, HISTORISCHER ROMAN

Der Fantasyanteil der Geschichte ist angenehm und ungewöhnlich. Das Thema ist noch nicht allzu verbraucht, deswegen liest es sich recht erfrischend, ich konnte das Kommende nicht vorhersagen, freute mich über neue kreative Ansätze und bin schon sehr gespannt, in den kommenden Bänden die Welt der Gargoyles näher kennenzulernen. Denn in einer Welt, in der es Gargoyles gibt - gibt es auch Magie, Davids Familie besteht aus Magiern, sodass auch hier interessante Elemente in die Geschichte eingewoben werden können.

Auch der historische Hintergrund ist sauber recherchiert, das Bild des viktorianischen London wird vor den Augen des Lesers lebendig. Ob nun die detailgenaue Beschreibung der Weltausstellungshalle, die dort präsentierten Erfindungen, das Alltagsleben in London, der Aufbau der Stadt, fast als würde Minden uns eine kleine Zeitreise schenken.


EROTIK

Ach ja, und das Wichtigste natürlich noch: Erotik. Hier eher noch ein Nebenplot, der wohl bald deutlich intensiver wird. Aber bereits im ersten Teil der Geschichte spürt man die innige Verbindung, wird mitgerissen von den Emotionen und darf bereits einige heiße Momente erleben. Die Sprache passend zum Inhalt etwas ruhiger, sanfter in den entsprechenden Szenen, noch müssen die beiden Männer sich erst annähern, und ich bin schon gespannt, wenn es dann bald selbstbewusster wird ;-)


FAZIT

Teil Eins konnte mich also in jeder Hinsicht überzeugen. Und ich frage mich, ob ich mir den zweiten Teil und somit den nächsten Cliffhanger antun soll, oder ob ich nicht doch einfach auf das gesamte Buch warte. Aber wie ich mich kenne ...

SaschaSalamander 29.05.2012, 09.19| (2/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Erotik, Tip, Queer, Historisch, Romantik, Deutsch, Fantasy,

Ich wünschte, es gäbe eine aussagekräftige Statistik

Ich wünschte, es gäbe eine allumfassende Statistik, die belegt, welches Gebäude bisher den meisten Weltuntergängen, Alienbedrohungen, Riesenmonstern, Actionhelden und Naturkatastrophen zum Opfer fiel, sei es in Film, Literatur oder Comics und Mangas.

Zur Auwahl biete ich:

- Tokyo Tower
- Eifellturm
- Freiheitsstatue
- Empire State Building
- Das weiße Haus

(die Twin Towers außer Konkurrenz)

SaschaSalamander 28.05.2012, 14.07| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Pulp

Das Wichtigste für die Apokalypse

"Hätte ich gewusst, dass heute Apokalypse ist, hätte ich festes Schuhwerk angezogen"

aus: "Erstes Date" von David Füleki, aus der Anthologie "Großstadtaugen", Knaur 2011

SaschaSalamander 28.05.2012, 11.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Zitate

White Scorpions

whitescorpions_1.jpgVier Kids, so unterschiedlich sie nur sein können, werden alle vier entführt und "aktiviert". Ab jetzt sind sie die Elite-Einheit "White Scorpions". Zoff untereinander ist vorprogrammiert, und ihre Spezial-Fähigkeiten lernen sie auch erst nach und nach zu beherrschen. Aber das Böse wartet nicht, und schon sind sie mitten im Einsatz ...

Eine nette Serie für Jugendliche ab 12, die mich ein wenig an die nachmittäglichen Serien auf Kika erinnert. Das Hörspiel ist sehr bildhaft, sodass ich immer eine Szene wie aus dem Film vor mir sah, und bei entsprechendem Erfolg kann ich mir eine Verfilmung durchaus vorstellen.

Allerdings hapert es hier ein wenig an den Geräuschen, wie ich finde. An wichtigen Schlüsselmomenten hört man zugehörige Untermalung, ansonsten ist es still im Hintergrund. Dadurch wirkt es stellenweise etwas leer und "wie aus der Dose", es fehlt einfach etwas (das gleiche Gefühl wie auch bei den angesprochenen Nachmittags-Serien für Jugendliche). Es klingt, als würden die vier Kids ihren Text vorlesen (weniger wie in einem Hörspiel, eher wie bei einer Filmsynchro leicht überdramatisiert), sie machen ihre Sache hervorragend, doch insgesamt wirkt es ein wenig unvollständig. Sie sind sehr plakativ dargestellt und erfüllen in jedem Moment ihre ihnen zugedachte Rolle. Das Cover der ersten Sequenz passt sehr gut zur Serie: wenig Hintergrund, die Charaktere klar umrissen, ein Hauch Mystik, optisch eine Mischung aus Agent und Superheld.

Trotzdem, die Story ist gut gemacht, die Charaktere sind klassisch und passen in ihren Unterschieden hervorragend zusammen. Für jeden ist eine Identifikationsfigur dabei. Die Handlung schreitet rasch voran, für Action und Zwischenmenschliches ist in einem sehr gut ausgewogenen Ausmaß gesorgt, auch der Humor kommt nicht zu kurz

Für Jugendliche ein Spitzentitel, dem ich besten Erfolg wünsche. Die Story und Charaktere haben alles, was dazugehört und bieten die Chance auf einen Dauerbrenner. Für Erwachsene ein bisschen zu oberflächlich in Tiefe und Machart. Aber da Erwachsene ja auch nicht zur Zielgruppe gehören, ist das absolut okay, die Serie ist genau richtig :-)

SaschaSalamander 28.05.2012, 08.51| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel

Statistik KW 21

GELESEN / GEHÖRT
1 - Usher Grey (N Henser)
1 - BluTilla (J Wollesen)
1 - Kommissar Dobranski 08 - Tod eines Freiers
1 - John Sinclair 71 - Der Mann, der nicht sterben konnte
1 - John Sinclair 72 - Das Ölmonster
1 - 110 - Ein Bulle hört zu (C J Gutenrath)
1 - Rec - der Tag an dem ich weinte (A Makino)
2 - Freigang (C Malone)
3 - Die Kanguru-Chroniken (M U Kling)



GESEHEN
The Ward
X-Men II
X-Men III
Wolverine
Thor


NEUZUGÄNGE
König, Dame, Joker (L Sachar)
Finding Sky (J Stirling)
Als ich unsichtbar war (M Pistorius)
Der Morgenstern (Plüss / Hufeisen)
Mottenlicht (A Wagner)
Hectors Reise o d Suche n d Glück (F Lelord)
Der Geschmack von Apfelkernen (K Hagena)
Immortale (F Roth, S R Beck)
Heiße Tage, geile Nächte (I L Minden)
Rec (A Makino)
Sorry, I´m British (B Crystal)
Apocalypsis 01 (M Giordano)
Survivor 1-2 (P Anderson)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - beendet
3 - teilweise
4 - begonnen
5 - abgebrochen

SaschaSalamander 27.05.2012, 20.37| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Fast wie auf Arbeit

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SaschaSalamander 26.05.2012, 19.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Nichts

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SaschaSalamander 26.05.2012, 16.27| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Passwort

110 - ein Bulle hört zu

gutenrath_bulle_1.jpgLesen werde ich das Buch komplett, denn die Geschichten selbst sind interessant. Trotzdem werde ich weiterhin gelegentlich das Gesicht verziehen, weil es ein paar Dinge gibt, mit denen ich nicht klarkomme. Ich kann verstehen, dass jemand gereizt ist, wenn der zigste Telefonanruf noch immer kein Notruf ist sondern irgendein lästiger Kleingeist ist, der mit einer Lapalie kommt. Dennoch ist das kein Grund, zu sticheln, sarkastische Bemerkungen zu bringen oder abfällige Kommentare fallenzulassen.

Vielleicht ist die norddeutsche Sprache rauer, und ich verweichlichter Franke finde das unhöflich. Vielleicht würde sich der gleiche Text im Hörbuch von einem Sprecher vorgetragen gar nicht so herablassend anhören. Oder vielleicht ist er einfach tatsächlich unhöflich, und andere finden ihn ebenso lustig, wie sie sich auch im TV über unflätige Sprüche in Talkshows amüsieren.

Ein paar Beispiele:

"Ich weiß, wo das Bernsteinzimmer ist"
"Na, dann sind wir schon zwei" hau ich raus und hab damit den erwarteten Erfolg: RUHE.
Als der Anrufer sich etwas gesammelt hat, stammelt er: "Wie ... was?"
"Is ´ne Disco in Tempelhof" stelle ich nüchtern fest. "Ü 30 und so. Ich fürchte, wir zwei haben sogar noch ein paar Mitwisser."

"Ich bin die Coco"
"Und wie weiter? Chanel?" stichele ich ein wenig.

"Notruf der Berliner Polizei, Gutenrath, guten Tag".
"Bulthaupt mein Name, Doktor Bulthaupt!"
"Herr Doktor ..."
"Warum betonen Sie das so merkwürdig?"
"Hab ich gar nicht."
"Haben Sie sehr wohl."
"Nein. Ich dachte nur, wenn Sie es so hervorheben, freuen Sie sich vielleicht, wenn Sie es noch einmal hören."
"Seien Sie nicht so spitzfindig. Ich warne Sie!"
"Gut, ich bin ab jetzt besonders vorsichtig."

Diese Dialoge finden jeweils statt, bevor der Ich-Erzähler überhaupt weiß, was das Anliegen der Person ist. Gut, zugegeben, das Bernsteinzimmer wird der betreffende Herr kaum gefunden haben, und "Coco" mag ja nach einer Transfrau klingen, und Herr Doktor Bulthaupt mag ja tatsächlich Wert auf seinen Titel legen, aber gibt dem Polizisten das irgendein Recht auf Herablassung?

Wie gesagt, sehr oft lese ich, wie begeistert die Leute von seinem lockeren Tonfall sind und wie lustig sie das Buch finden. Und viele können nachvollziehen, dass man bei so vielen Querulanten, Vollpfosten und Hirnis an der Strippe irgendwann nicht mehr nur freundlich ist, sondern auch mal eine blöde Antwort auf eine blöde Frage gibt. Trotzdem - wenn jemand beim Notruf anruft und ein echtes Problem hat, wünsche ich ihm, dass er einen Beamten erwischt, der gerade gute Laune hat und nicht sofort stichelt, bagatellisiert und beleidigt, falls der Anrufer sein Anliegen ungünstig formuliert ...

SaschaSalamander 25.05.2012, 08.50| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Deutsch, Erfahrungen,

Freigang - warum es sich unter allen Umständen lohnt, Buddhist zu sein

malone_freigang_1.jpgAUTOR, HINTERGRÜNDE DES BUCHES

Calvin Malone wurde 1951 in Deutschland als Sohn einer deutschen Mutter und eines amerikanischen Vaters geboren. 1992 kam er für Körperverletzung ins Gefängnis, wo er derzeit noch inhaftiert ist und bereits verschiedene "prisons" und "correction centers" durchlaufen hat. In diesem Buch schildert er, wie er während seiner Haft mit dem Buddhismus in Berührung kam, wie dieser ihn veränderte und wie er ihn nun lebt. In einem Umfeld, das sosehr von Gewalt, Ablenkung geprägt ist und scheinbar so wenig Raum lässt für Meditation und sanftmütiges Wesen. Doch Malone beweist dem Leser, dass gerade hier Großes gewirkt werden kann durch kleine Gesten, liebevolle Worte und das rechte Maß an Zurückhaltung.


GENRE

FREIGANG ist kein Lehrbuch über Buddhismus. Zwar gibt es im Anschluss an seine Erlebnisse auch eine kurze Erklärung sowie ein paar Anregungen zur Meditation in diesem besonderen Umfeld, doch dies ist nicht Kern des Buches. Inhalt ist vielmehr das Erleben seines Alltages sowie die praktische Umsetzung und Anwendung. Auch werden seine Geschichten nicht chronologisch erzählt, denn Ziel ist nicht die Wegbeschreibung der "Wandlung". Als Ziel des Buches empfand ich die Beschreibung seiner Erlebnisse, um auf diese Weise andere Menschen an den Auswirkungen seiner Religion teilhaben zu lassen. Dies ist bewegend und glaubwürdig gelungen.


RELIGIONSÜBERGREIFEND

Das Schöne finde ich unter anderem auch, dass der Leser nicht von einer blinkenden Werbekeule erschlagen wird. Den Untertitel "warum es sich unter allen Umständen lohnt, Buddhist zu sein" könnte Problemlos ersetzt werden durch "Christ", "Jude", "Moslem", "Hindu", "Taoist" oder oder oder ersetzt werden. Denn was Malone praktiziert, das ist Nächstenliebe und Achtsamkeit, die in allen Religionen gelehrt wird. Dadurch erreicht der Autor, dass die Leser nicht mit fremden Philosophien erschlagen werden oder zu etwas bekehrt werden, sondern er - um es christlich zu sagen - "legt Zeugnis ab". Und dies ist die beste Methode, wenn man anderen Menschen seine Überzeugung nahebringen möchte: unaufdringlich, geduldig, als Vorbild.


"WAS KANN ICH ALLEINE SCHON BEWIRKEN"

Der Strafvollzug ist ein eigener Mikrokosmos, den ein Außenstehender sich oft nicht vorzustellen vermag. Es gelingt Malone sehr gut, dem Leser einen Einblick in den amerikanischen Gefängnisalltag zu vermitteln. Und diesen zwar knallhart und direkt zu präsentieren, dabei aber auch die Chancen aufzuzeigen, die sich für ihn daraus ergeben.

Zu den Geschichten selbst: der Autor beschreibt verschiedene Situationen, in denen ihn unangenehme Menschen herausforderten und wie er mit dieser Herausforderung umging. Er macht Menschen, die ihm Probleme bereiten, zu Lehrern, denn sie zeigen ihm seine Schwächen und helfen ihm diese aufzulösen. Man denkt sich oft "ach, was soll ich schon ausrichten" oder "ist doch nur eine Kleinigkeit, nur ein Moment". Wie oft schon hat jeder von uns gesagt "nein, wenn der mir immer so blöd kommt, den lade ich bestimmt nicht ein / den lächle ich bestimmt nicht an / dem werd ich was erzählen". Hier wird wunderschön beschrieben, wie auch ein winziger Moment große Auwirkungen haben kann und warum es sehr wohl von Bedeutung ist, ob ich lächle oder schimpfe, ob ich mich vom Zorn davontragen lasse oder dem anderen vergebe.

Einzelne Geschichten komplett wiederzugeben ist im Rahmen der Rezension nicht möglich. Aber ein paar Schlüsselmomente, die dennoch keine Spoiler sind, möchte ich gerne nennen: Malone hört das Gespräch zweier Rassisten, einer von ihnen hat Hunger, und so bietet er ihm von seinem Essen an, egal ob sie zur gleichen Gruppierung gehören, denn Hunger kennt keine Nationalität. Ein Päckchen Suppe, eine kleine Geste, mit unglaublich bewegender Auswirkung. Er lädt einen Menschen zu seiner Weihnachtsfeier ein, den er eigentlich nicht mag, ohne zu erahnen, welche große Bedeutung dies für den Gast hat. Einem Insassen, der überall aneckt, gibt er etwas zur Aufbewahrung, dieser hintergeht ihn, und statt ihn zu strafen geht Malone freundlich auf ihn zu - was dazu führt, dass der andere ihn respektiert und Tage später ein tragisches Ereignis verhindert werden kann.

All diese kleinen Gesten sind Kleinigkeiten. Sie erfordern jedoch Mut, Respekt und Achtung vor dem anderen. Es sind Gesten, die jedem von uns möglich sind, niemand kann sich herausreden und sagen "was kann ich alleine schon bewirken". Denn Malone zeigt, wie hoch unsere Eigenverantwortlichkeit ist und wieviel zu bewegen uns tatsächlich in unserem Umfeld möglich ist.


KLEINE ANMERKUNG

Es ist unwichtig, führt zu keinerlei Punktabzug und geht im Textfluss unter. Dennoch würde ich für die nächste Auflage empfehlen, dass jemand das Buch noch einmal überarbeitet, speziell im Hinblick auf die dass / das - Problematik. Da schien es dieses Mal ein paar Verwechslungen zu geben ;-)

Schön finde ich übrigens auch den Titel, denn er zeigt auf, wie es möglich ist, trotz der Umstände innere Freiheit zu finden. Innere Freiheit sogar im Gefängnis, ein sehr schönes Bild, das die Auswirkungen der buddhistischen Praxis sehr schön erklärt.


FAZIT

FREIGANG ist ein bewegendes Buch, das religionsübergreifend gelesen werden kann und dazu motiviert, endlich selbst aktiv zu werden. Achte Deinen Nächsten, liebe Deine Feinde, denk nach bevor Du im Zorn etwas zerstörst. Und sei Dir bewusst, dass Du etwas bewirken kannst, egal ob auf Arbeit, in der Familie oder gar an kalten, gefährlichen Orten wie einem Gefängnis. Die Geschichten treffen ins Herz, Malone und seine Freunde, Lehrer und Mitinsassen bleiben dem Leser noch lange im Gedächtnis.

SaschaSalamander 24.05.2012, 12.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Religion, Erfahrungen, BewusstSein, Tip,

Serial Sausage Slaughter

In >GROßSTADTAUGEN< lernte ich David Füleki kennen, bei Facebook habe ich immer wieder kleine Einblicke in seine Gedankenwelt und sein Arbeiten erhalten, >BLUTROTKÄPPCHEN< war mein erster Manga von ihm. Doch schon nach den Großstadtaugen sah ich mich als Fan seiner Werke, er hat einen so ungewöhnlich schrägen Humor, einen so detailreichen und doch abgefahrenen Blick auf die Dinge, dass ich gar nicht anders kann als begeistert zu sein. Es gäbe viel zu erzählen über sein Schaffen, sein Werk, aber das überlasse ich lieber im selbst, er bietet den Fans viel Möglichkeit, ihn kennenzulernen, ob nun bei >Facebook<, auf seiner >Homepage< oder auf anderen Internetseiten wie Deviantart, Animexx und Co. Bei Facebook schreibt er in seinem Profil über sich: "Herr Füleki wurde 1985 auf einem alten Indianer-Friedhof ausgebuddelt und dann nur noch mit Abfällen gefüttert. Kein Wunder, dass er schließlich zum Comiczeichner und gemeingefährlichem Ladendieb wurde." Nein, man muss nicht alles verstehen. Man muss sich einfach darauf einlassen und die herrlich schrägen Inhalte wirken lassen ...

Zum Inhalt möchte ich gar nicht viel sagen. Nur soviel: Ein brutaler Würstchenkettenwürger geht um und hinterlässt ein Blutbad des Grauens an seinen Tatorten. Schirmann ermittelt, er ist ein genialer Kopf, doch er kann den Anblick blutiger Leichen nicht ertragen. Also stellt man ihm den abgebrühten Entoman zur Seite. Schirmann erkennt nach und nach die Verbindungen des Falles, und er muss über sich hinauswachsen und tief in seiner verdrängten Vergangenheit schürfen, um das Rätsel des Würtchenkettenwürgers zu lösen.

Das Besondere an SERIAL SAUSAGE SLAUGHTER IST, dass es sich um ein interaktives Projekt im Internet handelte. Der Autor nahm Vorschläge seiner Fans entgegen und brachte diese in den Manga ein. Erinnert an Improvisationstheater, bei dem das Publikum einfach Worte auf die Bühne ruft. Und ich finde es faszinierend, wie Def (David Füleki) es geschafft hat, trotz teilweise sehr schräger Vorgaben eine in sich stimmige Handlung zu gestalten und spontan zu reagieren, die Handlung entsprechend anzupassen und stellenweise auch eine völlig neue Richtung dabei einzuschlagen. Klar, man darf keinesfalls mit der Logikbrille kommen oder gar mit "uuuunrealistisch" daherkommen, aber das ist ja auch nicht sein Ziel, denn seine Werke stechen hervor durch absurde Komik, Geschmacklosigkeit, Selbstironie und geniale Gedanken hinter den nach außen zusammenhanglosen Szenen.

Wie schon in Blutrotkäppchen ist das Editorial, das Nachwort, die zusätzliche Info eigentlich wieder das Beste am ganzen Manga und sorgt dafür, dass man direkt nach Beenden der Lektüre noch einmal von vorne lesen muss. Hier schildert Def, welche Vorschläge eingereicht wurden, die er in seinen Manga einbaute. Die meisten konnte ich finden, bei ein paar wenigen wusste ich dies nicht mehr, also gleich nochmal auf die Suche gehen. Ein paar Stichworte gefällig?

Et voila: CSI-Käsebällchen, This Cake is a lie, ein Gummihuhn mit Nagel, ein Geisterschwein, ein Vuvuzela-Bläser, Tisch-Man, Handlungsort Chemnitz mit Showdown am Schlossteich, eine Gehhilfe, Titten, eine Anspielung auf Werner-Comics, ein Opa im Tutu, der Companion Cube, Angela Merkel, eine Therapiegruppe zur Resozialisierung von psychopathischen Clowns, ein Sklave in Ketten ... na, reicht das, um zu zeigen, was Euch in SERIAL SAUSAGE SLAUGHTER erwartet? Mal ehrlich, eine Reizwortgeschichte aus diesen Begriffen dürfte jeden Deutschlehrer vor die Herausforderung seines Lebens stellen, aber Def hat es geschafft und daraus sogar tatsächlich eine zusammenhängende, sinnvolle und in sich stimmige Story gestrickt, Hut ab!

Und wie man es von ihm kennt, zeichnet er skandalös, geschmack- und hemmungslos und fernab jeglicher Political Correctness. Eben sein ganz eigener Stil, den man nicht wirklich beschreiben kann. Man sollte auf jeden Fall im Internet über seine Homepage surfen, wenn man ihn nicht kennt, und sich vor dem Kauf erst einmal informieren, was einen da erwartet. Und dann scheiden sich schnell die Lager, denn nicht jeder kann etwas mit seiner ungewöhnlichen Art anfangen. Aber wer die versteckte Kunst hinter Leichen, Titten und Opas im Tutu zu erkennen vermag und dabei gerne ein wahnsinniges Lachen von sich gibt, der wird auch SERIAL SAUSAGE SLAUGHTER wieder lieben.

Und für mich heißt es nun sehnsüchtig warten, bis im September seine nächstes Veröffentlichung 78 TAGE AUF DER STRAßE DES HASSES erscheint. In der Zwischenzeit amüsiere ich mich im Internet und bin von Tag zu Tag immer wieder ein Stückchen mehr begeistert über seinen Ideenreichtum. Und hoffe natürlich, viele andere Leser mit meiner Begeisterung anzustecken ;-)


SaschaSalamander 23.05.2012, 08.56| (3/3) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Manga | Tags: Deutsch, Tip, Schräg, Dark, Fantasy, Humor,

Unland

INHALT

Franka ist neu im Haus Eulenruh. Ein Erziehungsprojekt, das die Sozialpädagogen Vera und Andreas Kämpf führen. Es fällt ihr nicht leicht, sich in die Gruppe einzufügen, doch in den Zwillingen Lizzie und Ann findet sie bald Freunde, und auch Ricardo ist gar nicht so übel. In der Schule ist sie aufgrund ihres burschikosen Auftretens und ihrer eigenwilligen Art von Beginn an ein Außenseiter. Als Bewohnerin von Eulenruh hat sie sowieso keine Chance, denn das Dorf beäugt das Projekt mit kritischem, unwilligem Blick. Bald geschehen seltsame Dinge, Franka fühlt sich beobachtet, und die Stromausfälle im Dorf häufen sich. Dann ist da noch das Ruinengelände namens Unland, das von einem gefährlichen Zaun geschützt wird und zu dem Franka auf ihre Fragen nur düsteres Schweigen erntet. Die Ereignisse spitzen sich zu, und bald wird aus dem seltsamen Gefühl eine reale Bedrohung ...


CHARAKTERE

Die Charaktere finde ich neben der Sprache das Besondere, was dieses Buch ausmacht. Geschildert aus der Perspektive von Franka, hat der Leser in sie natürlich den größten Einblick. Doch auch die anderen Figuren werden sehr gut vorgestellt und schrittweise immer klarer. Alle, die in Eulenruh leben, haben eine bewegte Vergangenheit. Sie sind Außenseiter und tragen ihre eigene Last, ihr eigenes Geheimnis. Zu Beginn erscheint vieles, was sie tun, ungewöhnlich, doch Toleranz wird in der Gruppe großgeschrieben, und je besser Franka die anderen kennenlernt, desto mehr fühlt sie sich ebenso wie der Leser zu ihnen hingezogen. Selbst die anfänglichen Unsympathen werden mit der Zeit zu Sympathieträgern. Anders sieht es in der Schule aus, wo Franka von Beginn an gemobbt wird. Die Mitschüler bleiben bis auf eine Freundin dort eher blass, sie dienen als Statisten mehr ihrer jeweiligen Rolle als einer ausführlichen Charakterstudie.

Was mir gefällt ist, wie nebenbei Themen eingewoben werden, ohne sie zum Hauptthema das Buches zu machen. Jeder Charakter hat seine eigene Persönlichkeit, die Themen reichen von Kleinkriminalität (z.B. Graffity) über Homosexualität, Schulproblemen, virtueller Realität, Mobbing hin zu Mord und Missbrauch durch die Eltern. Die Autorin urteilt nicht, sie erzählt. Auf diese Weise vermittelt sie ein sehr glaubwürdiges Bild von ihren Figuren, die täglich darum kämpfen, nicht mehr als Außenseiter zu gelten, etwa Matthias mit Wut und Aggression, Lizzie mit ihren Verführungskünsten, die Fünfjährigen mit Schweigen, Franka mit Kämpfernatur und Tatendrang.

 
SPRACHE

Wie bereits erwähnt, ist auch die Sprache des Buches etwas ganz Eigenes. Das Buch ist in der Ich-Form aus Frankas Sicht geschrieben, und Franka ist eine Berliner Göre. Der Schreibstil ist also zwar einem hochdeutschen Buch entsprechend, dennoch fließt hier und da unauffällig eine falsche Berliner Grammatik ein, und natürlich hat Franka keine Hemmungen, auch Wörter wie Vollhorst, Scheiße und ähnliche in den Mund zu nehmen. Es ist als Jugendbuch absolut geeignet, keinem Leser werden vor Scham die Ohren abfallen, das Maß ist sehr gut gehalten, niemals werden die Ausdrücke zuviel oder zu unangenehm.

Auch verwendet die Autorin sehr viele Metaphern und Personifizierungen, die dem Buch Leben und Atmosphäre verleihen. Obwohl das Buch sehr dicht gefüllt ist mit diesen Stilmitteln, wirkt es nicht überladen. Die Bilder fügen sich in das Bild, der Text ist ein großes Ganzes, in dem nichts Unpassendes hervorsticht. Die Autorin gehört für mich zu den wenigen, denen es tatsächlich gelingt, >mit Worten zu malen<. Sie braucht keine Adjektive, um ein Gefühl zu beschreiben, sie versetzt den Leser selbst in die Lage des Protagonisten.

Durch das Malen entsteht eine tiefe Symbolik, die in dem Buch auf Kommendes verweist. Schon der Traum Frankas in der ersten Nacht ist sehr bildgewaltig. Sie ist umgeben von hohem Gras, es wächst, immer höher wächst es, droht sie zu verschlingen. Die Natur erobert ihr Reich, der Mensch nur ein unbedeutender Teil der Erde, Bedrohung für Franka lauert in harmlosen, sie alltäglich umgebenden Dingen, nicht einmal das beständige, verlässliche Wachsen und Wandeln der Natur bietet noch Sicherheit. Der düstere See, der gleich einer zähen Ölmasse die darin Schwimmenden umschließt, und die Sonne verreckt oben in den Baumkronen, kein Licht dringt hinab auf die Lichtung. Es ist so still wie im Inneren einer toten Uhr. Eine tote Uhr, das impliziert das Ende der Zeit, das Ende dessen, was unantastbar scheint, das Ende aller Dinge. Ein Kleid wird dreckig, das Kleid einer bis dahin unangetasteten, strahlenden Figur, doch auch sie bekommt Flecken, ihr Glanz erlischt. Oh, ich könnte in dieser Sprache versinken!


GENRE

Schön finde ich, wie Antje Wagner sich geschickt den Schubladen der gängigen Genres entzieht. Statt dessen bringt sie Elemente verschiedener Bereiche in ihr Buch ein, ohne jedoch alle Ansprüche zu erfüllen. Es gibt Fantasyelemente (wobei diese stark von der Interpretation abhängen, reines Fantasy ist dieses Buch keinesfalls), es gibt Thrillerelemente (die Spannung, das drohende Unheil, die Verbrechen, aber dennoch kein Thriller), es beinhaltet Teile eines Entwicklungsromanes und einer Charakterstudie (was jedoch sich stark in die Mystery-Elemente und den Thrill einfügt und eher ein Teil des Ganzen als ein eigenes Genre darstellt). Nein, das Buch braucht kein Genre. Es steht für sich, es schildert die Schicksale mehrerer Jugendlicher und lässt den Leser einen intimen Blick auf das Innere der Protagonisten werfen.


SOUNDTRACK

Im Buch wird sehr viel Bezug zur Musik genommen, die Franka hört, die Texte fließen in den Roman ein, tragen ihre eigene Bedeutung in sich. Die jeweiligen Titel werden von der Autorin am Ende nochmals aufgezählt, sodass der Leser sich, wenn er möchte, seine eigene CD zum Buch erstellen kann oder auch auf neue Titel aufmerksam wird. Eine nette Idee und ein schönes Goodie am Schluss.


NACHGESCHMACK

Ein einziges Problem hatte ich mit dem Buch: das Ende. Ich habe es einige Tage auf mich wirken lassen. Mit dem Ergebnis, dass das Buch mir noch immer sehr gefällt und ich es absolut empfehlen kann, weil es einfach etwas Besonderes ist. Trotzdem wurde der bis kurz vor Ende uneingeschränkte Lesegenuss etwas getrübt, und mir hing das ziemlich nach. Im Internet hat die Autorin bei >Literella< dazu Stellung genommen.

Ich finde die Erklärung sehr einleuchtend. Und im Hinblick auf die Starke Symbolkraft des Buches ist das durchaus nachvollziehbar, sodass ich jetzt mit diesem Wissen auch für mich abschließen kann und sagen "eine tolle Idee, dieser Twist am Ende". Von alleine, gebe ich allerdings zu, wäre ich nicht darauf gekommen, mir war dieser Bruch zwischen "Real" und "Fantasy" (so nenne ich es, um nicht zu spoilern) zu heftig und ließ mir zu viele Fragen offen. Aber, wie gesagt - ein Ende, bei dem man zwischen den Zeilen lesen muss und die Dinge keinesfalls so sehen darf, wie sie scheinen. Etwas, das während des kompletten Buches gefordert wird und den Leser am Ende dann doch unter Umständen überfordert. Trotzdem - ich würde es auf jeden Fall empfehlen, Ende hin oder her!


FAZIT

Der Autorin gelingt es, mit ihren Worten leuchtende Bilder zu malen. Handlung und Äußerlichkeiten treten in den Hintergrund, um Raum zu schaffen für Symbolkraft und Innensicht. UNLAND ist ein Buch, das nach der Lektüre noch lange nachwirkt. 

SaschaSalamander 22.05.2012, 08.43| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Jugend, Deutsch, Thriller, Tip, Fantasy, Queer, Drama,

Nevermore

creagh_nevermore_1.jpgNachdem ich soviel Gutes über das Buch gehört hatte, war ich natürlich neugierig auf NEVERMORE. Erst recht, weil es um einen DER Autoren geht, die in meinem Regal einen Ehrenplatz einnehmen. Cheerleader und Edgar Allan Poe, rosa Plüsch und schwarzer Goth-Style, wie lässt sich das vereinbaren? Ich muss leider sagen, sosehr ich mich darauf gefreut hatte, mir hat diese Kombination nicht gefallen. Andere Blogger, mit denen ich oft eine Meinung teile, waren begeistert, aber dieses Mal scheiden sich die Geister. Macht nichts. Aber deswegen werde ich auch keine ausführliche Rezension schreiben, sondern einfach nur schildern, was mir persönlich den Zugang zu diesem Werk verwehrte:

Am meisten waren das die Sprache und Wortwahl. Inhaltlich als auch sprachlich extrem viele Wiederholungen. Unzählige Male wurden die Augenfarben hervorgehoben, der Kajal, die Haarfarbe, die Ringe an den Fingern, und wie häufig das Wort "Po" vorkam, ist schon markant, so als gäbe es keine Synonyme. Dazu kommt die starke Häufung von Adjektiven, hier wurde stellenweise wirklich übertrieben. Für meinen Geschmack zuviel von außen beschrieben statt von innen gezeigt. Auch mit der Erzählperspektive haperte es manchmal, wechselte mitten im Satz. Feinheiten, an denen ich mich dennoch einige Male stieß. Ich weiß nicht, was der Übersetzung und was der Autorin zuzuschreiben ist, aber stellenweise hatte ich auch mit der Übersetzung Probleme, am schlimmsten fand ich, dass "Toaster" nicht übersetzt wurde. Nicht jeder weiß, dass ein Toast auch ein Trinkspruch ist und ein Toaster somit jemand, der auf einen anderen anstößt. Es klingt einfach irritierend, wenn ein Toaster auf den Friedhof geht und jedes Jahr Blumen und Cognac auf das Grab legt.

Es wurde mit extrem vielen Klischees gearbeitet, das Buch erschien mir sehr platt, und es kam mir vor, als hätte es nur den Zweck, möglichst viele Klischees herauszuarbeiten und diese breitzutreten, vom hirnlosen Footballspieler hin zur tussigen Cheerleaderin bis zum freakigen Goth, dem zockenden Bruder, und so weiter. Gut, die Klischees werden teilweise aufgebrochen, aber auf eine Weise, die ... naja, nicht mein Geschmack eben.

Das Verhalten der Charaktere fand ich nicht nachvollziehbar, und ich habe oft mit dem Kopf geschüttelt über solch ein kindisches Gebaren. Verhaltensänderungen werden nicht erklärt, ich kann sie mir zwar zusammenreimen und finde sie vom Hintergrund aus betrachtet realistisch, aber ein Autor sollte dies dennoch vermitteln können. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die In-Cliquen einfach nicht meine Welt sind und auch nie waren. So hat z.B. die Protagonistin ihren Freund verlassen, und kurz darauf ist ihre beste Freundin (mit der es zuvor auch einen Streit gab, weil sie ein Geheimnis ausgeplaudert hat, deswegen redet die Prota nicht mehr mit ihr) mit ihm zusammen. Die Erklärung dafür auf S. 226: "Der einzige Grund, dass Nikki überhaupt was mit Brad angefangen hat, war, dass sie dachte, dass sie damit Deine Aufmerksamkeit bekommt. Es macht sie total fertig, dass ihr beide nicht mehr miteinander sprecht. Außerdem ist sie gar nicht mehr mit Brad zusammen, das Ganze war nach ungefähr zwei Sekunden vorbei. Sie darf es nur niemandem sagen, weil er nicht will, dass Du es herausfindest". Nein, nicht meine Welt ... und, zugegeben, dass es junge Mädchen gibt, die das nachvollziehen können, finde ich erschreckend.

Der Poe-Anteil ... naja, einige Kapitelüberschriften, außerdem natürlich der rote Faden des Buches. Aber als das Projekt vorgestellt wurde, habe ich mich fremdgeschämt, ich fand es schrecklich, was die Cheerleaderin aus diesem genialen Mann gemacht hatte. Eine alberne Witzfigur hat sie vor der Klasse präsentiert, dass es mir einfach nur in der Seele wehtat. Für amerikanische Schulkids, die sich nicht mit Literatur befassen, mag es toll sein, dadurch werden sie darauf aufmerksam. Aber auch hier: not my world.

Ich schließe einen tieferen Sinn dieses Buches nicht aus, aber mir selbst hat er sich verschlossen. Sprachlich, inhaltlich und auch die Charaktere, zu nichts davon fand ich einen Zugang. Zu Ende gelesen habe ich dennoch, weil ich einfach wissen wollte, wie das Thema umgesetzt wurde und ob gegen Ende vielleicht doch noch eine Wende kommt. Was leider nicht kam. Nun ja, wie gesagt, ich will es nicht schlechtmachen, und ich bin sicher, dass das Buch zu Recht viele Fans hat. Aber es ist ein Buch weit fernab meiner Realität, meines Lebens, meiner Einstellungen und meiner Gedankenwelt. Gerne lese ich Bücher, die sich außerhalb meines Radius befinden, um auf diese Weise mehr über andere Menschen zu erfahren, um zu lernen, andere besser zu verstehen. Einigen Autoren gelingt es, in mir Verständnis zu wecken und einen Blick in andere Köpfe zu erhaschen, in diesem Fall hat es einfach nicht geklappt.

Klar, es hatte auch schöne Momente, sonst hätte ich es nicht bis zum Schluss gelesen. Müsste ich es mit Filmen vergleichen, so nähme ich Highschool-Titel wie 10 DINGE DIE ICH AN DIR HASSE, EINE WIE KEINE und Co, mit denen ich ebensowenig anfangen kann. Aber auch da gibt es Titel, die mich ansprechen, etwa NATÜRLICH BLOND oder CLUELESS. Liegt also nicht am Genre, sondern an der Darstellung ...

Und zum Abschluss: weder auf dem Klappentext noch auf dem Infotext auf der Klappbroschur stand etwas von Trilogie. Ich informiere mich vor dem Lesen über das Buch, aber ich surfe nicht stundenlang durchs Web und lese auch keine Rezensionen, will mir keine Spoiler einfangen. Wenn ich bei der regulären Vorabinformation nirgends darauf stoße, dass es ein Mehrteiler ist, dann bin ich im Anschluss ziemlich angepisst, wenn ich feststellen muss "ällerbätsch, den Rest musst Du Dir auch noch kaufen". Wird immer mehr Mode in den Verlagen und ist eine ganz fiese Unsitte. Ich hoffe, dass möglichst viele Leser diese Art der Vermarktung abstrafen und man irgendwann wieder so fair ist, solche Dinge vorab zu erwähnen ...

SaschaSalamander 21.05.2012, 08.11| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Jugend, Fantasy,

Statistik KW 20

GELESEN / GEHÖRT
1 - Unland (A Wagner)
1 - Moths (J C Skylark)
1 - Nevermore (K Creagh)
1 - Blue Friend 02 (F Eban)
1 - Mindnapping 08 - Der schwarze Vogel
1 - Lady Bedfort 08 - das Vermächtnis des Eisanglers
1 - Die drei Fragezeichen 154 - Botschaft aus der Unterwelt
3 - Die Kanguru-Chroniken (M U Kling)
4 - Freigang (C Malone)


GESEHEN
Blue Velvet
X-Men I


NEUZUGÄNGE
Kleine Betriebsstörung (R Klug)
Schnicksenpogo (R Klug)
Der eiserne Wolf (R Adams)
Freigang (C Malone)
Mitternachtsraben (C v Aster)
Treue ist auch keine Lösung (H Lendt)
Tränenengel (F Gehm)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - beendet
3 - weitergeführt
4 - begonnen
5 - abgebrochen

SaschaSalamander 20.05.2012, 22.13| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Nevermore

Prolog
Zugeteilt
Nach Neun
Eine Warnung
Noch nie zuvor Gesehenes
Maelström
Die Geister der Toten
Das unsichtbare Sichtbare
Beobachtet
Alles, was wir sehen
Ultima Thule
Die andere Hälfte
Narrentheater
Kopf hoch
In Liebe von uns gegangen
Die Wälder von Weir
Der grüne Mann
Ulalume
In Fleisch und Blut
Pinfeathers
Fern dem Raum, fern der Zeit
Irrwitzigkeiten
Der Rote Tod
Verschleiert
Einsam und voll Grausen
Epilog

(die hier benannten Kapitel sind nur ein Ausschnitt, es wurden nicht alle Kapitelüberschriften genannt)

aus: Kelly Creagh: Nevermore; Loewe 2012

SaschaSalamander 19.05.2012, 14.19| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kapitel

Nevermore

Erster Satz Prolog:
Edgar öffnete das linke Auge einen Spalt weit.

Erster Satz:
Am Ende der vierten Stunde war Isobels Koffeinkick von dem großen Milcbhkaffee heute Morgen schon lange verflogen.

Letzter Satz:
Wie Geisterzwillinge winkten sie ihr zu, doch dann nahm einer von ihnen eine vertraute Gestalt an - eine verhüllte, durchsichtige Gestalt mit einer Haut so perfekt und weiß wie der Schnee.

Letzter Satz Epilog:
"Nein", entgegnete er.

aus: Kelly Creagh: Nevermore; Loewe 2012

SaschaSalamander 19.05.2012, 11.11| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Lady Bedfort 53 - Die Burgess-Tragödie

Die Lady lädt ihre neue Nachbarin Sara Burgess zum Essen ein, doch diese erscheint nicht. Ihr Ehemann wimmelt Lady Bedfort und Tim an der Tür ab, seine Frau sei verreist. Doch die unaufgeräumte Wohnung im Hintergrund sowie die am Vortag geäußerten Bedenken Saras über ein schwarzes Auto lassen unsere Krimilady natürlich hellhörig werden. Tim und Inspektor Miller sind sicher, dass die alte Dame einfach nur Langeweile hat und auf einen Fall hofft - Der Hörer weiß: Sara wurde tatsächlich entführt, und der Täter ist nicht zimperlich. Kann Lady Bedfort der jungen Frau rechtzeitig zu Hilfe eilen?

Während ich die letzte Folge DAS TAL DES UNHEILS eher enttäuschend fand, hat DIE BURGESS-TRAGÖDIE mich wieder völlig zufriedengestellt. Gut, es gab dieses Mal kein so schöne Kulisse, und auch die Atmosphäre war nicht so dicht. Dafür konnte diese Folge wieder einmal mit spitzen Wortgefechten und einem pfiffigen Katz-und-Maus-Spiel überzeugt, vom ersten Moment an wurde das Tempo straff angezogen und hielt sich bis zum Ende. Auch auf die Charakterentwicklung der Hauptfiguren sowie deren Beziehung untereinander wurde dieses Mal wieder Wert gelegt. So schön eine dichte Atmosphäre und ein Plot zum Nägelknabbern auch sein mögen, manchmal darf es auch einfach nur schlichte Unterhaltung sein, die gefällt :-)

Die aktuelle Folge gliedert sich in mehrere Teile: die Vorgeschichte, die Entführung, eine erste Auflösung, zwischendurch die Ermittlungen von Polizei und Lady Bedfort, und bald darauf eine weitere Auflösung und neue Wende im Fall. Das Ende ist zu erahnen, aber es wurde geschickt umgesetzt, der Hörer wird lange Zeit an der Nase herumgeführt. Dieses Mal heißt es "jeder gegen jeden", und die Rollen zwischen Täter und Opfer wechseln mehrfach. Ich habe einige Male herzlich gelacht, sogar Schadenfreude über die unerwarteten Entwicklungen sowie Mitleid mit dem Täter (?) kommt beim Hörer auf.

Was DIE BURGESS-TRAGÖDIE ausmacht ist vor allem die Tatsache, dass der Hörer der Lady, der Polizei und dem Täter ein Stück voraus ist. Dabei allerdings hat der Autor Marc Freund (der nun inzwischen die zwölfte Folge für diese Reihe geschrieben hat) tief in die Trickkiste gegriffen, um mit seiner Erzähltechnik und dem Auslassen wichtiger Informationen auch den Hörer aufs Glatteis zu führen. Ob es ihm gelingt - entscheidet selbst ;-)

Als neue Sprecher tritt dieses Mal das Ehepaar Schmidt-Foss auf, das auch hier in seinem ersten Auftritt die Rolle von Tom und Sara Burgess übernehmen darf. Man merkt, wieviel Spaß sie dabei hatten, und ich hoffe auf weitere Aufnahmen mit ihnen. Arianne Borbach, die als Tochter der Familie Drake in Folge 52 sowie einigen früheren Folgen auftrat und die vor allem durch ihre Synchonrollen in Filmen bekannt ist, passte stimmlich wieder sehr gut auf die Rolle der anfangs sehr undurchsichtigen Dinah Dempsey.

Die Musik ist angenehm im Hintergrund, untermalt die Szenen mit kleinen Variationen der bekannten Melodien und verleitete mich dieses Mal mehrfach dazu, einfach mitzusummen. Leicht, pfiffig und unterhaltsam, wenn auch ohne allzu große Tiefe - dazu passte sie ideal zur aktuellen Folge. Besonderen Mehrfachhörwert hat die Folge nicht, aber das kann man auch nicht immer erwarten, dafür habe ich mich dieses Mal herrlich amüsiert und mich einige Male diebisch gefreut.

DIE BURGESS-TRAGÖDIE ist eine eher leichte Folge, die dafür mit cleveren Twists und witzigen Dialogen punkten kann. Zum Einstieg nett, um die Hauptcharaktere mit ihren liebenswerten Macken kennenzulernen und nebenbei eine spannende Story zu verfolgen. Und für Fans eine unterhaltsame Folge zum Zurücklehnen und Spaß haben.

SaschaSalamander 19.05.2012, 08.42| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel | Tags: Deutsch, Reihe, Krimi,

Moths

skylark_moths_1.jpgINHALT

Jonathan ist Direktor im Naturkundemuseum, privates Hobby sind seine gesammelten Exemplare besonderer Falter. Als ihm ein ungewöhnliches Exemplar eines Totenkopffalters begegnet, ist er begeistert. Doch kurz darauf ist der getötete und präparierte Falter verschwunden, fast als hätte er den Glaskasten gesprengt und wäre davongeflogen. Auf Arbeit begegnet er kurz darauf dem geheimnisvollen Maurice, der sich sehr für einen alten Falter in den Archiven des Museums interessiert und diesen entwendet. Die Ereignisse überstürzen sich: wohin ist der Totenkopffalter verschwunden? Warum interessiert sich erst Maurice und später eine Studentin für den alten, fast zerfallenen Falter im Archiv? Außerdem beginnt auf einmal Eliot, sein bester Freund, der mit einer Frau verheiratet ist, die Zuneigung Jonathans zu erwidern. Und auch Maurice beginnt ihm Avancen zu machen. Was ist das Geheimnis der Schmetterlinge? Und was ist es, das ihn auf einmal an Maurice anzieht?


THEMEN

Auch, wenn Jonathan erst im Laufe des Buches auf die Antwort kommt, so dürfte es kein Spoiler sein, wenn ich sage, dass es in diesem Buch auch um Vampire geht. Recht schnell ist dem Leser klar, warum Maurice auf der Kamera nicht zu sehen ist, woher der unangenehm süßliche Geruch kommt und was es mit dem seltsamen Falter auf sich hat.

Die beiden Themen "Vampire" und "Schmetterlinge" wurde hier wunderschön verwoben. Assoziiert man die Nachtwesen doch eher mit Fledermäusen und anderen dunklen Tieren, so hat Justin sich hier einmal auf ungewohntes Gebiet gewagt. Eine Idee, die durch die Figur Renfields in Bram Stokers DRACULA zwar sehr schön als Vorlage dargeboten aber bisher wenn überhaupt dann nur sehr selten umgesetzt wurde (mir ist keine entsprechende Literatur bekannt).

Für das Thema Vampire selbst hat der Autor einen eigenen Kosmos erschaffen, sich teils auf den klassischen Mythos bezogen, etwa das fehlende Spiegelbild, das Schlafen am Tage, die Ermattung Claudias (die Parallelen zur Figur der Lucy Westenraa bei Bram Stoker aufweist), andererseits aber die bekannten Pfade verlassen. So sind die Vampire hier auf keine Einladung angewiesen und sind auch nicht zwingend auf menschliches Blut angewiesen. Auch ein ungewöhnlicher Trank, der Maurice für kurze Zeit besondere Fähigkeiten verleiht, wurde in die Geschichte eingewoben. Kurz, das Thema wurde geschickt aufgegriffen und dabei doch innovativ umgesetzt, sodass es etwas ganz Eigenes darstellt. Kein Schmachtschinken a la Meyer, keine künstliche Reihe wie Lara Adrian oder J R Ward, sondern einfach ein spannender Einzelband, der sich geschickt den Vergleichen zu anderer Vampirromantik entzieht.

Auch die nebenbei eingestreuten Informationen über Falter bzw Schmetterlinge wurden gekonnt in die Geschichte eingebaut. Man erkennt die Recherche des Autors, zugegeben animiert sie sogar stellenweise dazu, selbst nachzuschlagen, sich die entsprechenden Bilder der zugehörigen Arten anzusehen und mehr über den Mythos dieser als Unheilsboten gefürchteten Wesen zu erfahren.



CHARAKTERE

Die Charaktere des Buches haben es mir besonders angetan, denn der Autor hat nicht wie in diesem Genre (sowohl Vampire als auch Erotik) übertrieben. Er hat realistische Charaktere erschaffen, ganz ohne Superlative. Maurice ist nicht Jahrhunderte alt, "nur" etwa 100 Jahre. Er ist in dieser Zeit reifer geworden, ihn umgibt ein Hauch von Mysterium, seine Ausstrahlung zieht Jonathan in den Bann, jedoch alles in einem angenehm dezenten Rahmen.

Jonathan ist ein rationaler Mensch, und auch ihn finde ich sehr realistisch dargestellt. Er ist verliebt in einen Mann, der mit einer Frau verheiratet ist. Ich bin dem Autor dankbar, dass er mit diesem Hintergrund keinen Schmachtfetzen aus unglücklicher verbotener Liebe gemacht hat, sondern dieses Element nüchtern in das Buch einfließen lässt. Eliot ist verheiratet, Jonathen ist Realist und weiß sich zurückzuhalten, bis tatsächlich ein Zufall zu mehr führt.

Auch die Bindung zwischen Maurice und Jonathan ist sehr gut dargestellt. Zu Beginn fühlt sich Jonathan abgestoßen, der Vampir ist ihm unangenehm in seinem Auftreten, seinem Verhalten, seinem Geruch. Doch die Art, wie die beiden sich näherkommen, ist nachvollziehbar. Ohne Bauchkribbeln, ohne aufgesetzten Zuckerguss, dafür aber glaubhaft und realistisch (soweit ein Buch über Vampire realistisch sein kann, versteht sich).


SPRACHE

Die Sprache passt zu Jonathan: nüchtern, sachlich, beschreibend. Der Protagonist ist Wissenschaftler, er ist äußerlich kühl und weiß seine inneren Bedürfnisse zurückzuhalten. So ist auch das Buch: die Geschichte ist schnörkellos erzählt, zielstrebig und ohne Umschweife schildert der Autor das Aufeinandertreffen der drei unterschiedlichen Figuren. Dabei wirken Wortwahl und Satzbau oft ein wenig altmodisch und distanziert, was sich sehr angenehm liest und dem Buch sogar einen zusätzlichen Hauch von Mystik verleiht. Man meint die verstaubten Archive des Museums zu riechen, den süßlichen Geruch von Maurice, fühlt sich inmitten das Wüten des Spanischen Bürgerkrieges versetzt.


HANDLUNG / EROTIK

MOTHS ist ein homoerotischer Roman, den ich in diesem Fall aber nicht neben die typischen Gay und Paranormal Romances stellen möchte. Er hat, wie oben bereits erwähnt, etwas Eigenes geschrieben, das zu vergleichen mir schwer fällt. Ungewöhnlich die altertümlich anmutende Sprache, die der Geschichte allein schon aufgrund des Schreibstiles einen ganz eigenen Reiz verleiht, sehr gut zu der zwar innigen aber doch unglücklichen Affaire Jonathans passt.

Zudem gibt es zwar erotische Momente, doch diese halten sich sehr im Hintergrund, die Geschichte selbst hat absoluten Vorrang und ist sehr gut durchdacht und aufgebaut. Es ist erkennbar, dass der Autor Wert auf eine spannende Geschichte legte, die zwar angenehm einfach zu lesen aber doch geschickt aufgebaut ist. Kleine zwischendurch gestreute Hinweise verdichten sich, der Leser erfährt nach und nach immer mehr, bis hin zum Showdown, der ebenfalls Überraschungen bereithält, die sich zu Beginn bereits zwischen den Zeilen ankündigten. Ich liebe es, wenn Bücher so geschickt aufgebaut werden.

Die Handlung, wie gesagt im Vordergrund. Die Erotik dennoch ein wichtiger Aspekt. Justin beschreibt keine Details des Aktes, er geht sogar noch weiter: wie soll ein Vampir ohne Stoffwechsel überhaupt zum Akt fähig sein? Und der Mann aus Fleisch und Blut, den Jonathan begehrt, ist bereits vergeben. Hier und da gibt der Autor seinen Figuren die Möglichkeit, sich näherzukommen, doch diese Szenen werden bis auf eine Ausnahme unterbrochen. Aber: Guter Sex beginnt im Kopf. Und so darf Jonathan Lust auf eine Weise erleben, die nur sehr wenigen Protagonisten vergönnt ist, nämlich so intim und innig, wie körperliche Vereinigung der Geschlechter es kaum zu bieten vermag.

Ich fand diesen Ansatz wunderbar. Und ich glaube noch keinen erotischen Roman gelesen zu haben, der so sexy war und dabei nicht einmal wirklich Sexszenen enthielt. Als es einmal wirklich "zur Sache geht", wahrt Justin respektvoll den Abstand, regt das Kopfkino des Lesers umso mehr an.

Ebenfalls ungewöhnlich ist, dass das Buch kein Happy End bietet. Trotzdem war ich völlig zufriedengestellt, denn alle Beteiligten haben an der Situation gewonnen. Das Leben ist nicht immer romantisch und gut, aber auch ein trauriges Ende kan ein gutes Ende sein. Das Buch ist abgeschlossen, bietet dennoch Stoff für eine Fortsetzung, lässt auch dem Leser Raum für eigene Ideen. Selten war ich nach einem erotischen / romantischen Buch innerlich so zufrieden wie nach diesem.


FAZIT

Was das Buch nicht bietet: heiße Liebesschwüre, wilden Sex, animalische Vampirerotik, Erotik der Superlative. Was der Leser statt dessen geboten bekommt: eine intelligente und gut recherchierte Geschichte mit glaubwürdigen Charakteren, gewürzt mit ungewöhnlicher Erotik. MOTHS ist ein Titel, der für mich zu meinen Favoriten des Genres zählt und dessen Figuren mich noch einige Zeit durch den Alltag begleiten werden.

SaschaSalamander 18.05.2012, 18.30| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Queer, Deutsch, Tip, Erotik, Romantik, Fantasy, Vampire, Dark,

Moths

Erster Satz Prolog:
Einige meiner Mitmenschen behaupteten, ich sei der typische Junggeselle, der geborene Einzelgänger, denn ich hätte niemanden.

Erster Satz:
"John?"

Letzter Satz:
Doch jeden Abend trete ich auf meinen Balkon und erwarte seine Rückkehr.

aus: Justin C Skylark: Moths; Aavaa 2012

SaschaSalamander 18.05.2012, 09.17| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Unland

Erster Satz:
Mir war schlecht.

Letzter Satz:
Aber er kommt.

aus: Antje Wagner: Unland; Bloomsbury 2010

SaschaSalamander 17.05.2012, 09.13| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Zurück aus den Tropen

So, heute kam ich zurück vom Kurzurlaub. Sehr viele positive Eindrücke (und ein paar ganz wenige negative), sehr viel Begeisterung. Zwei Tage, die sich absolut gelohnt haben. Aber nach so vielen Eindrücken bin ich erst einmal "satt". Heute werde ich mich zur Ruhe legen und das Erlebte verarbeiten. Und morgen dann mache ich mich an einige liegengebliebenden Mails und ein paar Rezensionen.

Da ich gelegentlich auch einmal von Veranstaltungen erzähle - warum nicht auch von spannenden Zielen für einen Kurzurlaub innerhalb Deutschlands? Ihr werdet dieser Tage also erfahren, wo ich war und was ich erlebt habe. Zumal ich beim Surfen in den letzten Wochen - man will sich ja informieren und die Vorfreude steigern - fast nur negative Berichte gefunden habe. Und nichts davon ist wahr. Aber wem es gefällt - der schweigt meist. Nörgler dagegen werden gerne laut. Deswegen habe ich das Bedürfnis, ein kleines Gegengewicht zu schaffen. Und Euch vielleicht eine Anregung für den nächsten Urlaub zu bieten :-)

Drei Tage Wellness - das macht zwei Bücher. Eines davon war genial, denn durch Zufall haben sich meine Realität und die Fiktion des Buches überschnitten: im Buch MOTHS von Justin C Skylark gibt es Totenkopfschmetterlinge und Nachtfalter, teils mit Flügelspannweite bis 22 cm. Und eines der ersten Dinge, die ich am Zielort sah: das Exponat eines beeindruckenden Falters von rund 20 cm Spannweite. Dachte ich mir ein paar Stunden zuvor auf der Zugfahrt noch "ach, Quatsch, das ist doch viel zu groß, so große Falter gibt es doch gar nicht", wurde ich kurz darauf eines Besseren belehrt. Und als ich nachts im Dunkeln diesen Glaskasten passierte, da war mir schon ein wenig unheimlich ;-)

Auch dieses Buch natürlich in den nächsten Tagen. Aber jetzt werde ich erst einmal schlafen, um all die Eindrücke in meinem Kopf zu sortieren ...

SaschaSalamander 16.05.2012, 21.54| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Pulp

Lady Bedfort 52 - Das Tal des Unheils

bedfort_52_tal_1.jpgAusnahmsweise nach langer Zeit erschien mit Folge 53 - DAS TAL DES UNHEILS wieder einmal ein Titel aus der Reihe LADY BEDFORT, der mich etwas enttäuscht zurückließ. Anfangs schüttelte ich mehrfach den Kopf und fragte mich, ob ich es wirklich über mich bringe, ausnahmsweise nur Negatives über meine Lieblingsserie zu schreiben. Gegen Ende allerdings zog die Folge deutlich an, wurde besser und hätte es fast geschafft, sich in die anderen guten Titel einzureihen. Trotzdem - ein Nachgeschmack bleibt. Aber alles der Reihe nach:

Lady Bedfort, Tim und Vivien fahren mit dem Auto auf einer verlassenen Landstraße, geraten in ein Unwetter und werden von einer seltsamen Familie in deren Herrenhaus aufgenommen. Ein weiterer Gast ist dort anzutreffen. Außerdem hat sich der Sohn der Familie "angekündigt": Norman, brutaler Serienmörder, ist aus der Anstalt geflohen und will sich nun an seinen Eltern rächen. Inspektor Miller würde gerne helfen, doch die Straßen sind unpassierbar. Und wie es aussieht, scheint Norman bereits das Herrenhaus erreicht zu haben, ...

Die ersten zwei Drittel des Hörbuches war ich sehr enttäuscht. Die Handlung wird nicht dargestellt sondern in künstlich wirkenden Dialogen erklärt. Wobei "Handlung" recht euphemistisch ist, denn im Grunde gibt es zu Beginn kaum eine Handlung, nur Beschreibungen. Ein langatmiges Telefonat zwischen Vivien und dem Inspektor, konstruierte Gespräche zwischen den Gastgebern und unseren drei Freunden erklären das Weitere. Der Serienmörder tritt niemals persönlich in Erscheinung, der seltsame Gast wirkt wie eine überflüssige Rolle, und dem geübten Hörer werden schnell die Zusammenhänge klar. Umso mehr zieht die Geschichte sich gefühlt in die Länge, wenn einfach nichts passiert. Meiner Ansicht nach hätte man DAS TAL DES UNHEILS mühelos um ein Drittel kürzen können, sodass die Geschichte an Tempo und Handlung gewinnt.

Auch empfand ich das Handeln der Figuren dieses Mal oftmals als sehr unpassend. Tim ist alleine mit einer Person, die er als Täter verdächtigt und spricht ihn / sie einfach auf die Ungereimtheiten an, die er entdeckte, scheint sich keine Gedanken um seine Sicherheit zu machen. Der Vater / Ehemann der Familie stirbt, Vivien schildert das Auffinden der Leiche eher wie nebenbei, Lady Bedfort reagiert auf Viviens Selbstvorwürfe sogar mit einem lapidaren "Das ist jetzt nicht zu ändern". Auch Inspektor Millers "Scherz" "Da könnte ich gleich meine Katze fragen" kommt nicht so recht an und wirkt im Zusammenhang sehr bemüht und eher unpassend. Es mag sein, dass die Protagonisten nach über 50 Morden natürlich an das Verbrechen gewohnt sind, dennoch strahlen Vivien, Tim und die Lady hier eine Kaltblütigkeit aus, die mir nicht gefällt und die hoffentlich in dieser Folge eine Ausnahme darstellte. Ein klein wenig Angst hätte ihnen dennoch gut zu Gesicht gestanden.

Nein, leider hat mich DAS TAL DES UNHEILS trotz des gelungenen Endes nicht überzeugt. Dies liegt nicht an den insgesamt sehr guten letzten Folgen oder gar der herausragenden Jubiläumsfolge, denn ich habe zwischen Folge 51 und 52 einige der älteren Geschichten vom Beginn der Serie gehört, sodass ich also nicht "verwöhnt" bin.

Trotzdem, nur schlecht war diese Folge nicht, es gibt einiges Positive hervorzuheben: Wie man bereits an der Inhaltsangabe erkennt, ist dies eine durch und durch klassische Kriminalgeschichte im Stil der alten Meister. Ein Mörder in einem alten Herrenhaus, ein Gewitter, eine Gruppe von Menschen abgeschlossen von der Umwelt, und dann natürlich das angedeutete Thema der zehn kleinen Negerlein (politisch korrekt Agatha Christies "Und dann gabs keines mehr"). Inhaltlich ein Krimi, wie man ihn kennt und liebt. Gerade für die Musik eine ideale Folge, um Spannung zu erzeugen und den Hintergrund zu untermalen. Dies ist auch sehr gut gelungen, man meint regelrecht selbst in dem Herrenhaus zu stehen, den Muff der alten Tücher über den Möbeln zu riechen, die vielen Treppen zu steigen, von Zimmer zu Zimmer zu schleichen. Bei den Geräuschen gab es mit Gewitter, Regen und Kaminprasseln nicht viel falschzumachen. Diese Folge eignet sich prima, um sie gemütlich abends bei Kerzenlicht zu hören, um tief in die Atmosphäre einzutauchen.

Auch das Ende ist gelungen. Die vielen Fäden, die sich am Ende entwirren und zu einem Handlungsstrang führen, wurden geschickt gelegt. Es gibt einen netten Showdown, die Atmosphäre verdichtet sich, das Erzähltempo passt.

Die Sprecher passen sehr gut zu den ihnen angedachten Rollen. Franziska Trogner und Peter Weis, die beide schon mehrfach auftraten und bereits in der Folge DIE SORGEN DES MISTER BLOOM ein altes Ehepaar darstellten, passen hier wieder sehr gut zusammen und lassen die Spannung der Figuren untereinander fast greifbar spüren. Arianne Borbach beweist ebenso wie Robert Missler wieder einmal ihre Wandelbarkeit hinsichtlich Emotion und Ausstrahlung. Diese Folge liefert ein perfektes Zusammenspiel der Sprecher untereinander, das mit der dichten Atmosphäre eine prima Grundlage für ein eigentlich solides Hörspiel liefert. Zu Beginn wirken zwei der Darsteller zwar sehr künstlich, was mich aufgrund deren Professionalität eigentlich verwunderte, doch mit dem Auflösen der Handlung erklärten sich diese Momente und zeigten umso mehr, wie gut sie ihre Stimme als Werkzeug im Griff haben.

Insgesamt leider ein schwächerer Titel. Für Einsteiger in die Serie nicht zu empfehlen, da es inzwischen weit bessere Folgen gibt. Für Fans der Serie aber natürlich ein Muss. Und wenn man über den zähen Einstieg und die erklärenden Dialoge hinwegsieht, kann man die düstere Atmosphäre, die spannungsgeladene Musik und die gelungene Sprecherauswahl durchaus genießen.

SaschaSalamander 16.05.2012, 09.22| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel | Tags: Krimi, Serie,

Timmy kennt den Weihnachtsmann

aster_timmy_1.jpgWarum ich im Sommer Weihnachtsgeschichten höre? Ganz einfach: weil sie von Christian von Aster geschrieben und vorgetragen wurden. Weihnachten hin oder her, sein Humor ist ganzjahrestauglich. Ich habe mich bei 30 Grad hervorragend mit seinen Geschichten unterhalten und möchte sie Euch jetzt gerne vorstellen:

TIMMY KENNT DEN WEIHNACHTSMANN ist eine Sammlung von vier Kurzgeschichten. Die titelgebende Geschichte ist die erste und längste. Sie erzählt von einem Jungen, der an Weihnachten leider nicht das gewünschte Geschenk unter dem Baum hatte. Doch er erkennt den Mann hinter der Verkleidung und zieht seine eigenen Schlüsse, wie er dafür sorgen kann, dass es nächstes Jahr ganz gewiss das heißt ersehnte Holzpferdchen für ihn gibt.

POST AUS DEN WEIHNACHTSMANNS TINTENFASS ist der Brief eines jungen Mannes, der bislang in einer Fabrik arbeitete, die im Auftrag ihrer Kunden die Weihnachtspost erledigte. Doch nun zieht er Bilanz und ist betrübt über die Entwicklung der Gesellschaft.

KNECHT RUPRECHT PACKT AUS und erzählt, warum Trolle heute als bösartige Wesen gelten und was der Weihnachtsmann damit zu tun hat.

DUNKLE GESCHÄFTE führen einen seltsamen Mann auf das Schiff des gefürchteten Piraten De La Torture. Was will er von diesem Halunken, das ihm kein anderer bieten könnte?

Was mich besonders beeindruckt ist die Wandlungsfähigkeit, mit der der Autor seine Geschichten verfasst. Er ist ein Chamäleon, das sich sprachlich und stilistisch ganz auf den Inhalt einlässt. Besonders auf dieser CD wird dies deutlich. Ein Trollmärchen, eine viktorianisch angehauchte Weihnachtsgeschichte, düstere Piraten, eine fiktive Dienstleistungsfirma. Vier komplett unterschiedliche Settings, vier komplett unterschiedliche Herangehensweisen. Mal schreibt er trocken und sachlich, mal bildgewaltig und derb, ein andermal lyrisch und wortreich.

TIMMY als titelgebende Geschichte nimmt den größten Raum ein und ist auch diejenige, welche wohl allen Hörern am besten gefallen dürfte. Vor den Augen des Lesers baut sich die Kulisse des alten England auf, wie es Dickens in seinen Büchern so anschaulich darstellte. Der kleine TIMMY heißt nicht umsonst Timmy, sondern dürfte wohl eine Hommage an eine der Figuren aus A CHRISTMAS CAROL sein. Der Widerspruch der fast schon märchenhaften Sprache und Kulisse gegenüber der makaberen Aussage der Geschichte ist Christian von Aster hervorragend gelungen. Ein Kunstgriff, durch den die Grausamkeit des kindlichen Vorgehens umso drastischer zur Geltung kommt. TIMMY und seine Freunde wollen nichts Böses, sie möchten nur dem Weihnachtsmann helfen. Dafür müssen sie allerdings knallharte Berechnungen anstellen, Menschenleben wird ein Mittel zum Zweck. Eine wunderschöne Parabel dafür, wie das Gewinnstreben und die Gier nach Mehr die Menschen dazu bringt, über Leichen zu gehen. Verpackt in rabenschwarze Satire, bei der das Lachen manche Male im Hals steckenbleibt.

Auch die anderen Geschichten triefen vor bitterbösem Humor. Die Aussage hinter Von Asters Geschichten ist subtil zwischen den Zeilen verborgen. Man kann die CD hören, ohne sich groß Gedanken zu machen, sich einfach an den Scherzen erfreuen und laut dabei lachen. Man kann sich aber auch die Zeit nehmen, hinter die Worte zu lauschen. Dann machen sie besonders viel Spaß.

Christian von Aster liest die Geschichen mit angenehmer Stimme selbst ein. Und seine Wandlungsfähigkeit zeigt sich auch hier: ich lernte ihn kennen durch die CD >MITTERNACHTSRABEN<, wo seine Stimme, seine Intonation gänzlich anders wirkt als hier bei TIMMY. Angepasst an die jeweilige Situation und Geschichte, nimmt er sich selbst zurück und lässt die Worte für sich wirken.

Diese Kurzgeschichtensammlung ist besonders geeignet für Gegner des kunterbunten Weihnachtsfestes. Denn hier wird das Fest entmystifiziert: der Weihnachtsmann stiftet aus Eigennutz andere zu Bösem an, kleine Kinder setzen die kapitalistischen Gedanken der Erwachsenen auf ihre eigenen Weise um. Und am Ende erfährt man gar, was ruchlose Piraten mit dem Weihnachtsmann gemeinsam haben. Eine Geheimtip für alle, die das Weihnachtsfest nicht ganz so ernst nehmen :-)

SaschaSalamander 15.05.2012, 09.09| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Tip, Deutsch, Kurzgeschichten, Humor, Schräg, Dark, Märchen,

Unheil

wilfling_unheil_1.jpgAUTOR, INHALT

UNHEIL ist das zweite Buch des ehemaligen Münchner Mordermittlers Josef Wilfling. Seit 2009 ist er im Ruhestand und teilt seine Erfahrungen über die Abgründe und das Unheil der menschlichen Seele mit den Lesern. In verschiedenen Geschichten schildert er, wie einfache, bis dato unbescholtene Menschen zu Mördern werden können.


SPRACHE, STIL

Die Sprache und der Stil waren eine große Schwäche des ersten Buches ABGRÜNDE. Zu umgangssprachlich, stellenweise sehr unprofessionell und unstrukturiert. Das störte nicht den Lesegenuss, fiel aber immer wieder ins Auge und wirkte etwas unfertig. Entweder hat er sich die Kritiken der Leser zu Herzen genommen, oder man hat ihm dieses Mal einen erfahrenen Lektor zur Seite gestellt. Auf jeden Fall ist dieses Mal nichts an UNHEIL auszusetzen. Die laienhafte Sprache wurde nun ersetzt durch einen professionellen aber flüssig zu lesenden Text. Keine unnötigen Fremdwörter, die das Lesen erschweren, dennoch ist die Erfahrung des Autors zu spüren.

Stellenweise blitzt ein etwas herber Ton durch. Immer respekt- und würdevoll gegenüber den Angehörigen und Hinterbliebenen, musste er für sich selbst dennoch einen Schutzwall aufbauen. Dieser schlägt sich manchmal im Text nieder. Wer als Unbedarfter zum ersten Mal einen Tatort besichtigt, dürfte anders reagieren, doch für Wilfling wurde es Alltag. Dies merkt man auch daran, wie er den Tatort beschreibt: S. 190: "Die Frau [...] war offenbar gänzlich ausgeblutet, was sich an zwei Dingen erkennen ließ: zum einen and der Menge des Blutes [...], zum anderen daran, dass ihr Kopf sich nicht mehr da befand, wo er hätte sein müssen". Knochentrocken, analytisch und auch ein wenig makaber. Es zeigt dem Leser eine Welt, in der Verbrechen nicht dem kreativen Gehirn eines Autoren entspringen sondern tragischer (Berufs)Alltag sind.


AUFBAU, ERZÄHLWEISE

Auch der Aufbau war im ersten Band etwas ungeordnet, ist hier wesentlich stringenter und nachvollziehbarer. Konsequent beschreibt er einzelne Fälle, mal einen längeren, dann einen kürzeren. Zwei Kapitel wurden über das Buch verteilt eingeschoben, die sich mit den Hintergründen befassen: "Kann wirklich jeder Mensch zum Mörder werden" und "Weniger Morde - bessere Menschen?". Er gibt klar an, dass dies keine wissenschaftlich gestützen Fakten sind, diese müsse ein Soziologe oder Psychologe liefern. Das Buch beinhaltet lediglich seine Erfahrungen, die er in 41 Jahren Polizei- und 21 Jahren Ermittlungsarbeit sammelte. Die Zeiten haben sich geändert, die Verbrechen wandelten sich: neue Gesetze, politische Veränderungen, weibliche Emanzipation, all solche Dinge trugen zu einem Wandel der Kriminalität bei, die vielleicht auf den ersten Blick gesunken sein mag, in Wahrheit sich jedoch lediglich verlagerte.

Seine Erzählweise passt er den jeweiligen Geschichten an. Mal schildert er ein Verbrechen und die akribische Suche nach dem Täter. Ein andermal beschreibt er den Tathergang, bevor er und seine Kollegen den Schauplatz betreten und zu ermitteln beginnen. Immer erklärt er, warum man anhand des vorgefundenen Tatortes von einer Beziehungstat ausging und wer als Täter infrage kam. Er gibt Dialoge wider und wie seine Worte die Täter zu einem Geständnis bewegen können (oder in Einzelfällen auch nicht). Mal wird der Täter mit seinem Verbrechen konfrontiert, ein andermal versucht man ihn in Widersprüche zu verwickeln. Es ist spannend zu lesen, auf welche Weise Wilfling Tat und Täter zusammenführt. Die Realität ist mitreißender, als jeder Krimi es sein könnte. Doch leider gibt es in der Realität kein Happy End, und oft muss man hart schlucken ob des Gelesenen.


AUCH TÄTER SIND NUR MENSCHEN

Dieses Buch erinnerte mich ein wenig an SCHULD und VERBRECHEN von Ferdinand von Schirach. Schirach schreibt lediglich über die Fälle selbst, die Hintergründe der Täter und Opfer. Wilfling dagegen schildert die Ermittlungsarbeit, welche den Täter am Ende überführt. Dennoch ist beiden Autoren eines gemeinsam: sie beschreiben, was gesunde, normal entwickelte und unschuldige Menschen dazu bringen kann, plötzlich Schuld auf sich zu laden. Und es gelingt ihnen sogar, wenn dies dem Fall entspricht, Sympathie für den Mörder aufkommen zu lassen, Mitleid und Verständnis. Denn die wenigsten Morde geschehen aus reiner Mordlust, die meisten Verbrechen gegen Leib und Leben sind Beziehungstaten, denen eine lange Vorgeschichte vorausgeht: Eine Frau wurde von Kind an vom Vater missbraucht und tötet im Affekt ihre Mutter, die jahrelang zusah und ihre Tochter später verhöhnt. Ein Mitarbeiter, der über lange Zeit von seinem Chef gemobbt wurde, bis eines Tages der letzte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt. Ein liebender, treuer und gütiger Familienvater, dessen Frau immer kälter wird, bis er sie zur Rede stellt und die Situation eskaliert. Eine Mutter, die sogar die Gründe des Mörders ihrer Tochter verstehen kann und zugibt, dass die Tochter ihren Untergang selbst heraufbeschworen hatte.

Ein grausames Verbrechen, dafür jedoch nur drei, vier oder fünf Jahre Gefängnis - was die Medien zerreißen und als Skandal produzieren, schildert Wilfling von der menschlichen Seite. Denn auch Täter sind nur Menschen ...

Natürlich schreibt er auch von grausamen "Killern", die ihre Tat mit einer Kaltblütigkeit ausführten, die den Autor und Leser gruselt. Ein Mann, der mehrere Beziehungen pflegt, und als diese sich zu überschneiden drohen, tötet er einfach eine der beiden Frauen, auch sein Verhalten nach der Tat geprägt von einer unglaublichen Kälte. Man möchte sich übergeben, wenn man von solchen Taten liest, und es ist unerklärlich, was einen Menschen zu solchen Monstern werden lässt. Dies kann Wilfling nicht erklären. Aber er vermittelt immerhin ein Bild davon, wie unterschiedlich die Taten, die Täter und die Motive sein können.

Die Taten, Namen, Orte etc wurden aus juristischen Gründen etwas abgeändert, dennoch ist es mit ein wenig Geschick möglich, die realen Fälle zu ergoogeln. Es ist dabei oft faszinierend zu vergleichen: was erfährt man über die Medien, was schildert Wilfling "hinter den Kulissen".


SONSTIGES

Zwischendurch geht Wilfling auch kurz auf die Arbeit anderer Berufsgruppen ein. Es ist angenehm zu lesen, wie er auch schreibt "die Kollegen haben ihre Arbeit hervorragend gemacht". Das ist zwar nicht relevant für den Inhalt des Buches, aber ich finde es schön, es zeigt das Bild eines Mannes, der sich nicht als Alleinkämpfer sieht, sondern der mit anderen zusammenarbeitet und sich nicht über die Kollegen stellt (was mir in anderen Fachbüchern schon häufiger begegnet ist und mir immer ein wenig bitter aufstößt).

Auch möchte ich positiv hervorheben, dass Wilflings Buch nicht die Sensationsgier befriedigt. Wer einfach nur heiß ist auf brutale Morde, der sollte UNHEIL nicht lesen. Denn es geht dem Autor nicht um Skandale und blutige Details, sondern um die Menschen hinter den Verbrechen. Entsprechend sind seine Beschreibungen wie in oben genanntem Beispiel zwar direkt (und somit auch blutig), jedoch auch äußerst knapp, zeigen nur das zum Verständnis Notwendigste auf.


FAZIT

UNHEIL ist zum Vorgänger ABGRÜNDE eine deutliche Steigerung. Klar, sturkturiert und fachkundig lässt der Autor den Leser an seinen langjährigen Erfahrungen teilhaben. Ohne Voyeurismus, dafür mit viel Sachverstand und Menschlichkeit gibt er Fallbeispiele aus seinem Berufsleben wider. Auch Mörder sind Menschen, Menschen wie Du und ich, und dies gelingt ihm hervorragend darzustellen. Ein wundervolles Buch, das Verbrechen von einer eher ungewöhnlichen Seite schildert und auf jeden Fall Beachtung verdient!

SaschaSalamander 14.05.2012, 09.49| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Erfahrungen, Deutsch, Tip, Fachbuch,

Statistik KW 19

GELESEN / GEHÖRT
1 - Operation Eaglehurst (M Ferber)
1 - Timmy kennt den Weihnachtsmann (C v Aster)
1 - Lady Bedfort 52 - Das Tal des Unheils
1 - Lady Bedfort 53 - Die Burgess-Tragödie
1 - Serial Sausage Slaughter (D Füleki)
1 - Unheil (J Wilfling)
3 - Rückkehr ins Stirnhirnhinterzimmer (v Aster, Koch, Hoffmann)




GESEHEN
Ronal der Barbar


NEUZUGÄNGE
Timmy kennt den Weihnachtsmann (C v Aster)
Agatha Raisin Omnibus 1-4 (M C Beaton)
Forgotten (C Patrick)
110 - ein Bulle hört zu (C J Gutenrath)
Schweig still, süßer Mund (J Clark)
Lady Bedfort 52 - das Tal des Unheils
Lady Bedfort 53 - die Burgess-Tragödie
Detektiv Conan 73 (G Aoyama)
Young Bride´s Story 03 (K Mori)
Serial Sausage Slaughter (D Füleki)
Die silberne Spinne (J Nimmo)
Moths (J C Skylark)



ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - beendet
3 - weitergeführt
4 - begonnen
5 - abgebrochen

SaschaSalamander 13.05.2012, 20.31| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Statistik

Open Beta - The Secret World

Und hier wieder ein brandaktueller Beitrag von Kahdor, der gestern und heute die Open Beta zum Spiel THE SECRET WORLD getestet hat und mir seinen Beitrag gerne für den Blog überlässt. Ich freue mich also, Euch statt Büchern, Filmen und Hörspielen zur Abwechslung wieder einmal ein Game vorzustellen :-)

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Es ist soweit, die Beta von The Secret World hat am 11.05.2012 um 18 Uhr gestartet. Da es vermessen und verfälscht wäre, bereits jetzt schon ein Fazit zu ziehen, möchte ich  euch jedoch wenigstens einen ersten Eindruck vermitteln, den das Spiel bisher auf mich gemacht hat.

Kurzfassung: Keine Massenware und ein echter Leckerbissen!



Ausführliche Fassung:

Zwar kann dieser besagte "Leckerbissen" nicht in Punkto Grafik umhauen wie andere Titel z.B Tera, jedoch braucht es das bei diesem Setting auch nicht. Denn wir spielen ja in einer realen/parallelen, vom Bösen überrannten Welt des Schreckens. Somit wären meiner Meinung nach Farbenpracht und "megahypergeilo"-Effekte ein wahrer Stimmungskiller. Die bisher gesehenen Skilleffekte sind passend und nicht zu übertrieben. Die Animationen sind treffend dargestellt und nicht zu heldenhaft. Alles passt sich stimmungsvoll in die apokalyptische Stimmung des Settings ein.

Was ich ganz besonders zugute halte ist die realistische Darstellung einiger Gebäude und Einrichtungen. Oft hatte man es bereits, dass gerade Plätze mit vielen Spielern überdimensional groß gebaut wurden, um auf einem "Marktplatz" tausende von Leute unterzubringen. Die Stimmung ist dem Setting passend, und mein Geschmack wurde mehr als getroffen!

Zum Charaktereditor möchte ich an dieser Stelle nicht viel erzählen, denn da dieser alles andere als fertiggestellt ist, wäre es verfälscht, an dieser Stelle bereits darüber zu urteilen.

Der erste Eindruck wirkt halt spärlich, und somit passiert es oft, dass ich meinem Zwilling im Spiel begegne. Von offizieller Seite wurde jedoch bereits berichtet, dass dies korrigiert wird. Somit lassen wir uns überraschen, was da noch kommt.

Was das Spiel jedoch vom Massenbrei abhebt, ist die schöne Questgestaltung. Sicher müssen auch hier böse Buben vermöbelt werden, jedoch ist dies kein Dauerzustand. Meist bestehen die bisherigen Aufgaben darin, Dinge zu finden, wiederzubeschaffen, kleinere Rätsel zu lösen oder etwas zu untersuchen. Dass hierbei natürlich auch Gegner aus dem Weg geräumt werden müssen, ist zwar für ein MMO selbstverständlich aber meist nicht direkter Bestandteil der Aufgabe. Was hierbei besonders löblich ist, ist das Questzielsystem. Es weist nie "genau" auf den Punkt des Ortes sondern markiert lediglich einen Bereich, wo das "Ziel" zu finden ist. Erfrischend, dass der Spieler auch seinen Grips benutzen muss in diesem Fall. Wenn die anderen Spielabschnitte genauso bleiben würde es mich sehr freuen!



Der einzige Punkt, der mir bisher jedoch nicht ganz gefällt, ist das nicht so frei gestaltbare Fähigkeitensystem. Vielleicht waren hierbei meine Erwartungen etwas zu hoch als ich davon gelesen habe, jedoch ist es schade, erst eine ganze Reihe an Skills freizuschalten um an eine bestimmte Fähigkeit heranzukommen. Wenn diese Skills dann wenigstens noch alle aufeinander aufbauen würden wäre es sinnvoll, jedoch haben einige keine ersichtliche Verbindung mit ihren Nachfolgern. Dies führt dazu, dass man Punkte für nicht verwendete Fähigkeiten ausgibt und verschleudert.

Vielleicht wird dies noch über Punktpreise etwas abgeändert oder ist vorerst nur für die Beta zum Testen so geschaltet worden. Ich lasse mich überraschen!

Der erste Eindruck ist jedenfalls überraschend gut. Wer neugierig geworden ist und mehr wissen möchte, sollte sich auf der >offiziellen Website< umsehen.


SaschaSalamander 12.05.2012, 21.47| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Eure Beiträge | Tags: Dark, Krimi, Horror, Games,

Uuuuuuurlaub

Während dieser Beitrag automatisch am Vormittag gebloggt wird, wusele ich auf Arbeit meine letzten Sachen zu Ende und darf mich bald des Urlaubs erfreuen. Das Wetter ist toll und heiß, und da kann ich prima am >Stadtstrand< unter Palmen schwitzen. Und falls es kühl wird, bin ich auch nicht böse, denn ich mag es kühl und genieße die Bücher dann eben in der Wanne oder in meinem Lesesessel mit Blick auf die Natur. Egal wie´s kommt, es wird perfekt für mich sein :-)

Ooh, und was ich alles vorhabe zu lesen! Das schaffe ich gar nicht alles in dieser kurzen Zeit. So etwa NEVERMORE von K Creagh, SCHWEIG STILL SÜßER MUND von J Clark, 110 - EIN BULLE HÖRT ZU von C J Gutenrath, KLEINE BETRIEBSSTÖRUNG von Ria Klug, FORGOTTEN von C Patrick, DER TOD IST EIN BLEIBENDER SCHADEN von E Colfer.

Besonders betonen möchte ich den SCHATTENSCHNITZER und TIMMY KENNT DEN WEIHNACHTSMANN sowie das STIRNHINTERZIMMER von Christian von Aster, MARTHA IM GEPÄCK von Ulrike Rylance, HÖRIG UND AUSGELIEFERT von A Hofmann, UNLAND von A Wagner und die zwei neuen Folgen von LADY BEDFORT vom Hörplanet.

Oh mann, ich wünschte, ich könnte meinen Urlaub gleich verdoppeln, vielleicht schaffe ich dann alles ;-)

SaschaSalamander 11.05.2012, 19.34| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Pulp

Unheil

Erster Satz Vorwort:
Warum Gewalt- oder Gewohnheitsverbrecher zu Mördern werden können, ist weitgehend bekannt.

Letzter Satz Vorwort:
Aber das Böse ist nun einmal spannender und interessanter als das Gute.

Erster Satz:
Friedrich O. war mit seiner Frau und den Kindern aus dem Urlaub zurückgekehrt.

Letzter Satz:
Er begann mit der Anrede "Du schwanzgesteuerter Scheißkerl".

aus: Josef Wilfling: Unheil; Heyne 2012


SaschaSalamander 10.05.2012, 18.16| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Rückkehr ins Stirnhirnhinterzimmer

Sind das jetzt Zitate? Oder ist das Erster und Letzter Satz? Es ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, und aus diesen möchte ich ein paar einzelne Erste und Letzte Sätze nennen, kunterbunt durcheinandergewürfelt aber hoffentlich ausreichend, Euch so richtig neugierig zu machen ;-)

Ich weiß, dass ich mich mit diesem Text nicht beliebt machen werde.

Erwin hatte wahrlich Glück, das alles nicht mehr erleben zu müssen.

Egon Karl Ludwig Corniaud war nach einhelliger Überzeugung seiner Vorgesetzten das dümmste und unfähigste Mitglied der Staatssicherheit.

Niemand hat damit gerechnet, dass das Ende der Welt in deutschen Kleingartenkolonien und Altersheimen beginnen würde.

Der Schrauber des Herrn Merz, ein akkubetriebenes Modell aus deutscher Produktion, steckte eines Morgens im Hals von Frau Merz.

Jetzt, da er endlich wusste, was der Sinn des Lebens war.

Barnabas Biedermann war kein guter Mensch.

Aber zu irgendwas musste die Stasi ja gut gewesen sein.

Als Boris Orlowski zum fünften Geburtstag einen Che Guevara-Teddy mit Mütze und Maschinengewehr bekam, ahnte niemand, was für einen Ärger das nach sich ziehen würde.

Es wird also noch eine Weile dauern, bis die Welt wieder rund läuft.

Ich hasse Sülze.

Ich habe Keira Knightleys Telefonnummer.

Die Welt der Plüschtiere wird nie mehr dieselbe sein.

SaschaSalamander 10.05.2012, 15.39| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Pink Musical

WTF?!? Nagut, ich versuche, meinen Eindruck etwas ausführlicher zu beschreiben als nur mit einem ungläubigen Kopfschütteln ... wobei es mir sehr schwer fällt, etwas über PINK MUSICAL zu schreiben. Dazu müsste ich erstmal das Genre analysieren, die japanische Kultur besser kennen (mal ehrlich, nur weil ich mich hobbymäßig ein bisschen mit deren Religion, Literatur und Filmwelt befasse, kenne ich noch lange nicht deren umfassende Kultur) und eine Ahnung haben, was ich hier schreiben soll. Geht nicht, ich fühle mich nicht befähigt. Deswegen möchte ich meine Meinung hier wirklich als reine Laienmeinung verstanden wissen. Nicht als Information, sondern einfach nur als Gedanken eines unbedarften Zuschauers ...

>Pink Film< (Pink Eiga) war mir bis vorhin kein Begriff. Jetzt, nachdem ich ein wenig dazu recherchiert habe, muss ich sagen, dass ich schon einiges davon gesehen habe, klar. Wusste nur nicht, dass es als eigenes Genre zählt. Das Niveau dieser Produktionen unterscheidet sich von "etwas besser" bis hin zu "unterirdisch", und PINK MUSICAL ist wohl eine der sehr lowen Low Budget Versionen.

Aoki ertrank, kehrt als >Kappa< wieder. Er trifft auf Asuka, in die er damals verliebt war. Asuka allerdings liebt ihren Chef, den Besitzer der Fischfabrik, in der sie nun arbeitet, und die beiden werden bald heiraten. Der Todesgott prophezeit, dass Asuka morgen sterben soll, und Aoki will ihr helfen. Mittels einer Analperle, die den Todesgott fernhält und der Geliebten ein langes Leben bescheren soll. Doch Aokis Opfer ist teuer ...

Ähm ... ja ... äh ... es ist strange. SEHR strange. Man sollte ihn entweder ansehen, wenn man sowieso auf SEHR seltsame Filme steht. Oder wenn man in geselliger Runde ein paar Bierchen intus hat. Man sollte sich darauf einstellen, dass es abgefahren ist. Es ist so billig produziert, dass man dem Schauspieler einfach nur eine einfache Latexmaske über Kinn und Mund gezogen hat, ein paar billige Handschuhe drüber, einen komischen Deckel auf den Kopf, einen Schildkrötenrucksack, und fertig ist der Kappa. Man hat gar nicht versucht zu vertuschen, dass es Lowest Budget ist und kokettiert mit den Billigsteffekten.

Die Texte im Original kann ich nicht beurteilen, aber die deutschen Untertitel dazu wirken recht zusammengestopselt und unzusammenhängend, als hätte jemand mal auf die Schnelle gesagt "upps, wir brauchen ja auch noch Texte dafür". Die Choreographie der Tänze ist ... äh, nein, keine Choreographie. Es sieht aus, als hätten die Leute die Anweisung bekommen "beweg Dich möglichst ungelenk und seltsam und tu so, als würdest Du versuchen zu tanzen, und grinse dabei so seltsam wie möglich".

Ich kann nicht zählen, wie oft ich während des Films mit dem Kopf geschüttelt habe und sagte "was für ein Sch***". Aber aufhören konnte ich trotzdem nicht. Denn irgendwie war die Geschichte um den Porno herum (nichts anderes ist Pink: ein Softporno, um den eine mehr oder weniger sinnvolle Handlung gestrickt ist) irgendwie süß. So schlecht gemacht, dass es schon wieder gut war. So schlecht der Film absichtlich gemacht ist, soviel Lebensfreude strahlt er dabei auch wieder aus. Herzlich, naiv, und trotz des "erotischen" (?) Anteils irgendwie unschuldig.

Wir haben so viel gelacht! Es ist einfach nur albern und dämlich. Andererseits - wenn in der Rocky Horror Show ein Außerirdischer vom Planeten Transsexual Transilvanien in Strapsen herumhüpft, mit einem Beam die Leute in tanzende Glamour - Puppen verwandelt, und wenn seine selbsterschaffene Sexkreatur in Windelhöschen panisch durch die Gegend rennt, wenn der Diener mit seinem Buckel zusammen mit seiner Gefährtin den Time Warp tanzt, und wenn jeder mit jedem am Ende hinter dem Vorhang im Bett landet ... ich wage nicht zu behaupten, dass das von besserer Qualität ist. Kult ist es, oh ja, aber ich kann mir vorstellen, dass Pink Muscial das auch werden könnte. Denn um ehrlich zu sein - so schlecht ich die Songs fand, so albern die Texte sind, sosehr gingen sie trotzdem ins Ohr, habe ich trotzdem mit den Füßen mitgewippt und kriege die Melodien jetzt nicht mehr aus dem Hirn. Und bei all der Billigproduktion gab es etwas, das wirklich wunderschön war: die Landschaftsaufnahmen, die Details der Natur. Mmh, wirklich traumhaft und absolut sehenswert.

Dass der Film gut ist, kann ich keinesfalls behaupten. Und ich kann ihn auch nicht uneingeschränkt empfehlen. Es ist eine sehr kleine Zielgruppe hier in Deutschland, die ihn sich ansehen wird. Aber wer Asiafilme mag, wer auch nichts gegen seltsame Varianten von Sex in gleichwelcher Form hat, wer Schwachsinn zur Kunst erheben kann und wer bereit ist, sich auf eine völlig abgefahrene Erfahrung einzulassen, dem könnte PINK MUSICAL gefallen. Für diese Zielgruppe hat er das Zeug zum ab-so-lu-ten Kult ...

Gut ist er nicht wirklich. Aber unbedingt sehenswert!

Und >hier< der Trailer, um Euch einen kleinen Vorgeschmack auf den Film zu geben ;-)


SaschaSalamander 09.05.2012, 08.54| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Erotik, Komödie, Schräg, Fantasy, Fremde Kultur,

Everlasting

rahlens_everlasting_1.jpgVORAB

Das Buch trägt einen schnulzigen Titel. Hat ein rosafarbenes Cover mit Prägung, darauf sieht man einen Parfumflacon. Und es handelt von Romantik. Stell Dir vor, Du verliebst Dich. Stell Dir vor, sie erwidert Deine Liebe. Aber in Deiner Welt gibt es keine Liebe. Und auch kein Ich. Wie sagst Du "Ich liebe Dich". Nein, ohne Außeneinwirkung würde ich ein Buch mit diesem Klappentext nicht anfassen. Aber zum Glück greife ich manchmal trotzdem zu Titeln, die mich eigentlich nicht interessieren. Zum Beispiel, weil es mir persönlich empfohlen wird oder ich positive Rezensionen lesen. In diesem Fall eine Spontanentscheidung, die ich mir nicht erklären konnte, manchmal greife ich einfach zu Büchern, die nicht mein Genre sind, um eben mal über den Tellerrand zu blicken. Als es dann im Regal stand und ich es griff, dachte ich mir "na toll, warum habe ich mir das überhaupt geholt. Aber jetzt muss ich durch. Wenigstens mal reinlesen, weglegen kann ich es immer noch". Tja, so kann man sich täuschen. Und deswegen bin ich froh, dass ich mir manchmal auch Bücher außerhalb meines Beuteschemas greife. Denn Cover, Titel und Werbung passen hervorragend zum Buch, sind aber dennoch eine starke Reduktion eines in sich sehr vielschichtigen und clever durchdachten Werkes.

Gerne würde ich sehr, sehr viel mehr über das Buch schreiben, es ist in diesem Fall wieder einmal mehr eine Analyse denn eine Rezension. Trotzdem keine Angst, ich spoilere nicht, auch wenn es mir schwerfällt ;-)


INHALT

Finn lebt im Jahre 2264, er arbeitet als Historiker und soll nun das Tagebuch eines jungen Mädchens aus Berlin um 2003 lesen. Er ist recht enttäuscht, hatte er doch auf ein bedeutendes Werk gehofft statt auf die pubertären Gedanken eines Kindes. Doch er verliert sich immer mehr in dem Werk, fühlt sich dem Mädchen nahe, beginnt sich zu verlieben. Und dann, im Rahmen einer geheimen Zeitreise, steht er ihr eines Tages gegenüber ...


CHARAKTERE

Die Charaktere bleiben anfangs recht blass, und ich wunderte mich sehr darüber, wie wenig man über einzelne Figuren erfuhr. Dies war etwas, das auf den ersten 100 Seiten dazu führte, dass mir das Lesen recht schwer fiel und ich sehr viele Verhaltensweisen nicht nachvollziehen konnte. Da die Geschichte mich dennoch interessierte, las ich weiter. Leider kann ich nicht erklären, was es damit auf sich hat, es wäre ein zu heftiger Spoiler. Aber soviel kann ich sagen: es hat seine Gründe, warum die Autorin einige Kniffe anwendet, wenn sie das Äußere das Protagonisten beschreibt oder warum man nichts über die Motive anderer wichtiger Figuren erfährt. Es würde mich reizen, das Buch direkt im Anschluss ein zweites Mal zu lesen, um es mit dem Wissen um den Twist am Ende mit anderen Augen zu betrachten.

Finn war mir vom ersten Moment an sympathisch. Er lebt in einer Welt, die das Individuum zurückstellt und Emotionen als hinderlich sieht. Entsprechend ist die Distanziertheit des Buches angemessen. Und immer wieder blitzt in kleinen Momenten hervor, dass Finn ein Träumer von kindlicher Neugier und Naivität ist. Der Spagat zwischen "emotional distanziert" und "verträumt, verspielt, verliebt" ist sehr überzeugend gelungen.


SPRACHE, ERZÄHLSTIL

Die Sprache ist stellenweise ein wenig ungewöhnlich, erklärt sich jedoch auch nach dem Twist. Im ersten Viertel stolperte ich über einige Formulierungen, es lief noch nicht wirklich flüssig. Dennoch hatte ich aufgrund des Aufbaus (mehr dazu gleich) das Gefühl, dass es eines der Bücher ist, bei denen ich erst einmal abwarten muss.

Der Erzählstil ist sehr ungewöhnlich, man erfährt viel über den Protagonisten Finn, dennoch bleibt er erstaunlich distanziert. Man erfährt viel über die zukünftige Welt, allerdings erschließt es sich eher aus dem Zusammenhang als erklärt zu werden, manches bleibt offen. Die Protagonisten sprechen von sich in der dritten Person, das Wort "ich" wird vermieden, diese Idee gefiel mir sehr gut. Nachdem ich mich jedenfalls an einige Formulierungen und Redensweisen gewohnt hatte, las es sich sehr flüssig und angenehm.

Da das Buch in der Zukunft spielt, gibt es sehr viele fiktive Begriffe. Zugegeben hätte ich mir eine Art kleines Glossar gewünscht, da einige Abkürzungen zwar zu Beginn erklärt wurden, aber es waren doch sehr viele, sodass ich nach einiger Zeit den Überblick verlor. Andererseits ist es angenehm, wie flüssig die Begriffe in den Text eingebunden sind, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Anfangs empfand ich das als Overload, da nahezu jeder Satz gespickt ist mit Formulierungen und Begriffen. Doch auch hier: es gehört zum Buch, es ist der Alltag des Protagonisten und ist in sich absolut stimmig, wenn auch ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Die Erzählperspektive und die Sprache ist der Punkt, über den ich gerne am meisten schreiben würde. Doch ohne Spoiler ist dies leider nicht möglich, deswegen nur soviel: die Autorin hatte eine Idee, die sie kreativ und gekonnt umgesetzt hat. Ich musste schmunzeln, weil ich selbst nicht darauf gekommen bin, was es mit manchen Elementen des Erzählstils auf sich hatte, und weil ich mich im Anschluss freute, dass Ihr dieser Kunstgriff so gut gelungen war. Die Szene, in der alles erklärt wird, hat mich sehr bewegt und ist eine der entscheidenen Momente des Buches.



AUFBAU, ERZÄHLTEMPO

Was mir von Beginn an außerordentlich gefiel: man merkt sofort, dass die Autorin sorgfältig geplottet hat. Bei manchen Büchern fragt man sich, ob der Autor überhaupt einen Plan hat, wie sich das Buch weiterentwickelt, da es viele langgezogenen Szenen oder ungeklärten Sprünge gibt. Hier jedoch erkennt man klar, dass Holly-Jane Rahlens eine klare Vorstellung hatte, wie die Charaktere sich entwickeln, welche Ereignisse sie erleben und wie die Geschichte aufgebaut ist. Immer wieder gibt es kleine Häppchen und Andeutungen, mehrfach kleine Aha-Effekte und einmal sogar einen sehr markanten Twist. Ich mag es einfach, wenn ich das Gefühl habe, dass der Autor sich Mühe gemacht hat und den Leser gekonnt in die Irre führt, um ihm kurz darauf den richtigen Weg zu zeigen.

Auch das Tempo ist dadurch perfekt getimed: keine Längen, keine unnötige Hektik, das Erzähltempo ist stets in einem gleichmäßigen Fluss. Der Anfang zugegeben zieht sich ein klein wenig. Allerdings habe ich im Web eine Leserunde bei Brigitte.de gefunden, wo ich den Grund dafür las: die Autorin wollte zu Beginn nicht verraten, dass es um eine Zeitreise geht, der Leser sollte ebenso wie der Protagonist an ein Computerspiel denken. Der Verlag jedoch pries das Buch unter der Thematik Zeitreise an. Durch die Erwartung an Zeitreise und Liebe fragt man sich also ständig, wann nun das Buch endlich "auf den Punkt kommt", auch ich habe mich gefragt, warum so ein langes Vorspiel notwendig sein muss. Im Nachhinein, nach dem Lesen: ja, dieses Vorspiel ist notwendig, es gehört zur Geschichte und hätte nicht anders sein dürfen für mein Empfinden. Doch ich hätte es schön gefunden, wenn man den Aspekt Zeitreise nicht vorweggenommen hätte, sodass man dem Lesefluss unvoreingenommen folgen kann.


ZEITREISE, SCI-FI

Als Zeitreise-Fan muss ich sagen, dass ich die Umsetzung gelungen fand. Klar können Kritiker dies oder jenes mokieren, aber ich denke mir, da wir das noch nicht getestet haben, können wir viel theoretisieren und sagen "unrealistisch", wer will das schon prüfen? Ich fand die Idee jedenfalls sehr schön geschildert, zumal es hier nicht um den wissenschaftlichen Aspekt der Zeitreise ging sondern diese eher eine faktische Gegebenheit darstellt, durch die jene Bindung zwischen Finn und Eliana möglich wird.

Unsere Welt im Jahre 2011 sowie auch die Jahrezehnte davor sind für uns etwas Selbstverständliches. Die Autorin wirft jedoch einen zukünftigen Blick auf unsere Welt, bringt viel Humor und auch verdeckte Kritik dabei ein. So wundert sich Finn über einen zerlumpt aussehnden Mann, der Geld haben möchte aber nichts verkauft. Ebenso wundert er sich darüber, warum er für den Kauf eines Mobiltelefons an einen Kaffeehersteller verwiesen wird. Und es kommt auch manchmal ein wenig Nostalgie auf. Besonders die Szene, in der Eliana und ihre Schwester Finn zeigen, wie man Hubba Bubba erst einmal weichkauen muss, bevor man ihn zu großen Kugeln blasen kann, hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Elianas Gedanken im Tagebuch ließen mich an meine eigene Jugend denken, die Autorin hat das Lebensgefühl der 13jährigen gekonnt eingefangen.

Spannend zu lesen ist auch, welche Elemente unserer heutigen Welt in diesem Buch überlebt haben, was augestorben ist und wie die zukünftigen Menschen damit umgehen. Gebäude und Städte, die die Katastrophe überlebt haben, Redewendungen die übernommen oder abgewandelt wurden. Trommelnde Mönche scheinen die Zeit zu überleben, das sind kleine Randnotizen, die dem Buch Lebensnähe und Unmittelbarkeit verleihen.

Durch das Aufeinanderprallen der zwei Kulturen kommt es oft auch zu witzigen Momenten. Woher soll ein Mensch der Zukunft auch wissen, dass man Kaugummis nicht herunterschluckt oder dass man von Greifswald nach Berlin keine Austauschstudenten schicken würde. Einige Male musste ich herzlich lachen, mir gefielen die Ideen der Autorin, sie hat einen liebenswerten und kindlich-unschuldigen Blick auf unsere Zeit geworfen.


LOKALKOLORIT

Das Buch spielt in Berlin. Als Nicht-Berliner, der jedoch schon sehr oft zu Besuch dort war, habe ich vieles wiedererkannt und hatte ein klares Bild vor Augen. Als später geklärt wird, was es mit dem Gebäude des OZ-Institutes auf sich hat, war das einer der großen Aha-Momente, und ich ärgerte mich fast, dass ich nicht selbst darauf gekommen war. Überhaupt schafft Rahlens ein deutliches Bild der Gegenwart, das sie teils mit Änderungen und teils 1:1 in die Zukunft übernimmt. Ich war beeindruckt von der Präzision, mit der sie manche Orte umriss, ohne sich dabei in endlosen Beschreibungen zu verlieren. Genau richtig, um Lokalkolorit zu versprühen aber Ortsfremde nicht zu langweilen.


FORTSETZUNG

Das Buch ist in sich abgeschlossen, ich war zufrieden am Ende. Nur eine Sache blieb offen. Doch es muss nicht alles geklärt werden für mich, zumal das Buch es eigentlich gar nicht zulässt, einige Dinge zu klären. Dafür wäre eine andere Erzählweise erforderlich gewesen, und das hätte dem Buch seinen Charme genommen. Dennoch gibt es sehr viele Elemente im Buch, die eine Fortsetzung ermöglichen, die Autorin hat sich da einige Hintertürchen gelassen. Obwohl alles erklärt wird, wäre es sehr schön, mehr über die Hintergründe zu erfahren. Ich bin ein Freund in sich geschlossener Bücher. Doch in diesem Fall würde ich mich sehr freuen, wenn Rahlens die Ideen, die zusätzlich in ihr schlummern, nun ebenfalls zu Papier bringt. Denn es ist offensichtlich, dass beim Plotten sehr viel mehr Gedanken in ihrem Kopf waren, als sie tatsächlich im Buch unterbringen konnte. Und die will ich bitte lesen! :-)


COVER

Manchmal wundere ich mich auch ein wenig über Vermarktung. Gut, das Cover spricht die Hauptzielgruppe an. Dennoch stößt es auch manche Leser ab. Ich kenne viele, die das Buch großartig fänden, es aber aufgrund der Gestaltung nicht beachten würden. Es ist schon arg kitschig geworden, finde ich. Mir persönlich hätte ein anderes Motiv gefallen, das für das Buch ebenso bedeutsam ist wie das Everlasting-Parfum: ein schwarzes Kästchen, leicht geöffnet, dazu ein Füllfederhalter und ein Bernsteinring. Ich denke, das wäre neutraler gewesen und ebenso ein Eye-Catcher. Es wirkt ernsthafter, geheimnisvoller und hätte meiner Ansicht nach den Inhalt besser getroffen, da es hier vor allem um Tagebücher, das Schreiben von Hand und die Wirkung von Sprache und Text geht. Zumal ein von Hand geschriebener Text etwas sehr Sinnliches sein kann und dies die Romantik auch ohne Rosa transportiert hätte.


FAZIT

EVERLASTING ist ein Buch, das weit mehr zu bieten hat, als Titel und Cover vermuten lassen. Zeitreise, Romantik, Entwicklungsroman, Science-Fiction, Dystopie, Dramatik, Parallelwelten, Gesellschaftskritik, Nostalgie, Tagträume und vieles mehr erwarten den Leser, der sich von Holly-Jane Rahlens entführen lässt. Komplexe Themen in einfachen Worten, geeignet sowohl zum Diskutieren wie auch zum Träumen. Nicht nur eine Empfehlung, sondern ein MUST HAVE!

SaschaSalamander 08.05.2012, 08.56| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Romantik, Drama, Tip, Dystopie, Sci-Fi,

Ausgefressen

matthies_ausgefressen_1.jpgRay ist ein Erdmännchen. Phil ist ein Privatdetektiv und Alkoholiker. Mit genügend Alkohol kann er verstehen, was die Erdmännchen reden. Und so wird Ray, der schon immer Ermittler werden wollte, zum Privatschnüffler.

Soviel kurz und knapp zur Geschichte. Und es fällt mir schwer, eine lange, ausführliche Rezension zu schreiben. Inzwischen allerdings haben sich schon sehr viele Beiträge im Netz angefunden, sodass es wohl genügt, wenn ich nur ein paar Worte darüber verliere, was mir beim Lesen durch den Kopf ging. Mein erster Eindruck, als ich die Leseprobe ansah: dialoglastig, anstrengend zu lesen, viel zu albern.

Neugierig auf die Story war ich trotzdem, und jetzt habe ich das Hörbuch genießen dürfen. Die erste halbe CD habe ich immer wieder mit mir gehadert: "das ist bescheuert, sowas hör ich nicht. Ich würde niemals zugeben, solch ein albernes Zeug gehört zu haben. Aber irgendwie ist es witzig. Ne, bescheuert. Ich will aber wissen, wie es weitergeht. Erdmännchen, die sich an den Eiern kratzen und ein Smartphone haben wollen, gehts noch dämlicher? Christoph Maria Herbst ist aber so klasse, dass ich trotzdem hören will! Ich will nicht! Ich will!" Und so habe ich vor mich hingequengelt, weil ich nicht weiterhören wollte, und weil ich trotzdem nicht aufhören wollte.

Zum Glück habe ich mich entschlossen, weiterzuhören. Es ist wirklich ein sehr ungewöhnliches Buch. Und ich denke, gelesen hätte ich es vermutlich nicht. Dazu wären mir die hektischen Dialoge wohl wirklich zu anstrengend gewesen. Gelesen von Christoph Maria Herbst (Stromberg) allerdings war es absolut hörenswert. Ich hätte nie gedacht, WIE wandlungsfähig er mit seiner Stimme ist. Ob nun eine Jazz singende Chinchilla-Lady, eine kichernde Erdmännchen-Sexbombe, ein majestätischer Seeadler, ein besoffener Detektiv, eine Berliner Kioskverkäuferin, ein technikbegeisterter Erdmann-Nerd, ein vermutlich italienischer Chinchilla Loverboy, eine verliebte Hyäne, eine fette Nilpferd-Dame, ein undersexter Elefantenbulle, eine Horde hirnloser Pinguine, es klingt alles überzeugend und hat eine ganz eigene Stimme, ich stand stellenweise mit heruntergeklapptem Kiefer da und konnte nicht fassen, was ich hörte. Herbst liest nicht nur, er spielt seine Rollen wie ein Schauspieler, ich meinte regelrecht einen Film vor mir zu sehen.

Um AUSGEFRESSEN zu mögen, muss man zugegeben schon auf reichlich abgefahrene Sachen stehen. Die Rollenbeschreibung im Absatz drüber zeigt ja bereits auf, was den Leser erwartet. Dazu kommen Erdmännchenkämpfe unter Tage mit Taser und Handgranate. Erdmännchen, die zu den Black Eyed Peas abrocken und singen, Skunks als DJ und Ratten als Kellner, Mafiosi-Gorillas und derlei schräge Elemente mehr. Nein, realistisch ist das absolut nicht. Aber das ist egal. Es ist einfach lustig, und mehr soll es auch nicht sein.

Ich habe mich hervorragend amüsiert, einige Male laut aufgelacht. Was mir besonders gefiel waren die schönen Metaphern. Grade bei Stimmen ist der Autor sehr erfinderisch: "Seine Stimme packte mich im Kragen und schleifte mich über den kalten Fußboden" oder "mit seiner Stimme hätte man eine Buttercremetorte bestreichen können". Sehr bildlich und witzig. Zugegeben auf Dauer sehr anstrengend, ich könnte keinesfalls mehrere Bücher hintereinander lesen, und ich habe auch die CDs mehrfach unterbrochen und dazwischen andere Genres gelesen. Vier CDs am Stück in diesem Stil wäre ein Overkill. Aber da die Handlung sowieso eher Nebensache ist und man nichts verpasst, wenn man mal eine kleine Pause macht, ist das nicht schlimm.

Insgesamt: Empfehlung, um ohne groß zu denken einfach mal ein wenig albern zu lachen. Das braucht man manchmal. Denn das Leben ist ernst genug. Und genau in solchen ernsten, grauen Momenten braucht man einfach ein durchgeknalltes Erdmännchen. Und bitte - vergesst das Buch, holt Euch das Hörbuch ;-)

SaschaSalamander 07.05.2012, 08.14| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Deutsch, Humor, Schräg, Tiere, Krimi,

Statistik KW 18

GELESEN / GEHÖRT
1 - Point Whitmark 36 - Das Geschöpf der bösen Träume
1 - Ausgefressen (M Matthies)
1 - Dunkle Schwingen (N Henser)
1 - Lady Bedfort 06 - Der Fang der Fischer
1 - Lady Bedfort 07 - Mord in der Manege
1 - Everlasting
4 - ToyBoy (I Meerling)
4 - Rückkehr ins Stirnhirnhinterzimmer (v Aster, Koch, Hoffmann)




GESEHEN
Pulse
Pink Musical


NEUZUGÄNGE
Hinter deiner Tür (S M Dölger)
Rückkehr ins Stirnhirnhinterzimmer (C v Aster u.a.)
Judge 03 (Y Tonogai)
Detektiv Conan 72 (G Aoyama)
Unheil (J Wilfling)
Eisiges Feuer (S Gernt)
Children of the Fog (C K Tardif)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - beendet
3 - weitergeführt
4 - begonnen
5 - abgebrochen

SaschaSalamander 06.05.2012, 20.39| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Statistik

Everlasting

Kapitel 02 - Doc-Doc
Kapitel 05 - Das Pinkfarbene Tagebuch
Kapitel 09 - Science-Fiction für Lovers
Kapitel 10 - In den Zeiten des Caffé Latte
Kapitel 14 - Die Fliege an der Wand
Kapitel 15 - Finn lernt schreiben
Kapitel 16 - So viele Erden und eine Sonne
Kapitel 18 - Krach! Knack! Platsch!
Kapitel 19 - Das Ich meines Herzens
Kapitel 23 - Amorivirus nordstromi

aus: Holly-Jane Rahlens: Everlasting; Wunderlich 2012

SaschaSalamander 05.05.2012, 17.22| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kapitel

Everlasting

Erster Satz:
Finn setzte den Moon Zoomer auf und schaute in den tiefen Nachthimmel.

Letzter Satz:
Und sie küssten sich.

Aus: Holly-Jane Rahlens: Everlasting; Wunderlich 2012

SaschaSalamander 05.05.2012, 14.19| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Dunkle Schwingen

henser_schwingen_1.jpgNach einem Überfall erwacht Jeannie. Neben ihr liegt ihr Retter. Schwarze Flügel an seinem Rücken - ein Engel? Obwohl sie den Fremden nicht kennt, fühlt sie sich zu ihm hingezogen, erlebt ein prickelndes Abenteuer mit ihm. Doch Ruben, wie der Fremde sich nennt, muss für seinen Fehler bestraft werden ...

Rund 20 Taschenbuchseiten, ist diese kurze Geschichte ein nettes Bonbon für zwischendurch. Und wie es typisch für eine Kurzgeschichte ist: kein Davor, dann eine kurze Episode, das Danach bleibt offen, nur eine kurze Begegnung zwischen Leser und Protagonisten. Hier passiert, wovon viele Leser heimlich träumen: spontaner Sex mit einem Fremden, ohne Fragen, ohne Antworten, nur der Lust folgen und sich ganz darin fallenlassen. Diesen Moment hat Nicole Henser sehr schön eingefangen.

Statt Liebesschwüre und einer festen Beziehung erwartet den Leser in DUNKLE SCHWINGEN pure Lust und Verlangen. Auch Freunde von sanfter Bestrafung kommen auf ihre Kosten. Die Handlung selbst ist stark im Hintergrund, und das ist gut, denn hätte man sie ausgebaut, wäre es niemals bei einer Kurzgeschichte geblieben. Die Story bietet Stoff für einen kompletten Roman. Das Ende lässt hoffen, dass die Autorin die Idee ausbauen und verarbeiten wird, damit wir Jeannie und Ruben besser kennenlernen können und damit aus einem spontanen Abenteuer eine kribbelnde Beziehung werden kann ;-)

SaschaSalamander 05.05.2012, 13.04| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Erotik, Fantasy, Deutsch,

Pseudonym

Es gibt viele Gründe für Pseudonyme, und das werde ich hier gar nicht weiter ausführen. Möchte nur eines ansprechen, das ich derzeit sehr faszinierend finde. Ich werde nicht sagen, um welchen Autor es geht, denn ich will keine Gerüchte schüren und mich auch nicht an anderen bestehenden Gerüchten beteiligen. Aber trotzdem möchte ich etwas dazu schreiben ;-)

Da sah ich also vor einigen Wochen das Cover des Buches und dachte sofort "ey, ein neues Buch von XY!". Gleicher Verlag, gleiche Covergestaltung, sogar fast das gleiche Bild nur etwas umgearbeitet. Und ein Inhalt, der regelrecht nach diesem Autor schreit, weil er damit eine von den Fans geliebte Figur eines anderen Buches aufleben lassen könnte. Aber als ich das Cover ansah - nein, anderer Autor. Mit dem Hinweis, dass dieser Name ein Pseudonym sei.

Inzwischen höre ich das Hörbuch. Der Sprecher ist der gleiche wie der Stammsprecher des Autors XY. Aber das ist natürlich Zufall, denn dieser Sprecher spricht auch für andere Autoren und Verlage.

Als ich das Buch zu hören begann, dachte ich mir "na, der Stil kommt mir aber sehr bekannt vor". Die Art des Humors, der Grundton, es deutet alles auf den Autor XY. Beim Googeln stoße ich überall darauf, dass hinter diesem Pseudonym nur XY stecken kann.

Es gibt sogar Werbung und Gewinnspiele, die für beide Bücher gemeinsam gelten. Ist Zufall, weil der Verlag ja schließlich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann, warum nicht, selber Schuld, wenn die Leser da Zusammenhänge sehen, oder? Honi soit qui mal usw ...

In verschiedenen Rezensionen lese ich diese Vermutung bzw Behauptung. Und der Autor hat bei Amazon sogar in entsprechenden Rezensionen kommentiert und gesagt, dass er nicht hinter dem Pseudonym steckt, schließlich habe er keinen Grund, nicht mit seinem erfolgreichen Klarnamen zu schreiben. Wobei natürlich keiner nachprüfen kann, ob die Person, die sich "Autor XY" nennt bei Amazon auch wirklich "Autor XY" ist.

Im Endeffekt ist es mir egal, wer nun dahintersteckt. Wenn jemand seinen Namen nicht nennen will, dann hat er seine Gründe, und die gehen mich nichts an. Wenn er will, dass wir es erfahren, dann wird es auch öffentlich gemacht. Was mich aber wie gesagt fasziniert, das sind die Behauptungen, Vermutungen und Gerüchte. Überall lese ich, wer dahintersteckt. Mal stand es eventuell auf der Homepage, wo es jetzt jedoch nur als Pseudonym genannt ist (solche Fehler (?) gibt es ja häufiger). Mal hat jemand irgendwo gehört. Mal weiß es jemand ganz sicher, denn niemand kann so schreiben und der Stil ist unverwechselbar. Nirgendwo habe ich jedoch greifbare Hinweise mit konkreter Quelle gefunden. Auf diese Weise ist ein Gerücht entstanden, das sich hartnäckig hält. Jeder weiß es, weil er es von jemandem hat, der es von jemandem weiß, der sicher sagen kann.

Herrjeh, und der Weihnachtsmann existiert, und Facebook schützt unsere Daten.

Vielleicht will der Autor einfach mal testen, wie ein Buch ankommt, das nicht von ihm geschrieben wurde? Und ärgert sich jetzt, dass er scheinbar nicht aus seiner Haut kann und man ihn trotzdem sofort aufgrund seines Stils enttarnt.

Oder vielleicht hat ein Nobody dieses Buch geschrieben und an den Verlag geschickt, weil er dachte "hey, die haben einen ähnlichen Titel veröffentlicht, bestimmt gefällt denen mein neues Buch". Und der Verlag fand es toll, aber weil "Horst Schulze" als Autor nicht so toll klingt, suchten sie einen pfiffigen Namen als Pseudonym und gestalteten alles drumherum absichtlich so, dass die Leser denken, es wäre ein Buch des Autors XY. Denn die Gerüchte halten sich, die Leser spekulieren, dadurch wird das Buch noch interessanter, die Leser fühlen sich toll ("hey, yeah, ich hab ein Pseudonym gelüftet, ich bin coooool"), der Autor XY sowie Mr Nobody und der Verlag lachen sich ins Fäustchen. Denn XY erntet Lorbeeren für ein Buch, das er nicht geschrieben hat und gewinnt neue Fans. Mr Nobody kann einfach mal testen, wie sein Buch ankommt und profitiert vom Fahrtwind des XY. Und der Verlag freut sich über jeden zahlenden Kunden. Aber ob es nun von XY, Mr Nobody oder einem anderen bekannten Autor ist - egal, dieser Rummel um das Pseudonym scheint jedenfalls eine prima Sache fürs Marketing ...

Aber vielleicht ist ja alles auch ganz anders ;-)
Wie gesagt: ich will keine Gerüchte schüren, deswegen nenne ich hier weder den Verlag noch den Autor noch das Pseudonym. Wer nicht weiß, wovon ich rede - ist auch unwichtig, es geht um das Thema, nicht die Namen. Und wer weiß, wovon ich rede - der sollte genauso wie ich einfach schweigen und darüber grinsen ;-)

SaschaSalamander 03.05.2012, 09.43| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Zerlegt

Der Prinzessin

menger_prinzessin_1.jpgUnzählige Male habe ich schon davon gehört, haben mir Freunde davon vorgeschwärmt oder andere Freunde gesagt, es sei nett aber nicht soooo berauschend. Immer wieder kam was dazwischen, aber jetzt habe ich es endlich gehört: DER PRINZESSIN, produziert von der Lauscherlounge.

Es gibt mehrere Geschichten:

DER FREMDE - ein junger Mann kommt zum Pfarrer in den Beichtstuhl und will von seinen Sünden erzählen. Er hat getötet. Der Pfarrer will die Beichte nicht abnehmen, doch der Mann lässt sich nicht davon abhalten. Womit hat er solch große Schuld auf sich geladen?

DER PRINZESSIN - Fabian wartet auf den Bus, als ein Mann, verkleidet als Prinzessin, ihn anspricht. Und was dieser unheimliche Mann zu erzählen beginnt, lässt Fabian nicht kalt ...

DER HAUSMEISTER - Sie ist extra umgezogen und hat eine neue Geheimnummer, damit der Stalker sie nicht mehr belästigt. Und dann kommt der Hausmeister in die neue Wohnung und baut ihr ungefragt ein Sicherheitsschloss in die Tür.

DER ZAHNARZT - Weil er Angst vor Spritzen hat, betäubt ihn der Zahnarzt mit Lachgas. Mit ungeahnten "Nebenwirkungen" ...

Für ein Hörspiel erstaunlich wenig Effekte, Sound und Musik. Macht aber nichts, durch das Fehlen ebendieser Möglichkeiten wirkt es zusätzlich grusliger, da mehr Raum für Interpretation bleibt. Die Stille wirkt bedrohlich, beängstigend. Die Geschichten selbst sind prima, die Idee dahinter ist jeweils sehr nett.

Eigentlich ein klasse Hörspiel, dem ich volle Punktzahl geben könnte. Trotzdem fällt es mir schwer es zu loben. Mir selbst fehlte irgendwie der Bezug, ich konnte mich nicht hineinfinden. Habe mich nicht gegruselt, obwohl die Geschichten wirklich die Möglihckeit geboten hätten. Allerdings könnte ich nicht sagen, woran es lag. Vielleicht daran, dass das Thema, welches DER PRINZESSIN und DER FREMDE behandeln, für mich unpassend sind für ein Hörspiel. Ich bin ein Mensch, der sehr wohl kritisch denkt und der sich mit ernsthaften Dingen befasst. Aber wenn ich ein Hörspiel höre, möchte ich abschalten. Es gibt Themen, bei denen kann ich nicht abschalten. Nach der Geschichte mti der Prinzessin hing ich gedanklich immer noch darin fest und erwartete in den folgendne Stories ähnliche Twists, sodass ich einfach nicht genießen konnte. Vielleicht lag es daran ...

Viele Fans haben das Hörspiel gelobt. Und ich denke, ich kann auch verstehen, wieso. Die Stories sind clever durchdacht, schön kurz und knackig mit spannenden Wendungen. Besonders DER ZAHNARZT ist herrlich bösartig, und DER HAUSMEISTER zeigt, was passiert, wenn man etwas vergisst, denn der Hörer hat genauso wie die Protagonistin etwas Wichtiges vergessen. Die beiden Geschichten selbst hätten von mir großes Lob erhalten. Aber es bleibt bei mir am Ende ein bitterer Nachgeschmack wegen der beiden anderen ...

SaschaSalamander 02.05.2012, 08.50| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel

Ash

lo_ash_1.jpgDer Inhalt ist schnell erzählt: Aschenputtel. Malinda Lo wagt in ihrem Buch ASH eine wundervolle und ungewöhnliche Adaption des Cinderella - Märchens. Die Mutter stirbt, der Vater nimmt sich eine neue Frau. Die Stiefmutter und deren Töchter sehen in Aisling, genannt Ash, nur ihre Dienstmagd. Als der Vater stirbt, wird es immer schlimmer. Nur die Zeit im Wald bei dem geheimnisvollen Elf Sidhean gibt ihr Kraft und Hoffnung. Eines Tages sucht der Prinz eine Braut. Je öfter die Stiefmutter und ihre Töchter außer Haus sind, desto mehr findet Aisling Zeit für sich. Dabei lernt sie die königliche Jägerin kennen, begleitet sie auf die Jagden. Und dann trifft sie beim Maskenball zufällig mit dem Prinzen zusammen.

Wie gesagt: wundervoll und ungewöhnlich. Ich bin sehr angetan von dem Buch. Besonders gefällt es mir, dass Aisling (ein Name, der mir sehr zusagt) nicht wie typisch im Märchen dem Prinzen hinterherschmachtet, sondern dass sie ihre eigenen Wege geht. Das Märchen weist zwei Besonderheiten auf, die vom Original abweichen und die einigen Lesern missfallen könnten, anderen Lesern aber direkt aus dem Herzen sprechen:

zum einen ist da die Sache mit den Elfen. Bezaubernd und strahlend rein, aber zugleich auch kalt, so wie Elfen eigentlich ursprünglich sind. In diesem Buch schwingt stets eine Todessehnsucht zwischen den Zeilen. Der Wunsch nach der Vereinigung mit dem Elfenreich, der Wunsch nach Auflösung, nach dem Ende. Nichts mit pinkem Zuckerguss und niedlichem Märchen, vielmehr melancholische Grundstimmung und düsterer Romantik.

Und zum anderen ... hm, Spoiler oder Nichtspoiler? Doch, in diesem Fall schon. Denn viele Leser sind verärgert, dass sie zuvor nicht wussten, was sie erwarten würde. Und andere wie ich hätten das Buch nie angerührt (igitt Prinzessin, bäh Romantik), wenn nicht diese Thematik gewesen wäre. Von daher: sinnvoller Spoiler. Wer das nicht möchte, soll diesen Absatz überspringen:

*********************

SPOILER

Ash verliebt sich in die Jägerin. Mir gefällt es, das Märchen einmal auf diese Weise neu aufzupeppen. Warum sollte Aisling sich in den ollen Prinzen vergucken, wo sie erneut im Käfig lebt, wenn auch golden? Warum nicht die stolze Jägerin, die in ihr mehr sieht als den hübschen Körper, und die auch im Charakter hervorragend zu ihr passt? Sie lieben die Natur, achten das Leben, lieben die alten Märchen.

Dazu kommt, dass hier einmal keine heile Welt ist. Bella und Edward oder Jacob stellvertretend für alle Girls, die hin- und hergerissen sind zwischen Softie und Macho. Hier dagegen glaubt Ash den Elfen zu lieben, doch er ist nur stellvertretend für ihre Sehnsucht, sie liebt nicht ihn sondern was er verheißt. Und als sie die Jägerin trifft, erkennt sie ihr wahres Gefühl. Es gibt kein Heititei, sondern sie bricht bewusst das Herz des Elfen. Die Welt ist kein Ponyhof, und manchmal muss man anderen Personen wehtun. Man kann nicht immer auf die anderen achten. Aisling lernt, dass sie ihren eigenen Weg gehen muss. Und ich mag es, wie das hier umgesetzt wurde.

SPOILER ENDE

*********************

Dazu kommen sehr viele schöne Binnenmärchen. Die Elfenwelt ist sehr schön in das Buch integriert, das Märchen um Aschenputtel wurde ergänzt durch viele weitere Märchen rund um das Thema Elfenwelt. Wie gesagt nicht die niedlichen Flatterelfen, sondern die stolzen, mächtigen und eigenwilligen Elfen, die Menschen für ihre Zwecke missbrauchen und auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Diese Märchen verleihen dem Buch einen eigenen Zauber, sorgen für Abwechslung und sind es fast schon wert, in einem eigenen kleinen Buch abgedruckt zu werden. Gerne läse ich mehr Elfenmärchen aus der Feder Malinda Los.

Die Sprache ist sehr malerisch. Trotzdem ist sie in meinen Augen der Schwachpunkt des Buches. Ich fand die Szenen schön geschildert, das Buch sehr malerisch. Aber auch distanziert und kühl, sodass ich keinen wirklichen Bezug zu den Charakteren aufbauen konnte, nicht einmal zu Aisling, Sidhean oder der Jägerin. Es wird sehr viel erklärt, selten dringt man dabei in das Innere der Szene, beobachtet sie lediglich von außen. Gerade, wenn es dann in die Landschaftsbeschreibungen geht oder Aislings Leben mit der Stieffamilie beschrieben wird, ist das oft etwas langatmig. Man hätte das Buch bedenkenlos um 70 bis 100 Seiten kürzen können, obwohl es bereits mit 270 Seiten im Kleinformat eigentlich sowieso schon recht kurz ist. Aber das macht nichts, ein Buch muss nicht lang und künstlich gestreckt sein, um zu gefallen.

Wenn das Buch nicht so distanziert gewesen wäre, und wenn es stellenweise nicht etwas langgezogen gewesen wäre, dann hätte es ohne Zögern sofort den seltenen Weg in mein Regal gefunden. Ich war wie verzaubert während des Lesens, die Idee fand ich wunderschön, und die Romanze zwischen Aisling und Sidhean bzw später zwischen Aisling und der Jägerin gefiel mir sehr. Aber leider hat es mich aufgrund des Erzählstils nur verzaubert, nicht jedoch berührt. Schade, wirklich schade. Aber die Autorin steht nun unter meiner Beobachtung, und ich hoffe auf ein weitere romantische Märchen, in denen die Frauen keine Männer brauchen, um sich selbst zu finden :-)

SaschaSalamander 01.05.2012, 16.27| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Frauen, Queer, Tip, Jugend, Märchen, Fantasy,



 






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